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Nordfriesland (2): Bei den Seehunden

Montag, den 4. August 2008
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(1) -> 2.8.2008

Tönning. Die Stadt in Nordfriesland hat etwa 5000 Einwohner, liegt an der Eider und nicht weit entfernt vom Eidersperrwerk. Ein nettes kleines Örtchen, wie sich beim klein Rundgang herausstellt. Und großzügig scheint man dort auch zu sein: Die Parkautomaten sind defekt – alle beide sind zugeklebt mit dem Hinweis, sie seien Defekt und: “Wir wünschen einen schönen Aufenthalt!” Das ist doch mal ein Service. Hoffentlich werden die Dinger nie wieder repariert!
Sympathisch ist auch, dass die Kirchenglocke immer vier Minuten zu früh bimmelt.
Ansonsten kann man sich an vielen schönen Ecken hinsetzen und die Natur genießen.

Weiter nach Husum, der Kreisstadt von Nordfriesland. Die Stadt hat sicher viele Sehenswürdigkeiten. Wir wollten: Essen. In der Osteria. Und dann noch ein Eis.
Die graue Stadt am Meer, wie Theodor Storm sagte, ist nicht wirklich grau. Und der Tidenhafen, an dessen Becken wir unmittelbar unser Abendbrot zu uns nahmen, hatte auch etwas Malerisches.
Übrigens: Die Wetteraussichten waren wieder mies. Aber in Wirklichkeit war es hervorragend. Sonne, Wärme, wunderbar.

Ans Meer wollten wir auch nochmal. Also fuhren wir in die Nordstrand-Region bis Alterkoog. Dort fährt die Fähre nach Pellworm. Die Treppen führen über den Deich – und inzwischen schlossen wir Wetten ab: Würden wir auf dem Deich Wasser sehen? Sahen wir – aber von einem Tümpel und nicht von der Nordsee. Die war aber glücklicherweise gleich nebenan. Oder so ähnlich, denn es war, wie sollte es anders sein, Ebbe. Flos Wattwanderung war jedoch sehr kurz.

Zurück in unser Tönninger Hotel. Im unserem Frühstückssaal wurde ein Polterabend gefeiert. Es folgte Schlager auf Schlager, von “Hol das Lasso raus” bis “Wieder alles im Griff” – und zwischendurch plattdütsche Comedy. Nicht uninteressant, und die anderen waren von der Musik auch deutlich genervter als ich.
Ich habe wieder mal dazugelernt. Nämlich ganz neue Rommee-Regeln von Felix: Auslegen mit 42 (oder doch 40?) Punkten. Allerdings müssen die nicht mit eineem mal erreicht werden. Auch mehrere Serien gehen – anlegen ebenfalls, Hauptsache 42 (oder eben 40). Anlegen geht danach überall, schon Gelegtes kann verändert werden. Ich fands irgendwie zu anstrengend. So entschieden Sabi und Flo, welches Variante wir spielten. Meine oder die 42er (oder 40er).

Moin, Moin! Sonntag. Abreise. Bezahlt hatten wir schon. In bar, weil die im Hotel keine Karte nehmen (Wo leben die denn?). Aber ganz wollten wir den Norden noch nicht verlassen. Auf der Karte entdeckten wir die Seehund-Aufzuchtsstation.
Also auf nach Friedrichskoog. Für nur 3,50 Euro kann man sich die Seehunde ansehen, wie sie sich im Wasser aalen. Sehr, sehr niedlich. Auf den Aussichtsturm wären nicht alle raufgestiegen – man konnte durch die Gittertreppen sehr schön bis ganz nach unten sehen…
In der Station werden Seehunde gepflegt, Heuler aufgezogen und, wenn das geht, wieder ausgesetzt. Der Besuch lohnt sich!

Der Besuch in Friedrichskoog-Spitze übrigens ebenfalls. Bei Flut kann man am Badestrand Leute auf der Schaukel beobachten, bei beim Schaukeln durchs Nordseewasser gleiten…

Misson Mittagessen. Wir wollen Essen fassen. Nur wo? In Friedrichskoog haben wir nichts Geeignetes gefunden. Am liebsten chinesisch. Flos Recherchen ergaben, dass es in Itzehoe mehrere Chinesen gibt. Und Itzehoe liegt auf dem Weg. So irrten wir durch Itzehoe, an den Rückkehrern vom Wacken-Open-Air vorbei, die zu Hunderten am Bahnhof lungerten.
Wir fanden den Chinesen, aßen uns den Bauch voll und wollten zurück auf die A23, Richtung Hamburg.
Dumm nur, wenn die entsprechende Auffahrt gesperrt ist. Und das nicht mal ausgeschildert ist. Einfach nur ein Gitter vor die Straße und Ende. Ganz toll. Nur ein seltsames Schild mit einem noch seltsameren Pfeil fiel uns dann ins Auge. Der sehr provisorischen Beschilderung folgten wir, so dass wir einige Kilometer und einer zweiten Reise durch Itzehoe weiter doch noch die Autobahn erreichten.

Hamburg. Schwanenwik, dann Richtung Horn. An der gleichen Kreuzung, an der wir uns Freitag verfuhren und auch im Juli 2007, wieder die gleiche Schose. Da das Autobahnschild fehlte, fuhr ich geradeaus. Also umdrehen – wieder umdrehen – ich kenne die (falsche) Strecke und die dort gelegenen Häuse inzwischen recht gut) – und dann endlich nach Horn und zur A24.

Wie entstehen eigentlich Staus. Das muss eine interessante Wissenschaft sein, über die auch schon öfter in entsprechenden Magazinen berichtet wurde.
Bei Neuruppin stoppte der Verkehr plötzlich. Stau. Stillstand. Hinter der Ab- und Auffahrt ging es plötzlich weiter, als sei nichts gewesen. Gut, dass wir in Neuruppin nicht abgefahren sind.
An der Abfahrt Fehrbellin das gleiche Spiel. Stau. Stillstand. Und weiter. Und dann nochmal bei Linum. Stau. Stillstand. Und weiter.
Es reicht eben, wenn es bei starken Verkehr die kleinste Störung gibt. Einer bremst stark und die Kette verläuft nach hinten weiter.
Somit kamen wir – fast – ohne Störungen wieder zu Hause an.