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Schnell mal eine kleine Spende für Notre-Dame

Mittwoch, den 17. April 2019
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Einen Tag nach dem schweren Brand in der Kathedrale Notre-Dame in Paris wird das Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Aber immerhin: Das historische Bauwerk ist nicht völlig zerstört.

Es dauerte auch nicht lange, da kamen schon die Mutmach-Reden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte, man wolle die Kathedrale in fünf Jahren wieder aufgebaut haben, und sie solle noch viel schöner sein als vorher.
Das ist eine große Ankündigung, und wenn man bedenkt, wie lange an solchen Bauwerken gearbeitet worden ist, und wie lange heute an anderen Bauwerken gearbeitet wird, darf man gespannt sein, ob diese fünf Jahre machbar sind.

Und, Respekt: Schon 24 Stunden danach heißt es, es seien Spenden in Höhe von 700 Millionen Euro versprochen worden. Eine Milliardärsfamilie gab mal schnell 100 Millionen, eine andere 200 Millionen.
Man hat’s ja.
Das haben sie wirklich, und es ist auch toll, dass sie von ihrem wahnsinnigen Vermögen ein bisschen was abgeben. Und in der Tat ist die Kathedrale etwas, was erhalten werden muss.
Aber es wäre ja schön, wenn man solche Meldungen auch zu anderen Gelegenheiten hört – vielleicht wenn es wirklich mal um Armut geht.

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tagesschau24: Notre-Dame brennt

Dienstag, den 16. April 2019
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MO 15.04.2019 | 21.35 Uhr | tagesschau24

Eigentlich ist tagesschau24 ein Nachrichtensender. Aber uneigentlich darf die ARD gar keinen Nachrichtensender betreiben. Was also will dieses tagesschau24 denn nun sein? Und was darf es sein?

Breaking News am Montagabend: Die Kathedrale Notre-Dame in Paris stand in Flammen. Die Nachrichtensender ntv, Welt und euronews übertrugen in Deutschland die Live-Bilder aus der französischen Hauptstadt.
Und auf tagesschau24? Da lief der Weltspiegel vom Vorabend. Und nicht mal eine Breaking-News-Info. Und auf phoenix? Eine Doku. Ohne Nachrichtenlaufband.

Um 20 Uhr gab es dann die reguläre Tagesschau, das Feuer in Notre-Dame war an dritter Stelle mit einem Korrespondentenbericht. Mehr war nicht drin. Um 20.15 Uhr begann im Ersten eine Tierdoku, auf tagesschau24 eine 90-minütige Doku über ein Jugendamt, auf phoenix eine Geschichtsdoku.

Nun kann man natürlich drüber streiten: In Paris brennt ein Gebäude. Muss man da live berichten, obwohl man ja noch gar nichts weiß? Ja, ein Nachrichtensender muss das. Der muss schließlich zur Stelle sein, wenn Menschen von der Breaking News erfahren und erste Infos wollen.
Aber offiziell ist ja tagesschau24 kein Nachrichtensender. Gegen 19.15 Uhr endet die News-Schiene, dann gibt es nur noch Dokus. Ebenso bei phoenix.
Wäre die Katastrophe am Mittag passiert, dann hätte das sicherlich ganz anders ausgesehen. Auf phoenix hätte es sicherlich Übertragungen gegeben, ebenso auf tagesschau24, die für das Erste zugeliefert hätten.
Nach 20 Uhr aber: Still ruft der öffentlich-rechtliche See.

Auf ntv und Welt gab es die Bilder aus Paris stundenlang. Dazu holten sie sich Experten ins Studio. Feuerwehr-Insider oder Leute, die sich mit solchen historischen Bauten auskennen. Die Orakelei hielt sich ziemlich in Grenzen. Aber bei den Sendern wusste man: Das wollen die Leute sehen, denn Notre-Dame ist ein Gebäude, an dem bei vielen das Herz hängt.

Bei tagesschau24 müssen sie aber hin- und hergerissen gewesen sein. Gegen 21.35 Uhr brach die Doku plötzlich ab, und auf tagesschau24 gab es plötzlich unkommentierte Live-Bilder aus Paris. Dann aber herrschte Chaos.
Immer wieder erschien die Tagesschau-Uhr, dann wieder die Paris-Bilder. Wieder die Uhr, wieder zurück. Und so weiter. Gegen 21.47 Uhr begann plötzlich doch eine Tagesschau. Jens Riewa interviewte darin, ohne die Zuschauer zu begrüßen, den Paris-Korrespondenten. Danach, ohne eine Verabschiedung oder weiteren Hinweis zum Ablauf, gab es plötzlich einen scheinbar wahllos zusammengeschnittenen Mix aus Paris-Bildern, unkommentiert. Und diese Schleife wiederholte sich auch immer wieder. Inklusive der eingeblendeten Uhr, die am Anfang der Schleife immer wieder die alte Uhrzeit zeigte. Nach 22 Uhr gab es das Interview einfach noch mal, direkt nach eine weitere improvierte Tagesschau, das aber auch nur aus dem Interview bestand.
Vermutlich wurden die beiden Stücke nur fürs Internet produziert, und tagesschau24 hat sie mit versendet.
Aber in Wirklichkeit wirkte das extrem stümperhaft und war der ARD nicht würdig.
Um 22.15 Uhr konnten sie beim Sender aufatmen und die Tagesthemen vom Ersten übernehmen. Dort gab es fundierte Infos, wenn auch nicht sehr ausführlich.

Deshalb also die Frage: Was soll, was will, was darf tagesschau24 eigentlich? Es müssen Entscheidungen her. Und die kann eigentlich nur in die Richtung gehen, dass tagesschau24 auch am Abend ein Nachrichten-Backup liefen müssen kann. Denn das peinliche Gewurschtel, was da am Montagabend zu sehen war, schadet der Marke “Tagesschau” einfach nur.

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Terror: Paris, Hannover, überall

Mittwoch, den 18. November 2015
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Sie wollten Fußball spielen. Sie wollten zeigen, dass sie sich dem Terror nicht beugen. Aber sie durften nicht. Nur 90 Minuten vor Beginn ist das Fußball-Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden in Hannover abgesagt worden. Terrorgefahr.
Nach den Anschlägen von Paris rückte der Terror am Dienstag noch näher zu uns.

Angst? Panik? Sich zu Hause einschließen?
Hass auf Fremde? Auf Flüchtlinge, die angeblich schuld an der aktuellen Lage sind?
Was sollen wir tun? Wie sollen wir mit unseren Gefühlen umgehen?

ZDF-Frankreich-Korrespondent Theo Koll hat am Dienstagabend bei “Markus Lanz”, wie ich finde, kluge Worte gesagt.
Wir müssen lernen, damit umzugehen. Und damit umzugehen könnte auch heißen, für einige Zeit mit einer diffusen Gefahr zu leben. Ebenso auch damit zu leben, dass Großereignisse nicht stattfinden.
Vielleicht wäre es schlicht besser gewesen, das Fußball-Event von vornherein abzusagen. Um abzuwarten. Um unsere Sicherheit zu wahren. Und das relativ ruhig und gelassen.

Die Leute, die momentan für den Terror sorgen, wollen doch vor allem: Angst schüren. Und Panik. Und Streit und Hass unter den Menschen, die sich verschiedenen Meinungsströmungen anschließen. Sich gegenseitig aufschaukeln.
Und das ist falsch.
Viel wichtiger, als uns von Terroristen nicht den Spaß nehmen zu lassen, trotzdem Großevents stattfinden zu lassen, ist: ruhig zu bleiben. Weiterleben. Mit offenen Augen durchs Leben gehen. Aufmerksam, aber gelassen. Panik nützt keinem was. Außer den Terroristen.
Viel wichtiger ist auch: nicht zu streiten. Zusammenzustehen. Die Terroristen sind nämlich nicht nur für Anschläge verantwortlich, sondern vor allem dafür, dass sie die Menschen aufwiegeln. Halbwahrheiten und Lügen streuen, um Hass und Angst zu säen.
Das ist unsere eigentliche Aufgabe: dagegenzusteuern, das zu verhindern.

Und wenn dafür mal ein paar Konzerte oder Sportevents ausfallen: was soll’s. Darauf kommt es letztlich nicht an.

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Paris

Samstag, den 14. November 2015
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Genau vor diesen Terroristen, vor diesen Idioten flüchten die Leute aus Syrien zu uns. Wir dürfen es nicht zulassen, dass die Angst die Oberhand bekommt, dass Terroristen unser Leben bestimmen.

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phoenix vor Ort: PK der Staatsanwaltschaft zum Flugzeugabsturz

Freitag, den 27. März 2015
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DO 26.03.2015 | 12.30 Uhr | phoenix

Es ist schier unglaublich: Das Flugzeug, das am Dienstagvormittag in den französischen Alpen abgestürzt ist, ist höchstwahrscheinlich vom Co-Piloten mit voller Absicht an den Felsen gelenkt worden.
Das macht die an sich schon grausame Katastrophe noch unfassbarer. Saß da tatsächlich jemand im Cockpit, der Selbstmord begangen hat und 149 Leute mit in den Tod gerissen hat?

Am Donnerstagmittag übertrug phoenix die Pressekonferenz der französischen Staatsanschaft live, und es war die wohl erschütternste Pressekonferenz des Jahres. Sie selbst war recht nüchtern, aber der Inhalt – der war ein Schock.

Was sie allerdings auslöste war noch aus einem anderen Grund bemerkenswert, denn im Internet begann direkt danach die Hatz auf den Co-Piloten und seine Familie.
Da in der PK sein Name und sein Wohnort genannt wurde, ist damit auch die Jagd auf ihn eröffnet worden.
Mehrere Zeitungen veröffentlichten sofort Fotos des Mannes, samit kompletter Namensnennung. Sie reisten zu seinem Haus, fotografierten das Klingelschild der Eltern, ganze Klickstrecken. Auf Facebook ist sein Profil schnell gelöscht worden, dafür erschienen zig Fakeprofile und Hassseiten, auf denen der Mann übelst beschmipft worden ist.
In Momenten des Schocks, in Momenten des Entsetzens und der Trauer, da verlieren eienige Menschen offenbar jegliches Augenmaß.

Wenn es denn so ist, wie in der PK erzählt wurde, wenn der Co-Pilot seinen Pilot ausgesperrt hat und den Sinkflug einleitete, wenn es wirklich ein Suizid, ein 149-facher Mord war – dann ist das eine unfassbare, grauenvolle Tat.
Aber mit einer Menschenjagd machen wir es nicht besser, mit einem Kübel Hass ist niemandem geholfen.

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Paris trauert

Montag, den 12. Januar 2015
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SO 11.01.2015 | 15.05 Uhr | Das Erste

Mehr als eine Millionen Menschen in der Pariser Innenstadt. Franzosen, Deutsche, Italiener, Arabier, Türken. Christen, Juden, Moslems. Otto-Normal-Bürger, Politiker.
Es war ein versöhnliches Wochenende nach deprimierenden, schockierenden, traurig und nachdenklich machenden Tagen.

Das Erste übertrug am Sonntagnachmittag unter dem Titel “Paris trauert” mehr als zwei Stunden lang die Trauerdemonstration aus Anlass der Anschläge auf die Satirezeitschrift “Charlie Hebdo” und den jüdischen Supermarkt in Paris.
Viele hunderttausend Menschen gingen auf die Straße, um zu zeigen: “So nicht!” Um zu zeigen, dass die Nation zusammensteht und zusammenhält. Dass sie sich nicht von hasserfüllten Extremisten Angst machen lassen wollen. Deshalb fiel der eigentlich geplante Schweigemarsch auch lauter aus als gedacht, deshalb riefen die Menschen Friedensparolen, hielten “Je suis Charlie”-Schilder hoch, sangen und klatschten.

Gemeinsam mit der Demo am Sonnabend in Dresden, als 35.000 Menschen gegen jeglichen Pegida-Hass auf die Straße gingen, machten diese beiden Tagen wieder Hoffnung, dass das Gute auf der Welt vielleicht doch die Oberhand behält.
Auf jeden Fall waren es zwei gute Tage für die Demokratie.

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Hart aber fair extra: Islamistischer Terror in Paris – Europas Freiheit in Gefahr?

Donnerstag, den 8. Januar 2015
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MI 07.01.2015 | 23.00 Uhr | Das Erste

Je suis Charlie.
Es ist der Satz des Tages. Ich bin Charlie.
Drei Männer drangen am Mittwoch in die Redaktion des französischen Satiremagazins “Charlie Hebdo” ein. Sie erschossen den Chefredakteur, vier Zeichner – insgesamt zwölf Menschen. Und das, weil die Zeitschrift immer wieder religionskritische Zeichnungen veröffentlichte, auch Mohammed-Karikaturen.
Was ist eigentlich los in dieser Welt? Da löscht man also eine Redaktion aus, weil einem nicht passt, was sie veröffentlicht. Ein grauenvoller Angriff auf die Pressefreiheit. Was ist das für ein Hass, und was hat das mit Gott zu tun? Wie kaputt ist man, wenn man auf bestialische Weise tötet?
Klar, es muss einem nicht alles gefallen, was geschrieben und gezeichnet wird. Es kann sein, dass man dadurch beleidigt ist. Aber deshalb töten?

In einer Sondersendung von “Hart aber fair” ist am Mittwochabend im Ersten über das Attentat diskutiert worden – auf eine weitgehend erfreuliche sachliche Weise. und wahrscheinlich ist es auch das Klügste, was wir gerade machen können: einen kühlen Kopf bewahren, genau hinschauen, genau differenzieren.
Der Islam ist nicht gleichzustellen mit dem islamistischen Terror. Nur weil jemand an Allah glaubt, ist er kein Gewalttäter. Die Unterscheidung, die Abtrennung, ist wichtig. Nur leider werden die Pegida-Anhänger in Dresden dafür kaum ein offenes Ohr haben. Für diese Leute war dieser Tag ein gefundenes Fressen.

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