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phoenix vor Ort: PK der Staatsanwaltschaft zum Flugzeugabsturz

Freitag, den 27. März 2015
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DO 26.03.2015 | 12.30 Uhr | phoenix

Es ist schier unglaublich: Das Flugzeug, das am Dienstagvormittag in den französischen Alpen abgestürzt ist, ist höchstwahrscheinlich vom Co-Piloten mit voller Absicht an den Felsen gelenkt worden.
Das macht die an sich schon grausame Katastrophe noch unfassbarer. Saß da tatsächlich jemand im Cockpit, der Selbstmord begangen hat und 149 Leute mit in den Tod gerissen hat?

Am Donnerstagmittag übertrug phoenix die Pressekonferenz der französischen Staatsanschaft live, und es war die wohl erschütternste Pressekonferenz des Jahres. Sie selbst war recht nüchtern, aber der Inhalt – der war ein Schock.

Was sie allerdings auslöste war noch aus einem anderen Grund bemerkenswert, denn im Internet begann direkt danach die Hatz auf den Co-Piloten und seine Familie.
Da in der PK sein Name und sein Wohnort genannt wurde, ist damit auch die Jagd auf ihn eröffnet worden.
Mehrere Zeitungen veröffentlichten sofort Fotos des Mannes, samit kompletter Namensnennung. Sie reisten zu seinem Haus, fotografierten das Klingelschild der Eltern, ganze Klickstrecken. Auf Facebook ist sein Profil schnell gelöscht worden, dafür erschienen zig Fakeprofile und Hassseiten, auf denen der Mann übelst beschmipft worden ist.
In Momenten des Schocks, in Momenten des Entsetzens und der Trauer, da verlieren eienige Menschen offenbar jegliches Augenmaß.

Wenn es denn so ist, wie in der PK erzählt wurde, wenn der Co-Pilot seinen Pilot ausgesperrt hat und den Sinkflug einleitete, wenn es wirklich ein Suizid, ein 149-facher Mord war – dann ist das eine unfassbare, grauenvolle Tat.
Aber mit einer Menschenjagd machen wir es nicht besser, mit einem Kübel Hass ist niemandem geholfen.

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Paris trauert

Montag, den 12. Januar 2015
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SO 11.01.2015 | 15.05 Uhr | Das Erste

Mehr als eine Millionen Menschen in der Pariser Innenstadt. Franzosen, Deutsche, Italiener, Arabier, Türken. Christen, Juden, Moslems. Otto-Normal-Bürger, Politiker.
Es war ein versöhnliches Wochenende nach deprimierenden, schockierenden, traurig und nachdenklich machenden Tagen.

Das Erste übertrug am Sonntagnachmittag unter dem Titel “Paris trauert” mehr als zwei Stunden lang die Trauerdemonstration aus Anlass der Anschläge auf die Satirezeitschrift “Charlie Hebdo” und den jüdischen Supermarkt in Paris.
Viele hunderttausend Menschen gingen auf die Straße, um zu zeigen: “So nicht!” Um zu zeigen, dass die Nation zusammensteht und zusammenhält. Dass sie sich nicht von hasserfüllten Extremisten Angst machen lassen wollen. Deshalb fiel der eigentlich geplante Schweigemarsch auch lauter aus als gedacht, deshalb riefen die Menschen Friedensparolen, hielten “Je suis Charlie”-Schilder hoch, sangen und klatschten.

Gemeinsam mit der Demo am Sonnabend in Dresden, als 35.000 Menschen gegen jeglichen Pegida-Hass auf die Straße gingen, machten diese beiden Tagen wieder Hoffnung, dass das Gute auf der Welt vielleicht doch die Oberhand behält.
Auf jeden Fall waren es zwei gute Tage für die Demokratie.

RTZapper

Hart aber fair extra: Islamistischer Terror in Paris – Europas Freiheit in Gefahr?

Donnerstag, den 8. Januar 2015
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MI 07.01.2015 | 23.00 Uhr | Das Erste

Je suis Charlie.
Es ist der Satz des Tages. Ich bin Charlie.
Drei Männer drangen am Mittwoch in die Redaktion des französischen Satiremagazins “Charlie Hebdo” ein. Sie erschossen den Chefredakteur, vier Zeichner – insgesamt zwölf Menschen. Und das, weil die Zeitschrift immer wieder religionskritische Zeichnungen veröffentlichte, auch Mohammed-Karikaturen.
Was ist eigentlich los in dieser Welt? Da löscht man also eine Redaktion aus, weil einem nicht passt, was sie veröffentlicht. Ein grauenvoller Angriff auf die Pressefreiheit. Was ist das für ein Hass, und was hat das mit Gott zu tun? Wie kaputt ist man, wenn man auf bestialische Weise tötet?
Klar, es muss einem nicht alles gefallen, was geschrieben und gezeichnet wird. Es kann sein, dass man dadurch beleidigt ist. Aber deshalb töten?

In einer Sondersendung von “Hart aber fair” ist am Mittwochabend im Ersten über das Attentat diskutiert worden – auf eine weitgehend erfreuliche sachliche Weise. und wahrscheinlich ist es auch das Klügste, was wir gerade machen können: einen kühlen Kopf bewahren, genau hinschauen, genau differenzieren.
Der Islam ist nicht gleichzustellen mit dem islamistischen Terror. Nur weil jemand an Allah glaubt, ist er kein Gewalttäter. Die Unterscheidung, die Abtrennung, ist wichtig. Nur leider werden die Pegida-Anhänger in Dresden dafür kaum ein offenes Ohr haben. Für diese Leute war dieser Tag ein gefundenes Fressen.

aRTikel

Erst Aquaporine, jetzt das Zwiebelchen

Donnerstag, den 20. Januar 2011
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Kultur: Michael Wudick aus Grüneberg hat die Lieder für ein Musical geschrieben, das morgen Premiere hat

MAZ Gransee, 20.1.2011

GRÜNEBERG
Normalerweise lassen Zwiebeln oft die Tränen kullern. Nicht so das „Zwiebelchen“, das morgen im Rheinsberger Schlosstheater Premiere feiert. Kinder und Jugendliche der Heinrich-Rau-Oberschule haben die ganze Woche in einem Projekt für die Aufführung geübt: Texte, Tänze und Lieder.
Es sind genau 20 Lieder. Geschrieben hat sie der Grüneberger Michael Wudick. „Die Liedtexte und die Musik sind von mir“, sagt der 29-Jährige. Die Idee für das Musical entstand im Herbst 2009. „Da fing ich schon an, die ersten Lieder zu schreiben“, erzählt Wudick. Die Sprechtexte schrieb sein Freund Stefan Labenz, mit dem er schon mehrere Jahre in einer Theatergruppe zusammenarbeitet.

„Zwiebelchen“ spielt in einer Gemüsewelt. Der Hauptdarsteller – eben jenes Zwiebelchen – setzt sich für seine Gemüsefreunde ein und steht ihnen in der Welt der Angeber- und Herrschergemüse zur Seite. Mehr als 70 Kinder und Jugendliche sind an dem Stück beteiligt. „Das macht super Spaß“, sagt Michael Wudick. „Auch wenn es stressig ist. Aber die Kinder haben die Eltern mit den Liedern schon angesteckt.“ Kinder seien sehr dankbare Mitarbeiter, findet der Grüneberger. Viermal wird „Zwiebelchen“ in den nächsten Tagen in Rheinsberg aufgeführt. „Mal sehen, was dann ist“, sagt Michael Wudick.

Der weitere Lebensweg wird ihn aus dem Löwenberger Land nach Lissabon, in die Hauptstadt Portugals führen. Er übernimmt dort eine sogenannte Nachdoktorandenstelle. Seit Frühjahr ist er Doktor der Naturwissenschaften und darf sich „Dr. rer. nat.“ nennen. Seine Doktorarbeit schrieb er über Aquaporine – über Wasserkanäle, also Proteine, die den Transport von Wasser über Zellmembranen erleichtern. Dafür lebte er drei Jahre im französischen Montpellier. In Lissabon möchte er nun weiterforschen. Jetzt aber steht zunächst das „Zwiebelchen“ an erster Stelle.

RTelenovela

Nancy – Oranienburg in vier Monaten

Sonntag, den 25. Juli 2010
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Welch Freude! In meinem Briefkasten lag gestern eine Postkarte aus Nancy in Frankreich. Ein Bekannter von mir studiert dort und schickte mir eine Ansicht von dem Platz, wo er nun wohnen wird.

Ich schrieb ihm eine E-Mail und bedankte mich. Und er war irritiert. Ob ich denn die Karte aus Nancy meine.
Das widerum hat mich irritiert. Warum weiß er das denn nicht mehr?
Ich sah mir die Karte noch genauer an und erblickte den Poststempel: 17-03-10. Das Papierchen brauchte also mehr als vier Monate von Nancy nach Oranienburg. Alle Achtung!
Wo wird sie in der Zwischenzeit gewesen sein? Hat sie vielleicht einen Abstecher nach Australien gemacht? Hat sie dann noch den Weg zur Fußball-WM nach Südafrika angetreten? Ist der Postbote gelaufen? Oder hat die Karte vielleicht doch nur monatelang im Oranienburger Postamt rumgelegen?

Na ja, immerhin: Sie ist angekommen. Das ist doch die Hauptsache.

RTZapper

Sportschau live: Tour de France 2010, 3. Etappe

Mittwoch, den 7. Juli 2010
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DI 06.07.2010 | 15.55 Uhr | Das Erste

Herrlich, Frankreich bekommt wieder seine Sightseeingshow. Lange fliegt der Hubschrauber mit der Fernsehkamera über ein Schloss. Da könnte man ja mal hinreisen.
Aber eigentlich geht es in der Live-Übertragung am Dienstagnachmittag im Ersten eher im den Radsport. Diese blöde Sache mit dem Doping bei der Tour de France scheint vergessen zu sein, denn ARD und ZDF übertragen wieder einen großen Teil der Etappen.

Und die Organisatoren wollten es in der 3. Etappe so richtig wissen. Da musste Action her. Schmale Straßen, holpriges Kopfsteinpflaster, enge Sandpfade. Tja, da nimmt man einen Sturz oder viele Ausfälle oder gar einen Schlüsselbeinbruch gern mal hin. Unfälle lenken vom Doping ab, denken sich vielleicht die Tour-Planer. Und es hat ja sogar funktioniert.
Das Spiel mit der Gesundheit der Sportler geht also weiter. Und das muss man sich als Zuschauer nun wirklich nicht antun.

aRTikel

Grüneberger ist jetzt ein Doktor

Mittwoch, den 19. Mai 2010
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MAZ Gransee, 19.5.2010

GRÜNEBERG
Die guten alten Knusperflocken. Die vermisst Michael Wudick in Frankreich sehr. Natürlich auch, dass er nicht dabei sein kann, wenn die Freunde und die Familie daheim feiern. Von Montpellier aus kann er nicht mal fix immer übers Wochenende nach Hause fliegen. Dafür jedoch hat der 29-Jährige aus Grüneberg jetzt den Doktor der Naturwissenschaften in der Tasche: Dr. rer. nat. Michael Wudick.

Seit März 2007 lebt er in Montpellier, während seines ersten Jahres schrieb er für die damalige Granseer Ausgabe der „Willi“-Seite einmal im Monat Berichte über sein neues Leben in Frankreich. Nach seinem Abi am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium und dem abgeschlossenen Biochemiestudium an der Uni Potsdam begann er seine Doktorarbeit. „Das bedeutet drei Jahre praktische Forschungsarbeit im Labor und danach eine schriftliche Doktorarbeit mit etwa 100 Seiten“, erzählt Michael Wudick. „Mein Thema waren Aquaporine. Das sind Wasserkanäle, also Proteine, die den Transport von Wasser über Zellmembranen erleichtern“, erklärt er. „Diese Proteine gibt es in fast allen Organismen, und ich habe sie in Pollen und Wurzeln der Modellpflanze Arabidopsis thaliana untersucht. Und das alles auf Englisch.“

Momentan ist der frischgekürte Doktor zu Hause, in Grüneberg. „Demnächst muss ich zu einem Kongress nach Süddeutschland, meinen Chef und die Arbeitsgruppe vertreten.“ Und er fügt hinzu: „So ist das als Doktor.“
Vorerst wird Wudick in Montpellier bleiben. „Ich habe ab Juni eine Verlängerung für vier Monate bekommen“, erzählt er. „Danach schaun wir mal.“ Er überlegt, eine weitere Sprache zu lernen. „Französisch habe ich ja auch erst vor Ort gelernt, weil ich damals am Runge-Gymnasium Russisch machen musste.“