RTelenovela

Wenn du denkst, schlimmer geht’s nicht…

Montag, den 16. Februar 2015
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Neues von der L17! Schadensbilanz auf der Landesstraße in Groß-Ziethen am Sonnabendvormittag: vier abgefahrene Autospiegel und zweimal Fahrerflucht, und das innerhalb von nur fünf Minuten. Die Schlaglöcher auf der engen Durchfahrtsstraße werden immer größer, die Randbereiche immer schlammiger. Ein Schlachtfeld!
Wenn wenn du denkst, schlimmer geht’s nicht, wirst du aber eines besseren belehrt. Ebenfalls auf der L17, nur ein paar Kilometer weiter. Wer zwischen Flatow und Kuhhorst zum Karolinenhof unterwegs ist, kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

Die Strecke ist noch schmaler, einige der Schlaglöcher gerade für Motorradfahrer lebensgefährlich, die Randbereiche dermaßen im Eimer, dass man quasi Anhalten muss, wenn Gegenverkehr kommt. Der größte Witz: Erlaubt sind Tempo 80! So schnell ist dort jedoch niemand unterwegs – höchstens lebensmüde oder Leute, die es nicht stört, wenn ihr Auto nach dem Befahren der Strecke in die Werkstatt muss.

Für Reparaturen ist kein Geld, für einen Neubau schon mal gar nicht. Brandenburg und seine Landesstraßen – ein Trauerspiel.

aRTikel

Jahresrückblick 2014: Kremmen und Oberkrämer

Dienstag, den 23. Dezember 2014
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Um viele Baupläne gestritten: 2014 ist in der Region viel investiert, aber auch heftig diskutiert worden

MAZ Oranienburg, 23.12.2014

Gebaut, gefeiert, gestritten, gewählt, geholfen. Das sind die Stichworte für Kremmen und Oberkrämer im Jahr 2014. Vor allem Bauvorhaben sorgten immer wieder für Diskussionen und großen Ärger in der Region.

Bei den Kommunalwahlen im Mai blieben die BfO in Oberkrämer und die SPD in Kremmen stärkste Kraft, die NPD zog in beide Parlamente ein. Eichstädt, Groß-Ziethen und Staffelde haben neue Ortsvorsteher.

In Eichstädt ist im September die neue Sporthalle eröffnet worden. Die Gemeinde hat dafür mehr als 4,5 Millionen Euro bezahlt. Nun ist die Marwitzer Halle dran, doch die Sanierung wird sehr viel teurer als erwartet. Etwa 1,4 Millionen Euro stehen auf dem Plan. Grünes Licht gibt es für den Umbau der alten Schule in Vehlefanz zum Seniorenzentrum. Nahe des Kreisels in Schwante ist ebenfalls eines gebaut worden. Die Umbaupläne für das Klubhaus am Kremmener Marktplatz liegen dagegen auf Eis, nachdem sich der Investor unter anderem aus Kostengründen wieder zurückgezogen hatte.

Um andere Baumaßnahmen gab es 2014 ordentlich Zoff. Weil entlang der Straße des Friedens in Flatow ein Gehweg gebaut werden sollte, war es dahin mit dem Frieden. Die Flatower stritten um das Für und Wider. Im Spätherbst begann dann doch der Bau.

Gleich zweimal wurden die Bewohner der Lindensiedlung in Schwante ausgesperrt. Wegen Pflasterarbeiten und weil die Brücke über dem Hörstegraben neu gebaut wird, kamen sie nicht von der Stelle. Der Ärger war groß. Und, apropos Hörstegraben: Der Bau zieht sich, als ob dort ein Megabauwerk entsteht – bis 2015.

Zoff gab es im März auch um die Hundepension in Hohenbruch. Ex-Mitarbeiterinnen hatten im RBB-Magazin „Klartext“ von körperlicher Gewalt gegenüber Tieren berichtet, von zu engen Zwingern, zu wenig Auslauf und schlechter Pflege. Ralf Hewelcke, der Chef der Pension, bestritt diese Aussagen vehement.

Im Großen und Ganzen zugegeben hat ein Mann aus Charlottenau vor dem Amtsgericht Oranienburg, dass er zwei polnische Erntehelfer geschlagen und getreten hat. Er und seine Söhne hatten die Männer für Einbrecher gehalten.

Eine Welle der Hilfsbereitschaft ging dagegen durch die Region, nachdem im August am Kremmener Marktplatz eine Wohnung ausgebrannt war. Die Leute spendeten äußerst großzügig.

Ach ja, und gefeiert wurde natürlich auch. Höhepunkt: Zum Kreiserntefest nach Schwante kamen tausende Menschen.

RTelenovela

Stau auf der A24, aber eigentlich ist nichts los

Donnerstag, den 21. August 2014
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Wer am Sonntag aus Richtung Norden nach Berlin möchte, erlebt die Autobahnhölle. Dichter Verkehr auf der A 19, Staus auf der A 24. Tag im Eimer.
Das wollte ich umgehen. Deshalb musste ich mich entscheiden: Entweder verbringe ich den Tag bis zum Abend in und um Bützow in Mecklenburg-Vorpommern, wo ich wegen einer Hochzeit war. Oder ich machte mich bereits am Morgen auf den Weg. Ich entschied mich für Ersteres.

Wichtigster Begleiter auf der Fahrt nach Hause ist der Verkehrsfunk im Radio. Die Ostseewelle hatte allerdings noch nichts zu melden. Freie Fahrt, und tatsächlich war die A19 noch relativ frei.
Ich erreichte das Dreieck Wittstock und die A24 und schon nahm der Verkehr schlagartig zu. Mehr als Tempo 80 war nicht mehr drin. Was da wohl noch kommen mag? Verkehrsfunk auf radioeins: Nichts. Nur ein liegengebliebener Lkw.

Erster Stillstand bei Neuruppin. Direkt hinter der Abfahrt. Ursprünglich war Plan B, dass ich die Autobahn verlasse, wenn der Verkehrsfunk Stau meldet. Von Neuruppin aus wäre das kein Problem gewesen.
Zum Glück löste sich der Knoten noch mal. Aber ab Linum wurde es dann richtig zähflüssig. Und dann: Totaler Stillstand in Höhe Flatow, kurz vor der Abfahrt Kremmen.

Und der Verkehrsfunk? Still ruht der See, ein Stau irgendwo in Berlin. Dabei war das komplette Dreieck Havelland dicht. Die Überfahrt von der A10 zur A24 war ein einziger Stillstand, und in der Gegenrichtung ebenfalls.
Wozu haben wir die moderne Überwachungstechnik, wenn selbst schon stattfindende Staus nicht weitergegeben werden können? Warum meldet die Polizei stattdessen offenbar den Zustand von vor einer Stunde? Wieso ist das System so lahmarschig?

aRTikel

Berliner Gäste strömten in die Region

Montag, den 2. Juni 2014
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„48 Stunden Kremmen“: Busse waren zwischen Sommerfeld, Flatow, Schwante, Vehlefanz und Velten unterwegs

MAZ Oranienburg, 2.6.2014

KREMMEN/OBERKRÄMER
Eva-Maria Otto wirft noch mal einen Blick in ihren Flyer. „Mir gefällt das alles sehr gut hier“, sagt sie. Sie ist aus dem Berliner Bezirk Friedrichshain zur Schmiede nach Schwante gekommen und hat sich mit dem Schmied Dieter Blumberg unterhalten. Als nächstes möchte sie zur Mühle nach Vehlefanz. Auch in der Kirche in Flatow war sie bereits. „Die fand ich sehr schön“, sagt sie und lächelt. Und überhaupt, sie werde noch mal wiederkommen, um sich das Schloss in Groß-Ziethen anzusehen.

Die von der Stadt Kremmen und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) initiierte Aktion „48 Stunden Kremmen“ führte Eva-Maria Otto in die Region. Mit dem Regionalexpress kam sie nach Kremmen. Am dortigen Bahnhof starteten zwei Buslinien. Eine führte nach Sommerfeld, die andere über Flatow, Staffelde, Groß-Ziethen, Schwante und Vehlefanz zum Veltener Ofenmuseum. Besonders am Sonnabendvormittag strömten die Menschen aus den Zügen in die Busse. „Wir dachten, das verteilt sich mehr“, sagte Charlott-Luise Stolzenberg, in Kremmen verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit. Sie zählte allein am ersten Vormittag schon mehr als 700 Gäste, bis zum Sonnabendnachmittag seien es etwa 1200 gewesen. Am Sonntag lag die Zahl etwas niedriger. „Für uns ist das ein großer Erfolg“, so Stolzenberg.

Albert Kleye von den „Freunden der Kulturschmiede“ in Schwante war am Sonnabend überrascht vom Zuspruch. „Wir wussten ja gar nicht so genau, was da auf uns zukommt.“ Für die Vereinsmitglieder war das Wochenende mit großem Aufwand verbunden, „aber wir machen das ja gern.“ Für die Schmiede sind solche Aktionstage aber wichtig. „Es kommt immer wieder vor, dass Berliner erneut zu uns kommen und uns ansprechen“, so Kleye.

An der Mühle in Vehlefanz ist am Wochenende extra eine Sonderhaltestelle für die Busse eingerichtet worden. „Die Gäste aus Berlin wollen vor allem Historisches über die Mühle wissen“, erzählte Hartmut Müller vom Vehlefanzer Heimatverein.
Auch Sigrun Franke aus Berlin-Spandau sah sich am Sonnabendnachmittag dort um. „Ich bin von Schwante aus den Mühleseeweg entlang gewandert“, erzählte sie. „Das war wunderschön.“ Sie findet es gut, dass die Dorfbewohner bei der Aktion mitgemacht, Kuchen gebacken und Auskünfte erteilt haben. Bislang kannte sie die Region noch nicht, wollte aber unbedingt wiederkommen. „Die Felder, die Wiesen, der Wald und zwischendurch die Alleen – herrlich!“

Ein wenig Kritik ist aber auch laut geworden. Insbesondere am Sonnabendvormittag waren die Busse unpünktlich und überfüllt. Irritationen gab es, weil das Schloss in Groß-Ziethen nur am gestrigen Sonntag an der Aktion teilnahm und die Kirche in Staffelde erst am Nachmittag öffnete.
„Das ist allerdings eine sehr schöne Kirche“, so Ingrid Brose. Sie war aus Berlin-Marienfelde nach Staffelde gekommen. „Sie ist schlicht, aber alles ist so schön und liebevoll restauriert, das gefällt mir.“
Ein paar Kilometer weiter, in Flatow, sieht sich Irene Böhm aus Nieder Neuendorf mit ihrem Enkel Niklas die Kirche an. „Die lebt, die Kirche“, sagt sie. „Hier wird das Alte mit dem Neuen sehr gut verbunden.“ Karlheinz Sandow vom Gemeindekirchenrat führte Irene Böhm herum. „Wir freuen uns, wenn wir den Gästen unser Haus zeigen können“, sagte er.

Viele der Gäste am Sonnabend sagten, dass sie am Sonntag noch mal wiederkommen wollen. Diese Beobachtung hat Charlott-Luise Stolzenberg gemacht: „Wir haben einige schon bekannte Gesichter wiederentdeckt“, sagte sie gestern Nachmittag.

aRTikel

„Das Tatütata fand ich toll“

Montag, den 26. Mai 2014
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Oliver Fritz (33) aus Kremmen ist seit 1991 Mitglied der freiwilligen Feuerwehr. Schon als Kind fand er das spannend.

MAZ Oranienburg, 26.5.2014

KREMMEN
Seit 22 Jahren ist Oliver Fritz Mitglied der freiwilligen Feuerwehr in Kremmen. Der 33-Jährige ist Ortswehrführer und für seine Kollegen einer der Hauptansprechpartner. Ansonsten arbeitet er als Servicemonteur in Berlin.

Blitz und Donner über Kremmen. Macht Sie das nervös?
Oliver Fritz: Es gibt gewisse Wetterlagen, da herrscht schon mehr Anspannung als sonst.

Als Feuerwehrmann ist man aber permanent in Einsatzbereitschaft, oder? Gibt es da so eine ständige Grundnervosität?
Fritz: Wenn es ewig nicht gepiept hat, dann ist klar, dass es nicht mehr lange bis zum nächsten Einsatz dauern kann. Wir müssen etwa 150-mal im Jahr raus. Aber so eine Grundnervosität habe ich eigentlich nicht. Außer vielleicht Silvester.

Wie kamen Sie denn damals zur Feuerwehr?
Fritz: Generell hat mich das schon immer interessiert. Ich war mal zum „Tag der offenen Tür“ dort. Das Drumherum, das Tatütata, die großen Autos, die Sirenen, das fand ich toll. Ich bin dann zur Jugendfeuerwehr gegangen.

Was macht man da so?
Fritz: Schläuche rollen. Das war das Erste, was wir damals gemacht haben. Hat aber Spaß gemacht, auch, mit den anderen zusammen zu sein. Wir wurden dann immer mehr an die eigentlichen Arbeiten der Feuerwehr herangeführt.

Und dann haben Sie sich endgültig entschieden: Ich werde Feuerwehrmann!
Fritz: Ja! Damals hatte ich mehrere Hobbys. Fußball, angeln und die Feuerwehr. Letzteres war am interessantesten. Auch ein großer Teil meines Freundeskreises war dabei.

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Einsatz?
Fritz: Das war ein Kornfeldbrand bei Sommerfeld. Ich war 16 oder 17 Jahre alt. Feldbrände können wegen des Windes ziemlich gefährlich sein, und wir sind ganz schön gerannt. Aber nach einer guten Stunde war alles gelöscht.

Wissen Sie vorher, was Sie erwartet, wenn Sie zum Einsatz fahren?
Fritz: Größtenteils ja. Wir bekommen eine Art Kurzmitteilung auf den Pieper und haben auch ein Alarmfax. Wobei die Sache dann vor Ort meist doch noch ein bisschen anders ist.

Gab es spektakuläre Einsätze, an die Sie sich erinnern?
Fritz: Na ja, was heißt spektakulär? Uns hat mal jemand angerufen und gesagt, dass da eine Schlange sei, die war ihm nicht geheuer. War dann aber doch nur eine harmlose Ringelnatter.

Andere Einsätze sind sicherlich nicht so harmlos.
Fritz: Wir haben einen Autobahnabschnitt, für den wir zuständig sind. Gerade in den 90ern gab es dort viele schwere Unfälle.

Werden Sie mental darauf vorbereitet?
Fritz: Eigentlich nicht. Bei schlimmen Unfällen, frage ich meine Kameraden vorher, ob sie gewisse Dinge sehen können. Ich will nicht, dass auch meine Kollegen zu Schockpatienten werden. In Amalienfelde ist mal ein Auto gegen einen Baum gefahren, der Fahrer war tot. Das war nicht schön anzusehen. Da werden gerade relativ junge Kameraden ins kalte Wasser geworfen. Einen toten Menschen zu sehen, ist eine schwierige Erfahrung. Bei vielen wird da eine Grenze überschritten.

Wie kommt man damit klar?
Fritz: Wichtig ist es, danach darüber zu reden. Als Ortswehrführer muss ich ein Auge auf die anderen haben. Ich bin die Mutti für alles.

Welche Einsätze sind außerdem noch nervenzehrend?
Fritz: Die Brandserie im Herbst 2012 in Flatow war schlimm. Vor allem, weil das fast immer Großbrände waren. Gab es da Alarm, wussten wir, das wird eine lange Nacht.

Und als der Verdacht aufkam, dass es ein Feuerwehrmann sein könnte …
Fritz: … kam Unmut auf. So was will kein Wehrführer erleben, das kann aber niemand verhindern. So was droht aber, eine ganze Feuerwehr runterzuziehen.

Wenn Sie am Tage in Berlin arbeiten, sind Sie aber nicht erreichbar, oder?
Fritz: Das stimmt. Aber in der Regel sind bei Alarmen am Tag neun bis zehn Kameraden einsatzbereit. Wenn ich mal eine Woche an die Ostsee fahre, dann ist das natürlich auch abgesprochen.

Könne Sie die Jugend für Ihre Arbeit begeistern?
Fritz: Relativ schwierig. Aber es ist gut, dass wir „Tage der offenen Tür“ veranstalten. Die Konkurrenz ist größer geworden. Schule, Fußball, es ist weniger Zeit übrig. Da müssen wir am Ball bleiben. Deshalb bieten wir Jugendlager, Ausflüge oder Technikkurse an.

Bei der Feuerwehr arbeiten Sie mit Ihren Kameraden. Was macht Kameradschaft aus?
Fritz: Wir sind schon ein eingeschworener Haufen. Es muss sich jeder auf jeden verlassen können.

aRTikel

Warmer Tunnel für den Spargel

Freitag, den 21. Februar 2014
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Das Wetter ist günstig: Vorbereitungen für die Ernte rund um Kremmen laufen bereits

MAZ Oranienburg, 21.2.2014

KREMMEN
Das warme Wetter der vergangenen Wochen sorgt dafür, dass der Spargel schneller wächst. Schon jetzt herrscht auf den Feldern rund um Kremmen Hochbetrieb. „Wir sind ungefähr zehn Tage früher dran als normalerweise“, erzählte gestern Malte Voigts, der Geschäftsführer des Spargelhofes in Kremmen.

Auf einem Feld in der Nähe von Flatow sind am Vormittag bereits die Erntehelfer unterwegs gewesen, um sogenannte Minitunnel anzulegen. „Sie wirken wie ein Gewächshaus“, so Malte Voigts. Schon im vergangenen Dezember sind die Spargelhügel mit schwarzen Folien belegt worden, sie sollen die Sonnenwärme in die Erde leiten. Über diese Folien wird nun eine weitere Klarsichtfolie gespannt. Befestigt wird sie einerseits mit Sand, andererseits durch darüber aufgestellte Stahlbügel.
Somit kann sich zwischen der Klarsichtfolie und dem Hügel ein Luftpolster bilden. „Unabhängig von der Außentemperatur können in dem Tunnel Werte von 28 Grad erreicht werden“, erzählt der Spargelhof-Geschäftsführer. Der Vorteil: Der Spargel könne an diesen Stellen zwei Wochen früher als normalerweise geernet werden. Falls es allerdings wieder Frost gibt, sind die Bemühungen hinfällig. „Bei extremer Kälte nützt das nichts“, so Voigts. Die Meteorologen rechnen allerdings nicht mehr damit, dass es noch mal einen Wintereinbruch gibt. Deshalb meint Voigts, dass Ende März die Ernte beginnt. „Für uns ist das momentane Wetter fast ideal“, sagte er gestern. Ein bisschen mehr Sonne wünscht er sich allerdings schon noch. „Hauptsache kein Schnee!“

Ganz anders ist die Situation auf der Belafarm in Beetz. Dort haben die Vorbereitungen noch nicht begonnen. „Wir fangen erst im März so richtig an“, sagte gestern Nachmittag Kristin Gansewig, die Assistentin der Belafarm-Geschäftsführung in einem MAZ-Gespräch. Der Spargel nimmt in dem Unternehmen eine Fläche von 20 Hektar ein. „Bei uns ist er eher ein Nebenprodukt“, so Gansewig weiter. „Wir bauen ihn nicht so intensiv an.“ Ein Credo bei der Belafarm sei es, den Spargel im natürlichen Fluss zu belassen, es werde also nicht besonders nachgeholfen, damit er schneller wächst. Gansewig rechnet damit, dass der BeetzerSpargelverkauf Ende April beginnt.
In einem Punkt ist sich Kristin Gansewig sehr sicher: Der Markt für den Spargel in der Region ist gesättigt. „Neben den Beelitzern und den Kremmenern gibt es eigentlich kaum noch Platz“, sagte sie gestern.

Der Kremmener Spargelhof dagegen vergrößert sich weiter. Die Rhinland Agrar GmbH von Malte Voigts bewirtschaftet in diesem Jahr 200 Hektar mit Spargel. Das sind 30 Hektar mehr als im vergangenen Jahr. Eine Fläche bei Flatow sei neu dazugekommen. „Das ist dann aber auch unsere maximale Ausdehnung“, erklärt Voigts.
Seit Sommer 2008 wird rund um Kremmen der Spargel angebaut. Einige der Flächen werden bald ihre Altersgrenze erreichen. „Dann werden wir dort wieder Getreide anbauen“, kündigt Voigts an. Ein paar Jahre später könnten dort aber wieder Spargelhügel angelegt werden.
Auch personell wird sich der Spargelhof in diesem Jahr vergrößern. Auf 550 bis 600 Mitarbeiter soll der Betrieb im Frühjahr anwachsen. Das sind etwa 100 mehr als im Vorjahr. So soll nach Angaben des Geschäftsführers beispielsweise das Spargelrestaurant auf dem Hof personalintensiver werden. Ab April soll es erstmals parallel ein Restaurant im Zelt und eine Selbstbedienungstheke im Hofladen geben. Auch zehn weitere Verkaufsstände sollen in der Region hinzukommen. „Wir verkaufen inzwischen in einem Radius von 100 Kilometern“, sagte Malte Voigts gestern. Ein ganz besonderer Verkaufsstand entsteht auf demSpargelhof selbst: ein Drive-in. Das ist für Leute, die in Kremmen nicht extra vom Parkplatz zum Hofladen laufen wollen. „Wir bauen eine kleine Blockhütte auf, dort wollen wir dann auch Spargel verkaufen.“

Ebenfalls neu ist, dass in diesem Jahr Heidelbeeren in Kremmen angebaut werden sollen. Auch dafür sucht Voigts Mitarbeiter. Momentan laufen die Ausschreibungen für die Jobs in Kremmen. „Ich habe ein paar Bedenken, dass wir alle Stellen besetzen können, aber bisher haben wir das in jedem Jahr geschafft.“
Falls wettermäßig nichts dazwischenkommt, beginnt mit der Spargelernte in Kremmen auch der Publikumsbetrieb auf dem Spargelhof. Zu Ostern, am Sonnabend, 19. April, ist die offizielle Saisoneröffnung geplant. Dann findet auch ein Kunst-, Handwerker- und Trödelmarkt statt.

aRTikel

Im Dienste Gottes

Dienstag, den 10. Dezember 2013
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Karlheinz Sandow kümmerte sich mehr als 40 Jahre lang um das kirchliche Leben in Flatow

MAZ Oranienburg, 10.12.2013

FLATOW
Ab jetzt ist mehr Zeit für den Garten. „Da ist viel zu tun“, sagt Karlheinz Sandow. Der 72-jährige Flatower gehörte vier Jahrzehnte lang zum Gemeindekirchenrat des Dorfes, für 14 Jahre leitete er das Gremium. Nun hat er das Amt aufgegeben, Natja Guse ist seine Nachfolgerin.

Die evangelische Kirche in Flatow ist für Karlheinz Sandow ein Stück Heimat. „Ich bin dort getauft worden, dort fand meine Konfirmationen statt, ich habe dort geheiratet“, erzählt er. Dennoch: Jetzt, mit 72, wollte er kürzertreten. „Vieles fällt einem doch inzwischen schwerer“, sagt er. Außerdem wollte er dem Nachwuchs im Gemeindekirchenrat eine Chance geben.
Das Gremium verwaltet das kirchliche Leben im Dorf. Es ist zuständig für die Finanzen, aber auch dafür, dass zum Gottesdienst Blumen vorhanden sind. „Die Mitglieder sammeln auch die Kollekte ein.“
Alle zwei bis drei Wochen finden in Flatow Gottesdienste statt. „Unsere Pfarrer ist für sechs Dörfer zuständig, da geht das nicht mehr öfter“, sagt Karlheinz Sandow. Meistens kommen ein Dutzend Menschen, selten 40. „Wenn eine Taufe ansteht, kommen natürlich mehr.“

In Grünefeld absolvierte der Flatower eine Malerlehre, danach arbeitete er zwei Jahre lang in West-Berlin. Nach dem Mauerbau wechselte er in einen Kremmener Dienstleistungsbetrieb. 1983 sprach ihn die damalige Flatower Pastorin an, ob er als Kirchenmaler arbeiten möchte. „Ich sagte zu, und es gab auch reichlich zu tun, das war gar nicht zu schaffen“, erzählt Karlheinz Sandow. Er arbeitete in 22 Kirchen in der Region, half beim Renovieren und Restaurieren. „Eine der schönsten Kirchen war in dieser Zeit die in Fehrbellin“, erinnert er sich. Inzwischen ist er in Rente gegangen.

Gebete spielen eine große Rolle im Leben der Sandows. „Wir knien uns nicht jeden Tag nieder“, sagt er, „aber ein Abendgebet und ein Dankeswort müssen drin sein.“ Ganz raushalten aus der Kirchenarbeit will er sich auch weiterhin nicht. „Meine Meinung kann ich immer äußern, aber die Beschlüsse zieht der neue Gemeindekirchenrat“, sagt er und schmunzelt. Er ist froh, dass die Sanierung des Kirchengebäudes weitgehend abgeschlossen ist. „Es fehlen noch Kleinigkeiten, wie zum Beispiel ein neuer Schaukasten.“
Letzterer würde auch den Pilgern weiterhelfen, die ab und durch Flatow laufen. Das Dorf liegt nämlich am Pilgerweg Berlin – Bad Wilsnack. „Sie können im Gemeindehaus übernachten, und darum musste ich mich auch kümmern“, so der 72-Jährige. Eine Aufgabe, die er immer gern übernahm, so konnte er viele Menschen kennenlernen.

Seit einer Woche hat Karlheinz Sandow frei. Trotzdem: „Eine Pause habe ich bis jetzt noch nicht gehabt.“ Schließlich muss auch noch das Eichenlaub im Garten zusammengefegt werden.