KeineWochenShow

#222 – Corostern II

Sonntag, den 4. April 2021
Tags: , ,

Seit mehr als einem Jahr begleiten wir in KeineWochenShow die Coronakrise. In dieser Zeit haben wir einst über den ersten Coronatest gesprochen, Anfang dieses Jahres hatten wir ein Gespräch zur ersten Corona-Impfung. Wir haben gezeigt, wie der Schnelltest in Lehnitz funktioniert, und nun zeigen wir in der Sendung auch, wie man einen Selbsttest macht.
Aber ehrlich gesagt, warten wir auf die Sendung, wo wir das Ende der Krise verkünden und feiern können. Nun feiern wir schon das zweite Corostern. Wie schon 2020 sind wir auch 2021 in einem Lockdown.

In unserer Oster-Ausgabe zeigen wir auch den Osterbrunnen, den es neuerdings in Kremmen gibt. Wir sprechen wir die #NichtSelbstverständlich-Aktion von Joko und Klaas zur Pflegebranche.
Das und mehr in KeineWochenShow #222 auf Youtube. Frohe Ostern!

Hits: 149

KeineWochenShow

#221 – Cliffhanger

Sonntag, den 28. März 2021
Tags: , ,

Es ist nun schon wieder ein Jahr her, dass im Ersten die letzte Folge der “Lindenstraße” gesendet worden ist. Aus diesem Anlass gedenken wir der Serie und ihren kultigen Cliffhangern! Weshalb der Anfang und das Ende der Sendung diesmal auch etwas anders aussehen.
Allerdings, und das könnte dich jetzt überraschen: Die “Lindenstraße” geht weiter. Dazu gibt es ein Interview mit dem Berliner Jörg Frisch, der damit maßgeblich zu tun hat.

Außerdem reden wir uns unseren Frust von der Seele. Über die nicht mehr nachvollziehbaren Regelungen der Regierenden rund um die Coronakrise. Es geht um den traurigen Bohlen-Abgang bei RTL, um Jan Hofer, der doch noch keinen Bock auf Rente hat und um Kurt Krömer, der ein tolles Gespräch über Depressionen führte. Und es geht darum, wie es sein kann, auf der Berliner Karl-Marx-Allee zu spazieren und gleichzeitig auf dem Ku’damm zu sein.

Dazu wieder ein CD-Tipp, ein Bier und mehr in KeineWochenShow #221 auf Youtube!

Hits: 190

aRTikel

Die „Lindenstraße“ geht weiter

Samstag, den 27. März 2021
Tags: , , ,

Der Berliner Jörg Frisch (39) setzt seit einem Jahr in seinem Blog die alten Geschichten fort

MAZ, 27.3.2021

Berlin.
Die „Lindenstraße“ geht weiter. Zwar lief am 29. März 2020, also vor ziemlich genau einem Jahr, im Ersten die letzte Folge. Aber eigentlich war sie nie zu Ende. Zumindest wenn man Jörg Frisch und seinen Blog „Lindenstraße 2.0“ auf www.frischikowski.com im Internet kennt.
Denn der 39-Jährige aus Berlin schreibt seit einem Jahr die ehemalige ARD-Serie Woche für Woche weiter. Am Sonntag veröffentlicht er Folge 1810, es ist die 52., die Jörg Frisch geschrieben hat. Dann werden die Fans wissen wollen, ob Gaby und Andy Zenker wirklich die Senioren-WG von Helga Beimer und damit die Lindenstraße verlassen wollen.

„Ich habe die Lindenstraße seit frühester Kindheit geschaut“, erzählt Jörg Frisch. Anfangs schaute er mit seiner Oma. Nachdem sie 1990 gestorben war, blieb er dran. „Ich habe weitergeguckt.“ Er mochte das Alltägliche. „Durchs Schlüsselloch schauen.“
Aber auch die Aufreger. Wie der, als Klaus Beimer in die Naziszene abrutschte oder als eine ganze Folge im sächsischen Borna spielte. „Else Kling habe ich geliebt.“ Beeindruckend sei gewesen, dass es schon 1986 in der Serie ein Coming Out gegeben habe. „Das war einprägsamer als später der erste Männerkuss.“
Doch die Zuschauerzahlen sanken. Im Herbst 2018 verkündete die ARD das Aus der Serie Ende März 2020. „Ich konnte es nicht glauben und erst mal gar nicht einordnen“, sagt Jörg Frisch. Er saß gerade auf dem Flughafen, als die Eilmeldung gekommen war. „Ich habe geglaubt: Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, und ich hätte nicht gedacht, dass die das wirklich durchziehen.“
Er hält die Absetzung der Serie, die fast 35 Jahre lang sonntags lief, nach wie vor für einen Fehler. „Die Serie hatte ein Alleinstellungsmerkmal, sie zeigte den Alltag in Deutschland, und das über eine so lange Laufzeit.“ Eine andere Form des Bildungsfernsehens.

Am 29. März 2020 hatte er sich mit Freunden getroffen. „Wir haben uns Highlight-Folgen angesehen, die Abschiedsdoku und dann die letzte Folge. Ich war schon enttäuscht und traurig.“ Allerdings: Zu dem Zeitpunkt wusste er schon, „dass ich weitermache“. Schon im Dezember 2019 war in ihm die Idee gereift. „Ich habe überlegt: Wie fängst du an?“ Bis kurz vor der letzten Folge habe er abgewartet, wie sich die Geschichten in der Serie entwickeln. „Ich wollte ja keinen Quatsch schreiben.“
Er legte sich Dateien an. In einer stehen die Feiertage und die Geburts- und Hochzeitstage der Lindenstraßen-Bewohner. In einer weiteren, wann eine Figur das letzte Mal vorgekommen ist. In einer dritten Datei entwickelt er den aktuellen Handlungsbogen, „wo ich schreibe, was wann passiert.“ Eine Woche nach der letzten Fernsehausstrahlung erschien Jörg Frischs erstes Kapitel, die eigentliche Folge 1759, im Internet. Jetzt gerade plant er bereits, was im Oktober 2021 passieren wird.
In der Regel schreibt er drei bis vier Wochen im Voraus. Wie in der wahren Serie gibt es jede Woche drei Handlungsstränge. Eine Folge besteht meist aus acht eng beschriebenen Seiten. „Kurz vor der Veröffentlichung schicke ich den Text an Freunde, zur Korrektur.“ Und natürlich gibt es – wie einst in der Serie – Aktualisierungen, wenn es nötig ist. Durch das Coronavirus ist das nötig – denn das wirbelt auch seine Geschichte ordentlich durcheinander.
Zum 35. Jubiläum im Dezember 2020 sollten Iffi Zenker und Roland Landmann im „Akropolis“ heiraten, und dafür sollten auch lange nicht gesehene Familienmitglieder zurückkehren – Corona machte das unmöglich. „Ich war so stolz auf die Folge“, sagt Jörg Frisch. Er musste sie umschreiben und eine Onlinehochzeit draus machen. Mit Jamal, einem Krankenpfleger, der einst als Flüchtling in die Lindenstraße kam, gab es im Sommer 2020 auch einen Corona-Toten.

Tatsächlich werden sich Fans der Serie in Jörg Frischs Texten sehr zu Hause fühlen. Wer die Geschichten der Serie in seinem Blog verfolgt, hat tatsächlich das Gefühl, dass die Handlung normal weitergeht. Die Texte lesen sich recht professionell, die Dialoge werden die Serienkenner beim Lesen in den Ohren haben.
Das bloße Schreiben einer Folge dauere um die zwei Stunden. „Ich habe da gewisse Momente. Andererseits schreibe ich mal drei Wochen gar nichts oder an einem Tag drei Folgen. Um die 400 Leser haben die Lindenstraße-Folgen auf seinem Blog. „Das ist okay, mehr wären natürlich immer nett“, so der Berliner, der eigentlich als Flugbegleiter arbeitet.

Vom WDR und den Produzenten der „Lindenstraße“, Hannah und Hans W. Geißendörfer, hat er bislang kein Feedback bekommen. „Ich habe sie mehrfach angeschrieben, auch einige Darsteller.“ Das einzige, was klar war, ist, dass er mit seinem Blog und der „Lindenstraße 2.0“ kein Geld verdienen darf. „Das will ich auch gar nicht“, so Jörg Frisch.

Als die „Lindenstraße“ 1985 gestartet war, wusste keiner, wie lange sie gehen würde. Das ist jetzt bei Jörg Frisch auch so. „Mal sehen“, sagt er. „Ich habe schon ein paarmal gedacht, ich höre auf.“ Aber er will weiter Woche für Woche seine Fans bedienen. „Mit Carsten Flöter habe ich noch ein paar Ideen.“ Auch rund um Lisa und Murat werde es turbulent. Ein Jahr nach dem Fernseh-Aus ist die „Lindenstraße“ also noch lange nicht tot – sie lebt aber eben nur noch in Schriftform.

Der Blog „Lindenstraße 2.0“ auf www.frischikowski.com.

Hits: 126

RTelenovela

Sprung ins Jahr 1931: Der Kudamm an der Karl-Marx-Allee

Freitag, den 26. März 2021
Tags: ,

90 Jahre zurück. Und das nur, in dem ich die Straßenseite überquere.
An der Litfasssäule klebt ein Plakat, das auf den Theaterball 1931 hinweist. Direkt darunter wirbt die KPD für sich, sie mische sich in die Angelegenheiten der Erwerbslosen ein. Und es findet ein großes Neujahrskonzert statt – am 1. Januar am Kurfürstendamm.
Ich laufe weiter, an der “Blauen Auster” vorbei bis zum Hotel “Excelsior am Kurfürstendamm”.

Ich bin also im Jahre 1931 auf dem Kurfürstendamm.
Aber eigentlich bin ich im Jahre 2021 auf der Karl-Marx-Allee.

Ich bin in eine Filmkulisse geraten. Am Wochenende werden auf der Karl-Marx-Allee Szenen für die 4. Staffel von “Babylon Berlin” gedreht. Die Vorbereitungen laufen schon. Auf dem breiten Gehweg sind mehrere Litfasssäulen aufgestellt worden mit Plakaten von 1931. Mehrere Geschäfte im Untergeschoss sind außen umgebaut worden: ein Kudamm-Hotel, ein Club und mehr. Ein seltsamer Informations-Automat steht ebenso für die Serie dort wie auch neu beklebte Stromkästen.

Die Anwohner sind schon mal auf die Dreharbeiten hingewiesen worden. Vermutlich müssen sie ihre Häuser am Wochenende über die Hinterausgänge verlassen.
Aber dass die ostige Karl-Marx-Allee plötzlich der West-Berliner Kurfürstendamm sein soll – na ja, die werden das kameratechnisch schon hinbekommen…
Demnächst auf Sky und irgendwann danach im Ersten.

Hits: 157

RTelenovela

25 Jahre RT Zapper

Sonntag, den 28. Februar 2021
Tags: ,

Ein Vierteljahrhundert! So lange beobachte (das eigentlich schon viel länger) und schreibe ich über die Medienlandschaft in Deutschland. Am 28. Februar 1996 erschien meine erste Medienkolumne – das ist nun 25 Jahre her. Die Geschichte dahinter habe ich hier schon aufgeschrieben.

Gefeiert werden kann wegen der Pandemie nicht im großen Kreis. Stattdessen findet die Party auf Youtube statt. Die Youtube-Seite hat einen neuen Namen, und RT Zapper ist nun Teil einer Dachmarke. Und am Jubiläumstag gibt es um 18.30 Uhr eine Lesung mit einem Best of. Vielleicht ist ja im Sommer darüber hinaus was möglich.

5243 Beiträge sind seit Ende Februar 1996 in der “RT Zapper”-Reihe erschienen. Vor fünf Jahren waren es 3730 – das heißt, in fünf Jahren kamen 1513 dazu. Erst privat, dann in der Tageszeitung, später im Blog, zeitweise zusätzlich im Wochenblatt. Inzwischen gibt es hin und wieder Lesungen auf Youtube.

2021 ist die Kolumne politischer, es gibt weniger Trash, weil ich den kaum noch einschalte, und die Streamingdienste spielen eine größere Rolle. In der Pandemie-Zeit ist es spannend zu sehen, wie das Fernsehen auf verschiedene Situation reagiert (hat). Und wenn man sich Beiträge aus den Jahren 2000 bis 2010 ansieht, war die Zeit scheinbar eine ganz andere, irgendwie wahnsinniger. Davon wird übrigens auch die 25-Jahre-Lesung handeln.

Hits: 144

RTelenovela

Neu: Funk & Zapper

Samstag, den 27. Februar 2021
Tags: ,

Darf ich vorstellen? FUNK & ZAPPER!
Am Sonnabend um 19.30 Uhr auf startet auf meinem Youtube-Kanal “Zapper Infotainment” das dritte regelmäßige Format. In “Funk & Zapper” geht es immer am letzten Wochenende des Monats eine halbe Stunde lang um Serien, Dokus, Filme und Nostagie-Fernsehen.

Das Ganze funktioniert so: Susi und ich – Funk & Zapper – treffen sich und quatschen übers Fernsehen. In jeder Ausgabe darf sie ein Thema vorschlagen und ich auch. Hinzu kommt eine Nostalgie-Sendung, die jeder abwechselnd festlegen darf. Hinzu kommt je ein kurzer Tipp von uns. Ganz am Ende gibt es die Vorschau, wo wir uns gegenseitig sagen (und auch wirklich erst erfahren), was der andere jeweils für das nächste Mal vorschlägt.
Wir sprechen uns vorher nicht ab, wissen also nicht, was der denke über die Serie (oder was auch immer) denkt.

Susi ist nicht ganz neu auf dem Kanal. Im Frühjahr 2020 erzählte sie in “KeineWochenShow”, wie sie zum Coronatest musste, wo das alles noch recht neu war. Im Frühsommer 2020 war sie die Krankheitsvertretung für Thommi in “KeineWochenShow”. Zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit wirkte sie in einem “KeineWochenShow spezial” aus Berlin mit. Schon da war klar, dass wir gern ein eigenes Format machen wollen. So kommt es nun – wenn wir allerdings auch erst mal unsere “Zweitidee” umsetzen: das Quatschen über Serien.

In Folge 1 bringe ich die Dokureihe “BILD.Macht.Deutschland?” ein, von ihr kommt der jüngste Weimar-“Tatort: Der feine Geist”. In Sachen Nostalgie kommt von mir die ZDF-Rateshow “Die Pyramide”. Plus zwei Tipps und die Vorschau für Ende März.
Reaktionen sind gern gesehen. Hier oder am besten unter dem Video.

-> “Funk & Zapper” auf Youtube

Hits: 149

RT liest

Gerhard Specht: Zeuge der Wende – Das war mein Rias-TV

Sonntag, den 7. Februar 2021
Tags:

Es ist ein heute fast vergessenes Stück Mediengeschichte in Berlin und Brandenburg. Anfang Juli 1988 begann der Rias – der Rundfunk im amerikanischen Sektor – im damaligen West-Berlin mit einer Testsendung. Zu sehen war sie auf dem terrestrischen Kanal von Sat.1 in Berlin.
Nicht mal ganz vier Jahre war Rias-TV auf Sendung. Denn mit der Wende hatte sich der Rias überflüssig gemacht, und damit auch der Fernsehableger. 1992 wurde aus Rias-TV das Auslandsfernsehen Deutsche Welle.
Es gibt zu Rias-TV recht wenig Literatur, und der Autor Gerhard Specht holt das jetzt nach. Specht war von Anfang bis zum Ende des Senders Chef vom Dienst.
In seinem Buch “Zeuge der Wende – Das war mein Rias-TV” erzählt er über die Anfänge des Senders und vor allem über die Wendezeit und die Umbrüche in der DDR.

Specht berichtet darüber, dass es zu DDR-Zeiten für Rias-TV besonders schwer war, aus Ost-Berlin und dem Umland zu berichten. Das war eine der Hauptaufgaben des Senders – dem Fernsehen der DDR Paroli zu bieten und den DDR-Bürger die Infos zukommen zu lassen, die sie brauchen. Nur durfte Rias-TV im Osten nicht wirklich arbeiten.

Ob einem das Buch gefällt, hängt in diesem Fall vom Lesenden und seinen Interessen ab. Möchte er einen Rückblick auf die Wendezeit, eine Chronik 1989/90, dann ist er damit gut bedient. Interessiert ihn vor allem die selten erzählte Geschichte von Rias-TV, dann könnte er ein wenig enttäuscht werden. Denn der Autor kratzt an vielen Stellen leider nur an der Oberfläche. Dafür werden viele Seiten lang einfach nur die Wende-Chroniken aufgeschrieben. Es fehlt da oft an der engeren Verquickung der Erzählung der Wendezeit und dem Sender. Eine bloße Anreihung von Ereignissen hätte es da nicht gebraucht.
Recht spannend ist am Ende des Buches ein Interview mit dem damaligen Chefredakteur Wolfgang Krüger.
Das Ende des Senders wird im Buch leider recht schnell und erstaunlich lieblos abgehandelt. Da fehlt es ziemlich an Emotionen.
Da über die Wende eigentlich so ziemlich alles bekannt ist, wäre es schöner gewesen, doch noch etwas mehr in die Rias-TV-Geschichte einzugehen. Aber gut, dass es überhaupt mal getan worden ist.

Gerhard Specht: Zeuge der Wende – Das war mein Rias-TV
Omnino, 249 Seiten
6/10

Hits: 166