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Ein Hoch auf die Technik (49): Auto fährt allein

Mittwoch, den 11. Juli 2018
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(48) -> 2.6.2018

Was neue Technik angeht, bin ich ja meistens ein Skeptiker. Ich setze so lange auf das Alte, Herkömmliche, bis es das entweder nicht mehr gibt oder bis ich das Neue aufgezwungen bekomme.
Ich fahre bis heute einen Schaltwagen. Weil ich immer sage, dass ich ja im Auto noch ein bisschen was zu tun haben möchte. Da ist irgendwie immer noch was dran. Aber andererseits ist es auch immer schön, wenn ich leihweise doch mal ein Auto mit elektronischer Schaltung fahre.

In Schweden hatten wir auf unserer mehrtätigen Tour ein Auto mit elektronischer Schaltung und mit Tempomat.
Ach, war das herrlich!
Nicht nur, dass man nicht mehr schalten muss. Hat man erst mal das erlaubte Tempo erreicht, stellt man den Tempomat ein und muss sich um nichts mehr kümmern. Das Auto bremst dann, wenn davor ein anderes Auto bremst oder langsamer fährt. So kommt man sogar durch Ortschaften, ohne irgendwann selbst aktiv zu werden. Denn wird der Vordermann schneller, wird auch das Auto selbst wieder schneller – bis zu dem eingestellten Tempo.

Das Auto hatte sogar einen Spurassistenten. Man konnte also auch mal kurz (pssst) unaufmerksamer sein, und das Auto lenkt trotzdem. Selbst beim Überholen spürt man einen kurzen Widerstand beim Spurwechsel. Muss man sich auch erst mal dran gewöhnen.

Während ich also in meinem Auto meine Füße und die Hände im Einsatz habe, ist es beim gelegentlichen Elektronik-Schaltungsauto nur noch ein Fuß. Plus die Hände. Beim Leihwagen in Schweden konnte man mit den Füßen zur Autoradio-Musik mitwippen – denn zum Fahren brauchte man die Füße meist nicht. Und auch die Hände konnte man mal runter nehmen.

Würden alle Auto einen solchen Tempomat haben und auch benutzen, wäre das Fahren sicherlich viel ungefährlicher. Denn wenn alle wirklich gleich schnell sind, entstehen weniger Staus und keine gefährlichen Überholsituationen mehr. Aber so weit wird es dann doch nicht kommen…

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29k oder: 40

Sonntag, den 1. Juli 2018
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40.
Ich fühle mich nicht anders als 39, aber dennoch steht sie nun da: die 40. Das ist deshalb so unfassbar, weil ich mich nicht im Geringsten so fühle wie 40. Mit 40 kann man nicht mehr sagen, dass man ja noch zu den Jungen gehört. Mit 40 ist man dann doch schon ziemlich… na ja, schon ziemlich alt. Da ist nichts zu beschönigen.

Es gibt ja immer mal wieder Tage, an denen man mit sich hadert. An denen man irgendwie unzufrieden ist. Dann aber kommt der Tag der Geburtstagsfeier. Da packt dann die Familie mit an, wenn es darum geht, die Location vorzubereiten. Da kommen dann die Freunde, um gemeinsam mit mir, diesen “schweren” Tag zu begehen. Einige haben sich vorher abgesprochen und mir zusammen ein tolles Geschenk überreicht, andere haben sich ebenfalls Gedanken gemacht.
Das hat mich gerührt und vor allem sehr gefreut.

Es gibt ja Menschen, die ihren Geburtstag nicht feiern wollen. Dabei ist es eigentlich sehr schön, einmal im Jahr zu versuchen, alle seine Lieben um sich zu scharen.
Deshalb bin ich dankbar – allen, die dabei waren und auch allen, die ansonsten rund um den runden Geburtstag an mich gedacht haben.

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Ausmisten

Samstag, den 21. April 2018
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Irgendwann muss man sich trennen. Da kommt der Moment, wo man sagt: Nein, jetzt ist Schluss!
Wenn zum Beispiel der Klamottenschrank dermaßen überquillt, dass man eigentlich gar nicht in den Laden zu gehen braucht, weil eh kein Platz mehr ist. Aber dann schafft man eben mal Platz, und der Frühjahr ist die beste Zeit, um mal auszumisten.

Nachdem neulich schon die Kassetten dran glauben mussten (na gut, die fristen ihr Gnadenbrot im Keller), ging’s also diesmal an die Klamotten.
Dieses schöne T-Shirt, das ich mal geschenkt bekommen habe, selbst bemalt. Wegschmeißen? Kann man doch nicht, war doch ein Geschenk! Andererseits, es ist blass geworden, der Stoff nicht mehr schön. Also dann doch weg!
Und dann dieses tolle Shirt, das ich in New York gekauft habe. Erinnerungen! Aber andererseits ziehe ich es nicht mehr an. Also dann doch weg!
Dieser Pullover! In Blau, und es war mal ein schönes Blau. Wie gesagt: war. Und auch schon lange nicht an gehabt, und der Stoff ist auch hinüber. Also weg damit.

Letztlich war es doch ein sehr ordentlicher Stapel, der ausgemustert worden ist. Im Schrank war plötzlich wieder ein bisschen Platz, und der Gang zum C&A hatte wieder einen Sinn.

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Heiligabend, 18 Uhr

Montag, den 25. Dezember 2017
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Um kurz vor 18 Uhr fahre ich am Heiligabend zur Familienbescherung. Wenn ich das Auto vor der Garage parke und aussteige, dann höre ich die Oranienburger Kirchenglocken läuten. Aus dem Zentrum sind die Glocken der Nicolaikirche zu hören. Um Punkt 18 Uhr setzt das Geleut von St. Johannesberg ein – vom ehemaligen katholischen Kloster. Es ist das Weihnachtsläuten.

Besonders das Läuten von Johannesberg ist mit vielen Erinnerungen verbunden. Denn der Ton der Glocken hat sich seit meiner Kindheit nicht geändert. Früher läuteten sie um 6, 12 und 18 Uhr. Weil ich morgens nie mehr in Hörweite bin, weiß ich nicht, ob es das morgendliche Läuten noch gibt. Es ist ein Stück Nostalgie und vor allem Heimat.

Nun also, um 18 Uhr, stehe ich vor dem Haus und lausche dem doppelten Glockenläuten, halte zwei Minuten inne. Ich denke an die, die nicht mehr da sind, Streiflichter von früher.
Irgendwann setze ich mich dann in Bewegung, gehe ins Haus, um Weihnachten zu feiern.

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Traumtagebuch (137): Leipzig, und wir mittendrin

Sonntag, den 22. Oktober 2017
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(136) -> 1.5.2017

Leipzig am 9. Oktober. Wir fahren mit dem Auto über eine breite Straße. Vorn sehen wir plötzlich eine Reihe von Panzern. Dahinter wehen diverse China-Fahnen. “Heute ist der 9. Oktober”, sage ich. Das sei der Tag der Demos in Leipzig.
Wir fahren weiter, und immer mehr Menschen laufen auf der Straße herum.

Auf der rechten Seite der Straße wird gerade eine Nazi-Demo von Polizisten eingekesselt. Ich steuere das Auto drumherum, und wird es wird immer schwieriger, den vielen Menschen auszuweichen. Da hinten ist eine Gegendemo.

Wir sind zu Fuß unterwegs, wir sind zu viert – Teile meiner Familie und ich. Der Bahnhof ist schon in Sichtweite. Unsere Schritte werden schneller, als plötzlich kleine Gegenstände durch die Luft fliegen. Offenbar fangen die Demonstranten in den Blöcken an, sich zu bewerfen. Glücklicherweise werden wir nicht getroffen.
Vor uns ist der Bahnhof. Wir stehen vor dem Bahnhofstunnel. “Ist es gut, jetzt in diesen Tunnel zu gehen”, frage ich die anderen.

Eine Antwort gibt es nicht, ich wache auf.

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Die Wende brachte uns die B.Z. ins Haus

Freitag, den 6. Oktober 2017
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Meine erste Begegnung mit der B.Z. hatte ich am 10. November 1989. Damals titelte die Zeitung “Die Mauer ist weg! Berlin ist wieder Berlin!” Am Tag nach dem Mauerfall waren wir das erste Mal in West-Berlin, und damals war das natürlich DIE Schlagzeile.
Und irgendwie war die Boulevardzeitung damit zu einem Symbol geworden. Als wir das zweite Mal “rüber” fuhren, kauften wir uns die Zeitung. Erneut war eine fette Schlagzeile vorne drauf, und die Sache mit den fetten Schlagzeilen hat uns damals fasziniert. Immerhin gab es in der DDR ja keine Boulevardzeitung in dieser Machart.

Irgendwann gab es die B.Z. auch in Oranienburg zu kaufen, und ich kaufte sie jeden Tag. Die B.Z. war die erste (und eigentlich bis heute auch einzige) Tageszeitung, die ich mir tatsächlich so gut wie täglich kaufte. 60 Pfennig kostete sie anfangs.
Es dauerte einige Jahre, bis mein Interesse daran abebbte, in meiner Familie wurde sie jedoch noch sehr lange jeden Tag gekauft. ich finde sie inzwischen nicht mehr allzu spannend.

Jetzt feierte die B.Z. ihr 140. Jubiläum. Die erste Ausgabe erschien 1877, zwischen 1943 und 1953 pausierte das Blatt. Inzwischen läuft’s mit den Verkaufszahlen – wie überall – eher mau, sie kostet 1 Euro, und damit weit mehr als das Doppelte wie 1990.
Zum Geburtstag kaufte ich mir mal wieder eine Ausgabe mit dem Sonderhaft und einem Rückblick. Ein bisschen Nostalgie ist dabei. Herzlichen Glückwunsch!

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Fundbüro im Auto

Mittwoch, den 13. September 2017
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Manchmal hat es auch was Gutes, mal aufräumen zu müssen. Weil mein Auto eine Innen- und Außenwäsche bekam, musste ich ausräumen – radikal und alles.
Das war gut so, denn im Sommer war ich viel unterwegs, und es hatte sich einiges angesammelt, was ich nie ausgeräumt hatte.
So mussten endlich mal die Tageszeitungen aus Schwetzingen und Hannover vom Juli (!) raus. Außerdem die diversen Papierchen in den Seitenfächern der Autotür.

Andererseits: Man findet einiges wieder. Eine Postkarte, die ich verschollen glaubte – vom Mai. Sie tauchte wieder auf. Außerdem eine CD, die irgendwann mal runtergefallen und scheinbar verschwunden war. Diverse andere CDs, die im Kofferrarum in irgendwelchen Ablagekästchen lagen.
Es findet sich letztlich immer wieder alles an – man muss nur mal offensiv aufräumen.