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Ein Ort der Geschichte ist heute ein Parkplatz

Montag, den 4. November 2019
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Der Rasthof Stolper Heide gehört jetzt nicht so zwingend zu den großen Sehenswürdigkeiten in der Region. Man erreicht ihn auf der A111 zwischen Hennigsdorf und der Berliner Stadtgrenze. Dort gibt es eine Tankstelle, dort steht ein nicht sehr hübscher Hotelklotz, gegenüber sind die Bauten des Landesbetriebes Straßenwesen, und einen großen Parkplatz gibt es auch.

Neulich standen wir auf diesem Parkplatz und sahen uns um. Es ist 30 Jahre her, dass ich schon mal dort war, am 10. November 1989. Damals war dieser Rasthof noch ein Grenzübergang. Wir fuhren mit unserem Lada von Oranienburg aus auf die Autobahn, um dort nach West-Berlin zu gelangen. Ich war elf und sehr aufgeregt. Denn in den Westen zu fahren, das ging vorher nicht, und auch, wenn ich erst elf war, habe ich sehr genau mitbekommen, was in dieser politisch aufregenden Zeit passiert ist.

Heute erinnert in Stolpe scheinbar nichts mehr an diesen Grenzübergang, an den Ort, wo wir damals diese Ausweise zeigen mussten und dann weiterfuhren. Zumindest haben wir keine Gedenktafel oder etwas Ähnliches gefunden. Nur direkt an der Grenze zu Berlin gibt es – aber auch nur stadtauswärts – eine Erinnerungstafel. Bisschen wenig, finde ich.

-> Eintrag vom 10.11.1989
-> Eintrag vom 22.11.1989
-> Eintrag vom 10.11.2009

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Rückkehr nach Staffelde

Samstag, den 11. Mai 2019
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Sie erinnert sich noch ganz genau: Früher war dort die Schule. Und dort oben, in einer der Wohnungen hat sie mal gelebt. Knapp 70 Jahre muss das hergewesen sein.
Nun stehen wir vor eben diesem Gebäude. Heute befindet sich dort drin die Kita “Räuberhöhle”. Mit meiner Tante habe ich neulich eine Nostalgiefahrt unternommen. Nach dem Krieg – sie war noch ein Kind – landete ihre Familie in Staffelde. In einer der Nachbarwohnungen lebte der Schuldirektor mit seiner Familie. Ein netter Herr sei das gewesen sein, wenn auch ein wenig streng.

Zuvor sind wir durch Groß-Ziethen gefahren. Für meine Tante war es das erste Mal seit gut 60 Jahren. Da, die alte Schule, links die alte Feuerwehr. Hier, auf der Straße nach Staffelde, seien sie früher immer langgelaufen. Wir parken neben der Staffelder Kita, und da steht sie nun und blickt auf ihr ehemaliges Wohnhaus. Erinnerungen kommen auf.
Auch, als wir weiter fahren. Sie freut sich, dass die Dorfstraße immer noch aussieht wie früher – mit Holperpflaster. Der Dorfkrug, viele der alten Häuser, inzwischen saniert. Schön sehe das aus, sagt sie.

Weiter nach Flatow. Auch hier, an der Landstraße seien sie damals oft langgelaufen. Zur Schule. Und einmal pro Woche zum Fleischer. Der wusste immer schon, was sie wollten. Zum Bahnhof sind sie gelaufen, als sie dann später zur Schule nach Nauen mussten. Damals gab es noch Züge, die durch Flatow fuhren.

Auch die Straße von Staffelde über Orion nach Kremmen ist ihr noch gut im Gedächtnis. Zu Fuß ging es auch oft weiter nach Kremmen – und noch weiter zum Kremmener See. Immer im Sommer. Die Altstadt mit dem schönen Rathaus und den vielen sanierten Häusern am Marktplatz – sie hatte viel Lob übrig.

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Oranienburg entdecken: Wo die Mot.-Schützen waren

Samstag, den 30. März 2019
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Es gibt einige Orte in meiner Heimatstadt, die mir bis heute unbekannt sind oder waren. So genannte geheimnisvolle Orte, die man gern mal erkunden möchte.
So fahre ich zum Beispiel jeden Tag am jüdischen Friedhof vorbei – ich war aber noch nie dort. Was auch daran liegt, dass er, so weit ich weiß, abgeschlossen ist.

Am Freitag hatte ich für die MAZ einen Termin auf dem Gelände der Polizeischule Brandenburg. Ich fuhr am Vormittag dort hin, parkte mein Auto und lief los.
Als ich über das Gelände lief, fiel mir auf: Ich war dort noch nie.

Die Polizei-Fachhochschule des Landes Brandenburg befindet sich auf einem ehemaligen Kasernengelände. Bis zur Wende waren dort die Mot.-Schützen – die 1. motorisierte Schützendivision. In der damaligen Straße des Friedens, gegenüber der Hasenheide, Mot.-Schützenregiment 1 “Hans Beimler”.
Natürlich kam man als normaler Bürger auf dieses Gelände nie rauf. Ich war damals sowieso noch ein Kind, aber das Areal hatte eine besondere Bedeutung für mich.
Meine Oma hat dort bei der Poststelle gearbeitet. Ich wollte sie immer mal dort besuchen, aber es ist nie dazu gekommen. Ob das daran lag, dass es nicht erlaubt war oder es einfach immer wieder verschoben worden ist, weiß ich nicht.
Auf dem Gelände muss es aber auch einen Buchladen gegeben haben, denn meine Oma war damals diejenige, die mich immer mit Büchern versorgt hat. Auch mit Büchern, die es nicht so oft gab.

All das fiel mir ein, als ich am Freitagvormittag über das Gelände lief. Vermutlich sah es vor 30 Jahren noch anders aus. Aber viele der Gebäude standen sicherlich auch schon zu Kasernenzeiten. Insbesondere natürlich die alten Garagen, die auch heute noch als genau das dienen.
Wieder mal ein neues Stück meiner Heimat erkundet.

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Die Angst vorm Schwimmtraining

Sonntag, den 25. November 2018
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Beim „Cine Swimming“ am Sonnabend im Hennigsdorfer Stadtbad bin ich mit einer Dame ins Gespräch gekommen, die mir erzählte, dass sie schon sehr lange regelmäßig dort schwimmen geht.

Und ich erinnerte mich: 1986 – ich war acht – habe ich dort schwimmen gelernt, aber leider habe ich diese Tage in keiner guten Erinnerung. Wofür aber die Leute vom Stadtbad nichts können.
Montagnachmittags fand das Schwimmtraining statt, und ich hatte davor immer die Hosen voll. Ich habe es gehasst. Gemeinsam mit zwei Freunden fuhr mich meine Mutter immer nach Hennigsdorf. Meine Übelkeit steigerte sich auf dem Weg von Oranienburg dorthin ins Unermessliche. Einmal mussten wir gar in Velten einen sehr dringenden Zwischenstopp einlegen, weil ich … nun ja, du ahnst es vielleicht.
Die gute Nachricht: Am Ende konnte ich schwimmen, und als ein Jahr später der Schulschwimmunterricht begann, da gehörte ich schon zu den Profis. Zu den angstfreien natürlich

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Ein Hoch auf die Technik (49): Auto fährt allein

Mittwoch, den 11. Juli 2018
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(48) -> 2.6.2018

Was neue Technik angeht, bin ich ja meistens ein Skeptiker. Ich setze so lange auf das Alte, Herkömmliche, bis es das entweder nicht mehr gibt oder bis ich das Neue aufgezwungen bekomme.
Ich fahre bis heute einen Schaltwagen. Weil ich immer sage, dass ich ja im Auto noch ein bisschen was zu tun haben möchte. Da ist irgendwie immer noch was dran. Aber andererseits ist es auch immer schön, wenn ich leihweise doch mal ein Auto mit elektronischer Schaltung fahre.

In Schweden hatten wir auf unserer mehrtätigen Tour ein Auto mit elektronischer Schaltung und mit Tempomat.
Ach, war das herrlich!
Nicht nur, dass man nicht mehr schalten muss. Hat man erst mal das erlaubte Tempo erreicht, stellt man den Tempomat ein und muss sich um nichts mehr kümmern. Das Auto bremst dann, wenn davor ein anderes Auto bremst oder langsamer fährt. So kommt man sogar durch Ortschaften, ohne irgendwann selbst aktiv zu werden. Denn wird der Vordermann schneller, wird auch das Auto selbst wieder schneller – bis zu dem eingestellten Tempo.

Das Auto hatte sogar einen Spurassistenten. Man konnte also auch mal kurz (pssst) unaufmerksamer sein, und das Auto lenkt trotzdem. Selbst beim Überholen spürt man einen kurzen Widerstand beim Spurwechsel. Muss man sich auch erst mal dran gewöhnen.

Während ich also in meinem Auto meine Füße und die Hände im Einsatz habe, ist es beim gelegentlichen Elektronik-Schaltungsauto nur noch ein Fuß. Plus die Hände. Beim Leihwagen in Schweden konnte man mit den Füßen zur Autoradio-Musik mitwippen – denn zum Fahren brauchte man die Füße meist nicht. Und auch die Hände konnte man mal runter nehmen.

Würden alle Auto einen solchen Tempomat haben und auch benutzen, wäre das Fahren sicherlich viel ungefährlicher. Denn wenn alle wirklich gleich schnell sind, entstehen weniger Staus und keine gefährlichen Überholsituationen mehr. Aber so weit wird es dann doch nicht kommen…

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29k oder: 40

Sonntag, den 1. Juli 2018
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40.
Ich fühle mich nicht anders als 39, aber dennoch steht sie nun da: die 40. Das ist deshalb so unfassbar, weil ich mich nicht im Geringsten so fühle wie 40. Mit 40 kann man nicht mehr sagen, dass man ja noch zu den Jungen gehört. Mit 40 ist man dann doch schon ziemlich… na ja, schon ziemlich alt. Da ist nichts zu beschönigen.

Es gibt ja immer mal wieder Tage, an denen man mit sich hadert. An denen man irgendwie unzufrieden ist. Dann aber kommt der Tag der Geburtstagsfeier. Da packt dann die Familie mit an, wenn es darum geht, die Location vorzubereiten. Da kommen dann die Freunde, um gemeinsam mit mir, diesen “schweren” Tag zu begehen. Einige haben sich vorher abgesprochen und mir zusammen ein tolles Geschenk überreicht, andere haben sich ebenfalls Gedanken gemacht.
Das hat mich gerührt und vor allem sehr gefreut.

Es gibt ja Menschen, die ihren Geburtstag nicht feiern wollen. Dabei ist es eigentlich sehr schön, einmal im Jahr zu versuchen, alle seine Lieben um sich zu scharen.
Deshalb bin ich dankbar – allen, die dabei waren und auch allen, die ansonsten rund um den runden Geburtstag an mich gedacht haben.

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Ausmisten

Samstag, den 21. April 2018
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Irgendwann muss man sich trennen. Da kommt der Moment, wo man sagt: Nein, jetzt ist Schluss!
Wenn zum Beispiel der Klamottenschrank dermaßen überquillt, dass man eigentlich gar nicht in den Laden zu gehen braucht, weil eh kein Platz mehr ist. Aber dann schafft man eben mal Platz, und der Frühjahr ist die beste Zeit, um mal auszumisten.

Nachdem neulich schon die Kassetten dran glauben mussten (na gut, die fristen ihr Gnadenbrot im Keller), ging’s also diesmal an die Klamotten.
Dieses schöne T-Shirt, das ich mal geschenkt bekommen habe, selbst bemalt. Wegschmeißen? Kann man doch nicht, war doch ein Geschenk! Andererseits, es ist blass geworden, der Stoff nicht mehr schön. Also dann doch weg!
Und dann dieses tolle Shirt, das ich in New York gekauft habe. Erinnerungen! Aber andererseits ziehe ich es nicht mehr an. Also dann doch weg!
Dieser Pullover! In Blau, und es war mal ein schönes Blau. Wie gesagt: war. Und auch schon lange nicht an gehabt, und der Stoff ist auch hinüber. Also weg damit.

Letztlich war es doch ein sehr ordentlicher Stapel, der ausgemustert worden ist. Im Schrank war plötzlich wieder ein bisschen Platz, und der Gang zum C&A hatte wieder einen Sinn.

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