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antisocial network und die Gosejohann-Brothers

Mittwoch, den 21. August 2013
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MO 19.08.2013 | 22.15 Uhr | ProSieben

Wir machen uns alle nackig bei Facebook. Oder zumindest: viele von uns. Da steht dann, was denn die kleine Tochter wieder Putziges angestellt hat. Oder dass es ja heute wieder besonders langweilig ist.
Warum also nicht mal einen Facebook-Nutzer so richtig nackig machen? Im Fernsehen!
Am Montagabend hatten das “antisocial network und die Gosejohann-Brothers” ihre Premiere. Ein junger Mann gab seine Facebook-Daten und sein Handy raus, Thilo und Simon Gosejohann konnten nun simsen und posten.

An sich eine witzige und zugegebenermaßen zeitgeistige Idee. Denn der junge Kandidat musste sechs mehr oder weniger peinliche Aufgaben zu erledigen, von denen er auf seiner eigenen Facebook-Pinnwand erfuhr – und seine Freunde auch.
Nur leider schien das alles ein wenig gestellt gewesen zu sein. Oder haben alle seine Freunde zufällig eine Kamera vor sich, als sie erfuhren, was er denn so Abgedrehtes machte? Da saßen dann lauter Leute vor ihren PCs und wunderten sich totaaal spontan. Wirkte leider sehr gewollt und gar nicht lustig.
Dass es technisch möglich sein soll, einen Film über ein Ereignis bei Facebook zu posten, das gerade erst stattfand, wollten uns die Gosejohann-Brothers ebenfalls weismachen.
Immer wieder schade, zu sehen, wie blöd uns die Fernsehleute verkaufen wollen – oder wie einfach sie es sich machen.

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push – das Sat.1 Magazin: Peiner Facebook-Blitzer

Samstag, den 20. Oktober 2012
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DO 18.10.2012 | 19.30 Uhr | Sat.1

Christina V. ist ein Opfer. Dabei hat sie doch gar nichts Böses getan, sagt sie. Christina V. ist jedenfalls ziemlich fertig und verwundert, sauer und überhaupt.
Bei Facebook gibt es eine Seite, in der alle Blitzer der Region rund um Peine bekannt gegeben werden. Nicht von der Kreisverwaltung, sondern von Privatpersonen.
Davon kann man halten, was man will. An sich ja ein netter Service.
Und natürlich werden diese Blitzer von den Nutzern gern kommentiert, so hat das Christina V. auch gemacht. “Die spinnen doch, ey, am liebsten würde ich die mit Eiern beschmeißen”, hat Christina V. geschrieben. So erzählte sie es bei Sat.1.
Blöd nur, dass auch die Kreisverwaltung bei Facebook mitliest und das Christina V. per Brief auch mitgeteilt hat. Man droht ihr nun den Idiotentest an.

Christina V. ist empört. Sie ist empört, dass eine Behörde auf einer öffentlichen Seite mitliest, wenn sie über Blitzer pöbelt. Sie ist empört, dass sich auch eine Behörde mal wehrt. Sie ist so empört, dass sie diverse Interviews gibt, mit Zeitungen, mit dem NDR und für das Sat.1-Magazin “push”, das den Beitrag am Donnerstagabend ausstrahlte.
Natürlich sind alle Berichterstatter auf Christinas Seite. Diese doofe Behörde, heißt es da. Die Mitarbeiter hätten wohl zu wenig zu tun. Auf die Idee, mal darüber zu berichten, dass gerade bei Facebook und bei solchen Themen offenbar viele Leute das Hirn ausschalten und ihren Mist reinschreiben, ohne über eventuelle Konsequenzen nachzudenken, das sagt keiner.
Rechtlich kommt der Kreis Peine mit der Idiotentest-Androhung nicht durch. Witzig ist diese Aktion aber dennoch, die künstliche Aufregung darum eher peinlich.

PS: Das Magazin “push” ist Geschichte. Am Donnerstag lief die letzte Folge. Wurde aber auch Zeit.

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Bambule

Freitag, den 12. Oktober 2012
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DO 11.10.2012 | 21.45 Uhr | zdf_neo

Nein, nein, wir sind heute überhaupt nicht mehr prüde. Wir sind total locker und aufgeklärt. Uns kann man heute nichts mehr vormachen, worüber sollen wir uns noch aufregen?
PENIS.
Wie wäre es mit dem schönen Wort “Penis”? Über das Wort “Penis” regen sich die Leute dann doch schon mal auf. Und wenn das Wort “Penis” dann auch noch beim ZDF – bei der guten alten Tante ZDF – vorkommt, dann fallen vielen Leuten vor Schreck die Augen raus, und sie schreiben empört, dass sich das ZDF so eine bodenlose Frechheit erlaubt.

In der Folge von “Bambule” mit Sarah Kuttner am Donnerstagabend bei zdf_neo ging es um das Thema Sex. Auf der Facebook-Seite von zdf_neo kündigte die Redaktion das Magazin mit einem Foto einer Frau an, die sich Folgendes fragte: “Mysterien des Alltags: “Warum gibt’s keine Kondome mit der Geschmacksrichtung Penis?”
Da bekommen die ZDF-Fans natürlich sofort Schnappatmung, gefolgt vom Drang, der Empörung bei Facebook Luft zu machen.
“Fast so billig wie RTL”, schreibt Jakob P. “Und ab in die Ecke zur dümmlichen Roche”, antwortet René W. Cartin M. hat zdf_neo gleich mal aus dem Newsabo entfernt: “Frechheit, wenn man bedenkt, dass für solche geistigen Ergüsse Steuergelder draufgehn.” Und man fragt sich: welche Steuergelder?
Kaum versucht das piefige öffentlich-rechtliche Programm mal nicht so piefig zu sein, bekommen viele Zuseher gleich Schweißausbrüche und labern etwas von der GEZ.

Anscheinend hat zdf_neo wohl doch keine jugendlichen Fans, die Sex gegenüber aufgeschlossen sind, weil sie sicherlich selbst noch Sex haben und über solche Dinge lachen (oder gern auch nachdenken können). Viel mehr scheint zdf_neo prüde, humorlose und mental schrecklich alte Zuschauer zu haben. Dann können die den Laden eigentlich auch gleich wieder dichtmachen. Oder noch fünf Folgen “Raumschiff Enterprise” mehr pro Tag ausstrahlen.

PS: Wirklich spannend war Kuttners Sex-”Bambule” übrigens nicht.

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ZAPPER VOR ORT: Brandenburg aktuell

Freitag, den 22. Juni 2012
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MI 20.06.2012 | Potsdam, rbb-Gelände

Auf dem Monitor sehen wir, wie Carla Kniestedt das Magazin “rbb um 6″ moderiert. Gerade hat sie sich verabschiedet. Im nächsten Moment geht die Tür auf, vor der wir stehen. Carla Kniestedt kommt heraus, sagt “Guten Abend!” und geht weiter.
Irgendwie skurril.

Wir sind zu Gast beim rbb in Potsdam. “Wir” sind Facebook-Freunde von “Brandenburg aktuell”. Aus Anlass des 2000. Followers der Seite bei Facbook machte die Redaktion ein Gewinnspiel, und ich war einer von denen, die gewannen – eine Studiotour.

Die Redaktion ist nach 18 Uhr schon erstaunlich verwaist. Im Großraumbüro sind die allermeisten Plätze leer. Das Leben spielt sich schon vorher ab, erfahren wir, schließlich sei um diese Zeit ja kuam noch jemand zu erreichen.
“Brandenburg aktuell”-Moderator Gerald Meyer läuft auch noch recht leger durch die Flure. Jeans und Hemd.
Im Studio wird unterdessen umgeräumt. “rbb um 6″ ist das einzige rbb-Magazin in einem virtuellen Studio – oder besser gesagt: mit einer grünen Wand im Hintergrund. Davor steht nur ein Tisch. “Brandenburg aktuell” findet eine Stunde später im selben Studio statt.

Der Regieraum ist voller Regler und Monitore – hier tobt kurz Beginn der Sendung das Leben. Beiträge müssen sekundengenau passen, Hintergrundbilder angepasst werden. Auf einem Computerbildschirm steht der genaue Ablauf der Sendung.
Wenn das Magazin beginnt, dürfen wir live dabei sein – im Studio. Aber nur, wenn wir versprechen, nicht während der Sendung zu husten, zu niesen, zu quatschen – kurz: Wir müssen still sein.

Fünf Minuten, bevor es losgeht, bekommen Gerald Meyer, Nachrichtenmann Ingo Böthig und Studiogast Henryk Wichmann (”Herr Wichmann von der CDU”) die letzte Schminke aufs Gesicht. Bis Wichmann dran ist, kann er sich auf einen Stuhl am Rand des Studios setzen.
Die Stimmung ist sehr unaufgeregt. Meyer gehört seit 20 Jahren zum Team, und im Hintergrund sitzen auch viele alte Hasen. Ein paar letzte Worte mit der Regie, und schon geht es los.
Die Sendung am Mittwoch beginnt mit der Nachricht, dass sich die Eröffnung des Großflughafens in Schönefeld erneut verzögern könnte. Gefolgt von einem Beitrag über die Zeugnisausgaben an den Schulen.

Während die Filme laufen, werden Kameras hin- und hergerückt. Lustigerweise steht mehr Kamera im Studio als Leute, die sie bedienen. Eine der Damen ist für gleich drei davon zuständig. Erst fummelt sie an der einen, dann an der anderen.
Es ist Zeit für die Übergabe zu den Nachrichten. Dafür macht Gerald Meyer ein paar Schritte entlang seines Tisches zum Nachrichtenmann Ingo Böthig hin. Das wirkt zwar ein bisschen albern, soll aber wohl dynamischer sein. Kann man auch lassen.

Fast wäre übrigens der Teleprompter von Böthig ausgefallen. Während eines Beitrages rief er mehrmals “Teleprompter!” und machte einen etwas genervten Eindruck. Aber – knips – als wir wieder im On waren, war es wieder da, das Nachrichtensprecherlächeln.
Dann kommt Henryk Wichmann dran. Der CDU-Bundestagsabgeordnete für den Oberhavel-Norden und die Uckermark äußert sich zur Ausbildung von Erzieherinnen. Dafür ist ganz genau 2:45 Minuten Zeit. Meyer und Wichmann überziehen nur wenige Sekunden. Eine Punktlandung, wie Meyer später sagt.

Als die Sendung zu Ende ist, sind alle zufrieden. Team und Besucher. Dabei war die Ausgabe recht flau. Den Flughafen in 90 Sekunden abgehandelt, ein lahmes Zeugnisthema direkt danach, allgemeine Tipps, wie Eltern auf Zensuren reagieren sollen (was hat das in einer regionalen Nachrichtensendung zu suchen?), gleich zweimal und nicht gebündelt das Thema Wandern in der Sendung. Zu Hause hätte ich die Sendung sehr lahm gefunden.

Aber was zählt ist in diesem Fall, dass es toll ist, dass der rbb Zuschauern die Gelegenheit gibt, dermaßen dicht dabei zu sein. Hoffentlich bleibt das so, und ein Besucher nutzt das nicht für eine abgedrehte Aktion während der Live-Sendung aus. Beim rbb geben sie sich auf jeden Fall große Mühe, ihr Programm den Zuschauern näherzubringen.

-> Fotos

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Werbung: Profilcare

Sonntag, den 25. März 2012
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SA 24.03.2012 | 13.10 Uhr | Sport 1

Du warst mal wieder total besoffen und hast ein Foto von dir bei Facebook reingestellt? Und du bist zu doof, um zu begreifen, dass das eventuell nicht so gut für dein Image ist? Dann gibt es jetzt etwas für dich: Eine Firma, die dir den Tipp gibt, dass das Foto, auf dem du besoffen bei Facebook zu sehen ist, eventuell nicht so gut für dein Image ist.

Es ist doch immer wieder schön zu sehen, womit man heutzutage sein Geld verdienen kann.
Im Zuge der Einführung der Chronik bei Facebook wird mal wieder verstärkt darüber diskutiert, was man alles über sich veröffentlicht. Zu recht, denn in der Tat muss man sich manchmal wundern, was die Leute von sich für Fotos zeigen.
Nun aber gibt es sogar Firmen, die anbieten, die Internetaccounts zu durchforsten und Bescheid zu geben, wenn da was Schlimmes ist. Schlimm genug, wenn die Leute das nicht selbst wissen.
Natürlich kostet der Spaß, diese Beratung (oer was immer das ist) einiges. Ein ensprechender Werbespot lief am Sonnabendmittag auf Sport 1.
Wenn man allerdings so weit ist, darüber nachzudenken, ob bei Facebook und Co. “ungünstige” Dinge von mir zu sehen sind – wozu braucht man dann noch so eine Firma?

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Club Night

Mittwoch, den 15. Februar 2012
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MO 13.02.2012 | 23.30 Uhr | Family.TV

Dass Fernsehsendungen von einem Tag zum anderen abgesetzt werden, daran haben wir uns ja schon fast gewöhnt. Dass aber Sendungen während der Werbepause abgesetzt werden – das ist wirklich neu.

Okay, die “Club Night” beim Internetsender Family.TV war nicht wirklich ein spannendes oder aufregendes Format. Es bestand eigentlich nur daraus, dass die Kamera einen DJ zeigte, der Platten auflegte.
Am Montag lief die Show das letzte Mal. Und sie wurde nicht mal bis zum Ende gezeigt. In einer Werbepause erschien auf Facebook der Hinweis, dass es nach der Werbung mit “Verliebt in Berlin” weitergehe. Der Eintrag wurde kaum beachtet – wie ja auch Family.TV an sich kaum beachtet wird. Dabei war es eine kleine Sensation: Die “Club Night” wurde mitten in der Live-Übertragung abgebrochen und für immer abgesetzt. Und tschüss.

In einer Pressemitteilung, die am Dienstagmittag veröffentlicht wurde, ist von internen Streits die Rede gewesen. Was das heißt, darüber kann nur spekuliert werden. Wenn aber eine Sendung im laufenden Betrieb dichtgemacht wird, muss es ein heftiger Zoff gewesen sein.

Lustigerweise machte sich der Sprecher von Family.TV via Facebook neulich über Sat.1 lustig, die stäöndig ihr Programm ändern würden. Dabei hat Family.TV nun gezeigt, dass es noch dreister geht. Das Programm, das über weite Strecken einfach nur peinlich ist, hat nun einen absoluten Tiefpunkt erlebt.
Die “Club Night” existiert auf der Internetseite des Senders nicht mehr – nur noch per Google-Suche. Die Facebook-Seite ist ebenfalls verschwunden.

Family.TV ist der wohl wunderlichste Sender Deutschlands: Harte Personalpolitik, dilettanische Eigenproduktionen, langweilige Fremdprogramme, die mitunter zum Fremdschämen einladen und nicht zu vergessen die desaströse PR-Arbeit.

Siehe auch den Beitrag über Family.TV von Timo Niemeier

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ran: Super Bowl XLVI

Montag, den 6. Februar 2012
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SO 05.02.2012 | 0.00 Uhr (Mo.) | Sat.1

Unterhalten sich neulich zwei Footballfans. Sagt der eine: “Hast du beim Super Bowl den geilen Touchdown am Ende des zweiten Quarters gesehen?” Und der andere: “Nee, ich hab Sat.1 gesehen, und da lief da grad ein Gewinnspiel.”

Klingt wie ein Witz. Ist aber leider keiner. Sat.1 hat sich am späten Sonntagabend einen gewaltigen Schnitzer, eine unsäglich peinliche Panne geleistet. Gerade lief ein Gewinnspielspot, als beim Super Bowl in Indianapolis ein Touchdown – beim Fußball wäre das ein Tor – fiel. Als Sat.1 sich wieder zuschaltete, jubelte der Kommentator gerade. “Touchdown!” Nur leider haben ihn die deutschen Zuschauer nicht live sehen können.

Bis zum vergangenen Jahr übertrug die ARD das jährliche US-Sportspektakel komplett werbefrei. Nun ist Sat.1 am Ball und nervt mit unzähligen Reklameunterbrechungen. Und mit einem überflüssig-peinlichen Auftritt eines Kandidaten aus “The Voice of Germany”.
Auf der Sat.1-Facebookseite machten sich die Fans umgehend Luft – eine Hasswelle rollte über den Sender. Aber wer so einen Bockmist baut, hat es nicht besser verdient.
Lustig nur, dass die Footballfans plötzlich froh sind, dass sie GEZ zahlen und fordern, nun wieder Das Erste ranzulassen an den Super Bowl. Das erlebt man bei der ARD wohl auch nicht alle Tage.