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Zahl der Lehrlinge geht zurück

Freitag, den 20. Februar 2009
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Ausbildung: 30 Gesellen in Nauen freigesprochen / Mehr als die Hälfte der Elektroniker fiel durch

MAZ Falkensee, 20.2.2009

NAUEN
Ein Audi-A-2-Motor war das Gesellenstück von Mark Scheil. Der 24-jährige Kfz-Mechatroniker aus Hönow (Märkisch-Oderland) rüstete das Modell auf Autogas um. „Mit meiner Kollegin habe ich zweieinhalb Monate daran gearbeitet“, erzählte er, nachdem er am Mittwochabend in den Räumen der Nauener Kreishandwerkerschaft freigesprochen wurde und das Abschlusszeugnis erhielt.
Die Arbeit hat sich gelohnt: Mark Scheil ist der Beste seines Jahrgangs. „Es ist ein tolles Gefühl“, sagte er. „Irgendwie erhebend.“ Bis Oktober möchte er bei seiner Ausbildungsfirma, der ACM Mosolf GmbH in Etzin weiterarbeiten. „Dann werde ich Fahrzeugtechnik und Maschinenbau studieren.“
Mark Scheil ist einer von 30 Gesellen im Osthavelland, die ihre Prüfung erfolgreich absolviert haben. Unter ihnen ist mit Cindy Beyer nur eine Frau (siehe Interview). Allen wurde am Mittwoch der Gesellenbrief überreicht.
„Darauf können Sie stolz sein“, sagte Kreishandwerksmeister Michael Ziesecke. „Sie haben nun überall gute Chancen weiterzukommen.“ Ziesecke machte ihnen Mut, sich auf ihr Selbstvertrauen zu verlassen. Besonders lobte er die Zusammenarbeit zwischen der Ausbildungsstelle und dem Lehrbetrieb. „Die praktische Ausbildung kommt in der Firma immer relativ kurz“, erklärte Ziesecke. „Die Firma Mosolf hat dagegen eine eigene Lehrwerkstatt.“ Es gebe in Deutschland viele Beispiele dafür, dass eine ergänzende Ausbildung Erfolg bringe. „Wir haben festgestellt, dass dort, wo Plan und Praxis übereinstimmen, die besten Ergebnisse erzielt wurden.“ Tatsächlich haben neben Mark Scheil zwei weitere Kfz-Mechatroniker die Note Eins geschafft: Auch Christian Godowski aus Dessau und der Ketziner Thomas Thierbach erhielten Auszeichnungen.
Doch so groß die Freude war, die Zahlen sprechen noch eine andere Sprache. Meldeten sich im Jahr 2008 noch 71 Gesellen zur Prüfung, waren es 2009 nur noch 37. Davon haben sieben nicht bestanden. Besonders dramatisch fiel das Ergebnis bei den Elektronikern aus. Fünf der acht angemeldeten Lehrlinge fielen durch.
Der Kreishandwerksmeister im Osthavelland sieht diese Entwicklung mit Sorge. „In der Praxis sind die Prüflinge oft gut, aber in der Theorie haben viele eine Fünf.“ Er kündigte Gespräche mit der Bildungsstätte und der Innung an. „Die meisten Elektroniker fallen schon bei der Bewerbung durch“, ergänzte Ziesecke. „Es hapert in der Mathematik und im logischen Denken.“
Bei den Metallbauern sei das Problem nicht so gravierend. Dennoch: „Der Wissensstand der Jugendlichen ist offenbar immer dünner.“ Neben dem schlechteren Abschneiden in der Schule machte der Kreishandwerksmeister aber auch den demografischen Wandel für den Rückgang der Lehrlingszahl verantwortlich.
Für die 30 freigesprochenen Gesellen sieht Ziesecke aber eine gute Zukunft: „Wenn die Einstellung stimmt, dann können die jungen Leute auch mit nicht so guten Noten was erreichen.“ An sich hätten alle eine Chance: „Gute Leute werden überall gesucht“, sagte Ziesecke.
Deshalb dürfte der Prüfungsbeste Mark Scheil kaum Probleme bekommen: „Ich träume davon, eine Werkstatt für amerikanische Fahrzeuge zu eröffnen.“ Der Wirtschaftskrise sieht er gelassen entgegen: „Autos gibt es immer. Die sterben nicht aus. Wir müssen uns ja fortbewegen.“

RTelenovela

(K)etzin – Auf das K kommt es an

Mittwoch, den 19. März 2008
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Ich hatte heute einen Termin im Jugendclub in Ketzin. Oder doch in Etzin? Mein Gesprächspartner am Telefon beschrieb mir den Weg – er nannte mir die Straße und ein paar Dinge, an denen ich mich orientieren konnte. In Ketzin.
Dachte ich erst mal. Um mir sicher zu sein, suchte ich in Google Maps nach dem Weg. Ich gab den Ort und die Straße ein. “Meinen Sie Etzin?” Tatsächlich: Laut Google Maps gab es die von mir gesuchte Straße in Ketzin nicht – dafür aber in Etzin. Etzin ist ein Ortsteil von Ketzin.
Die Frage war nur: Musste ich nach Ketzin oder nach Etzin?
Noch mal angerufen: Ketzin. Ich muss nach Ketzin!
Noch mal Google Maps gefragt, diesmal mit leicht veränderter Eingabe: Etzin! Ich muss nach Etzin!
Also rein ins Auto. Von Falkensee aus fuhr ich über die B5 zum Abzweig der sowohl nach Etzin, als auch nach Ketzin führt.
Und da in Etzin sämtliche Merkmale fehlten, auf die ich achten sollte – musste ich wohl tatsächlich nach Ketzin.
Und der Jugendclub war tatsächlich dort – nur die angegebene Straße gibt es dort nicht – zumindest ist sie nicht ausgeschildert. Ich fand das Häuschen trotzdem – und werde mich noch lange an Etzin und Ketzin erinnern…