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Eurovision Song Contest 2015 – 2. Halbfinale

Freitag, den 22. Mai 2015
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DO 21.05.2015 | 21.00 Uhr | einsplus

Eigentlich bietet einsplus ja einen Service für Gehörlose. Aber es ist viel mehr: spannendes und lustiges Entertainment!
Der Eurovision Song Contest 2015 in Wien öffnet sich auch für hörbehinderte Fans und bietet die Show auch in internationaler Gebärdensprache an. In Deutschland ist sie live auf einsplus, parallel zur Ausstrahlung auf phoenix, zu sehen.
Der deutsche Kommentar von Peter Urban ist auf einsplus nicht zu hören, stattdessen die Show im Original – und im Splitscreen.

Die Gebärdendolmetscher sind aber nicht nur Übersetzer. Es sind Performer! Die gehen richtig ab während der Songs, scheinen großen Spaß zu haben. Da tanzt die Übersetzerin mit, sie zieht Grimassen, sie schwingt die Hüften. Es sind nicht nur die Worte, die sie übersetzt – es ist auch die Stimmung, die damit rübergebracht wird.
Für Gehörlose ist das ein fantastischer Service – aber auch für Hörende schön anzusehen.

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Eurovision Song Contest 2015 – 1. Halbfinale

Mittwoch, den 20. Mai 2015
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DI 19.05.2015 | 21.00 Uhr | phoenix

Gut gemeint, aber trotzdem ausgeschieden. Finnland hat es nicht ins Finale des Eurovision Song Contests 2015 geschafft. Dabei sorgte die Band Pertti Kurikan Nimipäivät (PKN) für Furore: Mit nur 100 Sekunden lieferten sie mit “Aina mun pitää” (Ich muss immer) den kürzesten ESC-Song aller Zeiten. Und: Alle vier Punkmusiker haben eine geistige Behinderung. Drei haben das Down-Syndrom, einer ist Autist. Integration lautet das Stichwort, und sie bekamen viel Aufmerksamkeit. es heiß, der Einzug ins Finale sei sicher, und eigentlich haben sie das auch schon wieder gewonnen.
Nur leider: Der Song war nicht gut. Und so ein kleines bisschen geht es beim Eurovision Song Contest ja auch um eben jenen Song. Und der ist durchgefallen, und das zurecht. Auch wenn es für die Jungs natürlich schade ist.

Nach dem Sieg von Conchita (die “Wurst” scheint Geschichte zu sein), ist der Eurovisionszirkus in Wien zu Gast. Mit einer pompösen Show startete das dreiteilige Event am Dienstag, übertragen von phoenix. Erstmals können auch gehörlose Zuschauer dabei sein, denn auf einsplus läuft parallel die Show mit Gebärdendolmetschern.

Von 16 Songs kamen zehn weiter. Ein richtiger Kracher fehlte im ersten Halbfinale aber leider. Die Belgier mit dem jungen Mann, der offenbar erst seinen Stimmbruch noch vor sich hat, sind weiter – und hatten einen der besseren Beiträge am Dienstagabend. Die Russen kamen mit einem Friedenslied daher, auf der Bühne standen alle ganz in Weiß – Roy Black nimmt das oben im Himmel sicherlich interessiert zur Kenntnis.
Meine drei weiteren Favoriten, Moldawien (Rowdy macht Polizistin an), Weißrussland (die Geigerin hat’s rausgerissen) und Dänemark (die Band “Anti Social Media” ist bei Facebook), haben es leider nicht geschafft.
Dafür aber Armenien, obwohl das Musical-Arie-Pop-Mischmasch so gar nicht in mein Ohr wollte.

Für das 2. Halbfinale am Donnerstag ist noch sehr viel Luft nach oben. Und ich bin gespannt auf The Makemakes aus Österreich – das Lied finde ich mehr und mehr favoritenverdächtig. Aber ob die Ösis den ESC auch 2016 wieder ausrichten wollen?

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Der Deutsche Webvideopreis 2015 – Die Nominierten

Montag, den 27. April 2015
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SO 26.04.2015 | 18.00 Uhr | einsplus

Da denkt man, die Youtube-Generation und die heutigen Webvideofilmer sind total modern, und dann läuft so eine verschnarchte Veranstaltung wie die Nominierungsshow zum Deutschen Webvideopreis 2015. Erstmals übertrug am Sonntagabend einsplus die Veranstaltung live, und sie wirkte wie eine längst verschollene Aufzeichnung aus den 80ern.

Das Bühnenbild bestand aus einem Fernseher aus Oma-Opa-Zeiten, was ganz sicher (hoffentlich!) ironisch wirken sollte. Immerhin sollten ja – so die Ankündigung – die TV-Welt mit der digitalen Welt vernetzt werden.
Was allerdings grandios misslang.
Okay, einsplus hat sowieso kaum Zuschauer. Aber wer sich vielleicht doch dorthin verirrte und womöglich wenig mit Webvideos am Hut hat, der wird sich gefragt haben, was das alles soll.
Die Nominierten in den verschiedenen Kategorien sind nämlich nur verlesen worden: Ausschnitte? Fehlanzeige. Wer wissen will, warum die Nominierten ausgewählt worden sind, stand im Regen, man wurde mit den bloßen Namen poder Titeln alleingelassen. Und ganz am Ende mit dem Hinweis, wo man sich denn nun infomieren könne.
Immerhin sind in den bereits prämierten Kategorien (sehr) kurze Ausschnitte gezeigt worden.

Wenn man wirklich auch andere Zielgruppen auf diese Kunst im Web aufmerksam machen will, dann sollte man sie auch ein bisschen anfüttern und neugierig machen. Das ist dieser seltsam altertümlich wirkenden Show nicht gelungen.
Was schade ist: Denn hinter den Nominierungen stecken hier und da wirklich hervorragende und sehenswerte Projekte, die man auch Fernsehzuschauern gern mal näher bringen könnte.

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Rock am Ring 2014: Klangkarussell

Freitag, den 6. Juni 2014
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DO 05.06.2014 | 3.05 Uhr (Fr.) | einsplus

Chilliges bei “Rock am Ring”? Warum nicht? Noch dazu um kurz nach drei, wenn schon langsam der Morgen graut.
Ja, genau. 3.05 Uhr, und einsplus überträgt immer noch live. Auf dem Nürburgring ist immer noch nicht Schluss. Ein Blick in den Festivalplan im Internet bestätigt das, der Auftritt von Klangkarussell passiert gerade jetzt, es ist alles live. Und es ist wunderbar! Der erste Tag beim Rockspektakel endet mit elektronischer Musik, die auf den ersten Blick zwar nicht zum Festival passt, dafür aber wunderbar zur nächtlichen Uhrzeit.

Dass aber auch einsplus so lange dabei bleibt, ist absolut lobenswert. Denn nur noch einsplus ist es, der ARD-Spartenkanal, der solche Festivals in epischer Länge überträgt. Vier Tage lang ist einsplus über Stunden hinweg der Festivalsender.
Das ZDF hat sich leider aus diesem Geschäft verabschiedet, zdf.kultur ist nur noch eine Abspielstation von Altware.

Und so bot einsplus allein am Donnerstag harte Klänge von Iron Maiden und The Offspring, Poppiges von Cro und Chilliges von Klangkarussell. Und das über eine Länge von zehn Stunden allein am ersten Festivaltag. Und da sage noch einer, die ARD hat nichts für das junge Publikum zu bieten.

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Eurovision Song Contest 2014: 2. Halbfinale

Samstag, den 10. Mai 2014
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DO 08.05.2014 | 21.00 Uhr | phoenix

Alle wieder gemeinsam im Finale: Deutschland, Österreich und Schweiz, die deutschsprachigen Nachbarn, sind am Sonnabend in der großen ESC-Show in Kopenhagen vertreten. Wir dürfen also gespannt sein, ob sich die drei Länder an der allseits geächteten Punkteschacherei beteiligen werden.

Am auffälligsten dabei ist natürlich Conchita Wurst aus Österreich. Der Travestiekünstler Tom Neuwirth tritt in Frauenkleidern, aber mit Bart auf. Was diese aber dieser seltsame Name bedeiten soll, wieso nennt man sich denn Wurst? Weil es “wurst” ist, ob da ein Mann oder eine Frau auf der Bühne steht?
Er selbst begründet das jedenfalls so.

Im 2. Halbfinale, das am Donnerstag bei phoenix und einsplus lief, traten gerade mal noch 15 Songs an, von denen zehn weiterkamen. Da musste die zweistündige Show schon mächtig gestreckt und mit einem dritten Schnelldurchlauf (schon nach dem Votingschluss) aufgefüllt werden. Sollten 2015 noch weniger Lönder am ESC teilnehmen, wird wohl bald ein zweites Halbfinale überflüssig.

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Eurovision Song Contest 2014: 1. Halbfinale

Mittwoch, den 7. Mai 2014
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DI 06.05.2014 | 21.00 Uhr | phoenix

Bedauerlich! Wirklich sehr bedauerlich! Der Eurovision Song Contest 2014 scheint abgesagt worden zu sein. Stattdessen übertrugen phoenix und einsplus am Dienstagabend den Eurovision Artistik Contest live aus Kopenhagen. Was ist nicht da nicht fleißig geturnt worden? Ein Mann in einem Laufrad. Eine Frau an einem Hochseil. Seltsame Gymnastik. Eine Eiskunstläuferin. Und so weiter. Es ging sehr sportlich zu in Kopenhagen.

Ja, okay, gesungen worden ist da auch. Aber nach dem starken 2013er-Jahrgang in Oslo konnte es eigentlich nur schlechter werden. Durchschnittsware ist in diesem Jahr offenbar trumpf. Da fallen in Russen in die 80er-Jahre zurück, stellen zwei blonde Frauen auf die Bühne, eine Windmaschine davor und lassen sie einen nichtssagenden Schlager trällern. Weitergekommen sind sie damit trotzdem. Wobei ja Russland auch stumm auf der Bühne stehen könnte, die würden trotzdem ins Finale kommen.

Der alte Grand-Prix-Haudegen Ralph Siegel wollte es in diesem jahr mal so richtig krachen lassen. Beim Beitrag aus San Marino (die Deutschen lassen ihn ja nicht mehr) saß er auf der Bühne am Klavier. Und weil sein Song irgendwie so gar nicht ralphsiegelig klang (aber trotzdem nicht wirklich doll), darf er sogar im Finale noch mal ran. Glückwunsch, Ralph!

Highlight des Abends: The Common Linnets aus den Niederlanden mit ihrem Song “Calm after the Storm”. Eine einfache, aber eingängige, schöne Country-Folk-Nummer. Die musste einfach ins Finale!
Und hoffentlich hat das 2. Halbfinale am Donnerstag ein paar Höhepunkte mehr parat!

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Eurovision Song Contest 2014: Songchecker

Dienstag, den 6. Mai 2014
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MO 05.05.2014 | 19.15 Uhr | einsplus

Was waren das für Zeiten, als rund um den Eurovision Song Contest in vielen Sondersendungen berichten worden ist. “TV total” sendete vom Austragungsort, die ARD sendete live. Insbesondere als der Eurovisionszirkus in Deutschland gastierte, war das Interesse groß.
Und 2014? Nahezu nichts. Nur der Spartensender einsplus bringt ein vierteiliges Special mit dem Titel “Songchecker”. Dort werden die 37 Songs analysiert, die in diesem jahr teilnehmen.

Für die Analyse sind Kommentatorenlegende Peter Urban, eine ARD-Nachwuchsmoderatorin und ein Youtubefilme-Hochlader zuständig. Also die Expertenelite Deutschlands. Der deutsche Elaiza-Song schneidet natürlich in Folge 1 am Montagabend am besten ab, ansonsten viel Mittelmaß.
Das ganze ist so spannend und frisch gemacht wie eingeschlafene Füße. Und scheinbar uralt. An einer Stelle faselte Peter Urban was davon, dass ja erst Mitte April deutlicher werde, wie denn die Wetten für den deutschen Song stünden. Wir haben Anfang Mai. Wer weiß, wann das Gerümpel aufgezeichnet worden ist. Aber bei einsplus fast ohne Zuschauer fällt das ja sicherlich kaum auf.