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1080NerdScope

Freitag, den 7. August 2015
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MI 05.08.2015 | 20.00 Uhr | einsplus

Wie herrlich ist doch die Youtube-Welt. Man kann machen, was man will. Es muss nicht professionell sein. Es darf gern auch dilettantisch rüberkommen. Aber gut muss es sein, unterhaltsam. Deshalb ist am neuen Magazin “1080NerdScope” eigentlich auch nicht wirklich was auszusetzen.
Die Youtubestars LeFloid (Florian Mundt), Frodoapparat (Max Krüger) und RobBubble (Robin Blase) sitzen an einem Tisch und reden, was gerade so los ist und im Kino und in Sachen Gaming gerade angesagt ist. Da werden Zettel als Rubrikentrenner ins Bild gehalten und drauf losgeredet.

Anders an diesem Youtube-Magazin ist, dass es für den SWR produziert wird. Dass es zwar zuerst auf Youtube zu sehen ist, dann aber auch im Fernsehen, bei einsplus.
Die drei Jungs machen sich darüber selbst ein wenig lustig. Auch verteilen sie ordentliche Seitenhiebe an den Kinofilm “Kartoffelsalat”, in dem ja diverse Youtuber mitspielen (da gibt es sogar einen recht lustigen Einspieler mit einer Trailer-Verarsche).
Ansonsten ist das alles nett, nicht zwingend langweilig, aber besonders innovativ auch nicht. Auf Youtube werden sie vermutlich trotzdem ihr Fans finden – wer dann aber noch einsplus einschalten soll, ist fraglich. Immerhin machen die Jungs selbst im Magazin kaum Werbung für den Sender.

Ich glaube, wenn ich heute noch mal 18 wäre, würde ich das auch versuchen. Sehe ich mir die inzwischen 20 Jahre alten Videos von damals an, haben wir ja eigentlich nichts anderes gemacht, als die Youtuber heute…
Rumlabern kann jeder. Heute sehen aber bei Youtube im Idealfall Tausende zu.

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Der Deutsche Webvideopreis 2015

Montag, den 15. Juni 2015
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SA 13.06.2015 | 19.00 Uhr | einsplus

Webvideopreis! Im Fernsehen! Da muss erst wieder das öffentlich-rechtliche Fernsehen her, dass die Verleihung des Deutschen Webvideopreis so groß und aufwändig zelebriert wird wie noch nie.
Immerhin haben wieder ein paar Leute mehr aus der jungen Zielgruppe entdeckt, dass die alte Tante ARD einen Jugendsender betreibt – oder so was Ähnliches.
Und während sich die Internetwelt auf einsplus das Event reinzogen, twitterten sie fleißig.

Allerdings war eine Vielzahl der Tweets nicht gerade schmeichelhaft für die ARD und das Fernsehen im Allgemeinen. TV-Verantwortliche werden sich die Reaktionen mit gemischten Gefühlen angesehen haben.
Sicherlich jeder dritte bei einsplus eingeblendete Tweet handelte am Sonnabendabend davon, dass man ja sonst kein Fernsehen mehr schaue, aber jetzt endlich mal was Cooles laufe. Endlich lohne es sich mal wieder, Fernsehen zu gucken. Drei Jahre kein Fernsehen genutzt – jetzt aber, zum Webvideopreis. Und so weiter. Dabei hätte man sich das Event auch locker im, na so was, Internet ansehen können.

Eigentlich ein Trauerspiel, das natürlich die jungen Leute nicht als solches empfinden. Warum auch. Im Internet – meist auf Youtube – haben sie ihre Stars, die sie gern verfolgen und verehren. Wer braucht da noch das lineare Fernsehen? Dass es da durchaus auch noch einiges Gutes gibt, wird da kaum noch wahrgenommen.

2016 (oder später) geht das ARD/ZDF-Jugendangebot an den Start – im Internet, da wo die Zielgruppe anzutreffen ist. Ich bin gespannt, ob das funktioniert. Und vor allem, wie ARD und ZDF die Zielgruppe ansprechen und erreichen wollen. Und ob sie das schaffen.

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Rock am Ring 2015: Fritz Kalkbrenner

Samstag, den 6. Juni 2015
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FR 05.06.2015 | 1.55 Uhr (Sa.) | einsplus

Ach, Fritz! Vielleicht hättest du ja einmal mehr nachdenken können. Okay, ja, es ist nicht schön, wenn das eigene Konzert abgebrochen werden muss. In der Nacht zu Sonnabend war das der Fall – es gab eine Unwetterwarnung. Fritz Kalkbrenner, der gerade an seinen DJ-Reglern spielte, war alles andere als amüsiert.
Auf einsplus, der den Auftritt beim “Rock am Ring 2015″ live übertrug, war noch zu hören, was er nach der Bühnenansage des Veranstalters über das noch offene Mikro sagte: “Der lustige Moderator (…), Alder, leck mich am Arsch!” Und auf Twitter schrieb er, dass er untröstlich sei.

Auch während des Konzertes hatte er schon mit technishcen Problemen zu kämpfen, immer wieder fiel der Ton aus. Immerhin ist zu diesem Zeitpunkt bereits ein Unwetter über das Festivalgelände gezogen – erst danhach konnte Fritz Kalkbrenner mit Verspätung beginnen. Aber wenn so ein Konzert abgebrochen werden muss, weil es einfach mal wichtiger ist, dass sich die Besucher in Sicherheit bringen – da kann man auch einfach mal die Fresse halten, nicht meckern und hinnehmen, dass ein Fritz Kalkbrenner da einmal zurücktreten muss.

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Rock am Ring 2015: Clueso

Samstag, den 6. Juni 2015
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FR 05.06.2015 | 21.55 Uhr | einsplus

Zum 30. Geburtstag des Festivals “Rock am Ring” gab es ein Geschenk, über das sich die meisten eher nicht freuen. Livemusik am Nürburgring ist Geschichte – das Festival musste weiterziehen und findet nun auf dem Flughafen Mendig statt.
Bedeutet: Das Jubiläumsfestival ist genauer betrachtet eine Premiere, und Premiere heißt leider auch: Organisationsprobleme. Angeblich sind sehr viel mehr Leute angereist als geplant, und ihre zelte sind größer als gedacht, so dass schon Mittwoch der eigentliche Campingplatz voll war – und die Stimmung im Eimer.
Auch ein Grund, warum ich so was nicht noch mal erleben muss.

Aber es scheint auch technische Schwierigkeiten zu geben, wie sich doch recht deutlich beim Auftritt von Clueso zeigte, der Freitagabend auch live von einsplus übertragen worden ist. Auf der anderen Bühne spielten gleichzeitig die Toten Hosen, und das dermaßen laut, dass sie das Konzert von Clueso übertönte. Während der Zwischenmoderationen schallten die Hosen-Songs sehr laut rüber, was Clueso auch mehrfach kommentierte. Wie muss das erst live geklungen haben, schließlich kann man den Ton bei einer Fernsehübertragung viel besser regeln als live vor Ort. Fürs Publikum muss es eher anstrengend gewesen sein, und da muss sich im kommenden Jahr dringend etwas ändern!

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Eurovision Song Contest 2015 – 2. Halbfinale

Freitag, den 22. Mai 2015
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DO 21.05.2015 | 21.00 Uhr | einsplus

Eigentlich bietet einsplus ja einen Service für Gehörlose. Aber es ist viel mehr: spannendes und lustiges Entertainment!
Der Eurovision Song Contest 2015 in Wien öffnet sich auch für hörbehinderte Fans und bietet die Show auch in internationaler Gebärdensprache an. In Deutschland ist sie live auf einsplus, parallel zur Ausstrahlung auf phoenix, zu sehen.
Der deutsche Kommentar von Peter Urban ist auf einsplus nicht zu hören, stattdessen die Show im Original – und im Splitscreen.

Die Gebärdendolmetscher sind aber nicht nur Übersetzer. Es sind Performer! Die gehen richtig ab während der Songs, scheinen großen Spaß zu haben. Da tanzt die Übersetzerin mit, sie zieht Grimassen, sie schwingt die Hüften. Es sind nicht nur die Worte, die sie übersetzt – es ist auch die Stimmung, die damit rübergebracht wird.
Für Gehörlose ist das ein fantastischer Service – aber auch für Hörende schön anzusehen.

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Eurovision Song Contest 2015 – 1. Halbfinale

Mittwoch, den 20. Mai 2015
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DI 19.05.2015 | 21.00 Uhr | phoenix

Gut gemeint, aber trotzdem ausgeschieden. Finnland hat es nicht ins Finale des Eurovision Song Contests 2015 geschafft. Dabei sorgte die Band Pertti Kurikan Nimipäivät (PKN) für Furore: Mit nur 100 Sekunden lieferten sie mit “Aina mun pitää” (Ich muss immer) den kürzesten ESC-Song aller Zeiten. Und: Alle vier Punkmusiker haben eine geistige Behinderung. Drei haben das Down-Syndrom, einer ist Autist. Integration lautet das Stichwort, und sie bekamen viel Aufmerksamkeit. es heiß, der Einzug ins Finale sei sicher, und eigentlich haben sie das auch schon wieder gewonnen.
Nur leider: Der Song war nicht gut. Und so ein kleines bisschen geht es beim Eurovision Song Contest ja auch um eben jenen Song. Und der ist durchgefallen, und das zurecht. Auch wenn es für die Jungs natürlich schade ist.

Nach dem Sieg von Conchita (die “Wurst” scheint Geschichte zu sein), ist der Eurovisionszirkus in Wien zu Gast. Mit einer pompösen Show startete das dreiteilige Event am Dienstag, übertragen von phoenix. Erstmals können auch gehörlose Zuschauer dabei sein, denn auf einsplus läuft parallel die Show mit Gebärdendolmetschern.

Von 16 Songs kamen zehn weiter. Ein richtiger Kracher fehlte im ersten Halbfinale aber leider. Die Belgier mit dem jungen Mann, der offenbar erst seinen Stimmbruch noch vor sich hat, sind weiter – und hatten einen der besseren Beiträge am Dienstagabend. Die Russen kamen mit einem Friedenslied daher, auf der Bühne standen alle ganz in Weiß – Roy Black nimmt das oben im Himmel sicherlich interessiert zur Kenntnis.
Meine drei weiteren Favoriten, Moldawien (Rowdy macht Polizistin an), Weißrussland (die Geigerin hat’s rausgerissen) und Dänemark (die Band “Anti Social Media” ist bei Facebook), haben es leider nicht geschafft.
Dafür aber Armenien, obwohl das Musical-Arie-Pop-Mischmasch so gar nicht in mein Ohr wollte.

Für das 2. Halbfinale am Donnerstag ist noch sehr viel Luft nach oben. Und ich bin gespannt auf The Makemakes aus Österreich – das Lied finde ich mehr und mehr favoritenverdächtig. Aber ob die Ösis den ESC auch 2016 wieder ausrichten wollen?

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Der Deutsche Webvideopreis 2015 – Die Nominierten

Montag, den 27. April 2015
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SO 26.04.2015 | 18.00 Uhr | einsplus

Da denkt man, die Youtube-Generation und die heutigen Webvideofilmer sind total modern, und dann läuft so eine verschnarchte Veranstaltung wie die Nominierungsshow zum Deutschen Webvideopreis 2015. Erstmals übertrug am Sonntagabend einsplus die Veranstaltung live, und sie wirkte wie eine längst verschollene Aufzeichnung aus den 80ern.

Das Bühnenbild bestand aus einem Fernseher aus Oma-Opa-Zeiten, was ganz sicher (hoffentlich!) ironisch wirken sollte. Immerhin sollten ja – so die Ankündigung – die TV-Welt mit der digitalen Welt vernetzt werden.
Was allerdings grandios misslang.
Okay, einsplus hat sowieso kaum Zuschauer. Aber wer sich vielleicht doch dorthin verirrte und womöglich wenig mit Webvideos am Hut hat, der wird sich gefragt haben, was das alles soll.
Die Nominierten in den verschiedenen Kategorien sind nämlich nur verlesen worden: Ausschnitte? Fehlanzeige. Wer wissen will, warum die Nominierten ausgewählt worden sind, stand im Regen, man wurde mit den bloßen Namen poder Titeln alleingelassen. Und ganz am Ende mit dem Hinweis, wo man sich denn nun infomieren könne.
Immerhin sind in den bereits prämierten Kategorien (sehr) kurze Ausschnitte gezeigt worden.

Wenn man wirklich auch andere Zielgruppen auf diese Kunst im Web aufmerksam machen will, dann sollte man sie auch ein bisschen anfüttern und neugierig machen. Das ist dieser seltsam altertümlich wirkenden Show nicht gelungen.
Was schade ist: Denn hinter den Nominierungen stecken hier und da wirklich hervorragende und sehenswerte Projekte, die man auch Fernsehzuschauern gern mal näher bringen könnte.