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Das war 2016!

Samstag, den 31. Dezember 2016
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Was war das für 1 Jahr???!!!!11!!
Die Welt wird immer verrückter. Nein, eigentlich sind es die Menschen, die immer irrer werden. Die sich gegenseitig anstacheln, die nur noch ihre eigenen Wahrheiten akzeptieren, alles andere als Lüge abtun. Die immer und überall Verschwörungen wittern und nicht mal mehr offiziellen Mitteilungen der Polizei glauben.
Stattdessen wird immer mehr als gefühlte Wahrheiten gesetzt. Was ich fühle, wie ich etwas empfinde, ist auch ein Fakt. Wir leben im postfaktischen Zeitalter, und das ist auch das Wort des Jahres. Eigentlich ja eher das Unwort.

RT Deutsch zum Beispiel. Das russische Auslandsfernsehen sei reine Propaganda, sagen die einen. Das sei alles die Wahrheit, und nur dort gebe es sie, sagen die anderen. Als in Berlin angeblich ein Asylbewerber eine junge Russlanddeutsche entführt und vergewaltigt, kocht die Volksseele, angestachelt auch durch Berichte von RT Deutsch. Dass das Mädchen die Schule geschwänzt und der Mann ihr Freund war – irgendwann hat es schlicht keinen der Demonstrierenden mehr interessiert.
Es sind nämlich nicht nur von Gefühlen geprägte Kommentare, die verbreitet werden – sondern auch Fakenews, Nachrichten, die schlicht ausgedacht, die eine Lüge sind. Da werden Politiker Worte in den Mund gelegt, die sie nie gesagt haben. Oder Gerüchte über angebliche Taten von Ausländern gegenüber Deutschen, die so nie stattfanden.
So haben EU-Gegner den Brexit in Großbritannien erreicht, dass die Wähler für den Austritt des Königreiches aus der EU stimmen, hatten wenige für möglich gehalten. So hat es Donald Trump in den USA geschafft, Präsident zu werden. Gefühle statt Fakten. Irgendwelche Zahlen statt echtem Inhalt.
Oder eben irgendwas daher gelabert. So macht das Mario Barth. In New York sendete er live auf Facebook und wunderte sich, dass zwar über Anti-Trump-Demo berichtet werde, er aber keine sehe. Dass es am Tage war und die Straße, an der er stand, gesperrt – na ja, das hat Mario ja nicht wissen können.
Facebook, Twitter und Co. werden aufgefordert, etwas gegen die Verbreitung solcher Fakenews zu unternehmen. Darüber wird 2017 noch zu reden sein.

Ganz unschuldig sind die Medien aber nicht, dass man ihnen nicht glaubt. Als in der Neujahrsnacht rund um den Kölner Hauptbahnhof hunderte Männer Frauen begrapschen und Passanten berauben, dauerte es Tage, bis umfassend berichtet worden ist. Der WDR sendete um Mitternacht sogar live aus der Domregion – da hat man das offenbar nicht mitbekommen. Beim ZDF war selbst am 4. Januar, als alle anderen endlich berichteten, noch nichts dazu zu sehen. Man bat um Verzeihung. Im Laufe des Jahres ist dann aber recherchiert worden: Dass es sich vorwiegend um Täter aus Nordafrika handelt. Dass die Polizei haarsträubend unterbesetzt war, dass Fehlentscheidungen getroffen und in einer ersten Pressemitteilung beschönigt worden ist.

Es war kein schönes Jahr. Terror, Unglücke, Todesfälle.
Und immer startet die Breaking-News-Maschine. Ein Zwischenfall in Berlin? Da darf gern mal schwadroniert und vermutet werden – immer mit der Betonung, man wolle nichts vermuten. Amoklauf in München? Da zeigt man bei RTL schon mal, wie Leichen abtransportiert werden und live hinter dem Reporter, wie Polizisten mit Waffen auf Passanten zielen. Auch der Teilzeitnachrichtensender N24 ist da ganz weit vorn mit bei.
Und immer wieder der Vorwurf an ARD und ZDF, es werde in solchen Fällen zu spät reagiert. Nach dem Zugunglück in Bayern ging der BR erst nach Stunden auf Sendung, nach dem Berliner Zwischenfall das ZDF erst nach fast zwei Stunden.

Und dann immer wieder die Empörungswellen, die durch Deutschland rollen.
Letzter Platz beim Eurovision Song Contest? Empörung! Keiner hat uns lieb! Alles Fake! Und überhaupt! Dass unser Song mies war, zieht keiner in Betracht – obwohl er in den deutschen Charts auch unterbelichtet war. Na ja, diese Fakten halt.
Die Sache mit dem Nachbarn Boateng. AfD-Mann Alexander Gauland habe gesagt, keiner wolle, dass Boateng sein Nachbar sei. Mag er so gesagt haben, er meinte aber wohl eher, dass viele Deutsche erst mal schlucken würden, wenn ein Dunkelhäutiger nebenan einziehen würde. Dennoch: Empörung! Aber eher eine geheuchelte, weil nicht weiter nachgedacht, sondern nur auf einen Satz Bezug genommen wurde, aber nicht auf den Kontext.
Fußball-Bundestrainer Jogi Löw kratzt sich während eines EM-Spiels an den Eiern und riecht dann an seiner Hand. Groooße Aufregung! Viele Berichte und Artikel, als ob wir keine anderen Sorgen haben.
Diskuswerfer Christoph Harting gewinnt Gold bei Olympia und erdreistet sich, bei der Hymne nicht ernsthaft zu sein. Empörung! Wie kann er nur so respektlos sein!! Meine Güte.
Und so weiter.

Da geht es schon mal fast unter, wenn Journalisten etwas enthüllen – die Panamapapers. Es ging um Briefkastenfirmen in Panama und um Geldwäsche von Unternehmen und Promis. Da wird ein großes Ding aufgedeckt, es ist das, was die Menschen fordern: diese Art des Enthüllungsjournalismus. Zwei Abende lang ist das ein Thema, dann verpufft es schon wieder. Empörung? Hält sich in Grenzen.
Oder wenn Jan Böhmermann in seiner zdf_neo-Show “Neo Magazin Royale” aufdeckt, wie die Leute in der RTL-Dokusoap “Schwiegertochter gesucht” arbeiten, wie sie die Teilnehmer und Zuschauer veralbern. Kurze Aufregung und gleich wieder verpufft. Quasi ohne Folgen.

Apropos Böhmermann: Nach einer “extra 3″-Satire über den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan legte er in seiner Show noch einen drauf. Er wolle mal zeigen, was denn ein Schmähgedicht sei und wie es klingen müsse: und trug eines vor. Und wieder: groooooße Aufregung. Das ZDF löschte vorsichtshalber die Passage aus der Mediathek, in der Wiederholung lief die Show verkürzt. Erdogan forderte eine Strafe, die Bundesregierung gab den Fall zur Ermittlung frei. Böhmermann zog sich einige Wochen zurück. Am Ende siegte dennoch die Satirefreiheit. Zumal viele Kritiker schlicht den Kontext des Gedichtes ausblendeten. Dass Böhmermann Aufsehen erregen wird, ahnte er wohl, dass das Aufsehen so groß wird – inklusive Berichte in “Tagesschau” und Co., das ahnte er sicher nicht.

Aber zwischendurch waren die Deutschen sowieso mit, ähm, wichtigeren Dingen beschäftigt: dass sich Sarah und Pietro getrennt haben. Weshalb RTL II das auch ordentlich ausschlachtete. Dass Babette von Kienlin (Einstmann) zum zweiten Mal in ihrer ZDF-”Drehscheibe” zusammengebrochen ist. Dass irgendwo irgendwelche Horrorclowns aufgetreten sind.
Oder dass sich Til Schweiger unfassbar toll findet. Sein Nick Tschiller im “Tatort” sei der beste Krimi, der je im Fernsehen lief, und jeder Kritiker habe keine Ahnung, so schrieb er auf Facebook. Von Fernsehgeschichte war da die Rede. Nun ja.

Einer hat keine Lust mehr auf den Zirkus: Im Herbst hing Tobias Schlegl seinen Fernsehjob an den Nagel – um sich zum Notfallsanitäter umschulen zu lassen.
Auch Jürgen Domian will nicht mehr – jedenfalls nicht Nacht für Nacht im 1LIVE-Studio sitzen. Nach 22 Jahren endet seine Call-in-Show “Domian”. Sie wird schwerstens vermisst.

Viele werden am Ende des Jahres vermisst. Sehr viele Promis – sehr viele Musiker sind 2016 gestorben.
George Michael ist tot, ebenso Prince und David Bowie. Leonard Cohen und Roger Cicero. Achim Mentzel und Ekki Göpelt. Außerdem “Trio”-Schlagzeuger Peter Behrens und Manfred Durban von den Flippers. Der Publizist Roger Willemsen, die Politiker Guido Westerwelle, Hans-Dietrich Genscher, Lothar Späth, Peter Hintze, Jutta Limbach, Hildegard Hamm-Brücher, Henning Voscherau und Walter Scheel. In Kuba Fidel Castro. Der Produzent Wolfgang Rademann. Die Schauspieler Götz George, Manfred Krug, Uwe Friedrichsen, Alan Rickman, Bud Spencer, Maja Maranow, Gisela May, Hans Korte, Hilmar Thate, Karl-Heinz von Hassel und Peter Lustig. Die Moderatorinnen Erika Berger und Miriam Pielhau, die Journalisten Günter-Peter Ploog und Jana Thiel, Tamme Hanken, Schriftsteller Umberto Eco, Synchronsprecher Arne Elsholtz, Comiczeichner Lothar Draeger, DDR-Regimefrau Morgot Honecker und der Boxer Muhammad Ali.

Drei Fernsehsender haben sich auch verabschiedet: Der Social-Media-Sender joiz ist erst verkauft worden, dann ging er in Insolvenz, das Studio ließ der Besitzer schon mal ausräumen – ein Musiksender sollte daraus werden. Am Ende zog man den Stecker. einsplus und zdf.kultur gibt es auch nicht mehr. Dafür aber das ARD/ZDF-Jugendangebot Funk – allerdings nur im Internet.
Und was ist mit Servus TV? Erst ließ Besitzer und Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz verkünden, er mache den Sender zum Jahresende dicht. Zu Hohe Kosten. Und von der Gründung eines Betriebsrates war die Rede. Nur einen Tag später hieß es: Es geht doch weiter. Und dann: Servus TV beendet die Ausstrahlung in Deutschland. Und dann: doch nicht, alles geht weiter. Ein Hü und Hott.

Was war sonst so?
Der Deutsche Fernsehpreis ist nun eine rumpelige Gala in den Düsseldorfer Rheinterrassen. Eine öde Party.
Harald Schmidt ist auch noch da – in grausamen Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen – und auf dem Traumschiff.
Weibliche Fußball-Kommentatorinnen wollen einige deutsche Männer nicht haben: Als Claudia Neumann im ZDF ein Herren-EM-Spiel kommentiert, wird im Internet fies gepöbelt. Wo doch angeblich nur Asylbewerber nicht gut mit ihren Frauen umgehen. Wobei, sorry, im Fußball gelten natürlich andere Regeln.
RTL hat einen neuen Ableger: RTLplus. Noch mehr Sendeflächen für Gerichtsshow-Resterampen.
Daniela Katzenberger und Lucas Cordalis teilen ihr Leben mit den RTL-II-Zuschauern: Hochzeit und Heiligabend live. Puh.
Auch puh, aber anders: Als Jörg Draeger, Frederic Meißner, Björn-Hergen Schmipf und Harry Wijnvoord den Jakobsweg liefen, entstand daraus die 12-teilige Dokureihe “OGOT” bei Tele 5. Slow-TV vom feinsten. Ein kleines TV-Highlight.
Sehr sehenswert war auch “Terror – Ihr Urteil”. Der Film bestand nur aus einer Gerichtsverhandlung um den Abschluss eines Flugzeuges, das von Terroristen entführt worden ist, und am Ende konnte das Fernsehvolk abstimmen. Ein spannendes Experiment, und immerhin ist das auch einen Tag diskutiert worden.
Olympia in Rio. Das letzte Mal bei ARD und ZDF – nun übernimmt Eurosport.
Als an einem Sonntag morgens um kurz vor halb 7 im ZDF der Horrorfilm “Halloween – Nacht des Grauens” statt Kinderfernsehen läuft, fragen ein paar Leute via Twitter mal nach. Erst da fällt den ZDF-Leuten was auf. Ups.

Da ist man schon mal aufgeregt. Und bei all dem Neuen blickt sowieso keiner mehr durch. Deshalb kommen nun auch viele Sendungen von damals wieder. Für die guten Gefühle. Oder so. Das “Glücksrad” ist wieder da. “Herzblatt”, das “Familien-Duell”, “Jeopardy!”, “Ruck Zuck”, “Akte X”, “Der heiße Stuhl” und – da haben wir ja wirklich drauf gewartet: “Tutti Frutti”.
Mal sehen, wer oder was 2017 alles zurückkommt. Und ob wir uns alle ein bisschen abregen. So ganz allgemein.
Guten Rutsch.

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einsplus: Sendeschluss

Sonntag, den 2. Oktober 2016
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FR 30.09.2016 | 0.00 Uhr (Sa.) | einsplus

Bei der ARD und beim verantwortlichen SWR scheint man einsplus nicht gerade lieb gehabt zu haben. Während bei zdf.kultur zum endgültigen Sendeschluss ein kleines Abschiedsfilmchen lief, gab es am Freitagabend bei einsplus – nichts.
Der Spielfilm “Das fünfte Element” war um 22 Uhr die allerletzte Sendung. Der Abspann war zu Ende – und flupp. Aus. Seitdem steht dort eine grüne Hinweistafel, dass das Programm einsplus zum 1. Oktober eingestellt worden sei.
Hatte man zum Sender nichts mehr zu sagen? Wollte man nichts mehr sagen? Anders als bei zdf.kultur gibt es auf einsplus auch keinen Hinweis auf das neue Jugendangebot “Funk”, wegen dem ja einsplus abgeschaltet worden ist.

Immerhin 19 Jahre gab es diesen Sender. Gestartet zur IFA 1997 mit dem Namen EinsMuxx wurden dort die Sendungen vom Ersten zeitversetzt ausgestrahlt. Damals eine schöne Idee, heute eigentlich wegen der fortgeschrittenen Technik nicht mehr nötig. Vor gut zehn Jahren wurde daraus einsplus, zunächst als Servicesender.
Dann aber dachte man sich beim federführenden SWR, dass man ja aus einsplus einfach mal einen Teilzeit-Jugendsender machen könnte. Immerhin war ja schon ewig über einen “Jugendkanal” debattiert worden – einsplus war das eigentlich schon.

Blöd nur: So richtig Reklame wurde für einsplus nirgendwo gemacht. Dass da ordentlich Kohle für viele (durchaus sehenswerte) Jugendformate rausgehauen wurde, wusste kaum jemand. Deshalb waren die Einschaltquoten wohl bis zum Schluss kaum messbar.
Man hat schlicht an der Zielgruppe vorbei gesendet.

Aber eine Debatte darum ist müßig. Die Politik und die Entscheidergremien wollten, dass es einen neuen Jugendkanal nur online gibt – und dass dafür einsplus und zdf.kultur eingestellt werden.
Und wie auch bei zdf.kultur ist es um einsplus schade drum – wenn auch das Programm im vergangenen Jahr auch dort nur fast noch aus Wiederholungen bestand.
Und jetzt sind wir alle mal gespannt, ob der “Funk” durch die Decke gehen wird.

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1080NerdScope

Freitag, den 7. August 2015
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MI 05.08.2015 | 20.00 Uhr | einsplus

Wie herrlich ist doch die Youtube-Welt. Man kann machen, was man will. Es muss nicht professionell sein. Es darf gern auch dilettantisch rüberkommen. Aber gut muss es sein, unterhaltsam. Deshalb ist am neuen Magazin “1080NerdScope” eigentlich auch nicht wirklich was auszusetzen.
Die Youtubestars LeFloid (Florian Mundt), Frodoapparat (Max Krüger) und RobBubble (Robin Blase) sitzen an einem Tisch und reden, was gerade so los ist und im Kino und in Sachen Gaming gerade angesagt ist. Da werden Zettel als Rubrikentrenner ins Bild gehalten und drauf losgeredet.

Anders an diesem Youtube-Magazin ist, dass es für den SWR produziert wird. Dass es zwar zuerst auf Youtube zu sehen ist, dann aber auch im Fernsehen, bei einsplus.
Die drei Jungs machen sich darüber selbst ein wenig lustig. Auch verteilen sie ordentliche Seitenhiebe an den Kinofilm “Kartoffelsalat”, in dem ja diverse Youtuber mitspielen (da gibt es sogar einen recht lustigen Einspieler mit einer Trailer-Verarsche).
Ansonsten ist das alles nett, nicht zwingend langweilig, aber besonders innovativ auch nicht. Auf Youtube werden sie vermutlich trotzdem ihr Fans finden – wer dann aber noch einsplus einschalten soll, ist fraglich. Immerhin machen die Jungs selbst im Magazin kaum Werbung für den Sender.

Ich glaube, wenn ich heute noch mal 18 wäre, würde ich das auch versuchen. Sehe ich mir die inzwischen 20 Jahre alten Videos von damals an, haben wir ja eigentlich nichts anderes gemacht, als die Youtuber heute…
Rumlabern kann jeder. Heute sehen aber bei Youtube im Idealfall Tausende zu.

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Der Deutsche Webvideopreis 2015

Montag, den 15. Juni 2015
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SA 13.06.2015 | 19.00 Uhr | einsplus

Webvideopreis! Im Fernsehen! Da muss erst wieder das öffentlich-rechtliche Fernsehen her, dass die Verleihung des Deutschen Webvideopreis so groß und aufwändig zelebriert wird wie noch nie.
Immerhin haben wieder ein paar Leute mehr aus der jungen Zielgruppe entdeckt, dass die alte Tante ARD einen Jugendsender betreibt – oder so was Ähnliches.
Und während sich die Internetwelt auf einsplus das Event reinzogen, twitterten sie fleißig.

Allerdings war eine Vielzahl der Tweets nicht gerade schmeichelhaft für die ARD und das Fernsehen im Allgemeinen. TV-Verantwortliche werden sich die Reaktionen mit gemischten Gefühlen angesehen haben.
Sicherlich jeder dritte bei einsplus eingeblendete Tweet handelte am Sonnabendabend davon, dass man ja sonst kein Fernsehen mehr schaue, aber jetzt endlich mal was Cooles laufe. Endlich lohne es sich mal wieder, Fernsehen zu gucken. Drei Jahre kein Fernsehen genutzt – jetzt aber, zum Webvideopreis. Und so weiter. Dabei hätte man sich das Event auch locker im, na so was, Internet ansehen können.

Eigentlich ein Trauerspiel, das natürlich die jungen Leute nicht als solches empfinden. Warum auch. Im Internet – meist auf Youtube – haben sie ihre Stars, die sie gern verfolgen und verehren. Wer braucht da noch das lineare Fernsehen? Dass es da durchaus auch noch einiges Gutes gibt, wird da kaum noch wahrgenommen.

2016 (oder später) geht das ARD/ZDF-Jugendangebot an den Start – im Internet, da wo die Zielgruppe anzutreffen ist. Ich bin gespannt, ob das funktioniert. Und vor allem, wie ARD und ZDF die Zielgruppe ansprechen und erreichen wollen. Und ob sie das schaffen.

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Rock am Ring 2015: Fritz Kalkbrenner

Samstag, den 6. Juni 2015
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FR 05.06.2015 | 1.55 Uhr (Sa.) | einsplus

Ach, Fritz! Vielleicht hättest du ja einmal mehr nachdenken können. Okay, ja, es ist nicht schön, wenn das eigene Konzert abgebrochen werden muss. In der Nacht zu Sonnabend war das der Fall – es gab eine Unwetterwarnung. Fritz Kalkbrenner, der gerade an seinen DJ-Reglern spielte, war alles andere als amüsiert.
Auf einsplus, der den Auftritt beim “Rock am Ring 2015″ live übertrug, war noch zu hören, was er nach der Bühnenansage des Veranstalters über das noch offene Mikro sagte: “Der lustige Moderator (…), Alder, leck mich am Arsch!” Und auf Twitter schrieb er, dass er untröstlich sei.

Auch während des Konzertes hatte er schon mit technishcen Problemen zu kämpfen, immer wieder fiel der Ton aus. Immerhin ist zu diesem Zeitpunkt bereits ein Unwetter über das Festivalgelände gezogen – erst danhach konnte Fritz Kalkbrenner mit Verspätung beginnen. Aber wenn so ein Konzert abgebrochen werden muss, weil es einfach mal wichtiger ist, dass sich die Besucher in Sicherheit bringen – da kann man auch einfach mal die Fresse halten, nicht meckern und hinnehmen, dass ein Fritz Kalkbrenner da einmal zurücktreten muss.

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Rock am Ring 2015: Clueso

Samstag, den 6. Juni 2015
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FR 05.06.2015 | 21.55 Uhr | einsplus

Zum 30. Geburtstag des Festivals “Rock am Ring” gab es ein Geschenk, über das sich die meisten eher nicht freuen. Livemusik am Nürburgring ist Geschichte – das Festival musste weiterziehen und findet nun auf dem Flughafen Mendig statt.
Bedeutet: Das Jubiläumsfestival ist genauer betrachtet eine Premiere, und Premiere heißt leider auch: Organisationsprobleme. Angeblich sind sehr viel mehr Leute angereist als geplant, und ihre zelte sind größer als gedacht, so dass schon Mittwoch der eigentliche Campingplatz voll war – und die Stimmung im Eimer.
Auch ein Grund, warum ich so was nicht noch mal erleben muss.

Aber es scheint auch technische Schwierigkeiten zu geben, wie sich doch recht deutlich beim Auftritt von Clueso zeigte, der Freitagabend auch live von einsplus übertragen worden ist. Auf der anderen Bühne spielten gleichzeitig die Toten Hosen, und das dermaßen laut, dass sie das Konzert von Clueso übertönte. Während der Zwischenmoderationen schallten die Hosen-Songs sehr laut rüber, was Clueso auch mehrfach kommentierte. Wie muss das erst live geklungen haben, schließlich kann man den Ton bei einer Fernsehübertragung viel besser regeln als live vor Ort. Fürs Publikum muss es eher anstrengend gewesen sein, und da muss sich im kommenden Jahr dringend etwas ändern!

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Eurovision Song Contest 2015 – 2. Halbfinale

Freitag, den 22. Mai 2015
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DO 21.05.2015 | 21.00 Uhr | einsplus

Eigentlich bietet einsplus ja einen Service für Gehörlose. Aber es ist viel mehr: spannendes und lustiges Entertainment!
Der Eurovision Song Contest 2015 in Wien öffnet sich auch für hörbehinderte Fans und bietet die Show auch in internationaler Gebärdensprache an. In Deutschland ist sie live auf einsplus, parallel zur Ausstrahlung auf phoenix, zu sehen.
Der deutsche Kommentar von Peter Urban ist auf einsplus nicht zu hören, stattdessen die Show im Original – und im Splitscreen.

Die Gebärdendolmetscher sind aber nicht nur Übersetzer. Es sind Performer! Die gehen richtig ab während der Songs, scheinen großen Spaß zu haben. Da tanzt die Übersetzerin mit, sie zieht Grimassen, sie schwingt die Hüften. Es sind nicht nur die Worte, die sie übersetzt – es ist auch die Stimmung, die damit rübergebracht wird.
Für Gehörlose ist das ein fantastischer Service – aber auch für Hörende schön anzusehen.