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Vor der Kita werden die Temposünder gestoppt

Donnerstag, den 15. März 2018
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Polizei lasert drei Stunden lang auf der Landesstraße 17 in Eichstädt – 16 Verkehrsteilnehmer sind zu schnell – die Ertappten haben meistens Verständnis

MAZ Oranienburg, 15.3.2018

Eichstädt.
Als das Auto aus dem Havelland mit der Polizeikelle rausgewunken wird, schallt von innen lauter deutscher Schlager heraus. Mit Tempo 56 durch die 30er-Zone in Eichstädt – das hat Folgen.

Vertreter der Polizeiwache Oberkrämer und des Ordnungsamtes standen gestern Vormittag an der Landesstraße 17 in Eichstädt. Seit einiger Zeit weisen im Bereich der Kita „Zwergenland“ Schilder auf eine Tempo-30-Begrenzung hin. Nicht alle Autofahrer beachten diese jedoch. „Der zieht voll durch“, ruft Revierpolizist Ralf Neumann, als er durch das Lasergerät schaut. „Ist der verrückt?“ Tempo 56 – drei werden meist abgezogen. Eine Polizistin läuft auf die Straße, hebt die Kelle. Das Auto muss auf den kleinen Parkplatz neben dem Gemeindehaus.
Polizeiobermeisterin Jana Skubatz tritt ans Fenster, stellt sich vor und bittet um die Papiere. Die Frau am Steuer ist sehr aufgeregt. Da habe ein Lkw die Straße versperrt, und dann sei sie fix wieder losgefahren. Aber: „Keine Diskussion, erledigt!“ Die Frau aus dem Havelland sieht ihr Fehlverhalten auch gleich ein. Aber sie ärgert sich: Seit 1976 habe sie noch nie einen Punkt bekommen. Da sie mehr als 21 Kilometer pro Stunde zu schnell war, wird sie in Flensburg nun mit einem Punkt registriert, hinzu kommen 80 Euro.

Eine Frau in einem Kleinwagen wird angehalten – nach Abzug der Toleranzwerte ist sie immer noch Tempo 48 gefahren, aber knapp am Punkt vorbeigeschrammt. „Im Fahrzeug saß auch ein Kind“, sagt danach Jana Skubatz. Sie baut auf mehr Verantwortung der Autofahrer. „Im Bereich der Kita wird oft zu schnell gefahren, das erleben wir immer wieder.“ Die Eltern würden ihre Kleinen absetzen und dann schnell wieder losbrausen.

Udo Neumann schaut wieder durch das Lasergerät. Ein roter Punkt visiert den Scheinwerfer oder das Nummernschild an, wie im Fernglas. Dann wird abgedrückt und gemessen, wie weite der Wagen entfernt ist, wie schnell er näher kommt. Der Tempowert wird dann angezeigt. Wenn Autofahrer das wollen, können sie sich das am Gerät zeigen lassen. „30. Alles gut“, sagt Udo Neumann.

Zwischen 8.45 und 11.45 Uhr werden in Eichstädt 16 Temposünder erwischt. Zuvor, am „Haus der Generationen” in der Vehlefanzer Lindenallee, ein weiterer. Allerdings sei es schwierig, dort zu lasern, wegen der geringen Entfernungen. „Wir wollen dort mal den Blitzer des Landkreises anfordern“, sagt Udo Neumann.
Vor den Kitas in Oberkrämer kontrolliert die Polizei immer wieder die Geschwindigkeiten. Bewohner und Ordnungsamt melden sich bei der Polizei, um verkehrliche Brennpunkte zu melden. Und wenn die Männer und Frauen dann erwischt werden? „Viele sind verständnisvoll“, sagt Jana Skubatz. „Gerade vor Kitas haben wir wenige Beschwerdeführer, die sehen das als wichtig und richtig an.“ Temposünder können die Strafe gleich vor Ort mit der Bankkarte zahlen oder sie bekommen einen Zahlschein mit nach Hause.

RTelenovela

Grippewelle 2018

Samstag, den 24. Februar 2018
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An der Tür der Arztpraxis hängt ein Zettel: Wegen der Grippewelle müsste momentan mit erheblichen Wartezeiten gerechnet werden.
Oh, dachte ich.
Vor allem, weil ich momentan noch gar nicht wirklich etwas von der Grippewelle mitbekommen habe. Vielleicht habe ich bislang in einem Kokon gelebt.

Ich erwartete nun also eine volle Praxis – und stand in einer fast leeren. Eine der Schwestern erzählte dann aber, dass in den vergangenen Tagen Ausnahmezustand herrscht, und heute der erste Tag sei, an dem wieder etwas mehr Normalität eingetreten sei.
Als mir dann die Ärtzin erzählte, was zu meiner Gesundheit zu sagen ist, stockte sie kurz und nieste in ihre Armhöhle. Und noch mal. Sie hoffe, nicht auch krank zu werden, sagte sie dann doch. Und gab mir zum Abschied die Hand.
Ich hoffe, sie wäscht sich öfter mal die Hände denn ansonsten, ist ja das Handgeben während einer Grippewelle eher nicht so optimal.

Im Radio hörte ich dann in den Nachrichten tatsächlich auch einen Beitrag über die Grippewelle in der Regio Brandenburg. Und im Internet ploppte dazu auch ein Beitrag auf.
Also ob ich plötzlich auch meinen Info-Kokon verlassen habe.

Am Abend, in der Marwitzer Turnhalle: Jahresempfang der Gemeinde Oberkrämer. Viele konnten nicht kommen – wegen der Grippe. Und viele Mitarbeiter der Verwaltung konnten nicht bei der Vorbereitung der Veranstaltung helfen – wegen der Grippe. Der Bürgermeister verzichtete auf überschwängliche Begrüßungen mit Handschlag – wegen der Grippe.

Ich neige dazu, wenn ich so was mitbekomme, sofort davon auszugehen, dass ich mich irgendwo angesteckt habe. Dann spüre ich eine Trockenheit an den Augen, einen leichten Kopfschmerz, und im Hals tut sich auch schon was.
Aber auf Grippe habe ich eigentlich gar keine Lust…

aRTikel

Treue Seele: Die Frau für alle Generationen

Mittwoch, den 17. Januar 2018
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Kerstin Laatsch aus Vehlefanz kümmert sich mit viel Herzblut um Senioren und Kinder

MAZ oberhavel, 17.1.2018

Vehlefanz.
Das ist immer wieder ein schöner Moment für Kerstin Laatsch: „Dankeschön für alles“, ruft ihr eine Frau zu, die gestern Vormittag am Frauenfrühstück teilgenommen hat. Normalerweise findet es einmal im Monat im Vehlefanzer „Haus der Generationen“ statt. Weil aber derzeit die Kitakinder dort betreut werden, muss die Veranstaltung noch bis zum Sommer ins Gemeindehaus nach Eichstädt ausweichen. Die, die das alles koordiniert, ist Kerstin Laatsch.

Dafür bekommt sie viel Lob. „Sie macht das mit Herzblut“, sagt die Vehlefanzer Ortsvorsteherin Erika Kaatsch. „Sie ist jemand, die gestalten will, sie vermittelt viel und will etwas bewegen, sie ist zuverlässig und vielseitig.“
„Mir macht das Spaß“, sagt Kerstin Laatsch selbst. Die 60-Jährige ist seit März 2013 die Koordinatorin für das „Haus der Generationen“ in Vehlefanz. Das heißt, sie macht Seniorenarbeit, sie ist die Brücke zum Heimatverein, zum Jugendclub und auch zur Kita. Wenn zum Beispiel gebastelt wird, dann verbindet sie das mit ihrem eigenen Hobby. „Da kommt viel Dankbarkeit zurück“, sagt sie. Sie tut aber auch viel dafür. Als Ende November die Senioren von Oberkrämer an der Weihnachtsfeier teilnahmen, da lagen auf den Tischen für jeden selbst gebastelte kleine Geschenke. „Da sitze ich dann zu Hause und fummele und gucke nebenbei Fernsehen. Bevor ich dabei einschlafe, bastele ich lieber.“

Eigentlich war Kerstin Laatsch Elektromontierer. Später machte sie aber einen Erziehungshelferlehrgang und arbeitete mehr als 20 Jahre als Erzieherin. Sie lebte in Osterne bei Zehdenick und baute noch zu DDR-Zeiten die dortige Kita mit auf. „Die gibt es aber nicht mehr. Nach der Wende gab es immer weniger Kinder, es wurden Einrichtungen geschlossen.“ Sie wurde dann sozialpädagogische Fachkraft und arbeitete als Sozialarbeiterin in der Zehdenicker Havelland-Grundschule. Aber die Stelle wurde irgendwann nicht mehr verlängert.
Da ihr Mann in Berlin arbeitete und die Kinder in Vehlefanz wohnten, bot sich ein Umzug in den Oberkrämer-Ortsteil an. Immer wieder hilft sie inzwischen in den Kitas in Bötzow, Bärenklau, Vehlefanz oder Eichstädt aus.

Aktuell beginnt ihr Tag aber im Vehlefanzer „Haus der Generationen“. In der Früh fährt sie dorthin, um zum Beispiel den Anrufbeantworter abzuhören. „Eventuell, wenn es wichtig ist, rufe ich dann zurück“, erzählt sie. Danach geht es zur Kita nach Bötzow, dort hilft sie momentan wieder aus, im Auftrag der Gemeinde Oberkrämer. Heute Nachmittag geht es dann zur Seniorenbeauftragten Erika Kaatsch, um kommende Termine abzusprechen. Es ist also einiges zu tun – nur morgen Nachmittag macht sie frei, dann feiert Kerstin Laatsch ihren 61. Geburtstag. Bis Ende Januar wird sie in der Bötzower Kita als Erzieherin eingesetzt. „Dann kümmere ich mich wieder intensiver um das Haus der Generationen“, sagt sie.
„Mir gefällt das.“ Kerstin Laatsch gibt aber auch zu, dass sie im Alter langsam an ihre Grenzen kommt, wenn sie mit Kindern arbeitet. „Aber sie fehlen mir auch, wenn ich sie mal länger nicht sehe.“ An sich könne sie nicht sagen, ob ihr die Arbeit mit Senioren oder Kindern mehr gefalle.

Beim Frauenfrühstück gestern sind schon mal die kommenden Termine festgelegt worden – und das Programm gleich mit. Auch in Bötzow organisiert sie viermal im Jahr ein Frauenfrühstück. Alles das muss vorbereitet werden. „Sie ist die Allround-Frau“, sagt Ortschefin Erika Kaatsch über die gute Seele des Mehrgenerationenhauses. „Eigentlich braucht jede Gemeinde so jemanden wie sie.“

aRTikel

Chronik Oberkrämer 2017

Freitag, den 29. Dezember 2017
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MAZ Oranienburg, 29.12.2017

Januar: Die „Vehlefanzer Amseln“ feiern ihr zehntes Jubiläum. Der Chor wurde 2007 gegründet. – Erste Pläne für die neuen Hortgebäude in Vehlefanz und Bötzow werden vorgestellt. Die Kosten betragen insgesamt etwa 4,5 Millionen Euro. Der Hort in Vehlefanz sollte im Herbst fertig sein, nun aber erst 2018.

Trauer in Marwitz
Albrecht Seeburg ist am 27. Januar im Alter von 79 Jahren überraschend gestorben. Bis zuletzt war er Ortsvorsteher in Marwitz und Gemeindevertreter in Oberkrämer – er setzte sich für die Belange der Menschen ein.

Februar: 35 Leute kommen zum Seniorenfasching nach Eichstädt. Die Kaffeenachmittage, die jeden Monat im Gemeindehaus stattfinden, sind ein voller Erfolg.

Müllers Helfer
Nachdem auf dem Hof von Familie Müller in Schwante ein milder Volgelgrippe-Fall aufgetreten war, wurden dort rund 500 Tiere getötet. Die Trauer in der Familie war groß. Um so größer die Freude, als im Februar viele Helfer auf den Hof kamen, um aufzuräumen und für einen Neustart zu sorgen.

Thiede zeigt’s dem Minister
Albrecht Gerber, der Wirtschaftsminister von Brandenburg, war im Februar zu Gast in der Tischlerei von Olaf Thiede in Bötzow. Er staunte: “Ein ganz großes Spektrum” habe er dort entdecken können.

Mehr Plätze in der Bötzower Kita
Der Anbau der Kita “Traumzauberbaum” in Bötzow ist Ende Februar eröffnet worden. Sie bietet nun Platz für 165 Kinder, das sind 40 mehr als vorher.

März: Die Kirche in Marwitz ist marode und muss saniert werden. Betroffen sind das Dach und das Gestein. Der neue Pfarrer Marcus Schütte beziffert die Kosten auf etwa 310 000 Euro. Er bittet bei der Gemeinde Oberkrämer um Hilfe. – Nach dem Tod von Albrecht Seeburg wird Thomas Nocke neuer Ortsvorsteher von Marwitz. – Auf dem Autohof Oberkrämer in Vehlefanz kommt es zu einem Zwischenfall: Es gibt Streit um die Plätze an den Spielautomaten. Ein Mann (28) kommt mit einem Beil und schlägt auf einen 35-Jährigen ein. – In Schwante schließen sich die Gastwirte vom Schloss, Forsthaus und Gartenhaus zusammen. Sie starken die Vermarktungskampagne „Schwante is(s)t gut“.

April: Eigentlich sollte am Gemeindezentrum in Bötzow eine Streetball-Anlage entstehen. Sie kommt nicht, weil der Ortsbeirat befürchtet, es könnte zu laut werden. – An der MAZ-Frühlingswanderung zur Mühle nach Vehlefanz nehmen 80 Leute teil und sehen Oberkrämer von einer anderen Seite. – Die Gemeindevertreter beschließen einen Nachtragshaushalt für 2017. Die Höhe der Investitionen steigt von 1,98 auf 6,5 Millionen Euro Euro. – Manfred Ende aus Bötzow veröffentlicht sein neues Buch „Als der Bleistift spöttisch die Miene verzog“. – Bernd Ostwald aus Schwante ist neuer Behindertenbeauftragter in Oberkrämer. – Unzählige Besucher kommen zum 15. Krämerwaldfest nach Wolfslake.

Mai: Der Bau des Radweges an der L 170 von Schwante nach Germendorf kommt noch vor 2030. Das geht aus einer neuen Bedarfsliste der Landesregierung hervor. Es herrscht Frust. – Es wird bekannt, dass der Lindenkrug in Schwante schließen muss. Ende September ist Schluss. – Polizei, Veterinäramt und ein Tierarzt holen von einem Grundstück in Eichstädt-Ausbau viele Enten, Hühner, Puten und mehr. Es besteht der Vorwurf der Tierquälerei, den der Besitzer bestreitet. – Das Unternehmen „Fi-sherman’s Partner zieht von Schwante in den Gewerbepark nach Vehlefanz und öffnet dort eine größere Filiale. – Der Oberkrämer-Abschnitt der Straße von Sommerswalde nach Hohenbruch wird saniert.

Marwitzer Partypeople
Die Beat-Fabrik in Marwitz feierte im Mai ihren 20. Geburtstag. Einmal im Monat wird dort eine Nacht lange gefeirt.

Juni: Vehlefanz hat eine zweite Mühlen-Attraktion. Dietmar Sturzbecher kümmert sich um die Bathe-Mühle an der Lindenallee. – Für das Gemeindezentrum in Schwante werden nach dem Auszug der Tourismusinfo neue Nutzer gesucht. – 170 Gäste kommen zur Feier der Brandenburgischen Seniorenwoche in die Marwitzer Turnhalle. – Die Jugendkoordinatorin Marlies Arian geht in den Ruhestand. Silvia Hinze ist ihre Nachfolgerin. – Der Jahrhundertregen sorgt insbesondere in Vehlefanz, Bärenklau und Schwante für viele Einsätze. – David Ostwald ist neuer Gemeindebrandmeister.

140 Jahre Plentz
Das Erdbeerfest im Juni auf dem Dorfanger in Schwante nutzte Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz für eine besondere Feier. Die Bäckerei ist 1877 gegründet worden, nun stand das 140. Jubiläum auf dem Programm.

Touristischer Mittelpunkt
Die Mühle in Vehlefanz entwickelt sich weiter zum touristischen Mittelpunkt in Oberkrämer. Im Juni ist dort die neue Tourismusinfo eröffnet worden. Dazu ist ein ehemaliges Wohnhaus direkt neben der Mühle umgebaut worden.

Juli: Die Dorfkirche in Marwitz ist 250 Jahre alt. Das Kirchweihjubiläum wird mit einem Gemeindefest gefeiert. – Es gibt Dauerregen in Oberkrämer. Erneut hat die Feuerwehr diverse Hochwassereinsätze. – Die Senioren aus dem altersgerechten Wohnheim in Vehlefanz unternehmen mit dem Erlebnisshuttle aus Paaren eine Sommertour durch Vehlefanz und Schwante. – Das Sommerlager der Freikirche muss umziehen. Das Gelände am Mühlensee in Vehlefanz ist zu schlammig. Kurzfristig muss das Lager eine Wiese weiterziehen – eine logistische Herausforderung. Am Ende läuft alles reibungslos.

Land unter am Hörstegraben
Viel zu sehen vom Hörstegraben ist nicht mehr. Ende Juni gab es den Jahrhundertregen. Im Juli folgte ein zweiter Mega-Regenguss, gefolgt von mehrtägigem Dauerregen. Der Hörstegraben in Schwante, in dem viele Kanäle aus Oberkrämer zusammenlaufen und nach Kremmen weiterfließen, konnte die Wassermassen im Laufe des Sommers nicht mehr aufnehmen. Die Wiese nebenan war mehr als einen halben Meter überflutet. Im Spätherbst bot sich an der Stelle noch einmal ein ähnliches Bild. Ein Problem auch für die Anwohner des Grabens.

August: Das Hochwasser nach den Regenfällen am Elsgraben in Bärenklau läuft nur langsam ab. Die Anwohner bitten um Hilfe. – In Vehlefanz startet eine Verfolgungsjagd. Ein Autofahrer ignoriert eine Polizeikontrolle. Die Jagd endet an einem Straßenbaum in Sommerswalde. – Die Gemeindevertreter lehnen die Pläne zur Erweiterung des Geländes der Firma in Winzler in Bötzow-West ab. – Lisa Andreß (22) ist Erntekönigin in Bärenklau. – Ein Hannoveraner-Wallach in Bötzow muss in Quarantäne. Das Pferd ist an Druse erkrankt.

September: Die Kita „Krämer Kids“ wird gesperrt – wegen aggressiven Schimmelbefalls. Die Kinder müssen ausweichen in die Kita Bötzow und ins „Haus der Generationen“. – Die Marwitzer Straße in Bötzow wird ausgebaut – breiter und sicherer soll sie werden. – In Schwante stürzt ein Bauarbeiter aus großer Höhe ab und landet auf einer Zwischendecke. Er wird schwer verletzt. – Bei der Bundestagswahl liegt in Oberkrämer die CDU (32,8 Prozent) vor der SPD (23,0) und der AfD (18,2).

Endlich fertig!
Die Kirche in Vehlefanz wurden sieben Jahre lang saniert. Dach, Fassade, Innenraum. Im September feierte die Gemeinde die Wiedereinweihung.

Oktober: Der Seniorenbeirat Oberkrämer feiert das 20. Jubiläum. Viele Ziele seien geschafft, so die Vorsitzende Erika Kaatsch. – Die Schlossherren in Schwante wollen wieder mehr auf die Dorfbewohner zugehen. Geplant sind diverse Abendveranstaltungen und Feste. – Der Heimatverein Vehlefanz feiert das 25. Jubiläum. Weil im „Haus der Generationen“ aber die Kita untergebracht ist, wird die Feier auf 2018 verschoben. – Der Bolzplatz in Bötzow wird eröffnet. Kosten: etwa 114 000 Euro. – An der Kirche in Vehlefanz wird ein Luther-Baum gepflanzt. – Der Jugendclub zieht vorübergehend in die Feuerwehr, der Platz im „Haus der Generationen“ wird von der Kita gebraucht.

Xavier ließ die Bäume fallen
Große Schäden richtete Anfang Oktober das Orkantief Xavier in Oberkrämer an. Allein auf der L17 zwischen Schwante und Groß-Ziethen fielen 21 dicke Alleebäume samt Wurzeln um und richteten dadurch auch Schäden an der Straße an. Schlimm sah es auch am Wendemarker Weg in Bärenklau aus. Blockiert waren auch die Straßen zwischen Germendorf, Sommerswalde und Schwante sowie zwischen Eichstädt und Marwitz. Die Aufräumarbeiten dauerten langen an.

November: Bei der Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge in Bärenklau kommen 2375,50 Euro zusammen. – An der A 10 in Oberkrämer werden Bäume gefällt. Kahlschlag. Bitter ist das für die Autobahn-Anwohner in Neu-Vehlefanz. Sie sind dem Krach nun komplett ausgesetzt. – Die Senioren-Weihnachtsfeier wird zur logistischen Hausforderung. Weil 240 Leute kommen, ist die Marwitzer Halle zu klein. Es wird in der Oberkrämerhalle in Eichstädt gefeiert.

Dezember: Die Gaststätte „Zur Waage“ schließt. – Die Bärenklauer Sicherheitspartner werden vom Landespräventionsrat ausgezeichnet. Preisgeld: 1000 Euro. – Der Heimatverein Bärenklau veranstaltet auf dem Remontehof erstmals einen Adventsmarkt. – Das Auto von Thomas Nocke, dem Marwitzer Ortsvorsteher, brennt ab. Es ist wohl Brandstiftung – und das dritte Mal, dass es in Zusammenhang mit Nocke einen Zwischenfall gibt.

aRTikel

Club ohne Nachwuchssorgen

Donnerstag, den 9. Februar 2017
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35 Leute kamen gestern zum Fasching – Wenn sich die Senioren im Eichstädter Gemeindehaus treffen, ist der Raum, oft kommen neue Leute hinzu

MAZ Oranienburg, 9.2.2017

Eichstädt.
Viele Seniorengruppen haben Nachwuchssorgen – es kommen kaum neue Mitglieder. Nicht so in Eichstädt, da platzte der Raum im Gemeindehaus gestern Nachmittag aus allen Nähten. 35 Leute kamen zur Faschingsfeier. „Hier ist ganz schön was los“, sagte Inge Meyer, die den Seniorenclub leitet.

Einmal im Monat finden die Kaffeenachmittage statt, die Teilnehmer sind Frauen und Männer im Alter zwischen 60 und 85 Jahren. „Immer im Januar legen wir fest, was wir machen“, sagt Inge Meyer. So ist im nächsten Monat der Bötzower Autor Manfred Ende in der Runde zu Gast. Außerdem finden dreimal im Jahr Ausflüge statt. So geht es zur Lausitzer Seenplatte, zum Beetzer Café am See und von Hennigsdorf aus mit dem Dampfer aufs Wasser.

Inge Meyer organisiert den Seniorenclub seit 1960 – also schon unglaubliche 57 Jahre. Vor der Wende noch unter dem Dach der Volkssolidarität. Ihre Mitstreiter im Vorstand sind Christa Fritsch, Lisa Dittmann, Anneliese Kolewe und Gisela Haase. „Das macht Spaß, weil wir merken, dass die Leute gern hierher kommen“, sagt sie. „Sie wollen mal raus, erzählen, andere Leute treffen.“ Anneliese Radensleben zum Beispiel kommt seit November in den Eichstädter Seniorenclub. „Alleine wollte ich erst nicht“, erzählt sie. „Dann gingen aber meine Nachbarinnen mit, und ich habe dann gesehen, dass ich hier noch mehr Leute kenne.“

Gestern, beim Fasching, war die Stimmung ausgesprochen ausgelassen – auch wenn die Musikanlage streikte und keinen Mucks von sich gab. Aber an sich scheint es sich in Eichstädt rumzusprechen, dass die Leute im Club ihren Spaß haben. „Wenn wir oder die Feuerwehr nichts machen würden, dann gäbe es ja im Ort nichts mehr“, sagt Inge Meyer. Unterstützung bekommen sie aber vom Ortsvorsteher Dirk Ostendorf, außerdem erhalten sie jedes Jahr finanzielle Mittel von der Gemeinde Oberkrämer. Der Seniorenclub in Eichstädt arbeitet unter dem Dach des Oberkrämer-Seniorenbeirates.

Wilfried Nagel kommt ebenfalls regelmäßig zu den Feiern. Für den Fasching verkleidete er sich als Witwe Bolte. „Ich komme seit zwei Jahren, und wir haben hier immer viel Spaß.“ Er fühle sich dort ganz wie zu Hause, sagt er noch.

Kaffee und Kuchen kommen meist aus den eigenen Reihen. Gestern gab es zudem noch ein Abendbrot. Zu den Höhepunkten im Jahreskalender zählt noch der Grillnachmittag im Sommer. Der Raum im Gemeindehaus droht fast schon zu klein für die Zusammenkünfte zu werden, Inge Meyer will deshalb bald Gespräche führen. Schon jetzt weichen die Senioren mit der Weihnachtsfeier auf den Bürgersaal in der Gemeindeverwaltung aus.

aRTikel

Zwei Jahrzehnte im Dienste der Jugend

Dienstag, den 7. Februar 2017
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Im Juli geht sie in Rente: Marlies Arian koordinierte 21 Jahre lang die Clubs in Oberkrämer

MAZ Oranienburg, 7.2.2017

Oberkrämer.
Einen ihrer Wünsche für junge Leute in Oberkrämer konnte sich Marlies Arian nicht erfüllen: „Einen Bus für die Jugendarbeit“, sagt sie. Vergangene Woche waren stattdessen sechs Privatautos im Einsatz, um alle angemeldeten Jugendlichen zum Ferienausflug nach Berlin zu bringen. „Schade, dass das mit dem Bus nicht geklappt hat.“ Zum 1. Juli beendet die Jugendkoordinatorin ihre Arbeit – die 62-Jährige geht in Rente. Die Ausschreibung für ihre Nachfolge läuft bereits. „Ich denke schon, dass es auch Zeit wird, zu gehen“, sagt sie. Vergangenes Jahr war sie längere Zeit krank. „Und jetzt können auch mal jüngere Leute ran.“

Vor 21 Jahren, 1996, hatte sie sich mit einem Konzept um die Jugendarbeit beworben. Davor war sie Gewerkschaftssekretärin, ABM-Kraft in der Kirchengemeinde und Jugendbetreuerin. In ihrem jetzigen Job war sie zuständig für die Jugendclubs in Oberkrämer, für die konzeptionelle Weiterentwicklung, für neue Projekte, aber auch für die Beratung von Eltern und natürlich der Kinder und Jugendlichen.

„Eigentlich sind die Kinder nicht so viel anders wie vor 20 Jahren. Sie sind gleich nett und gleich anstrengend“, sagt Marlies Arian. „Aber die Bedingungen um sie herum haben sich verändert.“ Die Interessen hätten sich ein wenig verschoben. „Wobei, wenn man alte Sachen oder Spiele rausholt, interessieren sie sich auch dafür.“
Durch WhatsApp seien die Betreuer heute viel näher an den jugendlichen dran wie früher. „Wir sehen, was los ist, welche Stimmung herrscht“, erzählt Marlies Arian. „Wir wurden netterweise in die entsprechenden WhatsApp-Gruppen aufgenommen.“ Wichtig sei ihr immer ein höflicher und respektvoller Umgang unter den Jugendlichen gegangen. Gewisse Rituale seien da unumstößlich.

Die Auslastung der Clubs sei unterschiedlich. „Die Jugendlichen sind ja gut versorgt, auch mit den Vereinen, der Feuerwehr und vor allem der Schule.“ Da sei es manchmal sehr ruhig, manchmal aber auch sehr voll in den Clubräumen. Letztlich herrsche aber an jedem Öffnungstag zum Beispiel in Vehlefanz ein Kommen und Gehen, sagt Marlies Arian. „Und wir Betreuer bilden ja auch aus, im Moment haben wir sechs Praktikanten, da sitzen wir auch in den Prüfungskommissionen.“ Die Jugendarbeit sei mehr als die bloße Betreuung der Besucher in den Clubs.

Zu den Höhepunkten ihrer Zeit in der Gemeinde zählt sie die Gründung von „Jofok 23“, der jungen Offensive für Oberkrämer, in der sich eine Gruppe Leute gefunden hat, die gemeinsam überlegen, was sie erreichen wollen. „Inzwischen ist leider der Faktor Zeit zum Problem geworden“, sagt Marlies Arian. Im Frühjahr ist eine Tour durch alle Ortsteile geplant. „Da kann jeder sein Dorf vorstellen und zeigen, welcher Ort ihm da am liebsten gefällt.“

Ob es eine Abschiedsfeier geben wird, steht noch nicht fest. „Ich bin kein Mensch, der sehr gern im Mittelpunkt steht“, sagt sie. Ideen für die Zeit nach dem 1. Juli hat die 62-Jährige aber schon: Sie möchte beim Sozialverbund VDK mitarbeiten und Menschen beraten. „Außerdem schreibe und zeichne ich gern und lese jeden Tag die Zeitung.“ Ihre verschiedenen Freundeskreise, die Kinder und Enkel wird sie dann auch noch öfter sehen.

aRTikel

Bewohner wollen mehr Radwege und größere Bürgernähe

Samstag, den 25. Juni 2016
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Wie lebt es sich in der Gemeinde? Die Ergebnisse der MAZ-Oberkrämer-Umfrage liegen vor

MAZ Oberhavel, 25.6.2016

Oberkrämer.
Mit dem heutigen Tag endet die zweiwöchige Reihe „MAZ zu Hause in Oberkrämer“. Sie begann bereits vor einigen Wochen – mit einer Umfrage unter den Bewohnern der Gemeinde. Das Ergebnis ist natürlich nicht repräsentativ, 50 Leute aus Oberkrämer haben mitgemacht. Aber es gibt immerhin einen kleinen Einblick in die Volksseele.

Die große Mehrheit der Menschen in Oberkrämer fühlt sich dort auch wohl. 46 Prozent derjenigen, die mitgemacht haben, können sich mit der Gemeinde identifizieren. Immerhin 40 Prozent fühlen sich heimisch, jedoch nur im eigenen Ortsteil. Interessant ist, dass 50 Prozent der Umfrageteilnehmer finden, dass jeder Ortsteil der Gemeinde weiterhin für sich stehen solle. Immerhin hat Bürgermeister Peter Leys (BfO) erst am Mittwoch bei der Seniorenfeier in Marwitz betont, dass Oberkrämer mehr und mehr zusammenwachse und man das bei den Bewohnern auch merken würde.

Weiterhin haben wir gefragt, ob die Einwohner zufrieden sind mit der Anzahl von Kitaplätzen. 46 Prozent sagten, dass das Angebot gut und ausreichend sei, nur 16 Prozent halten es für lückenhaft, acht Prozent sagen, es müsse mehr Kitaplätze geben. Tatsächlich gibt es insbesondere im Bereich Bötzow und Marwitz laut Kitabedarfsplan zu wenige Plätze für Kinder. Deshalb wird an der Kita „Traumzauberbaum“ in Bötzow sehr bald ein Anbau entstehen, der Platz für 40 weitere Kinder bietet.

Uneinheitlich ist das Bild in Sachen öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) in Oberkrämer. Nur sechs Prozent der Umfrageteilnehmer finden, dass sie überall gut hinkommen. 38 Prozent sagen, dass der ÖPNV besser werden müsse. Aus Sicht von 20 Prozent fehlen gerade am Abend und am Wochenende Bus- oder Bahnverbindungen. 36 Prozent sagen, dass sie immer das Auto nutzen würden. Bürgermeister Leys griff das Thema am Mittwoch in Marwitz auf: „Man kann nicht alle Wünsche erfüllen, gewisse Dinge sind nur schwer zu beeinflussen“, sagte er.

Die Umfrageteilnehmer konnten am Ende noch ihre Wünsche für Oberkrämer äußern. In dieser Rubrik ist einiges aufgelaufen. Auffallend ist, dass auf besonders vielen Umfragezetteln die fehlende Bürgernähe seitens der Verwaltung in Eichstädt genannt worden ist. „Die Kommune sollte mehr auf die Menschen zugehen und informieren, zum Beispiel über Maßnahmen, die direkt vor der Haustür passieren“, so steht es auf einem der Fragebögen.
Auch fehlende Radwege beschäftigen die Bewohner. In Richtung Germendorf fehlt er, zwischen Vehlefanz und Eichstädt und raus nach Schönwalde-Dorf.
Für Vehlefanz und Marwitz werden fehlende öffentliche Spielplätze angemahnt. Auch nicht ersetzte Straßenbäume spielten mehrfach eine Rolle. Immer wieder ein Thema sind zudem fehlende Einkaufsmöglichkeiten. Märkte gibt es nur in Schwante, Vehlefanz und Bötzow – jedoch keinen Drogeriemarkt, wie es auf einem der Zettel vermerkt ist.
Auch die ärztliche Versorgung ist ein Thema unter den Bewohnern. Allerdings wird, wie berichtet, bald das neue Ärztehaus in Schwante öffnen, in Vehlefanz ist die neue Praxis in Betrieb, und auch an der Kita in Bötzow wird es im neuen Anbau eine Arztpraxis geben.
Weitere Stichworte: mehr Gewerbe, eine Gaststätte, höhere Polizeipräsenz, eine Bademöglichkeit, und mehr Wohnungen.