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Chronik Oberkrämer 2020

Montag, den 21. Dezember 2020
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MAZonline Oberhavel, 21.12.2020

Oberkrämer.
Das sind die wichtigsten Ereignisse aus dem Jahr 2020 in Oberkrämer.

Januar:
Tonnenweise illegaler Sondermüll wird am Flugplatzsee bei Vehlefanz gefunden. Immer wieder wird Müll abgeladen. +++ Im Bereich Oberkrämer wird ein Abschnitt der sanierten A10 freigegeben. +++ Der Neujahrsempfang des Heimatvereins Vehlefanz findet bei Schwanteland statt.

Februar:
Die Initiative „Wir für euch“ für das Hospiz in Oranienburg veranstaltet ein Fußballturnier in der Eichstädter Oberkrämerhalle. Ergebnis: 4100 Euro. +++ In Vehlefanz soll eine christliche Kita eröffnet werden. +++ Der Kreistag lehnt einen Prüfungsauftrag für eine Oberschule in Oberkrämer ab. +++ Sieglinde Heymann wird neue Chefin der Sicherheitspartner in Bärenklau. +++ In der Marwitzer Turnhalle wird an mehreren Abenden wieder der Karneval gefeiert. +++ Auf dem Dorfanger in Schwante wird die alte Eiche gefällt. +++ Der Schäferweg in Vehlefanz wird ausgebaut. Das Besondere: Für den Ausbau ist nicht die Gemeinde zuständig, sondern es sind die Mitglieder der Flurneuordnungsverfahrens. +++Peter Matschke verlässtnach 27 Jahren die Gemeindeverwaltung in Oberkrämer. Er war stellvertretender Bürgermeister und der Justiziar der Gemeinde. Neue Justiziarin ist Carolin Schmiel, Nachfolger im Amt des stellvertretenden Bürgermeisters ist Ronny Rücker.

März:
Beim Jahresempfang in Marwitz stehen erstmals Handdesinfektionsspender bereit. +++ Die AfD gründet in Oberkrämer einen Ortsverband. +++ Schulen, Kitas und Gemeindehäuser schließen wegen Corona. +++ An der Bushaltestelle in Bärenklau öffnet eine Ostereierstation. +++ Der ehemalige Vehlefanzer Pfarrer Harry Sallowski verstirbt. +++ Zu Beginn der Coronakrise gibt es in Oberkrämer gleich sechs Fälle. +++ Der Regionalmarkt in Schwante fällt aus. Zuvor gab es darum Wirbel, weil selbst eine geplante abgespeckte Veranstaltung bei einigen für Empörung sorgte.

April:
Bei einem Unfall auf der L 17 bei Marwitz stirbt ein 68-Jähriger. +++ Das Bärenklauer Erntefest wird abgesagt – Corona. +++Die Gemeindevertreter tagen erstmals in der Marwitzer Turnhalle – da ist mehr Platz. +++ Seniorinnen in Bärenklau nähen 1628 Stoffmasken. +++ Die Leute vom Orient-Imbiss in Vehlefanz spenden Speisen für das Krankenhaus in Hennigsdorf. +++ Die alte Feuerwehr in Bärenklau bekommt frische Farbe. +++ In Marwitz beginnt die Sanierung der Kirchenfassade. +++ In der Bötzower Kita müssen die Erwachsenen Masken tragen.

Mai:
An der Gemeindeverwaltung in Eichstädt wird illegal eine Regenbogenflagge gehisst. +++ In Schwante bricht eine Wasserbüffel-Herde aus und muss wieder eingefangen werden. +++ Die Beat-Fabrik in Marwitz wird zur „Food-Fabrik“.

Juni:
Der Pavillon am Bötzower Gemeindezentrum wird beschmiert. +++ Der 1. FC Oberkrämer darf in die Fußball-Landesklasse aufsteigen. +++ Die neue Schlossfamilie Würtenberger/Tümpel hat den alten Schlosspark neu gestaltet. Nun wird der Skulpturenpark eröffnet – mit Stücken internationaler Künstler. +++ Am Mühlensee in Vehlefanz gibt es Ärger um Müll und Falschparker. +++ An der Bahnstraße in Bötzow sollen neue Häuser entstehen.

Juli:
Die Schwantener Band Maxi nimmt in Berlin ihr erstes Album auf. +++ Mit 3,35 Promille fährt ein Mann in Bötzow mit seinem Auto mehrere Schilder um. +++ In Karlsruh wird ein illegales Wohnwagengelände geräumt. +++ Das Bistro „Mahlzeit in Bötzow“ schließt. +++ Auf der A10 wird ein saniertes Teilstück freigegeben. +++ Die Freizeit-Buslinie 823 rollt wieder. +++ Die Bötzower Firma Citylean sponsert eine Löschlanze für die Feuerwehr.

August:
An der Vehlefanzer Grundschule laufen die Arbeiten für den Anbau. +++ Dir Bärenklauer Sicherheitspartner helfen bei der Schulwegsicherung. +++ Am Forsthaus Sommerswalde wird für die ZDF-Serie „Blutige Anfänger“ gedreht. +++ Jugendliche in Bötzow kommen zum Arbeitseinsatz am Pavillon zusammen. +++ Im Mühlenweg in Schwante beginnen die Bauarbeiten. +++ In Klein-Ziethen schließt das Lokal „Zu Reckin’s Eiche“. +++ Mit vielen Regeln und Corona-Auflagen wird in Schwante das Dorffest gefeiert.

September:
Warntag – die Sirenen in Vehlefanz und Eichstädt bleiben stumm. +++ Die Marwitzer Firma Dulitz feiert 30. Jubiläum. +++ Eine Picknickpause ist seit dem Sommer in Bärenklau möglich. Das Ehepaar Manuela und Karsten Peter Schröder aus Bärenklau hat auf einem öffentlich zugänglichen Teil ihres Grundstückes eine Sitzmöglichkeit für Spaziergänger geschaffen. +++ An der Lindenallee in Vehlefanz sollen 24 neue Wohnungen entstehen.

Oktober:
Nach einer Veranstaltung beim später positiv auf Corona getesteten Landrat muss sich auch Bürgermeister Leys testen lassen – negativ. +++ Das Atelier von Maler Uwe Müller-Fabian in Vehlefanz wird 25 Jahre alt.

November:
Bötzow wird zum kleinen Corona-Hotspot. Nach Fällen an der Kita muss die Einrichtung vorübergehend schließen. Bis Mitte des Monats gibt es allein in diesem Zusammenhang 44 Fälle. +++ Bürgermeister Leys stellt für 2021 einen Haushalt mit der Rekord-Investitionssumme von 6,42 Millionen Euro vor. +++ Die Brücke im Wendemarker Weg in Bärenklau wird wieder freigegeben. +++ Der Vehlefanzer Ortshistoriker Helmut Schönberg verstirbt. +++ Der Kurzfilm „Hilfe!“ von der Grundschule Bötzow feiert auf Youtube Premiere.

Dezember:
Der Schäferweg in Vehlefanz entwickelt sich mit dem neuen Asphalt zur Rennstrecke. +++ In Bötzow sorgen viele Schmierereien an Wänden und Schildern für Frust.

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Morgens gibt’s Hackepeter-Brötchen

Donnerstag, den 12. November 2020
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Jörg Schönborn betreibt im Eichstädter Gewerbegebiet eine Kantine mit altdeutscher Küche

MAZ Oranienburg, 12.11.2020

Eichstädt.
Donnerstag ist Schnitzeltag. „Da ist hier am meisten los“, sagt Jörg Schönborn. In dieser Woche steht das Hamburger Schnitzel mit Spiegelei auf dem Plan, dazu Mischgemüse und Salzkartoffeln. Seit fast neun Jahren gibt es nun schon „Jörgs Kantine“ im Eichstädter Gewerbegebiet, und der 52-Jährige ist bekannt für seine altdeutsche Küche.
Jeden Tag stehen zwei Tagesgerichte auf der Karte. Montags gibt es Eintopf, dienstags Hähnchen, mittwochs Nudeln, donnerstags Schnitzel, freitags Fisch – allerdings jeden Tag auch zusätzlich ein weiteres Gericht. So gab es am Montag neben dem Linseneintopf auch eine Boulette mit Porreegemüse und Salzkartoffeln. „Die Idee war immer gewesen, dass man für einen schmalen Taler vernünftig essen kann – und keine Tiefkühlkost“, sagt der Veltener.

Jörg Schönborn ist gelernter Koch, seinen Beruf lernte er noch zu DDR-Zeiten bei der Handelsorganisation (HO). Nach der zweijährigen Lehre arbeitete er im Oranienburger Gesellschaftshaus, im Melniker Hof, im Hubertus und im Briesekrug. „Aber nach der Wende wollte keiner mehr Köche.“ Er sattelte um auf den Malerberuf. Als er dann aber vor zehn Jahren von einem Freund angesprochen wurde, dass in Eichstädt eine Kantine frei sei, „habe ich es probiert“, erzählt er. Ein gutes Jahr betrieb er eine kleine Kantine an anderer Stelle im Gewerbegebiet, bevor er an seinen heutigen Standort wechselte. „Ich habe meine Kunden mitgenommen“, sagt er und schmunzelt.

Sein Tag beginnt morgens um 4.45 Uhr. Bei Bäcker Hübsch in Velten holt er die Brötchen. Die werden geschmiert und Kaffee wird auch gekocht. „Die meisten nehmen das Frühstück mit“, sagt Jörg Schönborn. Die Klassiker: Bockwurst und Hackepeter-Brötchen. „Die Leute wollen was Handfestes.“ Frühstück gibt es bis halb elf. „Die Brötchen sind da aber meistens schon alle.“ Gekocht wird zwischendurch. „Ich koche jeden Tag frisch“, so der Kantinenchef. Wer keines der Tagesgerichte möchte, bekommt auch Currywurst, Pommes, Kartoffelsalat, einen „Strammen Max“, Leberkäse und mehr. „Alle 14 Tage mache ich Burger, der kommt auch immer gut an.“ Auch außerhalb der Pandemie: „Wir liefern auch aus“, sagt Jörg Schönborn. „Vor allem für unsere Rentner im Ort.“ Aber auch die Gemeindeverwaltung gehört zu seinen Kunden, ebenso wie viele der Betriebe im Eichstädter Gewerbegebiet.

Die Kantine in der Gewerbestraße 5 ist montags bis freitags ab 7.30 Uhr geöffnet – zumindest offiziell, denn auch um 6 Uhr können Kunden schon kommen, um belegte Brötchen und Kaffee zu holen. Mittagessen gibt es ab 11.30 Uhr, um 14.30 Uhr wird die Kantine geschlossen. „Ich arbeite zwölf bis 14 Stunden am Tag“, sagt Jörg Schönborn. „Man muss das schon wollen.“ Aber es macht ihm Spaß. „Sonst würde ich es ja nicht machen.“ Er freut sich, wenn die Kunden alles aufessen und rufen: „Jockel, hat gut geschmeckt!“

Die Pandemie macht aber auch „Jörgs Kantine“ zu schaffen. „Viele Firmen sind in Kurzarbeit.“ So kommen momentan zu ihm gut die Hälfte Kunden weniger. „Ich hoffe, das wird wieder besser“, sagt er.

Kontakt zu „Jörgs Kantine“ und Bestellungen sind möglich unter 0152/09 88 98 66.

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Funkmast direkt vor der Nase

Mittwoch, den 30. September 2020
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In Eichstädt steht jetzt ein 40 Meter hoher Turm für ein besseres Handynetz – Anwohner sind verärgert, weil vorher niemand mit ihnen gesprochen hat

MAZ Oberhavel, 30.9.2020

Eichstädt.
Er ist 40 Meter hoch und steht fast direkt an der Grundstücksgrenze, hinter der Einfamilienhäuser stehen. Die Anwohner der Straße Zum Heidegarten sind über den neuen Funkmast, auf den sie seit einigen Wochen schauen, alles andere als begeistert. Vor allem sind sie darüber irritiert, dass niemand vorher mit ihnen darüber gesprochen oder irgendetwas angekündigt hat.
„Als wir mitbekommen haben, dass die Vermesser unterwegs waren und als Pflöcke eingeschlagen wurden, da brodelte die Gerüchteküche“, erzählt Anwohner Tino Dittwald. Der Aufbau im August sei dann relativ schnell gegangen – und die Eichstädter konnten nur zuschauen. „Die Nichtinformation der Nachbarschaft“, so nennt es Tino Dittwald, ärgert die unmittelbaren Anwohner sehr.

Sie suchten das Gespräch mit Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys (BfO) und wandten sich auch an die Gemeindevertreter. Letztere waren offenbar uninformiert. „Ich würde behaupten, wir wissen so viel wie Sie“, hatte Matthias Schreiber (BfO), der Vorsitzende der Gemeindevertreter in der jüngsten Sitzung gesagt. Im vorherigen Gespräch und auch in der Sitzung sagte Peter Leys, dass die Gemeinde Oberkrämer nicht Besitzer des Grundstücks sei, die werde zwar zu Bauanträgen angehört und könne ein Einvernehmen erteilen oder versagen, aber das hätte keinen Einfluss auf den Genehmigungsprozess gehabt. „Außer wir hätten objektive Gründe gehabt. Aber nur zu sagen: Das ist heikel oder ungünstig, ist sicher nicht ausreichend“, so Leys.
„Wir wünschen uns von Ihnen politische Unterstützung“, sagte Tino Dittwald zu den Gemeindevertretern. Er bezeichnete es als „Katastrophe, dass Sie erst heute Kenntnis davon bekommen.“ Hinzu komme, dass in das Grundstück, auf dem der neue Turm stehe, ein Mitglied der BfO involviert sei, und die „Bürger für Oberkrämer“ stellen auch den Bürgermeister und sind stärkste Kraft im Gemeindeparlament. Die Anwohner befürchten einen Klüngel und Vertuschung. Diesen Vorwurf wies Peter Leys zurück.

Gebaut hat den Mobilfunkmast in Eichstädt die DFMG Deutsche Funkturm GmbH im Auftrag der Deutschen Telekom. „Der 40 Meter hohe Stahlgittermast versorgt den Ortsteil und die nähere Umgebung mit LTE-Diensten“, teilt Firmensprecher Benedikt Albers mit. „Im Rahmen der kommunalen Abstimmung haben wir die Gemeinde frühzeitig über unser Bauvorhaben informiert“, sagte er. „Wir haben keine direkten Gespräche mit den Anwohnern geführt. Dies wäre auch nicht üblich.“ Wenn es aber in der Phase vor dem Bauantrag Informationsbedarf gäbe, „bieten wir beispielsweise Infoabende an.“
Weiter unklar ist, warum der Standort an der Grundstücksgrenze ausgewählt worden ist. Dazu äußerte sich Benedikt Albers nur allgemein. Der Standort müsse funktechnisch geeignet sein, es dürften keine Hindernisse zwischen dem Standort und dem Versorgungsgebiet liegen.
„Die untere Bauaufsichtsbehörde des Landkreises hat keinen unmittelbaren Einfluss auf den Standpunkt des Mastes“, teilte Ivonne Pelz, Pressesprecherin im Landratsamt, mit. „Der Standort wird vom Bauherrn ausgewählt.“ Die Baugenehmigung sei am 28. April erteilt worden. „Die Entscheidung, ob Anliegergespräche als erforderlich betrachtet werden, obliegt dem Bauherrn beziehungsweise Bauträger.“

Dirk Jöhling (BfO), dem Leiter des Bauausschusses, sei das Problem bis einen Tag vor der Sitzung auch nicht bekannt gewesen. „Das hätte man als Info in den Bauausschuss bringen können“, sagte er an die Verwaltung gerichtet. Er sagte aber auch: „Alle Welt beklagt die Funklöcher in Deutschland, und wird was dagegen getan, ist es auch nicht richtig.“ Das weist Tino Dittwald zurück. „Wir sind nicht gegen Mobilfunk, aber Maß und Mitte sollten eingehalten werden, 100 Meter weiter wäre es auch gegangen, die Möglichkeit war da.” Die Befürchtung der Anwohner, dass durch den Mast der Wert der Grundstücke gemindert werde, teilt Dirk Jöhling, der Sachverständiger für Immobilienbewertung ist, nicht. Das sei eine bloße Behauptung.

Inzwischen gab es ein Gespräch zwischen Gemeindevertretervorsteher Matthias Schreiber und Anwohnern. „Das war ein nettes Gespräch“, sagte Tino Dittwald am Dienstag. Am 5. Oktober soll das Thema auch noch mal im Eichstädter Ortsbeirat besprochen werden, kündigte zudem Ortsvorsteher Dirk Ostendorf (BfO) mit.
Der Gemeindevertreter Wolfgang Krüger (CDU) mahnt unterdessen, in Zukunft besser mit Betroffenen in Kontakt zu treten. „Der Kommunikationsprozess muss anders organisiert werden.“ Die Anwohner haben sich unterdessen juristischen Beistand geholt.

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Für einen unfallfreien Schulweg

Donnerstag, den 6. August 2020
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Die Bärenklauer Sicherheitspartner helfen ab Montagmorgen in Vehlefanz aus – sie schauen, dass die Kinder in der Lindenallee ohne Probleme in den Unterricht kommen

MAZ Oberhavel, 6.8.2020

Oberkrämer.
Auf die Mitglieder der Bärenklauer Sicherheitspartner kommt ab Montag eine neue Aufgabe zu. Sie werden in Vehlefanz bei der Schulwegsicherung helfen. Je zwei Leute sind montags bis freitags am Morgen im Bereich an der Lindenallee zwischen dem Netto-Parkplatz und der Einmündung Bärenklauer Straße im Einsatz.
Hintergrund ist, dass es zum Schulbeginn am Montag an der Nashorn-Grundschule Einschränkungen wegen der Bauarbeiten für den Erweiterungsbau geben wird. So steht derzeit der östlich des Schulgeländes befindliche Parkplatz nicht zur Verfügung, wo normalerweise die Eltern ihre Kinder rauslassen. Die Eltern werden stattdessen gebeten, die Kinder schon auf dem Netto-Parkplatz an der Lindenallee rauszulassen, den Rest müssten die Kinder dann laufen.

Damit das reibungslos passiert, werden die Leute von den Sicherheitspartnern dort postiert. Dabei handelt es sich übrigens nicht um eine Firma, sondern um Bürger aus Bärenklau, die sich 2013 zusammengeschlossen haben, um für die Sicherheit im Dorf zu sorgen. Das machen sie auch ganz offiziell und in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Oberkrämer und der Polizei. In der Gemeindeverwaltung in Eichstädt ist am Dienstagabend ein entsprechender Vertrag für weitere drei Jahre unterzeichnet worden.

Unter der Leitung von Sieglinde Heymann sind die 19 Mitglieder der Sicherheitspartner immer wieder im Ort unterwegs, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist. „Ohne euch hätten wir es bis hierher nicht geschafft“, sagte sie am Dienstagabend in Eichstädt bei der Unterzeichnung des Fortsetzungsvertrages. Die Anfrage, ob die Sicherheitspartner bei der Vehlefanzer Schulwegsicherung helfen würden, erreichte sie vor etwa zwei Monaten. „Ich habe gleich ja gesagt“, erzählte Sieglinde Heymann. „Ich war sehr dafür, aber es war klar, dass ich das auch mit den anderen besprechen müsste.“ Zehn von den 19 Mitgliedern machen mit. So können die fünf Wochentage mit jeweils zwei Leuten abgedeckt werden. Den Dienstplan dafür hat Sieglinde Heymann schon geschrieben, sie selbst wird mit ihrem Mann immer freitags an der Lindenallee sein. Zwischen 6.30 und 8 Uhr sind die Bärenklauer in ihren gelben Warnwesten dort vor Ort – erst mal für zwei Wochen. „Dann gucken wir weiter“, so Sieglinde Heymann.

Am Dienstagabend trafen sich die Sicherheitspartner an der Lindenallee in Vehlefanz mit Revierpolizist Ralf Neumann. Er erklärte, was zu tun und worauf zu achten ist. Er stellte klar: „Egal, was wir tun, wir machen den Schulweg sicherer.“ Das sei die Hauptsache. Es gehe um Präsenz und darum, in schwierigen Situationen Hinweise zu geben. Ralf Neumann hofft auf die Vernunft der Eltern, die Kinder auf dem Netto-Parkplatz rauszulassen, ohne Parkplatz könnten sonst im Bereich der Schule selbst chaotische Verhältnisse entstehen. Er selbst werde dort vor Ort sein, sagte er. Die Sicherheitspartner sollen an der Lindenallee darauf achten, dass sich die Buskinder vernünftig verhalten – dort befinden sich auch noch die Haltestellen –, dass an der Netto-Einfahrt nichts passiere, dass die Ampel vernünftig genutzt werde und dass an der Einmündung zur Bärenklauer Straße alles geordnet ablaufe.

Im Laufe der Woche soll es immer wieder Treffen geben, wo geklärt werden solle, was gut laufe und was vielleicht noch mal geändert werden müsse. Jeanette Schulze vom Oranienburger Polizeirevier dankte den Helfdenden aus Bärenklau schon im Vorfeld. „Sie werden eine große Stütze sein.“ Es sei eine Premiere und bislang einmalig, dass Sicherheitspartner in Brandenburg solche Maßnahmen begleiten.

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Interview der Woche: Die Einsamkeit in der Coronakrise

Donnerstag, den 30. Juli 2020
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Kerstin Laatsch erzählt, wie ältere Menschen in Oberkrämer mit der Pandemie umgehen

MAZ Oberhavel, 30.7.2020

Oberkrämer.
Es ist insbesondere auch für die älteren Menschen eine schwierige Zeit. Die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Coronavirus verlangen auch den Seniorinnen und Senioren einiges ab. Über die vergangenen Monate und die aktuelle Situation berichtet Kerstin Laatsch. Die Vehlefanzerin ist die Seniorenbeauftragte in Oberkrämer und Koordinatorin des „Hauses der Generationen“ in Vehlefanz.

Es gab kürzlich in Sommerfeld den Fall, dass der Seniorentreff wieder stattfinden sollte, dann aber kurzfristig doch wieder abgesagt worden ist. Die Senioren waren zu besorgt wegen der Sicherheit. Spüren Sie diese Ängste auch in Oberkrämer?
Kerstin Laatsch: Das geht auch ein bisschen von mir selbst aus. Ich habe die Verantwortung für die Senioren. Ich möchte nicht schuld sein, wenn etwas mit ihnen passiert. Allerdings wollen viele Senioren auch wieder zusammenkommen. Aber zum Beispiel in Schwante haben sie die Möglichkeit nicht, weil die Räume zu klein sind. Wir haben alle ein Schreiben mit den Auflagen bekommen, wenn wir die nicht einhalten, dann werden die Räume wieder geschlossen. Oder in Bärenklau: Da kann das Tanzen noch nicht stattfinden, auch die Chöre können noch nicht singen. Immerhin trifft sich aber die Handarbeitsgruppe in Bärenklau.

Das „Haus der Generationen“ war monatelang geschlossen. Was haben Sie in der Zeit gemacht?
Ich habe Aufräumarbeiten erledigt, Dinge, die liegengeblieben sind. Ich habe Fotoalben gestaltet. Ich war allein auf weiter Flur, im Jugendclub war ja auch nichts. Ich habe gerade mal die Gemeindearbeiter gesehen. Das war ein komisches Gefühl.

Wie haben Sie Kontakt zu den Senioren gehalten?
Telefonisch. Ich habe von der Frauenfrühstücksrunde alle Telefonnummern. Wir haben uns auch mal auf dem Parkplatz beim Einkaufen getroffen. Ich habe ja auch Masken genäht und verteilt.

Welche Probleme tauchten in der Höhepunkt-Phase der Coronakrise auf?
So ein bisschen die Einsamkeit. Dass sie die Leute nicht treffen konnten. Es gab auch gesundheitliche Probleme, wo ich vermitteln konnte. Es gab aber nichts Gravierendes, wo ich irgendwie eingreifen musste.

Keine Feiern, keine Treffen, keine Gruppen: Wie war oder ist die Stimmung unter den Senioren in Oberkrämer?
Die waren schon ziemlich geknickt. Wenn ich mal vom Frauenfrühstück ausgehe, das ich organisiere und das normalerweise einmal im Monat stattfindet: Da ging es die ersten beiden Monate noch. Irgendwann hieß es dann aber: Hoffentlich kommen wir bald wieder zusammen. Die waren ja alle zu Hause, die Kinder oder Enkel haben eingekauft.

Gab es private Initiativen?
Ich weiß, dass sich mal kleine Gruppen zum Kartenspielen getroffen haben. In Neu-Vehlefanz haben sie sich kürzlich privat getroffen, um zu besprechen, wie es denn ab September weitergehen könnte.

Seit 1. Juli sind das „Haus der Generationen“ und auch die anderen Gemeindehäuser in Oberkrämer wieder geöffnet. Waren Sie in die Entscheidung eingebunden?
Ich hatte im Vorfeld nachgefragt, weil es auch Nachfragen gab bezüglich eines Beerdigungskaffees. Da hieß es noch, nein, die Häuser bleiben geschlossen. Das war Mitte Juni. Der Bürgermeister gab dann später sein Okay. Ich habe dann das Schild abgenommen, auf dem auf die Schließung hingewiesen worden war. Wir haben uns im Seniorenbeirat getroffen und sind dann die Liste durchgegangen, welche Auflagen es gibt.

Wird es denn wieder Frauenfrühstücke geben?
Wir fangen im September wieder an. Wir werden aber kurzfristig entscheiden, wir wollen aber hoffen, dass die Coronasituation nicht wieder schlimmer wird. Am 15. September wollen wir ab 9.30 Uhr grillen. Wir machen das mit Abstand, und ich hoffe, dass alle einsichtig sind.

Gibt es noch andere Veranstaltungen?
So direkt nicht. Im Juni wäre die Seniorenwoche gewesen. Die sollte erst in den Herbst verschoben werden, aber wir können ja momentan überhaupt keine Verträge mit Künstlern abschließen, da ist es dann ganz abgesagt worden. Die Veranstaltungen an der Mühle in Vehlefanz sind auch alle weggefallen.

An welchem Punkt könnte es wieder normale Veranstaltungen geben?
Da kann ich nichts zu sagen. Noch haben wir die Auflagen der Gemeinde Oberkrämer. Ich kann auch nicht sagen, ob wir dieses Jahr eine Weihnachtsfeier machen können. Wir gehen aber im Seniorenbeirat davon aus, dass wir sie nicht durchführen können. In Eichstädt gibt es wieder Spielenachmittage, bei den Kaffeerunden werden draußen Tische und Bänke aufgestellt, denn der Raum wäre zu klein dafür.

Wären Veranstaltungen in der Turnhalle denkbar?
Mit Abstand wäre es vielleicht möglich. Aber Ideen gibt es da noch nicht.

Was haben Sie persönlich während der Coronakrise am meisten vermisst?
Na ja, auch meine Enkelkinder. Dass ich sie nicht wirklich sehen konnte, das war eigenartig. Ich habe ja Asthma, da muss ich auch aufpassen. Aber es ist klar, dass die Kontakte gelitten haben.

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Zukunftsangst in Zeiten des Coronavirus

Donnerstag, den 19. März 2020
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Es ist ja nicht nur so, dass uns das Coronavirus Sorgen macht. Dass wir uns Gedanken darüber machen, wie lange das alles dauert. Wie lange wir jetzt zu Hause rumsitzen müssen.
Da ist auch noch die Zukunftsangst, die diffus im Hinterkopf schwirrt. Wenn das alles vorbei ist: Habe ich dann noch meinen Job? Hält mein Arbeitgeber in dieser auch wirtschaftlich hochproblematischen Zeit durch?Wenn man hört, dass andere, ähnliche, wenn auch kleinere Firmen schon Kurzarbeit anmelden, dann wird einem schon mulmig.

Auch in Oranienburg haben am Mittwoch viele Läden geschlossen. Wie lange das dauert, ist unklar. Und wie die finanziellen Verluste sich in Grenzen halten können, auch. Ich hoffe, dass es – wenn wir das alles überstanden haben – meinen Buchladen noch gibt.

Auf meiner kleinen Recherche-Rundtour stoppte ich kurz bei Freunden. Sie haben gerade erst ein neues Lager eröffnet, doch mit Veranstaltungsbedarf ist momentan wenig zu machen, und man kann auch für sie nur hoffen, dass das alles schnell vorübergeht.
In der Disco im Nachbardorf passiert erst mal auch nichts mehr. Das ist bitter, weil es dort seit längerer Zeit mal wieder richtig gut lief, und auch dort passiert beim Veranstaltungsservice, der dort auch betrieben wird, nichts mehr. Kurzarbeit ist schon angemeldet.
Und das sind nur wenige Beispiele. Die Sorgen gibt es jetzt überall.

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Seit 60 Jahren für Senioren im Dienst

Dienstag, den 17. März 2020
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1960 übernahm Inge Meier in Eichstädt ein Ehrenamt, das sie bis heute nicht loslässt – sie leitet den Club der älteren Mitbürger – das Jubiläum ist den meisten im Dorf gar nicht bekannt

MAZ Oranienburg, 17.3.2020

Eichstädt.
Es ist ein Jubiläum, das es vermutlich nicht so oft gibt. Seit 60 Jahren kümmert sich Inge Meier um die Seniorenarbeit in Eichstädt. Die heute 82-Jährige ist die Vorsitzende des Seniorenclubs im Dorf. Schon seit 1960 ist es ihre ehrenamtliche Aufgabe, sich um die älteren Mitbürger – zu denen sie ja inzwischen selbst gehört – zu kümmern.

Und das kam so: Seit 1958 lebt Inge Meier in Eichstädt. Sie stammt aus dem Norden, geboren bei Anklam. Später lebte sie in Stralsund. Inge Meier lernte den Beruf der Erzieherin. Als es darum ging, sich zu bewerben, tat sie das im damaligen Kreis Oranienburg. „Mein Vater war zuvor nach Zühlsdorf gezogen“, erzählt sie. In Eichstädt war damals eine Stelle als Kitaleiterin frei. Das war ihr Start im Dorf. Gleich zu Beginn mit gerade einmal 20 Jahren eine hohe Verantwortung. „Das ist nicht zu empfehlen“, sagt sie schmunzelnd. „Was ich gelernt habe, konnte ich nicht umsetzen. Die Bedingungen waren ganz anders.“ Der Gegenwind durch die Eltern war groß. „Das ging ein paar Jahre so.“ Dann jedoch war sie etabliert, die Arbeit mit den Kindern habe immer großen Spaß gemacht. 40 Jahre blieb sie in der Kita, davon 37 als Leiterin.
Mit den Kitakindern sei sie oft bei den Senioren zu Gast gewesen, um zum Geburtstag zu gratulieren oder zu singen. „Da wurde ich dann angesprochen: Können wir uns nicht mal irgendwann treffen? Das haben wir dann auch gemacht.“ Das war 1960. Damals begann ihre Arbeit mit den Senioren, damals noch über die Volkssolidarität. „Das hat sich alles so ergeben, wir haben uns zusammen etwas aufgebaut.“ Auch wenn sie den Vorsitz hat – alleine war sie in diesem Ehrenamt nie. Heute gibt es im Vorstand des Seniorenclubs fünf Mitglieder. Auch Christa Fritsch ist, wie Inge Meier weiß, schon seit 60 Jahren dabei.

In sechs Jahrzehnten seien viele gekommen und gegangen. „Aber ich habe jetzt die erste in der Gruppe, die ich auch im Kindergarten hatte“, erzählt sie. „Anfangs waren wir so um die 15 Leute, das hat sich später gesteigert.“ In den 90ern war die Aktivität im Seniorenclub zwischenzeitlich nicht ganz so groß, die Kaffeenachmittage habe es aber immer gegeben. „Als ich 1998 aufgehört habe zu arbeiten, da konnte ich dann auch neue Kraft reinstecken.“ Inzwischen ist die Gruppe um die 25 bis 30 Leute stark.
Die Kaffeenachmittage im Saal des Gemeindehauses in Eichstädt sind immer sehr gut besucht. Nur die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger, der die Leitung des Clubs übernehmen könnte, ist offen. Mit ihren 82 Jahren denkt Inge Meier verstärkt darüber nach.

Durch die Corona-Krise sind nun auch die Veranstaltungen der Senioren in Eichstädt ausgesetzt. „Aber es gibt ja das Telefon“, sagt Inge Meier. So könne zu den anderen ebenfalls Kontakt gehalten werden. Sie selbst strickt außerdem sehr gern, und auf ihrem Tisch liegt immer ein Tablet. Auf dem handlichen Computer löst sie Rätsel, sucht über Google aber auch schon mal nach Dingen, die sie interessieren. „Das ist schon eine tolle Erfindung“, findet sie.

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