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Chronik Oberkrämer 2019

Samstag, den 14. Dezember 2019
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MAZ Oberhavel, 14.12.2019

Januar: Neujahr gegen 1 Uhr brennt im Schlossweg in Schwante eine Hecke. +++ Feuer beim Autohandel in Eichstädt – Brandstiftung. Schaden: 13 000 Euro. +++ Krise beim Bärenklauer Kulturverein Arge Baer. Der Vorstand findet keine Nachfolger. Der Ortsbeirat kümmert sich nun um das Erntefest. +++ Andres Irmisch aus Schwante verlässt die CDU.

Die Brücke am Wendemarker Weg in Bärenklau war am Jahresanfang schon einmal gesperrt – aber Bauarbeiten fanden nicht statt. Während die Sperrung termingerecht erfolgte, verzögerte sich der Baustart oben auf der Autobahn. Das sorgte im Ort für Protest. Karsten Peter Schröder vom Ortsbeirat machte seinem Unmut Luft. Mit Erfolg – die Sperrung der Straße wurde für einige Wochen wieder aufgehoben.

Februar: Der Schwantener Bäcker Karl-Dietmar Plentz gibt das Buch „Der Brotmacher“ heraus. +++ Der Familiensportverein will in Bärenklau eine Hockeyanlage betreiben. Aber eine Bodenversiegelung wird nicht gestattet.

März: Carsten Schneider verlässt die SPD und wechselt zu den Linken. +++ Das Sommerlager der Freikirche findet nicht mehr in Vehlefanz, sondern in Oranienburg statt.

Die Feuerwehr in Oberkrämer hat im März für die Wachen in Bötzow, Marwitz und Vehlefanz neue Löschfahrzeuge bekommen. Die Übergabe fand an der Oberkrämerhalle in Eichstädt statt. Etwa 1,2 Millionen Euro hat die Gemeinde in diese Neuanschaffungen investiert. Mit großen Getöse sind die drei Autos auf den Platz gefahren – unter dem Applaus der Anwesenden und mit einer Feuershow am Wegesrand. Die alten Fahrzeuge haben den Anforderungen nicht mehr entsprochen.

April: Ingo Pahl von der Feuerwehr Marwitz stirbt mit 71 Jahren. +++ Die Freikirche will in Vehlefanz eine Kita eröffnen. +++ Joanna und Gregor Künzer eröffnen den Dorfkrug in Bärenklau neu.

Erika Kaatsch verabschiedete sich mit der Kommunalwahl im Mai von ihren Ämtern. Mit 84 Jahren trat sie mehr an. Lange war sie Ortsvorsteherin von Vehlefanz – hier mit ihrem Ortsbeirat. Abschied nahm sie auch von der Gemeindevertretung. Sie hat viel bewegt im Ort, nun genießt sie ihr Leben.

Mai: Die Büffel aus Schwante büxen aus und werden von der Polizei bei Klein-Ziethen gestellt. +++ Das Dach der Kirche in Marwitz ist fertig. +++ Die Bahn fällt ständig aus, das sorgt für Ärger bei den Pendlern. Offener Brief verhallt. +++ Neuer Hort in Bötzow wird eröffnet. +++ BfO gewinnt bei den Kommunalwahlen, AfD erstmals in der Gemeindevertretung.

Juni: Mandy Krenz wird neue Ortschefin in Bötzow, Hubert Gediga neuer Ortsvorsteher in Vehlefanz.

Loretta Würtenberger und Daniel Tümpel sind die neuen Besitzer von Schloss Schwante. Christian Schulz und das Monbijou-Theater mussten es aus finanziellen Gründen verkaufen. Der Wechsel hat im Ort für viel Wirbel gesorgt, denn die Familie will im Schloss auch wohnen. Die Sorge war groß, dass der Weg durch den Schlosspark und der Park selbst nicht mehr nutzbar seien. Die Kommunikation schien nicht immer einfach. Der Weg im Park wird nun verlegt.

Mehrere Feuer in der Nähe von Wolfslake sorgten im Juni für einen Großeinsatz der Feuerwehren aus der Region. Immer wieder flammten Glutnester auf. Zwischenzeitlich musste wegen des Qualms sogar die Autobahn zwischen dem Dreieck Havelland und Falkensee gesperrt werden.

Juli: Die Apfelernte in Eichstädt-Ausbau fällt aus – der Frost im Frühjahr ist schuld. +++ An der Nashorn-Grundschule in Vehlefanz wird die Fassade erneuert.

August: Jennifer Prahl wird die Leitung der Bibliothek übernehmen. +++ Spendenaktion für Johannes (3) aus Marwitz beginnt. Er hat einen Gehirntumor.

September: SPD, AfD und CDU bei der Landtagswahl in Oberkrämer vorn. +++ Bei Schwante muss ein Kleinflugzeug nach Propellerbruch notlanden. +++ Unbekannte hinterlassen bei Eichstädt riesigen Müllberg. +++ Der Förderverein der
Kirche in Eichstädt hat jetzt 100 Mitglieder.

Die alte schmale Brücke am Gewerbegebiet Vehlefanz, die über die A 10 führte, ist Geschichte. Inzwischen gibt es eine neue Brücke, die mehr Platz bietet, perspektivisch mit Radweg-Anschluss. Die A 10, die durch Oberkrämer führt, ist eine Großbaustelle. Sie wird auf sechs Fahrstreifen verbreitert. Bis zum Jahresende ist eine der neuen Fahrbahnen bereits fertig. Immer wieder ist es 2019 zu Verkehrsbehinderungen gekommen. Die Anschlussstelle war längere Zeit gesperrt, für die Autofahrer bedeutete es lange Umwege. 2020 geht es weiter.

Oktober: Die Verwaltung in Eichstädt soll ausgebaut werden. +++ Edeka in Vehlefanz will hinter dem jetzigen Gelände neu bauen. +++ Dino Preiskowski und Dana Bosse leiten die SPD in Oberkrämer. +++ In Sommerswalde wollen die Buddhisten einen Tempel bauen.

November: „Reckin’s Eiche“ in Klein-Ziethen soll im August 2020 geschlossen werden. +++ Der Bahnübergang am Lindenweg in Schwante soll wieder gesperrt werden – nach Protesten nur halbseitig. +++ Die Grünen gründen gemeinsamen Ortsverein mit Leegebruch. +++ Justiziar Peter Matschke verlässt die Gemeinde Anfang 2020. +++ Die Energieinsel in Vehlefanz bekommt den Zukunftspreis des Landes Brandenburg. +++ Die Brücke auf der L 20 in Bötzow ist wieder frei.

Dezember: Der Bau eines zweiten neuen Hortgebäudes beginnt in Bötzow. +++ Die gGmbH Kenntnisreich macht das Angebot, in Oberkrämer eine Kita zu bauen.

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Ein Hoch auf die Technik (58): Liegenbleiber

Dienstag, den 10. Dezember 2019
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(57) -> 26.10.2019

Es wirkte ein bisschen, als würde ich betrunken Auto fahren. Als ich den Kreisverkehr am Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium Richtung Innenstadt verlasse, zieht der Wagen nicht mehr, ich komme nicht in Gang und fahre schon halb auf den Bordstein. Aber dann zieht er doch noch mal an, und ich fahre zurück auf die Straße. Wirkte ein bisschen orientierungslos, war aber pure Verzweiflung.

Mein Auto und ich, wir werden wohl keine echten Freunde mehr. Zum dritten Mal in diesem Jahr ist es zu einem größeren Motorschaden gekommen. Ich habe es schon in Eichstädt gemerkt. Er ruckelte, und so richtig gut Gast geben konnte ich nicht. Ein bisschen leichtsinnig fuhr ich dennoch auf die Autobahn, in der Hoffnung, nicht komplett liegenzubleiben. Aber ich musste unbedingt bis Oranienburg kommen, dort ist die Werkstatt.
Und so gab ich immer wieder Gas und ließ mich rollen. Gas geben und rollen. Weiter ging es auf die B96, und das Gasgeben wurde immer problematischer.
Bis zum Kreisverkehr ging alles gut. Ich rettete mich bis in die Havelstraße, und da war klar: Durchs Zentrum komme ich nicht mehr. Der familiäre Abschleppservice sorgte dann dankenswerterweise, dass ich es mit dem Auto doch noch in die Werkstatt schaffte.

Ärgerlich ist das alles aber dennoch: Ich muss Pech haben mit meinem Auto, dass ständig größere Schäden entstehen, und dann hat die Werkstatt und das Autohaus nicht mal einen Leihwagen für mich. Da ist man schon mal doppelt bedient.

Es wird 2020 wohl Zeit, mich von der Marke BMW zu verabschieden. Die Marke ist teuer, die Reparaturen sind teuer. Und dann hat man es noch mit einem Montagsauto zu tun. Ein preiswerteres Auto müsste es doch eigentlich auch tun. Na, mal schauen…

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Irrwege in der A10-Baustelle

Freitag, den 6. Dezember 2019
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Der Autobahnbau auf dem nördlichen Berliner Ring kommt voran. Teilweise sind die Autofahrer schon auf der neuen Fahrbahn unterwegs. Wer auf der Anschlussstelle Oberkrämer in Richtung Oranienburg auf die A10 will, der bekommt gewissermaßen schon eine Preview. Denn einen guten Kilometer geht es zwischen Warnbaken auf der neuen Fahrbahn voran. Erst vor vor Bärenklau wird der Verkehr von der Auffahrt in den fließenden A10-Verkehr geleitet. Fährt sich übrigens gut.

Am Donnerstagvormittag aber, da sorgten die Bauarbeiter für ein merkwürdiges Verwirrspiel. Weil gerade die Baken umgestellt wurden, wusste der Fahrer vor mir nicht so genau, wo es denn nun lang gehen sollte. Der Bauarbeiter in der orangen Warnweste zeigte den Weg. Einen Kilometer weiter zeigte ein anderer Bauarbeiter zur Seite, wir sollten rechts an ihm vorbeidüsen. Die Kolonne blieb also auf der neuen Fahrbahn. Offenbar sollte wieder eine neue Fahrbahnführung kommen.
Die Kolonne stoppte aber in einer Sackgasse. Irgendwann war einfach Schluss, da standen Baufahrzeuge, keiner kam mehr vorbei. Ratlosigkeit. Um dann: umdrehen. So ging es wieder zurück, bis zur der Stelle, wo wir dann alle doch noch in den A10-Verkehr aufschließen konnten. Fast ein bisschen Anarchie, aber wieso uns die Bauarbeiter in die Sackgasse geleitet haben, wissen vermutlich nicht mal sie selbst. Dass da plötzlich Autos in der Baustelle stoppten, hat eigentlich auch keinen interessiert…

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Jöhling beklagt schlechte Willkommenskultur

Freitag, den 14. Juni 2019
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Verhandlung um öffentlichen Schlossweg: Schwantes Ortsvorsteher im Disput mit Bürgerinitiative

MAZ Oberhavel, 14.6.2019

Schwante.
Zwar gab es am Mittwochabend in der Oberkrämer-Verwaltung ein Gespräch zum Schloss Schwante und zum Weg durch den Park. Über den Inhalt war am Donnerstag jedoch noch nichts bekannt. Stattdessen werde in der Verwaltung ein Statement erarbeitet, das jedoch erst am Freitag veröffentlicht werden soll, nachdem alle beteiligten Parteien noch mal drauf geguckt haben, hieß es. Darauf haben sich offenbar alle Beteiligten verständigt.
Anwesend waren bei dem Gespräch die Fraktionsvorsitzenden der noch amtierenden Gemeindevertretung, die mögliche neue Investorin sowie Vertreter der Verwaltung, inklusive Bürgermeister Peter Leys.

Solange dieses Statement nicht veröffentlicht worden ist, halten sich die Beteiligten noch bedeckt. Patrick Zechel (Linke) deutete an, dass es bislang noch keine Einigung gegeben habe. Die Verwaltung habe sich schwer getan, als es darum ging, das nun noch ausstehende Statement zu verfassen. Die Forderung eines Schreibens seitens der Verwaltung sei auch aus den Reihen der BfO gekommen, hieß es aus verschiedenen Kreisen. Vor dem Gespräch machte die Bürgerinitiative, die sich für die Offenhaltung des öffentlichen Weges durch den Schlosspark stark macht, noch mal deutlich, wie wichtig ihnen das Anliegen ist. „Wir konnten mit einigen Gemeindevertretern kurz ins Gespräch kommen“, sagte Martin Baum von der Initiative. Auf dem Boden vor der Verwaltung verteilt lagen am Mittwochabend mehrere Plakate.

Zu einem Disput sei es mit Schwantes Ortsvorsteher Dirk Jöhling (BfO) gekommen. Er sprach von einer schlechten Willkommenskultur gegenüber der möglichen Investorin. Dirk Jöhling sagte am Donnerstag, von der MAZ diesbezüglich befragt, dass der Umgang mit den möglichen neuen Bürgern nicht gut sei. Zum Disput in Eichstädt sagte er: „Sie wollten mich zwischen Tür und Angel befragen, das hätten sie ja schon längst machen können.“ Die Initiative hätte auch mal mit dem Ortsvorsteher reden können. Allerdings war es am Anfang der Debatte auch nicht der Ortsvorsteher, der zum aktuellen Geschehen informierte, entsprechende Anfragen abblockte. Im Gespräch mit der MAZ und den Bürgern beim Picknick am Pfingstmontag machte zudem die Investorin nicht den Eindruck, als fühle sie sich nicht willkommen.

Den CDU-Antrag den Schlossweg zu thematisieren, lehnte Jöhling im MAZ-Gespräch am Donnerstag ab. Da es sich am Montag um die konstituierende Sitzung des Ortsbeirates handele, sei das nicht möglich. Auch eine Bürgerfragestunde werde es nicht geben. Er befürchte den Vorwurf der „Mauschelei“, wenn das Thema besprochen werde, ohne dass es auf der Tagesordnung stand. Es könne bei der nächsten Sitzung besprochen werden. Wann die ist, ist noch offen.

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Sind Sie eigentlich volksnah, Herr Leys?

Samstag, den 23. März 2019
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Oberkrämers Bürgermeister äußert sich über den Zuzug, die Schulsituation und den Autobahnbau

MAZ Oberhavel, 23.3.2019

Oberkrämer.
Der Gemeinde Oberkrämer geht es finanziell gut, Probleme gibt es dennoch einige. Der hohe Zuzug bedeutet, dass es enger wird in den Kitas und Schulen, die neuen Bewohner müssen integriert werden. Und wie geht es weiter mit dem Oberschulthema? Über diese und andere Themen spricht Bürgermeister Peter Leys im MAZ-Interview.

Oberkrämer wächst. Ist das ein Segen oder ein Fluch?
Peter Leys: Weder noch. Ein Segen schon deshalb nicht, weil nicht die Notwendigkeit besteht, mit Gewalt wachsen zu müssen. Ein Fluch würde sich sehr schlimm anhören. Es ist mit Belastungen verbunden, aber wir werden uns bemühen, die Probleme zu lösen.

Marwitz wächst derzeit rasant. Stichwort „Marwitzer Heide“. Wie kann man die neuen Bewohner integrieren?
Das ist sicherlich nicht so einfach. Aber zum Beispiel, indem wir die Vereine unterstützen, die die Möglichkeit bieten, Kontakte aufzunehmen. Dort finden zahlreiche Veranstaltungen statt. Auch die Feuerwehr hat ein sehr aktives Leben, da haben auch schon einige angeklopft.

Wird Oberkrämer weiterhin allen Kindern Kita- und Grundschulplätze anbieten können?
Ich denke ja, aber einen Garantieschein würde ich da auch nicht vergeben wollen. Es ist unwahrscheinlich schwer einzuschätzen, wie die weitere Entwicklung ist. Wir hatten vor zwei Jahren die Situation, dass wir den Kitabedarfsplan verabschiedet haben, und vier Monate später haben wir schon einen Nachtrag beschlossen. Aber wir wollen das nicht dem Zufall überlassen. Die Entwicklung geht nach oben, aber nicht unendlich nach oben. Wir werden Kitaplätze anbieten können, aber nicht immer entsprechend den Wünschen der neuen Bürger. Das ist ein Riesenproblem. Wir können nicht an jeder Kita anbauen.

In der Hinsicht werfen Ihnen Kritiker Planlosigkeit vor.
Die Planung hat ein Büro neutral von außen erstellt. Da ging man von den Geburtenzahlen aus, die sind nicht höher als woanders, man zog Prognosen des Landes und der Bertelsmann Stiftung zurate. Bis vor zwei Jahren waren sich alle Experten sicher, dass Oberkrämer schrumpfen wird. Wir haben damals unsere Zweifel angemeldet. Den Schuh würde ich mir deshalb nicht anziehen.

In Velten wird mehr Platz für die Oberschule geschaffen. Aber es gibt weiter Forderungen nach einer Ober- oder Gesamtschule direkt in Oberkrämer. Sind Sie dennoch zufrieden?
Ich wäre zufriedener mit einer Schule in Oberkrämer. Das wäre ja auch ein Standortvorteil. Es ist auch eine politische Geschichte, die Schule im Ort zu fordern. Klar ist eins, man muss vernünftig und sachlich sein. Der Landkreis meint, dass die Lösung in Velten liegt. Wenn es so kommt, dass dort die Oberschule gebaut wird und auch ausreichend Plätze vorhanden sind, dann ist das auch für Oberkrämer eine gute Sache.

Auch Velten wächst – nach Marwitz hinein. Wie soll es mit der Parkstadt Velten II weitergehen?
Die Gemeinde Oberkrämer war bisher offen gewesen zur Gebietsabtretung. Wenn man sich die Historie ansieht, ist das auch mal so geplant gewesen. Es gibt schon einen neuen Termin entsprechend des Beschlusses in Velten. Velten hat sich bemüht, mit uns in Kontakt zu treten, vorher war das immer andersrum. Ich gehe davon aus, dass sich Oberkrämer nicht dagegenstellen wird, obwohl der Beschluss von 2012 aufgehoben wurde.

Der Ausbau der Autobahn beeinträchtigt auch Oberkrämer. Fühlen Sie sich über den aktuellen Stand immer gut informiert?
Aus meiner Sicht ausreichend. Wir kriegen nicht täglich Infos, aber wir können bei Bedarf jeden Tag anrufen. So richtig zufrieden mit der ganzen Brückengeschichte in Bärenklau bin ich allerdings nicht. Auch liegt immer noch keine Genehmigung für die Brecheranlage vor. Die Gemeinde Oberkrämer hat keine positive Stellungnahme dazu abgegeben. Wir wollen, dass der Anlieferverkehr für diese Anlage nicht über unsere kommunalen Straßen erfolgt. Das ist mal so abgesprochen worden, aber das ist nicht hundertprozentig der Fall. Seit Wochen ist eine Brecheranlage an der Autobahnzufahrt bei Eichstädt, die haben unwahrscheinlich viel gebrochen. Viele Leute haben das gar nicht bemerkt. Ich sage das auch wegen der Befürchtung in Bärenklau. Das wird kaum zu hören sein, und die Menge, die gebrochen werden muss, ist inzwischen auch nicht mehr so groß.

Es gibt Ärger um den Tennisplatz in Bärenklau. Will man den Familiensportverein nicht?
Die Sache, die da beantragt wurde, ob die tatsächlich für Bärenklau störend ist, da kann man Zweifel haben. Ich habe schon Hockeyspiele gesehen. Fußball ist lauter, das muss man so deutlich sagen. Ungeachtet dessen ist die Gemeinde nicht verpflichtet, diese Änderung des Bebauungsplanes vorzunehmen. Da spielt der Verein vielleicht eine Rolle, aber ich kann mich nicht erinnern, dass jemand im Bauausschuss so diskutiert hat.

Neulich gab es im Vehlefanzer Ortsbeirat den Vorschlag, das ehemalige Volksbank-Grundstück für die Feuerwehr zu kaufen. Sie wollten sich wegen der Kosten erkundigen.
Das habe ich noch nicht gemacht. Wir müssen auch prüfen: Wer will da wirklich was machen? Es ging ja weniger um die Feuerwehr, sondern der Feuerwehrverein suchte eine Räumlichkeit. Das alles ist nicht übers Knie zu brechen.

Hätten Sie eigentlich gern in Eichstädt die Regenbogenflagge gehisst?
Nein. Ich denke, das ist eine rein private Angelegenheit, wie jemand sexuell ausgerichtet ist. Das hat vor der Verwaltung nichts zu suchen.

Sind Sie eigentlich volksnah?
Na ja. Das ist schwierig. Wenn ich ehrlich bin, nicht so sehr. Ich bin insofern volksnah, dass ich versuche, das Optimale für unsere Gemeinde auf den Weg zu bringen und ich weiß, was in Oberkrämer passiert. Aber mich öffentlich zu präsentieren ist nicht so mein Ding. Da würde ich prahlen, wenn ich das sagen würde. Aber das weiß auch jeder.

Heute ist in Schwante und Vehlefanz Dorfputz. Sind Sie dabei?
Das hätte ich gemacht, aber ich bin am Wochenende privat unterwegs, das war schon länger geplant. Das ist schade, denn ich finde, das ist eine super Aktion.

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Sehen und gesehen werden

Mittwoch, den 6. März 2019
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René Przygoda ist neuer Revierpolizist in Oberkrämer – er lernt noch jeden Tag neu dazu

MAZ Oberhavel, 6.3.2019

Eichstädt.
Er hat vor, länger zu bleiben. „Man wechselt ungern nach kurzer Zeit, und es soll sich ja ein gewisses Vertrauen einstellen“, sagt René Przygoda. Der 40-Jährige aus Gransee ist der neue Revierpolizist für Oberkrämer. Er unterstützt Ralf Neumann, der ebenfalls weiter für den Ort zuständig ist. „Wir teilen uns die Gemeinde auf“, sagt René Przygoda. Er ist für den Bereich nördlich der Autobahn zuständig, aber natürlich werden sich die beiden auch oft vertreten. Ihr Büro befindet sich im Gemeindehaus in Eichstädt.
Seit Jahresbeginn ist er im Dienst. „Ich lerne noch jeden Tag Neues dazu“, sagt er. „Aber mit Ralf Neumann habe ich einen erfahrenen Kollegen an meiner Seite.“ Das helfe ihm sehr. In der Gemeindeverwaltung habe er sich schon vorgestellt, bei den Schulen und auch bei den Bärenklauer Sicherheitspartnern. „Auch der eine oder andere Betrieb hat mich schon erleben dürfen“, sagt er mit einem Lächeln. So habe er in der Vehlefanzer Tankstelle schon seine Visitenkarte abgegeben.

„Oberkrämer ist davon gezeichnet, dass sich hier sehr viel verändert“, sagt er. „Der dörfliche Charakter scheint ein wenig auseinanderzugehen. Es gibt hier viel Zuzug.“ Ihm gegenüber seien die Leute aber sehr offen. „Mein Eindruck ist eigentlich sehr gut. Es gibt eine gute Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt und der Gemeinde, auch mit den Betrieben hier im Ort. Ich habe jedenfalls noch nicht erlebt, dass mir jemand nicht wohlgesonnen gegenübertrat.“ Oberkrämer ist ihm vorher nicht völlig fremd gewesen. Auch vorher schon machte er hin und wieder Streifenfahrten dortlang. „Als klar war, dass ich nach Oberkrämer komme, habe ich mich gefreut.“

1995 begann er seine Ausbildung. „Ich habe in meiner Familie mehrere Polizisten, daher konnte ich mich dafür begeistern.“ Hinzu kam, dass die Arbeitsmarktsituation in den 90ern noch schwieriger war als heute. „Da hatte es natürlich Vorzüge, Beamter zu sein.“ Nach seiner Lehre begann er 1998 in Oranienburg im Wach- und Wechseldienst. 2011 wechselte er nach Neuruppin, übernahm dort im Direktionsbüro Stabsaufgaben. „Nach sieben Jahren wollte ich dann aber was anderes machen.“ Er wollte auch wieder mehr raus, und diese Möglichkeit hatte sich für ihn aufgetan. „Und ich bin froh, dass es geklappt hat.“

Etwa die Hälfte seiner Arbeitszeit arbeitet er im Büro, schätzt er. „Alles, was man an Aufgaben bekommt, muss ja danach auch verschriftlicht werden.“ Ansonsten ist es aber sein Ziel, gesehen zu werden, für die Bewohner von Oberkrämer da zu sein. „Bisher hatte ich die eher typischen Ermittlungen“, erzählt er. „Dazu gehören auch Teilermittlungen für die Kripo.“ Momentan gehe es auch oft um die Thematik, dass Kinder von Fremden angesprochen würden. „Da ist es auch wichtig, sich als Polizist zu zeigen und beruhigend einzuwirken. Wir versuchen alles, um das Thema aufzuklären.“ Auch in Oberkrämer habe es solche Fälle bereits gegeben, Ende des vergangenen Jahres in Eichstädt und später einmal in Schwante. Im Großen und Ganzen sei es in Oberkrämer aber relativ ruhig. „Durch die Autobahnnähe müssen wir aber natürlich die Augen offen halten.“ Im ländlichen Bereich sei es einfacher als Revierpolizist. „Hier weiß man es eher zu schätzen, was er alles macht. In der Stadt ist das schon anonymer.“

Die Sprechstunden im Eichstädter Gemeindehaus sind immer am Dienstag zwischen 16 und 18 Uhr. „Ich sage aber auch ganz klar: Wenn der Streifenwagen auf dem Parkplatz neben dem Haus steht, kann jeder zu uns reinkommen.“ Die Sprechstunde werde von den Leuten angenommen, allerdings sei das nicht vergleichbar mit den Revierposten in stärker besiedelten Orten oder in den Städten. Dass sich das Büro aber in Eichstädt befindet, findet er gut. „Der Ort ist in Oberkrämer relativ zentral gelegen, und hier im Ort sind ja auch die Ansprechpartner aus der Gemeindeverwaltung.“
Das Büro der Revierpolizei in Eichstädt ist erreichbar unter 03304/2 06 59 74.

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Ein Sturm zieht auf

Dienstag, den 5. März 2019
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Gerade habe ich auf einem Pressetermin in Eichstädt noch ein Foto gemacht, da zogen auch schon dunkle Wolken auf. Erste Tropfen fielen vom Himmel.
Aber das war nur Anfang. Ein Sturm zog auf. Innerhalb einer Minute.

Schon als ich mit dem Auto Eichstädt verließ, peitschten kräfte Sturmböen auf den Ort ein. Schon überlegte ich, ob ich wirklich über die Dörfer nach Oranienburg fahre oder doch lieber auf der Autobahn, wo es keine Bäume gibt.
In Karlsruh, kurz vor der Autobahn, wurden die Böen noch stärker. Von der Autobahnbaustelle schossen Sandböen quer über die Straße. Wie in einem Luftkorridor fegten aus einem Seitenweg Sand und Müllreste herum.

Ich fuhr auf die Autobahn. Da gibt es zwar keine Bäume, aber viel Sand. Eine Fahrbahn ist momentan Baustelle, dort gibt es gerade keinen Belag, nur Sand. DIeser Sand fegte im Sturm nun auf die andere Fahrbahn und verfing zwischen den aufgestellten Fahrbahnbarrieren.
Der Verkehr rollte durch eine wirbelnde Sandschneise. Die Scheibenwischer zu betätigen, war schwierig, denn es knirschte, und plötzlich stoppte der Verkehr. Wie sich rausstellte, war weiter vorn ein Schild auf die Straße gekippt. Jemand hob es auf.

Inzwischen peitschte auch ordentlich Wasser vom Himmel – eine Mischung aus Sand und Wasser wirbelte nun auf der Autobahn herum. Immer und immer wieder bestätigten viele Fahrer die Waschanlage. Erst ein paar Kilometer weiter beruhigte sich diese etwas unheimliche Wetterlage.

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