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Ein bisschen Wehmut: Aus fürs A(lt)werk

Donnerstag, den 25. April 2013
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Hoeneß und die Steuern. Tolle Siege für Bayern und Dortmund in der Champions League. Aber bei einer Nachricht musste ich dann doch ein bisschen schlucken, und ich wurde ein wenig wehmütig: Das “Awerk” in Eberswalde schließt.

Als ich im Herbst 1997 das erste Mal dort in der Disco war, da hieß der Schuppen im Gewerbegebiet noch “Altwerk”, und es war eine großartige Disco, wir haben sie geliebt, alle zwei Wochen waren wir dort.
Die Disco bestand aus einem riesigen Tanzraum, an einer Seite war eine lange Bar, im Hintergrund ein paar Sitzecken. Im Nebenraum konnten wir Billard spielen. Und es war es besonders voll – und damals war es meist besonders voll -, gab es noch eine 2. Etage, in der man sich hinfläzen konnte.
Bis 2000 waren wir regelmäßig dort, dann wurde es weniger. Irgendwann fuhren wir nicht mehr hin.

Noch heute ist das “Altwerk” meine perfekte Disco, was auch an der Musikauswahl lag. Im Laufe der Nacht kam so ziemlich jedes Musikspektrum zum Zuge. Es gab die halbe Stunde Elektro/Techno, den Schlagerblock mit Wolfgang Petry und Co., die aktuelle Musik, den NDW-Block und Black Music (letzteres war nicht meins und Gelegenheit, mal Pause zu machen).

Patrick war es, der mich 1997 erstmals mit ins “Altwerk” nahm. Für mich war das damals eine neue Welt, aber ab dem Zeitpunkt waren wir oft dort.
Es hat sich einiges dort abgespielt. Tolle Tanzabende, Eifersüchteleien, wir haben uns dort auch mal gestritten oder angeschwiegen, ein Freund fing dort eine Liebelei an.

Irgendwann später waren wir noch mal dort, aber es war nicht mehr so wie früher. Es war recht leer, und die Stimmung nicht mehr so wie zu unseren Discozeiten.
Nun also ist Schluss. Diverse Sicherheitsbestimmungen werden in den Räumen verletzt, der Umbau lohne sich nicht, sagen die Betreiber. Laut Märkischer Oderzeitung kamen bisher im ganzen Jahr 2013 keine 600 Leute. Das ist erschreckend.
Leute, sind Discos heute out? Geht niemand mehr tanzen? Was macht ihr denn stattdessen?

Noch heute höre ich öfter mal einen Song im Radio, einen, den ich unweigerlich mit dem “Altwerk” verbinde, und dann muss ich schmunzeln. Und ich erinnere mich an die vergangene Zeit. Daran, wie wir getanzt haben, wie wir uns ausgepowert haben, wie wir Spaß hatten.
Es waren Songs wie vor allem dieser, unbedingt auch dieser, dieser, dieser oder dieser. Die Songs, die bleiben. Die Erinnerungen auch.

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Ein Wochenende mit … Maxi Arland

Dienstag, den 26. April 2011
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SO 24.04.2011 | 20.15 Uhr | rbb

Einige werden jetzt schockiert sein und mit dem Kopf schütteln, aber ich meine es ernst!
Hiermit schlage ich Maxi Arland als Nachfolger von Thomas Gottschalk bei “Wetten, dass…?” vor.
Bitte, beruhigt euch!

Ja, wirklich! Maxi Arland. Der 30-Jährige hat’s drauf. Er ist witzig, kann extrem spontan sein, ist locker drauf. Er sieht gut aus, könnte theoretisch die Herzen der Oma, der Mama und der Tochter zum Schmelzen bringen – und nicht nur deren.
Dass er ein Volksmusikheini ist – ja, das ist irgendwie ein Makel. Was er aber nicht ist: ein abgewichster Schlagerhansel, der auf und hinter der Bühne alle Leute vollschleimt. Maxi Arland macht immer den Eindruck, dass er seine Arbeit ernst nimmt, gleichzeitig aber, dass er selbst sich nicht so ernst nimmt. Er kann auch über sein eigenes Business Witze machen, sieht Häme locker.

Der rbb zeigte am Ostersonntagabend “Ein Wochenende mit … Maxi Arland”. Der blonde Bayer ließ viele Einblicke zu: Die Kameras durften in sein Haus, seine Frau wurde befragt, und in Eberswalde ließ er das rbb-Team vor und hinter der Bühne seiner Show filmen. Dass Arland seine Hochzeit und sein Leben so extrem vermarktet, seinen Heiratsantrag musikalisch in einer Fernsehshow zelebriert und überhaupt viel zulässt – das ist ungewöhnlich, vielleicht auch überflüssig.

Ich jedenfalls würde es Maxi Arland wünschen, dass er irgendwann mal von seinem Volksmusikimage wegkommt – wenn er das überhaupt will. Denn das ist mal klar: Der Typ ist massentauglich. Und als solcher ein Top-Gastgeber für die ZDF-Wettshow.

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Gigantische Hits – gigantisch teuer

Sonntag, den 23. Mai 2010
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Oranienburg fiebert einem Musikevent der Sonderklasse entgegen. Zwei echte Popgiganten kommen in die Stadt. Bei einem Blick in die Charts wird einem schwindelig, wenn man sieht, wo die beiden Gigastars dort stehen. Nämlich… Ähm… Nein, sie sind da gar nicht drin, in den Charts. Schon lange nicht mehr. Schon sehr lange nicht mehr.

“Gigantische Hits” heißt die Tour, die Bonnie Tyler und Matthias Reim gemeinsam absolvieren. Und richtig, beide hatten gigantische Hits. Die Tyler bringt seit Jahren eine Best-of-CD nach der anderen heraus. Ihr Hit “Total Eclipse Of The Heart” ist von 1983, ” It’s A Heartache” von 1977. Heutzutage röchelt sie ihre Hits auf der Bühne, ihre Stimme klingt wie nach vier Schachteln Zigaretten Tag. Sie hat ihren Zenit lange hinter sich.
Matthias Reim hatte 1990 mit “Verdammt, ich lieb dich” seinen großen Nummer-1-Hit, danach folgten drei oder vier weitere erfolgreiche Lieder. Gefolgt von viel Klatsch, Michelle, Tratsch und noch mehr Tratsch. Was den Zenit angeht, da haben Matze und Bonnie viel gemeinsam.

Warum ich das alles erzähle? Wie gesagt, die beiden kommen nach Oranienburg, und das lassen sie sich teuer bezahlen. 39,90 Euro kostet der Eintritt zu ihrem Konzert. Gigantisch teuer, wie ich finde. Fast 40 Euro für zwei Musiker, deren besten Jahre schon lange vorbei sind. Da fällt mir eigentlich nur ein Wort ein: Wucher. Die beiden müssen es ganz schön nötig haben. Aber für 40 Euro will ich ganz andere, wirklich hochwertige Konzerte sehen, aber doch nicht die beiden vergangenen Schlagerhanseln.

Ich bin gespannt, ob die Oranienburger so viel Kohle für das Konzert ausgeben wollen, zumal das Tyler-Reim-Duo Anfang Juni bereits in Eberswalde gastiert. Ob die beiden wirklich so viel Potenzial haben, dass sich noch genügend Leute in Oberhavel und dem Barnim dafür finden?

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Route wird neu berechnet

Dienstag, den 6. April 2010
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Ich finde Navis ja doof. Deswegen habe ich auch kein Navi in meinem Auto. Aber vielleicht hätten wir heute auch jemanden mitnehmen sollen, der auch weiß, wie man so ein Navi einstellt.
Unser Ziel: das Kloster Chorin.
Wir waren bereits auf der Autobahn zwischen Lanke und Finowfurt, als mein Beifahrer noch an dem Gerät rumfummelte. Ich konnte nicht helfen, muss ja fahren. Ich hörte immer nur Statusmeldungen, dass es bei der Eingabe des Zielortes, kein C gäbe. Was ich für relativ ausgeschlossen hielt.
Ich wusste nur: Es gibt auf der A11 eine Autobahnabfahrt Chorin, ab da würde das Kloster sicherlich ausgeschildert sein.

Irgendwas musste das Gerät inzwischen erkannt haben, denn die Frauenstimme verkündete, dass ich in mehr als acht Kilometer die Autobahn verlassen solle. Nein, das stimmt nicht ganz: Zuerst teilte sie mit, dass wir die erlaubte Höchstgewschwindigkeit überschreiten würden. Klugscheißerin.
Mein Beifahrer fummelte weiter an dem Gerät, und ohne, dass sie überhaupt wusste, wo wir hinfahren wollten, wollte die Navi-Dame erneut, dass wir in Finowfurt abfahren.
Von der Rückbank kam der Hinweis, dass wir ja fast da sein müssten, da habe grad ein Schild gestanden: Schorfheide-Chorin.
Ich fuhr an der Abfahrt Finowfurt vorbei. Das gleiche Spiel an der Abfahrt Werbellin.

An der Abfahrt Chorin verließen wir dann die Autobahn. Und, okay, dort hatte das Navi keine Chance, dort gibt es eine neue Umgehungsstraße, die Abfahrt wanderte gute 300 Meter nach Norden.
Dementsprechend sollten wir an der Abfahrt rechts abbiegen. Nach Chorin ging es jedoch nach links.
Route wird neu berechnet.
Das Gerät erkannte wieder irgendwas. Was, das war jedoch nicht so richtig klar. Vor kurz Golzow bat uns die Navi-Stimme, in 300, 200, 100 Metern links abzubiegen. Nur leider war da gar keine Straße.
Route wird neu berechnet.
In Britz wollte uns das Navi in irgendwelche Wohngebietsstraßen leiten. Biegen Sie rechts ab. Ich bog nicht rechts ab. Ich wollte nicht in ein Britzer Wohngebiet.
Route wird neu berechnet.
Hinter Britz endete die Straße. Das Navi teilte uns mit, dass wir doch bitte nach rechts abbiegen sollen. Das Schild vor uns sagte: Kloster Chorin – links rum.
Ich bat den Beifahrer, das blöde Gerät abzuschalten, da es ansonsten zu einer Eskalation gekommen wäre.

Wir erreichten Chorin und das Kloster ohne Navi.
Und der Besuch lohnt sich. Die mehrere hundert Jahre alten Gemäuer sind beeindruckend. Das hohe Kirchenschiff, die Spitzbögen, die Gewölbe und Katakomben.

Auf der Rückfahrt nahmen wir übrigens den Weg über Eberswalde. Und zwar ganz ohne Navi.

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Zahnarzt (18): Im Dentallabor

Donnerstag, den 21. Mai 2009
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(17) -> 6.10.2008

Diesmal stand nur indirekt ein Zahnarztbesuch auf dem Plan. Stattdessen hatte ich die Gelegenheit, mit ein Dentallabor anzusehen. Also der Ort, an dem der Zahnersatz geschaffen oder repariert wird: Brücken, Kronen, Klammern und was es sonst noch so gibt.

Bei der Firma in Eberswalde herrschte rege Geschäftigkeit. Viele Leute werkelten an Abdrücken von Gebissen herum, feilten, malten an, modellierten.
Theoretisch (und praktisch auch) können Zahnärzte mit ihren Patienten dorthin kommen, um vor Ort zu entscheiden, was gebraucht wird. Welche Farbe der Zahnersatz haben sollte, ob es Vollkeramik gewünscht wird, Gold oder nur das, was die Krankenkasse zahlt.

Apropos Krankenkasse: Angenommen der Zahnersatz, die Brücke, die Krone, geht mal kaputt. Dann geht man zum Zahnarzt, der schickt das Teil zum Labor. Ein Fahrer holt es ab. Im Labor muss das Teil innerhalb eines Vormittags pepariert und zurück zum Zahnarzt gefahren werden. Dafür bekommt das Labor von der Krankenkasse 35,13 Euro. Ganz schön wenig – wenn man an Personal, Benzin und Arbeitszeit denkt.

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A11: Der Autobahn-Tierpark in der Schorfheide

Sonntag, den 19. April 2009
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Irgendwie ist es ja ganz niedlich, aber andererseits…
Wer auf der Autobahn A11 vom Kreuz Uckermark in Richtung Berliner Ring unterwegs ist, wird in der Schorfheide einige tierische Begegnungen erleben.
Ist es bereits dämmrig oder ganz dunkel kommen die Rehe. In ganzen Rudeln stehen sie am Fahrbahnrand der Autobahn. Sie fressen, sie gucken oder stehen einfach nur rum. Zwischen Joachimsthal und Britz gestern Abend gleich an mehreren Stellen.
Was passiert, wenn sich eines der Tiere erschreckt? Oder sie sich beginnen, zu zoffen? Dann kann das Ganze aber mal so richtig ins Auge gehen – oder in ein Auto.
In der Hinsicht ist die A11 tatsächlich hochgefährlich. Das war jedoch schon immer so: Schon als wir in den späten 90ern immer nachts aus Eberswalde von der Disco kamen, fuhren die Autos auf der Autobahn zwischen Finowfurt und Lanke oft nur auf der linken Fahrspur, weil rechts, am Straßenrand, lauter Rehe standen.
Da bleibt nur: Augen auf. Und bangen. Diesmal ist es gut gegangen.

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Provogirl und Hasenjagd

Mittwoch, den 31. Oktober 2007
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Mit 29 fühlte ich mich anfangs im Potsdamer “Spartacus” ziemlich alt. Da sich viele Erstsemester darin rumtrieben (sie kamen kostenlos rein), war der Altersdurchschnitt sehr niedrig. Aber was solls: Bei Michael Jacksons “Billy Jean” war das Eis gebrochen und wir enterten die nicht ganz leere Tanzfläche.
Somit war ich seit langem mal wieder in der Disco. Zumal ich in diesen tagen quasi mein zehntes Discojubiläum feiere. Irgendwann im Oktober 1997 schleppte mich Patrick erstmals ins “Altwerk” nach Eberswalde, die dann auch in den nächsten Jahren zu unserer Stammdisco wurde. Heute macht’s im heutigen “Awerk” keinen Spaß mehr. Vor ein paar Jahren waren wir letztmals dort, es war total leer.
Wie gesagt: Es war ziemlich voll auf der Spartacus-Tanzfläche. Das muss der jungen Dame neben uns irgendwie nicht in den Kram gepasst haben. Irgendwann blökte sie ins Nicos Richtung: “Du bist hier nicht alleeeeine!!” Sehr sympathisch. Ich weiß ja nicht, in welcher leeren Dorfdisse sie sich sonst rumtreibt, in der sie ihre minimalistischen Tänze ausführt. Wie auch immer: Für sie war der Abend gelaufen. Wütend glotzte sie immer wieder zu uns rüber, schaukelte sich in ihrem Provogirlhass hoch. Man konnte regelrecht sehen, wie sie ihre Hassblitze zu Mandy schickte, sie sich zunächst nicht davon beirren ließ. Bis zum nächsten Blöker: Dass ja die wand hinter ihr sei, und man doch Platz lassen könne. Oder so. Ich hörte nur: “Muuuuh!!” Irgendwann schnappte sie sich ihren Freund und tanzte sich mit ihm in unseren Weg.
Ach Mensch, diese Dorfpommeranzen. Hätten sie diese Nacht zu Hause verbracht, hätten sich die beiden nett austoben können, aber so mussten sie sich mit den Spartacus-Besuchern herumschlagen. Dumm das. Aber solchen Provogirls scheint es nur um eines zu gehen: Provokation eben.

Rückfahrt nach Hause. Nur Brandenburg feiert den Reformationstag, Berlin nicht. Nachdem ich durch die Nicht-Feiertagszone Steinstücken fuhr (Berliner Gebiet), begann wieder auf Potsdamer Gebiet noch eine spannende Hasenjagd. Plötzlich hoppelte ein Hase vor mir auf der Straße. Und rannte los, während ich ihm hintrhertuckerte. Er hat es überlebt. Somit ist vielleicht auch mein Osterhasenmord von Ostern 2002 auch wieder gutgemacht…