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Bereitschaft Dr. Federau

Mittwoch, den 12. Juni 2019
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MO 10.06.2019 | 10.00 Uhr | rbb

Eine Notärztin, die nach dem Tod ihres Mannes ihr Leben wieder anpackt. Die kein Hausmütterchen ist, in ihrem Job hochgeachtet ist. Die ihren pubertierenden Sohn erzieht. Die ihrem Sohn die Meinung geigt, wenn es in der Schule nicht gut läuft.
Der Fahrer des Krankenwagens, der schwer verunglückt und im Rollstuhl landet. Der deshalb verzweifelt ist, Hilfe braucht und bekommt. Der Gefühle zeigt und nach Auswegen sucht.
Das Paar, bei dem sie keine Kinder bekommen kann. Wo er Verständnis hat, und wo sie beide schauen, ob sie ein Pflegekind annehmen können.
Die Mitarbeiterin in der Rettungsstelle, dessen alte Mutter dement ist, die aber keine Zeit hat, sie zu pflegen und die deshalb verzweifelt ist, weil sie nicht weiß, wie sie das packen soll.

Klingt nach einer Serie mit Geschichten aus dem Leben, und das ist „Bereitschaft Dr. Federau“ auch. Besonders ist: Die Serie mit den nur sieben Folgen lief 1988 erstmals im Fernsehen der DDR. Und über Pfingsten mal wieder im rbb. Sie gehört, mehr als 30 Jahre danach, immer noch zu den beliebtesten DDR-Serien. Und das durchaus zurecht.

Sicherlich ist es so, dass sie manchmal bieder wirkt. Auch die technische Ausstattung ist hier und da ausbaufähig. Auch die Szenen im Rettungsdienst wirken nicht immer so professionell.
Aber dennoch: Auch 2019 kann man „Bereitschaft Dr. Federau“ immer noch gut ansehen. Denn der Parteidrill der SED spielt nur am Rande eine Rolle. Sohn Frank will keine Karriere machen, sondern Tierpfleger werden. Und auch der Rettungsdienst hat so seine Probleme, wenn Geisteranrufer für Ärger sorgen oder die Technik streikt. Oder wenn es darum geht, dass Brote schwer zu bekommen sind.
Wenn es in der Serie eine Ideologie gibt, dann gilt die in der Regel auch heute noch: Nächstenliebe, Achtsamkeit, Freundschaft.
Kein Wunder, dass die Leute immer wieder einschalten, wenn „Bereitschaft Dr. Federau“ im rbb oder im mdr läuft.

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Die Puppenstars: Pittiplatsch und seine Freunde

Samstag, den 11. Februar 2017
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FR 10.02.2017 | 20.15 Uhr | RTL

Der Name Heinz Schröder ist untrennbar mit Pittiplatsch verbunden. Schröder war von 1957 bis 1991 Puppenspieler beim Fernsehen der DDR bzw dem DFF. Er erfand, führte und sprach Pittiplatsch.
Mit der Abwicklung des DFF verschwanden auch Pitti, Schnatterinchen und Moppi – neue Folgen sind dann nicht mehr produziert worden, immerhin laufen bis heute Wiederholungen im Sandmännchen. Aber viele Jahre war Schröder mit seinen Kollegen noch auf Live-Tour – 2009 starb er.

Bei den “Puppenstars” gab es am Freitagabend bei RTL ein überraschendes Wiedersehen. Pitti, Schnattchen und Moppi feierten ihr Fernsehcomeback. Das war einerseits rührend – aber andererseits auch gewöhnungsbedürftig. Denn ohne Schröder und mit den neuen Sprechern klingen die Figuren natürlich anders. Pitti sächselte plötzlich ein wenig.
Für Kinder, die die Figuren heute erleben, ist das natürlich wurscht. Aber in Sachen Nostalgie wird das schwierig. Leider wurde übrigens in der Show nicht erwähnt, dass die Figuren zwar 55 Jahre alt sind die Sprecher nicht mehr die Originalen sind.
Sie haben es dennoch ins Finale geschafft. Zu Pittiplatsch kann eben keiner Nein sagen. Egal, wer ihn spricht. Platschquatsch.

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2004 hatte ich übrigens die Möglichkeit mit Pittiplatsch, also Heinz Schröder, zu telefonieren. Irgendwie war das ein Gänsehautmoment. Das Interview kann man hier nachlesen.

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Polizeiruf 110: Im Alter von …

Samstag, den 25. Juni 2011
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DO 23.06.2011 | 20.15 Uhr | MDR-Fernsehen

Der Krimi hinter dem Krimi, ist spannender als der Krimi selbst. 2011 strahlt der MDR einen Film aus, der 1974 gedreht, aber nie gesendet wurde.

Das Verbrechen durfte einfach nicht sein: Ein pädophiler Mann scheint ein ganz normales Leben in seiner Familie zu fühlen, aber es ist nur ein Deckmantel. Eines Tages verschwindet ein Junge spurlos.
Die Dreharbeiten für den “Polizeiruf 110” waren zu Ende, da kam schon das Aus. Erst 2009 ist das stumme Material wiedergefunden worden. Es musste neu bearbeitet und vor allem synchronisiert werden.

Zum 40. Geburtstag des “Polizeiruf 110” hatte der 37 Jahre alte Film und endlich seine Premiere. Er zeigt vor allem, wie sich die Zeiten geändert haben. Heute wäre dieser Krimi nichts Besonderes gewesen. Das Thema ist immer noch spannend und erschütternd, aber kein Tabubruch.
Dennoch ist es eine lobenswerte Sache, dass sich der MDR um die Hebung dieses bislang unentdeckten Schatzes gekümmert hat.

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Sondersendungen und Extrablatt – Die deutschen Medien und das Jahrhundertereignis Mauerfall

Dienstag, den 10. November 2009
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MO 09.11.2009 | 23.25 Uhr | Bayerisches Fernsehen

Hanns Joachim Friedrichs hat die Berliner Mauer geöffnet.
Na ja, zumindest hat er dazu beigetragen. Das zeigte die spannende Dokumentation “Sondersendungen und Extrablatt”, die das Bayerische Fernsehen im Rahmen einer Themennacht “20 Jahre Mauerfall” sendete.

Am 9. November 1989 übertrug das Fernsehen der DDR 1 live die Pressekonferenz von Günter Schabowski. In der “heute”-Sendung im ZDF gab es gegen 19.15 Uhr eine Sondermeldung. In der “Berliner Abendschau” im SFB-Regionalprogramm war danach der damalige Regierende Bürgermeister Walter Momper zu Gast, der an die DDR-Bürger erste Appelle richtete. Dennoch: Die Lage war unklar. Die “Tagesschau” der ARD brachte die Schlagzeile zuerst auf den Punkt: “DDR öffnet Grenze”.
Während das “heute-journal” im ZDF den aktuellen Stand der Dinge vorsichtig vermittelte, ging dann Hanns Joachim Friedrichs in den ARD-“Tagesthemen” einen anderen Weg: Er sprach von einem historischen Tag und davon, dass die Tore weit offen stünden.
Was zu dieser Minute noch gar nicht der Fall war. Aber: Der Druck auf die Mauer erhöhte sich. Nach den “Tagesthemen” liefen Zehntausende DDR-Bürger an die Grenze. Es wurde ja schließlich im Fernsehen gesagt.
Eine gute Stunde danach war die Maueröffnung dann wirklich perfekt. Und das Fernsehen hat daran wohl offensiv mitgearbeitet.

Hits: 30

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Ein Volk sprengt seine Mauern

Dienstag, den 11. August 2009
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MO 10.08.2009 | 0.50 Uhr | (Di.) | 3sat

Die Wendezeit gehört für mich noch immer zu den wichtigsten und emotionalsten Ereignissen meines Lebens. Nicht nur, weil ich sie trotz meiner 11 Jahre schon sehr intensiv miterlebt habe, sondern weil sie mein Leben in eine Richtung trieb, die in der DDR so nicht möglich gewesen wäre.

Die Doku “Ein Volk sprengt seine Mauern” vom damaligen SFB gehört zu den ersten VHS-Filmen, die ich mir im Frühjahr 1990 zulegte. 3sat zeigte ihn nun noch einmal.
Ich habe ihn schon zigmal gesehen, kenne jede Szene. Die vom Fernsehen der DDR übertragene Schabowski-Pressekonferenz. Die Freude an der Grenze. Und davor: die Flüchtlinge in Budapest und Prag. Die Genscher-Ausreise-Rede. Gorbatschows Weissagung “Wer zu spät kommt…”.
Es sind Szenen, die mich noch heute berühren, die eine Gänsehaut bei mir verursachen. Kann ich mir immer wieder ansehen.

In der RTelenovela-Rubrik startet demnächst meine kleine Wendeserie mit Erinnerungen aus heutiger Sicht an 1989.

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Ein Kessel Buntes

Sonntag, den 26. April 2009
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SA 25.04.2009 | 22.05 Uhr | rbb

“Ein Kessel Buntes” war die große Sonnabendabendshow des Fernsehens der DDR. Große Stars, viel Humor und immer andere Moderatoren. Unvergessen die beiden Ausgaben, die die Komikerin Helga Hahnemann 1989 moderierte.
Nur wenige Jahre konnte sich der “Kessel” in die gesamtdeutsche Medienwelt retten, lief noch zwei Jahre in der ARD. Dann war Schluss, die Quoten reichten nicht mehr aus.
Am Sonnabend zeigte der rbb eine Folge von 1990, der der damalige DFF ausstrahlte. Und schon an dieser Sendung lässt sich zeigen, warum der “Kessel” nach der Wende keine Zukunft mehr hatte, nichts mehr Besonderes war.
Denn die Show war unfassbar dröge. Im Herbst 1990 ist den Machern offenbar nichts mehr eingefallen. Die inzwischen verstorbene Fernsehansagerin Antje Garden und der unvermeidliche West-Ösi-Import Karl Moik führten durch die Ausgabe der Show. Moik brachte betuliche “Stadl”-Elemente in die Ost-Revue in den Berliner Friedrichstadtpalast. Das Stadlorchester und viel öde Volksmusik. Dazu wichtigtuerische und besserwisserische Ansagen, die den Ossis wohl mal zeigen sollten, wie man es richtig macht.
Eine müde Abfolge von Musiknummern, wenige lustige, dafür aber miese Comedyeinlagen. Mehr hatte “Ein Kessel Buntes” im Herbst 1990 offenbar nicht mehr zu bieten. “Ein Kessel Reste”. Das hatten andere, sehr viele Shows genauso auch im Programm.
1991 und 1992 führte Karsten Speck alleine durch die Shows, dann war Schluss. Kein Wunder, wie die 1990er-Show zeigte.

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Polizeiruf 110: Mit dem Anruf kommt der Tod

Mittwoch, den 8. April 2009
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MO 06.04.2009 | 22.50 Uhr | rbb

Am Sonntag lief im Ersten der 300. “Polizeiruf 110”. Der wahrscheinlich beste Krimi der Reihe lief jedoch am Montagabend im rbb.
“Mit dem Anruf kommt der Tod” ist einer der letzten Filme, die 1991 der DFF produziert hatte. Ein außergewöhnlicher Krimi, denn er zeigt nicht die ausschließliche Suche nach einem Mörder, wie man das aus den meisten derartigen Filmen kennt.
Der Zuschauer kennt den Übeltäter. Ein Mann, der von einer Telefonzelle aus Kinder so lange terrorisiert, bis sie aus dem Fenster springen oder den kleinen Bruder rausschubsen.
Während also die Zuschauer Bescheid wissen, die Hintergründe kennenlernen und mit ansehen müssen, wie der Spuk weiter geht, sind die Kommissare noch auf der Suche.
Ein echter Krimi-Dauerbrenner und vor allem ein Film, an dem sich 18 Jahre später alle weiteren “Polizeiruf”-Folgen messen lassen müssen. In der Hinsicht befindet sich nur das Bayern-Team mit Tauber und Obermeier auf dessen Augenhöhe.

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