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Die schönsten Schlager-Überraschungen aller Zeiten

Montag, den 17. Januar 2022
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SA 15.01.2022 | 20.15 Uhr | Das Erste

Eigentlich sollten am Sonnabend im Ersten die Schlagerchampions gekürt werden. Die Silbereisen-Show ist die erste Schlager-Großproduktion des Jahres. Wegen der aktuellen Coronalage ist eine solche Produktion aber aus verständlichen Gründen kaum möglich.
Schon vor Weihnachten ist das Event abgesagt worden. Stattdessen sollte am Sonnabend eigentlich eine Show namens “Schlagerstart 2022 – Silbereisen legt los” über den Sender gehen. Aber auch diese Show ist dann noch kurzfristig abgesagt worden.

Am Sonnabend zeigte Das Erste nun die billigste und unaufwändigste Variante einer Schlagershow: ein Best of: “Die schönsten Schlager-Überraschungen aller Zeiten”. Florian Silbereisen begrüßte im kleinen Fernsehstudio, wo der mdr auch alle anderen kleinen Schlagershows aufzeichnet, ein paar Gäste, um in Erinnerungen zu schwelgen.
Aber mal darüber sprechen, warum denn nur ein Best of läuft? Warum auch die Ersatzshow gestrichen worden ist? So viel Transparenz möchte man den Zuschauern dann doch nicht zumuten.
So liefen am Sonnabend nur uralte Ausschnitte, die dann – wie in RTL-Panelshows – von Promis kommentiert wurden. “Hach ja, das war ein toller Moment.” “Oh ja, da war der Flori aber gerührt.” “Das war ein toller Moment.”
Zwischendurch redete Silbereisen im Studio mit Gästen.

Dass Großproduktionen momentan schwierig sind, ist klar. Aber so ein Aufwärmen von abgestanden Ausschnitten aus längst versendeten Shows ohne irgendwelche Erklärung, das war dann doch erstaunlich billig.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 14. Februar 2022)

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Das war 2021!

Freitag, den 31. Dezember 2021
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So ruhig hat ein Jahr noch nie begonnen – selbst vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Das ZDF sendet seine große Silvesterparty ohne Publikum vor Ort. Es muss zu Hause bleiben.
Es beginnt das Corona-Jahr 2.

Corona wird die Menschen und die Medien auch 2021 durchgehend beschäftigen – nur im Sommer gibt es eine kleine Verschnaufpause. Die eigentlich eher ein Wegignorieren ist.
Das Programm ist geprägt von Sondersendungen, vom “ARD extra”, “ZDF spezial”, und auch die Privaten sind dazu übergangen, wieder aktuellen Nachrichten einen höheren Stellenwert zu geben.
Die großen Shows müssen lange ohne Publikum auskommen. Die “Fastnacht in Franken” im BR ist zu einer leise-lahmen Veranstaltung geworden, der Karneval fällt gleich ganz aus. In der “heute show” lacht keiner mehr. Die großen Silbereisen-Shows werden zu Studio-Produktionen, bei denen die Gäste selbst für Stimmung sorgen müssen. Das Dschungelcamp in Australien wird abgesagt, stattdessen ziehen die Stars in ein Tinyhouse in Hürth. Erst später kehrt Publikum zurück, und auch der Eurovision Song Contest kann stattfinden – und wird zu einer großen Wiedersehensparty. Auch wenn Australien zu Hause bleiben muss und Island in Rotterdam in Quarantäne ist – und auch der Vorjahressieger wegen Corona ausfällt.
Laufende Programme werden unterbrochen, um die Pressekonferenzen mit Merkel zur Corona-Lage zu übertragen – nur wenn die Beratungen bis nachts um 2.35 Uhr hinziehen, verzichten die Sender, bis auf tagesschau24.

Corona zerrt an den Nerven – bei allen Leuten. Kritiker der Coronamaßnahmen und überhaupt der Politik der Regierung und der Gesellschaft, die ihr folgt, werfen auch den Medien Einseitigkeit vor. Vom Regierungsfernsehen ist die Rede, von Staatsmedien – ein schwieriger Vorwurf, wenn davon die Rede ist, man werde die Journalisten aus den Medienhäusern jagen, wenn man erst mal, nun ja, an der Macht sei. Was immer das auch heißt. Aber es klingt nicht gut. Bei Demonstrationen werden Journalisten zunehmend angegriffen.

Nicht nur in Deutschland. Auch in den USA. Als im Capitol in Washington die Wahlniederlage von Donald Trump endgültig besiegelt werden soll, stürmen Trumps Anhänger das Gebäude. Und auch dort gehen sie auf Journalisten los. Prügeln und zerstören Technik. Es trifft auch ein Team des ZDF.

Den Hatern in Deutschland passt die Youtube-Kampagne “#allesdichtmachen” gut ins Anti-Corona-Stimmungsmache-Konzept. Mehr als 50 mehr oder viel weniger bekannte Schauspielende sprechen in den Clips über Corona und die Folgen. Ricky Müller atmet in eine Tüte, weil ausatmen gefährlich sei. Jan-Josef Liefers findet, dass man in den Medien nicht so richtig informiert worden sei. Unterschiedliche Meinungen zum Coronavirus und zu dessen Eindämmung würden nicht gehört. Diskussionen fänden nicht statt. Oder erst seit Neuestem wieder. Es heißt, das sei Satire. Weil man Liefers ansonsten ja fragen müsste, wo er in den Monaten davor gelebt habe. Später sagt er in einer Talkshow, er habe alle Zeitungen abbestellt. Einer der Urheber ist der Schauspieler Volker Bruch, dem Verbindungen zu den Querdenkern und zur Partei Die Basis nachgesagt werden.

Auch Michael Wendler dreht in der Coronakrise ab. Von den USA aus hetzt er gegen die Coronamaßnahmen, leugnet das Virus und spricht von einem KZ Deutschland. Laut Wendler: Krisenzentrum. Schon klar. RTL sendet trotzdem die erste Folge der Castingshow “Deutschland sucht den Superstar”, wo der Wendler in der Jury sitzt. Als der ehemalige Schlagerstar weitere Hetze absetzt, schreitet RTL ein – und schneidet das Jurymitglied aus der Sendung. Zunächst sehen die Zuschauer eine abenteuerlich bearbeitete Sendung, in der Wendler überblendet wird, später fehlt er ganz.

Das mag man kaum glauben, aber RTL will seriös werden. Und da passt Dieter Bohlen leider nicht mehr ins Konzept. In den beiden Live-Shows von “DSDS” fehlt nun schon das zweite Jurymitglied. DAS Jurymitglied. Nachdem RTL Bohlen gefeuert hat, meldet der sich krank. Thomas Gottschalk springt ein. Am Ende gewinnt… also, keine Ahnung, wer gewonnen hat. War am Ende auch nicht mehr wichtig. Auch beim “Supertalent” wird Bohlen rausgeschmissen, und RTL bekommt im Herbst dafür die bittere Quittung. Die Show versinkt im Quoten-Nirvana.
Zum neuen RTL gehören mehr Nachrichten. Auch am Nachmittag gibt es nun “RTL aktuell”, im Spätprogramm taucht Jan Hofer wieder auf – mit “RTL direkt”. Vor allem die älteren Zuschauer will RTL wieder erreichen. Was nur sehr schwer gelingt.

Und was ist mit dem Trashfernsehen? Auch da will die RTL-Gruppe seriöser und braver werden. Als sich in der Datingshow “Princess Charming” bei VOX zwei Frauen prügeln, bekommen wir das nicht zu sehen, stattdessen nur einen Hinweis darauf, dass da was passiert sei und beide Damen gehen mussten. Das hätte es bei meinem RTL früher nie gegeben, da hätte man draufgehalten.
Bei Sat.1 ist man da nicht so zimperlich. Bei den “Promis unter Palmen” haben sie wieder alle Krawallschachteln eingeladen, die Trash-Deutschland zu bieten hat. Es gibt ordentlich Zoff, die Kameras halten drauf, auch bei schlimmsten homophoben Entgleisungen. Nur einer schreitet ein: Willi Herren. Sat.1 bekommt trotzdem und zurecht einen Shitstorm, die nächste Folge läuft stark gekürzt – und dann ist nach Folge 2 Schluss. Nach der Nachricht lässt Sat.1 die Ausstrahlung ruhen: Willi Herren ist tot.

In Trauer sind sich Sat.1 und RTL einig: In beiden Frühstücksfernsehsendungen trauern die Teams um Jan Hahn. Er erliegt einem Krebsleiden. Als die Meldung bekannt wird, fließen bei der RTL-“Exclusiv”-Moderatorin am Ende die Tränen, und “RTL aktuell” endet mit einer stummen Trauertafel.
An seinem 100. Geburtstag kündigt die “TV Spielfilm” einen alten DDR-Film mit dem Schauspieler Herbert Köfer an – mit dem Hinweis, dass er heute 100 geworden wäre. Dabei IST er 100 geworden. Aber leider nicht älter – Herbert Köfer stirbt wenige Monate danach.
Mit ihm verlassen 2021 weitere Schauspielende die Bühne: der Komiker Mirco Nontschew, Jean-Paul Belmondo, Heide Keller, Aschenbrödel Libuše Šafránková, “Golden Girl” Betty White, der Lindenstraße-Grieche Kostas Papanastasiou, Arved Birnbaum, “Love Boat”-Käptn Gavin MacLeod, Lindenstraße-Doktor Ludwig Haas, Thomas Fritsch und Christopher Plummer. Die Musiker Françoise Cactus, Volker Lechtenbrink, Baccara-Sängerin Maria Mendiola, Steve Bronski, Ted Herold, Charlie Watts, John Miles, Milva, Mikis Theodorakis, DMX, Barby Kelly, Bill Ramsey, Komponist Siegfried Matthus und Nick Kamen. Die Journalisten und Moderatoren Alfred Biolek, Larry King, Bettina Gaus, Gerd Ruge, Wolf-Dieter Poschmann, Christopher Plass, Hans-Eckart Eckhardt und Jürgen Engert. Peter R. de Vries wird in den Niederlanden ermordet. Die Sportler Horst Eckel und Gerd Müller. Der Youtuber Philipp Mickenbecker. Die Politiker Kurt Biedenkopf, Donald Rumsfeld und Colin Powell. Prinz Philip. Die Zirkusleute Gerd Siemoneit-Barum und Siegfried Fischbacher, der Nobelpreisträger Desmond Tutu. Die Autoren Noah Gordon und Uta Ranke-Heinemann. Comiczeichner Martin Perscheid und Kabarettist Ludger Stratmann.

Sie verkünden ihren Abschied: Petra Gerster verlässt “heute”, Claus Kleber das “heute-journal”. Nach fast 30 Jahren verabschiedet sich Claus-Erich Boetzkes von den Nachmittagsausgaben der “Tagesschau”. Der rbb streicht sein Vorabendmagazin “zibb”. Aus Geldgründen. Und wegen schlechter Quoten. Außerdem streicht der rbb ausgerechnet die “Abendshow” – ein sehenswertes Satireformat. Nun läuft dort das “Riverboat”. Beim rbb findet man das vermutlich innovativ. Antenne Mecklenburg-Vorpommern gibt es nicht mehr – auf den Frequenzen im Norden dudelt jetzt 80s80s. Und einige Hörer fragen sich vielleicht, wie man das ausspricht. Emotional ist die Übertragung des Großen Zapfenstreiches für Angela Merkel, die sich vom Orchester “Du hast den Farbfilm vergessen” spielen lässt – über zehn Millionen Menschen schauen zu.

2021 wählt Deutschland einen neuen Bundestag. Eigentlich haben sich die Grünen schon als Wahlsieger gesehen – aber Annalena Baerbock fliegt ihr schnell zusammengeschustertes Buch um die Ohren. Unter anderem. Die Medien sind unerbittlich. Dann wähnt sich die CDU vorn – aber Armin Laschet fliegt sein Gelächter während einer ernsten Rede von Bundespräsident Steinmeier im Hochwassergebiet um die Ohren. Und ein Kinderinterview bei Joko und Klaas, bei dem Laschet gegenüber den Kindern ziemlich patzig wird.
Diesmal gibt es nicht nur ein Duell. Sondern ein Triell. Äh, drei Trielle. Bei RTL, bei ARD und ZDF und bei ProSiebenSat.1. Wobei das Triell bei ARD und ZDF in Wirklichkeit das Duell der beiden Moderatoren Oliver Köhr und Maybrit Illner ist – die zusammen so gar nicht können und sich ständig gegenseitig ins Wort fallen. Und dissen.

Apropos Hochwasser: Als die Flut über das Ahrtal reinbricht, sendet der WDR – nichts. Also nicht nichts, aber auch keine Sondersendungen. Weil es nachts eben keine Sondersendungen gibt. Auch nicht im Radio. Als in NRW die Katastrophe geschieht, lässt der WDR seine Leute allein. Und der SWR macht es kaum besser. Die reichlichen Sondersendungen beginnen erst am Tag danach.

Bei der Bild sind sie stundenlang auf Sendung – Bild macht nämlich jetzt auch Fernsehen. Genau genommen gibt es die gestreamten Sondersendungen schon sehr lange, aber im August startet die Fernsehversion von Bild auch offiziell. Oft mit dabei: Julian Reichelt, der Chefredakteur. Bis zu seinem Aus. Reichelt steht schon mal im Rampenlicht. Sein Umgang mit Mitarbeiterinnen wird angeprangert, bleibt aber folgenlos. Zunächst. Dann aber gibt es Recherchen von Journalisten der Ippen-Gruppe. Die werden aber zunächst nicht veröffentlicht, Verleger Dirk Ippen will Springer nicht an den Karren fahren. Er lässt die Story zurückziehen. Sie erscheint dann im Spiegel. Aber auch die New York Times berichtet über Springer und Reichelt. Er muss seinen Platz räumen. Und bei Bild im Fernsehen wird geschluchzt.

Gibt es denn über 2021 gar nichts Gutes zu sagen? Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt überraschen die Zuschauer mit einer siebenstündigen Doku über den Klinikalltag einer jungen Krankenschwester. Hautnah erleben wir alles aus ihrer Perspektive mit. Joko unterhält die Leute zudem mit “Wer stiehlt mir die Show”. Eine extrem unterhaltsame Sendung, und am Ende kann jemand aus dem Panel Joko beim nächsten Mal die Showleitung abnehmen. Das gelingt zum Beispiel Thomas Gottschalk, Bastian Pastewka und Elyas M’Barek, die was ganz Eigenes draus machen.
Kurt Krömer überrascht in seiner rbb-Talkreihe “Chez Krömer” Gast Torsten Sträter mit dem Geständnis, dass er mit Depressionen in der Klinik gewesen sei. Ein ernstes, rührendes Gespräch entwickelt sich.
2021 steht auch für Retro: “Wetten, dass…?” ist zurück, und 14 Millionen schauen zu. “Geh aufs Ganze” auf Sat.1 mit Jörg Draeger und dem Zonk ist wieder da. Ebenso “TV total” auf ProSieben – nicht mit Stefan Raab, dafür mit Sebastian Pufpaff. Und ABBA bringt ein neues Album raus. Thank you for the Music. Aber wäre doch nicht nötig gewesen.
Ganz offenbar immer noch nötig: sich zu positionieren. Im Magazin der Süddeutschen Zeitung outen sich 185 Schauspieler*innen als schwul, lesbisch, bisexuell, queer, nicht-binär und trans. Hashtag: #actout. Erstmals wird über Diskriminierung von queeren Menschen in bestimmten Berufen diskutiert.

Und sonst so? Bei ProSieben lernen Thilo Mischke und Katrin Bauerfeind, dass man Politikern in der eigenen Talkshow am Ende nicht beklatscht. Die ARD freut sich über die erste schwule Serie und versendet “All you need” vor Freude im Spätprogramm bei one. Bei “RTL aktuell” gehen die Lichter aus. Also, nur einmalig. Vermutlich. Netflix schafft mit “Squid Game” den Hype über die Streaminggrenzen hinaus. Die Russen starten ihren Propagandasender RT DE und bekommen schnell Gegenwind. Bei ORF1 geht ein beschwipster Nachrichtenmoderator auf Sendung – und wird danach beurlaubt. Die ZDF-Serie “Kommissarin Heller” endet überraschend: Frau Heller wird vom Blitz getroffen.
Und die bitterste Erkenntnis des Jahres: Evelyn Burdecki ist schlauer als ich. Und Anne Will und alle anderen Medienheinis merken sich endlich mal: Reiner Haseloff. Haseloff. Haseloff! David Hasselhoff macht keine Politik. Noch nicht. Man weiß ja nie, heutzutage.

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Ich war Angela Merkel: Das Zahlemann-Protokoll

Donnerstag, den 30. Dezember 2021
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MI 29.12.2021 | 23.45 Uhr | Das Erste

Die Geschichte ist fast nicht zu glauben. Der ehemalige ARD-Chefreporter Sandro Zahlemann hat die Bundeskanzler-Kandidatur von Marcus Söder verhindert. Er ist schuld. Und eine Doku am Mittwochabend im Ersten zeigte, wie es zu diesem Skandal kam.
Aus unbekannten Gründen erhielt er die ehemalige Telefonnummer der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zuvor hatte er sich gewundert, dass er immer wieder Nachrichten von Promis erhielt, die an Merkel gerichtet waren – und irgendwann antwortete er ihnen. Auch Söder. Und so nahm politisch alles seinen Lauf.

“Ich war Angela Merkel: Das Zahlemann-Protokoll” hieß die Doku – und sie war ein Fake. Oder genauer gesagt: Sie ist Satire. Dahinter steckte Olli Dittrich mit einer neuen Folge von seinem TV-Zyklus.
Auf geniale Weise zeigte er im Stil einer Enthüllungs-TV-Doku, wie ein ehemaliger Journalist alle reinlegte. Der Clou: Wer nicht genau aufpasst, der könnte meinen: Alles sei echt.
Denn im Film kommen echte Promis zu Wort, die ihre Erinnerungen im Fall Zahlemann schildern. Caren Miosga ebenso wie WDR-Intendant Tom Buhrow, Journalist Robin Alexander, Politiker Wolfgang Bosbach und viele mehr.

Wie immer ist es schade, dass diese Satire-Perle im Spätprogramm im Ersten versteckt worden ist – aber vermutlich hätte sie zu einer früheren Sendezeit für mehr Irritationen gesorgt – und das will man ja nun wirklich, ähm, nicht.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek

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Eldorado KaDeWe – Jetzt ist unsere Zeit

Dienstag, den 28. Dezember 2021
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MO 27.12.2021 | 20.15 Uhr | Das Erste

Berlin, 1918, nach dem Ersten Weltkrieg. Die Zahl der Männer in der Stadt ist nach den Kampfeinsätzen mit vielen Toten verschwindend gering. Die Menschen in Berlin sind arm.
Wie kann sich da ein Luxus-Kaufhaus wie das KaDeWe in Berlin auf diese Zeit einstellen? Gebrauchswaren des täglichen Bedarfs? Oder soll man weiterhin auf den Luxus und damit auf Hoffnungen und Träume setzen?
Adolf Jandorf und sein Buchhalter Georg versuchen das Geschäft einigermaßen sicher durch die Zeit zu führen – alles andere als einfach.

Davon handelte die sechsteilige Serie “Eldorado KaDeWe – Jetzt ist unsere Zeit”, die das Erste am Montagabend fast fünf Stunden lang am Stück zeigte.
Die Serie war eine spannende Reise in die Zeit von vor rund 100 Jahren. Der wirtschaftliche Wiederaufbau, die Inflation, aber auch die sexuellen Freiheiten. Frauen bieten Männer sexuelle Dienste an, Frau verliebt sich in Frau.

Und dann sind wir in der Serie unterwegs mit der U-Bahn. Anno 2021. Steigen auf einem Bahnhof aus mit BVG-Schilder. Oder eine Pferdekutsche fährt an einem modernen Autos aus unserer Zeit vorbei. Und es dringen heutige Verkehrsgeräusche ins Haus ein.
Die irritierende Vermischung des Lebens von vor 100 Jahren und von heute ist – so heißt es – gewollt. Es handele sich um ein Stilmittel, das Regisseurin Julia von Heinz angewandt habe, um die Zeiten zu vermischen, um das Damals ins Heute einfließen zu lassen.
Stilmittel hin oder her: Es lenkt ab. Als Zuschauer macht man sich Gedanken, was das soll, wieso eine Figur von 1920 plötzlich in Kulissen von 2020 unterwegs ist. Das Stilmittel funktioniert nicht.

Schade auch, dass die Serie im Ersten innerhalb von fünf Stunden runtergesendet worden ist. Es ist wieder eines dieser merkwürdigen Ausstrahlungskonzepte, die man damit begründet, man produziere ja für die Mediathek. Aber eine Serie zur besten Sendezeit zu starten und dann von den linearen Zusehern zu verlangen, fünf Stunden am Stück, bis 1 Uhr dranzubleiben, ist happig und überhaupt nicht zuschauerfreundlich.

-> Die Serie in der ARD-Mediathek (bis 22. März 2022)

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Tagesschau: Kimmich will sich impfen lassen

Montag, den 13. Dezember 2021
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SO 12.12.2021 | 20.00 Uhr | Das Erste

Nun also doch. Fußballer Jushua Kimmich will sich nun doch impfen lassen. Das ist so aufregend, dass sogar die 20-Uhr-Tagesschau am Sonntagabend darüber berichtet – und das sogar recht prominent, nach drei Minuten. Noch vor dem Beitrag über die Änderungen im Bahnverkehr.

Aber warum beschäftigt sich die Hauptausgabe der Tagesschau so prominent mit einem Boulevardthema? Dass sich der FC-Bayern-Spieler Kimmich zunächst nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollte, sorgte für Wirbel. So sehr, dass sich sogar die Politik eingeschaltet hatte.
Da wirkte es fast schon wie bestellt, dass der Sportler nicht sehr lange danach mehrfach in Quarantäne musste und sich dann selbst infiziert hatte. Das Virus ist er los, dennoch kann er wahrscheinlich erst im Januar wieder spielen, wegen leichter Lungenprobleme nach der Infektion.
Da wirkt die Ankündigung, dass er sich nun doch impfen lassen will, ein wenig merkwürdig. Wenn man auch bei genauerem Hinsehen weiß, dass die neue Omikron-Variante wohl auch Genesene treffen kann.

Aber dennoch: So eine Meldung? War das nötig? Zwar hob die Tagesschau auch die politische Komponente hervor, in dem sich auch Gesundheitsminister Lauterbach dazu äußerte – aber vordergründig scheint es da doch um eine Breitenwirkung zu gehen, die durch den Promi erzielt werden soll. Dass das nicht gut ankommt, ist absolut verständlich. Die Meldung wirkte wie ein absoluter Fremdkörper in dieser Sendung.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek

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Ein Hauch von Amerika

Montag, den 6. Dezember 2021
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SA 04.12.2021 | 20.15 Uhr | Das Erste

Hat die ARD mal eine Serie im Programm, die sich abseits der Schmunzelkrimis oder Kliniksoaps bewegt, dann ist das gleich ein Event. Dabei sollte es doch heutzutage auch für die Öffentlich-Rechtlichen selbstverständlich sein, neben den Alltagsproduktionen auch immer wieder gute Miniserien anzubieten – ohne dass man das extra als Serien-Event hervorheben muss. So ist aber “Ein Hauch von Amerika”, am Sonnabend liefen die Folgen 3 und 4 von 6, eben genau das: ein Serien-Event.

Ein Dorf im deutschen Südwesten nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein US-Panzer rollt über den Kartoffelacker von Familie Kastner. Die Empörung ist groß. Tochter Marie, die auch ein paar Brocken Englisch kann, eilt zur US-Kaserne, um sich zu beschweren. Sie blitzt ab, aber der Soldat, der den Panzer fuhr, George, will den Schaden wieder gut machen – und zwischen Marie und ihm scheint sich auch etwas zu entwickeln.
Das ist aus zwei Gründen schwierig. Damals ist eine Beziehung zwischen der jungen Deutschen und dem schwarzen Soldaten nicht gern gesehen – und Maries Freund kommt aus dem Krieg zurück.
Dennoch nimmt sie ihr Leben in der Hand und beginnt bei einem ranghohen Soldaten und seine Frau zu arbeiten.

Erika, die Tochter des Bürgermeisters Strumm, genießt unterdessen das neue Lebensgefühl. Als sie aber von drei Soldaten vergewaltigt und schwanger wird, ändert sich alles. Auch weil ihr Vater mit den Amis Geschäfte macht, die in Gefahr sind – und der Bürgermeister spielte in der Nazizeit eine unrühmliche Rolle. Was, wenn das raus kommt?

In dem Dorf im Nachkriegsdeutschland weht “Ein Hauch von Amerika”. In der sechsteiligen Serie geht es darum, wie das Leben in dem Ort wieder an Fahrt aufnimmt – und welche Probleme es gab. Da ist einerseits der offen ausgetragene Rassenhass auch in der US-Armee. Die Angstmache der Deutschen gegenüber den Soldaten. Nazis, die weiterhin eine Rolle im öffentlichen Leben spielen. Sittenwächter, die die Kontrolle behalten wollen.
Das alles wird anhand von zwei Familien erzählt, die im Dorf Kaltenstein an einem US-Stützpunkt leben. Einerseits Aufbruchstimmung, andererseits die Furcht vor den Schatten der Vergangenheit.
Das kann natürlich nur an der Oberfläche kratzen, und es geht auch nicht um eine Gesamtbestandsaufnahme des Nachkriegsdeutschland. Aber diese Geschichten unter dem Brennglas können durchaus einen Eindruck von dieser Zeit vermitteln – auch wenn das Stilmittel “Gut gegen Böse” ein bisschen arg bemüht wird. Spannend sind die sechs Folgen aber allemal.

-> Die Serie in der ARD-Mediathek (bis 8. März 2022)

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Otto Fröhliche – Advent, Advents mit Otto und Friends

Sonntag, den 5. Dezember 2021
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FR 03.12.2021 | 22.15 Uhr | Das Erste

Comedyshows ohne Publikum. Schwierig. Denn wenn in einer witzigen Shows die Atmosphäre fehlt, dann haben es die besten Gags schwer. Dann muss man schon mal nachhelfen.
Dass aber auch das ganz schlimm nach hinten losgehen kann, das hat Das Erste am Freitagabend auf eindrucksvolle Weise gezeigt.

Nach vielen Jahren kehrte Otto Waalkes mal wieder mit einer extra fürs Fernsehen konzipierten Show zurück. In “Otto Fröhliche – Advent, Advents mit Otto und Friends”. In dieser vorweihnachtlichen Show machte Otto Gags, der sang und er hatte Gäste. Dazu gehörten Judith Rakers, die einer sehr lustige Nachrichtenparodie hatte, mit Florian Silbereisen hat Otto gesungen, Oliver Pocher war dabei, auch Dieter Hallervorden und ganz viele mehr. Zwischendurch gab es kurze Ottifanten-Clips, ein Weihnachtsmann-Casting, und Otto und die Ottifanten sagen “White Christmas”.
Dabei wirkte Otto alles andere als 73 Jahre.
Es war eine durchaus heimelige, nostalgische, manchmal alberne, aber durchaus festliche und auch an vielen Stellen lustige Show.

Und dennoch hat die ARD sie ruiniert. Weil bei der Produktion kein Publikum sein durfte, musste das in der Postproduktion “hinzugefügt” werden. Alle Lacher, jeder Applaus kam vom Band. Nun können solche Lacher dezent eingesetzt werden – oder penetrant. Die ARD entschied sich für letztere Variante. Die Lacher waren oft laut und unpassend, manchmal so plötzlich und überdreht, dass man als Zuschauer zusammenzuckte. Diese oft aufdringlichen Konservenlacher übertönten teilweise sogar Gags. Manchmal wurde auch gelacht, als etwas gar nicht sooo lustig war.
Wer das abgemischt hat, muss irgendwie einen schlechten Tag gehabt haben. Und wer das so abgenommen hat, auch.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 23. Dezember 2021)

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