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Lindenstraße: Auf Wiedersehen

Sonntag, den 29. März 2020
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SO 29.03.2020 | 18.50 Uhr | Das Erste

Wenn Serien zu Ende gehen, dann ist das für Fans immer ein trauriger Moment.
Am Ende feiert Helga Beimer ihren 80. Geburtstag, und ihr Sohn Klaus begrüßt nach und nach alle Bewohner. Alle bekommen sie noch mal einen Auftritt. Und ganz am Schluss läuft Helga Beimer noch mal durch die Straße, schaut sich um und geht ins Akropolis. Die Kamera geht nach oben, und wir verlassen das kleine Lindenstraße-Universum und sehen das große München – das erste Mal.

Am Sonntagabend ging die “Lindenstraße” im Ersten zu Ende. Nach 34 Jahren und fast vier Monaten. Und ich war dabei, so ziemlich von Anfang an.
Und deshalb ist es in meiner “Fernsehkarriere” ein wirklich sehr trauriger Moment. Denn so was wird es nie wieder geben.

Ich bin so alt wie Klaus Beimer in der Serie. Damals war er 7, als es losging. Ein kleiner Steppke, dessen Teddy plötzlich von seiner Mutter in den Müll geworfen wurde. Klausi hat ihn damals vom Müllplatz zurückgeholt. Damals, 1986 war das. Klausi wurde älter. Onkel Franz brachte ihm das Schießen bei, und es kam zur Katastrophe, als er aus Versehen einen Nachbarn blind schoss. Klaus kam in die Pubertät, bekam seinen ersten Kuss von Iffi. Er ließ sich überrumpeln, wurde von seinem Freund Olli zu einer Nazitruppe geschleppt. Die erste Liebe, und der tragische Tod seiner Freundin. Sein Bruder Benny stirbt bei einem Busunglück. Die verrückte WG. Sein Umzug nach Dresden, dort lernte er seine erste Frau kennen. Zurück nach München, Klaus wird Journalist, mehr oder weniger erfolgreich. Er hat eine Affäre, es kommt zur Trennung. Er wird von einer Frau vergewaltigt. Später heiratet er eine Flüchtlingsfrau zum Schein, sie verlieben sich dann aber in echt. Später verliebt er sich aber in seine erste Frau.
Klaus Beimer ist jetzt 41, wie ich. Er hat eine Tochter.
Und wie sein Leben weitergeht, bleibt offen.

Ich erzählte diese Geschichte, weil dieser Klaus Beimer mir altersmäßig am nächsten ist. Wie ich wurde er vom Kind zum Mann. Unglaubliche 34 Jahre lang habe ich verfolgen können, was aus diesem Typen wurde.
Damit ist nun Schluss.

Die “Lindenstraße” hat seit 1985 so unfassbar viele Geschichten erzählt. Krankheiten, Dramen, Hochzeiten, Scheidungen, Geburten, Todesfälle, auch Morde, menschliche Schicksale, aber auch Geschichten vom Glück, von den Freuden. Der erste schwule Kuss, Umweltschutz, ein Naziopa, Leute, die einen echten Absturz erleben. Leute, die es nach oben schaffen. Leute, die sich helfen, die dafür sorgen, dass etwas aus einem wird. Süchte, Liebe, Hass, Eifersucht. Das alles und noch viel mehr.

Sicherlich, es ist so, dass in der Serie nach 2005 ein bisschen die Luft raus war, aber es gab sie immer wieder die Gänsehautmomente. Die Story um Klaus’ Vergewaltung durch eine Frau war geradezu gespenstisch. Dass Hajo den Mord an Erich Schiller begangen hat, und wie das aufgelöst worden ist, war eine grandiose und emotionale Geschichte. Auch die Flüchtlingskrise schaffte es mit Verzögerung in die Serie – allerdings auf eine etwas zu aufdringliche Art. Aber letztlich blieb man bis zum Schluss immer aktuell.
Im letzten Jahr ging es um Cybermobbing. Es wurde die extrem interessante Geschichte eines Mannes erzählt, der auf vorpubertierende Mädchen steht, diese Neigung aber durch Therapie unterdrücken kann – eine Glanzleitung, das so zu erzählen. Es ging auch um HIV, und darum, dass das Thema nicht aus der Welt ist. Hatte sich in den 80er Carsten Flöter als schwul geoutet, war es 2019 nun Paul Dagdelen, und auch das tat der Serie gut.
Was ich sagen will: Wer sagt, dass die “Lindenstraße” nicht mehr auf der Höhe der Zeit war, dass sie Geschichten erzählte, die abseits der deutschen Realität spielten, erzählt schlichtweg Blödsinn.
Gerade im letzten Jahr erzählte die Serie tolle Geschichten – und das auch auf neue Weisen, moderner im Look und Schnitt. Es hat wieder Spaß gemacht.

Aber, ja, die Quoten waren mies. Aber die ARD hatte die Serie offenbar längst aufgegeben. Während der “Tatort” in der Woche gefühlte 15-mal in Trailern angekündigt wurde, bekam die “Lindenstraße” meist genau null Trailer. Sie fand in der internen Werbung nicht mehr statt. Bei Sonderereignissen wurde sie zu one abgeschoben – in einigen Fällen kam diese Entscheidung erst Minuten vorher. Es war scheinbar alles so wurscht. Wertschätzung sieht anders aus, die ARD ging schäbig mit der Serie um – etwa seit 2010.
Davon unabhängig kann man durchaus entscheiden, dass, wenn meist keine 2 Millionen mehr zuschauen, man entscheidet, Schluss zu machen. Die Entscheidung in der ARD fiel nicht einstimmig.

Andererseits aber: Die Absetzung der Serie ist ein Fehler. Wann hat man schon mal die Chance, eine Serie über Generationen laufen zu lassen. Zu sehen, wie aus einem Siebenjährigen ein 41-Jähriger wird – und zu sehen, wie aus ihm ein Rentner wird. In Echtzeit.
Man schmeißt da einen Brocken leichtfertig dahin. Während man den Machern die Lust am Produkt weiter oder wieder ansah, hatte man in der ARD offenbar schon länger keine Lust mehr. Das ist ärgerlich, das ist wirklich sehr traurig.
Mir wird die “Lindenstraße” fehlen, und, ja, auch Deutschland, dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen wird diese Serie fehlen, die Woche für Woche mehr oder weniger die deutsche Befindlichkeit zeigte. Ab heute hat Fernsehdeutschland so etwas nicht mehr.
Und gerade auch die heutige Folge, in die die Macher sehr viel Mühe und Herzblut reinsteckten, zeigte, welches Potenzial noch da gewesen wäre.

Lindenstraße. Danke für alles.

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Großstadtrevier: Schlüsselmomente

Mittwoch, den 25. März 2020
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MO 23.03.2020 | 18.50 Uhr | Das Erste

Abschied von Jan Fedder. Nun auch im “Großstadtrevier”. Die am Montag im Ersten ausgestrahlte Folge “Schlüsselmomente” war die Letzte, in er zu sehen war.
Fedder war kurz vor dem Jahreswechsel in Hamburg gestorben. Schon davor war er auf den Rollstuhl angewiesen. Was er aber nicht wollte, war: aufhören.

In der 33. Staffel der Serie war er bis zum 23. März noch zu sehen. Allerdings nur noch in einer Nebenrolle. Dirk Matthies saß nur noch am Schreibtisch und nuschelte etwas, oder er saß mit seiner Kollegin im Auto.
1991 stieg Jan Fedder in die Serie ein, damals war er der junge, unkonventionelle Polizist, der auch schon mal Regeln umging und immer einen flotten Spruch auf den Lippen hatte.
Deshalb war es am Ende auch ein bisschen tragisch, ihn so krank zu sehen. Andererseits ist es von allen Beteiligten eine tolle Leistung. Fedder wollte weiter mitmachen, und man ließ ihn weiter mitmachen, passte das Drehbuch entsprechend an. Das spricht viel dafür, wie wichtig dem Team Jan Fedder war.

Im Mai soll noch eine richtige Abschiedsfolge zu sein, wo das Ausscheiden von Dirk Matthies aus dem Polizeidienst thematisiert werden soll.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 23. September 2020)

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Bericht aus Berlin: Merkel hat Corona?

Montag, den 23. März 2020
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SO 22.03.2020 | 18.30 Uhr | Das Erste

Gerade in der momentan sehr schwierigen Zeit ist eine präzise Berichterstattung wichtig, und normalerweise kann man die von den öffentlich-rechtlichen Sendern auch erwarten.
Am Sonntag aber leistete sich das ARD-Hauptstadtstudio im “Bericht aus Berlin” im Ersten gleich zwei gewaltige Schnitzer.

Als Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Stunde zuvor in einer Pressekonferenz die neuen Kontaktsperre-Regeln verkündete, war ihr ein Fehler unterlaufen. In der Aufzählung der neun Punkte sagte sie, dass der Aufenthalt im öffentlichen Raum nur alleine, mit einer weiteren im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet sei.
Erst später fragte ein Journalist nach, ob das so richtig, und Merkel berichtigte, dass die Zweier-Gruppe auch für Leute gelte, die nicht in einem Haushalt leben.

Und was macht der “Bericht aus Berlin” eine Stunde später? Dort wurde die falsche Version gezeigt, ohne zu sagen, dass Merkel sich danach berichtigt habe.
Man hat also die fehlerhafte Aussage gezeigt und sie auch nicht richtig gestellt. Das ist schlampig und fahrlässig. Auch im Internet, in sozialen Medien wurden diese falschen Zitate verbreitet.
So was sorgt für Unsicherheiten.

Noch schlimmer wurde es am Ende. Das sagte Moderatorin Tina Hassel plötzlich, dass es die Meldung gebe, dass sich Angela Merkel in Quarantäne gegeben müsse, sie scheine sich auch mit dem Coronavirus infiziert zu haben.
Dann war die Sendung vorbei – und die Falschmeldung in der Welt.
Es war nämlich Blödsinn, den Tina Hassel da gesagt hat: Angela Merkel geht in Quarantäne, weil sie nach der Pressekonferenz erfahren habe, dass ihr Arzt, den sie Freitag getroffen habe, mit dem Coronavirus infiziert sei. Also nicht sie selbst, sondern eine Kontaktperson.

Berichtigt wurde diese Meldung nicht. In der “Tagesschau” 70 Minuten später wurde es dann richtig vermeldet. Dass die ARD zuvor etwas Falsches verbreitet hatte, stellte man nicht richtig.

In gleich Fällen handelte die Redaktion vom “Bericht aus Berlin” extrem fahrlässig. Das darf auch in diesen unruhigen Zeiten nicht passieren.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (Zum Zeitpunkt des Blogbeitrages noch in der Komplettversion mit Falschmeldung.)

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Die Beimers – Eine Geschichte aus der Lindenstraße

Mittwoch, den 18. März 2020
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SO 15.03.2020 | 10.20 Uhr | one

Als Klaus Beimer noch der Klausi war. Als der böse Onkel Franz dem Klausi das Schießen beibrachte. Als Klausi dabei aus Versehen den Tennislehrer angeschossen. Als der Tennislehrer später – blind – überfahren worden ist. Als Benny Beimer nach Portugal flüchtete. Als er sich in Beate Flöter verknallte. Und “Robin Wood” beitrat. Als Hansemann seine Taube betrog.

Mann, da war was los – in den ersten fünf Jahren der “Lindenstraße”. 1990 lief im Ersten erstmals der Zusammenheit “Die Beimers – Eine Geschichte aus der Lindenstraße”. Am Sonntagvormittag ist der Film bei one wiederholt worden.
1985 bis 1990 war zweifellos die ganz große Zeit dieser Serie. Mehr als 10 Millionen Menschen sahen zu, freuten sich, litten mit, ärgerten sich. Als Hansemann fremdging, war das ein Skandal. Auch, weil damit eine beliebte Fernsehfamilie zerbrach.

Es waren alltägliche Geschichten, mehr oder weniger, die dort erzählt wurden. Von trutschig bis modern, die Serie hat sich immer weiterentwickelt, wenn auch nach 2000 ein bisschen zu wenig.
Aber den Status, dass so viele zusahen, konnte sich die Serie nicht erhalten. Was die Zuschauerzahl angeht, ist sie nur noch ein Schatten seiner selbst. Nur noch zwei Millionen sind dabei, an guten Tagen.
Am 29. März ist Schluss, und ich werde sehr traurig sein.

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extra 3: Ohne Zuschauer wegen Coronavirus

Donnerstag, den 12. März 2020
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MI 11.03.2020 | 22.50 Uhr | NDR

Keiner lacht. Keiner klatscht.
Ist nämlich keiner da.
Es war am Mittwochabend ungewöhnlich still im “extra 3”-Studio. Normalerweise ist das Studio der NDR-Satiresendung voller Leute. Aber wegen des Coronavirus und den Sicherheitsmaßnahmen müssen auch die Fernsehsender reagieren. So muss das Publikum erst mal draußen bleiben – und im Idealfall vor dem Fernseher sitzen.

Die Epidemie sorgt auch beim Fernsehen für einen Ausnahmezustand. Beim rbb wurde der Publikumsverkehr eingestellt. Auch beim NDR und beim ZDF. Sendungen wie “Das aktuelle Sportstudio” im ZDF bleiben ebenfalls frei von Zuschauern um Studio. Auch “Maybrit Illner” und “Anne Will” betrifft das.
Galas und Shows werden reihenweise abgesagt. die Verleihung des Grimme-Preises – 3sat wollte übertragen – fällt aus. Ob und wann sie nachgeholt wird: ungewiss. Die (letzte!) “Goldene Kamera” im ZDF – verschoben auf November. Die Liebes-Schlagershow mit Silbereisen im Ersten – verschoben. Der “ZDF-Fernsehgarten on Tour” – abgesagt. Der ORF1 hat sein “Let’s Dance”-Pendant “Dancing Stars” komplett gestoppt – wie es weiter geht: unklar. Nickelodeon wird seine “Kids Choice Awards” nur in kleinem Rahmen vergeben.

Aber es geht auch anders. Weil in Berlin die großen Theater dicht sind, springt der rbb ein und überträgt Opern und andere Ereignisse stattdessen im Livestream und später im normalen Programm – als Ersatz.
Es wird spannend, wie sich das alles noch weiterentwickelt.

“extra 3” lebt natürlich von seinen satirischen Beiträgen, da fällt die andere Atmosphäre nicht auf. Aber die Stille im Studio, wenn Christian Ehring spricht, die war schon sehr gewöhnungsbedürftig.4
Aber besser so, als wenn man die Sendung ganz absagen würde. Das wäre der falsche Weg.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek

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Sportschau: Bayern, Hoffenheim, Hopp

Sonntag, den 1. März 2020
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SA 29.02.2020 | 18.00 Uhr | Das Erste

Die Bayern haben in der Bundesliga die Hoffenheimer deklassiert. Am Sonnabend kassierte Hoffenheim sechs Gegentore. Aber das Ergebnis war zweitrangig. Denn diskutiert worden ist über was ganz anderes.
Zu sehen am Sonnabendabend in der Sportschau im Ersten.

Denn in der zweiten Halbzeit zeigten die Bayern-Fans Plakate, auf denen Hoffenheim-Manager Dietmar Hopp als Hurensohn beleidigt wird.
Zweimal kommt es deshalb zur Spielunterbrechung. Die Empörung ist groß. Durchaus zu recht.
Nach der zweiten Unterbrechung sind die Spieler beider Mannschaft zwar wieder auf dem Feld, sie kicken sich aber mehr als zehn Minuten lang nur sanft den Ball zu. Es passiert nichts mehr. Fußballerprotest. Und das unter dem Applaus vieler Menschen im Stadion.

Dass Dietmar Hopp so beleidigt wurde, wird als Skandal gesehen. Dass die Fußballer so reagiert haben, wird als vorbildlich angesehen.
Allerdings werden sich alle Beteiligten – die Fußballer, die Funktionäre, der DFB – an dieser Aktion messen lassen müssen. Denn beleidigt werden im Fußballstadion andere Menschen am laufenden Band. Da werden die Gegner beleidigt, es gibt Schmähgesänge, es gibt immer wieder rassistische Ausfälle.

Die Aktion am Sonnabend war richtig. In Zukunft wird sich aber zeigen müssen, ob alle Beteiligten in anderen Situationen genauso reagieren oder ob sie das nur tun, wenn es um einen Millionär geht, der einen Verein führt.
Dass Fans so tun, als sei es im Fußball vollkommen normal, durch Gesänge und Plakate andere zu beleidigen, ist bescheuert genug. Ob diese Fans recht haben – das ist in Zukunft die spannende Frage.

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Druckfrisch

Montag, den 24. Februar 2020
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SO 23.02.2020 | 0.00 Uhr (Mo.) | Das Erste

Haut doch ab mit eurer verblödenden Unterhaltungsliteratur! Denis Scheck ist ja eher so der Intellektuelle. Das lässt er in jeder Minute seiner Literatursendung “Druckfrisch” im Ersten raushängen. Da wandelt er durch den Wald und spricht über Bücher, er schmeißt Werke, die er abstoßend findet, in hohem Bogen in den Müll.
Am späten Sonntagabend, nach dem ganzen Polit- und Krimigetöse, wurde es dann endlich höchste Zeit für anspruchsvolles Fernsehen.

“Druckfrisch” ist keine schnöde Büchersendung, wo ein Mann an einem Tisch sitzt und sagt, was wir denn gefälligst zu lesen haben und was um Gottes Willen nicht.
Denis Scheck schlendert also durch einen Wald und spricht über ein Buch. In so geschliffenen Sätzen, dass man als etwas müder Zuseher im Kopf schon abschaltet, weil man gerade keine Lust hat, das Wörterbuch zu nehmen, um seine ganzen klugen Sätze mit den noch sehr viel klügeren Fremdwörtern zu entschlüsseln.
Aber das verleiht seinen Sätzen viele Ausrufezeichen, die sagen: Dieser Mann weiß, wovon er spricht. Und dieser Mann weiß auch, dass er einen verdammt guten Geschmack hat, und dass wir dankbar zu sein haben, dass es ihn gibt. Ihn, der uns von Schund fernhalten will.

Was waren das doch für schöne Zeiten, als Elke Heidenreich im ZDF an einem Tisch saß und ganz schlicht, aber ganz wundervoll 30 Minuten lang erzählte, welche Bücher sie mag.
Denis Scheck sitzt nicht. Er plaudert auch nicht. Er doziert.
Er unterhält sich mit Autoren, und vorher sehen wir, wie das Setting aufgebaut wird, wie crazy-bunte Aufkleber ans Fenster gepappt werden, damit es aufregender aussieht. Wie Kameraleute mit ihren Kameras hinter Heizungen verschwinden, weil das ein tolles Bild ergibt. Hat mit Büchern nichts zu tun, sagt uns aber, dass “Druckfisch” eine moderne Sendung ist, die sich intellektuell total abhebt.
Nur dass diese vielen Mätzchen total von dem ablenken, um was es eigentlich geht: von den Büchern. Weniger ist mehr.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 23. Februar 2025)

Hits: 166