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Lindenstraße: In aller Freundschaft

Mittwoch, den 6. Dezember 2017
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SO 03.12.2017 | 18.50 Uhr | Das Erste

Da macht Das Erste schon mal ein Seriencrossover, und dann ist das so dilettantisch, dass es zum Heulen ist.
Am Dienstag ist “In aller Freundschaft” ein Stück “Lindenstraße” erzählt worden. Ärztin Iris wurde in die Sachsenklinik eingeliefert, wegen schwerer Herzprobleme.
Nun könnte man natürlich versuchen, ein paar Fans der quotenstarken Krankenhausserie zur quotenschwachen “Lindenstraße” zu locken. Das funktioniert natürlich nur, wenn die am Dienstag erzählte Geschichte auch wirklich weitererzählt wird.

Stattdessen ist die Sachsenklinik-Story um Iris nur zart angedeutet worden. Ihr Mann erzählte, er würde jetzt nach Leipzig reisen. Das war’s. Mehr nicht.
Teilweise haben die “Lindenstraße”-Fans, die nicht mitbekommen haben, dass da was am Dienstag in der Sachsenklinik gezeigt worden ist, überhaupt nicht kapiert, was da los war.
Wenn man denn schon in Leipzig Szenen gedreht hat, wieso konnte man für die “Lindenstraße” nicht einfach noch zwei Szenen mehr drehen? Geht die Zusammenarbeit zwischen mdr und WDR dann doch nicht so weit?
Wenn man schon zwei Serien kreuzt, dann doch bitte richtig. Unfassbar schlecht geplant und nicht durchdacht. So verprellt man immer mehr Fans.

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In aller Freundschaft: Lindenstraße

Freitag, den 1. Dezember 2017
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DI 28.11.2017 | 21.00 Uhr | Das Erste

Die “Lindenstraße” zu Gast bei “In aller Freundschaft”.
Serien-Crossover sind in den USA Gang und Gebe. Wenn eine Serie promotet werden soll, tauchen Serienfiguren plötzlich in einer anderen Serie auf. In den USA treibt es NBC mit den Chicago-Serien auf die Spitze. Da tauchen die Figuren aus “Chicago Fire” im “Chicago Med” auf oder eine Geschichte aus der Feuerwehrserie wird in der Krankenhausserie weitergesponnen und noch später in der Krimiserie “Chicago P.D.”.
So was wollte man im Ersten auch mal versuchen – nur nicht ganz so cool.

Die Lindenstraße-Ärztin Iris Brooks war auf dem Weg von Rügen nach München. Andere Leute nehmen da die Autobahn. Iris fuhr auf einer kaum befahrenen Straße, auf der es null Verkehr gab. Dort hatte sie einen Schwächeanfall. Sie landete in der Sachsenklinik. Herzproblem. Und sie traf auf eine ehemalige Freundin und Kollegin.
Ein Crossover macht natürlich nur Sinn, wenn die Krankheit am Sonntag in der “Lindenstraße” auch noch mal thematisiert wird. Und wenn die “In aller Freundschaft”-Geschichte mit der Freundin und dem Zusammenhang zu Iris’ Mann Alex auch in der “Lindenstraße” weiter erzählt wird.

Die “Lindenstraße” braucht Aufmerksamkeit. Insofern hätte eigentlich zuerst der Besuch aus Leipzig stattfinden müssen, um so Zuschauer rüber zu locken. Zumal seltsamerweise die “Lindenstraße” am Dienstagabend nicht einmal benannt worden ist. So funktioniert das nicht mit dem Crossover.

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Hart aber fair: Zwangsheirat mit Angela – ist die große Koalition so schlimm?

Donnerstag, den 30. November 2017
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MO 27.11.2017 | 21.00 Uhr | Das Erste

Jamaika ist eine Insel. Kommt nun die GroKo zurück?
Geht die SPD nun doch in die Regierung? Oder ist das Wortbruch? Oder war es von Anfang an Unsinn, eine Regierungsbeteiligung auszuschließen? Und wie sieht es mit einer Minderheitsregierung aus? Und was ist denn nun mit den Grünen?

Fragen über Fragen. Es gibt Leute, die sagen, jetzt würde nur rumgelabert, das bringe sowieso nichts, und das wolle ja auch keiner mehr hören. Dabei sind die Talkshows, die sich damit befassen, wie es denn nun in Deutschland politisch weitergeht, momentan hochspannend. So wie “Hart aber fair” am Montagabend im Ersten. Die Frage lautete: “Zwangsheirat mit Angela – ist die große Koalition so schlimm?”

Bei frank Plasberg sind die oben genannten Fragen diskutiert worden, und tatsächlich ist ja momentan völlig unklar, ob es eine schwarz-rote Koalition gibt oder eine Minderheitsregierung. Und was sind eigentlich die Vor- und Nachteile so einer Minderheitsregierung? Und was würde mit Deutschland passieren, wenn die (nicht mehr wirklich) Große Koalition weiter ginge?
Es ist spannend zu hören, was die verschiedenen Politiker und Journalisten dazu zu sagen haben.

So findet es der ehemalige ARD-Europa-Korrespondent Rolf-Dieter Krause besser, wenn es eine Minderheitsregierung gäbe, es wäre ein Experiment. Sein BR-Kollege Sigmund Gottlieb sagt dagegen, dass gerade nicht die beste Zeit für Experimente sei, und man doch lieber in die GroKo gehen sollte – auch wenn es nicht ideal sei.
Katarina Barley erklärte, wie es gerade um die SPD steht, warum die Lage für die Partei gerade sehr schwer ist. Schauspieler Ulrich Matthes sprach sich gegen Neuwahlen aus, weil das nicht nur teuer, sondern auch undemokratisch sei.

Was kann es Spannenderes geben, als den Gedankenaustausch? Als das pro und Contra abzuwägen? Sich Argumente anzuhören, Meinungen – und vor allem Gegensätzliches. Manchmal ist es dann eben doch so, dass Talkshows etwas zur Meinungsbildung beitragen können – oder zumindest ein bisschen mehr Wissen.

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Pflaume feiert Dieter Hallervorden

Sonntag, den 26. November 2017
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DO 23.11.2017 | 23.30 Uhr | Das Erste

Pflaume feiert Hallervorden.
Was stellt man sich vor, wenn man diesen Sendungstitel hört?
Ich denke da an eine große Show. Kai Pflaume begrüßt Dieter Hallervorden. Sie unterhalten sich. Pflaume präsentiert die besten Sketche und huldigt dem Komiker und Schauspieler.

Im Ersten stellte man sich unter einer Feier dann aber doch etwas, nun ja, Anderes vor. Etwas nicht ganz so großes.
“Pflaume feiert Dieter Hallervorden” bestand am Donnerstagabend aus einem Stuhl. Auf dem saß Kai Pflaume und kommentierte alte Didi-Sketche. Das kennt man von den Privaten, die machen das schon lange und füllen mit den aufpolierten Wiederholungen viele billige Sendeplätze.

Das “Feiern” besteht also in der ARD aus einem Fernsehabend, den der “Feiernde” leider, leider allein verbringen muss. Er schaut in den Fernseher und brabbelt etwas dahin. Irgendwie traurig und vor allem billig.
Na, wenn das eine Feier sein soll, was sind denn dann Silbereisens Feste?

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Boris Becker – Der Spieler

Donnerstag, den 23. November 2017
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MI 22.11.2017 | 20.15 Uhr | SWR-Fernsehen

Der Leimener. Unser Boris. Das Bobbele. Aber eigentlich ist er: Herr Becker.
Am Mittwoch ist Boris Becker 50 geworden. Das SWR-Fernsehen zeigte deshalb am Abend noch mal die Doku, die am Montag im ersten leider ins Spätprogramm verschoben werden musste: “Boris Becker – Der Spieler”. Es war ein bemerkenswerter Film über einen aber auch bemerkenswerten Mann – in verschiedenen Hinsichten.

Ob er es will oder nicht: Er steht im Rampenlicht, und das, seit er 17 Jahre alt war. 1985 gewann er das Tennisturnier in Wimbledon. Der Rasenplatz wurde zu seinem Wohnzimmer. Und Boris Becker zu einem Sportler, der alles preisgegeben hat – preisgeben musste. Es blieb ihm wohl kaum eine Wahl. Wer ein Star ist, muss mit dem Ruhm leben und damit, dass auch sein Privatleben in den Boulevardmedien ausgeschlachtet wird.
Becker wollte das nie, und so hört er sich sehr bitter an, wenn er über seine Popularität spricht. Denn die heißt auch: Wenn man ganz unten ist, wird nachgetreten. Beckers Schulden – und es wird kübelweise Häme ausgeschüttet.

Der SWR-Film begleitet Becker ein Jahr lang. Durch Höhen und Tiefen. Schulden? Erst weist er alles von sich, aber nach und nach wird doch klar, dass da was ist. Als er wegen einer Sprunggelenk-OP humpelt, will er, dass auch das gezeigt wird, es sei ja schließlich die Wahrheit.
Becker – ein gebrochener Mann? Zumindest bitter, so scheint es. Er wolle nicht “unser Boris” sein, das sei er noch nie gewesen, sagt er. Herr Becker, das sei er. Er möchte selbst aussuchen, wer ihn Boris nennen darf. Und wenn er es sich aussuchen könnte, dann wolle er in den Medien, insbesondere bei “Bild” und Co gar nicht mehr vorkommen.

Becker hat – Stichwort Schulden – ganz sicher Fehler gemacht. Zur Ruhe kommen lässt man ihn aber nicht – einmal Star, immer Star, wenn auch in einer anderen Kategorie. Diesen Boris Becker mal zu sehen, so offen, so gebrochen, das ist genauso spannend wie traurig.

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Brennpunkt: Aus für Jamaika – Wer wird uns regieren?

Mittwoch, den 22. November 2017
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MO 20.11.2017 | 20.15 Uhr | Das Erste

Da durfte sich Martin Schulz schon mal zu etwas Aktuellem äußern, und da erdreistet sich die ARD wieder mal, der Angela Merkel viel mehr Zeit einzuräumen als ihm, den großen SPD-Chef! Empörend.
Weil die Sondierungsgespräche zwischen CDU/CSU, FDP und Grünen am Sonntagabend gescheitert waren, sendete Das Erste am Montagabend einen “Brennpunkt: Aus für Jamaika – Wer wird uns regieren?”.

Die FDP, Christian Lindner, sagt, ihre Positionen seien nicht beachtet worden.
Die CDU, Angela Merkel, sagt, man sei auf die FDP und auf die Grünen zugegangen.
Die Grünen sagen, man habe Zugeständnisse gemacht, und man habe FDP-Standpunkte zugelassen.
Die SPD… ach, nein, die hatte da ja gar nichts zu sagen.

Was die SPD, also Martin Schulz aber nicht daran hinderte, doch was zu sagen. Immerhin wurde der SPD-Chef ja in den “Brennpunkt” eingeladen, auch wenn er erst mal wieder rumnölte, dass Merkel ja viel länger reden durfte als er. Dabei, lieber Herr Schulz, sollte doch klar sein: Sie ist Kanzlerin (noch?). Er nicht. Er will in die Opposition. Also gibt’s auch nicht mehr Redezeit. So einfach ist das.
Aber auch ist es merkwürdig, was Schulz zu erzählen hatte. Es sei unmöglich, dass die nur SPD ein Notnagel sei, weil Jamaika nicht klappe, deshalb wolle die SPD jetzt auch nicht gefragt werden. Dabei wäre sie vielleicht sogar erste Wahl gewesen, wenn Schulz nicht zwei Sekunden nach Schließung der Wahllokale getönt hat, dass die SPD keineswegs mitregieren wolle. Und was sich Martin Schulz von Neuwahlen erhofft, durfte auch spannend sein – denn ob die SPD daraus erstarkt hervorgeht, darf bezweifelt werden. Und wieso Schulz überhaupt irgendwas zu fordern hat, in dieser Situation, ist eh bemerkenswert.

Überhaupt, Neuwahlen. Da wird davon geredet, dass die Bürger jetzt eine Neubewertung abgeben müssten. Aber erstens: Was soll ich neubewerten? Und seit wann sind Wahlen dazu da, zu einem Konsens unfähige Politiker neuzubewerten? Sollen wir wählen, bis entweder der Arzt kommt oder ein Ergebnis da ist, das irgendwem besser gefällt?
Dieser “Brennpunkt” hat eigentlich nur gezeigt, warum die Deutschen immer politikverdrossener werden. Streit, Schuldzuweisungen von allen Seiten und Verantwortungsverweigerer. Wo soll das alles bloß hinführen?

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Tagesthemen extra: Jamaika-Sondierung gescheitert

Dienstag, den 21. November 2017
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SO 19.11.2017 | 0.02 Uhr (Mo.) | Das Erste

Eigentlich arbeitet Arnd Henze als Reporter für die ARD, um im Hauptstadtstudio über die politische Lage zu berichten. Völlig unbemerkt hat er am späten Sonntagabend aber erstens den Beruf und zweitens den Sender gewechselt. Er arbeitet nun als Hellseher für Astro TV, durfte aber trotzdem noch mal für die ARD ran.

Die Sondierung für eine Jamaika-Koalition sind gescheitert. Nachdem FDP-Chef Christian Lindner am Sonntag um kurz vor Mitternacht das Ende der Gespräche verkündete, unterbrach Das Erste sein Programm für eine Extra-Ausgabe der “Tagesthemen”.
Wie das aber in Breaking-News-Situationen ist: Nach spätestens zehn Minuten war alles gesagt und erklärt – aber einfach so beenden wollte man die Nachrichtensendung auch nicht.
So musste Arnd Henze ran. Er stand vor der Vertretung von Baden-Württemberg, um die brennenden Fragen von Moderatorin Caren Miosga zu beantworten.

Herr Henze, wie wird sich der Bundespräsident entscheiden: etwa für eine Neuwahl?
Herr Henze, wie stehen die Chance, dass Angela Merkel doch wieder die SPD ins Boot holen kann?
Herr Henze, was ist bei CDU/CSU möglicherweise schief gelaufen?

Eines muss man dem Herrn Henze lassen: Mehrere Minuten lang – und das in nicht nur ein Interview-Block – sprach er kunstvolle Ich-glaube-Sätze und Es-könnte-sein-Floskeln. Eventuell. Wir müssen abwarten. Vielleicht und irgendwie. Und alles nur, um noch ein paar Sendeminuten zu füllen, weil es ja eigentlich immer noch nichts Neues gibt und die anderen Parteien erst in einer Dreiviertelstunde was sagen wollen.
Deshalb hatte die Regie wohl bald doch noch ein Einsehen und ließ Caren Miosga die Sendung beenden. Der unterbrochene Film lief weiter und wurde auch nicht noch mal gestoppt, als sich dann endlich auch die anderen Partien zum Jamaika-Aus äußerten.