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Hallo Schatz – Vom Plunder zum Prachtstück

Donnerstag, den 21. März 2019
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DI 19.03.2019 | 16.10 Uhr | Das Erste

Trödel ist ja momentan total angesagt. Deshalb pflastern das ZDF und zdf neo ihre Programme mit “Bares für Rares” zu.
Die Leute vom Ersten haben da natürlich ganz genau hingeschaut und machen deshalb jetzt auch eine Trödelsendung. Am Dienstagnachmittag lief Folge 1 auf dem Sendeplatz, auf dem normalerweise Zoo- oder Reisedokus laufen.

Allerdings: “Hallo Schatz” klingt eher wie eine etwas billige Seifenoper am Morgen nach dem Frühstücksfernsehen. Vermutlich soll das lustig sein, weil sich “Hallo Schatz” nicht auf die Begrüßung des persönlichen, menschlichen Lieblings bezieht, sondern um die liebevolle Begrüßung von Trödel. Oder so.

Man muss den Machern von “Hallo Schatz” aber zugute halten, dass sie keinen Abklatsch der Lichter-Trödelshow produzieren. Im Ersten begrüßt Oliver Petszokat Leute, die aus – so sagt es ja auch der Untertitel – Plunder Prachtstücke machen wollen. So sehen sie sich den Plunder an, in Folge 1 eine alte Jukebox, überlegen,. was zu tun ist, überschlagen, was das kostet und ob sie es dann verkaufen können.

Das ist irgendwie… nun ja, nett. Tut überhaupt nicht weh, ist aber auch nicht wirklich so richtig spannend. Das ist gemütliches, irgendwie egales Fernsehen, das irgendwie nebenher laufen kann und wo es keinen stört, wenn man mal eine halbe Stunde rausläuft. Klar ist aber auch, dass “Hallo Schatz” definitiv nicht nach jungen Zuschauern schielt. Oder interessieren sich junge Leute für die Restauration von Trödel? Wohl eher nicht.

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Anne Will: Zwischen Höchstleistung und Überlastung – wann macht Arbeit krank?

Mittwoch, den 20. März 2019
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SO 17.03.2019 | 21.45 Uhr | Das Erste

Was machen die eigentlich, diese Politiker? Die sind ja nicht mal regelmäßig im Bundes- oder Landtag. Die müssen echt in Saus’ und Braus’ leben!
Wenn die Leute mal wieder ihren Hass in die sozialen Netzwerke kübeln, dann kriegen auch Politiker immer wieder ihr Fett weg. Dann heißt es, die würden viel Geld verdienen und nichts machen.

Deshalb war die Talkshow “Anne Will” am Sonntagabend im Ersten durchaus bemerkenswert. Denn diesmal ging es nicht krawallig zu, auch wurde kein direkter aktueller Aufreger besprochen. Denn diesmal ging es um die Menschen selbst. Um Leute, die in der Öffentlichkeit stehen und irgendwie immer bereit sein müssen.
“Zwischen Höchstleistung und Überlastung – wann macht Arbeit krank?”, war die Frage. Anlass war die Ankündigung der Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht, dass sie ihren Fraktionsvorsitz aufgeben wolle – um ihre Gesundheit zu schonen, nachdem sie so etwas wie einen Burnout hatte.

Es ging also mal darum, wie belastbar wir alle eigentlich sind. Und in dem Fall auch Politiker. Sahra Wagenknecht erzählte über ihre Gesundheitskrise. Thomas de Maiziere darüber wie es ist, schwerkrank trotzdem arbeiten zu müssen, weil es einfach nicht geht. Wie es ist, dass das Telefon Tag und Nacht bereit liegt.
Denn natürlich ist es so, dass Politiker einen Knochenjob haben. Wer Angela Merkel manchmal genauer ansieht, wird ihre Müdigkeit an manchen Tagen bemerken. Politiker haben immer zu funktionieren – das ist oft die bittere Wahrheit. In der Regel klagen Politiker darüber nicht. Auch nicht bei Anne Will. Aber ansprechen muss man es schon mal.
Auch der Krankenpfleger Alexander Jorde sprach bei Anne Will von der hohen Arbeitsbelastung, die in seiner Branche herrscht. Dass es erlaubt sei, bis 21 Uhr zu arbeiten und am nächsten Morgen um 6 Uhr schon wieder im Dienst zu sein.

Es war eine angenehm ruhige, unaufgeregt und sachliche Gesprächsrunde bei Anne Will. Endlich mal haben sich alle zugehört und nicht durcheinander geredet. Immerhin spielt das Thema Burnout in unserer Gesellschaft eine immer größer werdende Rolle.

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Alle singen Kaiser – Das große Schlagerfest

Dienstag, den 19. März 2019
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SA 16.03.2019 | 20.15 Uhr | Das Erste

“Alles oder dich” heißt das neue Album von Roland Kaiser. Diesen Titel hat die ARD am Sonnabend ziemlich wörtlich genommen. Denn weit mehr als drei Stunden huldigte sie Roland Kaiser in einer großen Show zur Primetime. Wobei: Ein bisschen haben sie dann doch geschummelt.

Florian Silbereisen lud mal wieder zu einem seiner Feste, die ja schon lange keine “Feste der Volksmusik” mehr sind, sondern Schlagerfeste. “Alle singen Kaiser” hieß das Motto diesmal. Es hieß, der ganze Abend sei dem Kaiser gewidmet, und der Titel der Show sollte und weismachen, dass an diesem Abend alle nur dessen Hits singen.
Ätsch! Reingefallen! Natürlich war das nicht so, und das wäre ja auch blöd gewesen für die vielen Stars, die dort auftraten. Hätte sie nur Rolands Songs singen dürfen, dann hätten sie ja nicht ihre eigenen neuen Musik-Produkte vorstellen können.
Dann hätte Oli.P ja gar nicht seine neue Single singen können, ebenso wenig Sarah Lombardi und wie sie alle hießen.

So war “Alle singen Kaiser” am Sonnabend eigentlich “Alle machen Werbung für sich und singen dann auch noch Kaiser”. Wäre nur ein ziemlich sperriger Titel gewesen.

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Tagesschau: Singapur, nahe Christchurch

Sonntag, den 17. März 2019
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FR 15.03.2019 | 9.00 Uhr | Das Erste

Anschläge auf zwei Moscheen in Christchurch in Neuseeland. Schlimme Nachrichten vom anderen Ende der Welt schwappen nach Deutschland. Es gibt 50 Tote, weil wieder mal ein Irrer aus purem Hass und Rassismus um sich geschossen hat.

Für die Tagesschau im Ersten war die Reporterin Sandra Ratzow im Einsatz. Sie stand auf einer Straße, und auf der war es erstaunlich ruhig.
Allerdings stand sie nicht in Christchrurch. Auch nicht in Wellington, der Hauptstadt von Neuseeland. Oder irgendwo in Australien. Sandra Ratzow stand auf einer ruhigen Straße in Singapur.
Singapur ist jetzt nicht wirklich in der Nachbarschaft in Christchurch. Genau gesagt: 8421 Kilometer entfernt.

Sandra Ratzow stand also in Singapur und erzählte uns, was im weit entfernten Neuseeland los ist. Im Grunde hätte man auch im Studio von ARD-aktuell in Hamburg jemanden hinstellen können, das wäre genauso sinnvoll gewesen. Denn sowohl von Singapur als auch von Hamburg aus muss man sich die Infos aus der Ferne beschaffen. Oder eben den TV-Sender aus Neuseeland verfolgen.
Was sehr befremdlich erscheint, ist aber normal: Denn das ARD-Korrespondentenstudio in Singapur ist tatsächlich auch für Neuseeland und Australien verantwortlich. Passiert was da unten, dann schaltet man nach Asien.

Einerseits ist es ja gut, wenn die ARD spart, wo sie kann. Aber dass ein ganzer Kontinent ohne Korrespondenten auskommen muss, ist dann doch merkwürdig. Dass eine Reporterin aus einem 8421 Kilometer entfernten Ort erzählen muss, was sie auch nur aus der Ferne weiß, ist fragwürdig.
In den folgenden Sendungen, in der Tagesschau um 12 Uhr und im Mittagsmagazin um 13 Uhr stand Sandra Ratzow dann immerhin nicht auf der Straße in Singapur rum, sondern ging in ihr Studio.

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Tagesschau: Zwischenfall um Jan Hofer

Samstag, den 16. März 2019
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DO 14.03.2019 | 20.00 Uhr | Das Erste

Dieser Fernsehmoment gehörte zu den gespenstischsten seit langem. Donnerstagabend sprach Jan Hofer (69) die “Tagesschau”, und während der Sendung wirkte er zunehmend fahriger. Immer wieder verhaspelte er sich. Als er das Wetter ansagte, hatte er schon ganz große Augen.
Der Schock dann nach dem Wetter: Als Hofer die “Tagesthemen” ankündigen soll, steht er ans Pult gelehnt und zu Seite blickend. Er schwankt leicht und scheint in eine Richtung zu starren.
Schwarzbild und Filmbeginn.

Es wirkte wie ein Schlaganfall, es war angsteinflößend. Was ist los mit diesem Mann?
Wie es heißt, kam kurz danach der Rettungswagen. In der Klinik sei Hofer untersucht worden. Alles okay. Er hatte wohl eine verschleppte Grippe und vertrug ein Medikament nicht.
Hinzu kommt, dass Hofer wahnsinnig viel zu arbeiten scheint. Allein am Sonntag sprach er sämtliche “Tagesschau”-Sendungen zwischen 9.55 und 23.10 Uhr. Das ist für einen 69-Jährigen eine Menge Holz.

Hofer wollte die Sendung am Donnerstag unbedingt durchziehen, am Ende ging es nicht mehr. Es schien, als habe er vergessen, dass die Verabschiedung in anderer Position erfolgt. Vielleicht hätte er noch ein “Tschüss” rausbekommen, wenn er Rotlicht in der anderen Kamera gesehen hätte.
Aber hätte der Regie nicht vorher schon auffallen können, dass irgendwas ist. Oder hat Hofer vielleicht zwischendurch Signale gegeben, dass es schon irgendwie gehen wird?

Am widerlichsten war übrigens mal wieder die “Bild”. Die zeigte auf der Titelseite einen Screenshot des unheimlichen Momentes. Einen Mann, der zu dem Zeitpunkt nicht Herr seine Sinne war. Dazu ein Protokoll der Versprecher. Ist solchen Journalisten eigentlich kotzübel, wenn sie sowas fabrizieren?

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Tagesschau: Jan Hofer

Montag, den 11. März 2019
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SO 10.03.2019 | 9.55 Uhr | Das Erste

9.55 Uhr. Jan Hofer tritt seinen Dienst bei der Tagesschau an. Er spricht die Nachrichten. In Nordkorea haben die Parlamentswahlen begonnen. Der Brexit soll verschoben werden.
11.00 Uhr. Jan Hofer liest die zweite Tagesschau an diesem Sonntag. In Äthiopien ist ein Flugzeug abgestürzt. Nordkroea wählt weiter.
13.30 Uhr. Jan Hofer leistet auch den Mittagsdienst. Beim Flugzeugabsturz sind alle 157 Insassen gestorben. Der Nordkorea-Einspieler ist noch derselbe.
15.24 Uhr. Jan Hofer liest die Nachrichten in der Sportpause. Schlimme Bilder aus Äthiopien. Nordkorea ist irgendwie rausgeflogen, dafür geht es um die Pressefreiheit in der Türkei.
17.20 Uhr. Bals gibt es Abendbrot, Jan Hofer ist weiter im Dienst. Immer noch schlimme Bilder aus Äthiopien. Ausführlicher Beitrag zum Rauswurf zweier Journalisten aus der Türkei. Sturm in Deutschland. Nordkorea ist raus.
20 Uhr. Die Hauptausgabe der Tagesschau. Jan Hofer ist immer noch im Dienst, allerdings hat er sich einen neuen Anzug gegönnt. Flugzeugabsturz, Türkei, Fußball, Sturm. Nichts aus Nordkorea.
22.49 Uhr. In den Tagesthemen liest Jan Hofer den Nachrichtenblock. Äthiopien ist nur noch eine Randnotiz.

Bei ARD aktuell scheint es einerseits ja wirklich spannende Arbeitszeit-Regelungen zu geben. Und offenbar auch einen Mitarbeitermangel. Warum sonst musste Jan Hofer von 9.55 Uhr am Morgen bis nach 23 Uhr im Dienst sein?
Normalerweise fällt so was sicherlich gar nicht weiter auf – wer sieht schon den ganzen Tag Nachrichten? Wer sich aber dann durch die ARD-Mediathek scrollt, dem dürfte das schnell aufgefallen sein.
Vermutlich wird Jan Hofer zwischendurch ein Nickerchen gehalten haben, aber ein Mehr-als-13-Stunden-Dienst am Sonntag ist heftig. Zumal der Mann auf die 70 zugeht. Vielleicht aber fällt ihm zu Hause auch die Decke auf den Kopf…

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Klassentreffen – Die Serie

Montag, den 11. März 2019
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FR 08.03.2019 | 21.00 Uhr | one

90 Minuten “Klassentreffen” reichen nicht, sagte man sich wohl beim WDR. Am Mittwochabend lief im Ersten der wunderbare Film, und es machte Spaß zuzusehen, wie sich ehemalige Klassenkameraden nach 25 Jahren mitunter zerfleischen. Das Besondere: Der Film entstand durch Improvisation.
Beim Drehen entstand dadurch natürlich sehr viel mehr Material, als in 90 Minuten reinpassen. Deshalb gab es am Freitagabend bei one eine fast dreistündige Version – in Form einer sechsteiligen Serie. Dort hatten die wichtigsten Protagonisten noch einmal ausführlichere Sequenzen.

Interessanterweise zeigte die Serie vor allem eins: Ist ein Film gut geschnitten, dann ist viel mehr eigentlich auch nicht nötig. Wenn man den Film kennt, dann ist der Reiz ein wenig verflogen, wenn man sich das Ganze noch mal als Serie ansieht. Denn wirklich was Neues kommt nur selten hinzu.
Ob der Sechsteiler eine andere Wirkung hat, wenn man den Film nicht kennt, ist schwer zu sagen. Allerdings zerfasert die Handlung – im Gegensatz zum Film – ziemlich.
So gut der Film war – die Serie war so jetzt nicht dringend notwendig.

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