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maischberger

Freitag, den 16. Februar 2018
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MI 14.02.2018 | 22.30 Uhr | Das Erste

Politchaos in Deutschland, und die ARD-Talker sind in der Faschingspause. Obwohl es einiges zu bereden galt, gab es am Sonntag keine “Anne Will” und am Montag kein “Hart aber fair”.
Angeblich wäre “Anne Will” außerplanmäßig am Sonntag auf Sendung gegangen – wenn sich denn Gäste gefunden hätten, um über die SPD-Krise zu sprechen.
Und so musste am Mittwoch nun – man könnte sagen: endlich – Sandra Maischberger ran. Allerdings gab es dabei ein großes Problem.

Im Ersten war für Mittwoch ein Themenabend zum Film “Aufbruch ins Ungewisse” geben. Ein Abend zum Thema Flucht und Vertreibung – und vor allem über die Frage, ob es möglich sein kann, dass irgendwann mal eine Fluchtbewegung raus aus Deutschland einsetzen kann.
Ein begleitender Talk dazu wäre sinnvoll gewesen, und er war auch geplant. Der Talk “maischberger” sollte um 21.45 Uhr, direkt im Filmanschluss beginnen.
Weil man aber bei ARD in den vergangenen Tagen geschlafen hat (oder im Faschingskaterkoma lag) und die Politik ein wenig außen vor ließ, hatte Sandra Maischberger nun den schwarzen Peter. Der Talk zum Flüchtlingsfilm wurde verworfen, stattdessen ging es um die großen Parteien und ihre Krise – und die Sendung wurde auf 22.30 Uhr verschoben. In der Sendung saßen dann Politiker aus der 4. Reihe, dazu Meinungsmacher – und irgendwie wirkte es, dass auch das “maischberger”-Team nicht so wirklich A-Gäste gefunden hat – im Gegensatz zu “Anne Will” aber ran musste.

So wichtig und aktuell das Thema ist – es ist grob fahrlässig von der ARD, einen Film wie “Aufbruch ins Ungewisse” so für sich stehen zu lassen. Es hätte Fragen gegeben, man hätte das diskutieren können und müssen. Dieser Talk wäre wichtig gewesen.
Vermutlich wäre es sinnvoller gewesen, einfach den gesamten Themenabend zu verschieben, um ihn später inklusive Talk nachzuholen. Eine echte Fehlentscheidung.

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Aufbruch ins Ungewisse

Donnerstag, den 15. Februar 2018
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MI 14.02.2018 | 20.15 Uhr | Das Erste

Die Öffentlich-Rechtlichen stehen unter Beschuss. Die Rechten wollen die Fernsehgebühren abschaffen und ARD und ZDF vermutlich am liebsten gleich mit. Deren Anhänger sprechen von der Lügenpresse, von Staatsmedien, von Propaganda.
Damit haben sie unrecht, aber leider geben ihnen ARD und ZDF immer wieder leichtfertig Futter – wie auch am Mittwochabend.

Eigentlich ist der Film gut gemeint. In “Aufbruch ins Ungewisse”, am Mittwochabend im Ersten, geht es um Flüchtlinge. Aber anders: Deutsche müssen in Richtung Afrika flüchten. Dort erleben sie, was uns von hier bekannt vorkommt. Sie haben es mit Schleppern zu tun. Sie sind mit Schlauchbooten unterwegs. Sie landen in Namibia, wollen aber nach Südafrika – was aber aus Asylrechtsgründen nicht geht. Es gibt Frust und Angst.
Das Gedankenspiel kann man durchaus machen – wenn es allerdings auch keine neuen Erkenntnisse bringt, sondern einzig und allein auf den Effekt setzt, dass es Deutsche sind, die flüchten müssen.

So gut der Gedanke ist, so schlecht und schlampig ist die Umsetzung. Warum die Schneiders flüchten müssen, wird nur kurz angerissen. Rechte haben die Macht in Deutschland. Die Pressefreiheit ist Geschichte, Andersdenkende kommen in den Knast. Ein paar wenige Minuten gibt sich der Film dafür.
Abgesehen davon, dass die wenige Zeit nicht ausreicht, um irgendeinen emotionalen Impuls gegenüber der Familie zu bekommen – man hätte schon mal etwas ausführlicher zeigen können, was in dieser Vision in Deutschland eigentlich Sache ist. Zumal es letztlich sich die Filmemacher schrecklich einfach machen. Die Rechten sind böse, und Punkt. Andersdenkende müssen raus, sie flüchten.
Das ist zu kurz gedacht. Es hätte ausführlicher auf die Lage im Land eingegangen werden müssen.
Später heißt es, sie wollen mit dem Schiff von Hamburg aus losfahren. In der nächsten Einstellung sitzen sie im Schlauchboot. Wieso? Was ist vorher passiert? Da spart der Film eine Handlung aus, die aber wichtig ist, erzählt zu werden.

Aber die wichtigste Frage ist: An wen richtet sich dieser Film? Wer hierzulande über Flüchtlinge hetzt, wird “Aufbruch ins Ungewisse” erst recht wiederum als Hetze empfinden. Weil dieser Film anfangs einfach nur dumpf nach rechts nachtritt. Wer Anhänger einer rechten Partei ist, den wird dieser Film nicht erreichen. Denn der wird sicherlich nicht andersdenkend sein und sich deshalb auch nicht – wie im Film gezeigt – auf eine Flucht begeben müssen. Und der wird in keinster Weise die Geschichte nachfühlen können, der wird sich darauf gar nicht erst einlassen.
Heißt also: Der Film richtet sich an die, die eine gewisse Empathie gegenüber den Flüchtlingen empfinden. Die also sowieso auf einer bestimmten Seite stehen. Also die, die von den Rechten als Gutmenschen betitelt werden. Die nun sagen: Gutmenschen machen einen Film für Gutmenschen.
Das kann nur nach hinten losgehen. Das kann nur dazu führen, dass die Rechten sich noch mehr provoziert führen, dass sie der Meinung sind, der Staatsfunk betreibe Propaganda.

Das ist wirklich schade, denn hier schwimmt jeder in seinem eigenen Saft, und jeder zeigt mit dem Finger auf den anderen. “Aufbruch ins Ungewisse” sorgt leider nicht dafür, dass man miteinander ins Gespräch kommt. Er sorgt nicht für ein Wachrütteln, weil er einfach, gerade in der Ursachenforschung, zu viele Klischees bedient und einfach nur auf einen Effekt setzt.
Damit hat sich leider keiner einen großen Gefallen getan, und das ist extrem bedauerlich.

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Olympia 2018 live: Eröffnungsfeier

Sonntag, den 11. Februar 2018
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FR 09.02.2018 | 12.00 Uhr | Das Erste

Also, das konnte ja nun wirklich keiner ahnen! Ein koreanischer Amtsträger, der in Korea koreanisch spricht! Ein echtes Ding der Unmöglichkeit. Zumindest für die Verantwortlichen der ARD-Olympia-Übertragung.
Am Freitagmittag lief im Ersten die Übertragung der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele im südkoranischen Pyeongchang. Alles war schick, bis plötzlich Lee Hee-Beom sprach, der Chef der koreanischen Organisationskomitees.

Der Übersetzer stammelte anfangs noch: “Wie schön, Sie hier alle zu begrüßen.” Aber ob Lee Hee-Boeom das wirklich sagte, weiß keiner. Denn sehr schnell verstummte der Dolmetscher, der sich am Ende als nichtwissend outen musste. Man habe nicht damit gerechnet, dass der Mann auf Koranisch sprechen werde. Man sei davon ausgegangen, dass er Englisch reden wollte. Später hieß es noch, es habe sich um eine Kommunikationspanne gehandelt.

Aber das muss man der ARD wirklich lassen – da übertragen sie live aus Korea und sind überrascht, wenn jemand in der Landessprache spricht. Und da es auf Eurosport 1 parallel einen Dolmetscher gab, kann das alles ja doch keine so große Überraschung gewesen sein.

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Tagesschau: Dieter Wedel

Donnerstag, den 25. Januar 2018
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MI 24.01.2018 | 20.00 Uhr | Das Erste

Wo ist eigentlich die Grenze zum Boulevard? Unter welchen Umständen schafft es der Boulevard in die seriöse Tagesschau? Oder wann wird der Boulevard so groß, dass sie zu einer handfesten Meldung wird?
Die 20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau in der ARD berichtete am Mittwoch ausführlich über die Vorwürfe, die dem Star-Regisseur Dieter Wedel gemacht werden. Es sind nicht die ersten Vorwürfe. “Die Zeit” berichtete über eine Schauspielerin, die Wedel angeblich sexuell belästigt und geschlagen haben soll. Tatsächlich brisant: Es passierte während einer Serienproduktion des Saarländischen Rundfunks, und beim SR waren Vorwürfe Anfang der 80er bekannt. Folgen hatte das keiner, und warum das so ist, wird nun untersucht.

Die Vorwürfe wiegen schwer, aber dennoch: Ist das eine Nachricht für die Tagesschau? Dass ein Star mutmaßlich etwas Verbotenes getan haben soll?
Es war schon immer so, dass die Tagesschau auf solche Themen verzichtet hat – unabhängig davon, wie sehr die Meldung diskutiert wird. Das ändert sich jedoch, was vor allem vermutlich am wachsenden Druck von außen liegt. Man ist im Zugzwang: Berichtet die Redaktion nicht, kommen Vorwürfe des Verschweigens. Berichtet sie, wird angezweifelt, ob das dahin gehört.
Ganz abgesehen von der Frage, wie Medien überhaupt mit solchen nicht bewiesenen Vorwürfen umgehen sollten. Der Fall Kachelmann zeigte immerhin, dass falsche Vorverurteilungen großen Schaden anrichten können.

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Schlagerchampions – Das große Fest der Besten

Dienstag, den 16. Januar 2018
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SA 13.01.2018 | 20.15 Uhr | Das Erste

In der ARD setzen sie auf brandneue Innovationen. Wer am Sonnabend die “Schlagerchampions” gesehen hat, hatte die Möglichkeit, die Songtexte mitzulesen – und natürlich mitzusingen! Eine ganz große Sache! Florian Silbereisen hat es extra ein bisschen erklärt, denn mit der neumodischen Technik kommt ja nicht jeder klar. Es ging um den wirklich heißen Technikscheiß: den Videotext. Den werden viele sicherlich noch gar nicht kennen. Die Zuschauer konnten diesen Videotext aktivieren, eine bestimmte Seite eingeben, und dann stand da immer der Text zum Lied, das da gerade auf der Bühne playbackt wurde.
Wäre auch toll gewesen, wenn diese Texte nicht immer alle zu spät eingeblendet worden wären – nämlich wenn die Hälfte der Textzeile schon gesungen worden war. Zum Mitsingen war der Videotext also nicht geeignet. Aber okay, da muss die ARD noch üben – mit dem Videotext kommen sie eben noch nicht so richtig klar.

Mit Mitlesen ist das Publikum im Berliner Velodrom sowieso kaum gekommen – denn dort sind vermutlich tausendfach Gummischlangen ausgegeben worden, mit denen die Leute klatschen sollten. Denn in die Hände zu klatschen ist auch voll unmodern in der ARD – da muss man schon zu anderen Hilfsmitteln greifen.

Immerhin haben die Verantwortlichen dafür gesorgt, dass es keine Überraschungen gibt. Es waren einach fast alle Künstler da, die auch neulich schon im Schlagerbooom über die Bühne fegten. Von der Kelly Family, über Roland Kaiser und Maite Kelly (wie üblich ohne gemeinsamem Family-Auftritt), natürlich KluBBB3 – und so weiter. Im Grunde könnte Das Erste auch einfach die Schlagershows von 2017 zu einem neuen Mix zusammenschneiden – würde kaum auffallen.

Nur Albano und Romina Power – die kommen nicht wieder. Die hatten nämlich ihren allerletzten gemeinsamen Live-Auftritt im deutschen und österreichischen Fernsehen, wie Florian Silbereisen gleich mehrfach verkündete – worauf Albano meinte, das sei ja noch gar nicht der Letzte. Es gebe ja noch die Tour durch Deutschland. Doch dieses Superlativ wollte sich Florian nicht nehmen lassen und betonte dann noch mal, dass das ja dann doch der letzte, wirklich letzte LIVE-Auftritt im deutschen und österreichischen Fernsehen wäre. Albano wolle nämlich auf seine Gesundheit achten und will zum Jahresende aufhören. Romina hat dagegen noch Bock und will weiter machen. Vielleicht mit Florian Silbereisen? Als Duo Silberpower? War natürlich (hoffentlich) nur ein schlechter Gag, und so absolvierten Albano und Romina Power dann wirklich ihren letzten, also wirklich allerletzten Auftritt im deutschen und österreichischen Fernsehen. Inklusive Zugabe (in der ARD heißt das: einfach die letzte CD-Takte noch mal abspielen), aber exklusive winken und abgehen. Die waren dann einfach weg aus dem deutschen und österreichischen Fernsehen.

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Malvina, Diaa und die Liebe

Sonntag, den 14. Januar 2018
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SA 13.01.2018 | 16.55 Uhr | hr fernsehen

Malvina und Diaa brauchen Polizeischutz. Sie beiden sind nicht gefährlich. Die Gefahr kommt von einer anderen Seite.
Malvina ist Christin und Deutsche. Diaa ist aus Syrien, Moslem, lebt nun in Deutschland. Die beiden sind seit mehr als einem Jahr ein Paar.
Der KiKA, der Kinderkanal von ARD und ZDF, zeigte im November die Doku “Malvina, Diaa und die Liebe”. Er handelte davon, dass sich zwei Menschen aus verschiedenen Konfessionen lieben. Was gut läuft, was problematisch ist. Unkommentiert.
Im KiKA lief die Doku innerhalb eines Schwerpunktes über Kinderrechte.

Sie erzählen über ihre Kulturen – und über die Augenblicke, wo diese Kulturen aufeinanderstoßen. Er will, dass sie keine kurzen Kleider trägt. Er mag es nicht, wenn sie mit anderen Männern spricht. Sie widerum sagt, sie sei eine Emanze, und sie lasse sich nicht verbieten, auch mit anderen Freunden zusammen zu sein – platonisch eben. Sie wolle sich das nicht nehmen lassen, die Sache mit dem kurzen Kleid, die kann sie dagegen akzeptieren.

Sechs Wochen nach Ausstrahlung im KiKA gibt es einen riesigen Wirbel um den Film – angefeuert durch die AfD und durch die “Bild”. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Dirk Spaniel macht aus der Doku einen Skandal. Für ihn sei sie eine „rührselige Seifenoper“. Der Kinderkanal betreibe „Propaganda“ für Beziehungen mit moslemischen Flüchtlingen. Die “Bild” zieht nach, ist ebenfalls empört – auch weil auf der KiKA-Seite im Internet Diaa erst 17, dann 19 war. Was allerdings ein Fehler der Internetredaktion war – Diaa war immer 19. Das empört noch mehr, weil AfD und “Bild” nun erst recht eine Verschwörung und Propaganda sehen. Was AfD und “Bild” in Zweisamkeit erreichen ist: Hass. Blanker Hass, der im Netz ausgekübelt wird von tausenden wütenden Menschen. Eine unwürdige Diskussion entsteht. Malvina und Diaa brauchen schließlich Polizeischutz.

Im Rahmen einer Diskussionssendung zeigte das hr fernsehen – der hr produzierte den Film für den KiKA – am Sonnabendnachmittag die Doku nochmals.
Wer diesen Film sieht – und das einigermaßen ohne Vorurteile -, wird bemerken, dass er keinesfalls Propaganda betreibt. Denn allein durch das, was Malvina den Aussagen von Diaa entgegnet, merkt man sehr wohl, dass da Welten aufeinanderprallen, die nicht immer schwer vereinbar sind. Es kommen Freunde, andere Menschen zu Wort, die ihre Sorgen äußern.
Kritisiert wird, dass der Film ohne einordnenden Kommentar auskommt. Der ist jedoch nicht nötig. Denn erstens kommen die Kommentare sehr wohl – aber eben von den Freunden und Eltern, die durchaus deutlich äußern, was sie eventuell befürchten und was eventuell gar nicht ginge. Außerdem sollte man doch bitte die zuschauenden Kinder (und Jugendlichen) nicht unterschätzen. Denn die können durchaus mitdenken und einschätzen, wie Aussagen eventuell einzuordnen sind. Ein Off-Kommentar, der hier und da sagen würde, das sei ja total bedenklich, was da gerade gesagt wurde, war schlicht überflüssig.

Die Diskussion um “Malvina, Diaa und die Liebe” ist unwürdig und niveaulos. Wie übrigens auch der Stunk um eine “Lindenstraße”-Folge von 2006, die neulich bei one wiederholt worden ist. Dort erklärte Serienfigur Lisa ihrem Sohn Paul, wie toll doch der Islam sei.
Das tat sie damals tatsächlich, aber auch das war keine ARD-Propaganda, die auch in dem Fall von AfD und Co. herbeigeschrien wird. Der Ausschnitt kursierte im Netz, ist so für sich stehend durchaus irritierend. Aber im Gesamtkontext sieht das schon ganz anders aus. Denn die Serienfigur Lisa war schon immer eine, die sich völlig übertrieben in neue Merkwürdigkeiten stürzte. In diesem Fall wollte sie unbedingt Moslimin werden. Als Kind wurde sie von der Mutter verprügelt und verstoßen, sie lebte im Heim, schien immer allein zu sein. Dann lernte sie Murat kennen und wollte unbedingt seine Religion übernehmen, sie wollte ein Teil seiner Familie werden – inklusive Islam. Paul findet das beängstigend, und selbst Lisas Freund/Mann Murat wollte ihr das ausreden. Es gab also sehr wohl eine Kontroverse um das, was Lisa da tat.
Aber das ist rechten Hetzern egal. Sie sehen einen Ausschnitt und schmeißen die Empörungsmaschine an. Und leider funktioniert die Masche, weil leider die wenigsten sich das ganze Bild machen und sich stattdessen beeinflussen lassen.

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“Können Sie mich hören?” – Das Beste aus 40 Jahren Tagesthemen

Samstag, den 6. Januar 2018
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DI 02.01.2018 | 0.50 Uhr (Mi.) | Das Erste

Am 2. Januar 1978 starteten im Ersten die “Tagesthemen” und im ZDF das “heute journal”. Beide Jubiläen sind am Dienstagabend gefeiert worden. Dabei beließ es die ARD nicht nur mit den “Tagesthemen” an sich. Dort traten während der Sendung auch ehemalige Moderatoren wie Sabine Christiansen, Ulrich Wickert, Anne Will, Gabi Bauer und Tom Buhrow noch einmal auf.
Mitten in der Nacht, um 0.50 Uhr, lief dann noch eine Doku unter dem Titel “”Können Sie mich hören?” – Das Beste aus 40 Jahren Tagesthemen”. Immerhin lief sie schon mal am Silvesternachmittag auf tagesschau24, trotzdem ist der Sendeplatz nicht gerade eine Ehrung für die Nachrichtensendung.

Wahrscheinlich ist die Aussicht auf wenig Publikum der Grund gewesen, warum man es bei einem eher lieblosen Zusammenschnitt belassen hat. Hier noch mal der Mauerfall, da noch ein Beitrag über das DDR-”Tal der Ahnungslosen” in Dresden und noch mal der 11. September 2001 (der in einer Einblendung zum “09.11.2001″ wurde).
Das war ganz nett, blieb aber sehr blass.

Denn auch wenn es die vielen Schreihälse von der “GEZ muss weg”-Fraktion anders sehen und der irrigen Meinung sind, die Journalisten seien irgendwem unterworfen und berichteten einseitig und in einer Zeit in der ARD/ZDF unter Beschuss sind: Sendungen wie die “Tagesthemen” sind weiter wichtig. Sie bieten Informationen, Hintergründe und in den Kommentaren auch Meinungen, die man natürlich längst nicht immer teilen muss. Die Akzeptanz spricht in der Hinsicht auch eine deutliche Sprache.