aRTikel

Der Countdown läuft: Sonntag schrillt der Wahlwecker

Donnerstag, den 11. September 2014
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Acht Jugendliche aus ganz Brandenburg klären über Politik auf. Die Tour führte durch Oberhavel.

MAZ Oranienburg, 11.9.2014

OBERHAVEL
Der Wecker klingelt! Spätestens am Sonntag, wenn um 8 Uhr in Brandenburg die Wahllokale öffnen. Es ist Landtagswahl und eine Gruppe mit acht Jugendlichen hat es sich zum Ziel gesetzt, dass die Wahlbeteiligung hoch wird. „Hauptsache, sie fällt nicht
unter 50 Prozent, so wie in Sachsen neulich“, sagt Maximilian Genz. Der 20-Jährige aus Schwanebeck (Barnim) gehört zum Wahlwecker-Team, das in den vergangenen
zwei Wochen – und noch bis Sonntag – durch ganz Brandenburg reist, um die Leute zu wecken, insbesondere aber junge Leute. Am vergangenen Wochenende
war es in Oberhavel unterwegs. Im Jugendklub „T-Point“ in Leegebruch verbrachte es zwei Nächte.

Zum Wahlwecker-Team – Motto: „Aufwachen! Wählen gehen!“ – gehören acht junge Leute, darunter auch Josephin Bär (18) aus Glienicke, die unter anderen vom Landesschülerrat, vom Jugendpresseverband und vom Potsdamer Stadtjugendring kommen.
„Wir fahren mit unserem Bus zu öffentlichen Plätzen“, erzählt Thi Ngoc Truc Nguyen (18) aus Werder (Potsdam-Mittelmark). „Wir treffen uns mit Politikern aus der
Region, sprechen Jugendliche an, machen Videos, Fotos und schreiben einen Blog.“ Auf der Internetseite www.wahlwecker-tour.de sowie auf Facebook schreiben sie jeden
Tag über ihre Erlebnisse.

Erstmals dürfen bei der Landtagswahl Jugendliche schon ab 16 wählen gehen. „Das finde ich richtig“, sagt Josephin Bär. „Und eigentlich ist ja die Frage: Warum
erst ab 16?“
Gerade an Oberschulen hätten viele Schüler noch nicht gewusst, dass sie wählen dürfen, berichtet Wahlwecker-Teammitglied Thi Ngoc Truc Nguyen. „An den Gymnasien sieht das schon anders aus“, ergänzt sie.
Gleichzeitig kritisiert die Gruppe aber auch, dass sich Politiker immer weniger für die wahren Belange der Jugendlichen interessieren. Die Spitzenkandidaten würden sich dafür keine Zeit nehmen. „Es gibt Politiker, die sehr offen sind, andere aber gar nicht“,
sagt Josephin Bär. „Da läuft was schief in der Kommunikation.“
Allein das Wort „Jugendklub“ komme in vielen Wahlprogrammen gar nicht vor. „Es geht um Bildung, um Fachkräftemangel“, sagt Josephin. „Alles wichtige Themen, aber die jungen Leute kann man dafür nun mal nicht begeistern, auch wenn sie davon betroffen
sind.“ Im Wahlkampf würden die Jugendlichen meist vergessen.

Auch diesem Missstand will das Team entgegenwirken. In Oberhavel besuchten die
Wahlwecker-Leute das „Fest derFarben“ in Hennigsdorf. „Das hat Spaß gemacht“, sagt Josephin Bär. Danach traf sich ein Teil der Gruppe mit dem Glienicker Ortschronisten
Joachim Kullmann. Dabei ging es vor allem um die DDR-Geschichte des Ortes. Glienicke
ist bekannt für den „Entenschnabel“, die ehemals verwinkelte Grenze zu West-Berlin. „Die Unfreiheit in der DDR verbunden mit der heutigen Wahlfreiheit – ein
wichtiger Zusammenhang, sagt Josephin Bär. In Schwante waren sie am Sonnabend im Jugenddorf beim Kreiserntefest und beim Zwiebelkuchenfest auf dem Dorfanger.
Auch die Kulturmeile in Leegebruch steuerten sie an.

„Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden“, sagt Thi Ngoc Truc Nguyen. In Dallgow-Döberitz (Havelland) sind sie vom einem Team der ZDF-Kindernachrichtensendung
„Logo“ begleitet worden. Auf Facebook haben sie mehr als 600 Fans.
Am Sonntagabend treffen sie sich in Potsdam zur Wahlparty.
Eine Empfehlung für eine bestimmte Partei geben die Wahlwecker übrigens nicht. „Unsere Devise lautet: Geh’ demokratisch wählen!“, sagt Josephin Bär.

RTelenovela

Bombe Nr. 176 – Diesmal war alles anders

Donnerstag, den 5. Dezember 2013
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Die 176. Bombenentschärfung nach der Wende in Oranienburg. Wir sind dran gewöhnt, wir nehmen die Evakuierungen hin und hoffen, dass wieder alles gut geht.
Diesmal aber war alles ein bisschen anders.

Diesmal hatten wir die Bombensprengung von Lehnitz im Hinterkopf, bei der ein ganzes Haus zerstört worden ist. Diesmal lag die Bombe im Lindenring nur wenige Meter von zwei Wohnblöcken und einigen Neubauten entfernt. Niemand wusste genau, was passieren würde, wenn’s knallt.
Die Stimmung war also angespannter als sonst. Lange mussten wir warten, bis der Sperrkreis endlich freigegeben war. Viele Ältere mussten aus ihren Wohnungen geholt werden, alles verzögerte sich.
Dann, um 12.58 Uhr, der Knall. Und das Warten auf die Freigabe.

Im Kaufland war unterdessen die Hölle los. Es schien, als ob sich halb Oranienburg während der Evakuierungsaktion im Einkaufszentrum getroffen hat. Irgendwo müssen die 12.000 betroffenen Menschen ja hin. Auch im Havelpark in Dallgow-Döberitz waren viele Oranienburger anzutreffen, so erzählte mir ein Kollege.
Aber nicht nur dort. Zwischen der Sprengung und der Freigabe des Sperrkreises bildeten sich am frühen Nachmittag rund um die Sperrzone viele provisorische Parkplätze. In der Saarbrücker Straße warteten viele Autofahrer darauf, dass endlich die Lehnitzstraße Richtung Innenstadt freigegeben wird. Auch die Robert-Koch-Straße war zeitweise zugeparkt, Dutzende wollten endlich ins Neubaugebiet.
In der Lehnitzstraße hatte ein Polizist erstaunlicherweise die Zeit und Muße, auf den grünstreifen Parkende darauf hinzuweisen, dass sie ja dort nicht parken dürfen.

Andere Wartende kreisten mit ihren Wagen wie ein Satellit um die gesperrte Zone herum. Ich wartete in einer Seitenstraße in Lehnitz, und ich war da nicht der Einzige. Dieses Mal war Geduld gefragt. Mehr als zwei Stunden vergingen, bis endlich die befreiende Sirene ertönte. Das mag vielen zu lange gedauert haben, aber die Sicherheit geht vor, das sollten wir nie aus den Augen verlieren. Und vor allem nicht den Dank an alle Helfer.

RTelenovela

Gelandet: Applaus für den Kapitän

Donnerstag, den 8. August 2013
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Ich war schon lange nicht mehr mit einem richtigen Touristenflieger unterwegs. Die Route von Berlin nach Faro in Portugal ist aber genau das. Denn wer nach Faro fliegt, düst weiter an die Küste des Atlantiks.
Dementsprechend erlebt man im Flugzeug auch ein Ritual, dass ich so schon ewig nicht mehr erlebt habe: Applaus für den Flugkapitän nach der Landung.
Allerdings: Fast hätte ich mitapplaudiert, denn direkt vor dem Aufsetzen erlebten wir in Berlin eine kleine Schrecksekunde. Der Flieger machte nämlich noch einmal einen ziemlich Schlenker, wie bei einer Windböe. Ich hatte schon das Bild von dem Flugzeug in Hamburg vor Augen, dass bei einem Orkan fast mit einem Seitenflügel aufsetzte. Wir sind dann aber doch noch heil angekommen.

Ich bin inzwischen schon relativ oft in Berlin-Tegel gelandet – und bisher immer über den Osten der Stadt eingeflogen. Es ist gerade im Dunkeln immer spannend, zu erkennen, wo man sich denn befindet. Meist ist Pankow-Heinersdorf mit dem Wohnblock und der beginnenden Autobahn ein guter Erkennungspunkt. Aber diesmal war alles anders. Ich erkannte nichts, obwohl wir schon recht tief flogen. Dann konnte ich einen Schriftzug erkennen: “Haveleck”?
Haveleck? Was soll das sein? Aber dann kam ich drauf: Havelpark! Das Einkaufszentrum in Dallgow-Döberitz. Wir flogen also über den Westen der Stadt ein. Und das ist durchaus imposant: Denn beim Anflug auf Tegel düst man am halben Zentrum Berlins vorbei. Man sieht sogar noch den Hauptbahnhof und den Fernsehturm.
Von mir aus kann Tegel gern noch länger geöffnet bleiben…

RTZapper

Heimatkunde – Zu Fuß um die deutsche Hauptstadt

Freitag, den 6. November 2009
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DO 05.11.2009 | 23.25 Uhr | rbb

Es ist gut, wenn sich der Vorsitzende der deutschen Partei “Die Partei” noch für sein potenzielles Wählervolk interessiert. 18 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung spazierte Martin Sonneborn im Jahr 2008 in vier Wochen rund um Berlin und betrieb “Heimatkunde”.
Und es ist erstaunlich, was die berlin-brandenburgische Grenze alles zu bieten hat. Kleingärtner, Reihenhausbewohner, Nudisten, Imbissbudenbesitzer, Asylanten, Religiöse.

Im Kreis Teltow-Fläming, in Großbeeren, stieß er auf eine Siedlung, in der die Reihenhäuser alle gleich aussehen. Seltsam trist. Furchtbar. Und kein Ossi weit und breit. “Hier sollen Ostdeutsche wohnen”, meint Sonneborn und stößt auf Verwunderung.

In Hohen Neuendorf wundert er sich über die Himmelspagode und trifft an der Tankstelle am Stadtrand auf eine Gruppe Jugendlicher. Seine Bockwust darf er allerdings nicht auf das Auto eines jungen Mannes stellen. Aber er kommt mit ihm ins Gespräch. Als die Mauer fiel, fand der 1978 Geborene, dass der westen gar nicht so anders aussah, als der Osten. Frohnau sei auch nicht bunter gewesen als Hohen Neuendorf. Er habe nur schöne Erinnerungen an die DDR.
Im Hintergrund blinkt der Funkturm von Berlin-Frohnau, der im Februar 2009 gesprengt wurde.
Der Wahnsinn zeigt sich dann im Kofferraum eines weiteren OHV-Autos. Eine Musikanlage, Wasserspiele, ein Quietscheentchen und eine Art Monitor. Kunst, Kultur und Musik. Skurril.

In der Invalidensiedlung in Berlin-Frohnau sucht Sonneborn nach – na klar – Invaliden. Er trifft auf eine Frau, dessen Grundstück bis 1990 direkt an der Mauer lag. Davor stand ein acht Meter hoher Grenzturm, die Grenzer konnten in den Garten der Frau sehen, die nun schon 40 Jahre in der Siedlung wohnt.

Weiter nach Stolpe-Süd. Der bedrückenste Teil der Doku.
Ein umzäuntes Gelände und ein Wachmann, der nicht verraten will, um was für eine Einrichtung es sich dabei eigentlich handelt. Ob man ihm nicht gesagt habe, was er denn bewache, fragt Sonneborn. Und: Wofür er es denn halte. Der Wachmann antwortet, er sei nicht befugt etwas zu sagen. Dabei, wollte doch Sonneborn nur wissen, was er da sieht. Aber die Angestellten der Wachschutzfirma beziehungsweise des Asylantenheimes in Stolpe-Süd scheinen Schiss zu haben, irgendjemandem auch nur die geringste Angriffsfläche zu bieten.
Aber Sonneborn fand schließlich einen Palästinenser, der ihn mit auf sein Zimmer nahm. Seit fünf Jahren wohnt er im Heim. Im 15 Quadratmeter kleinen Zimmer. Nach Berlin, wenige Meter entfernt, darf er nicht. In die Heimat auch nicht, er hat keinen Pass. Arbeiten darf er auch nicht. Eine Wohnung bekommt er auch nicht. Dafür aber 40 Euro Taschengeld im Monat.

In Schönwalde-Siedlung trifft er auf lauter Jauchewagen der Awu, die an einem Imbiss stehen. Ein beißender Geruch, der wohl nicht nur von der Fritteuse komme, wie Sonneborn anmerkt. Die Jauchefahrer kommen auch öfter beim Imbiss vorbei, um das Abwasser, die Jauche abzupumpen. Anders funktioniere das in dem Teil der Siedlung nicht, so die Imbissfrau.
Aber der Aufschwung komme: Zwei Kreisverkehre und ein Yachthafen seien geplant. Jetzt, 2009, gibt es sie jedenfalls noch nicht.

In der Döberitzer Heide trifft Sonneborn mitten im Nichts auf einen betenden Herrn. Er muss erst seinen Gott fragen, er ob dem Filmwanderer dessen Namen nennen darf.

Zu guter Letzt diskutiert Sonneborn mit den Besitzern eines Chinalokals in Falkensee-Finkenkrug darüber, dass sich die chinesen um das deutsche Rentensystem sorgen.

“Heimatkunde” ist ein sehr spannendes Filmporträt über die Menschen in Berlin und Brandenburg. Ihre Sorgen, ihre Probleme, irgendwie auch ihre Piefigkeit, Grobheit. Aber wenn man mit ihnen redet, kommen viele fesselnde Gespräche heraus. Denn das macht den Film aus: Sonneborn nimmt die Leute ernst. Er fragt pointiert, aber ernsthaft, will wirklich etwas von den Menschen wissen, vielleicht auch von ihnen lernen.
Und deshalb war “Heimatkunde” auch genug das, was der Titel versprach.

aRTikel

Schönwalde punktet, Ketzin muss nacharbeiten

Freitag, den 24. April 2009
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Teil 1 -> 18.4.2009

Internet: Der MAZ-Test: Wie präsentieren sich die Städte und Gemeinden des Osthavellandes auf ihren Homepages? / Teil 2

MAZ Falkensee, 24.4.2009

Wie aktuell und übersichtlich sind die Internetseiten der Städte und Gemeinden im Osthavelland? Die MAZ vergibt Schulnoten.

HAVELLAND
Gemeinsam mit dem Softwareentwickler Jörg Stöber schaute sich Robert Tiesler auf den örtlichen Internetseiten um. Nachdem im ersten Teil bereits Brieselang, Dallgow-Döberitz, Falkensee und Friesack ihre Noten erhalten haben, folgt heute der zweite Teil.

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Ketzin
www.ketzin.de

Layout: Das Design ist schlicht und optisch wenig ansprechend. Der Nutzer stößt eher zufällig auf die Begrüßung des Bürgermeisters unter „Verwaltung“ und „Begrüßung“. Die Seite ist zwar nicht unübersichtlich, aber manche Links der Hauptnavigation führen zu fremden Seiten, die sich auch nicht nur auf Ketzin beziehen.

Nutzwert: Nicht immer aktuell. Einige Ausschreibungen sind von 2007. Politisch ist die Seite aber auf neuestem Stand, auch die Amtsblätter sind zu finden. Die Termine wurden bis zum Jahresende 2009 vorgetragen. Unklar ist, ob sie später noch überarbeitet werden, falls etwas ausfällt. Nette Zugabe: das Wetter in Ketzin.

Barrierefreiheit: Das Programm Flash ist zwingend erforderlich, sonst lässt sich die Seite nicht bedienen, weil die Navigation fehlt. Für einige Rechner ist die Seite somit nicht nutzbar. Barrierefreiheit ist absolut nicht gegeben, weil die Seite dafür zu kompliziert aufgebaut ist.

Noten: Inhalt 2,5
Umsetzung 6

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Nauen
www.nauen.de

Layout: Mittelmaß. Es werden teilweise kontrastarme Schriften verwendet, die schwer zu lesen sind. Die Navigation ist unklar. Die Unterpunkte sind unscheinbar im oberen Teil, eine dritte Navigationsleiste erscheint im Fuß. Auch hier findet der Nutzer die Begrüßung nur zufällig.

Nutzwert: Der Besucher wird mit dem Schriftzug „Funkstadt Nauen“ begrüßt. Weshalb wird Nauen so genannt? Inhaltlich geht die Seite auf solche Fragen nicht ein. Die Terminliste erscheint außerdem unübersichtlich. Bei wiederkehrenden Events werden unklare Daten eingegeben. Ein zweiter Veranstaltungskalender steht unter „Kultur“ und „Freizeit“. Der ist wenig hilfreich, da dort nur Tage ohne Orte und Uhrzeiten angegeben sind. Schön ist der Altstadtbummel mit neuen und alten Fotos.

Barrierefreiheit: Der Nutzer muss erst den Popupblocker ausschalten, um die Seite ansehen zu können. Sie ist kompliziert aufgebaut, besteht aus vielen Tabellen und ist damit nicht barrierefrei. Die Einzelseiten sind auch nicht extra nach ihrem Inhalt ausgezeichnet, was die Orientierung auf der Seite erleichtern würde. Gut dagegen ist die vorhandene Textversion.

Noten: Inhalt 3
Umsetzung 4,5

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Schönwalde-Glien
www.schoenwalde-glien.de

Layout: Die Startseite ist originell. Die Rubriken sind übersichtlich und klar strukturiert, es ist immer offensichtlich, wo sich der Nutzer gerade befindet.

Nutzwert: Die Informationen sind umfassend. Zu finden sind alle Ansprechpartner, Gesetzestexte und Paragrafen. Die Visitenkartendateien der Gemeindemitarbeiter können direkt in das eigene Mailprogramm übertragen werden. Im Bereich „Bürger“ erscheint der Titel der Rubrik „Lebenslagen“ etwas unbestimmt. Der Veranstaltungskalender ist bis Anfang 2010 geführt. Das Branchenbuch ist noch ausbaufähig. Interessant: die Einwohnerstatistik der Gemeinde – allerdings steht sie unter „Wirtschaft“. Kleines Manko: Es fehlen Bilder. Der Bürgermeister und die Sparkasse können doch nicht das einzige sein, was Schönwalde optisch zu bieten hat.

Barrierefreiheit: Überzeugend. Die Codestrukturierung ist auf der Höhe der Zeit, die Seite ist dadurch für Bildschirmleseprogramme optimiert, die auch Sehbehinderten die Nutzung ermöglichen. Alle Infos sind zu diesem Zweck korrekt ausgewiesen. Auch eine Schnellnavigation für solche Leseprogramme ist vorhanden.

Noten: Inhalt 1,3
Umsetzung 1,2

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Wustermark
www.wustermark.de

Layout: Ein Seitenkopf mit dem Ortsnamen fehlt. Nur das Wappen im oberen Teil der Seite deutet darauf hin, wo sich der Nutzer überhaupt befindet. Die Navigation auf der linken Seite ist unklar aufgebaut, in den Rubriken sind unter anderem „Veranstaltungen“, „Seniorenrat“ und „Rangierbahnhof Wustermark“ aufgelistet. Generell treten viele Unklarheiten auf. Während des Surfens weiß der Nutzer nicht, auf welcher Unterseite er sich gerade bewegt.

Nutzwert: Der Formularserver auf der Gemeindeseite enthält alle wichtigen Infos, inklusive E-Mail-Adressen der Ansprechpartner. Zudem gibt es alle wichtigen Daten zum Ort, zur Kommunalpolitik, Touristik und Wirtschaft.

Barrierefreiheit: Die Seite basiert auf verschachtelten Seiten und Tabellen. Leseprogramme haben damit Probleme. Nicht barrierefrei.

Noten: Inhalt 2,5
Umsetzung 5

aRTikel

Gute Noten für Brieselang, aber in Dallgow ist noch viel zu tun

Samstag, den 18. April 2009
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Internet: Der große MAZ-Test – Wie präsentieren sich die Städte und Gemeinden des Osthavellandes im Netz?

MAZ Falkensee, 18.4.2009

Wie aktuell und übersichtlich sind die Internetseiten der Städte und Gemeinden im Osthavelland? Die MAZ vergibt Schulnoten.

HAVELLAND
Acht Internetseiten unterzogen sich dem Test von Softwareentwickler Jörg Stöber und Robert Tiesler. Die Veröffentlichung erfolgt in alphabetischer Reihenfolge. In einer der folgenden Ausgaben finden Sie den zweiten Teil mit Ketzin, Nauen, Schönwalde-Glien und Wustermark.

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Brieselang
www.gemeindebrieselang.de

Layout : Die Seite weist eine klare Gliederung auf, auch wenn sie manchmal ein wenig altbacken aussieht. An einigen Stellen, besonders bei vielen der Unterseiten, fallen Abweichungen vom eigentlichen Layout auf.

Nutzwert: Der Nutzer hat oft verschiedene Möglichkeiten, um den Inhalt zu finden, den er sucht. Die aktuelle Gemeindevertretung wird umfassend erklärt, jedoch fehlen noch die Beschlüsse von 2009. Ansonsten sind sie alle als PDF abrufbar. Auch der Rest der Seite ist ansonsten auf erfreulich aktuellem Stand. Auf der Terminseite fehlt gerade bei wiederkehrenden Veranstaltungen eine klare Übersichtlichkeit. Da liegt daran, dass scheinbar willkürlich Anfangs- und Endtage eingetragen wurden. Der Nutzer findet auf der Seite alle wichtigen Formulare, Satzungen und Amtsblätter. Nett: Bilder vom Erntefest und das „Bild der Woche“ auf der Startseite. Negativ: Der umständliche Name der Seite und die Gemeinde hat keine Rechte an der Seite www.brieselang.de.

Barrierefreiheit: In dieser Hinsicht eine sehr gute Seite. Die Codestrukturierung ist auf der Höhe der Zeit, für Screenreader optimiert. Alle Infos sind semantisch korrekt dargestellt mit Über- und Unterüberschriften. Eine Schnellnavigation für Screenreader ist vorhanden.

Noten: Inhalt: 1
Umsetzung: 2

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Dallgow-Döberitz
www.dallgow.de

Layout: Die Seite weist keine klare Struktur auf, ein Design ist im Prinzip nicht vorhanden, das Layout ist extrem schlicht. Die Navigation steht unübersichtlich im Seitenkopf. Die Seite kommt ohne Fotos aus – von Bürgermeister Jürgen Hemberger auf der Startseite mal abgesehen. Die Trennung zwischen den Kategorien „Termine“ und „Veranstaltungen“ ist unklar. Der Nutzer erkennt auf den ersten Blick keinen Unterschied, zumal selbst im Gästebuch weitere vereinzelte Terminhinweise zu finden sind.

Nutzwert: Die Termine sind auf dem aktuellen Stand, allerdings nicht sehr umfangreich. Wiederholungstermine werden am Ende der Seite aufgeführt, was somit durchaus übersichtlich ist. Der Nutzer findet umfangreiche Infos zur Verwaltung und Gemeindevertretung, auf den Seiten der Ausschüsse fehlen allerdings die Vornamen (Herr/Frau X). Die Linksammlung ist umfangreich, allerdings teilweise überholt und im Großen und Ganzen doch ziemlich willkürlich und überflüssig.

Barrierefreiheit : Diese ist nicht gegeben. Die Seite verwendet Frames (Teilbereiche) und wird in weitere Seiten aufgeteilt. Probleme können auftreten, wenn der Nutzer über die Suchmaschinen auf die falsche Seite kommt. Dann ist die Navigation nicht mehr erreichbar. Für Screenreader ist sie überhaupt nicht optimiert, es gibt keine semantische Auszeichnung der Inhalte.

Noten: Infos: 3
Umsetzung: 5

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Falkensee
www.stadt-falkensee.de

Layout: Der Slogan „Stadt im Aufwind“ schlägt sich im Internetauftritt leider nicht nieder. Es ist nicht sofort ersichtlich, was die Haupt- und was die Unternavigation ist, die Liste der verschiedenen Navigationslisten reicht bis zu fünf Ebenen tief. Da wird es unübersichtlich. Das Design ist ziemlich langweilig. Erstaunlich: Die barrierearme Version ist schöner.

Nutzwert: Einige Rubriken auf der Startseite bleiben unklar: Unter der Überschrift „Veranstaltungen“ stehen auch allgemeine Nachrichten. Außerdem gibt es noch eine Extrarubrik: „Meldungen aus Falkensee“ Dort wiederum tauchen auch Veranstaltungshinweise auf. Der eigentliche Veranstaltungskalender befindet sich jedoch unter der Rubrik „Kultur & Sport“. Daneben gibt es alle wichtigen Infos aus der Stadtverwaltung und der SVV, allerdings nur als PDF. Ein nettes Gimmick: Falkensee aus der Luft.

Barrierefreiheit: Die barrierefreie Version der Seite ist auch für nichtbehinderte Menschen zu empfehlen, sie ist schöner als das Original. Barrierearmut ist gegeben.

Noten: Infos: 2
Umsetzung: 3

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Friesack
www.amt-friesack.de

Layout: Die Seite macht zumindest keinen unmodernen Eindruck. Sie wirkt relativ übersichtlich. Sie teilt sich in verschiedene Bereiche mit eigenen Navigationen auf, der Nutzer kommt nur über Dropdownliste wieder zurück. Dafür, dass Ämter, Gemeinden und Ortsteile eingebunden sind, ist die Seite dennoch recht übersichtlich.

Nutzwert: Die Seite ist nicht optimiert für Suchmaschinen und kämpft mit extrem veralteten Versionen von www.friesack.de in den Ranglisten. Somit ist auch nicht gleich ersichtlich, welche der diversen Friesack-Seiten die richtige ist. Auffallend ist der umfangreiche Formularserver zum Runterladen. Zu finden sind alle Infos des Amtes sowie weitergehende Informationen zu den Städten und Gemeinden im Amt.

Barrierefreiheit: Ohne ein Programm, das Javascript entschlüsselt, ist die Seite nicht benutzbar. Einige Rechner unterstützen kein Java, manche Nutzer deaktivieren es wegen der Sicherheit. Es fehlt ein Hinweis auf Notwendigkeit von Java. Barrierearmut ist somit praktisch nicht gegeben. Die Verwendung von Frames (Teilbereiche), die Aufteilung der Seite in mehrere verschiedene Seiten erschwert die Nutzung. Probleme können auftreten, wenn man über die Suchmaschinen auf die falsche Seite kommt. Das Navigieren wird dann schwerer. Auch der Kontrast der Schriften ist mitunter mangelhaft.

Noten: Inhalt: 1
Umsetzung 3,5

Von Berlin in die weite Welt des Havellandes
Internet: Jörg Stöber testete acht Homepages

MAZ Falkensee, 18.4.2009

HAVELLAND
In Schönwalde-Glien ist die Internetseite der Gemeinde vor einigen Wochen neu gestaltet worden. Auch in Brieselang hat sich einiges getan. In Nauen und Wustermark arbeitet die Verwaltung an der Aktualität. Die Ketziner wollen noch 2009 ihre Seite überarbeiten. Gemeinsam mit dem Berliner Softwareentwickler Jörg Stöber schaute sich MAZ-Volontär Robert Tiesler auf den Internetseiten der Städte und Gemeinden im Osthavelland um.
Acht Adressen standen auf dem Zettel von Jörg Stöber. Der 28-Jährige untersuchte fast fünf Stunden lang die Internetseiten von Brieselang, Dallgow-Döberitz, Falkensee, Friesack, Ketzin, Nauen, Schönwalde-Glien und Wustermark. Der Test erfolgte in den Kategorien Layout und Übersichtlichkeit, Nutzwert und Aktualität sowie Barrierefreiheit.
Letztere ist seit einem Jahr ein großes Thema: „Die Barrierearmut auf den Internetseiten ist gesetzlich vorgeschrieben“, sagte Jörg Stöber. „Minderheiten dürfen nicht ausgeschlossen werden.“ Allerdings weiß er, dass die Umsetzung schwierig ist, wenn eine Gemeinde nicht viel Geld hat. „Die Seite hat dann auch einen erhöhten Pflegeaufwand.“ Drei der acht Homepages waren so gut wie barrierefrei. Die Hälfte der überprüften Internetseiten schnitten gut ab. „Der Rest ist in Sachen Layout noch auf einem sehr alten Stand“, so Jörg Stöber. „Friesack schien mehrere Anläufe gebraucht zu haben, bis dort eine brauchbare Seite entstanden war.“ Er rät den Friesackern dringend, die alten Versionen, die sowohl inhaltlich als auch von der Aufmachung keinen Standard mehr erfüllen, abzuschalten.
Stöber hat bei seiner Arbeit generell die Erfahrung gemacht, dass nach der Jahrtausendwende viele schlechte Seiten entstanden sind. „Zur Boomzeit rund um das Jahr 2000 schwammen alle auf der Webseitenwelle.“ Für viel Geld seien schlechte Internetauftritte abgeliefert worden.
Jörg Stöber ist Diplomkaufmann, sein Wissen über Computer und das Internet verschaffte er sich im Nebenstudium. Er ist einer von zwei Gesellschaftern der Firma Escriptum und entwickelt vor allem Software.

RTelenovela

Mit Google Earth in die Historie

Sonntag, den 5. April 2009
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Google Earth ist eine feine Sache. Dort kann sich jeder ein reales Bild davon machen, wie die Gegend von oben aussieht, in der er wohnt, oder wo er demnächst hinfahren wird.
Aber Google Earth hat einen noch ganz anderen Effekt. Einen, der allerdings so wahrscheinlich gar nicht geplant war: historische Aufnahmen.
Wer sich die Satellitenbilder in Google Earth aus der Region Oberhavel und Havelland ansieht, der wird bald feststellen: So sieht das stellenweise gar nicht mehr aus, was dort zu sehen ist.
Anhand der Bilder lassen sich die Fotos etwa auf das Jahr 2001 datieren. Und seitdem ist in der Region sehr viel passiert.
In Oranienburg kann man sich die 2002 eröffnete Turm-Erlebniscity im Bau ansehen. Auch gibt es auf den Fotos noch keine Ortsumgehung der B96 rund um Oranienburg. Bei Germendorf sind aber zumindest die anfänglichen Bauarbeiten einer der Knotenpunkte zu sehen. Ansonsten ist der Wald zwischen Teerofen und Germendorf unberührt. Natürlich ist auch die Innenstadt von Oranienburg noch in ihrem Zustand vor dem heutigen Umbau.
Im Havelland ist es besonders interessant, sich die alte B5 noch ansehen zu können. Heute ist sie zwischen Spandau und Nauen vierspurig. Bei Google Earth wird aus den vier Spuren am Havelpark in Dallgow-Döberitz die alte zweispurige B5. Bei Elstal sieht der Knotenpunkt mit dem Berliner Ring auch noch ganz anders aus. Im weiteren Verlauf führt die Bundesstraße noch nach Nauen rein, heute gibt es dort eine Umgehungsstraße.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern können wir ins Archiv blicken. In der Nähe von Greifswald ist die Gegend auf den Fotos noch völlig unberührt, die Ostseeautobahn A20 gibt es dort noch nicht. Ebensowenig das Dreieck Stralsund bei Wüsteney. Im weiteren Verlauf der neuen, heutigen B96 Richtung Rügen scheinen jedoch neue Fotos entstanden zu sein, denn die Straße beginnt auf den Satellitenbildern ganz plötzlich und unvermittelt im Nichts. In Stralsund ist auch schon die neue Rügenbrücke zu sehen – zumindest der erste Teil. Der zweite Teil zwischen Dänholm und Rügen ist auf den Fotos noch im Bau, scheinen also von 2006 oder 2007 zu sein. Zumindest aktueller also als die aus der Brandenburger Region.
Und sicherlich gibt es noch einiges weiteres Historisches bei Google Earth zu entdecken. So bietet das Internet tatsächlich mal ungeahnte Möglichkeiten.