RTZapper

Das war 2018!

Montag, den 31. Dezember 2018
Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Ein sonniger Winternachmittag auf dem Kudamm in Berlin. Die Lichter an den Bäumen sehen zum Träumen aus. Johannes B. Kerner und Marcus Lanz plaudern ein wenig, sie wollen auf den Weihnachtsmarkt, und Marcus freut sich schon auf das Mettbrot, das er sich kaufen will. Träumerisch blickt Johannes den Marcus an und greift nach seiner Hand, als… ähm…
Nein, nein, diese ausgedachten Geschichten sollte ich wirklich lassen. Das konnte Claas Relotius vom “Spiegel” sehr viel besser. Allerdings ist er damit im Dezember 2018 dann doch aufgeflogen. Peinliche Sache, auch für den “Spiegel”, der ja angeblich alles nachrecherchiert, was die Reporter so abliefern.

Der Skandal ist Futter für alle, die sowieso sagen, dass die Medien allesamt lügen, wenn es um brisante Themen geht. Dabei sind 2018 einige heikle Dinge aufgedeckt worden. Da ging es um die Football-Leaks und die Frage, wie sehr sich Fußballvereine von den Fans entfernen. Um den Steuer-Raubzug großer Banken bei den CumEx-Enthüllungen. Um nur zwei dieser Storys zu nennen.
Auch wenn es um die Flüchtlingskrise geht, haken die Journalisten inzwischen knallhart nach. Dass dabei andere, vielleicht sogar wichtigere Themen, untergehen, bemerken offenbar nur die Zuschauer. Bei den Sommerinterviews von ARD und ZDF ging es oft 18 Minuten um die Flüchtlingskrise und zwei um den Rest. Nur bei Alexander Gauland von der AfD ging es fast nur um den Rest – und Gauland schien ratlos.

Die AfD sitzt seit 2017 im Bundestag, und immer meinen die Blauen, Unrecht in den Medien aufgedeckt zu haben. Im Brennpunkt steht dabei die Band “Feine Sahne Fischfilet”. Dass sie mal vom Verfassungsschutz beobachtet worden ist, hängt ihr noch ewig nach, und die linke Band ist der rechten AfD ein Dorn im Auge. Andererseits wird aber auch jede Kleinigkeit über “Feine Sahne Fischfilet” in den Medien durchgekaut. Als die Band für das ZDF in Dessau ein Konzert aufzeichnen wollte, sagte der Veranstalter, die Bauhaus-Stiftung, den Veranstaltungsort ab. Eine Diskussion, die für die AfD ein voller Erfolg war.
Ebenso die Diskussion um eine KiKA-Doku über ein junges Mädchen, das einen Moslem liebt, wo die AfD der Meinung war, so etwas könne man nicht unkommentiert lassen. Als Deniz Yücel in der Türkei freigelassen worden ist, wollte die AfD wissen, ob der nicht vielleicht selber schuld war, dass er in Haft war. In den sozialen Netzwerken versuchen viele Parteimitglieder weiterhin, die Gesellschaft zu spalten.

In Cottbus hat das schon gut funktioniert. Die Rechten sind dort der Meinung, dass die Stadt überfremdet sei, dass es zu viele Straftaten von Flüchtlingen gebe. Der Hass bei den Demos, an denen Normalos mit den Rechtsextremen gemeinsam marschieren, richtet sich auch gegen die Medien. Der rbb wird ebenso angefeindet wie die Reporter der Lausitzer Rundschau. Da helfen auch Diskussionssendungen, die der rbb live aus Cottbus sendet, nur wenig. Aber wenigstens bleibt man im Gespräch. Irgendwie.

Das scheint auch das Ziel von CSU-Innenminister Horst Seehofer zu sein. Als er seinen Rücktritt, nun ja, androht, berichten die Nachrichtensender in Dauerschleife. Tritt er zurück? Oder doch nicht? Oder doch? Seehofer weiß nicht so recht, und ganz Deutschland wartet auf einen eventuellen Bruch der Großen Koalition. Als die Meldung bekannt wird, dass sich gar CSU und CDU trennen, schickt ntv die Breaking News gleich auf Sendung – um dann die nächste Breaking News hinterher zu schicken, dass man einer Ente aufgesessen sei. Aber es musste eben schnell gehen. Keiner hatte 2018 so viele Comebacks wie Seehofer.

Comeback ist sowieso ein gutes Stichwort. Fernsehmacher glauben, dass die Zuschauer darauf abfahren, wenn alte Serien wiederbelebt werden. In Deutschland floppte allerdings die Neuauflage von “Akte X” oder “Will & Grace”. Selbst Shows wie “Dingsda” im Ersten und “Die Montagsmaler” im SWR-Fernsehen laufen eher mau.
Die “Lindenstraße” dagegen wird nicht fortgesetzt. Im März 2020 wird nach fast 35 Jahren die letzte Folge laufen. Begründung: schlechte Quoten und inhaltliche Unzufriedenheit. Von einer Absetzung aus inhaltlichen Gründen von “In aller Freundschaft”, “Rote Rosen”, “Sturm der Liebe” oder “Rentnercops” ist allerdings noch nichts bekannt.
Auch an der Vormittagssendung “live nach neun” hält man im Ersten fest, obwohl die Zuschauerzahlen ein Desaster sind. Ähnlich sieht es am Vorabend in Sat.1 aus. Mit “Endlich Feierabend” versucht man da zum x-ten Mal das Frühstücksfernsehen zu kopieren – und scheitert zum x-ten Mal. In diesem miesen Sog läuft auch die neue Dailysoap “Alles oder nichts” ziemlich mies. Sie hatte nie eine wirkliche Chance.
Auch ProSieben hat Sorgen. Die neuen Folgen der “Simpsons” laufen richtig schlecht. Bei Sat.1 wird die Unternehmershow “Start up” abgesetzt, obwohl doch Jurymitglied Carsten Maschmeyer so doll dafür geworben hat. Aber vermutlich wollten gerade wegen ihm so wenige einschalten.
Bei Sky dachte man sich, es sei eine gute Idee, die Castingshow “X-Factor” aus der Versenkung zurückzuholen. Die Quoten waren kaum messbar, und wer gewonnen hat… ähm… Wer hat da eigentlich gewonnen? Eine weitere Staffel ist ausgeschlossen.

Es wird für das herkömmliche Fernsehen immer schwieriger, Aufmerksamkeit zu erregen. Die Mehrzahl der jungen Zuschauer schaut schon überwiegend online. Und dann eher Netflix oder Amazon Prime, auch Youtube ist ein echter Konkurrent.
Ein Opfer ist der Musiksender VIVA. Nach 25 Jahren wird Silvester der Stecker gezogen, MTV aus dem gleichen Senderkonzern lebt weiter, aber in der Nische. Immerhin noch wacker hält sich Deluxe Music. Musikclips schaut man an sich aber eher bei Youtube.

Immerhin: Man bemüht sich aber noch. Im Ersten läuft im Herbst “Babylon Berlin”, die teure Co-Produktion mit Sky. Auf dem “Tatort”-Sendeplatz werden etwa acht Millionen Zuschauer erreicht. Das Interesse am Berlin der 20er-Jahre schwindet jedoch, am Ende schauen weniger als vier Millionen zu. Allerdings stehen in den diversen Kritiken zur Serie, in denen es hieß, man müsse als Zuschauer drei Folgen durchhalten, bis man es eventuell verdammt gut fände, auch für sich. Allerdings sorgt die Serie auch für einen der magischsten Momente des Fernsehjahres – nämlich mit einer Szene in einem Tanzclub, die für Gänsehaut sorgt.
Im ZDF wird “Bad Banks” von der Kritik gelobt, ist aber dennoch langweilig. Amazon Prime dagegen trumpft mit einer neuen Staffel “Deutschland 86” auf und mit “Pastewka” auf.

Das Fernsehen steht aber immerhin noch für Events. In diesem Land lief es glücklicherweise für Deutschland auch mal gut beim Eurovision Song Contest in Lissabon. Michael Schulte schaffte den 4. Platz. Die Diskussionen darum, dass niemand Deutschland mag und wählt, finden nicht statt.
Bei der Fußball-WM dagegen, ach, lassen wir das. Immerhin sorgte das WM-Spiel von Deutschland gegen Schweden mit 27,48 Millionen Zuschauer für den 2018er-Quotenrekord.
Und auch als in Großbritannien Harry und Meghan heirateten, waren ein paar Millionen dabei – auch Ross Antony, der für RTL vor Ort und ausrastete, nur weil das Prinzenpaar in der Kutsche an ihm vorbeirauschte.

Aber nicht alle haben Glück mit Großereignissen. In letzter Minute hatte Eurosport für die Olympischen Winterspiele in Korea Sublizenzen an ARD und ZDF vergeben. Die Folge: Die meisten Zuschauer waren bei ARD und ZDF dabei, für Eurosport 1 und den Frauensender TLC blieben kaum Zuschauer übrig. Selbst die Abendshow “Zwanzig18” hatte auf zwei Sendern parallel gerade mal 200.000 Zuschauer. Dass man in Korea eventuell einen koreanischen Dolmetscher braucht, konnte man im Ersten allerdings echt nicht ahnen.
Und dann der Echo. Der Musikpreis gerät 2018 zum Debakel. Farid Bang und Kollegah rappten davon, dass sein Körper definierter sei als von Auschwitz-Insassen. Kam nicht überall gut an, Preise gab es dafür trotzdem, und Proteste auch. Selbst in der Show herrschte Unruhe. Danach geben diverse Promis ihre Echos zurück. Ende vom Lied: Der Echo ist tot.

2018 war wieder ein Jahr der Abschiede. Wir mussten uns von vielen Promis verabschieden. Die große Aretha Franklin lebt nicht mehr. Monserrat Caballé ist verstummt. Ebenso die Musiker Holger Biege, Jürgen Marcus, DJ Avicii, Lys Assia, France Gall, Ingo Insterburg, Abi Ofarim, Dolores Edwards (Cranberries) und Charles Aznavour. Auch nicht mehr da: die Schauspieler Rolf Hoppe, Morten Grunwald, Burt Reynolds, Rolf Zacher, Siegfried Rauch, Wolfgang Völz, Jochen Senf und Ulrich Pleitgen. Die Sportler Markus Beyer und Graciano Rocchigiani. Die Fernsehleute Dieter-Thomas Heck, Egon Hoegen, Wilfried Scharnagl, Gunther Witte, Friedrich Moll, Stefanie Tücking, Martin Haas, Thomas Leif und Dagobert Lindlau. Die Entertainer Jens Büchner und Daniel Küblböck, der am Jahresende nach einem Sturz vom Schiff immer noch als vermisst gilt. Die Politiker George Bush, seine Frau Barbara Bush, Philipp Jenninger und Kofi Annan. Wissenschaftler Stephen Hawking, Sternekoch Paul Bocuse, Kirchenmann Karl Kardinal Lehmann, Unternehmerin Käthe Wohlfahrt. Die Autorin Philip Roth und Christine Nöstlinger. Sie werden fehlen.

Auch Nachrichten fehlen. RTL II findet, dass die News zu wenige Zuschauer haben. Deshalb laufen die nun am Nachmittag und sind fünf Minuten kürzer. Und auch der rbb hat seine Spätnachrichten um die Hälfte auf 15 Minuten gekürzt. Damit um 22 Uhr gut abgehangene und preiswerte ARD-Degeto-Schnulzen laufen können. Bei N24 hat sich dagegen wenig geändert – bis auf den Namen: Welt.

Und sonst so? Sascha Hehn will nicht mehr Kapitän vom Traumschiff sein. Ist ihm vielleicht zu doof geworden. Kein Wunder.
Spiegel TV ist 30 geworden. Geschenk von RTL: Sendeplatzverschiebung auf den späten Montagabend. Glückwunsch.
Auf Sat.1 durfte im “Promi Big Brother”-Haus eine gewisse Katja Krasavice minutenlang in der Wanne mit dem Duschkopf masturbieren.
Die Chefs vom FC Bayern München teilten den Journalisten mit, dass die ein bisschen genervt von der ewigen Kritik seien. Bitte mal aufhören. Danke.
Dunja Hayali moderiert nun auch das “Aktuelle Sportstudio” im ZDF. Ihren Hatern bleibt aber auch gar nichts erspart.
Das SWR-Mega-Live-Event “Jäger der versunkenen Lok” musste ausfallen. Mangels versunkener Lok. Ist aber erst nach 25 Jahren Suche aufgefallen.
Und dann noch die Helene und der Flori. Es ist so traurig.

Kann man da eigentlich noch das Jahresende feiern? Darf man sich da noch auf 2019 freuen? Mit neuen Diskussionen und Hasskommentaren und den aktuellen Wasserstandsmeldungen von “Feine Sahne Fischfilet?” Und den neuen Schluckaufs der AfD? Wir bleiben dran und freuen uns auf 2019. Und Michelle ist auch dabei.

Hits: 269

RTZapper

rbb vor Ort: Cottbus – unerhört?!

Sonntag, den 4. März 2018
Tags: , , ,

DO 01.03.2018 | 21.00 Uhr | rbb

Miteinander reden. Versuchen, dass kein Riss durch die Stadt und ihre Bevölkerung geht. Es ist der Theologe und Chef der Sächsischen Zentrale für politische Bildung, Frank Richter, der am Donnerstagabend scheinbar einen kühlen Kopf behält.
Dabei ist das gar nicht so einfach. Denn in Cottbus herrscht ordentlich Zoff. Die einen sagen, es gäbe zu viele Flüchtlinge in der Stadt, und man müsse Angst haben, weil es so viele Überfälle gäbe. Die anderen sagen, die Integration der Flüchtlinge funktioniere gut, und man müsse keine Angst haben. Die einen protestieren lautstark und nehmen in Kauf, dass sich in den Protest Rechtsextreme mischen, die diese Situation für sich ausnutzen wollen. Die anderen werden angefeindet und scheinen immer weniger Gehör zu finden.

Der rbb hat am Donnerstagabend versucht, beide Seiten zusammen zu bringen. Erstmals gab es eine Sendung unter dem Titel “rbb vor Ort”. Sie lässt – unabhängig vom Thema – übrigens spüren, dass der rbb so eine Bürgertalksendung dringend nötig hat. Eine Sendung, die dort produziert wird, wo es brennt und auch mal ungemütlich ist.
Die Diskussion unter dem Titel “Cottbus – unerhört?!” zeigte jedoch, dass es noch ein sehr langer weg ist, beide Seiten irgendwie zu einen. Einerseits kommen offen rassistische Meinungen zutage – und das von Menschen, die es vermutlich unverschämt finden, wenn man sie rassistisch nennt. Ein junger Ex-Flüchtling muss sich ausbuhen und auslachen lassen und muss sich von einem überlegen schauen Herrn anhören, er sei ja gar kein Flüchtling, weil er ja diverse Länder durchreist habe.
Was soll man da bloß sagen? Wie kann man bei solchen Standpunkten einen gemeinsamen Nenner finden? Das scheint ziemlich unmöglich, auch wenn man das Gefühl hat, dass die von den Rechten so verhassten “Gutmenschen” immer noch viel zu still sind, sich immer noch zu ruhig verhalten, immer noch zu viel hinnehmen.

Unerhört ist Cottbus immerhin nicht mehr. Aber der Titel “Unerhört?!” ist doppeldeutig. Denn man kann es durchaus unerhört finden, was da gerade in der Lausitzstadt abgeht – und selbst diesen Satz werden die verschiedenen Gruppen unterschiedlich bewerten.

Hits: 16

RTZapper

Zug der fröhlichen Leute 2018

Mittwoch, den 14. Februar 2018
Tags: , ,

SO 11.02.2018 | 14.00 Uhr | rbb

Helau! Endlich konnten die Cottbuser wieder ein bisschen feiern und so richtig befreit und fröhlich sein! Ach, war das herrlich. Der rbb übertrug am Sonntagnachmittag live den “Zug der fröhlichen Leute” 2018. Die Narren zogen durch Cottbus, und am Straßenrand jubelten ein paar Leute ihnen zu.

Helau! Mit guter Laune marschierten die Narren durch Cottbus, und endlich hatte das fernsehen mal nichts Böses über die Lausitz-Stadt zu berichten. Der rbb hatte Reporter vor Ort, und alle waren gut drauf.
Helau! Und natürlich teilen die Narren auch ordentlich aus. GroKo. SPD und Union. Trump. Kohle. Und was es sonst noch so für aktuelle Themen im Land gibt.

Aber da war doch noch was. Rechtspopulisten haben in der Stadt in den vergangenen Wochen für Aufregung gesorgt – und werden das auch weiter tun. Die Menschen sind unzufrieden, sie machen sich sich Sorgen, schließen sich den Rechten an. Auf den Demo geht es ruppig zu, es wird gepöbelt, und das Bild von Cottbus nach außen leidet. Die Stadtpolitik beschwichtigt, auch auch einige Cottbuser haben sich geäußert.
Und im Karneval? Nichts. Keine Positionierung, kein Statement – zumindest nicht sichtbar. Man wollte sich nicht die gute Laue verderben lassen. Und verscherzen möchten es sich die Narren ja auch mit niemandem. Helau!

Hits: 9

RTZapper

Der große Kukakö-Rosenmontagsumzug

Donnerstag, den 14. Februar 2013
Tags: , , , , , , ,

MO 11.02.2013 | 11.20 Uhr | MDR-Fernsehen

Kukakö? Ganz kurz könnte man da an “Kuhkacke” denken oder an eine neue Folge der Teletubbies. Aber der MDR zeigt weder das eine noch das andere.
Kukakö ist der Name der Karnevalsgesellschaft aus Köthen in Sachsen-Anhalt. Immer am Rosenmontag geht da die Post ab, und das ist so bedeutend, dass das MDR-Fernsehen live dabei ist.
Okay, im Gegensatz zu Köln kukackt Köthen ganz schön ab, aber das nichts nichts im Vergleich zu dem, was in Halle an der Saale los ist. Oder nicht los ist.

Am Montag schaltete der MDR nämlich von Karnevalshochburg zu Karnevalshochburg. In Halle tat ein Reporter so, als wäre auch dort die Hölle los. Peinlich genau achtete der Kameramann vor Ort darauf, nur den Umzug und die total fröhlichen Faschingsgesellen zu zeigen.
Warum nur? Vielleicht weil sich in Halle sonst niemand für den Quatsch interessiert? Ab und zu war es zu sehen: das Desinteresse. Am Rande des Umzuges standen so gut wie keine (!) Leute, nur ein paar Verstörte, die schnell mal vom Rad abstiegen.
So doll scheint es in Halle für die Kostümierungsarie nicht zu laufen, aber warum überträgt der MDR so was live?

Ähnliches gilt übrigens für den rbb. Auch die Übertragung am Sonntagnachmittag aus Cottbus wirkte seltsam. Während sich die Faschingsleute feierten, war am Straßenrand so gut wie nichts los. Von guter Stimmung, von Jubel, war nichts zu sehen.
Hatte der rbb den falschen Standort? Oder hielt sich das Interesse in Cottbus wirklich so in Grenzen? Und muss der klamme rbb das dann wirklich live übertragen?

Dann schon lieber Köln und Düsseldorf im WDR. Oder der Mainzer Umzug im SWR. da ist wenigstens was los.

Hits: 14

RTZapper

Hattrick – 2. Liga: Energie Cottbus – Hertha BSC Berlin

Dienstag, den 4. Dezember 2012
Tags: , ,

MO 03.12.2012 | 19.45 Uhr | Sport 1

Eigentlich ist Fußball gar nicht fernsehtauglich – oder besser: privatfernsehtauglich. Fast 50 Minuten lang können die Sender keine Werbeunterbrechung einstreuen. Zweimal 50 Minuten lang pures werbefreies Programm – was für ein Albtraum.
Klar: Da bleibt für eine Halbzeitanalyse natürlich keine Zeit.

So war das auch am Montagabend beim Spiel zwischen Cottbus und Hertha auf Sport 1 zu sehen. Kaum hat die Halbzeit begonnen, ging es in die Werbung. Gefolgt von einer kurzen Moderation und Werbung. Gefolgt von einer schnellen Moderation und einem Werbespot. Dann begann schon die 2. Halbzeit.
Keine Ahnung, wieso sich Moderator Frank Buschmann für zwei Sätze auf das Spielfeld stellen musste.

Die ersten 12 Minuten und 12 Sekunden war es übrigens recht still im Cottbuser Stadion. Die Ultras protestierten mal wieder gegen die geplanten härteren Regeln für Fans in Stadien. Es war so ruhig, dass es sogar ein einzelner Hitler-Spruch in die Sport-1-Übertragung geschafft hat. Kaum war die Zeit um, grölten die Fans wieder und schmissen ihre Bengalos herum. Wie blöd kann man eigentlich sein? Auf Sprechgesänge a la “Scheiß Hertha” kann ich übrigens auch gut verzichten.

Hits: 11

aRTikel

Beim letzten Konzert flossen Tränen

Montag, den 7. September 2009
Tags: , , , , ,

Musik: Maxi und Martin verabschiedet

MAZ Oranienburg, 7.9.2009

HENNIGSDORF
Mehr als zwei Stunden voller Melancholie, leisem Humor und Abschiedsschmerz. Das alles in 27 wunderbaren Liedern. Mit ihrem letzten Konzert an der Musikschule Hennigsdorf setzten Maxi Ulrich und Martin Girard am Freitagabend im Stadtklubhaus ein ganz großes Ausrufezeichen. Bevor die beiden Oberhavel endgültig verlassen, wollten sie noch mal auf der heimischen Bühne stehen. Maxi wohnt bereits wegen ihrer Lehre zur Atem-, Sprach- und Stimmlehrerin in Bad Nenndorf (Niedersachsen), Martin zieht in den nächsten Wochen zum Studieren nach Cottbus.

Seit Wochen probten sie für das Konzert, und etwa 150 Gäste wollten sich den Gesangsabend nicht entgehen lassen. Florian Nikolai präsentierte drei seiner selbst geschriebenen Songs – ruhig und doch locker, fröhlich und doch melancholisch. Diese Stimmung zog sich durch den ganzen Abend. Die Liedauswahl war beeindruckend: Rio Reisers und Marianne Rosenbergs „Der Traum ist aus“, sang Maxi Ulrich, an der Gitarre begleitet von ihrem Freund Florian Nikolai. Davor Grönemeyers „Land unter“ mit Martin Girard, Henry Wilke und Sabrina Ulrich, die Hennigsdorf bald in Richtung Albstadt (Baden-Württemberg) verlassen wird.

Am Ende flossen dann Tränen. Auf der Bühne und vor der Bühne. „Zehn Jahre Musikschule gehen jetzt für mich vorbei“, sagte Maxi Ulrich. „Und ich glaube, dass ich mit einem Lächeln gehe.“ Rolf-Peter Büttner, stellvertretender Leiter, war ebenfalls gerührt. Er danke den Akteuren für den emotionalen Abend. „Und nicht nur für diesen Abend, auch für viele Jahre.“ Es folten viele Blumen, Umarmungen, und Ovationen.

Hits: 11

RTZapper

Narrenkonferenz 2008

Sonntag, den 3. Februar 2008
Tags: , , , , , , , , , , , ,

SO 03.02.2008, ab 12.00 Uhr, rbb, WDR, Bayerisches Fernsehen, NDR fernsehen, hr-Fernsehen, SWR-Fernsehen, MDR-Fernsehen

Der große Narrensonntag in allen Dritten Programmen. Und alle scheinen sich etwas beweisen zu wollen. Egal, ob in Berlin, Nürnberg, Braunschweig, Frankfurt/Main, Ludwigshafen, Cottbus oder Radeburg gefeiert wird – alle schielen sie nach Köln. Köln scheint das Maß aller Dinge zu sein. Oft gebrauchter Satz: Eine Stimmung wie beim Kölner Karneval. Da werden die Kölner aber blass. Die Kölner sind sicher neidisch auf unseren Festumzug.
Mal ganz abgesehen davon, dass Köln durch de Höhner so oder so deutschlandweit präsent ist. “Viva Colonia” führt auch in diesem Jahr ganz sicher die närrische Hitparade 2008 an. Dicht gefolgt von “Die Hände zum Himmel”.
Sicherlich, Köln ist DIE Heimstadt des Karnevals. Aber man muss sagen: Berlin macht sich. Die Leute werden fröhlicher, machen mit. In Cottbus bietet der rbb mit seinen Moderatoren eine kurzweilige Show. Ebenso in Frankfurt/Main das hr-Fernsehen. Der MDR bemüht sich in Radeburg (Sachsen). Nur beim NDR fernsehen in Braunschweig war der Eindruck vorherrschend, dass die selbst nicht so richtig vom närrischen Treiben überzeugt sind. Der Zugreporter scheute sich sogar vor einer Verkleidung. Und auch Nürnberg (zwar wohl der älteste Narrenumzug Deutschlands) konnte den anderen Hochburgen nicht das wasser reichen, was aber vielleicht auch an den Schnarchnasen des Bayerischen Fernsehens lag.
Immer wieder sagen Nicht-Narren, dass sie es nervig finden, nur an wenigen Tagen im Jahr fröhlich zu sein. Aber vielleicht ist das ja gar nicht so. Einer der Kölner Karnevalisten erwähnte, dass sie seit Ende August 2007 am Wagen jund am Konzept gefeilt haben. Vielleicht ist es wohl der Höhepunkt des Jahres – aber ich vermute, die Leute dort lachen nicht nur zum Karneval.
Vor zwei Jahren war ich bereits beim (eher kleineren) Narrenumzug in Waiblingen. Mal sehen – irgendwann wird es sich bestimmt mal ergeben, nach Köln zu reisen um das Ganze hautnah zu erleben…

Hits: 11