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rbb vor Ort: Cottbus – unerhört?!

Sonntag, den 4. März 2018
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DO 01.03.2018 | 21.00 Uhr | rbb

Miteinander reden. Versuchen, dass kein Riss durch die Stadt und ihre Bevölkerung geht. Es ist der Theologe und Chef der Sächsischen Zentrale für politische Bildung, Frank Richter, der am Donnerstagabend scheinbar einen kühlen Kopf behält.
Dabei ist das gar nicht so einfach. Denn in Cottbus herrscht ordentlich Zoff. Die einen sagen, es gäbe zu viele Flüchtlinge in der Stadt, und man müsse Angst haben, weil es so viele Überfälle gäbe. Die anderen sagen, die Integration der Flüchtlinge funktioniere gut, und man müsse keine Angst haben. Die einen protestieren lautstark und nehmen in Kauf, dass sich in den Protest Rechtsextreme mischen, die diese Situation für sich ausnutzen wollen. Die anderen werden angefeindet und scheinen immer weniger Gehör zu finden.

Der rbb hat am Donnerstagabend versucht, beide Seiten zusammen zu bringen. Erstmals gab es eine Sendung unter dem Titel “rbb vor Ort”. Sie lässt – unabhängig vom Thema – übrigens spüren, dass der rbb so eine Bürgertalksendung dringend nötig hat. Eine Sendung, die dort produziert wird, wo es brennt und auch mal ungemütlich ist.
Die Diskussion unter dem Titel “Cottbus – unerhört?!” zeigte jedoch, dass es noch ein sehr langer weg ist, beide Seiten irgendwie zu einen. Einerseits kommen offen rassistische Meinungen zutage – und das von Menschen, die es vermutlich unverschämt finden, wenn man sie rassistisch nennt. Ein junger Ex-Flüchtling muss sich ausbuhen und auslachen lassen und muss sich von einem überlegen schauen Herrn anhören, er sei ja gar kein Flüchtling, weil er ja diverse Länder durchreist habe.
Was soll man da bloß sagen? Wie kann man bei solchen Standpunkten einen gemeinsamen Nenner finden? Das scheint ziemlich unmöglich, auch wenn man das Gefühl hat, dass die von den Rechten so verhassten “Gutmenschen” immer noch viel zu still sind, sich immer noch zu ruhig verhalten, immer noch zu viel hinnehmen.

Unerhört ist Cottbus immerhin nicht mehr. Aber der Titel “Unerhört?!” ist doppeldeutig. Denn man kann es durchaus unerhört finden, was da gerade in der Lausitzstadt abgeht – und selbst diesen Satz werden die verschiedenen Gruppen unterschiedlich bewerten.

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Zug der fröhlichen Leute 2018

Mittwoch, den 14. Februar 2018
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SO 11.02.2018 | 14.00 Uhr | rbb

Helau! Endlich konnten die Cottbuser wieder ein bisschen feiern und so richtig befreit und fröhlich sein! Ach, war das herrlich. Der rbb übertrug am Sonntagnachmittag live den “Zug der fröhlichen Leute” 2018. Die Narren zogen durch Cottbus, und am Straßenrand jubelten ein paar Leute ihnen zu.

Helau! Mit guter Laune marschierten die Narren durch Cottbus, und endlich hatte das fernsehen mal nichts Böses über die Lausitz-Stadt zu berichten. Der rbb hatte Reporter vor Ort, und alle waren gut drauf.
Helau! Und natürlich teilen die Narren auch ordentlich aus. GroKo. SPD und Union. Trump. Kohle. Und was es sonst noch so für aktuelle Themen im Land gibt.

Aber da war doch noch was. Rechtspopulisten haben in der Stadt in den vergangenen Wochen für Aufregung gesorgt – und werden das auch weiter tun. Die Menschen sind unzufrieden, sie machen sich sich Sorgen, schließen sich den Rechten an. Auf den Demo geht es ruppig zu, es wird gepöbelt, und das Bild von Cottbus nach außen leidet. Die Stadtpolitik beschwichtigt, auch auch einige Cottbuser haben sich geäußert.
Und im Karneval? Nichts. Keine Positionierung, kein Statement – zumindest nicht sichtbar. Man wollte sich nicht die gute Laue verderben lassen. Und verscherzen möchten es sich die Narren ja auch mit niemandem. Helau!

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Der große Kukakö-Rosenmontagsumzug

Donnerstag, den 14. Februar 2013
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MO 11.02.2013 | 11.20 Uhr | MDR-Fernsehen

Kukakö? Ganz kurz könnte man da an “Kuhkacke” denken oder an eine neue Folge der Teletubbies. Aber der MDR zeigt weder das eine noch das andere.
Kukakö ist der Name der Karnevalsgesellschaft aus Köthen in Sachsen-Anhalt. Immer am Rosenmontag geht da die Post ab, und das ist so bedeutend, dass das MDR-Fernsehen live dabei ist.
Okay, im Gegensatz zu Köln kukackt Köthen ganz schön ab, aber das nichts nichts im Vergleich zu dem, was in Halle an der Saale los ist. Oder nicht los ist.

Am Montag schaltete der MDR nämlich von Karnevalshochburg zu Karnevalshochburg. In Halle tat ein Reporter so, als wäre auch dort die Hölle los. Peinlich genau achtete der Kameramann vor Ort darauf, nur den Umzug und die total fröhlichen Faschingsgesellen zu zeigen.
Warum nur? Vielleicht weil sich in Halle sonst niemand für den Quatsch interessiert? Ab und zu war es zu sehen: das Desinteresse. Am Rande des Umzuges standen so gut wie keine (!) Leute, nur ein paar Verstörte, die schnell mal vom Rad abstiegen.
So doll scheint es in Halle für die Kostümierungsarie nicht zu laufen, aber warum überträgt der MDR so was live?

Ähnliches gilt übrigens für den rbb. Auch die Übertragung am Sonntagnachmittag aus Cottbus wirkte seltsam. Während sich die Faschingsleute feierten, war am Straßenrand so gut wie nichts los. Von guter Stimmung, von Jubel, war nichts zu sehen.
Hatte der rbb den falschen Standort? Oder hielt sich das Interesse in Cottbus wirklich so in Grenzen? Und muss der klamme rbb das dann wirklich live übertragen?

Dann schon lieber Köln und Düsseldorf im WDR. Oder der Mainzer Umzug im SWR. da ist wenigstens was los.

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Hattrick – 2. Liga: Energie Cottbus – Hertha BSC Berlin

Dienstag, den 4. Dezember 2012
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MO 03.12.2012 | 19.45 Uhr | Sport 1

Eigentlich ist Fußball gar nicht fernsehtauglich – oder besser: privatfernsehtauglich. Fast 50 Minuten lang können die Sender keine Werbeunterbrechung einstreuen. Zweimal 50 Minuten lang pures werbefreies Programm – was für ein Albtraum.
Klar: Da bleibt für eine Halbzeitanalyse natürlich keine Zeit.

So war das auch am Montagabend beim Spiel zwischen Cottbus und Hertha auf Sport 1 zu sehen. Kaum hat die Halbzeit begonnen, ging es in die Werbung. Gefolgt von einer kurzen Moderation und Werbung. Gefolgt von einer schnellen Moderation und einem Werbespot. Dann begann schon die 2. Halbzeit.
Keine Ahnung, wieso sich Moderator Frank Buschmann für zwei Sätze auf das Spielfeld stellen musste.

Die ersten 12 Minuten und 12 Sekunden war es übrigens recht still im Cottbuser Stadion. Die Ultras protestierten mal wieder gegen die geplanten härteren Regeln für Fans in Stadien. Es war so ruhig, dass es sogar ein einzelner Hitler-Spruch in die Sport-1-Übertragung geschafft hat. Kaum war die Zeit um, grölten die Fans wieder und schmissen ihre Bengalos herum. Wie blöd kann man eigentlich sein? Auf Sprechgesänge a la “Scheiß Hertha” kann ich übrigens auch gut verzichten.

aRTikel

Beim letzten Konzert flossen Tränen

Montag, den 7. September 2009
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Musik: Maxi und Martin verabschiedet

MAZ Oranienburg, 7.9.2009

HENNIGSDORF
Mehr als zwei Stunden voller Melancholie, leisem Humor und Abschiedsschmerz. Das alles in 27 wunderbaren Liedern. Mit ihrem letzten Konzert an der Musikschule Hennigsdorf setzten Maxi Ulrich und Martin Girard am Freitagabend im Stadtklubhaus ein ganz großes Ausrufezeichen. Bevor die beiden Oberhavel endgültig verlassen, wollten sie noch mal auf der heimischen Bühne stehen. Maxi wohnt bereits wegen ihrer Lehre zur Atem-, Sprach- und Stimmlehrerin in Bad Nenndorf (Niedersachsen), Martin zieht in den nächsten Wochen zum Studieren nach Cottbus.

Seit Wochen probten sie für das Konzert, und etwa 150 Gäste wollten sich den Gesangsabend nicht entgehen lassen. Florian Nikolai präsentierte drei seiner selbst geschriebenen Songs – ruhig und doch locker, fröhlich und doch melancholisch. Diese Stimmung zog sich durch den ganzen Abend. Die Liedauswahl war beeindruckend: Rio Reisers und Marianne Rosenbergs „Der Traum ist aus“, sang Maxi Ulrich, an der Gitarre begleitet von ihrem Freund Florian Nikolai. Davor Grönemeyers „Land unter“ mit Martin Girard, Henry Wilke und Sabrina Ulrich, die Hennigsdorf bald in Richtung Albstadt (Baden-Württemberg) verlassen wird.

Am Ende flossen dann Tränen. Auf der Bühne und vor der Bühne. „Zehn Jahre Musikschule gehen jetzt für mich vorbei“, sagte Maxi Ulrich. „Und ich glaube, dass ich mit einem Lächeln gehe.“ Rolf-Peter Büttner, stellvertretender Leiter, war ebenfalls gerührt. Er danke den Akteuren für den emotionalen Abend. „Und nicht nur für diesen Abend, auch für viele Jahre.“ Es folten viele Blumen, Umarmungen, und Ovationen.

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Narrenkonferenz 2008

Sonntag, den 3. Februar 2008
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SO 03.02.2008, ab 12.00 Uhr, rbb, WDR, Bayerisches Fernsehen, NDR fernsehen, hr-Fernsehen, SWR-Fernsehen, MDR-Fernsehen

Der große Narrensonntag in allen Dritten Programmen. Und alle scheinen sich etwas beweisen zu wollen. Egal, ob in Berlin, Nürnberg, Braunschweig, Frankfurt/Main, Ludwigshafen, Cottbus oder Radeburg gefeiert wird – alle schielen sie nach Köln. Köln scheint das Maß aller Dinge zu sein. Oft gebrauchter Satz: Eine Stimmung wie beim Kölner Karneval. Da werden die Kölner aber blass. Die Kölner sind sicher neidisch auf unseren Festumzug.
Mal ganz abgesehen davon, dass Köln durch de Höhner so oder so deutschlandweit präsent ist. “Viva Colonia” führt auch in diesem Jahr ganz sicher die närrische Hitparade 2008 an. Dicht gefolgt von “Die Hände zum Himmel”.
Sicherlich, Köln ist DIE Heimstadt des Karnevals. Aber man muss sagen: Berlin macht sich. Die Leute werden fröhlicher, machen mit. In Cottbus bietet der rbb mit seinen Moderatoren eine kurzweilige Show. Ebenso in Frankfurt/Main das hr-Fernsehen. Der MDR bemüht sich in Radeburg (Sachsen). Nur beim NDR fernsehen in Braunschweig war der Eindruck vorherrschend, dass die selbst nicht so richtig vom närrischen Treiben überzeugt sind. Der Zugreporter scheute sich sogar vor einer Verkleidung. Und auch Nürnberg (zwar wohl der älteste Narrenumzug Deutschlands) konnte den anderen Hochburgen nicht das wasser reichen, was aber vielleicht auch an den Schnarchnasen des Bayerischen Fernsehens lag.
Immer wieder sagen Nicht-Narren, dass sie es nervig finden, nur an wenigen Tagen im Jahr fröhlich zu sein. Aber vielleicht ist das ja gar nicht so. Einer der Kölner Karnevalisten erwähnte, dass sie seit Ende August 2007 am Wagen jund am Konzept gefeilt haben. Vielleicht ist es wohl der Höhepunkt des Jahres – aber ich vermute, die Leute dort lachen nicht nur zum Karneval.
Vor zwei Jahren war ich bereits beim (eher kleineren) Narrenumzug in Waiblingen. Mal sehen – irgendwann wird es sich bestimmt mal ergeben, nach Köln zu reisen um das Ganze hautnah zu erleben…

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Zug der fröhlichen Leute 2007

Sonntag, den 18. Februar 2007
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SO 18.02.2007, 14.00 Uhr, rbb

Sarah macht keinen sehr glücklichen Eindruck. Dabei müsste sie doch nun wirklich total gut drauf sein. Sie ist nämlich eine Prinzessin! Und einen Prinzen an ihrer Seite hat sie auch.
Prinzessin Sarah und ihr Prinz Winzent sind beide etwa fünf Jahre alt und laufen mit beim “Zug der fröhlichen Leute” in Cottbus. Karnevalsumzug in Brandenburg – der angeblich größte in ganz Ostdeutschland.
Und der Weg muss schon seehr lang gewesen sein. Denn Sarah hat ganz offensichtlich keine Lust mehr. Da kann rbb-Reporter Andreas Hahn, als Osterhase verkleidet, das kleine Mädchen noch so sehr animieren. Ein Lächeln ist nicht mehr drin.
Tja, so ein Karnevalsumzug (der sich laut Internetseite übrigens nicht “Zug der fröhlichen Leute”, sondern “Zug der lustigen Leute” nennt) ist eben auch verdammt anstrengend!
Cottbus Helau! Lausitz Helau!! Berlin-Brandenburg Helau!!!