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South Park: Cartoonkrieg

Dienstag, den 10. Januar 2012
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SO 08.01.2012 | 2.40 Uhr (Mo.) | Comedy Central

Aufstand in South Park. Cartman will verhindern, dass eine Folge von “Family Guy” ausgestrahlt wird, in der Mohammed zu sehen ist. Gemeinsam mit Bart Simpson will er beim Sender FOX protestieren. Peter Griffin lässt sich in “Family Guy” davon nicht beeindrucken.

Diese Ansammlung von Cartoonfiguren ist kein Fiebertraum, sondern ist tatsächlich eine Folge von “South Park”. In der Doppelfolge, die Comedy Central in der Nacht zu Montag ausstrahlte, tauchten jedoch auch Figuren aus anderen Serien auf. Bart Simpson war ebenso vertreten wie die Griffins aus “Family Guy”.

So einen Crossover gibt es wahrscheinlich nur in den USA. Denn die Serien laufen nicht auf einem Sender, “South Park” ist eine Produktion von Comedy Central, die anderen Serien laufen bei FOX. Eine Spur Gehässigkeit, aber durchaus liebevoll, so verarschen sich diese Reihen gegenseitig.
Und wenn man Fan aller drei Serien ist, dann macht das Ganze doch dreifach so viel Spaß.

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The Roast of William Shatner

Montag, den 27. September 2010
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SO 26.09.2010 | 0.20 Uhr (Mo.) | Comedy Central

Das war einmal: Ein Star setzt sich im Fernsehstudio aufs Sofa, und dann wird liebevoll auf sein Leben zurückgeblickt. Ein Freund kommt zur Tür herein und der Moderator ruft: “Das ist dein Leben!” Applaus.
Das ist vorbei. Weil: langweilig. Will keiner sehen.
Heute werden Stars geröstet.

Dass William Shatner keinen Humor hat, nein, das kann man nicht gerade sagen. Und dass man ihn hasst, eigentlich auch nicht. Auch wenn es manchmal so wirkt. In “The Roast of William Shattner” wurde der Schauspieler am laufenden Band beleidigt. Geröstet. So nennt sich das in den USA und scheint dort eine Tradition zu sein. Ein (ehemaliger) Star wird auf einen Stuhl gesetzt und darf sich eine Unverschämtheit nach der anderen anhören. “Der nächste Gast stanzt dir jetzt ein neues Arschloch, das alte wirst du wohl der Wohlfahrt spenden.” Die kündigte der Moderator der Show den nächsten “Laudator” an.

In der Show, die Comedy Central in Deutschland ausstrahlt, musste sich der ehemalige “Raumschiff Enterprise”-Star viele schlimme Sachen anhören. Und er amüsierte sich königlich.
So saßen auf dem Sofa auch die Schauspielerinnen Farrah Fawcett und Betty White (”Golden Girls”). Einer der Laudatoren sah sich um und meinte: “Vor 30 Jahren wären Sie gute Wichsvorlagen gewesen.” Großes Gelächter. Auch bei den Damen. Sie wissen, worauf sie sich einlassen.
An anderer Stelle musste sich Shattner dies anhören: “Ich habe immer gehofft, dass euer Raumschiff mal irgendwo da landet, wo eine Schauspielschule steht. Ihr habt gespielt, als ob ihr euren beschissenen Text vergessen habt.”
Sandra Bullock sagte am Ende ihrer Rede: “Macht die alte Glucke nicht fertig. Ich liebe dich, Will.” Und dieser letzte Satz ist der Wichtigste: Alle diese Leute kommen, machen Shattner fertig, aber das immer voller Liebe, und das sagen sie auch, und ich denke, sie meinen das auch so.

“The Roast of…” ist eine wirklich erstaunliche Show, die übrigens von Comedy Central so gut wie möglich ins Deutsche synchronisiert wurde (als Voice over) – teilweise sogar mit den original Synchronstimmen der jeweiligen Schauspieler. “Roast of…” wäre auch in Deutschland eine tolle Sache. Aber wer könnte so humorvoll sein, sich eine Stunde lang beschimpfen zu lassen? Und wen könnte man beschimpfen, den man eigentlich total toll findet? Hierzulande gibt es vielmehr Stars, die man beschimpfen will, weil sie es wirklich nicht anders verdient haben. Wenn ich Jürgen Milski röste, dann ganz ohne Liebe.

Am 30. September um 22.35 Uhr wird David Hasselhoff gegrillt. Das wird eine Party. Spott und Hohn, kübelweise. Und Zuneigung obendrauf.

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Trailer: Einheitsansprache mit Lilo Wanders als Angela Merkel

Montag, den 13. September 2010
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SO 12.09.2010 | 1.03 Uhr (Mo.) | Comedy Central

Schon am 21. September zelebriert Comedy Central den Tag der Deutschen Einheit. Lilo Wanders spielt mehr schlecht als recht Bundeskanzlerein Angela Merkel und hält als solche eine Ansprache, und es erinnert ziemlich an die Merkel-Parodie von Oliver Pocher.
Bei Comedy Central scheint man diese Humor-Ansprache aber so toll zu finden, dass fast alle Werbeinseln mit diesem Trailer zugeballert werden. Wer am Sonntagabend zwei Stunden am Stück Comedy Central gesehen hat, wird den Wanders-Trailer schon mitsprechen können. Das gilt ebenso für den “All-Star-Samstag”, der bald beim Humorsender zu sehen sein wird. Was immer “bald” bedeutet.

So was kann ganz schnell nach hinten losgehen, wenn alle paar Minuten auf dieselben Sendungen hingewiesen wird. Oder hat Comedy Central ansonsten gar nichts zu bieten? Das wäre dann gar nicht lustig.

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Teil-Aus für Comedy Central

Donnerstag, den 23. Oktober 2008
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Mit großen Ambitionen ging Comedy Central einst auf Sendung. Man wollte DIE Comedyschmiede sein, bis zu 30 Prozent Eigenproduktionen liefern. Festivals präsentieren und einen eigenen Comedypreis stiften.
Umgesetzt wurde das Ganze nie wirklich.
Jetzt kommt das Teil-Aus. Comedy Central wird es ab dem 15. Dezember nicht mehr als eigenständigen Sender geben, stattdessen die Nachtlücke von Nick füllen, von 20.15 bis 6 Uhr.
Die Quoten waren zu schlecht. Und das war kein Wunder. Aus mehreren Gründen.
Ständige Programmänderungen nervten die Zuschauer. Aus der innovativen deutschen Comedy wurde am Ende auch nichts. Gerade mal “NightWash” blieb übrig, das aber auch nur vom WDR geklaut wurde. Ansonsten billigste Clipshows und Unmengen von eingekauften Formaten.
Statt einer Late-Night-Comedy-Schiene zockte man lange Zeit bei CC die Zuschauer im “Money Express” ab. Damit bekommt man keine Fans, damit enttäuscht man sie.
Fünf Folgen einer Serie am Stück, wieder und wieder durchgenudelt. Das ist alles andere als einfallsreich.
Und dazu noch eine miese Organisation der Viacom-Sender. Comedy läuft auch in großer Zahl bei MTV, zig Zeichentrickserien am Abend laufen zeitversetzt auf beiden Kanälen. Dafür wird bei MTV kaum noch Musik gespielt, nach der Einsparungswelle fallen doch so ziemlich alle musikjournalistischen Sendungen weg. Wo also war die Kompetenz des Comedy-Kanals? Genau, es gab keine.
Und wo das Programm immer billiger und beliebiger wird, kommen auch keine Zuschauer.
Bleibt abzuwarten, was ab Dezember ins das zehnstündige CC-Programmfenster überhaupt noch investiert wird. Wirklich schade um das Projekt.
Die quoten sind im Keller,

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Fun(k)haus

Montag, den 13. Oktober 2008
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SO 12.10.2008 | 23.45 Uhr | WDR

Es war einmal eine kleine, aber feine Comedyshow im WDR. Sie trug den Namen “NightWash” und wurde in einem Kölner Waschsalon aufgezeichnet. In diesem ungewöhnlichen Rahmen zeigten junge Comedykünstler ihr Können und unterhielten ihr Publikum.
Jahrelang funktionierte das gut. Doch dann wanderte die Show zum neuen Privatsender Comedy Central. Es verging nicht viel Zeit, da verließ “NightWash” den Waschsalon. Jetzt wird in einem Studio gewaschen. Ganz toll.
Der WDR verlor also diese Comedysendung. Aber in Köln überlegte man nicht lange. Der Humor fand ein neues Zuhause – im Funkhaus des Senders. Und wieder hatte man beim WDR eine kleine, aber feine Humorschmiede geschaffen: das “Fun(k)haus”. Erinnert stark an die frühere Sendung, wieder ein kleiner, ungewöhnlicher Rahmen, das Foyer des WDR-Hauses, die Bühne vor der großen Glastür, das Publikum drängt sich und lauscht den jungen Humortalenten.
Irgendwie geklaut. Aber warum auch nicht?
So lachten die WDR-Verantwortlichen und die Zuschauer bis ans selige Ende der Show. Und wenn sie nicht abgesetzt wird, dann lachen sie noch lange.

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Money Express – Das Aus

Donnerstag, den 4. September 2008
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Das ist unbestritten die Medienmeldung des Tages und ein Grund zum Jubeln: Die MTV-Gruppe setzt den “Money Express” ab. Die Call-in-Quizshow, die bei VIVA, Nick und Comedy Central läuft, wird am 30. September 2008 das letzte Mal ausgestrahlt.
Der Hauptgrund ist sicherlich, dass einfach nicht mehr genug Leute anrufen. Dass die Leute nicht mehr so doof sind, wie MTV network es gern hätte, und auf die Macher die Show reinfallen. Keine Spielchen mehr, bei dem so gut wie niemand gewinnen kann. Keine drei Stunden mehr, in denen uns die Moderatoren der Sendung lächelnd das Geld abknöpfen wollten, in dem sie behaupteten, dass man immer und immer die Chance habe, zu gewinnen.
“Money Express” ist auf den ersten Blick eine unwichtige Sendung im Nachtprogramm dreier Sender gewesen. Auf den zweiten aber ist die baldige Absetzung dieses TV-Mülls ein weiterer Schritt dahin, dass diese Gewinnspielabzockerei bald ein Ende hat. Das DSF sollte dem Beispiel folgen, und 9live ist auch irgendwann noch fällig.

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Kenny vs. Spenny

Mittwoch, den 30. Juli 2008
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DI 29.07.2008 | 20.00 Uhr | Comedy Central

Bevor das Ganze zur überkandidelten Show mutierte, war “Elton vs. Simon” eine kleine, aber feine Sendung über zwei Kerle und ihre blödsinnigen Wettbewerbe. Seit heute zeigt Comedy Central die kanadische Originalvorlage “Kenny vs. Spenny”.
Überraschend: Vom Vorspann, über das Layout und die Musik ist alles abgekupfert. Selbst einige der Wettbewerbe sind übernommen.
Aber dennoch ist “Elton vs. Simon” um viele Längen besser. Während Kenny und Spenny seltsame, überlaute Kotzbrocken sind, kann man Elton und Simon durchaus als Sympathieträger bezeichnen. Die Kanadier sind prollig und doof.
In der ersten Folge ging es darum, wer zuerst einen Steifen bekommt. Nun ja. In der deutschen Version lief das in einer der “Miniwettbewerbe”-Folgen. Hier über die volle 25-Minuten-Distanz. Seltsamerweise wollte der eine den anderen durch Verunsicherungen dazu bringen, dass sich was tut. Im Grunde blökten sich die beiden nur an. Unwitzig. Die deutschen waren konsequent, und im grunde ist das das einzig Logische: Sie sahen sich einen Porno an. Am Ende herrschte Gleichstand, weil sich bei beiden nichts tat.
Wir lernen daraus aber, dass das Original nicht immer auch die bessere Version einer Sendung ist. Leider wurde das Konzept mit der Show mit Elton und Simon verwässert. Auch das ist schade.