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Breaking News: LA County under Curfew

Donnerstag, den 4. Juni 2020
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MO 01.06.2020 | 3.00 Uhr (Di.) | NBC LA

Los Angeles von oben. Ein Hubschrauber bringt die Live-Fernsehbilder aus den Straßen der Stadt nach Hause. Breaking News beim US-Sender NBC LA. In der Stadt gilt eine Ausgangssperre, “LA County under Curfew” steht dauerhaft und groß unten im Bild. Die Kamera zeigt aus der Luft einen Mann und eine Frau, die mit einem Kind in der Mitte auf dem Bürgersteig laufen.
Die Kamera schwenkt weg, denn offenkundig passiert an dieser Stelle der Stadt gerade nichts. Suchend bewegt sie sich über die Straßen, bis sie an einer Kreuzung eine Reihe mit Cops entdeckt. Sie blockieren eine Straße, und es sieht bedrohlich aus. Auf der anderen Seite der Kreuzung stehen ein paar Demonstranten. Trotz der Bedrohlichkeit wirkt das Hubschraubergeräusch fast schon wieder beruhigend. So beruhigend, dass die Reporterin im Helicopter schon minutenlang schweigt.
Die Kamera schwenkt wieder weg. Aus einer der anderen Seiten kommen plötzlich lauter Polizeiwagen, die Kamera verfolgt sie. Die Autos stoppen unweit der Kreuzung, wo die Demonstranten jetzt nach rechts wegschwenken und damit die Cop-Blockade umgehen.
Die Demonstranten halten Schilder hoch, aber man kann nicht lesen, was drauf steht. Sie ziehen an Roman’s Liquor-Laden vorbei, das Schild blinkt und lädt zum Trinken ein, aber alle laufen dran vorbei und beachten es nicht mal.
Ein anderer Hubschrauber fliegt durchs Bild – von der Konkurrenz? Oder sitzt Donald Trump drin, um alle auszulachen? Die Demonstranten ziehen in Richtung Hollywood, sagt die Reporterin, die plötzlich aus ihrer Lethargie erwacht. Sie muss aber schon lange auf Sendung sein, ununterbrochen, seit mindestens anderthalb Stunden auf der Suche nach aufregenden Live-Bildern.

NBC LA ist nicht der einzige Sender, der in den USA live berichtet. Die Auswahl ist in der Nacht zum Dienstag – in den USA am Pfingstmontagabend – sehr groß.
In vielen Städten sind Unruhen ausgebrochen, nachdem ein Polizist sich nach der Festnahme eines schwarzen Mannes minutenlang auf dessen Kehle setzt – und der Mann, er heißt George Floyd, daran erstickt. Es ist ein neuer und erschreckender rassistischer Vorfall in den USA – und immer weiter befeuert von US-Präsident Donald Trump, der nun die Antifa zur Terrororganisation erklären will. Die Antifa gibt es zwar als einzelne Organisation gar nicht, aber er triggert damit auch in Deutschland mal wieder eine entsprechende Diskussion. Dabei gäbe es ganz andere Dinge zu besprechen.
Viele Menschen sind nun in den USA auf der Straße. Afroamerikaner machen ihrem Ärger über den Rassenhass Luft. Aber es sind nicht nur Black People, die demonstrieren. Und diese Demos sind bei weitem nicht alle friedlich.

Im Livestream von USA Today auf Youtube aus Washington sind zur gleichen Zeit Knaller zu hören und schreiende Menschen. Die Kamera ist mittendrin im Gewühle, es gibt weitere kleine Explosionen. Die Lage scheint zu eskalieren, und der Zuschauer steht mittendrin. Live.

Rübergezappt zu ABC, live aus Los Angeles. Die Hubschrauberkamera zeigt eine Gruppe Cops, die einen Mann stellen. Der Mann liegt auf dem Boden. Die Lage muss ernst sein, und man nur hoffen, dass da keiner schießt. Der Mann erhebt, und mit erhobenen Armen steht er nun da.
Das ist so spannend, dass ABC an dieser Stelle erst mal eine Werbepause einlegen muss. Vielleicht wollte man auch auf Nummer sicher gehen.

Auch die Reporter sind keineswegs sicher. Ein Team der Deutschen Welle ist beschossen worden. Bei CNN in Atlanta stand eine große Gruppe Demonstranten drei Tage zuvor vor dem Sendezentrum des Nachrichtensenders. Der Sender berichtete live aus dem Foyer, wo der Eingang von Cops beschützt werden musste und wo von draußen immer wieder Gegenstände reingeflogen kamen. Dann eine Rauchbombe, der Reporter kriegt kaum noch Luft, der Moderator im Studio fragt immer wieder, ob es ihm gut gehe. Ein dunkelhäutiger Mann wird ins Gebäude geführt und von den Cops abgetastet. Live bei CNN. Der Reporter fragt den Mann, warum er hier sei. Er wolle den Wechsel, sagt er. Unterdessen versucht ein Mann, die Scheibe der Eingangstür mit einem Skateboard einzuschlagen. Live bei CNN. Jegliche Hemmung ist vorbei. Die Cops verschanzen sich hinter den Schilden, ein Feuerwehrkskörper fliegt ins Foyer und explodiert. Immer noch live bei CNN.

Es ist ein beunruhigender Ausnahmezustand in den USA. Der Anlass macht wütend, der Name George Floyd steht ab sofort für Rassismus und Polizeigewalt. Die Auswirkungen sind besorgniserregend. Und das Fernsehen immer mittendrin.

-> Die CNN-Übertragung auf Youtube

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New Year’s Eve live

Samstag, den 2. Januar 2016
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FR 01.01.2016 | 5.30 Uhr | CNN

Wenn Deutschland schon längst den Jahreswechsel vollzogen hat, zieht die US-Ostküste nach. Der Jahreswechsel auf dem Times Square in New York, jedes Jahr live übertragen von CNN, gehört zu einem guten Ende einer Silvesternacht.

Denn was Berlin immer noch nicht drauf hat, das ist in New York selbstverständlich.
Mitternacht in Berlin: Die Kameras sind auf das Brandenburger Tor gerichtet, irgendwo da ganz hinten, ganz klein im Bild, macht es piff und puff, und ein niedliches Feuerwerk beginnt. Große Bilder und Emotionen? Fehlanzeige. Berlin kann es einfach nicht.
Sydney, ein paar Stunden davor: Mega-Feuerwerk im Hafen. Auch andere Städte liefern jedes Jahr tolle Bilder. Berlin nicht.

Dann, sechs Stunden nach uns: New York. Der Übergang ins neue Jahr ist eine schöne, irgendwie rührende Abfolge von Traditionen: Um 23.59 Uhr senkt sich ein goldener Ball herab, auf der Mega-Anzeigetafel am Times Sqaure läuft der Countdown, alle zählen die Sekunden runter. Um Mitternacht singen alle “Old lane syne”. Dann ertönt Frank Sinatras “New York, New York”, danach “Wonderful World”. Dazu liegen sich alle in den Armen. Es ist kein Mega-Spektakel – aber es sind schöne Bilder, die New York da liefert. Muss live echt schön sein…

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BR extra: G7 in Elmau – Obama und Merkel besuchen Krün

Montag, den 8. Juni 2015
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SO 07.06.2015 | 9.00 Uhr | Bayerisches Fernsehen

Hach, ist das aber schöön! Trachten und Gewänder, Berge und Blasmusik, Weißbier und Weißwurst. Na, Servus und Grüß Gott!
Wenn die Amis an Deutschland denken, dann haben sie oft genau dieses Bild vor Augen, und genau das lieferte ihnen CNN am Sonntag live nach Hause. In Deutschland übertrug u.a. das Bayerische Fernsehen.

Bevor der G7-Gipfel auf Schloss Elmau begann, trafen sich Barack Obama und Angela Merkel zum Frühschoppen. Im bayerischen Provinzkaff Krün bekam Obama genau das Deutschland-Bild präsentiert, das dem Klischee entspricht.
Die Welt hielt den Atem an, als sich Millionen Zuschauer fragten: Wird Obama eine Weißwurst verspeisen? Und wird er sie mit Messer und Gabel essen anstatt sie zu zutzeln? Und kippt er sich ein Bierchen hinter?
Und tatsächlich: Obama zeigte sich mal wieder volksnah, zog sein Jackett aus, machte Smalltalk, trank Bier und futterte eine Weißwurst. The bavarian President sorgte mal wieder für fröhliche und ach so sympathische Bilder, die in die Welt gingen (okay, in den USA war es an der Ostküste erst kurz vor 5 Uhr, da schliefen die Amis noch).

Nur die Lederhose hat er vergessen. Es wäre aber auch zu schön gewesen, wenn er mit seiner Freundin Angie in Krün einen Schuhplattler aufs Parkett gelegt hätte. Da wäre der Rest der in Elmau wartenden G7-Truppe bestimmt neidisch geworden.

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n-tv live: Jagd auf den mutmaßlichen Boston-Bomber

Samstag, den 20. April 2013
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FR 19.04.2013 | 1.00 Uhr (Sa.) | n-tv

2.50 Uhr, und die Welt atmet auf. In Watertown in den USA hat die Polizei den zweiten Mann gefasst, der verdächtigt wird, den Bombenanschlag auf den Boston-Marathon verübt zu haben.
Zuvor kam es gegen 1 Uhr deutscher Zeit zu einem Schusswechsel. Dann verschanze sich der Mann in einem Boot.
n-tv übertrug das Spektakel live, übernahm Bilder vom US-Nachrichtensender CNN.

Für die Nachrichtensender in den USA waren die 22 Stunden, in denen die Polizei den Verdächtigen offensiv jagte, ein Großeinsatz. Jede Bewegung in der kleinen Stadt Watertown wurde live übertragen – auf unzähligen Sendern. Reporter sprachen live vor Ort mit Experten, was denn gerade passieren könnte und was das denn jetzt bedeuten könnte.
Das ist es, was die Amis lieben: stundenlang einen Real-Life-Krimi vorgesetzt zu bekommen. Und wenn es dann tatsächlich ein Happy-End gibt und die Leute in Watertown wieder aus ihren Häusern kommen und applaudieren, das wiederum live im Fernsehen zu sehen ist – dann ist das wohl ein Teil des amerikanischen Traums. Die Gerechtigkeit hat mal wieder gesiegt, und alle waren live dabei.

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n-tv live: Hurrican Sandy

Mittwoch, den 31. Oktober 2012
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MO 29.10.2012 | 2.00 Uhr (Di.) | n-tv

Der Hurrican Sandy war für die USA eine Katastrophe. Sandy war aber auch: pures Entertainment. Die Nachrichtensender in Amerika liefen wieder in Höchstform auf und berichteten stundenlang über das Wetter und seine Auswirkungen.
In der Nacht zum Dienstag übernahm n-tv über längere Zeiten das Live-Programm von CNN.

Die Reporter in den USA geben alles, sie gehen dahin, wo die Katastrophe passiert. Die Moderatoren sitzen nicht im warmen Studio, sondern stehen mitten im Sturm, auf irgendeiner Straße. Von dort aus telefonierten sie mit Betroffenen und Politikern und schalteten zu anderen Reprtern. Der Sturm war so laut, dass der n-tv-Dolmetscher zeitweise nichts übersetzen konnte, weil er im Rauschen nichts verstand.

In Atlantic City stand ein Reporter offenbar stundenlang im Hochwasser und erzählte, dass er ja eigentlich mitten im Stadtzentrum sei, und er nur 100 Meter weiter noch viel tiefer im Wasser stehen würde. Der Mann stand auch dort, als er gar nichts zu sagen hatte, er durfte dort einfach nicht weg. Na, wenn das mal nicht eine ordentliche Erkältung gibt.

Der US-Late-Night-König David Letterman ließ sich von Sandy übrigens auch nicht einschüchtern. Er sendete seine Late-Night-Show aus seinem Studio in New York trotzdem – aber eben ohne Publikum. The Show must go on.

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Hope For Haiti Now

Samstag, den 23. Januar 2010
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FR 22.01.2010 | 2.00 Uhr (Sa.) | VIVA

Leonardo DiCaprio erzählte, was ihn bewegt, wenn er an das Erdbeben in Haiti denkt. Bono singt einen Song. Steven Spielberg telefoniert mit einer Zuschauern, die gerade etwas für Haiti gespendet hat. Danach wird ein CNN-Reporter aus dem Katastrophengebiet zugeschaltet, der mit Helfern und Betroffenen spricht.
Ansprachen, Gesang, Gespräche, Vor-Ort-Berichte: So sieht in den USA eine Benefizshow aus. “Hope For Haiti Now”, in der Nacht zu Sonnabend in Deutschland bei VIVA und MTV zu sehen, hieß die zweistündige Sendung, mit der die Zuschauer zum Spenden für die Opfer in Haiti bewegt werden sollen.

Ganz still. Ganz ruhig. Völlig ohne Publikum und großes Trara kam die Show aus. Einer nach dem anderen kam, sagte, was er sagen wollte, sang und ging wieder. Würdevoll und angemessen. Und so ganz anders als die Spendengalas in Deutschland. Bei der “Ein Herz für Kinder”-Show in Deutschland führte Thomas Gottschlak durchs Programm. Am Ende wurde unter großem Applaus des jubelnden Publikums die Spendensumme von 18 Millionen Euro verkündet. Inclusive der Millionensummen, die große Unternehmen gespendet haben.
In den USA blieb die Spendensumme in der Show geheim. Die großzügigen Spender verzichteten auf eine Nennung – zumindest während der Live-Sendung. Sensationen kamen in “Hope For Haiti Now” nicht vor. An dieser Produktionen können sich die Deutschen gern mal ein Beispiel nehmen.

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Amerika wählt – Obama oder McCain

Mittwoch, den 5. November 2008
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MI 05.11.2008 | 5.10 Uhr | Das Erste

Die ARD war am langsamsten. Während RTL und n-tv um 4.59 Uhr gleich nach der CNN-Meldung den Wahlsieg von Barack Obama meldet und das ZDF um Punkt 5.00 Uhr die neuesten Ergebnisse und den großen Jubel der US-Amerikaner zeigt, trieft die ARD. Bis 5.03 Uhr werden erst nach und nach die Punkte zugezählt, und es wirkt irgendwie langsam und bräsig. Es interessiert nicht mehr, man ist schon längst weitergezappt – dahin, wo schon gejubelt wird. Besonders auch wieder im ZDF, wo das Studiopublikum applaudiert.
Es ist der Moment der Nacht. Nach acht Jahren wieder ein Demokrat an der Macht in den USA. Erstmals ein Schwarzer. Die ARD hat gleich in der Sendung um 5.10 Uhr ein Porträt über den Wahlsieger parat. Falls ein film über McCain existierte (sicherlich!) – jetzt können sie ihn in den Müll schmeißen.
Jetzt dürfen wir gespannt sein, was Obama ab Januar 2009 aus dem Wahlsieg macht. Viele, viele Leute auf der Welt setzen so manche Hoffnung auf ihn.
Amerika, Welt, ihr dürft feiern. Was für eine Fernsehnacht.

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