RTZapper

Echtzeit: Chongqing – Die Megacity der Superlative

Samstag, den 18. Juli 2015
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SO 12.07.2015 | 19.00 Uhr | RTL II

Eine RTL-II-Doku ohne Titten? Ohne strunzdoofe, dicke Tiffen, die sich gegenseitig anblöken? Ist doch klar, dass Publikum schwerstens irritiert ist und weg- oder gar nicht erst einschaltet.

Am Sonntagabend zeigte RTL II in der Reihe “Echtzeit” die Doku “Chongqing – Die Megacity der Superlative”. Das war sehenswert, denn Chingqing in China ist eine unglaublich spannende Stadt. Vermutlich gibt es keinen Ort auf der Welt, der sich so schnell wandelt, keine Stadt, die so rasant wächst. Keine, die so modern und arm gleichzeitig ist – wo Arm und reich dicht beieinander liegen.

In dem Film ging es um die Menschen, die dort leben. Die Lastenschlepper, die Makler, um Sportler, um die chinesische Küche und Künstler, um ganz normale Bewohner und ganz spezielle. Wie leben die Menschen in der größten Stadt der Welt? Das war die Frage, um die es eine knappe Stunde lang ging.
Nun gut. China. Mit Titten kann da offiziell keiner so wirklich dienen. Und so war diese Doku bei RTL II auch erstaunlich erotik- und trashfrei. Vielmehr war es ein Film, der genauso auch auf arte hätte laufen können.
Und warum auch nicht? Warum soll nicht auch auf RTL II mal, nun ja, so was wie Bildungsfernsehen laufen? Das Problem: Das will auf RTL II kaum jemand sehen, die Quoten waren unterirdisch. Zumal “Echtzeit” schon mal abgesetzt worden ist.
Vielleicht hätten die Reporter lieber ein Frauentausch-Special in Chongqing drehen sollen – da hätte es auch sicherlich ansprechendere Quoten gegeben.

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RT im Kino

I Phone You

Donnerstag, den 9. Juni 2011
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Sie lebt in Chongqing in China. Er in Berlin. Damit Ling (Jiang Yiyan) jetzt öfter mit ihrem Yu (David Wu) telefonieren kann, schickt er ihr ein I-Phone. Darauf sieht sie sich auch seinen Liebesschwur rauf und runter an. Und dabei hatte sie mit dem Geschäftsmann eigentlich nur einen One-Night-Stand.
Ling entschließt sich, zu ihrem Geburtstag, von Chongqing nach Berlin zu fliegen – zu Yu. Blöderweise hat der aber gar keine Zeit für sie und schickt seinen Mitarbeiter Marco (Florian Lucas) vor. Gemeinsam irren sie durch Berlin, und irgendwann büxt sie aus. Sie will Yu finden. Dabei gerät sie in ziemlich komplizierte Situationen.

“I Phone You” ist der neue Film von Drehbuch-Altmeister Wolfgang Kohlhaase (“Sommer vorm Balkon“). Er beschäftigt sich mit der modernen Form der Liebe. Die übers Telefon. Die, bei der ständig Kurznachrichten hin und hergeschickt werden. Und Fotos. Und Filmchen.
Das ist nett anzusehen, letztlich aber doch recht belanglos. Der Funke will nicht so richtig überspringen.
Interessant sind jedoch die Ansichten aus Chongqing, der Dunst, der permanent über der Metropole liegt. Und natürlich auch Berlin – für die deutsche Hauptstadt ist “I Phone You” fast ein Werbevideo. Das Brandenburger Tor, der Reichstag, Kreuzberg und viele andere Orte sind hübsch in Szene gesetzt. Auch zeigt sich, wie multikulturell die stadt inzwischen ist.
Dennoch: Die Story ist eher dünn. Wirkliche Überraschungen und Wendungen bleiben aus.

6/10

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RTelenovela

Traumtagebuch (68): Feuerstoß auf dem Yangzi

Montag, den 11. Oktober 2010
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(67) -> 27.8.2010

Wir schippern auf dem Yangzi in China herum. Ich stehe oben auf dem Sonnendeck und beobachte die Wellen auf dem Fluss, die von vorn kommen.
Gar nicht weit von unserem Schiff ist ein kleines Boot zu sehen. Der Steuermann scheint jedoch die Kontrolle über sein Gefährt zu verlieren.
Von hinten taucht plötzlich ein weiteres Miniboot auf, es wird angetrieben von einem Feuerstoß. Es stößt an das Boot mit der Havarie und schiebt es aus der Fahrrinne unseres Schiffes.
Neben mir steht eine Frau. Sie sieht, dass ich eine Fotokamera in der Hand habe. Sie fragt: “Haben Sie das?”
Ich werde wach.

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RTelenovela

Die Spammer vom DRK

Samstag, den 17. Januar 2009
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Nachdem im Frühjahr 2008 in China rund um Chengdu die Erde bebte habe ich über das Deutsche Rote Kreuz ein paar Euro gespendet.
Ein paar Euro für den guten Zweck, zumal das DRK ja einen guten Ruf hat.
So einen guten Ruf kann man aber auch ganz schnell in die Tonne treten, und das hat das DRK verdammt gut drauf.
Einmal gespendet, bekommt man nämlich ständig Post von denen. Und neben der Werbung und der Bitte um eine weitere Spende liegt auch schon ein Überweisungsschein dabei.
Nein, das ist überhaupt nicht aufdringlich, liebes DRK!
Inzwischen habe ich viermal Post innerhalb von sieben Monaten vom DRK, den Spammern, bekommen. Das letzte Mal habe ich den Brief ungeöffnet zurückgeschickt. Und der Brief, dervorgestern bei mir im Kasten lag, wird auch die Rückreise antreten.
DRK, ihr nervt!

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aRTikel

Der tägliche Volkstanz der Chinesen

Donnerstag, den 7. August 2008
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Chongqing: Reise in die 32-Millionen-Megacity / Umweltprobleme sowie Gegensätze zwischen Arm und Reich

MAZ Falkensee, 7.8.2008

Morgen beginnen die Olympischen Spiele in China. „Willi“ widmet diesem Land die heutige Seite und besucht die Megacity Chongqing.

Chongqing empfängt uns am Abend mit einer großen, leuchtenden Skyline. Alles blinkt und erstrahlt. Zumindest bis 22.30 Uhr, dann werden die Lichter nach und nach abgeschaltet. Strom sparen. Dann doch.
Die Stadt liegt in der Mitte von China und gilt als die größte der Welt: 32 Millionen Einwohner. Wer sich dort einige Zeit umsieht, bekommt einen kleinen Eindruck davon, was die Olympioniken ab Freitag in Peking erwartet.
Chongqing erlebt 120 Sonnenstunden – pro Jahr. Das ist nicht viel und liegt an der Kessellage. Die, aber sicher nicht nur die, führt dazu, dass die Stadt regelmäßig unter einer Dunstglocke liegt. Ständig ist es neblig, auch am Nachmittag. Die Sonne ist nur durch einen Schleier zu erahnen.
Arm und Reich prallen aufeinander. Die Altstadt von Chongqing ist zweigeteilt. Am Anfang ist die sehr ärmliche Gegend, wohin sich kaum Touristen verirren. Die Straßen und Häuser erscheinen noch sehr ursprünglich, und irgendwie ist es als Touri fast ein bisschen unangenehm, dort durchzulatschen und die Leute zu belästigen. Eine Treppe führt dann in den zweiten Teil der Altstadt – und schon ist alles anders. Himmel und Menschen. Es scheint unausgesprochenes Gesetz zu sein, dass an dieser Stelle eine Grenze verläuft. Im „besseren“ Teil der Altstadt sind unzählige Geschäfte und noch sehr viel mehr Leute. Im Zentrum reiht sich Kaufhaus an Kaufhaus, eins nobler als das andere. Dazwischen sitzen die Bettler und warten darauf, dass sie etwas zugesteckt bekommen.
Das mit Abstand Faszinierendste spielt sich jedoch allabendlich auf dem Platz des Volkes ab: Hunderte Menschen formieren sich. Zur Musik aus -zig Lautsprechern tanzen sie. In Reih und Glied. Gleiche Schritte, gleicher Takt. Ganz vorn stehen die „Vorturner“, aber an sich scheinen die Tanz- und Bewegungsabläufe allen bekannt zu sein. Das Spektakel geht bis genau 21.30 Uhr. Drei Minuten vorher bricht die laufende Musik ab. Die Brunnen am Rand des Platzes spulen eine Choreografie ab, es wird „Auld Lang Syne“ gespielt. Binnen Minuten leert sich der gesamte Platz.
Geordneter Tanz, geordneter Rückzug. Nur so sind wahrscheinlich Milliarden Chinesen überhaupt regierbar.

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RTZapper

RTL-Nachtjournal: Erdbeben in Sichuan/China

Mittwoch, den 14. Mai 2008
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DI 13.05.2008 | 0.00 Uhr (Mi.) | RTL

Dass die chinesische Stadt Chengdu so bald wieder in das Zentrum meiner Aufmerksamkeit rückt, hätte ich nicht gedacht. Es wäre nur schön gewesen, wenn es unter einem positiven Aspekt gestanden hätte.
Das Erdbeben in der Provinz Sichuan forderte zehntausende Todesopfer, weitere Zehntausende liegen noch unter Trümmern begraben oder werden noch vermisst.
Es ist ein bedrückendes Gefühl: Im “RTL-Nachtjournal” wurden Bilder aus dem teilweise schwer zerstörten Chengdu gezeugt. Bilder von in Panik aus dem Flughafengebäude rennende Menschen. Dort bin ich Ende August 2007 gelandet und zwei Tage später von dort aus nach Yichang weitergeflogen. Nun sah man die bebende Erde, das Chaos.
Jetzt wird berichtet, dass diese Gegend wegen der Plattenverschiebungen extrem gefährdet ist. Damals hatte ich an vieles gedacht – an Erdbeben ganz sicher nicht.
Wer Spenden möchte, kann dies u.a. beim DRK tun: Konto: 41 41 41, bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00. Spendentelefon: 01805/41 40 04 (14 Cent pro Minute, mobil abweichend). Oder per Onlinespende.

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RTelenovela

Acht Monate danach: In Chengdu bebte die Erde

Montag, den 12. Mai 2008
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Ein sehr schweres Erdbeben mit einer Stärke von 7,8 erschütterte heute die zentralchinesische Provinz Sichuan. Rund um Chengdu wackelten nicht nur die Hochhäuser. Der Schaden ist hoch, es gibt Tausende von Toten.
Erst im August und September des vergangenen Jahres war ich selbst in Chengdu, der Stadt mit dem Pandazoo. Wenn man dann so eine Meldung hört, ist man irgendwie auch selbst betroffen, hält einen Moment inne und sieht die eigenen Eindrücke aus Chengdu vor sich.

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