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Sie stört, dass es uns stört, dass sie stört

Dienstag, den 21. Februar 2017
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Wenn man zu schnell unterwegs ist, wird man unter Umständen geblitzt. Wenn man aber zu langsam fährt, auch dann kommt es vor, dass man von der Polizei angehalten wird.
Neulich auf der Landesstraße zwischen Staffelde und Kremmen. Zwei Autos vor mir meinte jemand, er brauche nicht so schnell zu fahren. Und so tuckelte die Dame durch die Landschaft. Mit nicht mal 60, wo 100 erlaubt sind.
Kurz hinter Charlottenau überholte mein Vordermann dann, und ich gleich mit.

Keine Ahnung, welches Problem die Fahrerin hatte: Sie gab Lichthupen, immer wieder. Als ob sie sich beschweren wollte, dass wir sie überholten. Als ob sie sich daran stört, dass es uns stört, dass sie so lahm war.
Oder sie ist einfach immer wieder mit der Hand auf die Lichthupe abgerutscht…

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aRTikel

Jahresrückblick 2014: Kremmen und Oberkrämer

Dienstag, den 23. Dezember 2014
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Um viele Baupläne gestritten: 2014 ist in der Region viel investiert, aber auch heftig diskutiert worden

MAZ Oranienburg, 23.12.2014

Gebaut, gefeiert, gestritten, gewählt, geholfen. Das sind die Stichworte für Kremmen und Oberkrämer im Jahr 2014. Vor allem Bauvorhaben sorgten immer wieder für Diskussionen und großen Ärger in der Region.

Bei den Kommunalwahlen im Mai blieben die BfO in Oberkrämer und die SPD in Kremmen stärkste Kraft, die NPD zog in beide Parlamente ein. Eichstädt, Groß-Ziethen und Staffelde haben neue Ortsvorsteher.

In Eichstädt ist im September die neue Sporthalle eröffnet worden. Die Gemeinde hat dafür mehr als 4,5 Millionen Euro bezahlt. Nun ist die Marwitzer Halle dran, doch die Sanierung wird sehr viel teurer als erwartet. Etwa 1,4 Millionen Euro stehen auf dem Plan. Grünes Licht gibt es für den Umbau der alten Schule in Vehlefanz zum Seniorenzentrum. Nahe des Kreisels in Schwante ist ebenfalls eines gebaut worden. Die Umbaupläne für das Klubhaus am Kremmener Marktplatz liegen dagegen auf Eis, nachdem sich der Investor unter anderem aus Kostengründen wieder zurückgezogen hatte.

Um andere Baumaßnahmen gab es 2014 ordentlich Zoff. Weil entlang der Straße des Friedens in Flatow ein Gehweg gebaut werden sollte, war es dahin mit dem Frieden. Die Flatower stritten um das Für und Wider. Im Spätherbst begann dann doch der Bau.

Gleich zweimal wurden die Bewohner der Lindensiedlung in Schwante ausgesperrt. Wegen Pflasterarbeiten und weil die Brücke über dem Hörstegraben neu gebaut wird, kamen sie nicht von der Stelle. Der Ärger war groß. Und, apropos Hörstegraben: Der Bau zieht sich, als ob dort ein Megabauwerk entsteht – bis 2015.

Zoff gab es im März auch um die Hundepension in Hohenbruch. Ex-Mitarbeiterinnen hatten im RBB-Magazin „Klartext“ von körperlicher Gewalt gegenüber Tieren berichtet, von zu engen Zwingern, zu wenig Auslauf und schlechter Pflege. Ralf Hewelcke, der Chef der Pension, bestritt diese Aussagen vehement.

Im Großen und Ganzen zugegeben hat ein Mann aus Charlottenau vor dem Amtsgericht Oranienburg, dass er zwei polnische Erntehelfer geschlagen und getreten hat. Er und seine Söhne hatten die Männer für Einbrecher gehalten.

Eine Welle der Hilfsbereitschaft ging dagegen durch die Region, nachdem im August am Kremmener Marktplatz eine Wohnung ausgebrannt war. Die Leute spendeten äußerst großzügig.

Ach ja, und gefeiert wurde natürlich auch. Höhepunkt: Zum Kreiserntefest nach Schwante kamen tausende Menschen.

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aRTikel

Mit 60 im Kopf noch jung und klar

Dienstag, den 16. Dezember 2014
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Kremmens Stadtverordnetenvorsteher Detlef Reckin feiert heute

MAZ Oranienburg, 16.12.2014

KREMMEN
Eigentlich ist Detlef Reckin kein Geburtstagsfeierer. Als er 50 wurde, machte er mit seiner Frau eine Nil-Kreuzfahrt. Heute wird der Kremmener Stadtverordnetenvorsteher 60 und kommt um die Party nicht herum.
Geboren am 16. Dezember 1954 in Hennigsdorf, aufgewachsen in Charlottenau, ist Reckin ein Ur-Kremmener. Er war acht Jahre alt, als seine Familie in die Stadt zog. „Vorher mussten wir immer allein mit dem Rad hierher zur Schule fahren“, erinnert er sich. Eine harte Zeit, in Charlottenau gab es damals keine Autos. „Aber trotzdem hatten wir die totale Freiheit“, sagt er, und das sei noch heute eine besondere Erinnerung.

Er war sieben oder acht, als er gemerkt hat: „Landwirtschaft ist nichts für mich.“ Und das, obwohl er jeden Tag bei den Tieren war, wie er erzählte. Die Feuerwehr und der Fußball waren seine Hobbys als Kind, später entschied er, sich mehr dem Fußball zu widmen. „Ich war ziemlich erfolgreich“, sagt er. Von einem Kapselriss im Sprunggelenk mit 27 Jahren hat er sich allerdings nicht mehr so richtig erholt. „Ich sollte ruhiger spielen, aber mit diesem Rat konnte ich nichts anfangen“, sagt Detlef Reckin und lächelt.
Nach dem Schulabschluss – er lernte in den oberen Räumen des heute leer stehenden Klubhauses am Markt – begann er eine Lehre als Klempner. „Damals hatten viele noch Pumpen, deshalb war das eine spannende Herausforderung.“ 1989 wechselte er zur Kremmener Gebäudewirtschaft und hatte 38 Handwerker aus vier Berufsgruppen unter sich. 1993 fing er beim Raumausstatter Herrmann an – zu diesem Zeitpunkt war er bereits mit seiner heutigen Frau Heiderose zusammen. Ende 2008 gaben sie den Betrieb an die nächste Generation weiter. Inzwischen arbeitet Reckin halbtags auf dem Spargelhof, bereitet dort Events mit vor.

„50 Prozent meiner Zeit sind für die Politik bestimmt“, sagt er. Seit 2008 ist er Stadtverordnetenvorsteher, er sitzt für die SPD auch im Ortsbeirat. Schon 1990 zog es ihn in die Politik, er gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Kremmener SPD-Ortsvereins. Nach den Wahlen am 18. März 1990 war er Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Stadtrat. 1994 zog er sich zunächst zurück, bevor er 2008 sein Comeback feierte. „Politik macht mir Spaß, man bewegt was“, sagt er. Die Handschrift der städtischen Politik sei in Kremmen gut zu erkennen, findet er, die Entwicklung sei fantastisch. „Nur beim Wohnungsbau haben wir uns zu lange rausgehalten“, so Reckin. Ein Projekt, das er gern noch umsetzen möchte, ist ( das überrascht kaum), dass wieder Leben ins Klubhaus am Markt einzieht.

Alt fühlt er sich mit seinen 60 Jahren nicht. „Vielleicht körperlich ein bisschen, aber im Kopf fühle ich mich jung und klar.“ Er hat vier Kinder aus zwei Ehen, ein fünftes Kind ist mit einem Jahr gestorben. Heiderose, seine dritte Ehefrau, brachte zwei weitere Kinder mit. Auch die acht Enkel sorgen für Trubel.
Heute Nachmittag ist Detlef Reckin aber selbst erst mal der Anlass für Wirbel. Die Party steigt in der Museumsscheune.

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Gerichtsbericht: Zehn Monate Haft auf Bewährung für Uwe K.

Mittwoch, den 17. September 2014
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Urteil im Kremmener Erntehelferprozess: Die vier Angeklagten sind für schuldig befunden worden. Opfer bekommen Geld.

MAZ Oranienburg, 17.9.2014

STAFFELDE
Nach drei Verhandlungstagen sind vor dem Amtsgericht Oranienburg gestern die Urteile gegen die vier Männer gesprochen worden, die im Mai 2013 in Staffelde zwei polnische Erntehelfer geschlagen und körperlich misshandelt haben.

Wegen schwerer Körperverletzung und Freiheitsberaubung ist der Haupttäter, der 51-jährige Uwe K. aus Staffelde, zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er muss zudem eine Geldstrafe in Höhe von 750 Euro an „Ärzte ohne Grenzen“ zahlen. Für seinen Sohn Ralf K. lautete das Urteil acht Monate auf Bewährung und 500 Euro für die Oranienburger Behindertenwerkstatt St.Johannesberg. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Die anderen beiden Männer haben eine mildere Strafe wegen Freiheitsberaubung bekommen. Sie waren an den Misshandlungen nicht direkt beteiligt. GeraldB., der jüngere Sohn von Uwe K., muss 600 Euro an das Veltener Seniorenzentrum St. Elisabeth zahlen und erhielt eine Verwarnung. Benjamin J., ein Freund der Familie, muss Tagessätze in Höhe von insgesamt 1200 Euro zahlen.

Nur Uwe K. hatte mündlich vor Gericht ausgesagt, die Tat zugegeben und um Verzeihung gebeten. Alle vier Angeklagten zusammen haben als Täter-Opfer-Ausgleich zudem je 2000 Euro an die beiden Geschädigten gezahlt und sich in schriftlicher Form entschuldigt. Für das Gericht unter dem Vorsitz von Katrin Arbandt sorgte diese Vereinbarung am gestrigen Nachmittag für mildernde Umstände beim Strafmaß.

Am 13. Mai 2013 liefen gegen 17 Uhr drei Helfer des Kremmener Spargelhofes von einem Feld bei Flatow zu Fuß zu ihrer Unterkunft. Auf einem Waldweg sind sie von mehreren Männern angehalten worden. Zuvor hatte Ralf K. per Handy seinen Vater informiert, schließlich ist am selben Morgen auf einem Grundstück in Staffelde eingebrochen worden. K. vermutete, dass es sich um die Gesuchten handelte. Da die Saisonarbeiter kaum Deutsch verstehen, wussten sie nicht, worum es geht und wollten flüchten. Sie dachten, sie befinden sich widerrechtlich auf einem Privatgrundstück. Einer der Erntehelfer konnte flüchten. Die anderen beiden Männer wurden gejagt, geschlagen, zu Boden gerissen und getreten. Später sind ihnen die Beine gefesselt worden. Sie mussten in ein Auto steigen. Die Opfer hatten, so sagten sie es in ihrer Vernehmung, zeitweise Todesangst. Uwe K. wollte die aus seiner Sicht Verdächtigen zur Gegenüberstellung auf den Hof fahren, wo sie angeblich den Einbruch verübt haben sollen. Dort sind die polnischen Männer mit den Armen an eine Palette gefesselt worden. Erst ein Verantwortlicher vom Spargelhof rief per Telefon die Polizei.

Richterin Arbandt legte auf die Feststellung Wert, dass die Tat der Männer aus Staffelde auch dann falsch gewesen wäre, wenn die Erntehelfer tatsächlich die Einbrecher gewesen wären. Ein Anspruch auf das Jedermann-Festnahmerecht sei zudem abwegig, da man neun Stunden nach der Tat nicht davon sprechen könne, die möglichen Täter seien auf frischer Tat ertappt worden. Auch eine nur vage Vermutung reiche dafür nicht aus. Sie bezeichnete die Tat als „völlig überflüssig und überzogen“.
Zwar habe dieser Fall von Selbstjustiz, da waren sich alle einig, nichts mit einer rechtsradikalen Tat zu tun, aber Piotr Duber, der Anwalt der Opfer, warf den Begriff der Fremdenfeindlichkeit in den Raum – mit Betonung auf „fremd“. Es sei falsch, alles Fremde zunächst negativ zu sehen.

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Wie im wilden Westen

Dienstag, den 2. September 2014
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Gestern begann der Erntehelfer-Prozess: Vier Männer haben in Kremmen Selbstjustiz verübt

MAZ Oranienburg, 2.9.2014

KREMMEN
Der Fall von Selbstjustiz hatte in Kremmen und weit darüber hinaus für großes Aufsehen gesorgt. Gestern begann am Oranienburger Amtsgericht der Prozess gegen vier Männer aus Staffelde sowie aus Lüchfeld bei Neuruppin. Ihnen wird vorgeworfen, am 13.Mai 2013 in Kremmen zwei polnische Erntehelfer misshandelt und gewaltsam festgehalten zu haben.

Gegen 17 Uhr liefen drei Helfer des Kremmener Spargelhofes von einem Feld bei Flatow zu Fuß in Richtung Unterkunft. Auf einem Waldweg nahe der Kuhsiedlung zwischen Charlottenau und Orion sind sie von mehreren Männern angehalten worden. Da die Saisonarbeiter kaum Deutsch verstehen, wussten sie nicht, worum es geht und wollten flüchten. Einem von ihnen gelang das, die anderen beiden Männer, so die Anklage, wurden geschlagen, zu Boden gerissen und getreten. Später sind ihnen die Beine gefesselt worden. Sie sollten in ein Auto steigen, dazu sind sie dann gezwungen worden.
Uwe K. (51), seine Söhne (26 und 21 Jahre) und ein Freund der Familie (22) wollten die Erntehelfer auf einen Hof an der Neuruppiner Straße bringen. Dort hatten am Vormittag drei Männer versucht, in ein Haus einzubrechen. Die drei Polen hielten sie für die Tatverdächtigen. Auf dem Hof von Gudrun S. sind die Erntehelfer von Uwe K. mit den Armen an eine Europalette gefesselt worden.

Während die drei jungen Angeklagten gestern schwiegen, machte Uwe K. eine umfassende Aussage. Im Großen und Ganzen bestätigte er den Tathergang. Nach dessen Angaben sei es sein Ziel gewesen, die aus seiner Sicht Verdächtigen anzusprechen und zu befragen. Dass die Männer flüchten wollten, sahen er und seine Jungs als Indiz dafür an, dass sie den Einbruchsversuch am Vormittag verübt haben könnten. Die Polizei habe er aber nicht gerufen, erzählte er weiter. Auf recht unbekümmerte Weise berichtete er von der Gewalttat. „Die Ausmaße habe ich da noch nicht erkannt“, sagte Uwe K. gestern.
Richterin Katrin Arbandt sagte, sie habe den Eindruck, K. vertrete den Standpunkt, nichts falsch gemacht zu haben. Der berichtete daraufhin, dass er sich am Tag danach bei den beiden Erntehelfern entschuldigt habe. Klar ist unterdessen, dass die beiden Geschädigten Grzegorz M. und Leszek M. mit dem Einbruch nichts zu tun hatten. Ermittlungen haben das ergeben.
Bis heute scheinen sich aber die Vorurteile zu halten. Die Tochter der Hofbesitzerin beschreibt ihre Beobachtung der an der Palette gefesselten Männer so: „Mein Eindruck war, dass die wussten, warum die da waren.“ Dass die Männer Angst gehabt hätten, sei ihr nicht aufgefallen. Und ganz allgemein: „Das war schon wie der wilde Westen.“

Wie grausam die Tat aber war, offenbarte sich, als Grzegorz M. und Leszek M. erzählten, wie sie die Ereignisse erlebt haben. Für sie sei vollkommen unklar gewesen, was die Männer von ihnen gewollt haben. „Wir hatten Angst, sie würden uns im Wald umbringen“, sagte Leszek M. „Werden wir hier erhängt?“, fragten sie sich. Es sei eine extrem schmerzhafte Erfahrung gewesen.
Morgen wird der Prozess fortgesetzt.

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Total sinnvoll: Im Stau überholen

Dienstag, den 17. September 2013
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Stau nervt. Manchmal kann man ihn umfahren, aber oft ist man einfach mal machtlos und muss das über sich ergehen lassen.
Allerdings denken längst nicht alle Autofahrer so. Bevor neulich in Kremmen der große Ernteumzug begann, bewegten sich lange Schlangen von der Autobahn A24 über Staffelde bis in die Stadt. Ein Erntewagen hielt zu unserem „Glück“ ab Staffelde auch noch den Verkehr auf. Also, zweiter Gang rein, abwarten und hinterhertuckern.

So intensiv habe ich mir die Häuser im kleinen Charlottenau noch nie ansehen können. Dafür hatte der Autofahrer aus Berlin vor mir leider überhaupt keinen Sinn. Er interessierte sich nicht für Charlottenau, sondern dafür, endlich wieder zu rasen. Wild gestikulierte er mit seinen Armen, er muss sehr erregt gewesen sein. Er lenkte seinen Wagen auf die Gegenspur, um zu sehen, was los ist, und schwenkte wieder ein.
Ebenso die Autofahrerin mit OHV-Kennzeichen hinter mir, die mir seit Staffelde folgte. Hochnervös wirkte sie, auch ihr Wagen scherte immer mal wieder aus.
In Orion gab sie tatsächlich Gas und überholte die vor sich hinschleichende Kolonne. Und ich hielt kurz die Luft an. Aber die Dame wird schon wissen, was sie da gemacht hat. Mit Mühe konnte sie weiter vorn wieder in den Stau einscheren.

Glückwunsch, sie erreichte Kremmen vier Sekunden vor mir. Der Irrsinn hat sich ja wirklich gelohnt!

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MAZ macht mit: Rallyezeit – Spaß, Stress und Golfbälle

Mittwoch, den 2. Mai 2012
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Die MAZ begab sich am Wochenende von Kremmen aus auf große Familientour

MAZ Oranienburg, 2.5.2012

Erstmals nahm ein Team der Märkischen Allgemeinen an der Brandenburgischen Familienrallye teil

KREMMEN
Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: 82. Platz. Das ist nun wirklich nicht doll bei insgesamt 92 Teams. Dabei haben wir uns doch so angestrengt.

Am Wochenende startete im Kremmener Scheunenviertel die 20. Brandenburgische Familienrallye der Oranienburger Verkehrswacht – und die MAZ war dabei und schickte das Team Stephanie Philipp und Robert Tiesler. Und wir wussten – das wird keineswegs ein Urlaubswochenende. Gut 300 Kilometer Fahrt hatten wir vor uns, 15 Sonderprüfungen und fast 60 Fragen, die während der Fahrt beantwortet werden mussten.

Schon der Augenblick, als wir durch den Start rollen, ist der pure Stress. Wir bekommen die Mappe mit dem Routenplan und den Fragen. Erst in dem Moment ist klar, wo es hingehen soll. In jedem Ort gilt es, aufmerksam zu sein: Am Kremmener Ortsausgang müssen wir auf eine Satellitenschüssel achten, auf der ein Smiley, ein Schlumpf oder ein Wetterhahn zu sehen sein soll. Wir meinen, es ist der Wetterhahn, aber eine Leserin unserer Facebookseite „MAZ Oranienburg“ weist uns später darauf hin, dass es wohl doch der Smily ist.

In Sommerfeld dann die erste richtige Prüfung. Wir sollen einen Golfball durch einen Feuerwehrschlauch drücken. Das klappt gut, bis wir merken, dass wir den Ball im Schlauch verloren haben. Dementsprechend fällt die Zeit aus. Auf dem Golfplatz in Wall (Ostprignitz-Ruppin) müssen wir einen Ball aufs Feld schlagen. Ich schaffe 32 Meter. Fürs erste Mal okay, für unseren Punktestand nicht. Richtig gut ist Kollegin Stephi beim Gefahrenbremstest in Charlottenau bei Rheinsberg. Da schaffen wir einen grandiosen 14. Platz.

Zum Desaster werden jedoch die beiden Fahrradprüfungen. Auf einem Acker, der sich Waldstadion nennt, muss ich mit einem Elektrobike Slalom fahren. Nicht nur, dass ich am Ende zwei Kegel verpasse, nein, ich habe am Anfang auch noch den Schulterblick vergessen. Ich bin untröstlich. Später läuft’s auf dem Minifahrrad ähnlich bescheiden.

Ziel unserer Reise ist Linstow im Landkreis Rostock. Zum Jubiläum der 20. Rallye wollte Klaus-Dieter Berndt von der Verkehrswacht seinen Teilnehmern eine richtig gute Unterkunft bieten. Für jedes Team gibt es ein Appartment – andere Teams erzählen uns, dass es so einen Komfort noch nie gegeben habe.

Der Sonntag ist unser Tag. Wir glänzen im Wissenstest über Friedrich II. auf einem Parkplatz in Plau am See. In Wittstock reißen wir beim Autoslalom keinen einzigen Kegel um. In Neuruppin meistere ich den Slalom mit Suchtbrille, mit der man alles doppelt und dreifach sieht.
Die Dörfer auf der Route erlebten sicherlich auch spannende Stunden. Als in Dossow nahe der Kyritz-Ruppiner Heide das Jahr gesucht wurde, aus dem ein bestimmter Gedenkstein im Dorf stammt, half ein Nachbar aus, der gerade am Zaun stand. Diese Momente waren immer die witzigsten auf der Familienrallye – wenn plötzlich Fremde mit einbezogen waren.

Voller Erkenntnisse, schöner Eindrücke, aber auch sehr geschafft kamen wir Sonntagnachmittag in Gnewikow bei Neuruppin an. Und die Platzierung, na ja, vergessen wir’s.

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