RTelenovela

Route wird neu berechnet

Dienstag, den 6. April 2010
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Ich finde Navis ja doof. Deswegen habe ich auch kein Navi in meinem Auto. Aber vielleicht hätten wir heute auch jemanden mitnehmen sollen, der auch weiß, wie man so ein Navi einstellt.
Unser Ziel: das Kloster Chorin.
Wir waren bereits auf der Autobahn zwischen Lanke und Finowfurt, als mein Beifahrer noch an dem Gerät rumfummelte. Ich konnte nicht helfen, muss ja fahren. Ich hörte immer nur Statusmeldungen, dass es bei der Eingabe des Zielortes, kein C gäbe. Was ich für relativ ausgeschlossen hielt.
Ich wusste nur: Es gibt auf der A11 eine Autobahnabfahrt Chorin, ab da würde das Kloster sicherlich ausgeschildert sein.

Irgendwas musste das Gerät inzwischen erkannt haben, denn die Frauenstimme verkündete, dass ich in mehr als acht Kilometer die Autobahn verlassen solle. Nein, das stimmt nicht ganz: Zuerst teilte sie mit, dass wir die erlaubte Höchstgewschwindigkeit überschreiten würden. Klugscheißerin.
Mein Beifahrer fummelte weiter an dem Gerät, und ohne, dass sie überhaupt wusste, wo wir hinfahren wollten, wollte die Navi-Dame erneut, dass wir in Finowfurt abfahren.
Von der Rückbank kam der Hinweis, dass wir ja fast da sein müssten, da habe grad ein Schild gestanden: Schorfheide-Chorin.
Ich fuhr an der Abfahrt Finowfurt vorbei. Das gleiche Spiel an der Abfahrt Werbellin.

An der Abfahrt Chorin verließen wir dann die Autobahn. Und, okay, dort hatte das Navi keine Chance, dort gibt es eine neue Umgehungsstraße, die Abfahrt wanderte gute 300 Meter nach Norden.
Dementsprechend sollten wir an der Abfahrt rechts abbiegen. Nach Chorin ging es jedoch nach links.
Route wird neu berechnet.
Das Gerät erkannte wieder irgendwas. Was, das war jedoch nicht so richtig klar. Vor kurz Golzow bat uns die Navi-Stimme, in 300, 200, 100 Metern links abzubiegen. Nur leider war da gar keine Straße.
Route wird neu berechnet.
In Britz wollte uns das Navi in irgendwelche Wohngebietsstraßen leiten. Biegen Sie rechts ab. Ich bog nicht rechts ab. Ich wollte nicht in ein Britzer Wohngebiet.
Route wird neu berechnet.
Hinter Britz endete die Straße. Das Navi teilte uns mit, dass wir doch bitte nach rechts abbiegen sollen. Das Schild vor uns sagte: Kloster Chorin – links rum.
Ich bat den Beifahrer, das blöde Gerät abzuschalten, da es ansonsten zu einer Eskalation gekommen wäre.

Wir erreichten Chorin und das Kloster ohne Navi.
Und der Besuch lohnt sich. Die mehrere hundert Jahre alten Gemäuer sind beeindruckend. Das hohe Kirchenschiff, die Spitzbögen, die Gewölbe und Katakomben.

Auf der Rückfahrt nahmen wir übrigens den Weg über Eberswalde. Und zwar ganz ohne Navi.

RTelenovela

A11: Der Autobahn-Tierpark in der Schorfheide

Sonntag, den 19. April 2009
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Irgendwie ist es ja ganz niedlich, aber andererseits…
Wer auf der Autobahn A11 vom Kreuz Uckermark in Richtung Berliner Ring unterwegs ist, wird in der Schorfheide einige tierische Begegnungen erleben.
Ist es bereits dämmrig oder ganz dunkel kommen die Rehe. In ganzen Rudeln stehen sie am Fahrbahnrand der Autobahn. Sie fressen, sie gucken oder stehen einfach nur rum. Zwischen Joachimsthal und Britz gestern Abend gleich an mehreren Stellen.
Was passiert, wenn sich eines der Tiere erschreckt? Oder sie sich beginnen, zu zoffen? Dann kann das Ganze aber mal so richtig ins Auge gehen – oder in ein Auto.
In der Hinsicht ist die A11 tatsächlich hochgefährlich. Das war jedoch schon immer so: Schon als wir in den späten 90ern immer nachts aus Eberswalde von der Disco kamen, fuhren die Autos auf der Autobahn zwischen Finowfurt und Lanke oft nur auf der linken Fahrspur, weil rechts, am Straßenrand, lauter Rehe standen.
Da bleibt nur: Augen auf. Und bangen. Diesmal ist es gut gegangen.