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Mehr Frostschäden als sonst

Dienstag, den 3. März 2009
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Infrastruktur: Die Straßen im Havelland sind nach dem langen Winter löchrig geworden

MAZ Falkensee, 3.3.2009

Die Kommunen im Landkreis beginnen schon mit ersten Aus- besserungsarbeiten, aber erst im April kann Bilanz über die Schäden gezogen werden.

HAVELLAND
Ganz vorsichtig schleichen die Autos die Piste entlang, fahren Schlangenlinien. Die Vorholzstraße in Brieselang ist ein Bild des Jammers. Schlagloch reiht sich an Schlagloch, der Asphaltbelag ist nicht mehr als ein Flickenteppich, der nach dem Winter mehr und mehr aufbricht.
„Die Vorholzstraße ist ein echter Brennpunkt“, gibt Brieselangs Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) zu. Schlimm sieht es nach seinen Angaben auch in der Wustermarker Allee und in der Bahnstraße aus. „In diesem Jahr haben wir mehr Frostschäden als sonst“, erklärt Wilhelm Garn. „An einigen Stellen beobachten wir außerdem Rissbildungen.“
Doch nicht nur in Brieselang entstanden in den zurückliegenden Wochen viele Schlaglöcher. Alle Kommunen im Havelland sind betroffen. „Der ständige Wechsel von Frost und Tauwetter in diesem Winter macht den Straßen zu schaffen“, sagt Lothar Wiegand, Sprecher des Verkehrsministeriums in Potsdam. Die Meistereien würden die Strecken unentwegt kontrollieren. So sind bereits Schlaglöcher auf der Strecke zwischen Schönwalde-Dorf und Falkensee ausgebessert worden. Wie hoch der Schaden auf den Landesstraßen sei, darüber gebe es noch keine Prognosen. Dauerhafte Reparaturen könnten zudem erst im April beginnen, wenn es dauerhaft wärmer sei, so Wiegand.
In Brieselang laufen bereits die Ausschreibungen für die Straßenausbesserungen. „Einige Löcher haben wir aber auch schon auffüllen lassen“, sagt Wilhelm Garn. In der Regel werden die schadhaften Stellen mit einem Kalt- und Heißasphaltgemisch ausgebessert. Etwa 100000 Euro gibt die Gemeinde Brieselang jährlich dafür aus. „Aber ich weiß nicht, ob das nach diesem Winter reichen wird“, sagt Wilhelm Garn.
„Wir haben viele Reparaturen zu erledigen“, erklärte Falkensees Stadtchef Heiko Müller (SPD) in der jüngsten Zusammenkunft der Stadtverordneten. „Es sind weit mehr Schlaglöcher als in den vergangenen Jahren.“ Im Haushalt hat Falkensee in diesem Jahr 550000 Euro für Straßenerneuerungen zur Verfügung. Kritisch sind die Schäden unter anderem im Havelländer Weg und in der Hansastraße. „Die Situation ist verkraftbar, aber es schmerzt“, so Müller.
„Auch wir haben einige Bereiche, in denen es schlimm aussieht“, erklärt Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD). 200000 Euro gibt die Stadt pro Jahr in einem Sonderprogramm für die Instandhaltungen von Straßen aus.
In Dallgow-Döberitz sind einige Löcher bereits gestopft worden. „In der Wilmsstraße waren wir schon aktiv“, sagt Gemeindechef Jürgen Hemberger (Freie Wähler).
Winterschäden hat auch die Stadt Ketzin zu beklagen. „Besonders akut ist es in der Thälmannstraße im Ortsteil Tremmen“, sagt Bürgermeister Bernd Lück (FDP). Aber diese Strecke werde in diesem Jahr sowieso saniert, kündigt er an. In Ketzin selbst sei der Friedrich-Ludwig-Jahn-Weg besonders betroffen. Den jährlichen Finanzrahmen der Stadt für Ausbesserungen beziffert Lück „auf unter 10000 Euro.“ Mindestens alle vier Wochen kontrolliert ein Mitarbeiter des Tiefbauamtes die Straßen der Stadt.
Der Landkreis nimmt in den nächsten zwei Wochen eine komplette Befahrung aller Kreisstraßen vor, erklärt Pressesprecher Erik Nagel. „Es liegen im Amt allerdings schon einige Meldungen über Frostaufbrüche und andere Schäden vor“, sagt er. Die würden gebündelt und mit den Ergebnissen der Begehung abgeglichen. Die Lage sei aber nirgendwo so ernst, dass der Verkehr nur eingeschränkt fließen könne, so Nagel. Die meisten der Kreisstraßen seien recht neu, so dass sich die Schäden insgesamt in Grenzen hielten.
Nach der Streckenüberprüfung erstellt der Kreis eine Prioritätenliste. Ein Großteil der Reparaturarbeiten werde dann an Straßenbaufirmen vergeben. 120000 Euro pro Jahr sind im Haushaltsplan des Landkreises für solche Maßnahmen eingeplant.

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Lius und sein vertontes Tagebuch

Dienstag, den 24. Februar 2009
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Musik: 20-Jähriger aus Paretz mit erster CD

MAZ Havelkultur, 24.2.2009

PARETZ
Wenn jemand ein Tagebuch führt, sollten das in den meisten Fällen keine anderen Leute zu lesen bekommen. Bei Lius ist das nicht so. Er möchte, dass jeder hört, was er zu sagen hat. Er packte sein Tagebuch in Form von 20 Rapsongs auf eine CD. Und das hört sich dann so an: „Deine erste Rose, dieser erste Kuss, ich weiß ja, wir verstehen uns; hatten jeden Tag nur uns zwei, Liebe, Werte und …“
Lius ist 20, heißt eigentlich Matthias Müller und wohnt im Ketziner Ortsteil Paretz. In Berlin absolviert er eine Lehre als Kaufmann für Speditions- und Logistikdienstleistungen. Da bleibt gar nicht mal so viel Zeit für den Rap. Ein Jahr lang arbeitete er gemeinsam mit befreundeten Musikern in einem kleinen Tonstudio in Brieselang an seinem ersten Album. Auf „Tagebuch“ geht es im Allgemeinen um ihn selbst, wie Lius sagt. „Es sind aber auch Dinge, mit denen sich jeder identifizieren kann.“ Beziehungen, Lebensschmerz und Elternstress. In dem Song „Gemeinsam zerstört“ berichtet er von der Trennung von seiner Freundin, mit der er zweieinhalb Jahre zusammen war. „Ich erzähle, wie wir uns geliebt haben und dann gehasst“, sagt Lius. Das Lied lief vor Kurzem sogar im Radio, bei „Unsigned“, der Show, in der junge Musiker auf der rbb-Jugendwelle Fritz präsentiert werden.
Lius war zwölf, als er seinen ersten Text geschrieben hat. „Seitdem habe ich mich richtig da reingesteigert“, erinnert er sich. Den Namen hat sich seine Mutter ausgedacht. Sie nannte ihn früher scherzhaft „Corny“, denn Cornelius ist Matthias’ zweiter Vorname. „Corny“ hat ihm jedoch nicht gefallen, und seine Mutter schlug ihm vor: „Nenne dich doch Lius.“ Sie ist auch sein größter Fan und Kritiker.
Im Herbst 2007 stand er das erste Mal auf einer Bühne, in der Falkenseer Diskothek „Capitol“. Lius sagt, er sei sehr aufgeregt gewesen. Aber sein Traum ist es trotzdem, mal auf einem großen Hip-Hop-Event auftreten zu dürfen.
Aber darauf kommt es gar nicht so an. „Die Musik ist mein Hobby, aber ich habe auch noch ein anderes Leben“, sagt Lius. „Wenn es mit dem Rap nicht funktioniert, dann ist es eben so.“ Deshalb lässt er es langsam angehen. Über seine Internetseite bei Myspace können Interessierte seine CD für 7 Euro bestellen. „Ja, das ist nicht so billig“, sagt er, „aber ich saß über ein Jahr dran, und ein bisschen will ich schon dran verdienen.“ Zumal das Pressen der Scheiben über Myspace Lius auch einiges kostet. Als Nächstes will der 20-Jährige gemeinsam mit einem Freund ein kleines Studio bei sich zu Hause in Paretz aufbauen. Auf lange Sicht möchte er aber lieber in Berlin leben. „Meine Eltern haben hier ein schönes Leben, aber für Junge ist das nichts.“ Aber darüber wird er wohl auf seinem zweiten Album mehr erzählen.

Lius im Internet: www.myspace.com/100prozentlius

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Gehege wird umgebaut

Montag, den 23. Februar 2009
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Tiere: Die Zahl der Wildschweine am Zeestower Ortsrand soll auf 30 steigen

MAZ Falkensee, 23.2.2009

ZEESTOW
Quiekend laufen die Wildschweine auf Oliver Dreikant zu, der sich, durch den Schnee stapfend, dem Wildgehege nähert. Unter dem Arm hält er eine große Kiste mit alten Broten und Brötchen. Die hat er gerade aus Berlin-Charlottenburg geholt, dort bekommt er die Reste kostenlos.
Seit sieben Jahren hält sich der 38-jährige Brieselanger einige Wildschweine in dem kleinen Wildgehege zwischen dem Kanal und dem Sportplatz am Ortsrand von Zeestow. Momentan sind es sieben Alttiere und sechs Frischlinge. Die Übersicht ist ihm dabei noch nicht verloren gegangen. „Ich kann zu jedem Tier sagen, wann es gefrischt wurde und von wem es abstammt.“ Später sollen es mal 30 Wildschweine sein, die sich die Leute ansehen können.
Oliver Dreikant hat einiges vor mit dem Gehege. Die Pappeln auf dem Gelände sollen gefällt werden, die Genehmigung dafür hat er nach längerer Wartezeit bekommen. „Die Lebenserwartung der Bäume ist erreicht“, sagt der Wildschweinhüter. „Vor einiger Zeit ist eine der Pappeln umgefallen und tötete eine Leitbache.“ Auch für den Menschen gehe von den Bäumen eine Gefahr aus. Auf dem Grundstück, das Dreikant gepachtet hat, will er stattdessen 65 Trauerweiden pflanzen. Auch plant er ein Wechselgehege. „Damit keine Inzucht entsteht“, erklärt Oliver Dreikant.
Momentan wartet er auf die Baugenehmigung für neue Pfeiler. Die alten sollen durch Betonpfeiler ersetzt werden. Er habe einen Spießrutenlauf mit diversen Behörden hinter sich, sagt Oliver Dreikant. Wenn er grünes Licht hat, kann es losgehen. Dann werden auch die Weiden gepflanzt. „Das Gehege stelle ich mir so naturnah wie möglich vor“, sagt Oliver Dreikant. „Der Genehmigungsvorgang wird derzeit bearbeitet“, bestätigt Kreissprecher Erik Nagel gegenüber der MAZ. Wann sie erteilt wird, kann er jedoch noch nicht sagen. Oliver Dreikant jedenfalls ist startbereit, sein Projekt wachsen zu lassen.
Angefangen hat vor sieben Jahren alles mit einer Wette. „Auf einer Jagd erzählte ich, dass ich die Schwarzkittel interessant finde“, sagt er. „Ein befreundeter Jäger meinte dann, dass ich mir nun auch zwei Schweine kaufen muss.“ So kam es auch. Zunächst hielt er die Tiere auf seinem Grundstück, plante einen Streichelzoo. Den Plan verwarf er jedoch und pachtete das Gelände im Wald neben dem Sportplatz. „Das Gelände sah aus wie eine Müllkippe“, erinnert er sich.
Doch die Zeiten sind vorbei. Jetzt steht Oliver Dreikant in seinem Gehege und beobachtet die Tiere beim Fressen. Sie bekommen neben dem Brot auch Mais, Weizen und Fallobst. Der Dachdecker kommt jeden Tag für zwei Stunden zum Gehege, beobachtet die Tiere, das Treiben und ist ganz schön stolz auf das Geschaffene.

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Aus dem Gerichtssaal: Geständnis mit Fragezeichen

Samstag, den 21. Februar 2009
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-> 13.2.2009

Prozess: 22-Jähriger erhielt Geldstrafe

MAZ Falkensee, 21.2.2009

BRIESELANG/NAUEN
Wegen vorsätzlicher Körperverletzung ist der 22-jährige C. aus Brieselang gestern Vormittag vom Nauener Jugendschöffengericht zum Abzahlen von 70 Tagessätzen zu je 5 Euro verurteilt worden.
Am frühen Morgen des 7. Juli 2007 hatte C. auf dem Bahnhof in Brieselang während eines Streits mit seiner damaligen Freundin dem dazueilenden L. einen Kopfstoß verpasst. Der Fall ist eindeutig, C. gab die Tat zu. „Ein Geständnis mit Fragezeichen“, wie die Staatsanwältin jedoch anmerkte. Seltsam fand sie, dass L. bei der Zeugenvernehmung im Juli 2007 aussagte, dass C. ihm mehrere Faustschläge verpasst hätte und er dann am Boden liegend von ihm getreten worden sein soll. L. sprach in der ersten Verhandlung am 9. Februar jedoch von einem Missverständnis. Es sei doch nur ein Kopfstoß gewesen.
Die Staatsanwaltschaft beantragte eine dreimonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung oder 80Stunden gemeinnützige Arbeit, auch angesichts der diversen Vorbelastungen. Der Angeklagte stand schon mehrfach vor Gericht wegen Beleidigungen, Körperverletzungen und anderer Delikte. Richter Martin Paßmann entschied danach die 70 Tagessätze.
Einen Freispruch erhielt C. im zweiten Fall, der gestern in Nauen verhandelt wurde. Ihm wurde vorgeworfen, am 23. Mai 2007 am Brieselanger Forstweg gemeinsam mit einer zweiten Person den heute 20-jährigen B. und seinen Begleiter überfallen zu haben. Dabei soll der Angeklagte maskiert gewesen sein. C. bestritt die Tat. Er habe mit Freunden das an dem Abend ausgetragene Champions-League-Finalspiel gesehen. Der zur Verhandlung geladene Zeuge Z. bestätigte das, auch wenn er sich an Einzelheiten des Tages und des Fußballspiels nicht mehr erinnern konnte. Zudem fand die Staatsanwaltschaft heraus, dass der Kläger B. in einem Punkt die Unwahrheit sagte: Der Supermarkt, zu dem die Jungs fahren wollten, hatte an dem Abend bereits geschlossen. Auch in anderen Punkten machten die Zeugen unterschiedliche Aussagen.
„Was genau wann gewesen ist und wer beteiligt war, ist nicht mehr nachzuvollziehen“, so die Staatsanwältin. Dem auch vom Verteidiger geforderten „glasklaren Freispruch“ gab der Richter statt.

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RTelenovela

Kaltes, klares Wasser … gibt es nicht in Brieselang

Donnerstag, den 19. Februar 2009
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Es gab einmal einen Song, da sang eine Frauenstimme “Kaltes, klares Wasser”. Die Bewohner von Brieselang im Havelland wollen das Lied momentan wahrscheinlich nicht hören. Die haben zwar kaltes, aber leider kein klares Wasser.
Aus einer kleinen Pressemeldung wurde das Topthema der vergangenen Tage. Im Brieselanger Wasser schwimmen Asseln und Algenreste, außerdem noch vermehrt Mangan und Eisen.
Lecker. Das Gesundheitsamt lässt zwar verlauten, dass man davon nicht krank werden würde, dennoch wird dazu geraten, das Wasser vor der Benutzung abzukochen.
Aber an den Ekelfaktor denkt wohl niemand: Wäre ich betroffen, ich würde niemals das Wasser anrühren, auch nicht abgekocht. Allein schon die Vorstellung… Asseln… Igitt. Ich würde ganz sicher in den Supermarkt meines Vertrauens rennen, um dort wirklich kaltes, klares Wasser zu kaufen.
Mal sehen, was da in Brieselang noch rauskommt, warum das Wasser nicht mehr klar ist.

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Aus dem Gerichtssaal: Streit endete mit Kopfstoß

Freitag, den 13. Februar 2009
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Prozess: 22-jähriger Brieselanger ist vor dem Nauener Jugendschöffengericht in zwei Fällen angeklagt

MAZ Falkensee, 13.2.2009

BRIESELANG/NAUEN
Wegen fehlender Alibizeugen wurde am Nauener Jugendschöffengericht die Verhandlung gegen den 22-jährigen C. aus Brieselang nach einer mehr als zweistündigen Sitzung vertagt. In gleich zwei Fällen ist C. angeklagt.
Am 23. Mai 2007 soll der junge Mann maskiert gemeinsam mit einer weiteren Person den heute 20-jährigen B. überfallen haben. B. war gegen 21 Uhr in Brieselang mit einem Freund auf dem Fahrrad unterwegs. Auf einem verwilderten Grundstück legten sie eine Rast ein. „Die Kette war von meinem Fahrrad abgesprungen“, erzählte B. vor Gericht. Plötzlich seien zwei Maskierte in schwarzer Kleidung auf sie zugerannt. Der Freund von B. sei daraufhin sofort geflüchtet, B. selbst wurde von den Männern zu Boden gerissen und getreten. Die Maskierten nahmen ihm den Rucksack ab und rannten davon. Als die Tasche später wieder auftauchte, fehlten 50 Euro und ein Taschenrechner.
Der Beschuldigte C. bestreitet die Tat. Er gab an, am besagten Abend bei einem Freund das Fußball-Champions-League-Finale gesehen zu haben. Zur besagten Zeit hielte er sich gar nicht auf der Straße auf.
Tatsächlich beruht die Beschuldigung durch B. offenbar nur auf das Erkennen der Statur und der Stimme des maskierten Mannes. Die Fremden hätten sich anfangs als Polizisten ausgewiesen. Aus der Ferne will B. den Beschuldigten später noch einmal gesehen haben.
Am 20. Februar wird der Prozess mit der Anhörung der Männer fortgesetzt, mit denen C. das Fußballspiel gesehen haben will. Dann soll auch geklärt werden, wie glaubwürdig die Aussagen des Anklägers sind: Als er berichtete, was nach dem Überfall geschah, konnte er sich an Details nicht erinnern. So machten B. und sein Freund verschiedene Aussagen darüber, ob sie sich danach nochmal getroffen hatten. B. schob die Ungenauigkeiten darauf, dass der Fall schon fast zwei Jahre her sei. Unklar ist auch, wer der zweite Täter war. C. nannte in dem Zusammenhang mehrere Namen. Doch mehr als Vermutungen seinerseits sind das nicht.
Auch der zweite Fall, den das Jugendschöffengericht zu beraten hat, spielte sich in Brieselang ab. Am frühen Morgen des 7. Juli 2007 stritt sich der angeklagte C. nach einem Diskobesuch in der Nauener „Musicarena“ lautstark mit seiner damaligen Freundin. Beide waren gerade mit dem Zug auf dem Brieselanger Bahnhof angekommen. Der heute 22-jährige L. bekam die Auseinandersetzung mit. Er befürchtete, dass C. die Frau schlagen könnte und wollte nach eigenen Angaben schlimmeres verhindern. C. fühlte sich jedoch noch mehr provoziert und verpasste L. einen Kopfstoß. Der war danach handlungsunfähig. Mit einem Nasenbeinbruch und einem abgebrochenen Schneidezahn ließ er sich danach im Nauener Krankenhaus behandeln. Am Nachmittag des selben Tages meldete er sich bei der Polizei und zeigte C. an.
C. gibt diese Tat zu, allerdings hatte L. im Vernehmungsprotokoll ausgesagt, er sei auch getreten worden. Nun ist nur noch von dem Kopfstoß die Rede.
Am 20. Februar wird das Urteil des Vorsitzenden Richters Paßmann erwartet.

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Internettrends und Modelsuche

Mittwoch, den 31. Dezember 2008
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Rückblick: 53-mal „Willi“: Die MAZ-Jugendredaktion mit ihrer eigenen Jahresbilanz 2008

MAZ Falkensee, 31.12.2008

Pommes- und Dönertests, Konzerte und Jugendaktionen: Es ist Zeit, Bilanz zu ziehen.

Januar:
Aufstand gegen das StudiVZ. Das Internetportal, in dem sich (nicht nur) Studenten einschreiben, will die Daten für gezielte Werbung verwenden. Viele Nutzer protestieren, wollen aussteigen. Dabei wird das auf anderen Seiten schon lange praktiziert.
Jugendliche aus dem Havelland wollen sich mehr in der Politik engagieren. In Falkensee und Nauen sind entsprechende Interessenvertretungen vorhanden oder im Aufbau.
Einheitliche Kleidungen an den Schulen im Havelland? Bei einer Umfrage am Leonardo-da-Vinci-Campus in Nauen sind die, die es betrifft, geteilter Ansicht.

Februar:
„Willi“ macht in Falkensee den Dönertest. Das Smirna-Grillhaus in Finkenkrug macht das Rennen.
Schülerinnen aus Falkensee drehen einen kurzen Zeichentrickfilm für das Aktionsbündnis Tolerantes Brandenburg. Der „Saftladen“ wird zum Trickfilmstudio.
Das Rauchverbot in öffentlichen Räumen gilt auch im Havelland: „Ich rauche seit dem 1. Januar weniger“, sagt eine junge Ketzinerin. Viele haben Verständnis für die neue Regelung – erstaunlicherweise.
Martyna aus Schönwalde-Glien möchte Model werden. Doch in der ProSieben-Show „Germanys Next Topmodel by Heidi Klum“ scheidet sie frühzeitig aus.

März:
„Die Welle“ startet in den Kinos. Gedreht wurde der Film größtenteils am Marie-Curie-Gymnasium in Dallgow-Döberitz. Bei einer Sondervorführung in Spandau können sich die Dallgower auf der großen Leinwand bewundern.
Schüler aus Nauen und Rathenow präsentieren Zeitzeugeninterviews, die sie geführt haben. Sie wollten klären, was eigentlich während des Zweiten Weltkrieges im Havelland geschehen ist.
Das Redaktionsteam der Schülerzeitung der Dallgow-Döberitzer Grundschule „Am Wasserturm“ bekommt den dritten Preis im landesweiten Wettbewerb.

April:
Bei der Frühlingsausgabe der „Vier-Jahreszeiten“-Konzerte im Ketziner Jugendklub „BarRock“ treten unter anderem die Bands Pusteblumenzäcken und Subto auf.
Nico Schlott aus Wustermark betreibt ein Internettagebuch für das Havelland. Unter dem Dach der landesweiten „Freisein“-Blogs schreibt er über Neuigkeiten und Trends in der Region.

Mai:
Die DDR-Geschichte kommt im Unterricht zu kurz. Das sagt eine Mehrheit von befragten Schülern im Havelland.
Tomas Morandi (17) aus Argentinien lebt für ein halbes Jahr bei einer Familie in Dallgow-Döberitz. Er lebte sich schnell ein.
In Spandau beginnt das „Citadel Music Festival“. Mehr als 30 Konzerte finden bis September statt. Musikgrößen wie Ich+Ich, Schiller und Juanes stehen auf dem Programm.

Juni:
Eine ganze Staffel „24“ am Stück. „Willi“ wagte das Experiment, alle 24 Folgen der US-Krimiserie (fast) ohne Pause zu sehen. Das schlaucht, und am Ende bekommt man nicht wirklich mehr etwas mit.
Die Havelländer glauben, dass Deutschland Fußball-Europameister wird. Hat irgendwie nicht so ganz funktioniert. Na ja, aber fast.
Die Nauener „Musicarena“ schließt. Der Mietvertrag des Diskobetreibers wurde nicht verlängert.
Nauener Schülerinnen beschäftigen sich mit schwul-lesbischer Literatur. Die Filia-Frauenstiftung stellt für die Bibliothek in Nauen entsprechende neue Bücher zur Verfügung.

Juli:
Rache an der Gesellschaft. So begründet ein 16-jähriger Falkenseer bei „Willi“, warum er Hauswände und Mauern mit Graffiti besprüht.
Großer Pommestest von „Willi“ im Havelpark in Dallgow-Döberitz. Es gewinnt der Kaufmarkt-Imbiss, allerdings erreicht keiner der fünf Testkandidaten eine bessere Note als 2.

August:
Til Schweigers Filmhit „Keinohrhasen“ erscheint auf DVD. Zuvor sahen die Komödie mehr als sechs Millionen Menschen in den Kinos. Der erfolgreichste Streifen des Jahres. Einige Szenen entstanden in Paretz.
„Willi“ übergibt einen Buchgewinn an die Bibliothek in Friesack und hatte ein nicht sehr kleines Paket mit weiteren Büchern und einigen CDs dabei.
Das Musikfestival „Frierock“ in Friesack findet zum neunten Mal statt. Innerhalb von zwei Tagen treten neun Gruppen auf.

September:
Ana van Helsing aus Dallgow-Döberitz ist die Initiatorin der Konzertreihe „Fang mich auf“. Es soll Geld für den Verein Dunkelziffer gesammelt werden, der sich um missbrauchte Kinder kümmert. Das Spandauer Konzert wird allerdings kurzfristig abgesagt.
Falkensee im Internet: Rund 160 Filme haben Nutzer bei Youtube und MyVideo hochgeladen. Zu sehen sind Theateraufführungen und Impressionen.
Fritzi Zachau (18) aus Falkensee reiste für sieben Wochen nach Australien und nahm auch am Weltjugendtag in Sydney teil.

Oktober:
Neuer Trend im Internet: Couchsurfing. Jugendliche, die verreisen, aber wenig Geld ausgeben wollen, melden sich auf einem Internetportal. Dort bieten Fremde ihr Sofa als Übernachtungsmöglichkeit an.
Die Doku „Heimatkunde“ läuft in den Kinos an. „Titanic“-Chef Martin Sonneborn sah sich dafür auch im Havelland um, um Spuren der Wendezeit aufzuspüren.
Nach sechswöchiger Umbaupause eröffnet die Diskothek „Crazy“ in Friesack wieder für das Publikum.

November:
Das illegale Runterladen von Musik im Internet wird immer gefährlicher. Fahnder begeben sich nicht nur virtuell auf die Suche nach den Tätern.
Sven Pichowsky (21) aus Brieselang organisiert im Falkenseer „Capitol“ eine Rapparty. Für diverse Musiker aus dem Havelland produziert er ganze Alben.
Eine Schulklasse aus Nauen erstellt Berufspodcasts. Die kurzen Hörstücke mit Interviews zu verschiedenen Berufen können im Internet runtergeladen werden.
Die Friesacker Band Harmoana schaffen es bis ins Deutschlandfinale des „Local Heroes“-Wettbewerbes. Für einen Sieg reicht es dort allerdings nicht.

Dezember:
Bei so vielen Internetthemen im Jahr 2008: „Willi“ machte den Selbsttest. Eine Woche ganz ohne das virtuelle, weltweite Netz. Keine Mails, kein StudiVZ, keine Blogs. Zu vermelden sind leichte bis mittlere Entzugserscheinungen und Kommunikationshürden. Aber auch neue Gespräche – ganz reale, wohlbemerkt.
Nauener Schüler feiern den „Tag der Menschenrechte“. Sie erstellen ein kleines Programm und gestalten Plakate, auf denen die Menschenrechte vermerkt sind.

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