aRTikel

Schönwalde punktet, Ketzin muss nacharbeiten

Freitag, den 24. April 2009
Tags: , , , , , , , , ,

Teil 1 -> 18.4.2009

Internet: Der MAZ-Test: Wie präsentieren sich die Städte und Gemeinden des Osthavellandes auf ihren Homepages? / Teil 2

MAZ Falkensee, 24.4.2009

Wie aktuell und übersichtlich sind die Internetseiten der Städte und Gemeinden im Osthavelland? Die MAZ vergibt Schulnoten.

HAVELLAND
Gemeinsam mit dem Softwareentwickler Jörg Stöber schaute sich Robert Tiesler auf den örtlichen Internetseiten um. Nachdem im ersten Teil bereits Brieselang, Dallgow-Döberitz, Falkensee und Friesack ihre Noten erhalten haben, folgt heute der zweite Teil.

•••

Ketzin
www.ketzin.de

Layout: Das Design ist schlicht und optisch wenig ansprechend. Der Nutzer stößt eher zufällig auf die Begrüßung des Bürgermeisters unter „Verwaltung“ und „Begrüßung“. Die Seite ist zwar nicht unübersichtlich, aber manche Links der Hauptnavigation führen zu fremden Seiten, die sich auch nicht nur auf Ketzin beziehen.

Nutzwert: Nicht immer aktuell. Einige Ausschreibungen sind von 2007. Politisch ist die Seite aber auf neuestem Stand, auch die Amtsblätter sind zu finden. Die Termine wurden bis zum Jahresende 2009 vorgetragen. Unklar ist, ob sie später noch überarbeitet werden, falls etwas ausfällt. Nette Zugabe: das Wetter in Ketzin.

Barrierefreiheit: Das Programm Flash ist zwingend erforderlich, sonst lässt sich die Seite nicht bedienen, weil die Navigation fehlt. Für einige Rechner ist die Seite somit nicht nutzbar. Barrierefreiheit ist absolut nicht gegeben, weil die Seite dafür zu kompliziert aufgebaut ist.

Noten: Inhalt 2,5
Umsetzung 6

•••

Nauen
www.nauen.de

Layout: Mittelmaß. Es werden teilweise kontrastarme Schriften verwendet, die schwer zu lesen sind. Die Navigation ist unklar. Die Unterpunkte sind unscheinbar im oberen Teil, eine dritte Navigationsleiste erscheint im Fuß. Auch hier findet der Nutzer die Begrüßung nur zufällig.

Nutzwert: Der Besucher wird mit dem Schriftzug „Funkstadt Nauen“ begrüßt. Weshalb wird Nauen so genannt? Inhaltlich geht die Seite auf solche Fragen nicht ein. Die Terminliste erscheint außerdem unübersichtlich. Bei wiederkehrenden Events werden unklare Daten eingegeben. Ein zweiter Veranstaltungskalender steht unter „Kultur“ und „Freizeit“. Der ist wenig hilfreich, da dort nur Tage ohne Orte und Uhrzeiten angegeben sind. Schön ist der Altstadtbummel mit neuen und alten Fotos.

Barrierefreiheit: Der Nutzer muss erst den Popupblocker ausschalten, um die Seite ansehen zu können. Sie ist kompliziert aufgebaut, besteht aus vielen Tabellen und ist damit nicht barrierefrei. Die Einzelseiten sind auch nicht extra nach ihrem Inhalt ausgezeichnet, was die Orientierung auf der Seite erleichtern würde. Gut dagegen ist die vorhandene Textversion.

Noten: Inhalt 3
Umsetzung 4,5

•••

Schönwalde-Glien
www.schoenwalde-glien.de

Layout: Die Startseite ist originell. Die Rubriken sind übersichtlich und klar strukturiert, es ist immer offensichtlich, wo sich der Nutzer gerade befindet.

Nutzwert: Die Informationen sind umfassend. Zu finden sind alle Ansprechpartner, Gesetzestexte und Paragrafen. Die Visitenkartendateien der Gemeindemitarbeiter können direkt in das eigene Mailprogramm übertragen werden. Im Bereich „Bürger“ erscheint der Titel der Rubrik „Lebenslagen“ etwas unbestimmt. Der Veranstaltungskalender ist bis Anfang 2010 geführt. Das Branchenbuch ist noch ausbaufähig. Interessant: die Einwohnerstatistik der Gemeinde – allerdings steht sie unter „Wirtschaft“. Kleines Manko: Es fehlen Bilder. Der Bürgermeister und die Sparkasse können doch nicht das einzige sein, was Schönwalde optisch zu bieten hat.

Barrierefreiheit: Überzeugend. Die Codestrukturierung ist auf der Höhe der Zeit, die Seite ist dadurch für Bildschirmleseprogramme optimiert, die auch Sehbehinderten die Nutzung ermöglichen. Alle Infos sind zu diesem Zweck korrekt ausgewiesen. Auch eine Schnellnavigation für solche Leseprogramme ist vorhanden.

Noten: Inhalt 1,3
Umsetzung 1,2

•••

Wustermark
www.wustermark.de

Layout: Ein Seitenkopf mit dem Ortsnamen fehlt. Nur das Wappen im oberen Teil der Seite deutet darauf hin, wo sich der Nutzer überhaupt befindet. Die Navigation auf der linken Seite ist unklar aufgebaut, in den Rubriken sind unter anderem „Veranstaltungen“, „Seniorenrat“ und „Rangierbahnhof Wustermark“ aufgelistet. Generell treten viele Unklarheiten auf. Während des Surfens weiß der Nutzer nicht, auf welcher Unterseite er sich gerade bewegt.

Nutzwert: Der Formularserver auf der Gemeindeseite enthält alle wichtigen Infos, inklusive E-Mail-Adressen der Ansprechpartner. Zudem gibt es alle wichtigen Daten zum Ort, zur Kommunalpolitik, Touristik und Wirtschaft.

Barrierefreiheit: Die Seite basiert auf verschachtelten Seiten und Tabellen. Leseprogramme haben damit Probleme. Nicht barrierefrei.

Noten: Inhalt 2,5
Umsetzung 5

aRTikel

Gute Noten für Brieselang, aber in Dallgow ist noch viel zu tun

Samstag, den 18. April 2009
Tags: , , , , , , , , ,

Internet: Der große MAZ-Test – Wie präsentieren sich die Städte und Gemeinden des Osthavellandes im Netz?

MAZ Falkensee, 18.4.2009

Wie aktuell und übersichtlich sind die Internetseiten der Städte und Gemeinden im Osthavelland? Die MAZ vergibt Schulnoten.

HAVELLAND
Acht Internetseiten unterzogen sich dem Test von Softwareentwickler Jörg Stöber und Robert Tiesler. Die Veröffentlichung erfolgt in alphabetischer Reihenfolge. In einer der folgenden Ausgaben finden Sie den zweiten Teil mit Ketzin, Nauen, Schönwalde-Glien und Wustermark.

•••

Brieselang
www.gemeindebrieselang.de

Layout : Die Seite weist eine klare Gliederung auf, auch wenn sie manchmal ein wenig altbacken aussieht. An einigen Stellen, besonders bei vielen der Unterseiten, fallen Abweichungen vom eigentlichen Layout auf.

Nutzwert: Der Nutzer hat oft verschiedene Möglichkeiten, um den Inhalt zu finden, den er sucht. Die aktuelle Gemeindevertretung wird umfassend erklärt, jedoch fehlen noch die Beschlüsse von 2009. Ansonsten sind sie alle als PDF abrufbar. Auch der Rest der Seite ist ansonsten auf erfreulich aktuellem Stand. Auf der Terminseite fehlt gerade bei wiederkehrenden Veranstaltungen eine klare Übersichtlichkeit. Da liegt daran, dass scheinbar willkürlich Anfangs- und Endtage eingetragen wurden. Der Nutzer findet auf der Seite alle wichtigen Formulare, Satzungen und Amtsblätter. Nett: Bilder vom Erntefest und das „Bild der Woche“ auf der Startseite. Negativ: Der umständliche Name der Seite und die Gemeinde hat keine Rechte an der Seite www.brieselang.de.

Barrierefreiheit: In dieser Hinsicht eine sehr gute Seite. Die Codestrukturierung ist auf der Höhe der Zeit, für Screenreader optimiert. Alle Infos sind semantisch korrekt dargestellt mit Über- und Unterüberschriften. Eine Schnellnavigation für Screenreader ist vorhanden.

Noten: Inhalt: 1
Umsetzung: 2

•••

Dallgow-Döberitz
www.dallgow.de

Layout: Die Seite weist keine klare Struktur auf, ein Design ist im Prinzip nicht vorhanden, das Layout ist extrem schlicht. Die Navigation steht unübersichtlich im Seitenkopf. Die Seite kommt ohne Fotos aus – von Bürgermeister Jürgen Hemberger auf der Startseite mal abgesehen. Die Trennung zwischen den Kategorien „Termine“ und „Veranstaltungen“ ist unklar. Der Nutzer erkennt auf den ersten Blick keinen Unterschied, zumal selbst im Gästebuch weitere vereinzelte Terminhinweise zu finden sind.

Nutzwert: Die Termine sind auf dem aktuellen Stand, allerdings nicht sehr umfangreich. Wiederholungstermine werden am Ende der Seite aufgeführt, was somit durchaus übersichtlich ist. Der Nutzer findet umfangreiche Infos zur Verwaltung und Gemeindevertretung, auf den Seiten der Ausschüsse fehlen allerdings die Vornamen (Herr/Frau X). Die Linksammlung ist umfangreich, allerdings teilweise überholt und im Großen und Ganzen doch ziemlich willkürlich und überflüssig.

Barrierefreiheit : Diese ist nicht gegeben. Die Seite verwendet Frames (Teilbereiche) und wird in weitere Seiten aufgeteilt. Probleme können auftreten, wenn der Nutzer über die Suchmaschinen auf die falsche Seite kommt. Dann ist die Navigation nicht mehr erreichbar. Für Screenreader ist sie überhaupt nicht optimiert, es gibt keine semantische Auszeichnung der Inhalte.

Noten: Infos: 3
Umsetzung: 5

•••

Falkensee
www.stadt-falkensee.de

Layout: Der Slogan „Stadt im Aufwind“ schlägt sich im Internetauftritt leider nicht nieder. Es ist nicht sofort ersichtlich, was die Haupt- und was die Unternavigation ist, die Liste der verschiedenen Navigationslisten reicht bis zu fünf Ebenen tief. Da wird es unübersichtlich. Das Design ist ziemlich langweilig. Erstaunlich: Die barrierearme Version ist schöner.

Nutzwert: Einige Rubriken auf der Startseite bleiben unklar: Unter der Überschrift „Veranstaltungen“ stehen auch allgemeine Nachrichten. Außerdem gibt es noch eine Extrarubrik: „Meldungen aus Falkensee“ Dort wiederum tauchen auch Veranstaltungshinweise auf. Der eigentliche Veranstaltungskalender befindet sich jedoch unter der Rubrik „Kultur & Sport“. Daneben gibt es alle wichtigen Infos aus der Stadtverwaltung und der SVV, allerdings nur als PDF. Ein nettes Gimmick: Falkensee aus der Luft.

Barrierefreiheit: Die barrierefreie Version der Seite ist auch für nichtbehinderte Menschen zu empfehlen, sie ist schöner als das Original. Barrierearmut ist gegeben.

Noten: Infos: 2
Umsetzung: 3

•••

Friesack
www.amt-friesack.de

Layout: Die Seite macht zumindest keinen unmodernen Eindruck. Sie wirkt relativ übersichtlich. Sie teilt sich in verschiedene Bereiche mit eigenen Navigationen auf, der Nutzer kommt nur über Dropdownliste wieder zurück. Dafür, dass Ämter, Gemeinden und Ortsteile eingebunden sind, ist die Seite dennoch recht übersichtlich.

Nutzwert: Die Seite ist nicht optimiert für Suchmaschinen und kämpft mit extrem veralteten Versionen von www.friesack.de in den Ranglisten. Somit ist auch nicht gleich ersichtlich, welche der diversen Friesack-Seiten die richtige ist. Auffallend ist der umfangreiche Formularserver zum Runterladen. Zu finden sind alle Infos des Amtes sowie weitergehende Informationen zu den Städten und Gemeinden im Amt.

Barrierefreiheit: Ohne ein Programm, das Javascript entschlüsselt, ist die Seite nicht benutzbar. Einige Rechner unterstützen kein Java, manche Nutzer deaktivieren es wegen der Sicherheit. Es fehlt ein Hinweis auf Notwendigkeit von Java. Barrierearmut ist somit praktisch nicht gegeben. Die Verwendung von Frames (Teilbereiche), die Aufteilung der Seite in mehrere verschiedene Seiten erschwert die Nutzung. Probleme können auftreten, wenn man über die Suchmaschinen auf die falsche Seite kommt. Das Navigieren wird dann schwerer. Auch der Kontrast der Schriften ist mitunter mangelhaft.

Noten: Inhalt: 1
Umsetzung 3,5

Von Berlin in die weite Welt des Havellandes
Internet: Jörg Stöber testete acht Homepages

MAZ Falkensee, 18.4.2009

HAVELLAND
In Schönwalde-Glien ist die Internetseite der Gemeinde vor einigen Wochen neu gestaltet worden. Auch in Brieselang hat sich einiges getan. In Nauen und Wustermark arbeitet die Verwaltung an der Aktualität. Die Ketziner wollen noch 2009 ihre Seite überarbeiten. Gemeinsam mit dem Berliner Softwareentwickler Jörg Stöber schaute sich MAZ-Volontär Robert Tiesler auf den Internetseiten der Städte und Gemeinden im Osthavelland um.
Acht Adressen standen auf dem Zettel von Jörg Stöber. Der 28-Jährige untersuchte fast fünf Stunden lang die Internetseiten von Brieselang, Dallgow-Döberitz, Falkensee, Friesack, Ketzin, Nauen, Schönwalde-Glien und Wustermark. Der Test erfolgte in den Kategorien Layout und Übersichtlichkeit, Nutzwert und Aktualität sowie Barrierefreiheit.
Letztere ist seit einem Jahr ein großes Thema: „Die Barrierearmut auf den Internetseiten ist gesetzlich vorgeschrieben“, sagte Jörg Stöber. „Minderheiten dürfen nicht ausgeschlossen werden.“ Allerdings weiß er, dass die Umsetzung schwierig ist, wenn eine Gemeinde nicht viel Geld hat. „Die Seite hat dann auch einen erhöhten Pflegeaufwand.“ Drei der acht Homepages waren so gut wie barrierefrei. Die Hälfte der überprüften Internetseiten schnitten gut ab. „Der Rest ist in Sachen Layout noch auf einem sehr alten Stand“, so Jörg Stöber. „Friesack schien mehrere Anläufe gebraucht zu haben, bis dort eine brauchbare Seite entstanden war.“ Er rät den Friesackern dringend, die alten Versionen, die sowohl inhaltlich als auch von der Aufmachung keinen Standard mehr erfüllen, abzuschalten.
Stöber hat bei seiner Arbeit generell die Erfahrung gemacht, dass nach der Jahrtausendwende viele schlechte Seiten entstanden sind. „Zur Boomzeit rund um das Jahr 2000 schwammen alle auf der Webseitenwelle.“ Für viel Geld seien schlechte Internetauftritte abgeliefert worden.
Jörg Stöber ist Diplomkaufmann, sein Wissen über Computer und das Internet verschaffte er sich im Nebenstudium. Er ist einer von zwei Gesellschaftern der Firma Escriptum und entwickelt vor allem Software.

RTelenovela

In Brieselang konkurriert Netto mit Netto

Samstag, den 4. April 2009
Tags: ,

Am Anfang hatte ich mich gewundert, warum der Netto-Markt im Süden Deutschlands ein anderes Logo hatte, als das, was im Osten bekannt ist. Hier bei uns, sitzt ein wartender Hund neben den Netto-Großbuchstaben.
Inzwischen weiß ich, dass Netto und Netto zwei komplett verschiedene Unternehmen sind. OHG Netto Supermarkt GmbH & Co. sowie Netto Marken-Discount GmbH & Co. OHG. Eigentlich verwunderlich, dass das offenbar funktioniert und nie jemand geklagt hat. Das gab es wegen ganz anderer Kleinigkeiten schon größere Rechtsstreits. Aber zwei Einkaufsketten, die Netto heißen?
Nach und nach zieht auch die Nicht-Hund-Netto-Kette in unsere Region. in Brieselang im Havelland führt das zu der besonders bemerkenswerten Situationen, dass zwei Netto-Märkte nebeneinander stehen. Links der mit Hund, rechts der ohne. Netto konkurriert mit Netto. Irgendwie skurril.

RTelenovela

Volojahre (15): Liebe Politiker, darf ich mal aufs Klo?

Freitag, den 27. März 2009
Tags: , ,

(14) -> 24.3.2009

Das ist nicht überall so, aber wenn die Gemeindevertreter von Brieselang tagen, dann warten vor der Tür des Sitzungssaals tatsächlich viele Leute, um der Veranstaltung beiwohnen zu dürfen.
Der erste Teil der Sitzung war jedoch nicht öffentlich. Und wer während dieser Zeit mal ein dringendes Bedürfnis hatte, der musste warten. Denn die Toilette im Flur des Rathausgebäudes war leider verschlossen. Die Öffentlichkeit hatte sich gefälligst zusammen zu nehmen und sich jenes Bedürfnis zu verkneifen.
Natürlich gibt es aber eine Toilette im Rathaus. Dieser Bereich geht jedoch direkt vom Sitzungssaal ab. Das bedeutet nicht nur, dass man während der Sitzung genau weiß, wer gerade mal wieder aufs Klo muss. Das heißt auch, dass der Bedürfnisbürger während der nichtöffentlichen Sitzung an der Saaltür zu klopfen hat, reingeht und drum bitten muss, das Klo benutzen zu dürfen. Brieselangs Politiker werden dazu sicherlich nicht nein sagen – obwohl die nichtöffentliche Sitzung dadurch ein Stück weit öffentlich wird -, aber ein bisschen unangehm ist dieser Vorgang dann doch.
Vielleicht kann das ja mal geändert werden.

aRTikel

Kein weiterer Bushalt in Friesack

Samstag, den 21. März 2009
Tags: , , , , , ,

Verkehr: Ärger wegen Fahrplanänderung und Ersatzverkehr / RE 4 stoppt nun durchgängig in Brieselang

MAZ Falkensee, 21.3.2009

Das Potsdamer Verkehrsministerium schaltete sich im Streit um durchfahrende Regionalexpresszüge in Brieselang ein.

HAVELLAND
Das Chaos ist zwar nicht ausgebrochen, seit die Bahnstrecke zwischen Nauen und Wittenberge wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Dennoch hat sich bei den Fahrgästen in einigen Punkten Ärger angestaut.
Insbesondere die längeren Reisezeiten durch den Schienenersatzverkehr zwischen Nauen und Friesack sorgen bei den Pendlern für Frust. Statt 14 dauert die Fahrt nun 43 Minuten. Jedoch halten nur die Busse der Linie B in Paulinenaue und Friesack. Bei der Linie A liegt der erste Haltepunkt von Nauen aus in Neustadt (Dosse). Nur im Schülerverkehr ist ein Halt am Friesacker Bock vorgesehen. Der Deutsche Bahnkundenverband im Havelland sowie einige Friesacker, die sich erbost an die MAZ wandten, fordern, dass auch die Linie A einen festen Halt in Friesack bekommt. Bahnsprecherin Erika Poschke-Frost macht den Bahnkunden in Friesack wenig Hoffnung und verwies auf die Busse der Linie B. Die oft geforderte kurze Reisezeit würde verlängert, wenn auch die Linie A durch die Ortschaften führen würde.
Die Kapazitäten auf der Strecke würden nach ihrer Ansicht ausreichen. „Dennoch stehen Reservebusse abrufbereit“, so die Sprecherin. „Sie kommen bei Notwendigkeit zum Einsatz.“ Auch der Anschluss des Ersatzverkehrs an die Züge in Nauen seien optimal. Die Wartezeiten liegen zwischen vier und 18 Minuten. Die Forderung der verkehrspolitischen Sprecherin Anita Tack (Die Linke) nach Zeitverkürzungen wies die Deutsche Bahn somit zurück.
Kleine Korrekturen sind auf der Strecke zwischen Nauen und Friesack dennoch vorgenommen worden. „Für Schüler haben wir weitere Haltepunkte an den jeweiligen Schulstandorten eingerichtet“, so die Bahnsprecherin Poschke-Frost.
Für Ärger sorgte der Fahrplan des Regionalexpresses RE 4 in Brieselang. Laut Information von Ralf Kothe, Sprecher des Arbeitskreises Bahn- und Nahverkehr, mussten am Dienstagabend in Falkensee etwa 100 Pendler aus Brieselang den Zug verlassen, weil alle weiteren Halte bis Nauen entfallen sollten. Tatsächlich fand Kothe im Kleingedruckten des Fahrplanes den Hinweis, dass der RE 4 um 18.52 und 19.52 Uhr nur am Wochenende in Brieselang halten solle. Der Protest bei der Bahn, in den sich auch das Verkehrsministerium in Potsdam einschaltete, brachte nun einen Erfolg. Seit gestern hält der Regionalexpress auch in den frühen Abendstunden unter der Woche in Brieselang, teilte Erika Poschke-Frost auf Nachfrage mit.
Die Bahnstrecke zwischen Nauen und Wittenberge ist noch bis Mitte Juni voll gesperrt.

aRTikel

Mehr Frostschäden als sonst

Dienstag, den 3. März 2009
Tags: , , , , , , ,

Infrastruktur: Die Straßen im Havelland sind nach dem langen Winter löchrig geworden

MAZ Falkensee, 3.3.2009

Die Kommunen im Landkreis beginnen schon mit ersten Aus- besserungsarbeiten, aber erst im April kann Bilanz über die Schäden gezogen werden.

HAVELLAND
Ganz vorsichtig schleichen die Autos die Piste entlang, fahren Schlangenlinien. Die Vorholzstraße in Brieselang ist ein Bild des Jammers. Schlagloch reiht sich an Schlagloch, der Asphaltbelag ist nicht mehr als ein Flickenteppich, der nach dem Winter mehr und mehr aufbricht.
„Die Vorholzstraße ist ein echter Brennpunkt“, gibt Brieselangs Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) zu. Schlimm sieht es nach seinen Angaben auch in der Wustermarker Allee und in der Bahnstraße aus. „In diesem Jahr haben wir mehr Frostschäden als sonst“, erklärt Wilhelm Garn. „An einigen Stellen beobachten wir außerdem Rissbildungen.“
Doch nicht nur in Brieselang entstanden in den zurückliegenden Wochen viele Schlaglöcher. Alle Kommunen im Havelland sind betroffen. „Der ständige Wechsel von Frost und Tauwetter in diesem Winter macht den Straßen zu schaffen“, sagt Lothar Wiegand, Sprecher des Verkehrsministeriums in Potsdam. Die Meistereien würden die Strecken unentwegt kontrollieren. So sind bereits Schlaglöcher auf der Strecke zwischen Schönwalde-Dorf und Falkensee ausgebessert worden. Wie hoch der Schaden auf den Landesstraßen sei, darüber gebe es noch keine Prognosen. Dauerhafte Reparaturen könnten zudem erst im April beginnen, wenn es dauerhaft wärmer sei, so Wiegand.
In Brieselang laufen bereits die Ausschreibungen für die Straßenausbesserungen. „Einige Löcher haben wir aber auch schon auffüllen lassen“, sagt Wilhelm Garn. In der Regel werden die schadhaften Stellen mit einem Kalt- und Heißasphaltgemisch ausgebessert. Etwa 100000 Euro gibt die Gemeinde Brieselang jährlich dafür aus. „Aber ich weiß nicht, ob das nach diesem Winter reichen wird“, sagt Wilhelm Garn.
„Wir haben viele Reparaturen zu erledigen“, erklärte Falkensees Stadtchef Heiko Müller (SPD) in der jüngsten Zusammenkunft der Stadtverordneten. „Es sind weit mehr Schlaglöcher als in den vergangenen Jahren.“ Im Haushalt hat Falkensee in diesem Jahr 550000 Euro für Straßenerneuerungen zur Verfügung. Kritisch sind die Schäden unter anderem im Havelländer Weg und in der Hansastraße. „Die Situation ist verkraftbar, aber es schmerzt“, so Müller.
„Auch wir haben einige Bereiche, in denen es schlimm aussieht“, erklärt Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD). 200000 Euro gibt die Stadt pro Jahr in einem Sonderprogramm für die Instandhaltungen von Straßen aus.
In Dallgow-Döberitz sind einige Löcher bereits gestopft worden. „In der Wilmsstraße waren wir schon aktiv“, sagt Gemeindechef Jürgen Hemberger (Freie Wähler).
Winterschäden hat auch die Stadt Ketzin zu beklagen. „Besonders akut ist es in der Thälmannstraße im Ortsteil Tremmen“, sagt Bürgermeister Bernd Lück (FDP). Aber diese Strecke werde in diesem Jahr sowieso saniert, kündigt er an. In Ketzin selbst sei der Friedrich-Ludwig-Jahn-Weg besonders betroffen. Den jährlichen Finanzrahmen der Stadt für Ausbesserungen beziffert Lück „auf unter 10000 Euro.“ Mindestens alle vier Wochen kontrolliert ein Mitarbeiter des Tiefbauamtes die Straßen der Stadt.
Der Landkreis nimmt in den nächsten zwei Wochen eine komplette Befahrung aller Kreisstraßen vor, erklärt Pressesprecher Erik Nagel. „Es liegen im Amt allerdings schon einige Meldungen über Frostaufbrüche und andere Schäden vor“, sagt er. Die würden gebündelt und mit den Ergebnissen der Begehung abgeglichen. Die Lage sei aber nirgendwo so ernst, dass der Verkehr nur eingeschränkt fließen könne, so Nagel. Die meisten der Kreisstraßen seien recht neu, so dass sich die Schäden insgesamt in Grenzen hielten.
Nach der Streckenüberprüfung erstellt der Kreis eine Prioritätenliste. Ein Großteil der Reparaturarbeiten werde dann an Straßenbaufirmen vergeben. 120000 Euro pro Jahr sind im Haushaltsplan des Landkreises für solche Maßnahmen eingeplant.

aRTikel

Lius und sein vertontes Tagebuch

Dienstag, den 24. Februar 2009
Tags: , , , ,

Musik: 20-Jähriger aus Paretz mit erster CD

MAZ Havelkultur, 24.2.2009

PARETZ
Wenn jemand ein Tagebuch führt, sollten das in den meisten Fällen keine anderen Leute zu lesen bekommen. Bei Lius ist das nicht so. Er möchte, dass jeder hört, was er zu sagen hat. Er packte sein Tagebuch in Form von 20 Rapsongs auf eine CD. Und das hört sich dann so an: „Deine erste Rose, dieser erste Kuss, ich weiß ja, wir verstehen uns; hatten jeden Tag nur uns zwei, Liebe, Werte und …“
Lius ist 20, heißt eigentlich Matthias Müller und wohnt im Ketziner Ortsteil Paretz. In Berlin absolviert er eine Lehre als Kaufmann für Speditions- und Logistikdienstleistungen. Da bleibt gar nicht mal so viel Zeit für den Rap. Ein Jahr lang arbeitete er gemeinsam mit befreundeten Musikern in einem kleinen Tonstudio in Brieselang an seinem ersten Album. Auf „Tagebuch“ geht es im Allgemeinen um ihn selbst, wie Lius sagt. „Es sind aber auch Dinge, mit denen sich jeder identifizieren kann.“ Beziehungen, Lebensschmerz und Elternstress. In dem Song „Gemeinsam zerstört“ berichtet er von der Trennung von seiner Freundin, mit der er zweieinhalb Jahre zusammen war. „Ich erzähle, wie wir uns geliebt haben und dann gehasst“, sagt Lius. Das Lied lief vor Kurzem sogar im Radio, bei „Unsigned“, der Show, in der junge Musiker auf der rbb-Jugendwelle Fritz präsentiert werden.
Lius war zwölf, als er seinen ersten Text geschrieben hat. „Seitdem habe ich mich richtig da reingesteigert“, erinnert er sich. Den Namen hat sich seine Mutter ausgedacht. Sie nannte ihn früher scherzhaft „Corny“, denn Cornelius ist Matthias’ zweiter Vorname. „Corny“ hat ihm jedoch nicht gefallen, und seine Mutter schlug ihm vor: „Nenne dich doch Lius.“ Sie ist auch sein größter Fan und Kritiker.
Im Herbst 2007 stand er das erste Mal auf einer Bühne, in der Falkenseer Diskothek „Capitol“. Lius sagt, er sei sehr aufgeregt gewesen. Aber sein Traum ist es trotzdem, mal auf einem großen Hip-Hop-Event auftreten zu dürfen.
Aber darauf kommt es gar nicht so an. „Die Musik ist mein Hobby, aber ich habe auch noch ein anderes Leben“, sagt Lius. „Wenn es mit dem Rap nicht funktioniert, dann ist es eben so.“ Deshalb lässt er es langsam angehen. Über seine Internetseite bei Myspace können Interessierte seine CD für 7 Euro bestellen. „Ja, das ist nicht so billig“, sagt er, „aber ich saß über ein Jahr dran, und ein bisschen will ich schon dran verdienen.“ Zumal das Pressen der Scheiben über Myspace Lius auch einiges kostet. Als Nächstes will der 20-Jährige gemeinsam mit einem Freund ein kleines Studio bei sich zu Hause in Paretz aufbauen. Auf lange Sicht möchte er aber lieber in Berlin leben. „Meine Eltern haben hier ein schönes Leben, aber für Junge ist das nichts.“ Aber darüber wird er wohl auf seinem zweiten Album mehr erzählen.

Lius im Internet: www.myspace.com/100prozentlius