RTelenovela

Raus aus der Stadt und rein in die Pilze

Samstag, den 5. Oktober 2013
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Jetzt kommen sie wieder. In der großen Stadt gibt es nicht so viele Wälder, aber viele Pilzfans. Und deshalb kommen die Stadtleute raus aufs Land, fahren mit Tempo 65 über die Landstraße und finden die Natur einfach nur schön. Und dann bremsen sie, steuern ihren Wagen ganz umweltfreundlich in den Waldweg und parken vor der Sperre.

Wer in diesen Tagen – und das Wetter war ja noch mal so richtig schön – beispielsweise auf der Strecke von Lehnitz nach Summt unterwegs ist, wird sie scharenweise beobachten können. Der Waldrand steht voller Autos, überall sind die Sammlergruppen zu sehen, die sich ihre Nahrung aus den Wäldern von Briese holen. Plizesammeln ist zum Volkssport geworden.
In Summt selbst steht der Straßenrand voller Autos, oder auch gern mal auf der Straße selbst, so dass es im Dorf zu Staus kommt.

Mit Dörfern kennen sich Großstädter allerdings nicht so aus. Die Leute mit OHV-Kennzeichen verhöhnen sie gern als “Ohne Hirn und Verstand”, aber genauso sind sie außerhalb ihrer Stadt auch gern mal unterwegs. Einfach mal am Straßenrand halten, blinken ist dabei nicht nötig. Und wenn man merkt, dass es doof ist, dort zu parken, einfach wieder losfahren, auch wieder ohne zu blinken und auf den Verkehr zu achten, der schon überholen wollte.

Aber auch die Pilzzeit geht ja bald vorbei, und die Städter kennen sicherlich viele Geschichten, wie beschissen die Provinzler Autofahren…

RTelenovela

Im Winterwunderland (18): Aprilschnee

Freitag, den 5. April 2013
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(17) -> 14.3.2013

Schnee! Im April! Es ist müßig, sich darüber aufzuregen. So langsam macht sich das weiße Zeug vom Acker, kommende Woche könnte endlich der Frühling einziehen.
Es gibt aber noch Gebiete, in denen man sogar noch Wintersport betreiben kann.

Wer von Borgsdorf nach Briese unterwegs ist, wird immer noch ein Winterwunderland erleben. Der Wald präsentiert sich in einer dicken Schneehülle. Selbst die schmale Straße durch das Briesetal ist schneebedeckt, es haben sich tiefe Spurrillen gebildet. Offenbar fühlte sich niemand bemüßigt, die Straße irgendwann mal zu räumen. Vielleicht fahren einfach zu wenige Autos dort lang.

Aber auch auf dem Waldweg von Verlorenort nach Kremmen liegt der Schnee noch zentimeterhoch. Was gar nicht ungefährlich ist, denn die Spurrillen dort sind so tief, dass man Angst haben muss, aufzusetzen. Augen und Ohren zu und durch!
Und auch in Karolinenhof, einem Wohnplatz der zu Flatow (Kremmen) gehört und direkt neben Kuhhorst (Fehrbellin) liegt, sind die Felder noch schneebedeckt. Blöd für die dortigen Tiere, denn sie können noch nicht auf die Wiesen und Gras fressen. Sie bekommen immer noch Heu.

So wird aus dem Winterwunderland irgendwann eben doch ein Winterfrustland – spätestens im April.

aRTikel

1992: In Bärenklau gehen 150 Asylbewerber auf die Barrikaden

Mittwoch, den 4. Juli 2012
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Juni 1992 II -> 26.6.2012

Vor 20 Jahren: Demonstration gegen Vollverpflegung / Feuerwehr wendet Waldbrandkatastrophe bei Summt ab / Einbrüche in Liebenthal

MAZ Oranienburg, 4.7.2012

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg? Diesmal: die erste Hälfte im Juli 1992.

OBERHAVEL
Die Feuerwehr kann die große Katastrophe abwenden. Im Dreieck Birkenwerder – Summt – Zühlsdorf brennt Anfang Juli 1992 tagelang auf einer Fläche von 250 Hektar der Wald. Zeitweise war die Ortschaft Summt bedroht. Es gab bereits erste Evakuierungspläne. Zeitweise sind in der Region mehr als 350 Feuerwehrleute und 300 Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Eine gute Woche lang dauert die Brandbekämpfung.

Bei der Feuerwehr in Hammer herrscht unterdessen Krisenstimmung. Es gibt zu wenig Leute, die Einsatzbereitschaft kann nicht mehr gewährleistet werden, sagt Bürgermeisterin Christa Balke. Die Wehr meldet sich vorerst ab.

In der im Bau befindlichen Gülleaufbereitungsanlage bei Kremmen will die Fastfoodkette McDonald’s Speiseabfälle kompostieren. Im September 1992 soll es losgehen.

Brummifahrer können die Parkfläche gegenüber der Raststätte „Havelbrücke“ in Havelhausen nicht mehr nutzen. Am 6. Juli 1992 sorgt ein Trupp dafür, dass das große Gelände eingezäunt wird. Auftraggeber ist die Esso-AG in Berlin. Doch ein geplanter Tankstellenbau kommt nicht zustande, weil der Oder-Havel-Kanal zu dicht ist.

In Bärenklau gehen am 8. Juli 1992 die 150 Asylbewerber in der ehemaligen Tourismusschule auf die Barrikaden. Der Eklat dreht sich um die Essen-Vollverpflegung, die keiner von ihnen in Anspruch nehmen will. Die Bewohner möchten selbst kochen – und demonstrieren dafür. Ein großes Polizeiaufgebot kommt nach Bärenklau. Eine Sozialamtsmitarbeiterin wird mit einer Fahrradkette angegriffen. Am 10. Juli müssen 39 Schwarzafrikaner das Heim verlassen.

Am 9. Juli 1992 geht folgender Anruf im Kremmener Rathaus ein: „Passen Sie gut auf. In einer Stunde fliegt das Rathaus in die Luft.“ Die Polizei kommt, aber eine Stunde nach dem Anruf steht das Rathaus immer noch.

Unbekannte verwüsten am 14. Juli 1992 das Liebenthaler Gemeindezentrum. Ein Aktenschrank ist aufgebrochen, Akten liegen durcheinander auf dem Boden, auch auf dem Schreibtisch von Bürgermeisterin Ingeborg Kirchmann herrscht Chaos. Einige Tage davor ist schon in den Konsum eingebrochen worden.

Unklar ist übrigens auch noch, ob sich Liebenthal der Stadt Liebenwalde anschließen will. In den Planungen von Groß Schönebeck kommt Liebenthal jedoch nicht mehr vor, die Einwohner selbst sprechen sich dafür aus, im künftigen Kreis Oberhavel bleiben zu wollen.

aRTikel

1992: Waldbrand bedroht Summt

Dienstag, den 26. Juni 2012
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Juni 1992 I -> 19.6.2012

Vor 20 Jahren: Bäume brennen auf 150 Hektar

MAZ Oranienburg, 26.6.2012

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg? Diesmal: die zweite Hälfte im Juni 1992.

OBERHAVEL
Tausende Oranienburger müssen wieder ihre Häuser und Arbeitsplätze verlassen. An der Kremmener Straße liegt eine Fünf-Zentner-Bombe. Eigentlich sollen die Freilegungsarbeiten eine knappe Woche dauern, doch Sprengmeister Horst Reinhardt gibt das Signal: Die Bombe ist so gefährlich, dass es schnell gehen muss.

Vier umherstreunende Pferde und Esel sorgen auf dem Parkplatz an der Oranienburger Hasenheide gegenüber dem Polizeipräsidium für Aufsehen. Vorher sind sie von der Lehnitzschleuse aus dorthin getrabt. Sie stammen von einer Koppel an der Sachsenhausener Biberfarm.

Bernöwe hat die Wahl. Die Einwohner können entscheiden, ob der Ort wieder eigenständig und sich von Schmachtenhagen abkoppeln soll. Das Problem: Wer übernimmt die kommunalen Aufgaben? Das bleibt unklar.

Am Oranienburger Runge-Gymnasium findet erstmals ein Schülertheatertreffen statt. 140 Leute aus dem Kreis, aus Essen und Hamm nahmen teil. Heidrun Baumgardt, die Leiterin des Festivals ist begeistert „von der Aufgeschlossenheit und dem Enthusiasmus der Leute“, sagt sie in der MAZ.

Das Gesellschaftshaus in Oranienburg lebt wieder auf – jedenfalls kurzzeitig. Die Jungen Humanisten wollen im „G-Haus“ die Aktion „Ferien mit Disco zum Anfassen“ starten. Die Zehn- bis 16-Jährigen sollen etwas Abwechslung bekommen, sagt Ronny Howe, der Leiter der Humanistengruppe.

Der Wald brennt, und zwar großflächig. Zwischen Birkenwerder und Summt stehen am 30. Juni 1992 auf einer Fläche von mehr als 150 Hektar Bäume in Flammen. Die Badenden am Summter See müssen den Strand räumen. Rund 350 Feuerwehrleute sind vor Ort. In der Nacht drohen die Flammen, Summt zu erreichen.

RTelenovela

Mein BMW und ich (19): Da pfeift doch was?!

Mittwoch, den 16. Mai 2012
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(18) -> 15.2.2012

Kürzlich war mein Auto in der Reparatur. Es quietschte beim Fahren. Jetzt hat es neue Bremsscheiben und -beläge, und es quietscht nicht mehr.
Oder doch?

Als ich am Abend zwischen Lehnitz und Summt durch den Briese-Wald fahre, höre ich plötzlich etwas: so ein leises Pfeifen. So ein Zischen. So ein Irgendwas.
Ich mache das Radio leiser. Ja, da ist was. Ich mache das Fenster auf und warte, bis ich an Leitplanken vorbeikomme, da hört man ja in der Regel seine eigenen Fahrgeräusche besser.
Ja, und irgendwas ist da.
Als ich durch Summt fahre, ist das Geräusch immer noch da. Es macht mich wahnsinnig, innerlich verfluche ich meinen Werkstattmann, der offensichtlich irgendwas übersehen hat. Ich sehe mich schon wieder bei ihm vorfahren.

Eine gute Stunde später. Ich steige in Mühlenbeck wieder ins Auto und fahre auf die Hauptstraße in Richtung Autobahn.
Und wieder: dieses Geräusch. Ich mache das Radio aus, und da ist es immer noch. Allerdings: Es kommt von innen. Irgendwas im Auto zischt, pfeift oder quietscht. Aber während des Fahrens ist das schlecht rauszufinden.
Ich biege in eine Seitenstraße und halte an. Radio aus. Ich beuge mich nach vorn, zur Seite: zzzzzzzfffffff…

Und da bemerke ich es. Ich entdecke die Quelle des Geräusches: Es ist die Flasche Cola im Rucksack auf dem Beifahrersitz. Die Cola zischt. Ich drehe den Verschluss fester zu, und plötzlich ist es ganz still im Auto.
Dann muss ich wohl doch nicht in die Werkstatt, und den Fluch über den Werkstattmann hebe ich auch wieder auf. Da hat er aber noch mal Glück gehabt.

aRTikel

1990 – Jahr der Einheit: Videorekorder sind in, Russisch ist out

Mittwoch, den 18. August 2010
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Juli 1990 -> 17.7.2010

Rückblick: Im August 1990 geraten die Bauern in Schwierigkeiten – andere Branchen sind im Aufwind

MAZ Oranienburg, 18.8.2010

Was passierte im Jahr der Einheit im Altkreis Oranienburg – und was stand in der Märkischen Volksstimme (MV)? Diesmal: August 1990.

OBERHAVEL
Der Lokalteil der Märkischen Volksstimme bekommt endlich einen richtigen Namen: Am 1. August 1990 erscheint erstmals die Neue Oranienburger Zeitung.

Ansonsten überwiegen schlechte Nachrichten. Das Kaltwalzwerk in Oranienburg beantragt Kurzarbeit. Lieferte der Betrieb zu DDR-Zeiten noch etwa 7800 Tonnen Walzband aus, waren es im August 1990 nur noch 1100, für September sind gerade mal 700 Tonnen geplant.

In Hennigsdorf kündigt die Stadtverwaltung höhere Gebühren für die Kinderbetreuung an. Pro Tag und Kind sind in den Krippen nun 3 Mark fällig, im Kindergarten steigt der Preis um das Dreifache auf 1,55 Mark.

Unterdessen fallen aus Kostengründen diverse Volksfeste im Kreis aus. Weil eine 3000-Mark-Finanzspritze wegfällt, ist das Lehnitzer Neptunfest gestrichen, ebenso das Sommerfest in Leegebruch. Die Friedrichsthaler und Bärenklauer wollen ihre Feiern dagegen durchziehen.

Die Leute orientieren sich anderweitig: Über den Kreis schwappt die Videowelle. Im August 1990 existieren kreisweit 20 Videotheken, allein in Oranienburg fünf. Ein Radiogeschäft im Zentrum der Kreisstadt verkaufte allein im Juli etwa 100 Videorekorder. Und auch auf Gebrauchtwagen hat ein wahrer Ansturm eingesetzt. Innerhalb von zwei Tagen werden in Oranienburg 450 Autos neu angemeldet, davon kommen 380 aus dem Westen.
In den fünf Städten des Kreises gibt es jetzt genau 13 Gebraucht- und Neuwagenhändler, in den Gemeinden insgesamt 32. Jeder kommt gut zurecht, heißt es auf MV-Nachfrage.

Völlig out dagegen ist der Russisch-Unterricht. Kreisschulrat Rolf Tschammer bestätigt die Tendenz, dass in Klasse 5 kaum noch jemand Russisch lernen will.
Aber es sind Ferien, da gehen die Kinder sowieso lieber baden – auch am Weißen Strand in Oranienburg-Süd. Der ist aber eigentlich gesperrt, die Wasserqualität der Havel ist zu schlecht: Bakterien, Keime, Chemie.

Die Politiker scheinen keinen Urlaub zu haben: Kein Wunder, die Probleme häufen sich. Der Landkreis muss Schulden machen. Landrat Karl-Heinz Schröter beantragt einen Kredit über 35 Millionen Mark. Die Haushaltsgelder reichen nicht.

Gute Zeiten und schlechte Zeiten herrschen auf den Feldern. Die LPG Germendorf feiert einerseits den höchsten Ernteertrag seit Bestehen. Andererseits bringt zum Beispiel Roggen so wenig Geld ein, dass es nicht zum Überleben reicht. Am 15. August kommt es zum spektakulären Bauernprotest. Von 14 bis 16 Uhr sperren sie mit Traktoren, Mähdreschern und Lkw Kreuzungen, Brücken und Verkehrsknotenpunkte im gesamten Kreis Oranienburg. Der Verkehr liegt stundenlang lahm.

In Oranienburg droht das Aus für die Entbindungsstation im Krankenhaus. Es ist eine „Umprofilierung“ geplant. Horst Roderburg, Chefarzt der Gynäkologie, sagt am 17. August in der MV: Ja, das ist mehr als ein Gerücht.

Oranienburgs Bürgermeister Udo Semper kündigt unterdessen den Baustart für das „Atrium-Shoppingcenter“ an. Im Herbst soll es zwischen Breiter Straße und Leninallee (Berliner Straße) losgehen. Die Einweihung, die es nicht geben wird, ist für Mai 1992 geplant.

Etwa 50 Randalierer ziehen am 18. August durch Birkenwerder. Die Rechtsradikalen feiern am Jugendklub aus Anlass des dritten Todestages von Rudolf Hess. Sie singen Nazilieder und überfallen die Gaststätte „Birkenhof“. Sie drangsalieren das Personal, zerstören Möbel. Schaden: 50 000 Mark. Danach demolieren sie am Bahnhof Scheiben und Laternen.

Aufgeschreckt werden auch die Bewohner der Oranienburger Saarlandstraße. Am 23. August 1990 beschädigt der Fahrer einer Planierraupe eine Gasleitung. 25 Menschen aus sechs Häusern müssen sofort evakuiert werden. Während der Arbeiten bricht mal wieder der Verkehr in der Stadt zusammen.

Und wenn es gar nicht mehr geht, wird das Auto eben entsorgt: wie zum Beispiel ein Lada. Einfach so, mitten im Briesetal.

aRTikel

Wendejahr 1989: Briesekrug gewinnt Leserwahl

Mittwoch, den 22. Juli 2009
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Juni 1989 -> 30.6.2009

Rückblick: 4600 Zuschriften im Juli 1989 bei Gaststättenwettbewerb der MV

MAZ Oranienburg, 22.7.2009

Was stand im Wendejahr 1989 in der Märkischen Volksstimme (MV)? Wir blättern wieder mal zurück. Diesmal der Juli vor 20 Jahren.

OBERHAVEL
Unglaubliche 4600 Einsendungen erreichen die Oranienburger MV-Redaktion im Gaststättenwettbewerb 1989. Insgesamt 81 Lokale erhalten vor genau 20 Jahren von den Lesern Lob und Kritik. Den Titel der besten Großgaststätte gewinnt der „Briesekrug“ in Briese. Bei den Spezialgaststätten kommt das „Café Petit“ in Hohen Neuendorf am besten weg, die beste Speisegaststätte ist der „Summter See“ in Mühlenbeck und das beliebteste Lokal ist in einem Wohngebiet der Hohen Neuendorfer „Lunikpark“. Im gesamten Kreis Oranienburg bleiben bei der Aktion nur etwa zehn Konsum- und zehn HO-Gaststätten unerwähnt.

Das Küchenkollektiv der LPG in Eichstädt ist 1989 bereits 15-facher Träger des Titels „Kollektiv der sozialistischen Arbeit“. 35 471 Essensportionen teilte das Personal im Jahr 1988 aus, nun wird der 16. Titelgewinn angestrebt.

Die neue Dorfstraße in Zühlsdorf wird früher fertig als geplant. Neu ist unter anderen eine Bustasche, so dass die aussteigenden Pendler besser vor den Autos geschützt sind.

Das Endspiel um den Fußball-Kreispokal machen im Juli 1989 die Männer aus Kremmen unter sich aus. Turbine III gewinnt auf dem Sportplatz gegen Turbine I mit 9:2.

Die Lehrlinge des VEB-Kreisbetriebes sind im Sondereinsatz: In der Sachsenhausener Straße in Oranienburg bauen die Männer in die Lücke zwischen den Neubauten ein neues Buswartehäuschen.

Die Post gegenüber dem Bahnhof Oranienburg bekommt eine neue, hellere Fassade. Die Märkische Volksstimme berichtet am 13. Juli, dass bald die letzten Gerüste fallen sollen.

Der Sommer 1989 steht im Zeichen der internationalen Solidarität der DDR-Journalisten. Eine „gute Sache“ soll unterstützt werden, so ein MV-Artikel vom 25. Juli. Doch nicht nur Journalisten wollen helfen: Erste Spenden sind bereits eingegangen: Die LPG Wensickendorf sammelte 75 DDR-Mark, die HO-Gewerkschaftsgruppe Velten 29 Mark und die „Märkische Bierstube“ in Leegebruch 7 Mark.

Die Oranienburger haben eine neue Pilgerstätte: die Baustelle an der Saarlandstraße. Über der Havel wird die zweite, lange erwartete Brücke errichtet. Bisher existierte an dieser Stelle nur ein Fußgängerübergang aus Holz („Puckelbrücke“). Im Oktober 1989 soll die neue Dropebrücke fertig sein.

Märchenhaftes bietet das Filmtheater Aktivist in Hennigsdorf: Michael Endes „Unendliche Geschichte“. Die DDR war nicht unendlich.