RT im Kino

Der ganz große Traum

Samstag, den 19. März 2011
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1874 passiert in Braunschweig etwas Unerhörtes: Eine Gruppe Jugendlicher trifft sich im Park, um mit einem Ball spielen. Fußball nennt sich das. Und Fußball ist undeutsch. Fußball gehört verboten! Das finden zumindest die Mitglieder des Schulfördervereins.
Und Konrad Koch (Daniel Brühl) hat Schuld. Er wird am Martino-Katharineum als Englischlehrer eingestellt. Aber seine Schüler wollen nicht so wie er. Deshalb muss er sich was einfallen lassen. Seine Idee: Anhand des englischen Fußballspiels will er den Jugendlichen auch die englische Sprache beibringen.

“Der ganz große Traum” vom Fußball, von Fairplay und dem friedlichen Kampf gegen- und miteinander – davon erzählt Sebastian Grobler in seinem Film. Er basiert auf wahren Begebenheiten.
Eigentlich hätte das Ganze ein großes Potenzial, im Sog einer Fußball-WM oder EM hätte was Großes draus werden können. Stattdessen läuft er versteckt in den Nachmittagsprogrammen der Kinos.
Aber auch inhaltlich wirkt Groblers Fußballstory recht weichgespült und klischeehaft. Da gibt es die gehorsamen Schüler, einen Lehrer mit neuen Ideen und seine Gegenspieler. Nach und nach bricht das alles auf.
Klischeehafte Lehrer, dazu noch der Klischeeschüler, der von seinem Vater getrietzt wird und langsam aufbegehrt. Für Theo Trebs keine sehr dankbare Rolle.
Die Nebenrollen sind mit Burghart Klaußner, Justus von Dohnanyi, Axel Prahl und Thomas Thieme recht prominent besetzt.
So ist “Der ganz große Traum” ein durchaus unterhaltsamer, netter Film. Aber “nett” ist eben nicht die oberste Liga. Und die Kopie des “Clubs der toten Dichter” kurz vor Schluss hätte man sich nun wirklich sparen können.

6/10

RTelenovela

Nächtlicher Pflanzenschneenoteinsatz

Samstag, den 22. November 2008
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Meine Fahrt nach Meitze in die Wedemark stand kurzzeitig auf der Kippe. Als ich am Vormittag in der Berliner Masurenallee in mein Auto stieg, goss es wie aus Kübeln. Ich war noch nicht mal auf der Avus, um aus Berlin rauszufahren, schon ging der Niederschlag in fetten Schneeregen über. Es wurde zusehens Winter.
Bei Potsdam wurde der Regen weniger, der Schnee immer mehr, noch auf der A115 verlangsamte sich der Verkehr. Am Dreieck Potsdam waren die Wälder schon weiß. Der Verkehrsfunk im Radio meldete bereits Glätte auf der A2 bei Ziesar. Na toll, da musste ich lang.
Bis zum Dreieck Werder hatte ich nun also Zeit, mich zu entscheiden: Bleibe ich auf dem Berliner Ring, um nach Hause zu fahren oder fahre ich auf die A2 Richtung Hannover.
Schneetreiben. Mehr als Tempo 80 war nicht drin.
Kurz vor Werder noch mal der Verkehrsservice: Von Glätte war nichts mehr zu hören. Also entschied ich mich: Ab auf die A2!
Doch das Schneetreiben wurde dichter. Ab Ziesar empfahl es sich nicht mehr, die dritte Fahrspur zu benutzen, sie war mit einer Schneematschschicht bedeckt.
Krach! Mit großem Getöse donnerte ein Matschhaufen auf meiner Frontscheibe. Jemand überholte mich doch auf Fahrspur 3, und ich bekam den Matsch ab. Hätte böse ins Auge gehen können. Wenn aus der nassen Fahrbahn nun auch noch eine Eisschicht werden sollte – dann gute Nacht!
Doch die Lage entspannte sich mehr und mehr. Weniger Schnee, kaum Matsch, die Wiesen wurden wieder grün. Hinter der Elbe, in Niedersachen schließlich: gar nichts mehr. Kein Winter. Bei Braunschweig schien dann sogar die Sonne. Das angekündigte Wetter fiel in Niedersachen wohl aus. So erreichte ich Meitze ungehindert.
Der Schnee kam hier verspätet an. Erst am Abend fielen die weißen Flocken vom Himmel und bedeckten die Wiesen und Blumen. Die Temperatur pegelte sich bei 0 Grad ein und führte nach 23 Uhr schließlich noch zum Alarm: die Pflanzen im Garten!!
Die schönen Grünpflanzen waren nun weiß, bedeckt mit gefrorenem Schnee. So kam es also noch zu einem Noteinsatz. Mit Sack- und Schubkarre wurden die Blümchen unter ein großes Schleppdach gefahren. Nun gut, ob sie den ersten Schneeschock überwunden haben, wird sich noch zeigen müssen.

RTZapper

Narrenkonferenz 2008

Sonntag, den 3. Februar 2008
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SO 03.02.2008, ab 12.00 Uhr, rbb, WDR, Bayerisches Fernsehen, NDR fernsehen, hr-Fernsehen, SWR-Fernsehen, MDR-Fernsehen

Der große Narrensonntag in allen Dritten Programmen. Und alle scheinen sich etwas beweisen zu wollen. Egal, ob in Berlin, Nürnberg, Braunschweig, Frankfurt/Main, Ludwigshafen, Cottbus oder Radeburg gefeiert wird – alle schielen sie nach Köln. Köln scheint das Maß aller Dinge zu sein. Oft gebrauchter Satz: Eine Stimmung wie beim Kölner Karneval. Da werden die Kölner aber blass. Die Kölner sind sicher neidisch auf unseren Festumzug.
Mal ganz abgesehen davon, dass Köln durch de Höhner so oder so deutschlandweit präsent ist. “Viva Colonia” führt auch in diesem Jahr ganz sicher die närrische Hitparade 2008 an. Dicht gefolgt von “Die Hände zum Himmel”.
Sicherlich, Köln ist DIE Heimstadt des Karnevals. Aber man muss sagen: Berlin macht sich. Die Leute werden fröhlicher, machen mit. In Cottbus bietet der rbb mit seinen Moderatoren eine kurzweilige Show. Ebenso in Frankfurt/Main das hr-Fernsehen. Der MDR bemüht sich in Radeburg (Sachsen). Nur beim NDR fernsehen in Braunschweig war der Eindruck vorherrschend, dass die selbst nicht so richtig vom närrischen Treiben überzeugt sind. Der Zugreporter scheute sich sogar vor einer Verkleidung. Und auch Nürnberg (zwar wohl der älteste Narrenumzug Deutschlands) konnte den anderen Hochburgen nicht das wasser reichen, was aber vielleicht auch an den Schnarchnasen des Bayerischen Fernsehens lag.
Immer wieder sagen Nicht-Narren, dass sie es nervig finden, nur an wenigen Tagen im Jahr fröhlich zu sein. Aber vielleicht ist das ja gar nicht so. Einer der Kölner Karnevalisten erwähnte, dass sie seit Ende August 2007 am Wagen jund am Konzept gefeilt haben. Vielleicht ist es wohl der Höhepunkt des Jahres – aber ich vermute, die Leute dort lachen nicht nur zum Karneval.
Vor zwei Jahren war ich bereits beim (eher kleineren) Narrenumzug in Waiblingen. Mal sehen – irgendwann wird es sich bestimmt mal ergeben, nach Köln zu reisen um das Ganze hautnah zu erleben…