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Kennst di aus?

Mittwoch, den 5. Juni 2019
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MO 03.06.2019 | 23.55 Uhr | BR-Fernsehen

Beim Bayerischen Rundfunk hatte man eine total neue Idee für eine Spielshow. Man nimmt eine Schlagzeile, die irgendwie besonders ist, und die Rateteams müssen darauf kommen, was denn der Hintergrund sein könnte.
Das ist wirklich neu, so ähnlich funktioniert “Genial daneben” auf Sat.1. Um nur eine zu nennen. Beim BR denken sie vermutlich, dass mit dieser, nun ja, Neuerfindung ein frischer Wind durch das Programm weht. Leider ist es ein ziemlich muffig riechender Wind.

Das muss aber immerhin auch jemandem beim BR aufgefallen sein. Denn “Kennst di aus?” läuft am ziemlich späten Montagabend um kurz vor Mitternacht. Da laufen sicherlich die verdammt guten Spielshows, die beim BR ganz dringend viele Zuschauer haben soll. Nicht. “Kennst di aus?” soll stattdessen vermutlich als Einschlafhilfe bei den bayerischen Senioren sorgen. Das könnte gelingen.

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Bayerns beste Witze

Samstag, den 1. Juni 2019
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FR 31.05.2019 | 22.05 Uhr | BR-Fernsehen

Der Bayerische Rundfunk macht eine Witzesendung.
Oh Gott.
Im Grunde ist an dieser Stelle schon alles gesagt.

Am Freitagabend lief im BR-Fernsehen eine Sendung namens “Bayerns beste Witze”. Leute stellen sich dort auf eine Bühne und erzählen, ja, genau: Witze.
Das kennen wir schon. In den frühen 90ern lief im BR eine Witze-erzähl-Sendung namens “Gaudimax”. Die war so unfassbar lustig, dass… Ähm, nein, ich glaube, außerhalb des Studios hat keiner gelacht. Niemand. Null.
Aber beim BR hat man sich an dieses, nun ja, Konzept irgendwie noch erinnert.

Und so begrüßte Alexander Herrmann in “Bayerns beste Witze” vier Witzeerzähler. Allerdings muss ich an dieser Stelle sagen: Ob da wirklich Bayerns beste Witze erzählt worden sind, kann ich leider nicht beurteilen. Ich habe nämlich nichts verstanden.
In breitem Bayerisch erzählte eine bayerische Oma in einer Tracht mehrere Witze. Ich habe nicht mal inhaltlich verstanden, wovon sie redet. Und Untertitel hab es leider nicht. Schließlich muss niemand außerhalb Bayerns das Bayerische Fernsehen verstehen.
Später stand da ein älterer Herr aus dem Allgäu, auch er hat was erzählt. Keine Ahnung, was. Auf jeden Fall hat die Kamera immer wieder Leute gefunden, die lachen. Was erstaunlich ist.

Besser war es, als zwei jüngere Männer ihre Witze aufsagten. Die Witze habe ich inhaltlich sogar verstanden – also: manchmal. Die, die ich verstanden habe, waren nur nicht witzig. Oder vielleicht war es mein Entsetzen über diese angebliche Witzesendung, die mich so erstarren ließ.
Aber ich vermute, die Zuschauer über 70 in abgelegenen bayerischen Dörfern ohne Privatfernsehempfang werden sich sicherlich köstlich amüsiert haben.

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Gottschalk liest?

Freitag, den 22. März 2019
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DI 19.03.2019 | 22.00 Uhr | BR-Fernsehen

Der Titel der Sendung ist genial. Weil passend. “Gottschalk liest?” Das fragt man sich in der Tat, wenn es heißt, dass Thomas Gottschalk eine Literatursendung im BR moderiert. Deshalb sagt er vorsichtshalber auch selbst, dass eine Sendung namens “Gottschalk redet” sicherlich ohne Fragezeichen auskommen würde.
Am Dienstagabend lief die erste Ausgabe.

45 Minuten dauert die Sendung, die in Augsburg vor Publikum aufgezeichnet worden ist. 45 Minuten für drei Autoren und ihre Bücher plus einem übergreifenden Talk.
Um das vorweg zu nehmen: Viel zu wenig Zeit für den Plauderer Gottschalk. Oder ein Buch zu viel. Das kann jeder selbst entscheiden.

Sarah Kuttner sprach über ihren “Kurt” – oder eher: Gottschalk redete, und Kuttner kam auch ab und zu zu Wort. Ebenso bei der Autorin Vea Kaiser. Bei Ferdinand von Schirach war nicht ganz auszumachen, ob er den Besuch bei Gottschalk schnell bereute oder ob er sich wirklich nett amüsiert. Als Gottschalk sagte, dass er Schirachs Buch an einer Stelle lustig fand, schien es, als sei der Autor, nun ja, verwundert. So ein Lob bekomme er selten. Woraufhin er noch von einer Übernachtung in einer Thomas-Gottschalk-Suite in einem Hotel berichtete. Vermutlich hatte Schirach das Gefühl, dass es sinnvoller sei, einfach schnell über was anderes zu reden.

“Gottschalk liest?” Die Frage lässt sich durchaus mit Ja beantworten. Tiefgründiges sollte man bei der Sendung allerdings eher weniger erwarten.

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Wahl: Das TV-Duell – Markus Söder vs. Ludwig Hartmann

Samstag, den 29. September 2018
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MI 26.09.2018 | 20.15 Uhr | BR-Fernsehen

Man muss ja schon dankbar sein, dass sich der aktuelle bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) überhaupt dem TV-Duell im BR-Fernsehen gestellt hat. Denn fast wäre das gar nicht zustande gekommen – mangels Gegenkandidaten. Denn mal ernsthaft: Glaubt wirklich jemand, dass die CSU nach der Landtagswahl in Bayern nur zweitstärkste Kraft werden könnte?

Und vielleicht sind es ja Prestige-Gründe (für Söder? für den BR?) oder Wir-müssen-ja-nun-mal-Gründe, dass dieses TV-Duell am Mittwochabend nun doch über die Bühne ging. Dabei haben die Grünen gerade mal die Hälfte der Stimmen der CSU – und das ja auch nur in den aktuellen Umfragen.

So standen sich also CSU-Mann Markus Söder und der Grüne Ludwig Hartmann gegenüber. Eigentlich hätte ja seine Mit-Spitzenkandidatin Katharina Schulze auch dort stehen können – die ist aber erst 39 und kann eh noch keine Ministerpräsidentin werden.
Dieses TV-Duell war also eher eine Irgendwie-ging-es-ja-nicht-anders-Konstellation.

Markus Söder ließ das gut 70 Minuten lang heraushängen – der König bittet zur Audienz. Seinen Herausforderer behandelte er für ein Onkel, der seinen kleinen Neffen immer wieder zur Ordnung rufen musste, weil er ihn aber auch ein bisschen doof findet. Nach dem Motto: Och, Junge, nun lass mal den Onkel erzählen, wie gut er ist.
Da kam Ludwig Hartmann in der Tat nur sehr schwer gegen an. So richtig gut zu ertragen war diese Posse allerdings nicht.

Dabei sind doch die wirklich spannenden Fragen: Wie schlecht wird die CSU wirklich abschneiden? Mit wem wird die CSU koalieren? Und wird der Onkel noch der Chef bleiben?

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Tatort: Weil sie böse sind

Donnerstag, den 3. Mai 2018
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DI 01.05.2018 | 21.45 Uhr | hr fernsehen

Wieder mal große Aufregung um die ach so einfallslose öffentlich-rechtliche ARD: Am Maifeiertag liefen in den verschiedenen Dritten Programme gleich acht “Tatort”-Filme, davon fünf mehr oder weniger parallel – im hr fernsehen, im WDR, im NDR, im BR-Fernsehen und im rbb. Au weia.
In den Internetforen tönte es wieder: Und dafür zahlen wir Gebühren! Die Anti-Gebühren-Trolle hatten mal wieder Schnappatmung.

Dabei sollte die Frage lauten: na und?
Im Grunde ist der “Tatort” doch bloß eine Marke, hinter der sich die verschiedensten Serien befinden. Der WDR zeigte einen Fall aus Köln, der hr mit “Weil sie böse sind” einen aus Frankfurt/Main, der rbb einen aus Berlin, der NDR einen aus Münster, der BR einen aus München (aus den 70ern!).
Was also ist so aufregend und dramatisch schlimm daran, wenn auf verschiedenen Sendern diese Krimis laufen, meistens sogar regional passend im regionalen Dritten?

Würden die Dritten stattdessen an einem Abend, wo im ZDF die quotenstarke Champions League mit dem FC Bayern München übertragen wird, aufwendige eigene und erstausgestrahlte Shows senden, wäre das auch nicht recht. Mal wird gemeckert, wenn die Sender klotzen, mal wird gemeckert, wenn die Sender sparen. Die Hater wissen irgendwie auch nicht, was sie denn eigentlich wollen.
Die Parallelausstrahlung von mehreren sehr unterschiedlichen “Tatort”-Reihen sollte nichts sein, was uns aufregt. Da gibt es bei ARD und Co. ganz andere Baustellen!

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#HarrydieEhre – Harry G aus dem ZwicklApartment

Freitag, den 5. Januar 2018
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DI 02.01.2018 | 23.55 Uhr | BR-Fernsehen

Harry G spricht über Onlinedating. Und er meint, daraus im Jahr 2018 ganz neues Witzpotenzial schöpfen zu können, weil Onlinedating war so etwas Neues ist, und eigentlich da ja keiner mitmacht. und die, die mitmachen, sind ja alle eh irgendwie bescheuert.
Herzlich Willkommen in der traurigen Humorwelt des Bayerischen Rundfunks.
Am späten Dienstagabend war zu besichtigen, warum der BR von möglichen jugendlichen Zuschauern ungefähr so weit entfernt ist, wie Berchtesgaden nach Binz.

Harry G findet man beim BR jedenfalls so lustig, dass man ihm dort eine Webshow gegeben hat. Angebliche Höhepunkte von “#HarrydieEhre” (können die BR-Zuschauer was mit dem Hashtag im Titel anfangen?) sendete das BR-Fernsehen sehr prominent am späten Dienstagabend – vermutlich, um niemanden zu verunsichern.

Harry G findet Tinder doof. Das sei wie “Pokemon Go”, nur mit echten Monstern. Muahahaha. Tinder sei das RTL II des Onlinedatings. Schenkelklopfer. Männer wischen alles weg, Frauen analysieren die Bilder – wie die Zimmerpflanze, die nicht zur Couch passe. Ohje.
Und weil der Stand-up so dämlich-lahm ist (die Publikumslacher wirken reingeschnitten), kommen zwischendurch Einspieler, die aus BR-Sicht lustig sein sollen, für die man aber außerhalb des BR-Funkhauses nur ein müdes Lächeln übrig hat.

Beim BR will man also die junge Zielgruppe erreichen, in dem man einen mittelalten Comedian auf eine Minibühne stellt, der sich über die Zielgruppe lustig macht und uralte, gut abgehangene Kalauer zum besten gibt.
Witze über das Onlinedating müssen schon was Neues bringen, wenn sie lustig sein sollen – Harry G begnügt sich aber mit Witzchen aus dem Jahr 2010, die damals vielleicht ein paar Leute über 50 lustig fanden.
BR und Komik – ein großes Missverständnis.

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Was bin ich?

Sonntag, den 27. August 2017
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FR 25.08.2017 | 23.10 Uhr | BR-Fernsehen

Vor 50 Jahren hatte man im Fernsehen noch sehr viel Zeit. Da war es nicht so schlimm, wenn einfach mal 15 Sekunden totaler Leerlauf herrschte, in denen einfach mal nichts passierte.

Am Freitagabend wiederholte das BR-Fernsehen eine Folge des heiteren Beruferatens “Was bin ich?” von 1967. Es war eine besondere Ausgabe, denn es handelte sich dabei um die allererste Farbfernseh-Produktion des Bayerischen Rundfunks. Gesendet worden ist live von der Funkausstellung in Berlin.

Nun ist ja “Was bin ich?” an sich schon sehr simpel. Ein Gast kommt, das Rateteam muss rausfinden, was er oder sie beruflich macht und auf Wiedersehen. Aber selbst würde heutzutage ordentlich mit Musik und Schnitteffekten aufgepeppt.
Und damals? Da kam der Gast unaufgerufen reingelatscht. Ohne Musik. Sekundenlang blieb es ganz still. Die Person stellte sich dann an die Tafel und schrieb ihren Namen ran, und immer noch herrschte völlige Stille. Dann lief der Gast zum Tisch mit dem Moderator Robert Lembke. Und da erst kam die eigentliche Begrüßung. Und immer noch kein Tusch, kein Nichts.
Betulich und langatmig ist noch milde ausgedrückt für das, was das Deutsche Fernsehen (so hieß das heutige “Das Erste” damals noch) damals sendete. Aber immerhin waren die Schweinderl, die mit den Fünf-Mark-Münzen zu füllen waren (für jedes Nein) farblich unterschiedlich. Das war damals bestimmt sehr aufregend.

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