KeineWochenShow

#241 – Koloss bleibt Koloss

Sonntag, den 15. August 2021
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Urlaub! KeineWochenShow kommt diesmal aus dem Studio in Oranienburg-Ost und aus Binz. Dazu gib es Impressionen von der Rügen-Fähre zwischen Stahlbrode und Glewitz und aus Binz. Außerdem schauen wir uns in Prora um. Was hat sich inzwischen an den ehemaligen KdF-Blöcken getan? Ziemlich viel, und das werden wir in diesem Beitrag sehen.

Außerdem sprechen wir über die steigenden Coronazahlen, über die Tests, die bald was kosten und über eine von der Polizei beendete Party in Borgsdorf. Es geht um den (Un)modernen Fünfkampf bei Olympia und um einen Landratskandidaten für Oberhavel.
Das und mehr in KeineWochenShow #241 auf Youtube.

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RTelenovela

Party vs. Quarantäne in Zeiten des Coronavirus

Dienstag, den 10. August 2021
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Normalerweise ist ja eine Einschulungsfeier kein Grund, dass die Polizei anrückt. In Borgsdorf war am Wochenende anders.
Das Problem: Die Familie kam aus dem Urlaub und hätte sich eigentlich noch zwei Tage in Quarantäne befinden müssen. Da ist es eher blöd, wenn man sich noch diverse Leute in diese Quarantäne einlädt.
Irgendwer muss davon Wind bekommen haben, denn plötzlich stand die Polizei mit mehreren Streifenwagen vor der Tür. Die Party wurde beendet, es wurden diverse Platzverweise ausgesprochen, wie es die Polizei ausdrückt.

Und was regt die Leute auf? Nein, nicht dass andere Leute die Quarantäne ignorieren. Sondern, dass es andere Leute gibt, die in so einem Fall die Polizei ruft.
Nun ist es ja mitunter tatsächlich unangenehm, wenn die Nachbarn als Blockwarte aufführen und Lärm anzeigen, von nächtlichen Lärm vorm Fenster genervt sind oder eben darauf achten, ob eine Quarantäne eingehalten wird.
Andererseits findet man das aber auch immer nur dann unangenehm, wenn man selbst von solchen Maßnahmen betroffen ist. Die Frage ist ja: Wer ist da eigentlich ignorant und nervig?

Denn ist es nicht eigentlich hochgradig verantwortungslos, statt die Quarantäne zu halten, eine Party zu veranstalten? Hätte man die Einschulungsparty nicht einfach um eine Woche verschieben können (immerhin geht das Kind dann immer noch frisch zur Schule). Aber nein, stattdessen richtet sich der Hass gegen die, die das angezeigt haben. Irgendwie auch verkehrte Welt.

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ORA aktuell

Coronavirus: Grünlers Backstube vorübergehend geschlossen

Freitag, den 30. Oktober 2020
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Grünlers Backstube in Oranienburg-Süd ist bis 4. November geschlossen. “Wir sind in Quarantäne”, teilt das Unternehmen auf seine Facebook-Seite mit. Erst am 5. November um 6 Uhr wird der Laden wieder geöffnet, die Filiale bei Pflanzen-Kölle in Borgsdorf ist nicht betroffen.

Wie Inhaberin Katja Grünler-Erchinger der Märkischen Onlinezeitung sagte, sei eine Mitarbeiterin aus der Oranienburger Filiale positiv auf das Coronavirus getestet worden. Daraufhin mussten die anderen Mitarbeiterinnen sowie die Inhaberin selbst in Quarantäne.

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aRTikel

Überflieger: Der Musiktraum hat sich erfüllt

Samstag, den 14. Juli 2018
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Christian Lippert (32) aus Borgsdorf tritt mit Lukas Rieger und Matthias Schweighöfer auf und kümmert sich um das neueste Album von Farin Urlaub

MAZ Oberhavel, 14.7.2018

Borgsdorf.
Musik. Das war schon immer der Traum von Christian Lippert. Schon als der Borgsdorfer 2006 sein Abitur am Hedwig-Bollhagen-Gymnasium in Velten machte. Dass es aber so gut funktionieren würde, dass er davon leben kann, das war damals nicht so klar.

Neulich stand er als Musiker mit Jeanette Biedermann auf der Bühne. Er war Band-Ersatzmann am Bass bei der Tournee von Matthias Schweighöfer. Beim Teeniestar Lukas Rieger spielt er Gitarre oder Klavier. Er gehört zum festen Musikerteam von Alexa Feser. Und mit „Retter“ hat er seit einem Jahr auch wieder eine eigene Band.
Chris Lippert ist aber auch im musikalischen Kreativbereich aktiv. Für Universal betreibt der 32-Jährige das internationale Marketing von Bands wie Rammstein oder Wanda. Für Farin Urlaub kümmerte er sich um das Artwork des kürzlich erschienenen Albums „Berliner Schule“ und bearbeitete dafür auch die teilweise älteren, bis dahin unveröffentlichten Songs. Bei den „Ärzten“ gehört er zum Team, das sich um das Marketing kümmert.

Eine bemerkenswerte Sammlung, und alles ergab sich nach und nach. Anfangs spielte er in der in Oberhavel bekannten, Ende 2016 aus Zeitgründen aufgelösten Band Jazzkomplott. Später war er Mitglied bei „Toulouse“. „Wir hatten da Label und Management.“ Darüber ergab sich ein Kontakt zur Schauspielerin und Sängerin Anna Fischer. Es entstand ein gemeinsames Album unter dem Bandnamen „Panda“, und der Song „Jeht kacken“ sorgte für Aufsehen – inklusive vieler Fernsehauftritte, unter anderem in „Inas Nacht“. Panda war auch Vorband von Rosenstolz.
Dadurch wiederum entstand der Kontakt zu Rodrigo „Rod“ González von den „Ärzten“, weil er am Panda-Album mitgeschrieben hatte. Chris Lippert wurde Praktikant bei den Ärzten, arbeitete sich dort immer weiter rein. „Immer, wenn ich nicht wusste, wie es weiter gehen soll, kam etwas Neues“, erzählt er. Sicherheitshalber verließ er sich nicht auf die Musik allein. Er studierte an der Universität der Künste in Berlin Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation – mit Bachelor-Abschluss. Später arbeitete er in einer kleinen Agentur.

Auf Jobs folgten immer neue Jobs. Über Empfehlungen in der Branche und inzwischen auch durch seine vielen Einsätze als Musiker und Kreativer hat er inzwischen einen guten Namen. Sein Engagement für Lukas Rieger kam von einem Tag auf den nächsten. „Für Fernsehauftritte bei Viva und Joiz wurde jemand gebraucht.“ Chris Lippert sprang ein. Inzwischen gehört er zum Stammteam – und erlebt mit Lukas Rieger wie es ist, ein Teeniestar zu sein. „Wann steht man schon mal vor 2500 schreienden Mädchen?“, sagt der Borgsdorfer, der inzwischen mit seiner Freundin Simone in Berlin-Prenzlauer Berg lebt. Sein Vorteil: „Ich wollte nie Frontmann sein“, sagt er. Das sei anstrengend. Nach zweieinhalb Stunden Konzert kämen noch die Autogramme und die Fanfotos. „Ich spiele im Hintergrund, und dann ist für mich Schluss.“ Das genießt er.

Es läuft also sehr gut für Chris Lippert. Bleibt auch noch Zeit, sich um „Retter“ zu kümmern. „Das ist mal wieder eine richtige Band-Band.“ Mit deutschem Pop-Rock und etwas anspruchsvolleren Texten. Zum Song „Wegen uns“ gibt es auf YouTube ein Musikvideo, ein paar Einsätze auf dem Radiosender Fritz gab es auch schon. Im August sind zwei kleinere Konzerte geplant. „Wir wollen es aus eigener Kraft schaffen“, sagt er.

Und wenn die Musik mal Pause macht, dann testet er für Sternefresser.de Gourmetrestaurants in aller Welt und schreibt darüber, oder er berichtet für den Travelblog „Viel unterwegs“ über nahe und entfernte Reiseziele.

Er hat viel Arbeit, aber dennoch: „Ich bin eigentlich gerade sehr ausgeglichen“, sagt er und schmunzelt. Was aber auch daran liege, dass er das alles sehr gern mache. Um runterzukommen, reicht dann auch mal der Mittagsschlaf auf dem Sofa – mit der Katze im Arm.

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RTelenovela

Keine Hansazone

Donnerstag, den 8. Juni 2017
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Neulich prangte auf unserer Haustür ein großer Aufkleber mit dem Schriftzug “Hansazone”.
Dagegen möchte ich mich verwahren, denn ich glaube nicht, dass sich bei uns eine Hansazone befindet – also Fanhaushalte der Fußballer von Hansa Rostock.
Aber vielleicht wollten mich die angeblichen Hansafans ja auch nur ein bisschen ärgern, denn die “Hansazone” hat sich in den vergangenen Jahren bei mir zu einem Hasswort entwickelt. Denn die Anhänger des Rostocker Vereins, der sich mit Ach und Krach in der 3. Liga hielt, meinen, das halbe Land mit ihrem Schriftzug zukleistern zu müssen.

Im Norden kann ich es ja noch halbwegs verstehen, auch wenn ich nicht denke, dass ganz Rügen eine Hansazone ist. Aber auch dort begegnet mir das Wort ständig: Schilder werden damit zugekleistert. Laternen auf der Seebrücke in Binz. Straßenbrücken bekommen einen Hansazone-Spray-Schriftzug. Ist nicht wirklich eine Freude.
Aber auch weiter im Süden – auf dem Ortsschild von Velten wird uns seit einiger Zeit mitgeteilt, dass die Stadt – angeblich – eine Hansazone ist. Ebenso auf einem Wegweiser bei Borgsdorf, bei dem ich mich immer wieder frage, wie die Aufkleberkleber da eigentlich rangekommen sind.

Den Schriftzug von der Haustür hat zum Glück irgendjemand wieder entfernt. Da muss die Hansazone wohl mal verlegt worden sein.

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RTelenovela

Waggons zählen

Samstag, den 25. Februar 2017
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Wer am Bahnübergang in Borgsdorf steht und auf die geschlossenen Schranken schaut, der weiß: Das kann länger dauern. Am Freitagabend tat sich erst mal sehr lange gar nichts. Dann jedoch kam im gemächlichen Tempo ein Güterzug heran. Und es ging los: Die Lok, und dann 1, 2, 3, 4…
Ich begann tatsächlich erst leise, dann laut die Waggons mitzuzählen.
7, 8, 9, 10…

In diesem Moment erinnerte ich mich, dass ich das schon als Kind immer gern gemacht habe. Wir wohnten in Oranienburg in Sichtweite zum Bahndamm, auf dem noch in den 80ern ziemlich regelmäßig Güterzüge von Oranienburg in Richtung Germendorf und Kremmen oder zurück unterwegs waren. Da stand ich auch oft am Fenster oder blieben wir als Kinder draußen auf der Straße stehen und zählten die Waggons mit. Ich meine, dass die Zahl 50 da durchaus realistisch war.
Irgendwann hörte das auf, die Strecke wurde stillgelegt, und es gab nichts mehr zum Zählen.

29, 30, 31, und Ende.
31 Waggons hatte der Güterzug, den ich am Bahnübergang in Borgsdorf vor mir hatte. Fast war ich ein bisschen enttäuscht, das hätte gern noch länger dauern können.

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aRTikel

Meister der vorgetragenen Texte

Dienstag, den 24. Januar 2017
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Lucas Schemenz (17) aus Borgsdorf ist Poetry Slamer und hat schon einige Wettbewerbe gewonnen

MAZ Oberhavel, 24.1.2017

Borgsdorf.
Erst im September des vergangenen Jahres hatte er seinen ersten Auftritt. Lucas Schemenz (17) aus Borgsdorf schreibt Texte und trägt sie auf diversen Bühnen vor. Lucas ist Poetry Slamer. Und ein erfolgreicher dazu. Schon mehrfach hat er inzwischen solche Dichterwettbewerbe gewonnen.
Er schreibt über den Schulalltag, über Begegnungen mit Menschen. Es sind manchmal scheinbar banale Texte, dahinter verbirgt sich am Ende aber dann doch auch eine große Prise Gesellschaftskritik. „Meine Texte leben davon, dass man sie vor Publikum vorträgt“, sagt er.

Darauf gekommen ist er durch ein Seminar, das er im vergangenen Jahr in Berlin belegt hatte. Durch ein Stipendium der Robert-Bosch- und der Joachim-Herz-Stiftung kann er sich diverse Seminare anhören – bei einem ging es dann um Poetry Slams. „Da wurde uns das vorgestellt, und am Ende haben wir alle einen Text geschrieben und auch vorgetragen“, erinnert sich Lucas.

Der Schüler des Hohen Neuendorfer Marie-Curie-Gymnasiums schreibt meist nicht über spezielle Themen. „Ich denke mir eine Pointe aus“, sagt er. Um diese Pointe schreibt er seinen Text drumherum. Dabei muss er immer darauf achten, dass manche Wortspiele, wenn man sie nur vorliest, nicht funktionieren. „Andere funktionieren nur gesprochen.“ Über die Sprache könne er auch Emotionen vermitteln – durch die Lautstärke oder auch durch Pausen an bestimmten Stellen. Manchmal fällt ihm mitten in einer Unterhaltung ein Wort auf – das schreibt er sich dann auf. So entsteht bald eine ganze Liste mit Wörtern. Auf sie greift er zurück, wenn er sich hinsetzt, um etwas Neues zu schreiben.

Wer Lucas Schemenz abseits der Lesebühne erlebt, wird überrascht sein. Er ist relativ ruhig, spricht leise und überlegt. Trägt er aber seine Texte vor, festigt sich seine Stimme, die Nervosität scheint aus seinem Körper zu weichen. „Beim ersten Auftritt war ich auch noch nervös“, sagt er. Aber es sei wichtig, dann auf der Bühne auch glaubhaft rüber zu kommen. „Es ist unpraktisch, wenn dir dein Publikum nicht abkauft, was du da erzählst.“ Kommt er auf die Bühne, „gehe ich erst mal raus und sehe jeden erst mal kurz an. Ich achte auch auf Reaktionen.“

Obwohl er schon mehrfach in Berlin solche Wettbewerbe gewonnen hat – darauf kommt es ihm nicht an. „Schön ist es, wenn man nicht in der Vorrunde rausfliegt“, sagt er. Ob er am Ende das Ganze für sich entscheidet, sei nicht mehr wichtig. „Ich freue mich viel mehr, wenn meine Texte gefallen.“ Oder wenn er inzwischen bei den Poetry-Slam-Organisatoren so bekannt ist, dass er auch mal zu Wettbewerben eingeladen wird. Das sind dann auch seine tollsten Momente: „Wenn mich jemand fragt, ob ich ihm mal meinen Text zuschicken kann.“

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