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Das Fernsehen macht Janin „schick und schön“

Donnerstag, den 14. Juni 2012
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23-jährige Oranienburgerin nimmt an Vorher-Nachher-Show des ZDF teil

MAZ Oranienburg, 14.6.2012

Am Sonnabendnachmittag lässt sich Janin Schadewald in der Modesendung „Schick und schön“ von einer Expertin umstylen.

ORANIENBURG
Als plötzlich ein Kamerateam im Klassenraum stand, da hat Janin Schadewald schon etwas geahnt. Und tatsächlich: Das Team war wegen ihr da.
Janin Schadewald empfindet ihren Körper als Problemzone und ist modisch frustriert. So steht es im Pressetext zur Sendung „Schick und schön“, die am Sonnabendnachmittag im ZDF läuft. Die 23-jährige Oranienburgerin lässt sich von Stylistin Astrid Rudolph neu einkleiden, schminken und frisieren.
Dass sie dort mitmacht, hat sie einem Freund zu verdanken. „Wir haben beide manchmal komische Ideen“, sagt Janin im MAZ-Gespräch. „Wir probieren immer mal wieder was Neues aus.“ Der Freund war es dann auch, der Janine heimlich bei der Vorher-Nachher-Show angemeldet hat.

Als das Fernsehteam sie im September 2011 im Klassenraum überrascht hat, war sie noch Azubi zur sozialpädagogischen Assistentin in Hamburg, inzwischen arbeitet sie in einem Oranienburger Kindergarten.
„Ich bin für drei Tage nach Bonn gereist“, erzählt Janin. Dort ist die Stylingvilla, in der sich alles abspielt. „Meine Klamotten waren zu stufig. Oben habe ich was Helles getragen, unten was Dunkles, da hat nie richtig gut zusammengepasst.“ Janin lächelt. „Ich habe immer rumgeheult, weil ich nichts zum Anziehen fand. Für mich gibt’s nichts Passendes.“ In der ZDF-Villa hat sich das geändert. „Haare, Schminke – alles neu“, sagt Janin. „Die Haare soll ich nach oben stecken“, war einer der Tipps, den sie bekam. Drei Outfits bekam sie zur Auswahl. „Die waren erst nicht mein Geschmack, wir haben dann noch ein bisschen was dran verändert.“ Es wurde ein schwarz-weißes Oberteil und eine lila Jacke.
„Die Schminktipps wende ich nicht an, ich bin nicht so der Schminktyp“, so Janin. Auch die blonden Haare sind inzwischen wieder dunkel. „Es war aber trotzem eine tolle Erfahrung“, sagt sie. Schon vor einigen Wochen lief die Folge von „Schick und schön“ bei ZDF-Info. „Die Freunde und die Familie, alle haben’s gesehen“, sagt Janin. Sie zieht ein positives Fazit: „Es war anstrengend, aber es hat Spaß gemacht.“

„Schick und schön“, Sonnabend, 16. Juni, 14 Uhr, ZDF

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Wendejahr 1989: Wie zu Hause auf dem Roten Platz

Freitag, den 12. Juni 2009
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Geschichte: Am 12. Juni 1989 reiste Michail Gorbatschow nach Bonn und wurde mit großem Jubel empfangen

MAZ, 12.6.2009

BONN
Das Bild vom Bonner Marktplatz ging um die Welt: der kleine Heinrich Christian mit seiner Lederhose auf dem Arm von Michail Gorbatschow, liebevoll umsorgt von dessen Ehefrau Raissa. Heute ist das Foto im Bonner „Haus der Geschichte“ zu sehen. Der Jubel in der damaligen Bundeshauptstadt kannte am 13. Juni 1989 keine Grenzen. Tausende Menschen wollten das Ehepaar Gorbatschow sehen. Sprechchöre riefen „Gorbi, Gorbi!“ Er fühle sich wie zu Hause auf dem Roten Platz, sagte der Chef der Kommunistischen Partei danach. Bisher war so eine Atmosphäre eher von den Besuchen Kennedys und de Gaulles bekannt.

Der Besuch von Michail Gorbatschow in der Bundesrepublik vom 12. bis 15. Juni 1989 stellte eine Wende in den deutsch-sowjetischen Beziehungen dar. In einer gemeinsamen Erklärung bekräftigten der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und sein Gast aus der Sowjetunion die Absicht, die „Zusammenarbeit in allen Bereichen auf der Grundlage des Vertrauens konsequent weiter auszubauen“. Beide bekannten sich zum Selbstbestimmungsrecht der Völker. Die Anknüpfung an europäische Traditionen könne die Teilung Europas überwinden. Gorbatschow räumte den Partnern im Warschauer Pakt volle Selbstbestimmung bei der Entwicklung eigener Reformen und Gesetzen ein.
Gorbatschow weiter: „Die Völker haben genug von Konfrontation und Kaltem Krieg. Wir sind aus der Periode des Kalten Krieges heraus.“

Kein Thema während der Gespräche war die deutsche Wiedervereinigung, jedenfalls nicht offiziell. Dass die Mauer in Berlin aber nicht mehr allzu lange stehen dürfe, wurde aber durchaus von Bonner Seite angesprochen. Gorbatschow argumentierte, dass sie weg könne, wenn die Bedingungen, die es für ihren Bau gegeben habe, entfielen. So hatte es Erich Honecker auch schon im Januar 1989 verkündet. Zum Umgang mit der DDR sagte Gorbatschow: „Machen Sie mit der DDR, was Sie zustande bringen. Es wird sich was bewegen.“

Die Meinungen über den Staatsbesuch waren gespalten. Von einem historischen Ereignis zu reden, sei keine Floskel, kommentierte die Hessische/Niedersächsische Allgemeine. „Das Ergebnis ist positiv’.“ Die Stuttgarter Zeitung dagegen störte sich am Bonner Jubel und bezeichnete ihn als paradox. Jahrzehntelang habe man sich vor dem Russen gefürchtet, nun würde den Reportern vor Rührung die Stimme wegbrechen.

Helmut Kohl kündigte am Rande der Gespräche den Gegenbesuch an. Als er tatsächlich im Sommer 1990 zu Gorbatschow reiste, lag der Mauerfall schon Monate zurück, und das Gesprächsthema der beiden war die deutsche Wiedervereinigung.

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Bushido auf der Zitadelle

Sonntag, den 10. Juni 2007
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SA 09.06.2007, Berlin, Zitadelle Spandau

Vor der Show von Skandalrapper Bushido läuft Popmusik vom Band. Fast könnte man meinen, wir sind auf einem Konzert von Radio Paradiso. Die Stimmung ist locker, fast schon andächtig. Es herrscht eine seltsame Ruhe auf der Spandauer Zitadelle, als die
Musik kurz aussetzt.
Am Einlass sind die Kontrollen relativ scharf. Jegliche Getränke werden den Leuten abgenommen, selbst die kleinen 0,2-Liter-Tetrapacks – obwohl das auf den großen Hinweistafeln so nicht angebeben ist. Da werden nur Glas- und Plastikflaschen erwähnt.
“Bushido! Bushido!”, rufen die Fans vor der Bühne, als er die Bühne betritt. Das erste Lied mit explosivem, pyrotechnischem Getöse. “Ich war noch nie hier”, sagt Bushido. Er habe auch gar nicht gewusst, dass Spandau zu Berlin gehöre. Klar, die Spandauer sehen sich ja auch nicht als Berliner.
Gestern sei er in Bonn gewesen – darüber werden wir im Laufe des Abends noch öfter informiert – und die hätten gedacht, die seien lauter als die Berliner. Das lassen sich die Berliner … nun ja, sie brauchen mehrere Anläufe, um zu zeigen, dass sie eventuell doch lauter sind als die Bonner Fans.
Bushido – der Mann, der mit Texten wie “Das Leben ist ein Arschfick” oder “Ein Schwanz in den Arsch, ein Schwanz in den Mund, ein Schwanz in die Fotze, jetzt wird richtig gebumst, es ist Gang-ga-gang” provoziert. Nicht die Fans, sondern eher Politiker und alle, die von Bushido noch nicht wirklich etwas gehäört haben.
Von den Texten bekommt der Nichtkenner wenig mit. Die Akustik auf der Zitadelle macht ein konzentriertes Textstudium quasi unmöglich.
Dass irgendwer irgendwessen Mutter fickt, kommt dann aber doch in dem einen oder anderen Text vor.
Dennoch: Ein Verbot ist dann wohl doch ein wenig übertrieben. Immer mal wieder wird so etwas von Politikern gefordert. Verbote sind immer kontraproduktiv. Vielleicht wäre ein Einlass ab 16 oder 18 Jahren eine Möglichkeit. Wer mal ein Bushido-Konzert besucht wird aber auch feststellen, dass der Typ gar nicht mal soo unsympathisch ist. Er redet viel zwischen den Songs, erklärt immer mal wieder, dass ein Schulabschluss nicht das Schlechteste ist, dass Berlin die schönsten Männer habe (so, so), dass die Bonner lange nicht so toll mitgingen, dass es in Hamburg morgen gar nicht besser werden könne, und… er hat es sicherlich fünfmal erwähnt, ja, dass Berlin, wie gesagt, die schönsten Männer habe. Und dass man ja nicht denken soll, er sei schwul, nur weil er so viel rede. Nein, nein.
Nach mehr als zwei Stunden bleibt die Erkenntnis, dass Bushido durchaus seltsame Weisheiten in seinen Songs verkündet, man das alles aber durchaus gelassener sehen kann.

RTZapper

Gipfeltreffen

Montag, den 25. Juni 2001
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SO 24.06.2001, 22.00 Uhr, ZDF

Bei der Fülle an Talkshows muss man sich neue Tricks einfallen lassen, um heraus zu ragen. Das ZDF hat so einen Versuch mit dem „Gipfeltreffen” gestartet. Das Ergebnis war am Sonntagabend zu bestaunen.
Roger Willemsen lädt einen Promi ein. In diesem Fall Herbert Grönemeyer. Aber nicht in ein Studio. Nein, Willemsen und Grönemeyer spazierten durch Bonn. Setzten sich in ein Straßencafé und plauderten. Zwischendurch bittet ein ältlicher Fan Herbert um ein Autogramm. Dann ein Spaziergang durch den Park sowie ein Abstecher zum Konrad-Adenauer-Denkmal. Wir erfahren, dass Herbert die alte und die neue Regierung gleichermaßen schlecht findet.
Den zweiten Promi, Paul Spiegel (Vorsitzender des Zentralrates der deutschen Juden), trafen sie in einer Kneipe. Ob sie so leer war, weil das ZDF darin filmte oder ob die Gaststätte immer so schlecht besucht ist, blieb offen.
Zumindest wissen wir jetzt mehr über Herbert. Und über Bonn auch.

RTelenovela

Köln, Bonn und Dortmund

Mittwoch, den 31. Juli 1991
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Am Montag waren wir in Köln.
Es war sehr schön. Wir haben eine Rheinrundfahrt gemacht, dann waren wir im Kölner Dom.
Um 17.30 Uhr waren wir auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Und gelandet sind wir in Bonn, unserer “Ex-Hauptstadt”.
Geschlafen haben wir im “Kölner Hof” in Bonn. Onkel Ulli und Tante Annemarie im 2-Bett-Zimmer, wir im 3-Bett-Zimmer. Anschließend sind wir noch in die Innenstadt gefahren. Den “Langen Eugen” haben wir auch gesehen.
Nach einer Nacht im Hotel (wir haben 145 DM bezahlt) sind wir nach Dortmund zur Bundesgartenschau 1991 gefahren.
Alles sehr schön! Wir sind den “Florian” (ein Turm) hochgefahren, mit der Seilbahn und der Lok.
Am Sonnabend, den 3.8.91 sind wir wieder in Oranienburg. Freitag wollen wir noch nach Bissendorf.

RTelenovela

Hauptstadt Berlin!

Freitag, den 21. Juni 1991
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Der Bundestag hat getagt und getagt und getagt. Und um 21.45 Uhr war es soweit:
337:320 für Berlin!
Berlin ist die Hauptstadt Deutschlands!
Herzlichen Glückwunsch!