KeineWochenShow

#279 – Elke tröstet Winnetou

Donnerstag, den 8. September 2022
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Die KeineWochenShow-Sommerpause ist zu Ende! Und es gibt ganz schön was aufzuarbeiten – und wir werden gar nicht alle Skandale schaffen, zu besprechen.
Was macht Thommis Fuß?
Auweia! Die Ärzte besingen Elke nicht mehr!
Auweia! Winnetou und so!
Politiker und geben uns tolle Spartipps!
Und was ist denn nun mit Nordstream 2?
Und Licht aus zu Weihnachten?
Und was bildet sich die Berliner Zeitung eigentlich ein, Binz niederzumachen?

Dazu gibt es diese Woche ein Bier aus dem Niger, und um leergeklaute Bücherzellen geht es diese Woche auch – in KeineWochenShow #279 auf Youtube.

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RTelenovela

Rügen 2022 (10): Audienz auf dem Kurhaus-Balkon

Sonntag, den 4. September 2022
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(9) -> 3.9.2022

Immer wenn ich in Binz bin, stehe ich auf dem Kurplatz und schaue auf das Kurhaus. Unter dem Kurhaus-Schriftzug ist ein großer Balkon, und ich träumte immer davon – und ich mache diesen Gag bei Freunden auch immer wieder -, dass ich irgendwann mal das Kurhaus kaufe – ich spreche liebevoll von meinem Bungalow -, und dann stehe ich jeden Tag um 10 Uhr auf diesem Balkon und winke runter und spreche bei Bedarf ein paar Worte an das Volk.
Und nun sitzen wir auf eben diesem Balkon und schauen runter auf den Kurplatz und auf die Ostsee. Kaum zu fassen.

Nach 1993 und dem Jahr 2011 ist es das dritte Mal, dass ich im Binzer Kurhaus übernachte.
Wir haben zwei Einzelzimmer gebucht. Das heißt, mein Zimmer ist tatsächlich ein Einzelzimmer und geht nach hinten raus. Es befindet sich aber im alten Kurhaus-Teil. Das Zimmer von M. dagegen… nun ja, es war DAS Zimmer.

Ehrlich gesagt dachte ich ja, dass sich hinter dem großen Balkon ein wirklich riesiges Zimmer befindet, quasi so was wie die Präsidentensweet. Das ist zwar nicht so, aber es handelt sich um ein wirklich schönes Zimmer.
Wenn man rein kommt, ist auf der rechten Seite ein Badezimmer mit separater Wanne und Dusche. Es gibt einen Safe, einen großen Schrank. Auf der linken Seite ist eine Sitzecke mit Sessel und Sofa (eher alt und ein bisschen ungemütlich), dazu ein Fernseher. In der Mitte steht ein großer Tisch. Auf der rechten Seite des Raums ist das Bett und in der Nische ein weiterer Fernseher. Und natürlich das große Fenster mit dem Balkon.
Sitzt man auf dem Balkon, hat man einen fantastischen Blick – man sieht den Kurplatz, die Ostsee, die Seebrücke – und vor allem hat man einen Logenplatz bei Konzerten.

Ach ja, apropos winken: Ein bisschen fühlt man sich wirklich wie Königs: Spaßeshalber haben wir uns dann tatsächlich mal hingestellt und königlich gewunken. Hat nur niemanden interessiert. Wobei man wirklich aufpassen muss, was man auf diesem Balkon tut – denn er ist ein immer wieder fotografiertes Objekt…

In Binz fand gerade das Duckstein-Festival statt – jeden Abend gab es bei uns vor dem Balkon Konzerte. Am Montag spielte Phil Siemers, der ein echt guter Musiker ist – und der wahnsinniges Pech mit dem Wetter hatte. Findet ein Konzert bei tollem Wetter statt, ist der Kurplatz ein wunderbare Kulisse. Regnet es, ist es zugig und laut, wenn die Ostsee im Hintergrund laut rauscht.

Natürlich ist die Übernachtung im Kurhaus nicht gerade preiswert. Weil ein Geburtstagsgeschenk dran hang, musste ich nicht den vollen Preis für mein Einzelzimmer zahlen, dennoch wären nicht mehr als zwei Nächte drin gewesen.
Man muss aber auch sagen: Vieles ist dann auch inklusive. Beim Frühstück muss man nichts für Kaffee und Co zahlen. Im Wellnessbereich stehen Getränke, die nichts weiter kosten. Es sind dann die Kleinigkeiten, die sich läppern würden.

Es ist schon wahnsinnig entspannt, wenn man im Kurhaus wohnt, auch wegen der tollen Lage in Binz. Und das Balkonzimmer ist eh der Knaller. Leisten kann ich es mir dennoch nicht. Mein ganzer Urlaub in der Woche davor hat so viel gekostet wie anderthalb Nächte im Balkonzimmer des Kurhauses. Das ist einfach nicht drin…

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RTelenovela

Rügen 2022 (9): Suff und Scherben

Samstag, den 3. September 2022
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(8) -> 29.8.2022

Es ist noch ordentlich was los in dem italienischen Lokal in Binz. Am schon eher späten Sonntagabend müssen die Leute inzwischen ins Lokal selbst, um noch etwas zu Essen bestellen zu können – Stichwort nächtlicher Lärmschutz.
Eine Gruppe mit vier Leuten muss widerwillig den Tisch draußen verlassen, als sie was zu essen bestellen wollen. Dennoch sehen sie alle recht fröhlich aus. Aber das scheint zu täuschen.

Gute 20 Minuten später wird es im Nebenraum etwa lauter. Ein Mann torkelt heraus, eine Frau – vermutlich seine Freundin – will ihn zurückhalten. Sie zerrt an seinem T-Shirt, aber er lässt sich nichts sagen. Sie macht ein paar Schritte um ihn herum, versucht noch mal, ihn aufzuhalten. Aber er wankt, und er reißt sie mit. Gemeinsam prallen sie an den Tresen und lösen eine Kettenreaktion aus. Eine große, schwere, leere Bierflasche – offenbar etwas recht Altes – fällt erst um, dann runter und zerspringt auf dem Boden. In einer weiteren Bewegung fallen ein paar weitere Utensilien, die auf dem Tresen stehen, runter. Glas splittert. Ein Bild droht von der Wand zu fallen.
Die Frau schreit und versucht, das Bild irgendwie aufzuhalten, es kippt auf sie drauf. Irgendwann gelingt es ihr, es zu stabilisieren. Notdürftig stellt sie es an den Tresenrand.

Ein Keller wird auf die Szene aufmerksam, der besoffene Mann hat sich inzwischen verdünnisiert, die Frau schaut etwas beschämt und schleicht sich ebenfalls weg.
Als ein Keller das Unglück auf dem Boden und auf dem Tresen in Augenschein nimmt, schaut er etwas ratlos. Die junge Frau taucht noch mal auf und ruft: “Ich dachte, ich sterbe!” Vielleicht dachte sie, dass die runtergefallene Flasche einen Anschlag auf sie ausüben wollte. Dass sie und ihr Suffkopp irgendwas damit zu tun hatte, lächelte sie weg. Kein Wort von einer Entschuldigung.
Sie entfernte sich wieder, und ein Trupp Kellnerinnen und Keller begann damit, die Schäden zu beseitigen.

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Rügen 2022 (8): Müther-Turm-Kunst

Montag, den 29. August 2022
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(7) -> 28.8.2022

Immer am Abend, wenn es dunkel ist, tut sich am Binzer Müther-Turm etwas Seltsames. Merkwürdige Geräusche sind zu hören, und auf dem Weg, der zum Strand runter führt, sieht man eine Projektion.
Es sieht aus, als wenn man auf eine Wasserfläche blickt, auf der kleinere und größere Eisschollen hin- und herwabern. Und das im Laufe der Minuten in verschiedenen Varianten.
Allerdings ist es nur eine Vermutung, was man denn da zu sehen bekommt. Eine wirkliche Erklärung gibt es vor Ort nicht.

“Jökulsárlón” heißt eine Schau des Düsseldorfer Malers und Bildhauers Paul Schwer. “Jökulsárlon” ist aber auch eine Gletscherlagune, die an den Nationalpark Vatnajökull im Südosten Islands angrenzt. Das würde die Sache mit dem Wasser und dem Eis erklären. Zumindest habe ich das dazu im Internet gefunden.

Am Sonntagabend jedenfalls blieben immer mal ein paar Leute stehen. Da diese Installation im Strandaufgang zu sehen war, die ansonsten stockduster war, musste man schon gezielt dorthin laufen, um das zu sehen. Es wurde ein bisschen getuschelt, ein Hund war deutlich verunsichert, was da auf dem Boden passierte, und irgendwann war einfach Schluss.
Kunst. Das ist Kunst.

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Rügen 2022 (6): Hackfleischröllchen vermisst

Samstag, den 27. August 2022
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(5) -> 26.8.2022

Wenn man immer wieder in einen Ort kommt und auch weiß, was sich wo befindet und was man wo erwarten kann, dann gibt es auch mal Enttäuschungen.
Als in Binz die beste deutsche Lokalität, die “Binzer Bierstuben” schlossen, da war das extrem traurig. Denn das Essen dort war einfach extrem gut. Seit einiger Zeit residiert dort ein indisches Lokal, und bislang habe ich das eher gemieden. Aus Prinzip.

Aber einmal sollte man ja jedem Neuen eine Chance geben. Also testete ich den Mittagstisch, der bedeutet, dass es einige der Gerichte von der Karte preiswerter gibt. Und das ist gut so, dass die Preise in dem indischen Lokal sind durchaus gepfeffert. Für ein Chicken Curry 16,50 Euro aufzurufen, ist schon ordentlich. Ich begnügte mich mit einem Sabzi Chicken für 11,50 Euro. Das war im Grunde okay, außer dass es komplette Gericht auf einem Teller serviert wurde. Ich kenne das eigentlich so, dass das Gericht selbst in einer Schüssel kommt, dazu gibt es eine Schüssel Reis und einen Teller. Aber jeder Inder ist da vielleicht anders.
So richtig Freunde werden das Lokal und ich aber nicht, irgendwie habe ich nicht so richtig Bock auf Asiatisches, wenn ich an der Ostsee bin.

An einem Tag wollte hatte ich mir überlegt, Hackfleischröllchen beim Kroaten zu essen. Irgendwie ist es immer am besten, wenn man vorher schon genau weiß, was man will.
Blöd nur, wenn was dazwischenkommt.
Ich stand vor dem Laden, der eigentlich wie immer aussah und schaute auf die angepinnte Speisekarte. Keine Hackfleischröllchen. Dafür viele Steaks.
Das machte mich stutzig, weil es ja ungewöhnlich ist, dass ein Kroate das von mir gewollte nicht auf der Karte hat. Dann erst fiel mir auf, dass die Schriftzüge alle noch dieselben sind, dass dort aber ein anderer Name stand: Steakhaus. Offenbar hat der Betreiber gewechselt, und die Hackfleischröllchen hat der Neue sausen lassen.
So was stürzt mich leider kurzzeitig in eine Krise, denn wenn man sich auf etwas konzentriert und dass dann so nicht funktioniert, dann … tja.
Unschlüssig lief ich hin und her, und am Ende entschied ich mich für einen Burger mit Pommes an der Bude nebenan. War auch ganz okay.

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Rügen 2022 (5): Binz und der Journalismus-Versuch der Berliner Zeitung

Freitag, den 26. August 2022
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(4) -> 25.8.2022

Ein Artikel der Berliner Zeitung sorgt auf Rügen für ordentlichen Wirbel. Auch ich habe den Artikel von einem Freund zugespielt bekommen.
Titel des Artikels: “Von Arenal bis Binz: Wo wir 2023 auf keinen Fall mehr Urlaub machen wollen” Darin gehe es um eine No-Go-Liste der Reiseziele.
Und Binz steht auf 1.

Nun saß ich also in Binz und las, wie scheiße Binz sein soll.
Und konnte es nicht glauben, weil über Binz fast nur Stuss verbreitet worden ist.
Der Autor Marcus Weingärtner seufzt zuvor wohlig, dass ja Sellin, Putbus und sogar Bergen ganz schön seien. Letzteres ist eine eher erstaunliche Feststellung.

“Unbedingt meiden aber sollte man den Ort Binz: eine überteuerte Rentner-Bubble ohne Charme.” Ferienwohnungen seien so teuer wie in europäischen Metropolen, aber in Binz werde nach 20 Uhr der Bürgersteig hochgeklappt.
Rentner-Bubble? Nein. Wirklich nicht. Vielleicht ist der Autor ja zufällig in einem Hotel abgestiegen, wo sich gerade viele Rentner aufhalten. Aber Binz ist alles andere als eine Rentner-Bubble. Und dass nach 20 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden, ist ganz schlicht gelogen. Ich kenne keinen Ort, wo man nach Mitternacht beim Italiener noch Pizza bestellen kann. Wenn man die dann auch nicht draußen essen kann, sondern ins Restaurant muss. In der Hauptstraße sind da auch immer noch Leute unterwegs. Am Strand hat die Bar bi nach 22 Uhr geöffnet, eine weitere noch länger.

Der Ort sei langweilig und überteuert und wenn es regne, könne man nur einer Beschäftigung folgen: Die Strandpromenade rauf und runterspazieren, “gemeinsam mit den anderen Seniorinnen und Senioren in den immergleichen Klamotten: Camp-David-Shirts, Tom-Tailor-Hosen und Tommy-Hilfiger-Jacken so weit das Auge reicht.”
Nun ja, wenn es im Urlaub regnet, ist es immer blöd. Aber Binz und Rügen hat nun wirklich genug zu bieten, was man auch bei Regen machen könnte. Und dass Marcus Weingärtner nicht in der Lage ist, zu recherchieren, wie man die Freizeit verbringen könnte, spricht das gegen ihn.

Weiter schreibt der Autor der ehemals angesehenen Berliner Zeitung: “Regnet es nicht, kann man wenigstens ins Wasser gehen oder eine Radtour machen. Vielleicht hat man ja Glück und verfährt sich so, dass man nicht zurückfindet.”
Das ist dann nur noch billige Polemik, die Marcus Weingärtner offenbar irgendwie lustig findet.

Nun kann das natürlich seine Meinung sein. Aber wenn man sagt, dass man Binz doch bitte meiden solle, dann wäre es doch zumindest angebracht, mit Fakten um die Ecke zu kommen. Fakt ist, dass nach Binz extrem viele Familien kommen, sogar junge Leute. Wer durch Binz läuft, hat nicht den Eindruck einer Rentner-Bubble. Die ache mit den hochgeklappten Bürgersteigen ist schlicht Schwachsinn.

Am Freitag berichtete dann ist Ostsee-Zeitung über die Kolumne des Kollegen aus Berlin. Was u.a. dabei herauskam: Marcus Weingärtner war angeblich vor zwei Jahren im Frühjahr in Binz (war da nicht der erste Pandemie-Höhepunkt?).
Der Autor hat also etwa niedergeschrieben, das er vor Jahren während der Nebensaison erlebt hat. So was nennt man bei der Berliner Zeitung offenbar guten Journalismus und irrt damit gewaltig. Auch wenn es sich um einen Meinungsbeitrag handelt – auch Meinungen müssen wahrhaftig untermauert sein.
Ich werde jedenfalls wieder nach Binz zurückkehren – da kann mir die Berliner Zeitung echt gestohlen bleiben.

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Rügen 2022 (4): Zieht das Gewitter vorbei?

Donnerstag, den 25. August 2022
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(3) -> 24.8.2022

Auf der Bühne im Kurpark in Göhren spielt gerade eine Band, als es am Himmel merklich dunkler wird. Also, dunkler, als um 20.30 Uhr sowieso schon. Aber hinter der Bühne sind deutlich Gewitterwolken zu erkennen. Und dann zucken auch schon die ersten Blitze.
Auf der Bühne selbst kann die Band die Wetterentwicklung nicht beobachten, denn die Musiker schauen in Richtung Ostsee, aber das Gewitter kommt von hinten.
Die ersten Leute erheben sich von ihren Sitzen, ganz leichte Unruhe setzt sein – spätestens als es auch das erste Mal donnert.

Ich stelle mich an den Rand des Kurplatzes und schmeiße erst mal das Internet auf dem Handy an. “Regenradar Göhren” gebe ich ein, und ich muss schon sagen, dass an der Stelle die schöne neue Technikwelt echt viel wert ist. Doch das Radar ist nicht ganz eindeutig. Aber im Grunde besagt es, dass das Gewitter an Göhren vorbeizieht. Stattdessen könnte es Putbus, Bergen und Binz treffen, vielleicht auch Sellin.

Ich laufe zum Auto, die Blitze werden stärker. Ich fahre los, verlasse Göhren in Richtung Baabe und Sellin. Als ich Sellin verlasse, zucken über der B196 ganz gewaltige Blitze auf. Im Grunde ist die komplette Front vor mir ein riesiger Lichtblitz. Das ist so heftig, dass der Verkehr sogar ein bisschen abbremst.
Aber es tröpfelt nur ganz sanft.

In Binz fahre ich tanken, und da regnet es dann ein wenig, aber eigentlich auch nicht der Rede wert. Das Gewitter scheint auch hier vorbeizuziehen.
Erst am nächsten Tag erfahre ich aus dem Radio, dass zumindest in Putbus ganz ordentliche Regenmengen runtergekommen seien.

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