RTelenovela

Rügen 2019 (4): Binz braucht keinen Ironman

Montag, den 4. März 2019
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(3) -> 2.3.2019

Es hat sich schon im Dezember angezeichnet, nun ist es offiziell bekanntgegeben worden: In diesem Jahr findet in Binz kein Ironman statt. Es gab Streit um die Finanzierung, um die Straßensperrungen, und letztlich fehlte auch eine vernünftige Mehrheit der Gemeindevertreter.
Das ist schade. Sehr schade.

Vermutlich ist es so, dass Binz schlicht satt ist. Der Ironman – ein Wettbewerb mit Schwimmen, Laufen, Radfahren – findet im September statt. Da ist schon weniger los als zur Hochsaison, aber diese Hochsaison hinterlässt natürlich bei den Einwohnern auch Spuren. Wenn der eigene Ort immer voll ist, dann kann das auch nerven.

Andererseits: Wirtschaftlich ist es extrem schade für Binz. Denn der Ironman zieht Leute an, die vermutlich ansonsten nie nach Binz kommen würden. Noch immer hängt Binz das Klischee an, dass da nur alte Leute hinfahren. Jetzt, im Spätwinter scheint das tatsächlich auch so zu sein, im Sommer sieht man dort aber durchaus viele jüngere Leute. Dennoch kann es nicht schade, auch mal andere Menschen anzusprechen und ihnen zu zeigen, wie schön die Gegend ist.

Dass Straßensperren ungemütlich sind, für die, die unterwegs sein müssen, ist vollkommen klar. Aber immerhin ist keine Hochsaison mehr, und die Megastaus sollten ausbleiben. Und die Sperren hätten so angeordneten werden können, dass es immer Alternativen gibt.
Aber nun ist der Ironman für Binz erst mal Geschichte, und bei ganz vielen Leuten, die davon Anhänger sind, wird der Ort nun mit einem negativen Image behaftet sein.
Aber die Binzer werden das verkraften.

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RTelenovela

Rügen 2019 (3): Vermisst – ein Löwenherz

Samstag, den 2. März 2019
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(2) -> 1.3.2019

Wenn ich so die Binzer Hauptstraße entlang laufe, dann gucke ich: Was ist da los? Gibt es diesen oder jenen Laden noch? Steht das Geschäft da vorne immer noch leer?
Unweit der Seebrücke stutzte ich diesmal. Irgendwas ist anders. Unter dem Loev-Hotel befindet sich eigentlich das “Löwenherz”, ein wunderschöner Kellerclub, in dem Kabarettabende oder auch Konzerte stattfinden. Ich erlebte dort ein sehr schönes Konzert mit der Band Erdmöbel.
An der Stelle befindet sich nun ein Vertriebsbüro, in dem für Immobilien-Kapitalanlagen geworben wird. Aber wo ist das Löwenherz abgeblieben?

An Ort und Stelle begann ich auf dem Handy zu recherchieren. Und ich fand – nichts. Quasi nichts. Nirgendwo befand sich irgendein Hinweis darauf, dass das Löwenherz in Binz geschlossen ist. Niemand hat etwas dazu geschrieben, selbst auf der Seite von der “Ostsee-Zeitung” war dazu nichts zu finden.
Erst später fand ich einen Hinweis auf ein Facebook-Gästebuch, wo jemand vermerkte, dass er Silvester die Abschiedsfeier vom Löwenherz miterlebt habe.

Und tatsächlich: Der Club ist Vergangenheit. Das Hotel, zu dem der Club gehörte, will dort wohl nun ein Schwimmbad bauen. Das ist schade. Denn Binz hat ein Stück Kultur verloren. Zwar muss man dazu erwähnen, dass es das Löwenherz nur gute fünf Jahre gab – davor war der Raum eine Spielbank und davor eine Disco -, dennoch ist das Aus ein Verlust für Binz, weil es einfach ein toller Kulturort war.
Dass das nirgendwo Anklang fand, dass niemand darüber geschrieben hat, könnte aber auch ein Indiz dafür sein, dass der Club nicht besonders etabliert war, dass die Binzer selbst das Angebot kaum genutzt haben und nur die Touris reingingen.

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KeineWochenShow

#97 – Martini und das Meer im Nebel

Sonntag, den 11. November 2018
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Wie ist es eigentlich im November in Binz an der Ostsee? Diese Frage klären wir in der neuen Ausgabe von KeineWochenShow. Auch mit dem Riesenrad auf dem Neuruppiner Martinimarkt werden wir fahren. Wir sind also ein bisschen unterwegs.

Ausführlich sprechen wir aber auch über Oliver Polak, der Jan Böhmermann vorwirft, ein Antisemit zu sein. Ein Vorwurf, der uns sehr verwundert, zumal die Umstände dieses Vorwurfes mehr als merkwürdig sind.
Welche Bedeutung der 9. November für Deutschland hat, ist ebenso ein Thema wie die Football Leaks und die “Sing meinen Song”-Teilnehmer für 2019.

Natürlich gibt es auch wieder ein Probierbier, Promi-Geburtstage und einen CD- und Buchtipp. Das alles und mehr in KeineWochenShow #97 auf Youtube.

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RTelenovela

Rügen 2018 (19): Vier Jahreszeiten

Sonntag, den 11. November 2018
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(18) -> 10.11.2018

Ich kenne in Binz alle vier Jahreszeiten. Aber welche ist eigentlich die Schönste?
Im Winter kann man unter Umständen Schnee erleben. Wenn Schnee auf Rügen liegt, dann ist eine Reise dorthin etwas sehr Schönes. Wenn man dann auf den Straßen und Wegen unterwegs ist, und die Hügel drumherum eingeschneit sind, dann ist das ein tolles Bild. Und wenn dann auch noch die Ostsee zugefroren ist und am Strand völlige Stille herrscht, ist das fast ein bisschen mystisch.

Im Frühjahr, wenn es langsam wieder warm ist, eignet sich Binz für schöne Spaziergänge und Shoppingtouren. Die Natur blüht auf, die Kleidung wird lockerer, es sind rund um Ostern wieder mehr Leute unterwegs.

Im Sommer geht es natürlich an den Strand. Binz im Sommer ist großartig. Ich habe (zumindest meistens) kein großes Problem damit, wenn es im Ort voll ist. Es ist schön, wenn Leben herrscht, wenn am späten Abend noch die Gaststätten an der Hauptstraße bevölkert ist, wenn abends Open-Air-Live-Musik erklingt.

Im November ist es eigentlich am ruhigsten in Binz. Der Ort ist nicht tot, aber es sind nur wenige Menschen unterwegs. Wenn es leicht neblig ist und kühl – selbst da hat ein Spaziergang am Strand seinen Reiz. Oder zumindest am Ostseeufer rumzustehen.

Aber welche Jahreszeit ist die schönste in Binz? Jede hat ihren Reiz, am schönsten ist es aber dennoch im Sommer. Denn letztlich lassen sich der Strand und natürlich das Wasser im warmen Sommer am besten nutzen, auch die allgemeine Stimmung ist da am besten. Wenn man denn den Andrang mag.

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RTelenovela

Rügen 2018 (18): Scholle

Samstag, den 10. November 2018
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(17) -> 9.8.2018

Einen Pflichtbesuch in Binz gibt es immer in den “Binzer Bierstuben”. Am besten gleich am ersten oder zweiten Tag. Als ich dort zum ersten Mal den hausgemachten Krautsalat mit Joghurtdressing bestellt habe, ernte ich irritierte Blicke, das kannte die Kellnerin nicht. Aber das Dressing – wohl auch hausgemacht – ist sehr lecker, und mit dem Kraut passt das aus meiner Sicht richtig gut. Lustigerweise weiß ich das, weil es diesen Krautsalat gemeinsam mit Möhren als Beilage mit eben jenem Dressing gibt.

Hauptspeise in der Regel: Scholle, gebraten. Ich liebe es. Und es ist wohl das Essen, für das ich immer die allermeiste Aufmerksamkeit aufbringe.
Normalerweise habe ich immer eine Zeitung dabei, wenn ich essen gehe. Wenn ich mich an die Scholle mache, dann gibt es nichts, was man nebenbei machen kann.
An sich ist der Fisch grätenfrei. Also im Fleisch selbst sind keine. Aber natürlich gibt es eine Hauptgräte, und den Rändern gibt es auch Gräten. Man muss also durchaus vorsichtig essen, ein bisschen puhlen, manchmal eine Gräte per Hand entfernen.
Ist eine Seite weggegessen, drehe ich die Scholle immer um, um dann an der anderen Seite zu arbeiten.
Die Scholle ist für mich ein gutes Konzentrationsessen. Und sie ist natürlich extrem lecker.

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RTelenovela

Clevere Oma (2): Kinder raus!

Sonntag, den 19. August 2018
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(1) -> 8.4.2017

Respekt! “Oma’s Küche” aus Binz auf Rügen ist deutschlandweit bekannt geworden. Überall wird über den Laden geredet, geschrieben, gelästert und gemosert.
Wie aber haben die das geschafft?

Seit einiger Zeit ist “Oma’s Küche” (mit dem Apostroph, das da nicht hingehört) ab 17 Uhr ein kinderfreies Restaurant. Kinder unter 14 müssen draußen bleiben – oder eher: zu Hause.

Ich will das gar nicht bewerten, denn mir persönlich ist da relativ wurscht. Klar ist aber, dass die machen können, was sie wollen. Und wenn sie sagen, dass sie nach 17 Uhr keine Kinder mehr im Laden möchten, dann ist das ihnen überlassen. Sie können es sich leisten, denn der Laden ist gerade im Sommer jeden Tag gerammelt voll.
Eigentlich brauchen die gar keine PR.
Oder doch?

Erst stand es in den regionalen Medien? Dann in deutschlandweiten Zeitungen, in diversen Fernsehmagazinen – überall. Und selbst wenn die PR mies ist – es ist PR. Nun weiß man, es gibt in Binz “Oma’s Küche”.
Ich fand bei meinem Besuch im Frühjahr 2017 schon, dass die ganz schön blenden und dass das ganz schön clever ist. In diesem Fall hat es auch hervorragend funktioniert.

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aRTikel

CD-Tipp: Binzessin

Mittwoch, den 8. August 2018
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Die Tonabnehmer: „Hallo Rügen!“

Wochenspiegel Oranienburg, 8.8.2018

Rügen ist nicht nur Deutschlands größte Insel, sondern – zumindest in Ostdeutschland – auch die beliebteste. Gerade in diesen heißen Sommerwochen lässt es sich dort am Strand der Ostsee gut aushalten. Das finden auch Marie-Luise Gunst und Jens Hasselmann. Das Duo nennt sich „Die Tonabnehmer“ und ist scheinbar auch besonders oft und gern auf Rügen. Deshalb haben sie der Insel auch gleich ein komplettes Album gewidmet.

Auf „Hallo Rügen!“ besingen sie die Sehnsucht, die viele Menschen beschleicht, wenn sie lange nicht auf der Insel waren. „Lass und mal wieder sehen und den Rest betrügen“, heißt es da im Auftaktsong. In den weiteren Songs besingen sie spezielle Orte und Eigenarten von Rügen. Da geht es um das Wittower Land und die Schwäne, die am Sand lagern. Um die Alleen und die Kinder der B96, die auf die Insel führt. Um die Inselhauptstadt Bergen „zwischen sieben Hügeln, zwischen sieben Feldern“. Um den alten Rügendamm, die Straße ins Glück, der verstopfte Kanal. Um Sellin und natürlich um Binz, die auf dem Album den Spitznamen „Binzessin“ bekommt.

Die Musiker treffen mit dem Album in der Tat den passenden Ton zwischen Sehnsucht und Nostalgie, der Liebe zu einem Landstrich und eine Bestandsaufnahme, was die Insel bietet, aber auch, was eventuell nervt. Ein Album für Rügen-Liebhaber, aber auch für alle, die ihren Urlaub vor- oder leider schon hinter sich haben.

Infos: www.DieTonabnehmer.de

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