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Das aktuelle Sportstudio

Montag, den 17. Februar 2014
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SA 15.02.2014 | 23.35 Uhr | ZDF

Die Lage ist ernst. Sehr ernst. Ein unglaublicher Skandal ist geschehen, und die “Bild am Sonntag” verhört alle Beteiligten. Genau so stand es am Sonntag im Blatt, und es muss etwas Unerhörtes passiert sein.

Die deutschen Rodler haben bei den olympischen Spielen in Sotschi die Goldmedaille gewonnen. Das ist natürlich Grund genug, das Team ins “Aktuelle Sportstudio” des ZDF einzuladen. Nun gab es am Sonnabendabend in der Live-Sendung allerdings keine Schalte von Mainz nach Russland. Nein, die Sportler sind von Sotschi extra eingeflogen worden, damit sie im Studio sind. Im Anschluss flogen sie nach einer Nacht im Hotel auf ZDF-Kosten – und damit auf Fernsehgebührenkosten – zurück nach Russland.

Ja, da muss man alle Beteiligten schon mal verhören, wie die “BamS” es bezeichnet. Ein reichlich seltsamer, harter Ausdruck, den das Boulevardblatt allerdings nicht das erste Mal verwendet. Offenbar hält sich die Redaktion inzwischen für ein großes Verfassungsorgan, das bei irgendwelchem Ärger andere verhören darf und muss.

Unrecht mit der Frage, ob es nötig war, die Sportler extra nach Mainz zu befördern, hat die Zeitung aber dennoch. Beim ZDF argumentiert man, in einer Show mit Publikum wolle man eben die Rodler vor Ort haben.
Sicherlich kommt es stimmungsmäßig gut rüber, wenn ein wenig Leben in der Bude herrscht, und letztlich war das Abenteuer auch nicht übermäßig teuer, da gibt es ganz andere Verschwendungen. Aber das Interview im Olympiastudio in Sotschi zu führen, hätte auch seinen Sinn erfüllt. Wie überhaupt man das “Aktuelle Sportstudio” doch auch ganz aus Sotschhi hätte senden können – Publikum hätte es sicher auch dort gegeben.

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Nach Homo-Outing: Fady – Jetzt muss er um sein Leben bangen

Sonntag, den 13. April 2008
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SO 13.04.2008 | Bild am Sonntag

Macht sich die Redaktion von der Bild am Sonntag etwa Sorgen? In einem Artikel über Fady, Kandidat bei “Deutschland sucht den Superstar”, heißt es, dass er um sein Leben bange, nachdem am Sonnabend bekannt wurde, dass er schwul und mit einem Mann verheiratet sei. Er befürchte Racheakte von fanatischen Libanesen.
Tja, und wer hat denn am Sonnabend das Outing gebracht? Das war doch die “Bild”, oder? Und jetzt macht sich die Bild am Sonntag Sorgen um Fady? Wie ekelhaft, wie widerlich, wie scheinheilig ist das denn?? Erst treten, dann bedauern. Zum kotzen.

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Verstehen Sie Spaß?

Sonntag, den 25. Februar 2007
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SA 24.02.2007, 20.15 Uhr, Das Erste

Bitte haltet euch fest für die Humoroffensive der ARD! Frank Elstner fragt “Verstehen Sie Spaß?”! Und wir fragen uns verzweifelt: Welchen Spaß?
Lachen bis der Arzt kommt. Man könnte sich zerreißen vor Lachen, wenn man Ingo Oschmann und Isabell Varell dabei zusieht, wie die mit vergipsten Armen und Beinen in ein Taxi steigen wollen. Das ist so schweinelustig, dass der ARD-Zuschauer gröhlend vom Sessel kippt.
Nur die “Bild am Sonntag” – die versteht eindeutig Spaß. Sucht den mit Abstand unlustigen Kandidaten aus, der bei Frank Elstner den ältesten, abgestandesten, lausigsten, absolut pointenfreien Witz vorträgt und somit das ARD-Publikum vollends zum Schnarchen bringt. Gute Strategie, liebe BamS-Kollegen! Nur: Bei dem Showmüll ist die Witzschnarchnase gar nicht weiter aufgefallen.
Gegen “Verstehen Sie Spaß?” ist das parallel laufende “heute-journal” des ZDF ein wahres Comedyformat. Mit Spaß hat die lausige Show von Elstner jedenfalls nichts zu tun.

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ZAPPER VOR ORT: Fernsehmuseum

Samstag, den 3. Juni 2006
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Seit Donnerstag gibt es in Berlin ein Fernsehmuseum. Da stehen keine alten Fernseher rum, sondern man kann in die Geschcihte des deutschen Fernsehens eintauchen.
Das ist natürlich genau das richtige für mich.
Also nichts wie hin!

Es gibt vier verschiedene Ebenen. Im großen Spiegelraum läuft eine gut 15-minütige Zusammenfassung über gut 55 Jahre deutsches Fernsehen. Der junge Kulenkampff. Der Lipsi-Schritt. Dietmar Schönherr in einer der ersten Farbfernsehsendungen. Helga Hahnemann, die den Mauerfall besingt. Alle Kostüme von Hella von Sinnen in “Alles Nichts Oder?!”. Tutti Frutti. Qualmende Politiker in langen Gesprächsrunden. Die Talkwelle. Und so weiter.

Dann geht es weiter in den Zeittunnel. 70 Jahre deutsches Fernsehen in Wort und Bild. Schon 1935 fing alles in Berlin an. Reichssender Paul Nipkow. Mit Liveberichten von Olympia Berlin 1936. Unterhaltung für die Kriegsgeschädigten in den Lararetten. Nach dem Krieg, 1950/51 ging es dann weiter. Man kann noch mal Kennedy in Berlin sehen. Die Livesendung von der Mondlandung. Der erste Wimbledon-Sieg von Boris Becker. Die Pressekonferenz von Günter Schabowski zur Grenzöffnung. Der fassungslose Peter Kloeppel am 11. September 2001 bei RTL.

Wirklich toll: In der Mediathek kann man sich ganze Sendungen aus dem Archiv ansehen. Der erste “Tatort” oder “Polizeiruf 110″. Die ZDF-Kindernachrichtensendung “Logo” von 1989 mit einem Peter Hahne fast ohne Glatze. Eine Folge von “Neues aus Uhlenbusch”. Das “Elf 99 spezial” vom November 1989, wo das Team erstmals in die Wandlitzer Waldsiedlung durfte. Und und und.

Im vierten Raum finden Sonderausstellungen statt. Momentan – natürlich – zum Thema Fußball. Das schon vor dem Spiel umgefallene Tor, mit dem Günther Jauch und Marcel Reif legendär wurden. Der Moment, als bayern München innerhalb von 2 Minuten das Champions League Finale gegen Manchester verlor. Rudi Völler, der im Interview mit Waldi Hartmann ausrastet. Carmen Thomas, die in der ZDF-Livesendung die “Bild am Sonntag” vom nächsten Tag in die Kamera hält, in der bereits die Kritik der gerade laufenden Sendung drin steht.

Wer sich für Fernsehhistorie interessiert, ist dieses Fernsehmuseum ein Muss! Es befindet sich in Berlin, am Potsdamer Platz, in direkter Nachbarschaft zum Sony-Center.
Eintritt: 6 Euro (ermäßigt 4,50 Euro).

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Deutschland sucht den Superstar

Sonntag, den 19. Januar 2003
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SA 18.01.2003, 21.15 Uhr, RTL

Was bei DSDS auffällt: Die Sänger werden vor der Kamera gecastet, bei den Moderatoren scheint das niemand getan zu haben. Während Carsten Sprengemann einen Großteil der Ansagen übernimmt, steht Michelle Hunziger nur lächelnd rum oder guckt wichtig, je nachdem. DSDS ist Werbung pur: So holt Kameramann Detlef zufällig sein Handy aus der Tasche und darf seinen Klingelton vorführen: „We Have A Dream“, der DSDS-Song. Und weil er erst 600000-mal verkauft wurde, wird er eben noch mal gesungen. Natürlich werden nur hier Bilder aus der Wohnung gezeigt, in der die Möchtegern-Stars hausen. Ach ja, und morgen in der „Bild am Sonntag“ lesen wir mehr. Die Medienmaschinerie läuft auf Hochtouren. Was erfahren wir noch? Sängerin Gracias Lieblingsplatz im Haus „ist wirklich der Kamin“. Darin oder davor? Daniel quäkt Nenas „99 Luftballons“ durchs Mikro und alle finden es toll. Dabei ist seine angebliche Natürlichkeit auch nur eine Masche. Meine Prognose: Er wird gewinnen oder Zweiter – trotz nicht vorhandenen Gesangstalents. Aber darum geht’s gar nicht. Fakt ist jedoch: Die Show fasziniert und wird in den nächsten Wochen ein Thema bleiben. Die Zuschauer bleiben dran. Sonnabend waren zehn Millionen dabei.