RTZapper

Wetten, dass…?: Web.de findet’s wieder schlecht

Sonntag, den 23. Februar 2014
Tags: , ,

SA 22.02.2014 | 20.15 Uhr | ZDF

Wann greift endlich der Journalistenverband ein? Sechsmal im Jahr werden gestresste Journalisten von ihren Redaktionen gezwungen, die ZDF-Show “Wetten, dass…?” anzusehen. Unter der Vorgabe, die Show und insbesondere Moderator Markus Lanz unbedingt beschissen zu finden, werden sie an ihren Sessel gefesselt – ohne Kaltgetränk, Alkohol und Fernbedienung. Das ist Folter, und das muss aufhören!

Keine Ahnung, ob da was dran ist. Aber das seriöse Internet-Nachrichtenmagazin Web.de hat mal wieder “Wetten, dass…?” verrissen. Alles Mist, so schreibt es Web.de, verschweigt aber vorsichtshalber den Autoren des Beitrages.
Die Bildergalerie mit den Texten ging lustigerweise schon online, als die Show noch gar nicht zu Ende war – um 23.08 Uhr. “Wetten, dass…?” ging allerdings ein paar Minuten länger. Vielleicht ist das auch der Grund, warum bei Web.de ein falscher Wettkönig genannt wird. Auch die Aussage, dass man im Schlussbild gesehen habe, dass das Publikum schnell flüchtete, kann so nicht sein: Man hat gar kein Schlussbild gesehen, da das Ende der Show aus einem Zusammenschnitt besteht.

Aber egal: Hauptsache, man kann die ZDF-Show madig machen. Hauptsache, man kann wieder mal erzählen, wie langweilig das alles war. Den Gästen Joko und Klaas bescheinigte Web.de einen zurückhaltenden Auftritt, was Unsinn ist. Dennoch sollen die beiden sowie der tanzende Junge aus der Kinderwette dem Lanz die Show gestohlen haben. Aber was ist daran so schlimm? Dazu sind die Gäste da. Wenn die Gäste lahm sind, dann ist’s auch nicht okay? Hollywoodstars würden auch fehlen, gleichzeitig jubelt man aber über Hilary Swank.
Es ist eine dumme Moserei, die da betrieben wird. Markus Lanz lerne weder aus, noch dazu. Dabei hielt sich der Moderator diesmal sehr zurück, legte eine recht solide Leistung hin. Die Show war kurzweilig, unterhaltsam, die Gäste lustig und launig. Was will man eigentlich mehr? Letztlich ist es doch nur Unterhaltung.

Auch Antje Hildebrandt von der Berliner Morgenpost muss nervös nach dem Haar in der Suppe gesucht haben – und hat es irgendwie nicht gefunden. Stattdessen will sie gesehen haben, dass beim ZDF die Nerven blank liegen würden. Und das weil Joko und Klaas gleich zu Beginn dran waren und angeblich die Nachfolger von Lanz seien. Es sei eine Verzweiflungstat vom ZDF, dass statt eines Baggers ein Feuerwehrauto bei der Anfangswette zum Einsatz kam. Danach erzählt sie, wie gut ihr die Show dann doch gefallen hat. Das ist entweder Ironie, pure Verzweiflung oder völliger Schwachsinn. Ich tippe auf Letzteres.

Ich habe mich ganz gut amüsiert an diesem Sonnabendabend. Es war nicht perfekt, aber definitiv eine der besseren, besten lanzschen “Wetten, dass…?”-Ausgaben. Allen Journalisten, die sich die Show zwanghaft ansehen mussten und schon vorher wussten, wie öde sie wird, spreche ich mein Beileid aus, dass sie leider keine Zeit hatten, was Besseres zu unternehmen.

RTZapper

Das war 2013!

Dienstag, den 31. Dezember 2013
Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Aufschrei! Der Twitter-Hashtag gehört ganz sicher zu den Wörtern des Jahres 2013. Und das nicht nur, weil FDP-Mann (was war noch gleich diese FDP?) Rainer Brüderle einer “stern”-Journalistin verbal etwas zu nahe gekommen ist. Die Medien wittern in diesem Jahr ständig und immer wieder einen Skandal.
Der Stinkefinger des Herrn Steinbrück. Aufschrei!! Der Rundfunkbeitrag für ARD und ZDF. Aufschrei!! Beim NSU-Prozess gibt es nicht für alle Journalisten einen Platz. Aufschrei!! Markus Lanz hat bei “Wetten, dass…?” schon wieder was falsch gemacht. Aufschrei!!
Es folgt eine Hysterie nach der anderen, die eine verpufft schneller, die andere bis heute nicht. Nur beim NSA-Abhörskandal, da dauert es ein bisschen bis zu jenem Aufschrei.
Aber mal ganz von vorn.

Für das ZDF und sein Aushängeschild “Wetten, dass…?” ist es ein schweres Jahr. Die Quoten sinken, die Kritiker mosern, überall gibt es etwas zu meckern. An vielen Stellen zurecht. Hollywoodstars bekommen Eiswürfel in die Hose geschüttet, und plötzlich sitzen Roooobert Geiß und seine Prollfrau auf der Wettcouch. Inzwischen sind alle Innovationen abgeschafft, die Show so pupsig wie früher, nur Gottschalk fehlt noch. Bis heute fehlt der Show eine vernünftige Redaktion im Hintergrund, die sich wirklich mal Gedanken macht, wie diese Sause aus dem Dreck gezogen werden könnte.

Eigentlich können wir ja froh sein, dass es solche Shows noch gibt. Denn ein Großteil des Programms bei den Privaten wird weiterhin mit billigen Dokusoaps bestritten. Der Asifaktor steigt. Bei RTL müssen Paare “7 Tage Sex” haben – und wir dürfen zuschauen. Allerdings wollen die Zuschauer das gar nicht, die Reihe floppt. ProSieben schickt “Reality-Queens auf Safari” und RTL “Wild Girls auf Highheels durch Afrika”. Seltsamerweise sind auch da die Zuschauer bockig und wollen Tussis auf Reisen lieber nicht sehen. Ebenso wenig besoffene Jugendliche in Sölden oder Single-Tierfreunde, die einen Partner suchen.

Billig, aber erfolgreich sind dagegen die pseudoechten Serien “Berlin – Tag & Nacht” sowie das im Januar gestartete “Köln 50667″. Bei der Jugend kommt das doofe Geblöke erstaunlich gut an. Prolls scheinen in zu sein. Als RTL II seinen 20. Geburtstag feiert, ist die Party voll mit Menschen, denen man außerhalb von RTL II lieber nicht begegnen will. Die Prollparty des Jahres.

Jenny Elvers fällt 2013 zwar nicht durch Prollgehabe auf, dafür aber mit ihrer Alkoholbeichte. In einem einstündigen RTL-Special entblättert sich die ehemalige Frau Elvers-Elbertzhagen und erzählt der sehr verständnisvollen Frauke Ludowig von ihren Saufeskapaden – und wie ihr Mann ihr da rausgeholfen hat. Später trennt sich ihr liebender Gatte von ihr.
Bei Markus Lanz hat die Schauspielerin Katrin Sass sehr schlechte Laune. Sie ist wütend, weil man ihren Grimmepreis besudelte. Das RTL-Dschungelcamp ist nämlich nominiert, und darüber ist die Sass so erbost, dass sie im ZDF den Dschungelkönig Peer Kusmagk runtermacht – oder eher zusammenblökt.

Den Grimmepreis bekommt das Dschungelcamp später zwar nicht, gutes Fernsehen ist das aber trotzdem – bei aller Häme. Und für einen der rührendsten TV-Augenblicke 2013 sorgt die Show auch noch: In Folge 1 nimmt das Team Abschied von Dirk Bach. “Ta, Dickie!”, heißt es am Ende.
Auch Sat.1 möchte etwas von dem RTL-Erfolg abhaben. Nur A-Promis wollen sie ins “Big Brother”-Haus schicken. “Wir nehmen nur die Besten.” Die scheinen allerdings keine Zeit zu haben. Da gibt es stattdessen die Blondine, die in irgendeiner gefloppten ProSieben Doku-Titten-Soap mitgemacht hat. Einen Sänger, der mal bei “The Voice of Germany” mitgemacht hat. Einen Doku-Soap-Typ und einen, der irgendwas im Internet macht. Und dazu Oliver Pocher und Cindy aus Marzahn, die so gar nicht harmonieren wollen und einen Gag nach dem anderen versemmeln. Selten ist ein Format dermaßen in den Sand gesetzt worden.
Aber damit kennt man sich bei Sat.1 aus. Auch die “Patchwork Family” floppt. Die Zuschauer strafen schlechtes Fernsehen mit Missachtung.

Umso erstaunlicher, dass Marc Bator vom Nachrichten-Flaggschiff “Tagesschau” zu den “Sat.1-Nachrichten” wechselt. Vielleicht bekommt er dort mehr Geld, dafür aber weniger Image.
Sein Vorgänger Peter Limbourg, inzwischen Chef der Deutschen Welle, muss im März geradezu darum betteln, auf Sendung bleiben zu dürfen. Gerade soll in Rom der neue Papst verkündet werden, doch bei Sat.1 will man die Live-Sendung für so eine Nichtigkeit nicht verlängern.
RTL unterbricht für den neuen Papst immerhin die Sendung “Teenies auf Partyurlaub”. Ein wirklich päpstliches Kontrastprogramm.

2013 dreht sich das Personalkarussell auch auf anderen Sendern. Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf wechseln von zdf_neo zu ProSieben und sorgen dort für gute, unverkrampfte, einfallsreiche, gern auch mal sinnfreie Unterhaltung. Joko entert sogar die ProSieben-Newstime, darf dort live die Nachrichten sprechen und wird dort – ja, live – von Klaas angerufen. Bei ProSieben ist man not amüsed.
Tom Buhrow verlässt die “Tagesthemen” und wird WDR-Intendant. Dort muss er einen harten Sparkurs verkünden. Das Nachwuchstalent Thomas Roth ist sein Nachfolger bei den Abendnachrichten.
Christian Rach geht von RTL zum ZDF und will nun dort kochen – oder so.

Natürlich gab es auch 2013 gutes Programm. “Homeland” auf Sat.1 war extrem spannend, ebenso die “American Horror Story” auf sixx. Leider mit miesen Quoten. Das ZDF zeigte “Unsere Mütter, unsere Väter”, eine Aufarbeitung über den Alltag im Dritten Reich. Für den “Super Bowl” gab sich Sat.1 ausnahmsweise richtig Mühe und konnte so sogar den Stadionstromausfall ordentlich überbrücken. Die ARD zeigte mit “Operation Zucker” einen aufwühlenden Film über Kinderhandel – und musste ihn zensieren, weil die FSK das Ende nicht positiv genug fand. Die ARD traut sich an den Showklassiker “Dalli Dalli” ran. “Das ist spitze!” heißt die Neuauflage, die großen Spaß macht.

Die Medien suchen aber lieber nach Skandalen, als zu loben. Während sich fast ganz Journalistendeutschland aufplustert, weil nicht alle von ihnen beim NSU-Prozess berücksichtigt werden, und es doch ein Skandal sei, weil die ehrwürdige FAZ nicht dabei sei, hält sich das Interesse beim NSA-Abhörskandal erst mal in Grenzen. In der heißen Phase diskutiert selbst Günther Jauch im Ersten lieber über Schlaglöcher. Als aber klar ist, dass auch das merkelsche Kanzlerinnenhandy abgehört wurde – ja, jahaaa, da ist der Aufschrei groß.

Gar keinen Aufschrei gibt es, als das ZDF verkündet, dass zdf.kultur eingestellt wird. Der innovativste und interessanteste Spartenkanal hat miese Quoten. Leider. Eigentlich sollte Silvester Schluss sein. Nun hat der Sender doch noch eine Schonfrist und sendet auch 2014.
Für Das 4. ist dagegen am 31. Dezember Schluss. Mitte Januar 2014 startet auf dem Programmplatz der Disney Channel. Der Micky-Maus-Konzern kauft Das 4. und schafft ihn ab.
Auch ARD und ZDF hätten gern einen Jugendkanal, wofür das Zweite eben auch zdf.kultur opfern will. Die Politik möchte da jedoch mitreden und hat das Konzept abgelehnt. Das Konzept liegt auf Eis, und der SWR macht’s im Alleingang und fragt erst niemanden: einsplus ist inzwischen fast vollständig zum Jugendkanal mutiert.

Mit gedruckten Zeitungen hat die Jugend unterdessen immer weniger am Hut. Die Auflagen sinken, die Verlage sparen. Springer stößt diverse Regionalzeitungen an die Funke-Gruppe ab, darunter die “Berliner Morgenpost”. Dafür weitet Springer die Aktivitäten im Internet aus und kauft N24.
Die “Westfälische Rundschau” erscheint zwar noch, hat aber keine eigenen Inhalte mehr. Der Mantel kommt vom zentralen Desk, der Lokalteil von der Konkurrenz. Ganz dicht machen will man das Blatt nicht – der publizistischen Vielfalt wegen. Aha.
Die Nachrichtenagentur dapd ist nicht mehr zu retten.
Die Mediengruppe Madsack gliedert die Lokalredaktionen der “Märkischen Allgemeinen” aus. Bis 2018 will man außerdem in Hannover einen Großteil der Inhalte für die Regionalzeitungen vorproduzieren. Ressorcen will man sparen, heißt es.

Die wahre Musik spielt im Internet. Und bei Twitter meist nachts, dann sind nämlich Boris Becker und Oliver Pocher noch wach und zoffen sich. Der ehemalige Tennisgott Becker hat ein Buch geschrieben, darin kommt auch seine Ex (und inzwischen auch Pochers Ex) Allessandra vor, und das nicht sehr positiv. Am Ende kommt Becker in Pochers RTL-Show “Alle auf den Kleinen”, um sich endgültig lächerlich zu machen.
Pochers anderer Ex, Harald Schmidt nämlich, sendet unterdessen bei Sky unter Ausschluss der großen Öffentlichkeit. Aber nur noch bis März 2014. Mitte Dezember verkündet Sky das Aus für “Die Harald Schmidt Show”. Der Aufschrei hält sich in Grenzen.

Weichen Politiker mal vom Langweiler- und Weichspülkurs ab, dann aber ist besagter Aufschrei doch wieder groß. Der Bundestagswahlkampf plätschert eher vor sich hin – bis SPD-Mann Steinbrück für ein wortloses Interview mit dem SZ-Magazin den Stinkefinger zeigt. Nur leider scheinen Journalisten keinen Humor zu haben – oder doch lieber den Skandal herschreiben zu wollen.
Gleiches gilt, wenn ZDF-Frau Marietta Slomka im Interview mit SPD-Chef Sigmar Gabriel eher plan- und hilflos wirkt und Gabriel deutlich macht, dass er ihren pikierten Interviewstil, nun ja, seltsam findet. Slomka wird von vielen Zuschauern als Heldin gefeiert. Warum auch immer.

Die Hörer von radioeins hatten tatsächlich was zu feiern: die Rückkehr der Radiolegenden. Zwei Wochen lang waren sie jeweils drei Stunden auf Sendung: Thomas Gottschalk, Frank Elstner oder Jürgen Kuttner. Noch einmal “Sprechfunk”, so wie früher, nur diesmal eben an einem Vormittag. Herrlich.

Legenden kommen, andere gehen. Es hieß Abschied nehmen. Viele Stars haben uns 2013 verlassen.
Marcel Reich-Ranicki wird keine Bücher mehr verreißen, Paul Kuhn spielt nicht mehr Klavier. Reinhard Lakomy besingt nie mehr den Traumzauberbaum. Der afrikanische Held Nelson Mandela ist verstummt. Außerdem die Schauspieler Dieter Pfaff, Eddie Arent, Hildegard Krekel, Rosemarie Fendel, Heinz Meier, Jörg Pleva, Otto Sander, James Gandolfini, Ulrich Matschoss und Peter O’Toole, die Politiker Lothar Bisky, Manfred Rommel und Margaret Thatcher, Radiolegende Chris Howland, die Musiker Lou Reed und Esther Williams, die Humoristen Dieter Hildebrandt, Peter Ensikat und Günter Willumeit, die Moderatoren Vivi Bach und Elmar Gunsch, Sportmanager Peter Graf, die Schriftsteller Doris Lessing, Otfried Preußler, Walter Jens und Wolfgang Herrndorf sowie Prinz Johan Friso von Oranien.

2013. War sonst noch was?
Ach ja. “Inka” im ZDF, das neue, frische Format am Nachmittag. War dann aber leider doch nicht so frisch, sondern ziemlich altbacken und oberflächlich. Nach einem Vierteljahr zieht das ZDF den Stecker. Damit endet auch die Dailytalk-Ära, denn auch “Britt” auf Sat.1 musste sich veranschieden.
Stefan Raab mischt für ProSieben beim TV-Duell mit Merkel und Steinbrück mit. Und macht seine Sache gut.
Das Erste bricht in der Nacht einen Boxkampf für einen Spielfilm mittendrin ab, weil es so im Programmplan stand.
Hinter den Kulissen der kultigen zdf.kultur-Talkshow “Roche & Böhmermann” kracht es so sehr, dass Schluss ist. Und die Zuschauer das erst für einen Gag halten.
Heino bekommt großartige PR, weil er Ärzte-Songs nachsingt und sich darüber angeblich jemand aufregt.
Die Lotto-Ziehungen gibt’s nicht mehr im Fernsehen, weil das die Zuschauer angeblich langweilt.
phoenix unterbricht sein Programm für einen Asteroiden-Vorbeiflug und zeigt helle Striche.
Waldemar Hartmann blamiert sich bei “Wer wird Millionär?” weil er die deutsche Fußball-WM 1974 vergisst.
Und da ist er schon, der nächste Aufschrei. Einer von vielen, in diesem 2013.

Ach, und fast hätte ich das Wichtigste vergessen: Dieter Moor heißt jetzt Max. Ähm, ja, genau.
Guten Rutsch.

RTZapper

Thierse relativiert die Entschuldigung

Sonntag, den 18. November 2007
Tags: , , ,

SA 17.11.2007, Berliner Morgenpost

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse hat sich bei Ex-Kanzler Helmut Kohl entschuldigt. In Bezug auf Franz Münteferings Rücktritt aus privaten Gründen sagte Thierse der Leipziger Volkszeitung, dass Kohl damals seine schwer erkrankte Frau “im Dunkeln in Ludwigshafen sitzen” gelassen habe. Dort hat Hannelore Kohl mit ihrer Lichtallergie bis 2001 gelebt.
Jetzt also die Entschuldigung Thierses. So irgendwie. Denn er, der Thierse, habe ja einen Fehler gemacht. Jedoch nicht den, dass er gesagt habe, was tatsächlich in der Zeitung stand. Nein: “Mir ist ein Fehler unterlaufen, nicht in dem, was ich gesagt habe, sondern indem ich ein Interview nicht autorisiert habe.”
Achso. Ja, klar. Halten wir also fest. Wolfgang Thierse hat seinen Vorwurf an Helmut Kohl genau so gemeint, wie er es gesagt hat. Was er vielmehr bereut ist, dass er das Interview mit der LVZ nicht mehr gegengelesen hat. Dass er die betreffenden Aussagen nicht gestrichen hat.
Interessant: Thierse möchte also sagen, was er denkt, es den Zeitungsmachern dann aber verbieten, es zu schreiben. Obwohl seine Aussagen kein Fehler waren? Ist das nicht der eigentliche Skandal an der Sache?
Tritt Wolfgang Thierse ab sofort auch nicht mehr in Live-Sendungen des Fernsehens auf, weil er seine Aussagen, die er nicht für sendefähig hält, am Ende gern rausgeschnitten habe will?
Für Thierse ist der Fall “kein ernsthafter Rücktrittsgrund”. Seine Entschuldigung im Nachhinein und seine Begründung dafür, sind aus meiner Sicht sehr wohl ein Rücktrittsgrund.

RTZapper

Berlin: Mauer in Mitte aufgebaut

Donnerstag, den 11. Oktober 2007
Tags: , , , ,

MI 10.10.2007, B.Z.

In Berlin wird die Mauer wieder aufgebaut. Ja, genau: DIE Mauer. Und das sogar gleich an zwei Stellen.
Aber, keine Angst: Die Linke hat sich nicht wieder in SED umbenannt und die DDR wiedergegründet. Des Rätsels Lösung ist eine andere: Aus Filmzwecken wird die Mauer in Berlin wieder aufgebaut. Und warum an gleich zwei Stellen? Ganz einfach: Es werden sogar zwei Filme in Berlin gedreht, in denen die Mauer (noch) steht.
Die B.Z. berichtet heute über einen ZDF-Film, wofür die Mauer an der Monbijoubrücke in Berlin-Mitte errichtet wird. Ebenfalls heute zeigt die Berliner Morgenpost ein Foto von der Mauer in Gesundbrunnen. Hier dreht Sat.1 einen Film.
Klar, dass der Springerpresse dabei die Muffe geht. Aber keine Angst: Die Mauer wird wieder fallen. Zumindest gehen wir davon aus…