RTelenovela

Rehberge

Montag, den 13. September 2021
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In Sachen Freiluftkino kenne ich in Berlin vor allem das im Volkspark Friedrichshain. Einmal war ich auch in Kreuzberg. Völlig unterm Radar lief immer das Freiluftkino Rehberge. Und ich weiß gar nicht, warum.

Am Freitag war ich dort, weil ich einen bestimmten Film sehen wollte, der dort lief. Ich war also weniger wegen des Freiluftkino-Erlebnisses, sondern wegen des Films selbst dort. Und doch war ich überrascht.
Mal abgesehen davon, dass der Weg dorthin von Oranienburg simpel zu erreichen ist, der Volkspark Rehberge liegt an der Grenze zwischen Wedding und Reinickendorf.
Am Parkeingang sind Parkplätze, dann geht es ein paar Schritte durch den Park in Richtung des Kinos. Und was ich dort so gesehen habe, hat mich begeistert. Eine schöne, erstaunlich bergische Parklandschaft, ein kleiner See – ein tolles Naturidyll mitten in der Stadt.

Man läuft nicht weg bis zum Freiluftkino. Das gibt es erst seit 2009. Die Freilichtbühne an sich gibt es schon seit etwa 1935, aber 1998 wurde sie geschlossen und 2008 verkauft. Nun ist sie ein Kino. Umsäumt von Bäumen hat man den Eindruck, man sei mitten im Wald, was ja auch so ist.
Oben gibt es ein kleines Lädchen mit Speisen und Getränken. Es gibt Decken und Sitzunterlagen.
Klar ist der Sitzkomfort im Freiluftkino nicht so groß wie im richtigen Kino, aber das Ambiente ist schon toll.

Die Saison 2021 im Freiluftkino Rehberge endete am Sonntag. Aber 2022 werde ich sicher mal ein Auge auf den Spielplan werfen.

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RTelenovela

Überraschungsevent (45): Let’s get loud!

Samstag, den 4. September 2021
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(44) -> 28.6.2021

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. Diesmal durfte sie das Event planen, beim nächsten Mal bin ich dran.

Es ist in vielerlei Hinsicht ein Neustart. Durch die Coronakrise war es in der vergangenen Zeit, schwierig Überraschungsevents durchzuführen. Außerdem war ich schon ein Jahr lang nicht mehr auf einem Konzert.
Wir waren diesmal in der “Wabe” in Berlin-Prenzlauer Berg, die auch erst seit dem 20. August wieder geöffnet ist. Und die Musiker, die auf der Bühne standen, absolvierten ihren ersten Auftritt seit anderthalb Jahren, wie sie erzählten. Entsprechend war die Stimmung irgendwie besonders.

Diesmal ging es um Frauenpower. Auf der Bühne stand Sophie Berner mit ihrer Band, ihr Programm hieß “Let’s get loud!”, und alles drehte sich an diesem Abend um Pop-Rebellinnen. Es war der Abend der Talente, der leidenschaftlichen Frauen, der tollen Sängerinnen und Songs. Sophie Berner sprach über diese Frauen, was sie ausmachte, warum sie sie toll findet – und sang ihre Lieder. Von Kate Bush über Cher, Donna Summer, Nina Simone, Madonna, Hildegard Knef bis Janis Joplin. Um nur einige zu nennen.

Es waren Lieder, die man allesamt kannte, schon die ersten Takte reichten oft aus, um zu wissen, was jetzt kommt. Sophie Berner hat es auf wunderbare Weise geschafft, die Magic dieser Songs rüberzubringen. Dabei ging es nicht zwingend darum, die Songs eins zu eins so zu singen, die es die große Frauen gemacht haben. Es ging um den Geist dieser Lieder. Locker, lustig und nachdenklich war das, was sie zwischendurch zu sagen hatte.
Ein schöner Kulturabend – und vermutlich wäre er noch mitreißender gewesen, wenn der Konzertraum richtig voll gewesen wäre. Aber so weit sind wir ja leider noch nicht. Die Tische stehen immer noch mit Abstand im Saal, aber die Hauptsache ist: Es gibt wieder solche Konzerte, und sie machen Spaß.

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KeineWochenShow

#240 – Alt

Sonntag, den 8. August 2021
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Die Olympischen Spiele in Tokio gehen zu Ende, und in KeineWochenShow schauen wir auf die Höhepunkte der vergangenen Woche. Aufzeichnung der Sendung war am Donnerstagabend.

Angesichts wieder steigender Corona-Zahlen diskutieren wir auch darüber, was denn nun mit den Ungeimpften passieren soll. Sollen sie beispielsweise demnächst die Tests selbst (teilweise) zahlen müssen? Und was ist eigentlich mit den vielen Dorffesten, die geplant sind? Groß-Ziethen hat sein Fest wieder abgesagt – viele andere Orte nicht.

Außerdem machen wir einen Ausflug auf die Berliner Müggelspree und der Kinotipp ist “Alt”. Das und mehr in KeineWochenShow #240 auf Youtube.

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Der Geruch der Frau P.

Donnerstag, den 5. August 2021
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Es ist ein merkwürdiges Geräusch, und es passt so gar nicht zum Film auf der großen Leinwand.
Jemand schnarcht.
Nun gut, es ist Sonntag, es ist auch schon nach 22 Uhr, und da kann man schon mal müde sein. Allerdings kann man das Nickerchen auch preiswerter haben als die 11 Euro Eintritt im Berliner Delphi Lux.

Der Herr ist schon vorher aufgefallen, denn er kam lange nach Filmbeginn in den Saal, er keuchte, er muss es eilig gehabt haben, um noch rechtzeitig anzukommen – was ihm nicht gelungen ist. Sein T-Shirt sah etwas verschwitzt aus. Seufzend ließ sich der stattliche Mann in seinen Sessel fallen.

Und manchmal ist es leider so, dass Menschen einfach ziemlich unangenehm sind. Denn der Herr schnarchte nicht nur ab und zu – meistens ist er relativ schnell vor Schreck wieder aufgewacht. Er roch auch. Und das sehr unangenehm. Obwohl ich gar nicht so dicht an ihm dran saß, wehte der Geruch rüber. Das fiel auch den Leuten auf, die auch in meiner Reihe saßen, und ich hoffte nicht, dass sie dachten, ich sei das.
Der Geruch erinnerte mich auf sehr unangenehme Weise an unsere alte Nachbarin schräg gegenüber. Frau P. hatte in ihrem Garten und im Haus diverse Katzen, unter anderem den fetten Pitti, vor dem ich als Kind Angst gehabt hatte. Frau P. roch dementsprechend muffig und nach Katzen. Und genau so roch der Typ – eine mehr als 35 Jahre alte Geruchserinnerung stieg mir in die Nase.

Kurz vor Schluss schnarchte der Typ dann sogar länger – dabei war der Film gar nicht so öde. Dafür ergriff er mit der ersten Abspann-Einblendung die Flucht – und alle anderen warteten ein wenig, bis der Herr sich wirklich entfernt hat.

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“Mein lieber Mann!”

Mittwoch, den 4. August 2021
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Der Satz “Mein lieber Mann!” kann dreierlei Bedeutungen haben.
Er kann ein Ausdruck der Überraschung sein oder eine Respekt-Bezeugung.
Er kann, ganz im Wortsinn, bedeuten, dass es um einen lieben Mann geht.
Und er kann bedeuten “Mein Liebermann!” – Max Liebermann, ein Grafiker und Maler.

Der Dienstag brachte diese drei Bedeutungen auf den Punkt. Eine Hochzeit, viele Überraschungen, noch viel mehr Respekt und Stolz – und das alles eben an der Liebermann-Villa am Wannsee in Berlin.
Die Villa ist ein Museum, das allerdings dienstags geschlossen ist. An diesem Tag kann man den Garten der Villa für Feiern mieten. Und das lohnt sich nicht nur wegen der Feier an sich – es ist ein phantastischer Ort. Eine große Terrasse am Haus, dahinter eine weitläufige Wiese, am Ende der Wiese eine weitere kleine Terrasse, dahinter der Wannsee. An der Seite ist ein kleiner Steg. Der perfekte Ort für eine Feier.

Ich war auf der Hochzeit zweier enger Freunde, die sich nach vielen Jahren ihrer Beziehung endlich getraut haben (lassen). Sie haben die Familien und die Freunde eingeladen, diesen Tag mit ihnen gemeinsam zu erleben. Einen Tag der Liebe, des Zusammenseins, der Fröhlichkeit.
Manchmal überlegt man ja, ob es überhaupt sinnvoll ist, Hochzeiten zu feiern. Man fragt sich, was es eigentlich ändert, außer dass man einen Ring am Finger trägt. Es ändert einiges: Man stellt sich in die Mitte und präsentiert vor seinen Lieben seine Liebe. Man sagt sich, was man aneinander hat, und da geht es nicht nur um das Hochzeitspaar. Es kommen Menschen zusammen, die eine Verbindung, Beziehungen zueinander haben.
Bevor sich meine Freunde die Ringe an die Finger gesteckt haben, ging ein Band durch die Reihen der Zuschauenden. Die beiden Ringe wurden auf das Band gesteckt, und die Ringe gingen einmal an jeden vorbei, der zur Hochzeitsgesellschaft gehörte. Die Freunde, die Familie, alle hatten sie die Ringe kurz in der Hand, und es war der Moment, wo jeder innehalten konnte, jeder für sich Wünsche an die beiden äußern konnte. Allein das war ein wahnsinnig schöner Moment, wertvolle Momente der Gemeinsamkeit.
Und das war nur ein Augenblick dieser Hochzeit des Jahrzehnts, und ich bin glücklich und stolz – auf meine Freunde und dass ich dabei sein durfte.

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Die Waschbären kommen

Dienstag, den 27. Juli 2021
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Sie haben sich offenbar ordentlich vermehrt. Schon im Juli 2020 habe ich an dieser Stelle über zwei Waschbären am Kentucky Fried Chicken in Berlin-Reinickendorf geschrieben. Weil die Leute auf dem Parkplatz davor ihren Müll hinterlassen, haben sie dort ordentlich was zu fressen.

So ziemlich genau ein Jahr später kann ich verkünden: Es sind nicht mehr zwei Waschbären, sondern fünf. Sie haben sich vermehrt. Vielleicht hat sich auch rumgesprochen, dass es auf dem KFC-Parkplatz ein reichhaltiges Menü gibt.
Ich fahre gerade auf den Parkplatz, wollte mich direkt auf die Stelle gegenüber des Eingangs stellen, da erblicke ich am Mülleimer Waschbären. Ich zähle: fünf. Fünf dicke Tierchen, die sich da gerade am Mülleimer und dem Kram drumherum bedienen.
Und die KFC-Leute machen es den Tieren auch sehr leicht, denn scheinbar wird der Platz nicht regelmäßig gesäubert, die Eimer nicht oft geleert. Dass sich die Tiere daran bedienen, ist klar.

Mir ist das nicht geheuer, ich parke mein Auto an einer anderen Stelle, und so machen das auch die Leute, die nach mir auf den Parkplatz gefahren kommen. Fünf Waschbären wirken irgendwie schon etwas bedrohlich, auch wenn sie erst mal ganz niedlich aussehen. Aber fünf solcher recht großen Tiere sind schon eine ordentliche Gang.

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Klamottenkauf aus gutem Anlass

Montag, den 26. Juli 2021
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Normalerweise ist Klamottenkauf nichts, was irgendwie besonders ist. Ich gehe nicht oft Klamotten kaufen, man hat ja eigentlich genug. Wenn, dann aber immer bei C&A, da weiß ich, dass ich immer was bekomme, was mir gefällt – und meine Größen gibt es da auch. Das kann man ja leider von anderen Klamottenhändlern nicht immer sagen.

Diesmal war aber trotzdem etwas anders. Denn ich habe einen Anlass, Klamotten kaufen zu gehen. Ich werde demnächst auf die Hochzeit von engen Freunden gehen, und da will man ja nach etwas aussehen. Als bevorzugter Kleidungsstil für diesen Tage wurde “Beach formal” ausgegeben, wo ich erst mal schauen musste, was das überhaupt sein soll. Das bedeutet nicht, dass man mit Schnorchel und Badehose da auftauchen soll. Aber zum Beispiel wie ein abendlicher Strandbesuch mit kleiner Party. Also schon schick, aber auch nicht streng-schick.

Was also ziehe ich an? Deshalb war ich sehr viel nervöser als sonst, als ich den Laden in Berlin-Tegel betrat. Denn ein Kauferfolg war quasi ein Muss, die Party findet bald statt.
Lange Hose? Kurze Hose? Und welche Farbe? Leichter Stoff? Was Festeres? Und drüber? Ein Hemd? Aber was für ein Hemd?
Grundsätzlich sollte es etwas sein, dass ich später auf jeden Fall wieder anziehen kann – also nichts so Außergewöhnliches, dass man es nur zu diesem Anlass tragen kann.

Eine gute Stunde habe ich gebraucht. Die Hose war relativ schnell gefunden. Und dann begann etwas, was ich so eigentlich nie zu beachten hatte: Passt das Oberteil farblich zur Hose?
Um es schnell zu machen: Ich habe etwas gefunden. In Sachen Hemd werde ich am Partytag spontan entscheiden können, welches ich tragen werde – aber das wird nicht alles sein. Ich denke, das sieht schick, aber nicht extravagant aus – und es sollte temperaturmäßig nicht allzu heiß sein an diesem Tag…
Genauer kann ich an der Stelle nicht werden – man will ja nicht zu viel verraten…

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