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Überflieger: Der Musiktraum hat sich erfüllt

Samstag, den 14. Juli 2018
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Christian Lippert (32) aus Borgsdorf tritt mit Lukas Rieger und Matthias Schweighöfer auf und kümmert sich um das neueste Album von Farin Urlaub

MAZ Oberhavel, 14.7.2018

Borgsdorf.
Musik. Das war schon immer der Traum von Christian Lippert. Schon als der Borgsdorfer 2006 sein Abitur am Hedwig-Bollhagen-Gymnasium in Velten machte. Dass es aber so gut funktionieren würde, dass er davon leben kann, das war damals nicht so klar.

Neulich stand er als Musiker mit Jeanette Biedermann auf der Bühne. Er war Band-Ersatzmann am Bass bei der Tournee von Matthias Schweighöfer. Beim Teeniestar Lukas Rieger spielt er Gitarre oder Klavier. Er gehört zum festen Musikerteam von Alexa Feser. Und mit „Retter“ hat er seit einem Jahr auch wieder eine eigene Band.
Chris Lippert ist aber auch im musikalischen Kreativbereich aktiv. Für Universal betreibt der 32-Jährige das internationale Marketing von Bands wie Rammstein oder Wanda. Für Farin Urlaub kümmerte er sich um das Artwork des kürzlich erschienenen Albums „Berliner Schule“ und bearbeitete dafür auch die teilweise älteren, bis dahin unveröffentlichten Songs. Bei den „Ärzten“ gehört er zum Team, das sich um das Marketing kümmert.

Eine bemerkenswerte Sammlung, und alles ergab sich nach und nach. Anfangs spielte er in der in Oberhavel bekannten, Ende 2016 aus Zeitgründen aufgelösten Band Jazzkomplott. Später war er Mitglied bei „Toulouse“. „Wir hatten da Label und Management.“ Darüber ergab sich ein Kontakt zur Schauspielerin und Sängerin Anna Fischer. Es entstand ein gemeinsames Album unter dem Bandnamen „Panda“, und der Song „Jeht kacken“ sorgte für Aufsehen – inklusive vieler Fernsehauftritte, unter anderem in „Inas Nacht“. Panda war auch Vorband von Rosenstolz.
Dadurch wiederum entstand der Kontakt zu Rodrigo „Rod“ González von den „Ärzten“, weil er am Panda-Album mitgeschrieben hatte. Chris Lippert wurde Praktikant bei den Ärzten, arbeitete sich dort immer weiter rein. „Immer, wenn ich nicht wusste, wie es weiter gehen soll, kam etwas Neues“, erzählt er. Sicherheitshalber verließ er sich nicht auf die Musik allein. Er studierte an der Universität der Künste in Berlin Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation – mit Bachelor-Abschluss. Später arbeitete er in einer kleinen Agentur.

Auf Jobs folgten immer neue Jobs. Über Empfehlungen in der Branche und inzwischen auch durch seine vielen Einsätze als Musiker und Kreativer hat er inzwischen einen guten Namen. Sein Engagement für Lukas Rieger kam von einem Tag auf den nächsten. „Für Fernsehauftritte bei Viva und Joiz wurde jemand gebraucht.“ Chris Lippert sprang ein. Inzwischen gehört er zum Stammteam – und erlebt mit Lukas Rieger wie es ist, ein Teeniestar zu sein. „Wann steht man schon mal vor 2500 schreienden Mädchen?“, sagt der Borgsdorfer, der inzwischen mit seiner Freundin Simone in Berlin-Prenzlauer Berg lebt. Sein Vorteil: „Ich wollte nie Frontmann sein“, sagt er. Das sei anstrengend. Nach zweieinhalb Stunden Konzert kämen noch die Autogramme und die Fanfotos. „Ich spiele im Hintergrund, und dann ist für mich Schluss.“ Das genießt er.

Es läuft also sehr gut für Chris Lippert. Bleibt auch noch Zeit, sich um „Retter“ zu kümmern. „Das ist mal wieder eine richtige Band-Band.“ Mit deutschem Pop-Rock und etwas anspruchsvolleren Texten. Zum Song „Wegen uns“ gibt es auf YouTube ein Musikvideo, ein paar Einsätze auf dem Radiosender Fritz gab es auch schon. Im August sind zwei kleinere Konzerte geplant. „Wir wollen es aus eigener Kraft schaffen“, sagt er.

Und wenn die Musik mal Pause macht, dann testet er für Sternefresser.de Gourmetrestaurants in aller Welt und schreibt darüber, oder er berichtet für den Travelblog „Viel unterwegs“ über nahe und entfernte Reiseziele.

Er hat viel Arbeit, aber dennoch: „Ich bin eigentlich gerade sehr ausgeglichen“, sagt er und schmunzelt. Was aber auch daran liege, dass er das alles sehr gern mache. Um runterzukommen, reicht dann auch mal der Mittagsschlaf auf dem Sofa – mit der Katze im Arm.

KeineWochenShow

#77 – Somebody to Love

Samstag, den 23. Juni 2018
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“Somebody to Love” ist einer der besten Songs von Queen. Rund um das Berliner Queen-Konzert entstand die 77. Ausgabe von “KeineWochenShow”.

Auf der Hinfahrt zur Arena in Berlin-Friedrichshain geht es um die Fußball-WM 2018 und das nicht gerade geglückte Auftaktspiel der Deutschen. Deshalb geht diese Ausgabe auch schon am Sonnabend – vor dem zweiten deutschen Spiel – online.
Ein weiteres Thema ist der Zoff zwischen CDU und CSU und um Asylpolitik – wo man als Otto-Normal-Beobachter eigentlich kaum noch durchsieht, worum es eigentlich geht. Wahlkampf oder doch um mehr?

Wir zeigen dann ein paar Ausschnitte des Konzerts mit Queen und Adam Lambert – wenn auch nur vom Oberrang der Arena aus gefilmt. Aber immerhin bekommt man so einen Eindruck. Außerdem gibt’s eine Konzerteinschätzung.

Auf der Rückfahrt gibt’s Buch- und CD-Tipps – und außerdem ein Bier von der Tanke. In KeineWochenShow #77 auf YouTube.

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Queen und Adam Lambert in Berlin

Mittwoch, den 20. Juni 2018
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DI 19.06.2018 | Berlin, Mercedes-Benz-Arena

Als Freddie Mercury im November 1991 an Aids gestorben ist, da starb auch Queen. Mit dieser Band hat Mercury gute 20 Jahre lang Maßstäbe gesetzt. Songs wie “We will rock you”, “We are the Champions”, “Somebody to love” oder “Bohemian Rhapsody” haben sich ins Gedächtnis vieler Menschen eingeprägt.
Eine Band ohne ihren charismatischen Sänger – das funktioniert nicht, und natürlich war auch für Queen das Ende besiegelt.

Dass die legendären Musiker am Dienstagabend dennoch in der Berliner Mercedes-Benz-Arena auftreten konnten, lag an Adam Lambert. Seit sechs Jahren ist er immer mal wieder mit Queen auf Tour und steht an Freddie Mercurys Stelle.
Klar, er weiß, dass er ihn nicht ersetzen kann. Und das will er auch gar nicht. Sein Ziel sei es, an ihn zu erinnern, ihn mit dem Konzert zu feiern, sagte er. Und deshalb waren auch die vielen Menschen in die Halle gekommen.

Der Beginn war allerdings noch ein bisschen zögerlich – zumindest bestand der Auftakt aus Songs, die ich seltsamerweise gar nicht kenne. Aber dann kamen nach und nach alle großen Queen-Kracher.
Adam Lambert macht Mercury nicht nach. Die Songs sind weiter klar erkennbar – aber Lambert drückt ihnen hier und da seinen Stempel auf. Das ist gut so.
An mehreren Stellen kommt dann aber doch auch Freddie vor. Auf der großen Leinwand taucht er plötzlich auf und beginnt mit dem Publikum ein Gesangswechselspiel. Auch bei der “Bohemian Rhapsody” gibt es einen Moment, wo Adam Labert für gut zwei Minuten Freddie die Bühne überlässt, und man sieht das bekannte Musikvideo zum Song.
Es ist eine gute Mischung aus konsequenter Erinnerung und Weiterführung. Die beiden verbliebenen Ur-Queen-Musiker bekommen zwischendurch umso mehr Applaus und Jubel.

Die Zugabe endet mit “We will rock you” und “We are the Champions” – und zu guter Letzt die Hymne auf die Queen. Die Fans sind überwiegend mit einem guten Gefühl nach Hause gegangen.

RTelenovela

Friedrichshain sieht ja so anders aus!

Mittwoch, den 20. Juni 2018
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Der Friedrichshain in Berlin ist mal wieder im Umbruch. Wer mal zur Mercedes-Benz-Arena fährt, dem wird das sofort auffallen. Als die Event-Location noch die Oh-Zwei-Welt war, da konnte man sie von der Mühlenstraße aus sehen. Die Halle stand ganz allein in der Gegend rum und wirkte sehr wuchtig. Das ist vorbei.

Die heutige Sternenhalle ist von der Mühlenstraße aus gar nicht mehr zu erkennen. Drumherum sind diverse riesige Klötze errichtet worden. Ein Megakino soll’s dort bald geben, außerdem eine weitere Event-Location und Büros und wohl auch hier und da ein paar Luxuswohnungen.
Innerhalb von wenigen Jahren hat sich die Gegend zwischen East-Side-Gallery und Bahntrasse grundlegend verändert. Die Gegend ist zugedonnert worden – und irgendwie weiß ich nicht, ob ich das gut oder nicht gut finden soll.

Stehe ich heute an der Arena – Dienstag spielte dort Queen mit Adam Lambert -, dann wirkt die Halle irgendwie gar nicht mehr protzig und groß. Das Ding sieht neben dem riesigen Bauten drumherum plötzlich ziemlich, ja, fast klein aus.

RTelenovela

Raus aus der Stadt!

Dienstag, den 12. Juni 2018
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Schiffstouren durch Berlin sind immer eine schöne Sache. Am Wochenende war ich zu einem runden Geburtstag eingeladen, und der fand auf einem Schiff statt.
Es war heiß, die Sonne knallte, im Hafen an der Spree in Plänterwald, stiegen wir auf das Schiff namens “Alexander”, und ich hatte schon die Route durch das Zentrum im Kopf.
Aber als das Schiff auslief, nahm es eine ganz andere Route – Richtung Südosten.
Es ging von Plänterwald aus über Oberschöneweide, Köpenick und Friedrichshagen bis zum Müggelsee. Eine wunderschöne Tour, die uns zeigte, wie grün es in Berlin ist. Und wie viele Menschen sich in Berlin so auf dem Wasser bewegen.

Unzählige Boote kamen uns entgegen, oder wir überholten sie. Tretboote, Partyschiffe, Paddler. Alles mögliche – das Motto lautet: Hauptsache auf dem Wasser. Immer wieder kam Musik von den Schiffen, von Heavy Metal bis Schlager, und immer tanzten Leute auf den Booten.
Eine schöne Atmosphäre auf dem Weg raus aus der Stadt.

Auf dem Rückweg zum Hafen Plänterwald ging so langsam die Sonne unter, und als wir im Hafen ankamen, da bewegte sich die riesige, untergehende, rote Sonne genau am Fernsehturm vorbei. Idyllisch.

aRTikel

Einheimisch wird er wohl erst mit 100

Donnerstag, den 7. Juni 2018
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Der Beetzer Andreas Dalibor feiert heute seinen 60. Geburtstag – zum Jubiläum denkt er auch über seine Zukunft nach

MAZ Oberhavel, 7.6.2018

Beetz.
Er ist Liedermacher, Theaterchef, Sozialarbeiter und Lokalpolitiker. Andreas Dalibor ist ein besonders umtriebiger Mensch. Heute feiert er seinen 60. Geburtstag.
24 Jahre ist es her, dass er aus Berlin nach Beetz zog. Er fühlt sich dort sehr wohl als Beetzer, als Kremmener. Einheimischer ist er aus Sicht der Alteingesessenen aber nicht, denkt er. „Wenn ich 100 werde, dann werde ich Kremmener sein. Im Augenblick bin ich noch Zugereister“, sagt er.

Die meisten Menschen kennen ihn als Chef des Theaters „Tiefste Provinz“ im Scheunenviertel. „Eigentlich sollte der Raum bloß ein Übungsraum für meine Band sein“, erzählt er. Um Fördermittel zu bekommen, ist ihm dann aber geraten worden, etwas Öffentliches daraus zu machen. Er ließ eine Bühne reinbauen, und schon war das Theater 2006 geboren. Dass es „Tiefste Provinz“ heißt – das fanden anfangs nicht alle Kremmener lustig.

Andreas Dalibor ist eigentlich Diplom-Sozialarbeiter und -pädagoge. Studiert hat er an der Evangelischen Fachhochschule in Berlin. Probiert hatte er damals vieles: ein paar Semester Archäologie, Erziehungswissenschaften, Musik und Kunst auf Lehramt. Kurz vor der Prüfung hörte er auf. Er wollte nicht zum Establishment gehören. „Mittlerweile sage ich, hätte ich weiter machen sollen. Aber die Erkenntnis kommt ja immer später.“ Danach ging er auf die Sozialarbeiterschule – und legte die Prüfung dort ab.
Inzwischen leitet er eine Erziehungswohngruppe in Beetz. Er betreut Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren, die oftmals Pech mit der Familie hatten. „Viele Sachen können wir lösen, manche lösen die Zeit, andere lösen wir mit Therapien oder auch nur damit, ein anderes Leben vorzuführen.“ Mist bauen komme durch Langeweile – oft würden Dinge passieren, wenn die Jungs nichts mit sich anzufangen wüssten. Dem will er entgegen steuern. Es gehe darum, Verantwortung zu übertragen, den Kindern Aufgaben und ein Zuhause zu geben.

Er macht das nicht anders. Er will etwas bewegen, auch politisch. Für die SPD sitzt er im Kreistag. Früher – noch vor der Wende – waren es eher die Grünen, die ihn begeisterten. „Das war damals die Aufbruchstimmung. Die hatten mal andere Ziele.“ Aber Willy Brandt war ein Typ, der ihn faszinierte. „Der war ein Beweggrund, dass ich gesagt habe, ich schließe mich der SPD an. Dass die leider nicht mehr das ist, aber hoffentlich das wird, was sie mal war, das ist mir klar. Aber das ist immer noch eine Partei, die viel Soziales in sich trägt.“

Schon immer eine Rolle gespielt in seinem Leben hat die Musik. Gerade ist das zweite Album von „Dalibors Roadshow“ veröffentlicht worden. Davor war er als Liedermacher solo unterwegs und spielte in der eigenen Bertha-Panislowsky-Band. Er ist großer Fan von Ton Steine Scherben und Rio Reiser.
Der 60. Geburtstag ist nicht direkt eine Zäsur – aber schon die Gelegenheit, über die Zukunft nachzudenken. Irgendwann soll sein Engagement in der Wohngruppe enden, er will sich noch mal neu umsehen – und mehr Zeit haben für das Theater und die „Kombüse 11“ nebenan.

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: ZDF-MoMa-Café

Mittwoch, den 6. Juni 2018
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MO 04.06.2018 | Berlin, ZDF-Hauptstadtstudio

Ein Montagmorgen um 7.45 Uhr in Berlin-Mitte. Ziemlich früh für einen Ausflug. Aber wer ins “MoMa-Café” des ZDF möchte, der muss früh aufstehen.
Die letzte halbe Stunde des ZDF-Morgenmagazins findet öfter mal vor Publikum statt. In der großen Halle des Zollernhofes Unter den Linden ist dann das besagte MoMa-Café. Der Eintritt kostet nichts, man muss sich aber anmelden, denn der Platz ist begrenzt, etwa 90 Leute können teilnehmen.

Für die frühe Uhrzeit ist die Stimmung im Team sehr locker und entspannt. Wobei diese Leute natürlich schon sehr viel länger wach sind als wir. Anders als bei “Maybrit Illner” oder “aspekte” dürfen wir unsere Smartphones mitnehmen und auch Fotos machen – ohne Blitz natürlich.
Auf den Tischen stehen Gläser mit Saft oder Wasser, auch Café wird gebracht. Dazu gibt es Brötchen oder Bagles. Es darf also gemampft werden.
Es gibt eine kleine Einführung, eine Art Warm-Up. Aber sehr entspannt. Weder sollen wir Probe-applaudieren oder jubeln oder Wasweißich. Es reicht, wenn wir da sind und uns benehmen.

Und dann geht es auch schon los. Live auf Sendung kommen Dunja Hayali und Mitri Sirin aus dem Studio in die Café-Halle gelaufen. Sie machen ihre erste Ansage und geben dann an die Nachrichten in Mainz ab.
Das Gewusel während der Phasen, in denen berichte laufen, ist groß. Dunja Hayali will wissen, wo denn die aktuellen Zeitungen liegen. Zwischendurch gähnt sie einmal herzhaft. Sie unterhält sich mit Leuten im Publikum oder rennt zwischendurch auch mal raus. So müde, wie sie scheint, so munter ist sie auch.

Der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff ist bei uns zu Gast, und es ist erstaunlich, dass dafür die Sicherheitsvorkehrungen relativ lasch sind. Zwar sind wir alle einmal kontrolliert worden, aber beispielsweise von der Talkshow “Maybrit Illner” sind wir da ganz anderes gewohnt – inklusive Ausweis zeigen und vorher Namen angeben.
Das Gespräch von Dunja Hayali mit dem Botschafter findet an einem der Gästetische statt – die mussten ihre Plätze für diese Zeit räumen. In Windeseile ist das noch nicht ganz verspeiste Frühstück eingesammelt worden.
Am Ende trat noch der Musiker Drangsal mit seiner Band auf. Allerdings fand dieser Auftritt natürlich eher für das Fernsehen statt – die Akustik vor Ort war eher gruselig. Die Stimme des Sängers war kaum zu hören. Dabei ist “Turmbau zu Babel” ein toller Song, der irgendwie ein bisschen an die Neue Deutsche Welle erinnert.

Alles geht ganz schnell, nach 30 Minuten ist die Show vorbei, wer möchte kann mit den Moderatoren schnell noch Fotos und Small Talk machen. So dicht kommt man ja sonst nicht an diese Leute ran…