KeineWochenShow

#116 – Musi zum Schmusen

Sonntag, den 24. März 2019
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Bevor die heutige Sendung beginnt, gibt es eine neue Ausgabe der Hitparade! Diesmal mit drei hervorragenden Musikacts. Allerdings kommt es zwischendurch immer wieder zu kleinen Störungen.

In der Sendung selbst sprechen wir über das Attentat von Christchurch – aber vor allem auch über die Medien und wie sie damit umgegangen sind. Auch den Schwächeanfall von Jan Hofer werden wir noch mal beleuchten.
In Hohen Neuendorf werden in Zukunft auch Stubenhocker die Gelegenheit haben, die Stadtverordnetenversammlungen zu verfolgen – wir fragen uns, ob es dafür Bedarf gibt.

Und wir testen ein Bier von hier. Es geht um eine Sorte, die in Berlin-Hermsdorf gebraut wird – von einem einzelnen Bierfan aus Glienicke. Das und noch viel mehr in KeineWochenShow #116 auf Youtube.

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aRTikel

Die Wende war seine aufregendste Zeit

Donnerstag, den 21. März 2019
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Wolfgang Krüger lebt seit 1993 in Bärenklau – Journalist, Staatssekretär, Wirtschaftler, Politiker

MAZ Oberhavel, 21.3.2019

Bärenklau.
Es war Anfang der 90er, da fuhr Wolfgang Krüger auf der Autobahn. Auf dem Weg von Berlin nach Schwerin sah er ein Schild, auf dem Grundstücke in Bärenklau angeboten worden sind. „Ich fand den Namen witzig“, erzählt er. Sowieso wollte er mit seiner Frau raus aus Berlin. Im April 1993 sind sie in ihr Haus gezogen. Immerhin kommt er aus der Gegend. 1950 ist er in Hennigsdorf geboren worden – allerdings zog er mit seiner Familie schon ein Jahr später nach Düsseldorf.

Wolfgang Krüger ist heute Gemeindevertreter für die CDU in Oberkrämer, aber wenn man in seinen Lebenslauf schaut, dann hat er schon viel erlebt und getan. Er stammt aus einer Arbeiterfamilie, sein Vater war Autoschlosser. Nach der Volksschule besuchte er das Aufbaugymnasium. „Das war damals eine schwierige Entscheidung, das Geld war knapp.“ Er sei seiner Mutter sehr dankbar, dass sie es möglich gemacht habe. 1970 machte er sein Abitur.
Er selbst spricht von einem „meandernden Lebenslauf“. Nach dem Abi begann er ein Praktikum bei der Rheinischen Post in Ratingen und stellte fest: „Journalismus – das isses.“ Später bekam er ein Volontariat bei der Westfälischen Rundschau. Die stellte damals auch eine Wohnung. „Ich wollte endlich weg von zu Hause und landete bei einer über 80-jährigen Dame mit Hausaltar im Flur, immer beobachtend.“ Bis er versetzt wurde.
Nach seiner Ausbildung wechselte er zur „Bild“, wo er aber nach zwei Jahren eine Sinnkrise bekam. „Will ich immer nur Fotos von Verstorbenen beschaffen?“, fragte er sich. Er sagt aber auch: „Ich habe da wahnsinnig viel gelernt.“ Er begann stattdessen ein Geschichte- und Germanistik-Studium in Düsseldorf. Er schrieb an einer Doktorarbeit zum Thema Entnazifizierung in Nordrhein-Westfalen. Um Geld zu verdienen, arbeitete er nebenher beim WDR und bekam dort später eine Festanstellung, war später Chef vom Dienst der Magazin-Sendung „Aktuelle Stunde“ und bekam dann das Angebot, persönlicher Referent von Intendant Friedrich Nowottny zu werden.
Inzwischen hatte er seine Frau kennengelernt. Sie sagte zu ihm: „Ich folge dir überall hin, nur nicht nach Berlin.“ Genau aber dorthin führte der Weg 1987. Er bekam das Angebot, Chefredakteur des damals in Gründung befindlichen Rias-TV zu werden. Er hat den Vertrag unterschrieben – und seiner Frau erst danach davon erzählt. Im August 1988 ging Rias-TV in Berlin und Umgebung auf Sendung. Am Abend des Mauerfalls am 9. November 1989 war Wolfgang Krüger auf Sendung. „Das war journalistisch die aufregendste Zeit.“ Als Rias-TV 1992 in das neue Auslandsfernsehen der Deutschen Welle aufging, blieb Wolfgang Krüger dort weiter Chefredakteur. Unterdessen zog es ihn aber auch in die Politik. Er war in die CDU eingetreten. Helmut Kohl habe ihn beeindruckt. 1993 schaffte er den Sprung ins Gemeindeparlament von Bärenklau, er begleitete auch den Übergang zu Oberkrämer.
2004 wurde er Staatssekretär im Brandenburgischen Wirtschaftsministerium und 2008 folgte für gute zehn Jahre der Hauptgeschäftsführerposten bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Cottbus. Seit fünf Jahren sitzt er zudem nach einer Pause wieder im Gemeindeparlament von Oberkrämer.

Inzwischen ist er 69, und wenn man ihn in seinem Haus in Bärenklau sprechen hört, schwingt sehr viel Zufriedenheit mit. Ist er jetzt Rentner? Er lächelt: „Ich gebe zu, ich tue mich schwer damit. Es ist eher ein Unruhestand.“ So sitzt er weiter im Aufsichtsrat für den BER, den Flughafen Berlin-Brandenburg in Schönefeld. Viele Akten liegen in seinem Büro. Außerdem ist er im Beirat eines Energieversorgers. Für fünf Jahre will er auch noch mal im Gemeindeparlament mitmischen. „Wichtig ist für mich die Frage: Wie organisiert man im Alter Lebensqualität? Ich beschließe mein Leben nicht auf Kreuzfahrten“, sagt er. Er bleibe ein politischer Mensch. „Ich mische mich weiter in Debatten ein.“ Und er sagt auch: „Radikaler Egoismus bringt uns nicht weiter.“ Er bedauert, dass Diskussionen kaum noch möglich seien. „Zu allem nur Nein zu sagen, ist einfach. Aber man muss dann schon sagen, wo man hin will.“
Oberkrämer beispielsweise sei in „bemerkenswert guter Verfassung. Wir sind eine schuldenfreie Kommune.“ Was nicht heiße, dass es keine Probleme gebe. „Durch den Zuwachs wird sich Oberkrämer verändern, und wir müssen fragen: Was bedeutet das für uns?“ Man müsse über Schulen und den Nahverkehr sprechen. Was er nicht gut findet: Dass die Politik sich oft nur punktuell an Themen abarbeite, die großen Zusammenhänge aber oft Außerachtgelassen würden.

Langweilig wird es Wolfgang Krüger auch in Zukunft nicht werden. „Ich möchte mir bis ins hohe Alter meine Neugier bewahren.“

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RTelenovela

Zigfacher Alarm!

Sonntag, den 24. Februar 2019
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Was für ein Getöse! Als ich in das Parkhaus auf dem Potsdamer Platz in Berlin fahren will, höre ich schon, dass am Gebäude der Alarm schrillt. In der Straße vor der Einfahrt stehen Feuerwehr und Polizei, die Einfahrt ins Parkhaus ist gesperrt.
Ich muss mir also was anderes suchen. Und irgendwie wird es unheimlich. Denn auch am Nachbargebäude schrillt der Alarm. Ich fahre einmal um den Platz herum. Auf der anderen Seite der Potsdamer-Platz-Arcaden schrillt ebenfalls der Alarm. Ich fahre noch ein Stück weiter, und auch dort: Alarm! An fünf oder sechs Gebäuden auf dem Areal schrillt der Alarm und blinken Lichter.
Ich parke mein Autos ein wenig entfernt und laufe auf den Platz. Darüber wabern aus verschiedenen Richtungen die diversen Alarmanlagen. Eine merkwürdige Atmosphäre.

Zumal das Leben ganz normal weitergeht. Die Arcaden sind geöffnet, der Betrieb dort geht normal weiter. Auch das Kino ist im Betrieb.
Allerdings findet davor eine Demo statt. Zum Alarm kommen Trillerpfeifen hinzu. Warnstreik des Kinopersonals. Sie kämpfen für höhere Löhne, weil ihre aktuellen wohl nur knapp über dem Mindestlohn liegen – und das, so schreiben sie auf Flyern, obwohl die Betreiberfirma viel Geld verdient.

Als ich zweieinhalb Stunden später aus dem Kino komme, herrscht draußen wieder Ruhe. Der Alarm scheint relativ spurlos vorüber gegangen sein.

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RTelenovela

Arcaden-Krise

Samstag, den 23. Februar 2019
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Das kommt am Potsdamer Platz in Berlin immer öfter vor: Man läuft zu einem Geschäft, um dann vor Ort festzustellen, dass es nicht mehr da ist.
Erst heute wieder: Ich lief zur Deutschen Bank. Oder besser: zu dem Ort, wo die Deutsche Bank mal eine Filiale hatte. Sie ist nicht mehr da, ist jetzt irgendwo am Leipziger Platz – wo ich aber keine Lust habe, extra hinzulatschen.

Irgendwie steckt der Potsdamer Platz in einer Krise. Wenn man durch die Arcaden läuft, sieht man immer öfter zugenagelte Geschäfte. Der Elektronikladen ist schon lange weg, stattdessen ist das jetzt eine Hier-gibt-es-alles-Kette drin. Der schöne Buchladen ist auch schon lange weg.
Stattdessen gibt es jetzt im Erdgeschoss einen dieser neumodischen Imbissläden, in dem hinter dem Tresen zwei gelangweilte Gestalten stehen. Andererseits reicht ein Blick auf das Geschäft nicht aus, um zu erfassen, was es denn da geben könnte. Da setzt bei mir schon mal eine Bocklosigkeit ein, da überhaupt reinzugehen.

Klamottenläden locken mit Prozenten, irgendein anderer Dingsbums-Laden kündigt die Schließung an. Vor dem Blumenladen steht eine irritierte Dame, weil da offenbar bei ihrem letzten Besuch noch was ganz anderes verkauft worden ist.

Es ist schade, dass der Potsdamer Platz scheinbar so verkommt. Denn der Leipziger Platz nebenan mit dem neuen Shoppingcenter ist keine Alternative. Das Ding ist rummelig, und die vielen, vielen Läden sind üppig vertreten, aber meist so klein, dass da kaum was zu holen ist. Ich habe noch nie so eine kleine C&A-Filiale gesehen wie dort.

Hoffentlich hält in den Potsdamer-Platz-Arcaden wenigstens der Asia-Imbiss im Obergeschoss durch. Ansonsten hat sich das Center komplett erledigt.

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RTZapper

rbb spezial: Blackout in Berlin

Donnerstag, den 21. Februar 2019
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MI 20.02.2019 | 20.15 Uhr | rbb

Das nennt man dann wohl Pech. Gut anderthalb Tage (!) gab es in Berlin-Köpenick keinen Strom. Weil da eine Firma im wahrsten Sinne des Wortes Pech hatte, und dafür herrscht aber eine erstaunliche Gelassenheit.
In einem “rbb spezial” ging es am Mittwochabend um den “Blackout in Berlin”.

Der Grund für den Ausfall, der wurde quasi nebenbei genannt. Eine Baufirma bohrte an einer Brücke in Köpenick erst die Stromleitung an, dann auch die Ersatzleitung. Und aus.
Wie es heißt, hat die Firma im Vorfeld nicht die entsprechenden Akten studiert, wo denn eventuell Stromleitungen liefen könnten. Auf gut Glück legte die Firma los und hatte Pech.
Dass es aber auch nicht möglich ist, irgendeine andere Notstromleitung zu legen, ist ebenso erstaunlich.

Zumindest im “rbb spezial” hat man dann aber doch nicht so genau nachgefragt, wie so was passieren kann und wieso 30.000 Haushalt von dieser einen Stromleitung abhängig sind. Und wieso die Firma so leichtsinnig war.
Stattdessen wurden Twitter-Tweets gezeigt. Lauter Fotos von Leuten, die total happy sind, mal ohne Strom zu leben. Und das sei ja ganz toll. Hashtag: #noInternet. Gut, dass man das mal im Internet geschrieben hat, dass man endlich mal ohne Internet auskommt.

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RTelenovela

Überraschungsevent (27): Frühschoppen ohne Jazz

Montag, den 18. Februar 2019
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(26) -> 14.1.2019

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte sie das Event planen, im März bin ich dran.

Diesmal trafen wir uns am U-Bahnhof Naturkundemuseum in Berlin-Mitte – dort waren wir aber erst kürzlich, deshalb liefen wir ein paar hundert Meter die Invalidenstraße entlang zu den Edisonhöfen.
Dort befindet sich die Kunstfabrik Schlot. Normalerweise ist das eine Location, an dem jeden Abend Jazzkonzerte stattfinden. Jeden Sonntagmittag gibt es dort den “Frühschoppen”. Der allerdings hat mit Jazz nichts zu tun. Dahinter verbirgt sich eine Lesung.

Eine Gruppe Autoren trifft sich auf der Bühne an einem großen Tisch. Sie unterhalten sich über das Wochengeschehen. Hauptsächlich sind sie aber gekommen, um eigene Texte vorzulesen. Schade nur, dass Horst Evers nicht dabei war, obwohl er im Programmflyer angekündigt war. Er wurde dann nicht mal erwähnt.
Susanne Riedel las einen sehr lustigen Text darüber, dass viele Leute komisch reagieren würden, wenn man sagt, man wohne in Steglitz. Und über einen Besuch im Nobelrestaurant mit ihren Kindern, der für alle eine Qual war.
Außerdem ging es um Begegnungen am Brandenburger Gartenzaun oder um eine Ausstellung mit einem Schneemann.

Das alles war durchaus unterhaltsam. Zwar ist die Mischung aus aktueller Rückschau und dem Vorlesen der Texte etwas merkwürdig. Aber insbesondere Susanne Riedel schreibt sehr lustig und liest das auch sehr gut vor.

Das Ganze ist übrigens kostenlos. Aber natürlich wird am Ende um eine Spende gebeten. Etwas merkwürdig und schade ist, dass das Speisenangebot im Schlot sehr mau ist. Die (auch nicht sehr üppige) Speisekarte gelte nur am Abend, am Mittag gab es nur Schinken- oder Käsebrötchen. Hm. Für so einen Frühschoppen, der kostenlos ist und wo man eigentlich bereit ist, Geld dazulassen, wäre doch ein schönes Büfett was Feines. Oder wenigstens das Angebot auf der Karte sollte vorrätig sein.

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RTZapper

Berlinale 2019: Die Bärenverleihung

Sonntag, den 17. Februar 2019
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SA 16.02.2019 | 19.00 Uhr | 3sat

Für ein paar Minuten standen die Berlinale-Filme vollkommen im Hintergrund. Denn die Bärenverleihung bei der Berlinale 2019 – live übertragen von 3sat – begannen am Sonnabendabend mit einer ganz besonderen Ehrung: Der bisherige Festivaldirektor Dieter Kosslick verabschiedet sich. Es war seine letzte Berlinale.
Zum Abschied flogen ihm noch mal die Herzen zu, lang anhaltender Applaus und viele warme Worte im Berlinale-Palast. Immerhin 18 Jahre lang – fast eine ganze Generation lang – prägte er die Berliner Filmfestspiele.

Er machte aus der Berlinale ein echtes Fanevent. Die Fans können dabei sein, wenn die Stars über den Roten Teppich laufen. Auf dem Potsdamer Platz können die Tickets gekauft werden. Das Festival kommt aber auch in den Kiez. Denn auch kleine Kinos in den Stadtbezirken bekommen nun auch etwas vom Berlinale-Kuchen ab. Denn das war offenbar Kosslicks Maxime: Die Berlinale soll für die Menschen da sein, die den Film feiern möchten. Am Sonntag nach der Preisverleihung gibt es deshalb noch einen Publikumstag, an dem alle Filme noch mal in den vielen Kinos laufen, die an der Berlinale beteiligt waren.

Kein Wunder, dass am Sonnabend bei der Schlussfeier viel Rührung herrschte, als sich der fröhliche Dieter Kosslick von den Leuten verabschiedete.

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