KeineWochenShow

#195 – Irgendwie in Quarantäne

Sonntag, den 27. September 2020
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An der Oranienburger Waldschule hat es zwei Coronafälle gegeben.
Das hat auch Auswirkungen auf KeineWochenShow.
Wieder im Splitscreen. Wieder sind wir getrennt. Diesmal trennen uns aber nur wenige Meter. Wir reden über die Quarantäne nach den Schul-Coronafällen und wie es dazu kam und wie es da weiter geht.

Das Coronavirus ist wieder ein großes Thema bei uns. Wir sprechen über die Entwicklungen in München und Hamm. Es geht um den Fußball und um den Oranienburger Töpfermarkt, der trotz Pandemie stattfinden konnte.

Nicht fehlen dürfen in dieser Woche Friedrich Merz und Christian Lindner. Die beiden Politiker sind durch, nun ja, bemerkenswerte Äußerungen aufgefallen.
Und Bilder vom “Festival of Lights” in Berlin haben wir auch – in KeineWochenShow #195 auf Youtube.

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RTelenovela

Festival of Lights & Dance

Montag, den 21. September 2020
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Tagelang ist in Berlin das Brandenburger Tor mit künstlerischen Animationen angestrahlt worden. Das “Festival of Lights” endete am Sonntag, und kurz vor Schluss wollte ich mir das Spektakel mal ansehen.
Ich habe schon von mehreren Seiten gehört, dass es an den Stätten, wo das Festival stattfindet, oft sehr voll ist. Also hatte ich eine Maske dabei, und tatsächlich war es auf dem Pariser Platz richtig voll. Erstmals zog ich mir auch außerhalb von geschlossenen Räumen eine Maske über.

Abstände einzuhalten war auf dem Pariser Platz sehr schwierig. Kontrollen gab es keine. Werden bei Veranstaltungen normalerweise diverse Vorkehrungen getroffen, ein Hygienekonzept erstellt, haben sie beim Festival of Lights genau nichts dergleichen gemacht. Hielt man vielleicht nicht für nötig, aber wer auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor war, hätte sich eventuell eins gewünscht.
Mehrere Leute liefen mit Plakaten über den Platz. Die Pandemie sei vorbei, stand darauf. Ob das jetzt ein freundlicher Hinweis an die Massen war, doch bitte Abstand zu halten oder was sie damit sagen wollten – wer weiß?!

Auf dem Weg zum Auto lief ich am Spreeufer entlang. Musik erlang dort, gut 100 Jahre alte Tanzmusik, und tatsächlich tanzten auch vier oder fünf Paare. Sie schwofen am Spreeufer, und es wirkte ein bisschen wie ein Tanztee. Immer wieder blieben Leute stehen und sahen zu.

Ich fuhr weiter zum Potsdamer Platz, auch dort wurden Gebäude anstrahlt, und zum Glück war es da nicht ganz so voll. Aber an Abstände hielt sich da auch kaum jemand.
Und auch dort, auf dem Weg dorthin, traf ich auf ein Tanzpaar. Die beiden standen auf einem Podest direkt an den Bürogebäuden an den Arkaden und schienen etwas zu proben. Auch wieder ein Schwof.
Vermutlich fand in Berlin nicht nur das Festival of Lights, sondern auch das Festival of Dance statt.

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KeineWochenShow

#193 – Lauscht der Sirene!

Sonntag, den 13. September 2020
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Wieder liegt eine ereignisreiche Woche hinter uns. Wir haben die exclusiven Bilder vom Warntag 2020 aus Oranienburg. Außerdem sprechen wir über die Demo der vom Coronavirus geschädigten Veranstaltungsbranche in Berlin. Es gibt Bilder vom Sido-Konzert in der Berliner Waldbühne, denn größere Open-Air-Events sind dort jetzt wieder möglich – mit Sicherheitsvorkehrungen.

Auch der Brand im Flüchtlingslager in Moria ist bei uns ein Thema. Die Boulevard-Katastrophe von RTL und Bild in Solingen werden besprochen.

Das und noch viel mehr in KeineWochenShow #193 auf Youtube.

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RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Sido auf der Berliner Waldbühne

Donnerstag, den 10. September 2020
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SA 05.09.2020 | Berlin, Waldbühne

Der Kreid hat sich geschlossen. Ein Stück weit hat mich Sido durch die Coronazeit begleitet. Elf Freitage war ich “Zuhause bei Sido”, stundenlang im Homeoffice. Ein ganzes Wochenende war ich später mit ihm im “Angelcamp”. Er bot gute Unterhaltung, war eine Art Begleitprogramm.
Und zu Ende dieses Sommers und zum Neustart der großen Konzerte, konnte es ja nur einen geben: Sido.
Am Sonnabend trat er in der Berliner Waldbühne auf.

Fast ein halbes Jahr lang gab es keine großen Konzerte. Eine ganze Branche liegt am Boden. Das Coronavirus und die Sicherheitsmaßnahmen machen Großevents zu einer schwierigen Sache, wenn sie denn überhaupt erlaubt sind.
Bis zum Jahresende sind Großveranstaltungen weiterhin nicht erlaubt. Allerdings können Bundesländer und Kommunen auch selbst entscheiden, wenn die Ansteckungslage unproblematisch ist. Für Berlin scheint das zu gelten. Seit Anfang September sind große Events erlaubt – mit entsprechendem Hygienekonzept.

Sogleich startete in der Waldbühne eine kleine Open-Air-Konzertreihe. Roland Kaiser, Helge Schneider, Schlagernacht – und eben auch Sido.
Normalerweise passen etwa 22.000 Menschen in die Waldbühne, gier waren nur jeweils 5000 zugelassen. Tickets konnten nur Haushaltsangehörige oder Ehe- und Lebenspartner erwerben. Auf dem Ticket steht der Name, man muss auch einen Ausweis mitbringen. Will man das Ticket jemand anderem geben, muss man es vor Ort umschreiben lassen.
Alles ziemlich kompliziert.

Wir kommen an der Waldbühne an, da hören wir schon die Lautsprecherdurchsagen. Abstand halten. Rechtsverkehr. Maske auf. Auf den Plätzen bleiben, da kann die Maske abgenommen werden.
Tatsächlich wird am Eingang nicht nur das Ticket kontrolliert – am Einlass wird auch auf den Ausweis geschaut. Die Maske haben wir schon über Mund und Nase gezogen – wie alle hier.
Es geht echt gesittet zu, und weil der Andrang ja nicht so groß ist und alle Abstand halten müssen, ist auch das Gedränge nicht groß. Fast schon angenehm.

Auch an den Buden gibt es kaum Schlangen, und wenn mit Abstand. Der Liter Cola kostet schlappe 11 Euro, Alkohol gibt es nicht, das Bier ist alkoholfrei. Immerhin gibt es auch Pommes, Bratwurst und Brezeln.
Wir gehen an unseren Platz, im Block direkt neben der Bühne. Auf den Plätzen kleben die Platznummern, jeder weiß, wo er sich hinzusetzen hat. Ich finde das gut. Ich bin ja noch nie ein Fan von gewesen, schon sonst wann am Event-Ort aufzutauchen, weil man den besten Platz haben will und man Angst haben muss, dass kein guter Platz mehr da ist. Auch mag ich es nicht, dicht gedrängt zu sitzen.
Für die Branche ist die Situation schlimm. Aber ich fand die Situation sehr angenehm. Und erstaunlicherweise wirkte die Waldbühne mit den vielleicht 4000 bis 5000 Leuten nicht leer. Durch die Verteilung der Menschen gab es keine komplett freien Räume.

Nach einem Vorprogramm kam er dann: Sido. Berlin ist sein Heimspiel, aber auch er war das erste Mal in der Waldbühne. Insofern war es auch für ihn ein großer Moment. Nicht nur, weil er nach diversen Autokino-Konzerten jetzt wieder vor richtigem Publikum auftreten konnte.
Er forderte die Leute auf, aufzustehen, und dann standen wir bis zum Ende. Wir feierten, wir tanzten und lauschten, was Sido zu sagen hatte. Er kiffte zwischendurch, holte einen Jungen auf die Bühne, mit dem er rappte, und nach gut 105 Minuten sagte er Tschüss, und das Konzert war zu Ende.
Und wieder die Durchsagen, wieder die Masken auf, und gesitteter Nachhauseweg.

Sicherlich, es war alles ein bisschen anders. Aber letztlich dann doch sehr entspannt, und war man erst mal am Platz, war sowieso alles entspannt. Nur ein bisschen kalt.

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RTelenovela

Lichter auf dem Stölpchensee

Sonntag, den 6. September 2020
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Der Stölpchensee in Berlin-Wannsee ist ein idyllischer Ort. Hin und wieder fahren Boote vorbei, es herrscht meistens eine herrliche Ruhe.
Wenn es am letzten Sonnabend im August dunkel wird, dann beginnt auf dem Stölpchensee ein sehenswertes Spektakel. Es ist schon zu erahnen, weil auf einem der Ufer-Grundstück eine Party gefeiert wird. Mit Einbruch der Dunkelheit befahren dann zahlreiche Boote den See. Die Boote sind alle mit Lichtern geschmückt.

Wenn man sich dann auf einen der Stege stellt – wenn man jemanden kennt, dem der Steg gehört und man sich dazustellen darf -, dann kann man das Spektakel hautnah miterleben.
Die Boote drehen zunächst eine Runde auf dem See. Scheinwerfer, Lichterketten – alles ist möglich, und auf dem dunklen See kommen diese vielen Lichter so richtig zur Geltung. Ab und zu gibt es ein kleines Feuerwerk. Hin und wieder tutet es.

Wir dachten: Es gibt eine Jury. Diese begutachtet die verschiedenen Boote und ihre Lichter, und am Ende gibt es auch einen Sieger. Allerdings bekommt man als Außenstehender nicht so wirklich mit, wer gewonnen hat. Ansagen gibt es nicht. Steht der Sieger fest, machen sich die Boote auf den Weg, um noch eine Runde zu fahren.
Aber es ist anders: Die Leute auf den Booten bewerten die geschmückten Gärten und küren den Sieger.

Diese Lichterfahrt gilt wohl in Wannsee als Sommersaison-Abschluss auf den Seen, und es ist ein sehr schöner Abschluss.

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RTelenovela

Potsdamer Platz Arkaden im Rohbau

Sonntag, den 30. August 2020
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Der Potsdamer Platz in Berlin ist momentan eine ziemlich Einöde. Das liegt nicht nur daran, dass wegen des Coronavirus touristisch sehr viel weniger los ist als sonst. Das liegt nicht nur daran, dass im Cinemaxx kaum was los ist, was auch mit dem Coronavirus zu tun hat.
Es liegt vor allem daran, dass die Arkaden fast komplett geschlossen sind. Sie sind eine Großbaustelle. Selbst die meisten der Geschäfte im Außenbereich gibt es derzeit nicht.

Die Arkaden werden komplett umgebaut. Neue Geschäfte und viel mehr Speisen- und Getränkeangebote soll es dann geben. Die obere Etage als solches soll wegfallen.
Begehbar sind die Arkaden momentan nur vom Hintereingang aus. Nach ein paar Schritten steht dort allerdings auch eine riesige Wand. Blickt man nach oben sieht man immerhin noch Teile der oberen Etage, die aber schon sehr nach Rohbau aussehen.
Es gibt nur das Untergeschoss. Aber auch dort sind nur der Rewe-Markt geöffnet, die Apotheke, ein Reisebüro, eine Drogerie. Es ist dort nicht sehr viel los. Woher sollen die Leute auch kommen? Auch im Untergeschoss steht man dann vor der Sperrwand, dahinter wird gebaut. Von der S-Bahn aus kommt man derzeit auch nicht rein.

Momentan ist es ziemlich traurig, sich dort aufzuhalten. Und ich bin gespannt, wie lange der Umbau dauern wird, und ich hoffe, dass das Kino nebenan das alles überleben wird.

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RTelenovela

So zynisch und bitter endet ein Leben

Mittwoch, den 5. August 2020
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“Ob ein Lkw mit einem Abbiegeassistenten ausgestattet ist, ist (…) keine Frage der Bequemlichkeit oder der Kosten. Es ist eine Frage von Leben und Tod.”
Das schrieb mein Journalistenkollege Mathias Puddig am 11. Juli 2018 in einem Zeitungskommentar.
In seinem Beitrag ging es um die meist fehlenden Abbiegeassistenten in Lastkraftwagen. Sie müssten rasch her, forderte er. “Ein Brummifahrer sitzt höher als die meisten Autodächer, sein Wagen ist fast so breit, wie ein Smart lang ist, er muss sechs Seitenspiegel im Blick behalten – und einen toten Winkel gibt es trotzdem noch. Steht dort ein Radfahrer oder auch ein Fußgänger, ist er beim Rechtsabbiegen des Lasters chancenlos – egal, ob er sich an die Straßenverkehrsordnung hält oder nicht.”
Zehn Jahre werde es dauern, bis die Dinger überall eingebaut sein würden. “Bedenkt man, dass fast im Wochentakt ein Radfahrer in Deutschland umkommt, weil ein Lkw-Fahrer ihn nicht gesehen hat, ist das viel zu lang.”

Am 3. August 2020 um 13.15 Uhr erfasst an einer Kreuzung in Berlin-Adlershof ein Lkw einen Radfahrer. Der stirbt noch an der Unfallstelle.
Mathias Puddig wurde nur 35 Jahre alt.

Er begann als Jugendlicher beim Oranienburger Generalanzeiger, machte ein Volontariat bei der Märkischen Oderzeitung, arbeitete zuletzt in der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft, die diverse Zeitungen wie die MOZ mit Beiträgen beliefert. Der Berliner Korrespondent führte erst vor ein paar Tagen ein Interview mit SPD-Chefin Saskia Esken.

Und dann dieser grauenvolle, tragische Tod. Wenn man sich dann noch den zwei Jahre alten Kommentar ins Gedächtnis ruft, dann läuft einem ein kalter Schauer über den Rücken. So zynisch und bitter endet ein Leben. Viel zu jung.
Mein Beileid gilt den Kollegen, seinem Partner, seiner Familie und seinen Freunden.

-> Kommentar vom 11. Juli 2018
-> Nachruf der Märkischen Oderzeitung

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