RTelenovela

54+54=200

Donnerstag, den 9. November 2017
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Super-Sonderangebot in einer Facebook-Gruppe aus Birkenwerder. Zwei Tickets für das Konzert von Queen of the Stone Age in Berlin! Der Verkäufer hat sicherheitshalber gleich mehrere Bestellungen zu laufen gehabt, sagt er. Deshalb habe er jetzt zwei Tickets übrig.
Er wolle dafür nur 200 Euro haben. Und er wolle damit auch kein Profit machen.

Na ja.
Auf dem Foto mit den Tickets irritiert der dort aufgedruckte Preis aber dann doch: Da standen 54 Euro pro Ticket. Das wären 108 Euro.
Kein Profit?
Der Verkäufer sagt, er habe ja 204 Euro für die Tickets bezahlt, und wer sich nicht sicher sei, dem könne er die Rechnung zeigen.
Ich finde: Das ist Abzocke.
Und teilte das auch in diesem Forum mit. Fand der Verkäufer natürlich nicht nett. Immerhin mache er ja einen Verlust von 4 Euro.

Es ist trotzdem Abzocke. Und an einer anderen Stelle des Threads gab er sogar zu, abgezockt worden zu sein. Und deshalb will er nun auch die anderen Forummitglieder abzocken? Und das soll man dann nicht Abzocke nennen?
Er schickte mir ein Foto von seiner Rechnung. Tatsächlich zahlte er bei Tickettube 198 Euro – plus 6,90 Euro Transaktionskosten. Rundum-Abzocke. Der Ticketpreis und der Aufschlag.
Andererseits will der Verkäufer nun 200 Euro, also mehr als den eigentlich gezahlten Preis – verschweigt aber, dassum wenigstens einen Teil seiner Transaktionskosten weiterzugeben. Keine Abzocke?
Das Angebot wurde später wieder gelöscht. Ob jemand die überteuerten Tickets gekauft hat, weiß ich natürlich nicht.

Das Konzert in Berlin ist ausverkauft. Das ist die große Stunde für die privaten Ticketverkäufer. Aber auch im Internet gibt es Ticketverkaufsseiten, die nun richtig abzocken – mit Preisen von weit mehr als 120 Euro pro Ticket. Echten Fans ist das natürlich wurscht – die zahlen gern mal mehr für ihre Band. Abzocke ist und bleibt das aber trotzdem.

RTelenovela

Das Geheimnis des Blumentopfs

Donnerstag, den 2. November 2017
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Ich war viel zu früh am Kino, blieb deshalb noch ein wenig im Auto sitzen und las ein bisschen. Ich parkte in Berlin-Schöneberg direkt am Fahrbahnrand, rechts von mir war ein Gehweg.
Im Augenwinkel sah ich einen jungen Mann laufen. Er steuerte plötzlich einen Blumentopf an einem Eingang eines geschlossenen Ladens an und legte irgendwas in den Topf. Was, konnte ich nicht erkennen. Und überhaupt, ob er wirklich da was ablegte.

Vor 20 Jahre wäre das vielleicht gar nicht so aufregend gewesen. 2017 ist das aber anders, und das war eine Situation, in der alle “Fürchte dich nicht!”-Parolen nur sehr schwierig funktionieren.
Ich sah dem Mann noch nach, er war vielleicht Mitte zwanzig und hatte eine ganz leicht dunkle Haut. Er sah, dass ich ihn sah, wir blicken uns kurz an.

Nun hätte ich es dabei belassen können. Ich hätte aber auch aussteigen können, um zu gucken, was denn da im Blumentopf oder in der Blumenerde liegt. Ob es nicht vielleicht nur ein Kaugummi war. Der Mann war unterdessen verschwunden.
Und was habe ich tatsächlich gemacht? Ich habe meine Parklücke verlassen und habe mit eine neue, eine Straßenecke weiter, gesucht.
Ich gebe zu, dass das eine merkwürdige, irgendwie auch übertriebene Aktion war. Aber in diesem Moment hatte ich tatsächlich ein mulmiges Gefühl.

ORA aktuell

Oranienburg – Berlin: RE 5 fällt lange aus

Dienstag, den 31. Oktober 2017
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Die Regionalexpresslinie RE 5 von Oranienburg nach Berlin ist unterbrochen. In Richtung Berlin-Gesundbrunnen fährt noch bis 26. November kein Zug.
Ausnahmen sind der 31. Oktober und das Wochenende 4. und 5. November – allerdings fahren die Züge auf anderer Strecke und nicht über Gesundbrunnen.

Fahrgäste müssen die S1 nutzen oder Ersatzbusse. Grund sind die fortlaufenden Bauarbeiten am Karower Kreuz.

RTelenovela

Delphi Lux

Dienstag, den 31. Oktober 2017
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Da gibt es nicht mehr so oft, aber in Berlin hat ein neues Kino eröffnet: das “Delphi Lux”. Ein Haus mit sieben relativ kleinen Sälen, direkt am Bahnhof Zoo in Charlottenburg. Ein Kino, in dem eher kleine Filme gezeigt werden – also durchaus eine Marktlücke in der City-West.

Will man allerdings das erste Mal hin, muss man suchen – und ich war nicht der einzige. Komfortablerweise gibt es direkt am Zoo ein Parkhaus mit relativ guten Preisen, und irgendwo dort ist auch das Kino. Während ich aber neben dem Motel One und dem “Theater des Westens” rumirrte, hörte ich schon zwei andere Leute jemanden fragen, ob denn das “Delphi Lux” sei.
Sie bekamen eine Antwort, und ich folgte ihnen einfach.

Das Kino sieht unscheinbar aus, der Eingang befindet sich auch nicht gerade an der schönsten Ecke von Berlin. Sondern direkt am Bahndamm, dort wo die Stricher und Obdachlosen herumstromern.

Das Foyer war nicht sehr voll, doch der Mann an der Kasse hatte leider keine gute Nachricht für mich. Der Film, den ich sehen wollte, war ausverkauft. Muss ein sehr kleiner Saal sein, wo der läuft. Er wollte mir schon Alternativen vorschlagen – aber ich suche mir dann lieber ein Kino, wo ich den Film doch noch sehen konnte.
So ist meine persönliche “Delphi Lux”-Premiere leider misslungen, aber vielleicht gibt’s ja bald noch mal eine Chance.

KeineWochenShow

#43 – Am Studio

Montag, den 30. Oktober 2017
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Für Ausgabe 43 von “KeineWochenShow” sind wir on Tour. Wie berichten am Studio Berlin in Berlin-Adlershof, was wir bei der Aufzeichnung der rbb-Quizsendung “Jede Antwort zählt!” erlebt haben.

Und wenn wir schon was aufzeichnen, dann können wir den Rest unserer Sendung auch gleich noch mitmachen – im Auto. Auf der Fahrt von Adlershof nach Hause lassen wir die Woche Revue passen.
Es geht um den Air-Berlin-Abschied um veganen Orangensaft und noch einmal um die Punkte auf der A111 in Berlin.

Leider sind einige Passagen der Autofahrt unscharf, weil die Kamera immer wieder die Schärfe geändert hat. Aber da kann man ja entweder die Augen zumachen oder auf den “KeineWochenShow-Schriftzug starren.
Folge 43 gibt es auf YouTube.

RTZapper

Der letzte Flug – Abschied von Air Berlin

Sonntag, den 29. Oktober 2017
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FR 27.10.2017 | 22.15 Uhr | rbb

Vermutlich hat noch keine Firmenpleite solche Emotionen hervorgerufen. Aber vermutlich gab es bei keiner Firmenpleite so einen Showdown wie am Freitagabend auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Um 22.45 Uhr sollte dort die letzte reguläre Air-Berlin-Maschine landen. Das ist der Moment, wo Air Berlin Geschichte ist. Der Moment, wo alles vorbei ist und vermutlich viele Mitarbeiter auf der Straße stehen.
Sicherlich ist es auch die erste Firmenpleite, die live im Fernsehen übertragen wird. “Der letzte Flug – Abschied von Air Berlin” hieß die Sondersendung im rbb am Freitagabend.

Allerdings hatten die Fernsehmacher ein Problem. Als die Air-Berlin-Maschine aus München in Tegel landen sollte, war sie gerade mal in der Luft. Eine Stunde Verspätung. Und eine Stunde muss ja erst spontan gefüllt werden.
Also gab es lange Gespräche auf der Besucherterrasse, Live-Reportagen aus dem nun ziemlich leeren Terminal C in Tegel und Rückblicke.

Dann der große Moment. Man sah schon vom weitem die Lichter des Flugzeuges. Auf dem Rollfeld standen schon viele Leute, Mitarbeiter, die Abschied nehmen wollten.
Die Landung. Und noch eine Ehrenrunde über das Flughafen-Gelände. Als das Flugzeug die Halteposition erreicht, sagt Reporter Arndt Breitfeld, dass das ein Moment zum Schweigen sei, woraufhin er weiter redet – und irgendwie das Schweigen vergessen hat.
Das Flugzeug stoppt, und Moderatorin Cathrin Böhme beendet die Sendung, sie sei ja schon ziemlich lang gewesen.

Seltsam. Da warten die rbb-Leute mehr als eine Stunde lang, bis das eintritt, was sie übertragen wollten. Und wenn es wirklich emotional und spannend wird, wenn die letzten Passagiere und die Crew empfangen werden, dann beendet man beim rbb die Sendung. Klar, sie hatte schon 61 Minuten überzogen. Aber ob das “Riverboat” (was ja live sowieso schon im mdr lief) nun um 0.02 Uhr, um 0.30 Uhr oder gar nicht beginnt, ist doch für eine Wiederholung eigentlich egal.

RTelenovela

Bye, bye, Air Berlin!

Samstag, den 28. Oktober 2017
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Um 23.45 Uhr ist die letzte Maschine der Air Berlin in Tegel gelandet. Der rbb zeigte rührende Szenen und berichtete über Leuten, die wirklich traurig waren.
Tatsächlich ist der Abgang der einst so großen Fluglinie extrem traurig.
Air Berlin hatte immer einen guten Namen und stand für Verlässlichkeit. In diesen Tagen geht es immer wieder darum, dass Leute erzählen, welche Erinnerungen sie an Flüge mit der Linie haben. Auf Facebook und Instagram finden sich momentan viele dieser Nachrufe.
Für die Mitarbeiter des Unternehmens ist das Aus sowieso eine Katastrophe. Viele werden nicht übernommen oder müssen große Gehaltseinbußen hinnehmen.

Meinen aufregendsten Flug mit Air Berlin erlebte ich Ende März 2011. Mit Freunden flog ich nach New York, und es war ein guter, ruhiger und durchaus komfortabler Flug. 2011 waren die Langstreckenflüge noch sehr neu, und wie es heißt, haben die Zukäufe von diversen Unternehmen der Air Berlin das Genick gebrochen.

Aber es gab immer Firmen mit weitaus schlechterem Ruf. So war ich bis heute nie in Dublin. Als es mal die Überlegung gab, scheiterte das Vorhaben an Ryanair, die dafür bekannt sind, zig Gebühren zu verlangen, die den Billigflug nicht mehr ganz so billig machen. Hatten wir keine Lust drauf, und so fiel Dublin für uns aus.

Wahrscheinlich im Mai 2018 steht mein nächster Flug auf dem Programm, und ich bin gespannt, mit welcher Fluggesellschaft ich dann von Tegel oder Schönefeld abheben werde.
Bye, bye, Air Berlin!