RTelenovela

Überraschungsevent (19): Maybrit Illner

Montag, den 23. April 2018
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(18) -> 19.2.2018

Jubiläum: Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. In diesem Monat durfte ich das Event planen, im Mai ist sie dran.

Wer das Event plant, fährt. Das heißt, der/die Unwissende überlegt während der ganzen Fahrt – und während wir uns unterhalten -, wohin die Reise eigentlich geht.
Als wir die Straße Unter den Linden erreichten, begann die Parkplatzsuche, und sie begann nun laut zu überlegen, was denn alles so in der Nähe sein könnte. Ein Theater? Wir parkten in einer Nebenstraße.
Sie hat es nicht im Ansatz erraten können: Diesmal ging es in das ZDF-Hauptstadtstudio, zur Talkshow mit Maybrit Illner.

Wie wir diesen Abend erlebt haben, steht in der Rubrik “ZAPPER VOR ORT”.

RTZapper

rbb spezial: Bombenentschärfung in Berlin

Sonntag, den 22. April 2018
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FR 20.04.2018 | 11.00 Uhr | rbb

Wenn in Oranienburg Bombe Nummer 204 entschärft wird, dann scheint das außerhalb Oranienburgs scheinbar niemanden zu interessieren.
Anders in Berlin. Dort ist in der Heidestraße, unweit des Hauptbahnhofs, eine Bombe gefunden worden.

Während also eine Bombe in der Provinz, wo aber auch gern mal mehr als 10.000 Leute evakuiert werden müssen, im rbb nur eine Randnotiz ist, zeigte der Sender am Freitag gleich drei Sondersendungen. Zu sehen war im Hintergrund des Moderators der leere Hauptbahnhof, Reporter standen auf leeren Straßen, um zu erzählen, dass die Straßen leer sind. Ein anderer Reporter stand draußen an der Bundesstraße, um zu erzählen, dass kein Stau ist.

Zwischendurch noch ein Beitrag über Bomben in Berlin und Brandenburg im Allgemeinen, mit dem Hinweis, dass Evakuierungen in Oranienburg ja schon Alltag seien. Weshalb es beim rbb da auch keine Sondersendungen mehr gibt. Aber vielleicht gibt’s solche “Events“ ja in Zukunft auch öfter in Berlin, und irgendwann winkt man beim rbb auch ab und schenkt sich das aufwendige Sonderprogramm.

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Maybrit Illner

Samstag, den 21. April 2018
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DO 19.04.2018 | Berlin, ZDF-Hauptstadtstudio

Unglaubliche 18 1/2 Jahre läuft jeden Donnerstag die ZDF-Talkshow mit Maybrit Illner, gestartet noch im alten Jahrtausend. Das merkt man auch – an der Moderatorin selbst und an der altbackenen Sendung.
Ein Ticket für “Maybrit Illner” kostet 12 Euro, was erstaunlich viel ist. Es ist relativ simpel über den ZDF-Kartenservice zu haben.

Als wir am ZDF-Hauptstadtstudio Unter den Linden ankommen, sehen wir schon den ersten Security-Mann. Das erste Anzeichen, dass da heute besonders wichtige Leute auftreten.
Ich wusste schon, dass es um das Thema Syrien gehen wird, und ich wusste auch, dass Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen und der ehemalige Brandenburger Ministerpräsident und Russland-Experte Matthias Platzeck auftreten.
Einlasskontrollen gibt es allerdings immer. Wie am Flughafen.

Im Studio werden wir platziert. Niemand darf sich da hinsetzen, wo er will. In die Nähe der großen LED-Wand durfte man nicht mit blauen Klamotten – oder irgendwelche Muster waren an einigen Stellen auch schwierig.Wir saßen in der letzten Reihe, was aber unproblematisch ist, weil das Studio relativ klein ist.
Gute 20 Minuten vor dem Start der Live-Sendung beginnt das Warm-Up, in dem es zum Glück keine Applaustests gibt, stattdessen erklärt man uns, wie das jetzt eigentlich ablaufen wird.
Zum Beispiel, dass niemand gezwungen ist, zu klatschen. Wer will, darf. Wer nicht will, muss nicht. Das ist ganz angenehm, und so kommt es, dass oft nur die von den Gästen mitgebrachten Leute an den passenden Stellen applaudieren.

Maybrit Illner kommt dann als erstes rein. Die Frau ist ein seltsames Phänomen. Dass sie ihre Sendung fast zwei Jahrzehnte lang macht, merkt man ihr an. Alles ist Routine, das Publikum wird kurz, na ja, zur Kenntnis genommen. Sie ist nett, aber es ist eine distanzierte Nettigkeit. Sie macht einen merkwürdig unauthentischen Eindruck. Ihre Gesichtsschminke wirkt ebenso wie ihre Friseur wie betoniert, ihre Haare sehen aus wie eine Perücke. Ihre ganze Haltung wirkt wie Beton, stocksteif sitzt sie auf ihrem Sessel.
Nach und nach holt sie die Gäste rein, alle bekommen sie höflichen Applaus. Bevor es los geht, gibt es noch Smalltalk mit allen – als Mikrotest.

Die Sendung beginnt pünktlich, und im Studio wirkt der Übergang vom Geplänkel in die Live-Sendung eher unspektakulär.
Zwar ist man hautnah dabei, man sieht auch alle gut. Aber mit dem Hören hapert es. Als Studiopublikum muss man ziemlich lauschen, wenn man der Diskussion folgen will.
Die verläuft sehr herkömmlich, mehr oder weniger überraschungsfrei, und die ganze Zeit überlege ich, ob man heute wirklich noch so Talkshows machen sollte. Die Elite unterhält sich, ansonsten kommt keiner zu Wort. Zu Hause, vor dem Fernseher, würde ich das langweilig finden.

Im Studio kann man immerhin beobachten, was drumherum passiert. Sage und schreibe sechs Kameras nehmen das Geschehen auf, darunter eine Krankamera und eine Steady-Cam. Der Mann mit der Körperkamera scheint immer Vorrang zu haben, denn wenn er kommt, müssen alle anderen Kameras weichen.
Der junge Aufnahmeleiter wuselt auch immer mal von A nach B, am Ende zeigt er Maybrit Illner, die ihre Gäste weiter abfragt, wie viele Minuten sie noch talken darf. Als die zeit um ist, macht Illner aber weiter. Scheinbar darf sie – wie die “heute show” auch, inoffiziell ein paar Minuten überziehen, diesmal diesmal mehr als sieben Minuten.

Als die Sendung zu Ende ist, werden noch Fotos gemacht, Maybrit Illner verabschiedet sich erneut höflich, aber routiniert vom Publikum, und alle strömen raus. Was übrigens auch einige Mitarbeiter verwundert. Während zu Beginn die Security wohl streng war, laufen nun alle durcheinander – die Ministerin mittenmang.

Vermutlich ist es themenabhängig, ob ein Besuch bei Maybrit Illner lohnt. Spannend ist Live-Fernsehen aber allemal. Jedoch im Gegensatz zu “aspekte” ist das eine Sendung, in die ich kein zweites Mal muss.

RTelenovela

Mischen beim König

Mittwoch, den 18. April 2018
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Bei Burger King an der Holzhauser Straße in Berlin gibt es ein neues Wunderding: einen Automaten, mit dem man sich seine Getränke selber mischen kann. Irgendwie total überflüssig, aber ich stehe trotzdem drauf.

Man bekommt einen Becher, und dann kann man zig sein Gesöff aus zig verschiedenen Möglichkeiten zusammenstellen. Man kann sich aussuchen, ob man eine Cola will. Die kann man, wenn man will, mischen. Mit Limette, Orange, Vanille, Traube oder anderen Geschmacksrichtungen. Und weil in dem Automaten auch die entsprechende Luft verströmt, bekommt man beim Einfüllen auch den entsprechenden Duft in die Nase.

So weit, so gut. Aber trinkt man eine Limettencola, hat man was Süßes mit Limette. Nach Cola schmeckt das nicht mehr. Noch seltsamer ist es, wenn man eine Sprite mixt. Sprite ist eigentlich eine Zitronenbrause. Aber wenn man die mit Orange mixt, was soll das dann sein. Ebenso mit Fanta, wenn man die mit Vanille mixt. Von der Fanta ist da nichts mehr übrig.
Vielleicht müsste man mal eine Blindverkostung machen. Ich vermute, dass man nicht wüsste, was man neben dem hinzugefügten Geschmack für ein Getränk im Becher hat.

RTZapper

aspekte: Zoff an der Volksbühne

Mittwoch, den 18. April 2018
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FR 13.04.2018 | 23.30 Uhr | ZDF

Was sich rund um die Berliner Volksbühne in den vergangenen Monaten abgespielt hat, ist bemerkenswert. Am Freitagabend berichtete das ZDF-Kulturmagazin “aspekte” nun darüber, dass Intendant Chris Dercon zurückgetreten ist. Und im Grunde zurücktreten musste.

Schon als klar war, dass es Chris Dercon sein sollte, der auf Frank Castorf folgen sollte, herrschte Aufruhr. Dercon hatte zuvor das Haus der Kunst in München geleitet, und es wurde befürchtet, dass sich das Gesicht der Volksbühne wandeln würde.
Es gab Demonstrationen, die Volksbühne wurde besetzt – der Protest war groß. Man wollte nicht, dass die Volksbühne zum Eventschuppen mit Tanztheater und anderem Gedöns verkommt.

Als am alten Flughafen Tempelhof dann später tatsächlich eine wunderliche Tanzperformance zu sehen war, sind viele Kritiker bestätigt worden. Nun heißt es auch noch, dass die Volksbühne finanziell am Ende sein soll. Zu teuer. Zu wenig Zuschauer. Denn der Rückhalt bei den Menschen schien quasi nicht vorhanden gewesen zu sein. Angeblich lagen die Auslastungszahlen bei unter 50 Prozent, und die Prognosen sahen düster aus.
Es war also ein Ausfall mit Ansage. Ein Schrecken mit einem Ende nach quälender Zeit.

RT im Kino

Steig. Nicht. Aus!

Montag, den 16. April 2018
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Der Weg zur Schule dauert diesmal etwas länger als sonst. Dabei dachte der Berliner Bauunternehmer Karl Brendt (Wotan Wilke Möhring), das sei keine komplizierte Sache. Aber kaum sitzen er und seine beiden Kinder im Wagen, da bekommt er einen Anruf. Er wird erpresst: Wenn er nicht eine bestimmte Summe Geld überweist, dann geht im Auto eine Bombe hoch. Steigen er oder seine Kinder aus dem Wagen, dann geht die Bombe ebenfalls hoch.
Aber wer ist der Mann, der ihn erpresst? Und worum geht es ihm eigentlich?
Alle Versuche, aus der Sache rauszukommen, schlagen fehl. Als dann noch die Polizei ins Spiel kommt, droht die ganze Sache vollends außer Kontrolle zu geraten. Denn Karl darf niemandem sagen, dass er erpresst wird – denn sonst geht eben jene Bombe hoch.

“Steig. Nicht. Aus!” ist ein spannender Thriller von Christian Alvart, der beispielsweise von den Til-Schweiger-”Tatort”-Folgen bekannt ist. Das Motiv ist “örtlichen Erpressung” ist nicht neu und hat man schon in abgewandelten Formen schon mal gesehen – diese Version kann sich aber durchaus sehen lassen.
Denn es ist spannend zu sehen, wie Karl und seine Kinder immer mehr in Bedrängnis geraten. Wotan Wilke Möring spielt über weite Strecken sehr glaubhaft, nur an seinen Heilkrämpfen sollte er arbeiten, die wirken seltsam aufgesetzt.
Erstaunlich ist – aber das Drehbuch will es ja so -, wie schlampig die Polizei im Film arbeitet. Ein Cop hat sich eine Geschichte zurecht gelegt und glaubt genau zu wissen, worum es bei dem Fall eigentlich geht – und geht selbstverständlich davon aus, dass sie sich genau so zugetragen hat. Recherchen scheinen nicht nötig zu sein. Personen scheinen nicht überprüft zu werden. Eine andere Beamtin (Hannah Herzsprung) muss später erst eingreifen. Auch die rasante fahrt durch Berlin ist schnitt- und ortstechnisch mitunter sehr willkürlich – was den Zuschauern in Berliner Kinos natürlich sehr sauer und hörbar aufstößt.
Ganz nebenbei geht es in diesem Film übrigens um die Veränderungen in unseren Städten. Darum, wie sie sich verändern, wie das Alte verdrängt wird, um Platz für Neues zu machen – und darum, wie Menschen dabei auf der Strecke bleiben. Gerade in Berlin ein brandheißes Thema, das mit durchaus aktuellen Bildern aus dem Friedrichshain belegt wird.

Steig. Nicht. Aus!
D 2018, Regie: Christian Alvert
NFP, 109 Minuten, ab 12
8/10

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: aspekte

Montag, den 16. April 2018
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FR 13.04.2018 | Berlin, ZDF-Hauptstadtstudio

Das wöchentliche ZDF-Kulturmagazin wird jeden Freitag um 20 Uhr im Zollernhof in Berlin-Mitte aufgezeichnet. Direkt dort, Unter den Linden, ist das Hauptstadtstudio des ZDF.
Jacken, Taschen und auch Handys müssen abgegeben werden. Irgendwie schade, denn so kann man nicht mal ein Foto machen, bevor die Aufzeichnung beginnt oder direkt danach.
Das Publikum wird in zwei Blöcken auf lauter Würfeln platziert. Moderator Jo Schück gibt zwischendurch zu, dass das nicht sehr gemütlich ist, aber die Sendung dauere ja nur 45 Minuten.

Am Freitag waren sie alle ein bisschen aufgeregter als sonst. Denn der Weltstar Nana Mouskouri war zu Gast. Sie gehört zu den erfolgreichsten Sängerinnen der Welt und hat schon 134 (!) Alben rausgebracht.
Die Sendung hat noch gar nicht begonnen, da kommt Nana schon ins Studio und bekommt Standing Ovations – ist wohl so noch nie vorgekommen. Jo Schück und Katty Salié sprechen mit Nana Mouskouri einen kleinen Vorschautrailer ein, dann kann auch schon die eigentliche Sendung losgehen.
Für wird eigentlich live on Tape aufgezeichnet, doch diesmal kommt es gleich zu Beginn zum Abbruch. Katty Salié spricht ihre Startmoderation in die falsche Kamera.
Das ist nicht tragisch, aber für uns im Publikum natürlich spannend zu beobachten. Wie es überhaupt spannend ist, denn das Studio ist relativ klein, von überall kann man gut sehen. Ein Interview zum Thema Heimat fand auf der kleinen Bühne direkt vor uns statt.

Der eigentliche Auftritt von Nana Mouskouri war magisch. Nach einem Talk sang sie den Amy-Winehouse-Song “Love is a losing Game”. Das ging ans Herz, wie sie da so auf der Bühne und dieses wunderschöne Lied sang.
Dann war die Sendung zu Ende. Eigentlich. Aber für uns im Studio sang sie noch eine Zugabe: “Lili Marlene”. Danach gab es noch mal standing Ovations.
Als sie damit fertig war, gab es eine Nachricht aus dem Regieraum. Angeblich sei die erste Version von “Love is a losing Game” technisch nicht ganz einwandfrei gewesen, man wolle die gern noch mal aufzeichnen. Allerdings glaube ich eher, dass sie sehr perfekt war – aber da da Publikum am Ende nicht aufgestanden ist. Diese Ovationen wollte die Regie gern auch in der Sendung haben.
Also sang Nana noch mal, und sie ist Profi genug, das hinzubekommen. Die Magie war da leider schon ein bisschen verflogen – aber wir als Publikum waren natürlich folgsam und sorgen dann für die gewünschten stehenden Ovationen.

Mal abgesehen davon, dass “aspekte” ein erfreulich lockeres und sehenswertes Kulturmagazin ist – das allerdings freitags nach der “heute nacht” und vor Jan Böhmermann total deplatziert ist -, es macht Spaß, das live in Berlin mitzuerleben.