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Überflieger: Er bringt uns die Dolomiten stimmungsvoll nach Hause

Samstag, den 1. Juni 2019
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Felix Hoffmann (21) aus Bergfelde produziert mit “FH-Edits” Filme – er dreht im Urlaub, außerdem Musikclips und gehört zum Team von “Wer besiegt Paul”

MAZ Oberhavel, 1.6.2019

Bergfelde.
Ein Flug über einen schneebedeckten Berg. Hinten strahlt die Sonne genau über der Bergkuppe. Im nächsten Schnitt ist ein Bergdorf von oben zu sehen. Dann ein junger Mann, der im Schnee an einem Spielgerät eine Drehung macht. Später verfolgt die Kamera von oben einen Snowboardfahrer. Das alles mit geschmeidigen Schnitten und mit stimmungsvoller Klaviermusik. Ein Video, das fasziniert.

Es ist auf Youtube zu finden, es heißt schlicht „Dolomites“. Produziert hat es Felix Hoffmann. Der 21-Jährige aus Bergfelde ist seit zwei Jahren nebenberuflich Videofilmer, sein kleines Unternehmen nennt sich FH-Edits. „Aber an sich beschäftige ich mich schon länger damit“, erzählt er. 2012 bekam er seine erste Gopro, eine kleine Actionkamera. Im Urlaub mit den Eltern entstanden erste Filme, auch mit Unterwasserbildern. „Ich wollte immer besser werden.“ In Thailand drehte er damit das erste Video. „Ein Freund meinte dann, ich kann das doch mal auf Youtube hochladen.“ Sieht er sich das Video heute an, findet er es aber schon langweilig. „Gerade alles Technische. Die Belichtung ist anders.“ Auch achtet er inzwischen mehr darauf, dass die Schnitte zur Musik passen. Er legte sich bis heute zwei Drohnen zu, einen Kamerastabilisator, Mikros, Beleuchtung, ein Schnittprogramm. Bald sollen noch ein Greenscreen und ein Funkmikrofon hinzukommen.

Inzwischen gibt es auf Youtube und auch auf der eigenen Webseite kurze Reisefilme mit stimmungsvollen Impressionen. Aber Felix Hoffmann arbeitete auch schon für eine Immobilienfirma und begleitete für sie einen Hausbau. Für den Musiker „Kulturerbe Achim“ aus Berlin war der Bergfelder auch schon für Videoclips verantwortlich. Auch gehört er zum Team von „Wer besiegt Paul“, der jährlichen Spielshow in der Hohen Neuendorfer Stadthalle.

„Ich liebe es, hinter der Kamera zu stehen“, sagt er. „Aber auch das Schneiden und Nachbearbeiten danach macht Spaß.“ Das Gesamtpaket. Steht eine neue Videoproduktion an, dann sitzt er mit seinem Notizbuch da: „Was brauche ich für Bilder? Welche Musik? Wie mache ich bestimme Kamerabewegungen, damit alles passt?“ Wenn es schnell gehen muss, macht er sich Notizen auf seinem Smartphone. „Ich höre mir Lieder an, da kommen meist schon die Gedanken. Ich stelle mir dann alles bildlich vor.“ Dann gehe es natürlich darum, diese vielen gedanklichen Bilder auch so umzusetzen.

Ob daraus später mal ein richtiger Beruf werden soll, steht für Felix Hoffmann aber noch nicht fest. 2015 machte er sein Abitur am Hohen Neuendorfer Marie-Curie-Gymnasium, jetzt studiert er in Berlin Psychologie. „Ich mache auch viel für die Uni“, versichert er. Auf jeden Fall will er seinen Master schaffen. „Mich interessiert das sehr.“ Nebenher versuche er aber schon, ein Netzwerk aufzubauen. „Bisher musste ich mich ja auch noch nicht entscheiden. Es ist auch noch alles viel zu unsicher, es gibt viel Konkurrenz in diesem Job“, sagt der 21-Jährige. Es gebe extrem viele gute Leute, die ebenfalls gute Filme drehen. Gerade hat er gemeinsam mit einem Kumpel einen Imagefilm über Birkenwerder hergestellt, er soll zusammen mit anderen Filmen bei einem Wettbewerb beim Birkenfest präsentiert werden. „Ich bin ja auch in Birkenwerder aufgewachsen“, erzählt er. Deshalb sei die Bindung in den Ort sehr eng. Natürlich hofft er auf einen Preis.

Ansonsten spielt Felix Hoffmann „leidenschaftlich gern Volleyball“ beim SV Electronic Hohen Neuendorf. „Und ich spiele Klavier seit 16 Jahren.“ Sein Wunsch: „Ein Video schneiden, das am Ende noch mehr Leute sehen.“

Felix Hoffmann auf Youtube: FH-Edits.
Die Webseite von FH-Edits.

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Bergfeldes Stimme von Julia Roberts gratuliert zum 50. Geburtstag

Samstag, den 28. Oktober 2017
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Die Synchronsprecherin Daniela Hoffmann hat weit mehr als 30 Filme der Schauspielerin gesprochen – im Januar kommt das nächste Werk ins Kino

MAZ Oberhavel, 28.10.2017

Bergfelde.
Wenn Hollywoodstar Julia Roberts heute in Los Angeles ihren 50. Geburtstag feiert, wird man in Deutschland kurz auch nach Bergfelde blicken. Seit 27 Jahren ist die im Hohen Neuendorfer Ortsteil lebende Schauspielerin Daniela Hoffmann die deutsche Synchronstimme von Julia Roberts. „Ich glaube, es waren 35 Filme“, antwortete sie im MAZ-Gespräch auf die Frage, wie viele Male sie den Star schon gesprochen habe.

Mit „Pretty Woman“ erlebte Roberts ihren großen Durchbruch, und Daniela Hoffmann war stimmlich mit dabei. Nicht umsonst zählt die in Berlin geborene 54-jährige Schauspielerin „Pretty Woman“ zu ihren Lieblingsfilmen mit Roberts. Außerdem „Notting Hill“ von 1999 – „Da fand ich schön, dass sie sich selbst so auf die Schippe genommen hat.“ – und „Erin Brockovich“ von 2000. „Dafür hat sie sehr zu Recht den Oscar bekommen“, sagt Daniela Hoffmann. „Sie hat das Glück, fast immer nur gute Rollen zu bekommen.“
Hoffmann hat Roberts immer begleitet. „Anfangs waren es Komödien, dann wollte sie mehr ins ernte Fach.“ Die Rede ist von „Mary Reilly“ aus dem Jahr 1996. „Da war sie auch nicht schlecht.“ Später kamen eher emotionale, dramatische Rollen. „Sie spielt anders, seit sie Kinder hat“, beobachtet ihre deutsche Stimme. „Da ist mehr Feuer und Herzwärme.“ Unlängst sprach Daniela Hoffmann die Texte für Julia Roberts neuen Film „Wunder“, der am 25. Januar 2018 in die deutschen Kinos kommt. Darin geht es um ein Kind mit Gendefekt, das von seiner Mutter (Roberts) zu Hause unterrichtet wird. „Das ist ein sehr heutiges, tolles Thema“, findet Daniela Hoffmann.

„Sie liegt mir sehr“, sagt sie über die heutige Jubilarin. „Da ist schon viel Ähnlichkeit drin.“ Von allen Schauspielerinnen, die sie synchronisiert, sei ihr Roberts am nächsten. Getroffen hat die Bergfelderin den US-Star noch nie. „Sie war seit Jahren nicht in Deutschland.“ Während des Hypes um „Pretty Woman“ habe die Presse ein Foto mit den beiden gewollt, in Lack und Leder, wie Julia Roberts im Film. Das hat Daniela Hoffmann abgelehnt. „Ich glaube auch, dass kein Interesse an einem Treffen besteht“, sagt sie. Und: Sie wolle sich damit auch nicht so in den Vordergrund stellen.

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Hilfe, ich habe ein Luxusproblem!

Donnerstag, den 11. Mai 2017
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Am Wochenende ist Bergfelde in eine tiefe, tiefe Krise geraten. Im örtlichen Discounter gab es am frühen Sonnabendnachmittag kein frisches Gemüse mehr. Was für eine Katastrophe!
Schlimm ist das deshalb, weil der nächste Supermarkt unüberwindbare zwei Kilometer entfernt ist. Da kann man als einkaufender Bürger schon mal verzweifeln. Und seinen Unmut bei Facebook äußern.

So geschehen ist das am vergangenen Wochenende. In einer Hohen Neuendorfer Facebook-Gruppe beschwerte sich ein Mitglied über das an diesem Tag nicht mehr vorhandene Frischgemüse-Angebot.
Es ist erstaunlich, worüber sich manche Leute so aufregen. Klar ist es unangenehm, wenn etwas ausverkauft ist, was ich haben wollte. Aber das passiert ja zum Glück nicht ständig, und die nächste Einkaufsmöglichkeit ist nicht weit weg.
Glücklicherweise hat die große Mehrheit der anderen Nutzer der Gruppe dies dem erbosten Bergfelder Gemüsefan auch mitgeteilt. So von wegen Luxusproblem…

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Leben wie im Mittelalter

Samstag, den 4. Januar 2014
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Die Sommerfelderin Annette Hograewe ist Mitglied im Historienverein und näht alte Kleider

MAZ Oranienburg, 4.1.2014

SOMMERFELD
Wenn sich Annette Hograewe ihr Mittelalterkleid anzieht, dann nennt sie sich Agnes von Braunschweig. „Aber eigentlich bin das schon noch ich“, sagt die 42-Jährige aus Sommerfeld. „Aber wahrscheinlich war es schon als Kind mein Wunsch, so zu sein wie sie.“
Als Agnes von Braunschweig reist sie mit ihren Freunden aus dem Verein „Viatores Historica“ zu den Mittelalterfesten in großen Teilen Mittel- und Norddeutschlands. „Wir sind Geschichtsreisende“, sagt sie. Im Dezember waren sie auch auf den Weihnachtsmärkten in Himmelpfort und Hennigsdorf zu erleben. Dort schlagen sie ihre Zelte auf und zeigen, wie die Menschen um 1250 gelebt haben könnten. „In der Zeit ist viel passiert“, sagt Annette Hograewe. „Es war die Zeit der Kreuzzüge, aber wir möchten auch mal die andere Seite zeigen, es gab ja nicht immer nur Krieg.“ Das kann sehr anstrengend sein, aber „Spaß muss auch dabei sein.“ Für die Sommerfelderin steht aber auch fest: „Ich möchte in dieser Zeit nicht gelebt haben, als Frau hatte man da ja nicht viel zu sagen.“

Seit zehn Jahren ist sie im Verein, der als „Grafschaft derer von Bergfelde“ gestartet war und nach dem Umzug der Hograewes nach Sommerfeld umbenannt worden ist. Angefangen hat alles in Birkenwerder. „Wir waren dort bei einem Mittelalterfest“, erinnert sich die 42-Jährige. „Dort habe ich einen alten Freund wiedergetroffen, durch ihn bin ich in diese Szene reingerutscht.“ Sie kauften sich ein Zelt und nahmen an einem Mittelalterevent in Berlin-Lübars teil. „Jedes Jahr wurde es ein bisschen mehr.“

Inzwischen näht sie auch die alten Kleider selbst. Die einschlägigen Internetshops haben ihr nie zugesagt. „Wir wollen nah am Original sein, und das gibt es nicht im Internet.“ Sie wälzt regelmäßig Geschichtsliteratur und forscht im Netz nach neuen Rechercheergebnissen. Das setzt sie dann beim Nähen um.
„Ich liebe das Einzigartige“, sagt sie. „Alles, was ich mache, ist ein Unikat. Kein Mantel ist wie der andere.“ Neben den Kleidern fertigt sie Kopfbedeckungen selbst. Sehr beliebt sind Jungfernkränze. Auch stickt sie alte Wappen. Inzwischen verdient sie damit ihr Geld, sie hat sich mit der Arbeit selbstständig gemacht. Mit den Maßangaben und den Wünschen nach Material und Farben kann sich jeder an sie wenden.
„Mit 40 Jahren hatte ich mir überlegt, noch mal was anderes zu machen“, erinnert sich Annette Hograewe. Sie ist gelernte technische Zeichnerin. „Dadurch habe ich wahrscheinlich auch ein ganz gutes Verhältnis zu Skizzen, ich kann mir die Dinge besser vorstellen.“

Inzwischen werden die Vereinsmitglieder auch zu den Märkten und Festen eingeladen. „Gerade Kinder sind hellauf begeisert, wenn sie sich Rittersachen und Kettenhemden ansehen können. Sie können auch mal was anprobieren.“ Im Januar und Februar haben die Mittelalterfreunde allerdings Pause. Aber auch jetzt hat sie mit den Nähereien gut zu tun

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Prinz Tino und Prinzessin Jennifer regieren Kremmen

Freitag, den 8. Februar 2013
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Das Prinzenpaar lässt sich am Wochenende beim Karneval feiern

MAZ Oranienburg, 8.2.2013

Noch bis zum Aschermittwoch sind der 31-jährige Vehle- fanzer und die 25-jäh- rige Kremmenerin in Amt und Würden.

KREMMEN
Wer wissen möchte, wo sich eigentlich der Schlüssel zum Kremmener Rathaus befindet, der kann ja mal bei Jennifer Prahl und Tino Zimmermann nachfragen. Die 25-Jährige aus Kremmen und der 31-jährige Vehlefanzer sind in diesem Jahr das Prinzenpaar des Karneval Club Kremmen „Rot-Weiß“ (KCK), und als solche sind sie bis Aschermittwoch im Besitz des Rathausschlüssels, der ihnen am 11. 11. des vergangenen Jahres beim Sessionauftakt übergeben wurde – natürlich nur symbolisch.

„Es ist immer sehr schwierig, ein Paar zu finden, das mitmacht“, erzählt Vereinspräsident Reiko Meißner. „Jennifer hat schon mal ausgeholfen, da haben wir sie noch mal gefragt.“ Tino Zimmermann sagte im vergangenen November in letzter Minute zu. Er arbeitet in der Gärtnerei der Prahls in Amalienfelde. Er und Jennifer kennen sich deshalb auch schon länger. Die beiden repräsentieren nun den Verein, sie sind die Oberhäupter im Kremmener Karneval.
Jennifer Prahl war bereits Erntekönigin und sitzt im Komitee des Erntefestes. „Es ist schön, wenn man was für seine Stadt tun kann“, sagt sie. In Bergfelde leitet sie die öffentliche Schulbibliothek, außerdem spielt sie Handball beim SV Eichstädt. Nach einem Kreuzbandriss war die Saison dort allerdings schnell erledigt. Sie lacht: „Deshalb lasse ich mich jetzt als Prinzessin durch die Gegend tragen.“

Tino Zimmermann nimmt das gelassen hin. Er ist Verkäufer und Gärtner in Amalienfelde. „Der Job macht mir Spaß“, sagt er. Er musste ein bisschen überlegen, ob er den Prinzenjob wirklich machen möchte. Immerhin ist er – und eigentlich darf man das an dieser Stelle ja nicht wirklich sagen – vergeben und hat eine Tochter.
Morgen wird das Prinzenpaar die beiden Karnevalsveranstaltungen in der Kremmener Stadtparkhalle begleiten, am Sonntag sind sie in Schmachtenhagen auf dem Bauernmarkt. „Das Schönste bisher war die Autofahrt am 11. 11.“, erzählt Jennifer Prahl. „Die Leute winken, und alle gucken.“ Tino Zimmermann wurde danach oft in der Gärtnerei angesprochen. Die beiden amtieren bis zum Aschermittwoch. Zur 50. Session gibt es bereits Nachfolger. Genaueres will Präsident Reiko Meißner aber noch nicht verraten.

www.karneval-kremmen.de

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Erst das Abi, dann die Schauspielkarriere

Donnerstag, den 15. November 2012
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Dennis Kamitz (16) aus Schildow ist 2013 in drei Filmen zu sehen

MAZ Oranienburg, 15.11.2012

Mit „Crazy Dennis Tiger“ ist der Jungschauspieler in diesem Jahr auf diversen Festivals zu sehen. Sein Wunsch ist es, mal eine Hauptrolle in einem großen Kinofilm zu spielen.

SCHILDOW
Anzug und Krawatte – das musste sein. Nicht fehlen durfte die Mütze, vielleicht sogar schon sein Markenzeichen. Auf der Gala zur Verleihung des Deutschen Kurzfilmpreises in München ging „Crazy Dennis Tiger“ zwar leer aus, doch für Dennis Kamitz hat sich die Reise trotzdem gelohnt. „Es war aufregend“, sagt der 16-Jährige aus Schildow.

In dem in Schildow, Bergfelde und Umgebung gedrehten Film spielte Dennis unter der Regie von Jan Soldat die Hauptrolle. „Den Anzug für die Preisverleihung habe ich mir gekauft, die Krawatte von einem Kumpel geliehen“, erzählt er. „Ja, wir waren ein bisschen enttäuscht, dass es nicht mit dem Preis geklappt hat, aber allein, dass wir nominiert wurden, war toll“, sagt Dennis.
An diesem Wochenende läuft „Crazy Dennis Tiger“ beim Interfilm-Festival in Berlin. Nur eines von vielen. Der Streifen lief schon beim „Goldenen Spatz“ sowie in Dresden, Marburg und sogar bei einem Festival in Pakistan. Im Frühjahr konnten ihn auch die Zuschauer des RBB sehen. „Der Film gefällt mir immer noch“, sagt Dennis. „Auch wenn ich ihn schon gefühlte 300-mal gesehen habe.“

Inzwischen hat der Schildower sogar einen Wikipedia-Eintrag und eine Kartei in der Berliner Schauspielagentur Impact. „Ich wurde angesprochen, als wir beim Sehsüchte-Festival in Potsdam-Babelsberg waren“, erzählt Dennis Kamitz. Für die Dienste zahlt er nichts, aber wenn er ein durch die Agentur vermitteltes Engagement bekommt, erhält sie eine Provision. „Alles andere wäre unseriös“, findet der Schildower.

Im kommenden Jahr gibt es gleich drei Filme, in denen Dennis mitgespielt hat, die Premiere feiern. In den Sommerferien spielte er im Kurzfilm „Der weiße Hase“ die Hauptrolle. Dafür reiste er für zwei Wochen nach Köln. „Es geht um einen Nazi, der sechs Jahre im Knast war, wieder nach Hause kommt und dort mit seinem jüngeren Bruder klarkommen muss“, erzählt Dennis. Er spielt Gabriel, den jüngeren Bruder. Der Film ist zur Berlinale eingereicht. Falls er dort nicht läuft, soll die Premiere im März 2013 sein.
In Thüringen hatte er fünf Drehtage beim Kinderfilm „Ricky“. Dort war er Teil einer Jugendgang. Für die deutsch-kanadisch-russische Co-Produktion „Buddhas little Finger“ reiste er nach Leipzig und spielte dort den „Pilgrim“. Im September 2013 soll der Film in die Kinos kommen.

Dass Schauspieler sein absoluter Traumjob ist, das steht mittlerweile fest. „Ich kann mir gar nichts anderes vorstellen“, sagt er. Aber auch, dass er erst mal sein Fachabitur am Oranienburger Georg-Mendheim-OSZ macht, ist vollkommen klar. „Ich will das so“, sagt er. „Meine Eltern haben mich jedenfalls nicht dazu gezwungen.“ Die Freistellungen von der Schule haben bis jetzt aber immer gut geklappt.
Auf eine Schauspielschule kann er sowieso erst, wenn er 18 ist. Kürzlich sah er sich an der Ernst-Busch-Schauspielschule in Berlin sowie an der Universität der Künste um. „Das ist harte Arbeit, die die da machen“, sagt er. „Ich habe mir einen Monolog angesehen, und so was spielt man ja nicht einfach so, die machen das richtig gut. Da denkt man sich schon: puh!“ Er könnte sich vorstellen, später auf die Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) nach Potsdam zu gehen. „Aber die Kriterien, dort aufgenommen zu werden, sind hart. Da muss man sich richtig gut vorbereiten.“

Eine Hauptrolle in einem Film – das könnte ihm gefallen. Er sieht sich ein wenig wie David Kross in Detlev Bucks Film „Knallhart“. „Wobei ich aber auch mal was anderes spielen will, nicht immer den Underdog und rebellischen Jungen, ich möchte auch mal den Fröhlichen spielen“, sagt er.
Zu seinen Lieblingsschauspielern zählen Frederick Lau und Matthias Schweighöfer, auf der Berlinale hat er Jürgen Vogel und Elyas M’Barek („Türkisch für Anfänger“) getroffen. Letzterer gab Dennis einen Tipp mit auf den Weg: „Er sagte zu mir, ich soll auf jeden Fall erst mal den Schulabschluss machen“, erzählt er und lächelt, denn genau das hat er vor. Wenn alles gutgeht, dann macht er im Sommer 2014 sein Abi. Und dann kann es für Dennis Kamitz so richtig losgehen, mit der Schauspielkarriere.

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Bahnbekanntschaften (69): Die S1 auf Abwegen

Samstag, den 13. Oktober 2012
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(68) -> 28.9.2012

Die S-Bahn fährt gerade in den Bahnhof Bergfelde ein, als die Leute hinter mir nervös auf ihren Fahrplan sehen. Bergfelde? Wieso denn Bergfelde? Die S1 fährt doch gar nicht nach Bergfelde.
Doch, momentan schon. Aber das ist ein Geheimnis.

Wegen Bauarbeiten verlässt die S1 zwischen Hohen Neuendorf und der Bornholmer Straße in Berlin ihre eigentliche Strecke.
In Oranienburg erfährt man das nur am Rande. Schon fünf Tage nach Einrichtung der Umleitung ließ die Bahn ein paar Zettel in den Schaukasten hängen. Über die neuen Abfahrtszeiten lässt man die Oranienburger auf dem bahnsteig aber weiter im Unklaren. Wobei die Zeiten sowieso wurscht wären, denn die Uhren funktionieren seit Wochen nicht – wie übrigens auch die Fahrtzielanzeiger seit Jahren nicht funktionieren und schon seit Ewigkeiten ein falsches Fahrtziel angeben. Das ist nichts anderes als beschämend.

Kurz bevor die S-Bahn Hohen Neuendorf erreicht, informiert der Fahrer über die Umleitung. Oder besser: Er nuschelt irgendwas ins Mikro. Die Leute im Anteil hinter mir hören dementsprechend auch nicht richtig hin.

Für die Umleitung der S1 blieb der Bahn nur wenig Vorbereitungszeit. Dementsprechend hatte in den sieben Wochen auch niemand Zeit, sich um die Anzeigetafeln in den Waggons zu kümmern. Im Zeitalter der Technik ist es offenbar nicht möglich, die veränderte Strecke anzuzeigen und anzusagen. Zwischen Hohen Neuendorf und Bornholmer Straße bleibt das Display aus, die Computerstimme schweigt. Der Fahrer muss die Stationen selber ansagen.
Nicht wirklich professionell. Aber das sind wir ja von der Berliner S-Bahn gewöhnt.

Inzwischen – wir haben Schönfließ erreicht – haben die Leute hinter mir die Strecke gefunden, auf der wir unterwegs sind. Glücklicherweise wollen sie zum Brandenburger Tor und sitzen somit im richtigen Zug.

Auf der Rückfahrt nach Oranienburg hat der Fahrer immerhin noch den Bahnhof Berlin-Pankow angekündigt. Danach hatte er auf die Laberei wohl keine Lust mehr – oder er hat’s schlicht vergessen. So rollte die Bahn minutenlang durch die Dunkelheit, um dann irgendwo plötzlich stehenzubleiben. Und als sich plötzlich der Fahrer meldete – “Oranienburgeinsteigenoranienburgzurückbleiben!” – war klar: Huch, das war dann wohl Mühlenbeck-Mönchmühle. Konnten wir auf dem dusteren bahnhof leider nicht so richtig erkennen.

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