RTelenovela

Rügen 2021 (12): Von Real zu Kaufland

Montag, den 29. November 2021
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(11) -> 28.11.2021

Nach der Zerlegung der Real-Supermärkte war vielen Standorten unklar, was aus den meist recht großen Geschäften werden sollte. In Neuruppin ist aus dem Real-Markt ein großer Edeka geworden. Davon gibt es aber auf Rügen schon einige, und in Bergen selbst gibt es bereits auch einen Edeka-Markt. Eine völlige Schließung des Real-Marktes in Bergen wäre allerdings für den Standort am Rand der Stadt eine Katastrophe gewesen.
Aber es gibt ihn noch: Im Falle von Real in Bergen auf Rügen erfolgte eine Neueröffnung als Kaufland.

Ein Besuch bei Real war irgendwie immer ein Teil des Rügen-Besuches gewesen. Weil das immer etwas mehr war als ein Supermarkt. Es gab eine riesige Spielzeug-Abteilung, eine große CD/DVD-Abteilung, es gab Klamotten zu kaufen und eben vieles, was man dort entdecken konnte.
Nun also Kaufland.
Aber der Besuch war eine einzige Ernüchterung. Das kann man aber Kaufland eigentlich kaum vorwerfen, denn der Supermarkt in Bergen ist das, was man von Kaufland immer erwarten kann. Umfangreiches Sortiment, aber es ist eben ein normaler Supermarkt. Das Besondere ist komplett weggefallen, auch wenn es immer noch ein bisschen Spielzeug und DVDs gibt.

Irritierend ist, wie ramschig der Markt an einigen Stellen wirkt. Seltsam runtergekommen und schäbig, besonders im hinteren Teil. Da wirkt Kaufland wie ein alter 1-Euro-Markt, der schon lange nicht mehr renoviert worden ist.
Auch sind einige Gänge so breit, dass man sich da ein bisschen verloren vorkommt. In der Getränkeabteilung habe ich die Logik noch nicht verstanden, warum bestimmte Eistees an einer Stelle stehen, und andere Eistee an ganz anderer.

Die Menschen in Bergen und drumherum bekommen immer noch alles, was sie brauchen. Aber nach dem Aus von Real ist das Einkaufserlebnis – wenn man das so nennen kann – dann doch sehr verloren gegangen.

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RTZapper

Promis privat

Freitag, den 28. August 2020
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MI 26.08.2020 | 22.30 Uhr | Sat.1

Erst macht Klopsi einen Haufi unter den Esstisch, und dann will Klopsi bei Frauchen draußen einfach nicht hören. Das sind die Probleme, mit denen Deutschlands Zuschauer wirklich beschäftigt werden wollen.
Klopsi ist der Hund von Theresia Fischer. Und Theresia Fischer war mal Kandidatin bei “Germany’s next Topmodel”. Das macht aus Sicht von Sat.1 zu einem Promi, den man mal privat begleiten könnte.
Am Mittwochabend lief mit ihr eine neue Folge von “Promis privat”. Da sehen wir, wie Lopsi ihre Hundemama zur Weißglut bringt, und selbst eine Hundeschule nicht sehr viel bringt.
Es sind wirklich packende Augenblicke, wie das Model unter den Tisch kriecht und den Kackhaufen vom Zwergspitz im einer Papierrolle verschwinden lässt.

Auch Harald Glööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööckler hat erschütternde Probleme, die er in “Promis privat” breittreten darf. Er hat sich in den vergangenen Coronamonaten schrecklich gelangweilt und hat endlich mal wieder ein Fotoshooting für seine neueste Merkwürdigkeit Kollektion. Aber ach: Fotograf Frank kommt zu spät, und seine Models kommen…. nun ja, gar nicht. Glööööööööööööööööööööööööööööööööööööööckler ist so richtig sauer. Foto-Frank muss hektisch rumtelefonieren, und irgendwann tauchen dann doch noch Models auf, die der Glöööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööckler hat irgendwie nicht so schön findet. Wie Putzfrau, wenn sie morgens aufsteht, ätzt er, der selbst aussieht, wie ein geplatztes Sofakissen.
Ob das Fotoshooting noch stattfinden kann? Bist du auch schon so gelangweilt gespannt wie ich?

Und auch bei Schlagersängerin Melanie Müller läuft es nicht gut. Anfang Juli – da wurde diese Folge gedreht – war sie in Bergen auf Rügen. Seit Monaten mal wieder ein Konzert. Wegen Corona gab es auf Malle nichts zu singen. Da feiert sie Erfolge – obwohl es den Besoffenen vermutlich eh wurscht ist, wer da oben auf der Bühne singt – und ernährt ihre Familie. Diese Einnahmen gibt es nun nicht. Also Rügen statt Mallorca. Und dann auch noch Kälte und Regen. Es sind harte Zeiten für die Müllers, und stattdessen Austern gibt es nur Pizza vom Lieferdienst.
5000 Leute passen vor die Bühne in Bergen. Wegen Corona dürfen nur 300 kommen. Und es kommen… nun ja, geschätzte 15. Vielleicht haben die Urlauber auf Rügen nicht so ganz mitbekommen, dass Melanie Müller kommt. Oder nicht gewusst, wer Melanie Müller ist. Man steckt halt nicht drin.
Inzwischen – und das sind dann wirklich mal private Promi-Probleme – leidet die komplette Familie am Coronavirus, Melanie Müllers Mann geht es laut Medienberichte schlecht. Aber das Thema ist zu ernst für die Sat.1-Promi-Seifenoper.

-> Die Sendung bei Joyn

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RTelenovela

Rügen 2020 (4): Mosaik, Atze, Frösi, Trommel, ABC-Zeitung

Samstag, den 7. März 2020
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(3) -> 6.3.2020

Im Stadtmuseum in Bergen auf Rügen ist momentan eine sehr spannende Ausstellung zu sehen. Es geht um “Die Geschichte des Comics in der DDR”.
Zu sehen sind Mosaik-Comics mit den Digedags und den Abrafaxen, Seiten der ABC-Zeitung, der Frösi, von Atze, der Trommel und vielen anderen Bilderzeitschriften und Magazin, die solche Bildergeschichten abdruckten.
Den Begriff “Comic” gab es in der DDR offiziell natürlich nicht. Stattdessen gab es die Bildergeschichten.
Die Geschichte des “Mosaik” wird besonders beleuchtet, war es doch das vermutlich beliebteste Comic in der DDR – und es hat bis heute überlebt.

Ich war 11 als die Mauer fiel. Aber in dieser Ausstellung ist mir mal wieder aufgefallen, dass ich damals schon viele Medien konsumiert habe. Was natürlich auch daran lag, dass man sie sich leisten konnte.
Ab 1985 kaufte ich jede Woche das Mosaik – es kostete 60 Pfennige. Heute habe ich es im Abo. Auch “Atze” kaufte ich bis zur Wende – das Heft kostet 20 Pfennige. Darin waren diverse Comics. Die Frösi kaufte ich dagegen selten, die hat mich nicht so richtig interessiert. Allerdings sind in Bergen auch Adventskalender zu sehen, die offenbar der Frösi beilagen. Die kenne ich tatsächlich – vermutlich hingen sie immer bei unseren damaligen Nachbarn.
Die ABC-Zeitung hatte ich auch, das war die wöchentliche Zeitschrift für Pioniere. Die Trommel hatten wir auch im Abo, das war die wöchentliche Zeitschrift für die Jugendlichen, also FDJler. Als sie abgeschafft wurde, hatten wir damals plötzlich die “Bravo” im Briefkasten. Die Bummi – die es wohl heute auch noch gibt – die hat mich dagegen nie interessiert.

Eine sehr spannende Ausstellung, die natürlich auch viel mit Nostalgie zu tun hat. Im selben Haus kann man sich übrigens auch mit der Geschichte von Bergen und von der Insel Rügen befassen. Und das für nur 2 Euro.
Die Öffnungszeiten – Montag bis Freitag von 11 bis 15 Uhr – sind allerdings eher mau.

-> Mehr Infos

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KeineWochenShow

#151 – Offenbar ein Funkloch

Sonntag, den 24. November 2019
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Nach drei Wochen gibt es mal wieder eine reguläre Ausgabe von KeineWochenShow. Wegen der Mauerfall-Specials konnten wir nicht auf das aktuelle Geschehen eingehen.
Ein Thema ist natürlich das Funkloch in Meseberg. Das Bundeskabinett tagte in Meseberg, u.a. zu den Funklöchern, und bei der Tagesschau brach eine Schaltung nach Meseberg ab – angeblich auch wegen eines Funklochs. Die Story war natürlich zu gut, als dass man nachforschen wollte, ob es wirklich ein Funkloch war.

Außerdem geht es um die Youtuberin Pocket Hazel. Sie war zu Gast bei “Volle Kanne” im ZDF. Sie ist Vietnamdeutsche, und in der Online-Ankündigung für die Sendung ist mit einer anderen Vietnamdeutschen verwechselt worden. Diese Fotoverwechslung ist bei einigen Kritikern mit Rassismus gleichgesetzt worden. Kann man das?

Außerdem geht es um diversen Schließungen – Kinos in Berlin und Bergen auf Rügen machen dicht, und in der deprimierenden Herbst-Reportage von Rügen geht es um auch ein trauriges Kneipen-Aus in Binz.

Das und viel mehr und ein Prost auf Walter Freiwald gibt es bei KeineWochenShow #151 auf Youtube.

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RTelenovela

Rügen 2019 (14): Kino in Bergen – bald ist Schluss

Donnerstag, den 21. November 2019
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(13) -> 20.11.2019

Und noch eine schlimme Nachricht für die Insel Rügen. Im März 2020 schließt das einzige Multiplex-Kino auf der Insel. Das UC-Kino in Bergen könnte es dann nicht mehr geben.
Der Betreiber hat zwar noch Hoffnung, dass ein Nachfolger gefunden wird, aber davon ist noch nichts zu hören.

Im Sommer gibt es auch anderswo Kino. In Göhren zum Beispiel, auf dem Zeltplatz. Allerdings laufen dort nicht die ganz aktuellen Filme, und richtig gemütlich ist es auch nicht. Und nach dem Sommer ist in Göhren immer Schluss.

Doch die Besucherzahlen in Bergen reichen wohl nicht mehr. Die heißen Sommer könnten dem Kino den Rest gegeben haben, auch die Baustelle in Bergen, durch die man nur noch schwer zum Kino gekommen ist.
Neulich habe ich dort einen Film gesehen – nach 20 Uhr, und es waren nur sieben Leute im Saal.
Wenn das Kino in Bergen schließt, dann haben es die Rügener richtig weit – dann müssen sie nach Stralsund, und das ist dann schon ein ordentlicher Weg aus manchen Regionen der weitläufigen Insel.
Hoffentlich tut sich noch was bei der Nachfolgersuche.

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RT liest

Axel Witte / Rainer Wittkamp: Taxi nach Rügen – Radegasts erster Fall

Montag, den 14. Oktober 2019
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Sagen wir mal so: Thorsten Gramzow hat gerade etwas Pech. Der Mann aus Bergen auf Rügen ist Taxifahrer. Am Bahnhof von Stralsund nimmt er vom letzten Tag einen Fahrgast auf. Der Mann will nach Baabe, was Gramzow gut passt – lange Fahrt und gleich auf Rügen. Wegen einer Baustelle muss er eine Umfahrung nehmen. Nach einem Streit schmeißt Gramzow seinen Kunden mitten Im Nichts raus. Am nächsten Tag wird bekannt: Es hat einen Toten gegeben. Was hat Gramzow damit zu tun?
Als er eine Gruppe Schweden vom Hafen in Neu-Mukran abholt, kommt es auf einem Parkplatz zu einem Zwischenfall. Einer seiner Fahrgäste wird beim Pinkeln von einem Fremden erschossen.
Diese Gruppe kam auf die Insel, um Oldtimerbesitzer auszurauben. Aus einer Tiefgarage in Binz verschwinden eines Nachts mehrere teure Wagen – und Gramzow sitzt an einem der Steuer.
All diese Fälle beschäftigen Kommissar Fabian Radegast. Er lebt in Altefähr. Mit seinem besten Freund will er sich ein neues Schiff zulegen. Aber weil gerade die Werft in Stralsund geschlossen wird, wo der Freund arbeitet, könnte das Geld knapp werden. Aber Radegast hat sowieso mit den diversen Fällen zu kämpfen.

Mit “Taxi nach Rügen” haben Axel Witte und Rainer Wittkamp ihren ersten Ostsee-Krimi vorgelegt, und der kann sich wirklich sehen lassen. Oder: lesen lassen.
Nicht nur, dass die beiden Autoren gleich vier Geschichten zu einer spannenden verweben. Es sind gut konstruierte Geschichten, die einerseits falsche Fährten legen, andererseits fiebert man insbesondere mit dem Taxifahrer mit, denn er scheint von einer blöden Sache in die nächste zu tappen.
Mit der Story um die Oldtimer-Rallye, die über die Insel Rügen und in Binz zum Eklat führt, haben sie zudem eine ungewöhnliche, aber absolut nicht weit hergeholte Geschichte, die auch gut erzählt ist.
Auf tolle Weise spielt das Autorenteam eine lokale Karte aus. Der Taxler, der zwischen Stralsund und Sassnitz unterwegs ist, das Drama um die Werft, das Geschehen an der Fähre, die Touris an der Küste – all das kann man sich beim Lesen sehr gut vorstellen.
Ein sehr gut zu lesender, spannender, kurzweiliger Rügen-Roman. Bitte mehr davon!

Axel Witte / Rainer Wittkamp: Taxi nach Rügen – Radegasts erster Fall
Hinstorff, 317 Seiten
9/10

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RTelenovela

Rügen 2019 (8): Bitte umfahren Sie Bergen!

Sonntag, den 18. August 2019
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(7) -> 17.8.2019

Wer nach Bergen ins Kino oder in den Real-Einkaufsmarkt will, muss weiterhin große Umwege einplanen. Schon im Herbst 2018 musste ich mich in den Stau einreihen und habe es nicht mal pünktlich zum Film geschafft.
Von Binz kommend müsste man eigentlich auf der B196 bis zum Bergener Dreieck fahren, und dann auf die B96 Richtung Sassnitz, um dort an der nächsten großen Kreuzung ins Bergener Gewerbegebiet zu fahren.
Vor Bergen gibt es auf der B196 kein Schild, das auf die Baustelle hinweist, und so stand ich wieder vor der Baustelle, wo der Verkehr durch ein Wohngebiet geführt wird. Mehrere Kreuzungen ohne Ampeln sorgen dann für lange Staus und Wartezeiten. In Höhe des Einkaufszentrums staut sich der Verkehr in alle Richtungen, und das Chaos im Feierabendverkehr ist perfekt.

Aber auch der Marktplatz in Bergen ist für Ortsfremde echt schwierig. Denn dort fehlen vernünfige Markerungen und Beschilderungen. Einerseits macht die Straße einen Bogen, und im Bogen geht es rechts raus nach Sassnitz. Wer da irgendwie und irgendwo Vorfahrt hat, ist schlecht ersichtlich. Wer fremd ist, muss dort echt aufpassen.
Aber vielleicht haben ja die Denkmalschützer mal wieder ein Veto gegen erklärende Linien eingelegt…

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