RTelenovela

Rügen 2020 (4): Mosaik, Atze, Frösi, Trommel, ABC-Zeitung

Samstag, den 7. März 2020
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(3) -> 6.3.2020

Im Stadtmuseum in Bergen auf Rügen ist momentan eine sehr spannende Ausstellung zu sehen. Es geht um “Die Geschichte des Comics in der DDR”.
Zu sehen sind Mosaik-Comics mit den Digedags und den Abrafaxen, Seiten der ABC-Zeitung, der Frösi, von Atze, der Trommel und vielen anderen Bilderzeitschriften und Magazin, die solche Bildergeschichten abdruckten.
Den Begriff “Comic” gab es in der DDR offiziell natürlich nicht. Stattdessen gab es die Bildergeschichten.
Die Geschichte des “Mosaik” wird besonders beleuchtet, war es doch das vermutlich beliebteste Comic in der DDR – und es hat bis heute überlebt.

Ich war 11 als die Mauer fiel. Aber in dieser Ausstellung ist mir mal wieder aufgefallen, dass ich damals schon viele Medien konsumiert habe. Was natürlich auch daran lag, dass man sie sich leisten konnte.
Ab 1985 kaufte ich jede Woche das Mosaik – es kostete 60 Pfennige. Heute habe ich es im Abo. Auch “Atze” kaufte ich bis zur Wende – das Heft kostet 20 Pfennige. Darin waren diverse Comics. Die Frösi kaufte ich dagegen selten, die hat mich nicht so richtig interessiert. Allerdings sind in Bergen auch Adventskalender zu sehen, die offenbar der Frösi beilagen. Die kenne ich tatsächlich – vermutlich hingen sie immer bei unseren damaligen Nachbarn.
Die ABC-Zeitung hatte ich auch, das war die wöchentliche Zeitschrift für Pioniere. Die Trommel hatten wir auch im Abo, das war die wöchentliche Zeitschrift für die Jugendlichen, also FDJler. Als sie abgeschafft wurde, hatten wir damals plötzlich die “Bravo” im Briefkasten. Die Bummi – die es wohl heute auch noch gibt – die hat mich dagegen nie interessiert.

Eine sehr spannende Ausstellung, die natürlich auch viel mit Nostalgie zu tun hat. Im selben Haus kann man sich übrigens auch mit der Geschichte von Bergen und von der Insel Rügen befassen. Und das für nur 2 Euro.
Die Öffnungszeiten – Montag bis Freitag von 11 bis 15 Uhr – sind allerdings eher mau.

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KeineWochenShow

#151 – Offenbar ein Funkloch

Sonntag, den 24. November 2019
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Nach drei Wochen gibt es mal wieder eine reguläre Ausgabe von KeineWochenShow. Wegen der Mauerfall-Specials konnten wir nicht auf das aktuelle Geschehen eingehen.
Ein Thema ist natürlich das Funkloch in Meseberg. Das Bundeskabinett tagte in Meseberg, u.a. zu den Funklöchern, und bei der Tagesschau brach eine Schaltung nach Meseberg ab – angeblich auch wegen eines Funklochs. Die Story war natürlich zu gut, als dass man nachforschen wollte, ob es wirklich ein Funkloch war.

Außerdem geht es um die Youtuberin Pocket Hazel. Sie war zu Gast bei “Volle Kanne” im ZDF. Sie ist Vietnamdeutsche, und in der Online-Ankündigung für die Sendung ist mit einer anderen Vietnamdeutschen verwechselt worden. Diese Fotoverwechslung ist bei einigen Kritikern mit Rassismus gleichgesetzt worden. Kann man das?

Außerdem geht es um diversen Schließungen – Kinos in Berlin und Bergen auf Rügen machen dicht, und in der deprimierenden Herbst-Reportage von Rügen geht es um auch ein trauriges Kneipen-Aus in Binz.

Das und viel mehr und ein Prost auf Walter Freiwald gibt es bei KeineWochenShow #151 auf Youtube.

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RTelenovela

Rügen 2019 (14): Kino in Bergen – bald ist Schluss

Donnerstag, den 21. November 2019
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(13) -> 20.11.2019

Und noch eine schlimme Nachricht für die Insel Rügen. Im März 2020 schließt das einzige Multiplex-Kino auf der Insel. Das UC-Kino in Bergen könnte es dann nicht mehr geben.
Der Betreiber hat zwar noch Hoffnung, dass ein Nachfolger gefunden wird, aber davon ist noch nichts zu hören.

Im Sommer gibt es auch anderswo Kino. In Göhren zum Beispiel, auf dem Zeltplatz. Allerdings laufen dort nicht die ganz aktuellen Filme, und richtig gemütlich ist es auch nicht. Und nach dem Sommer ist in Göhren immer Schluss.

Doch die Besucherzahlen in Bergen reichen wohl nicht mehr. Die heißen Sommer könnten dem Kino den Rest gegeben haben, auch die Baustelle in Bergen, durch die man nur noch schwer zum Kino gekommen ist.
Neulich habe ich dort einen Film gesehen – nach 20 Uhr, und es waren nur sieben Leute im Saal.
Wenn das Kino in Bergen schließt, dann haben es die Rügener richtig weit – dann müssen sie nach Stralsund, und das ist dann schon ein ordentlicher Weg aus manchen Regionen der weitläufigen Insel.
Hoffentlich tut sich noch was bei der Nachfolgersuche.

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RT liest

Axel Witte / Rainer Wittkamp: Taxi nach Rügen – Radegasts erster Fall

Montag, den 14. Oktober 2019
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Sagen wir mal so: Thorsten Gramzow hat gerade etwas Pech. Der Mann aus Bergen auf Rügen ist Taxifahrer. Am Bahnhof von Stralsund nimmt er vom letzten Tag einen Fahrgast auf. Der Mann will nach Baabe, was Gramzow gut passt – lange Fahrt und gleich auf Rügen. Wegen einer Baustelle muss er eine Umfahrung nehmen. Nach einem Streit schmeißt Gramzow seinen Kunden mitten Im Nichts raus. Am nächsten Tag wird bekannt: Es hat einen Toten gegeben. Was hat Gramzow damit zu tun?
Als er eine Gruppe Schweden vom Hafen in Neu-Mukran abholt, kommt es auf einem Parkplatz zu einem Zwischenfall. Einer seiner Fahrgäste wird beim Pinkeln von einem Fremden erschossen.
Diese Gruppe kam auf die Insel, um Oldtimerbesitzer auszurauben. Aus einer Tiefgarage in Binz verschwinden eines Nachts mehrere teure Wagen – und Gramzow sitzt an einem der Steuer.
All diese Fälle beschäftigen Kommissar Fabian Radegast. Er lebt in Altefähr. Mit seinem besten Freund will er sich ein neues Schiff zulegen. Aber weil gerade die Werft in Stralsund geschlossen wird, wo der Freund arbeitet, könnte das Geld knapp werden. Aber Radegast hat sowieso mit den diversen Fällen zu kämpfen.

Mit “Taxi nach Rügen” haben Axel Witte und Rainer Wittkamp ihren ersten Ostsee-Krimi vorgelegt, und der kann sich wirklich sehen lassen. Oder: lesen lassen.
Nicht nur, dass die beiden Autoren gleich vier Geschichten zu einer spannenden verweben. Es sind gut konstruierte Geschichten, die einerseits falsche Fährten legen, andererseits fiebert man insbesondere mit dem Taxifahrer mit, denn er scheint von einer blöden Sache in die nächste zu tappen.
Mit der Story um die Oldtimer-Rallye, die über die Insel Rügen und in Binz zum Eklat führt, haben sie zudem eine ungewöhnliche, aber absolut nicht weit hergeholte Geschichte, die auch gut erzählt ist.
Auf tolle Weise spielt das Autorenteam eine lokale Karte aus. Der Taxler, der zwischen Stralsund und Sassnitz unterwegs ist, das Drama um die Werft, das Geschehen an der Fähre, die Touris an der Küste – all das kann man sich beim Lesen sehr gut vorstellen.
Ein sehr gut zu lesender, spannender, kurzweiliger Rügen-Roman. Bitte mehr davon!

Axel Witte / Rainer Wittkamp: Taxi nach Rügen – Radegasts erster Fall
Hinstorff, 317 Seiten
9/10

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RTelenovela

Rügen 2019 (8): Bitte umfahren Sie Bergen!

Sonntag, den 18. August 2019
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(7) -> 17.8.2019

Wer nach Bergen ins Kino oder in den Real-Einkaufsmarkt will, muss weiterhin große Umwege einplanen. Schon im Herbst 2018 musste ich mich in den Stau einreihen und habe es nicht mal pünktlich zum Film geschafft.
Von Binz kommend müsste man eigentlich auf der B196 bis zum Bergener Dreieck fahren, und dann auf die B96 Richtung Sassnitz, um dort an der nächsten großen Kreuzung ins Bergener Gewerbegebiet zu fahren.
Vor Bergen gibt es auf der B196 kein Schild, das auf die Baustelle hinweist, und so stand ich wieder vor der Baustelle, wo der Verkehr durch ein Wohngebiet geführt wird. Mehrere Kreuzungen ohne Ampeln sorgen dann für lange Staus und Wartezeiten. In Höhe des Einkaufszentrums staut sich der Verkehr in alle Richtungen, und das Chaos im Feierabendverkehr ist perfekt.

Aber auch der Marktplatz in Bergen ist für Ortsfremde echt schwierig. Denn dort fehlen vernünfige Markerungen und Beschilderungen. Einerseits macht die Straße einen Bogen, und im Bogen geht es rechts raus nach Sassnitz. Wer da irgendwie und irgendwo Vorfahrt hat, ist schlecht ersichtlich. Wer fremd ist, muss dort echt aufpassen.
Aber vielleicht haben ja die Denkmalschützer mal wieder ein Veto gegen erklärende Linien eingelegt…

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RTelenovela

Rügen 2019 (1): Neu geknotet

Donnerstag, den 28. Februar 2019
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2018 -> 13.11.2018

Die Trasse der neuen B96 auf Rügen ist inzwischen bis zum Bergener Dreieck fertig. Der Verkehr rollt sogar schon auf der neuen Strecke, allerdings noch provisorisch. Das ist einerseits schön, andererseits immer wieder erschreckend, wie viele Bäume dafür weichen mussten.

Interessant am Bergener Dreieck (wenn es denn überhaupt so heißt), ist, dass man in Zukunft auf dem Weg von Stralsund nach Bergen die Straße nicht verlassen muss. Bei Bergen geht die B96 nahtlos in die B196 über. Wer weiter auf der B96 nach Sassnitz will, muss bei Bergen die Schnellstraße verlassen und erstaunlich kompliziert über zwei Kreisverkehre zur richtigen Strecke fahren.

Jetzt wird es spannend, ob auch die B196 irgendwann verbreitert wird. Denn das fällt echt auf, wie schmal die Trasse plötzlich wird, wenn es zwischen die Baumreihen geht und man nach Bergen gelangt.
Kommt die Umgehung für Bergen?
Einerseits gut, andererseits natürlich ein weiterer großer Einschnitt in die Inselnatur. Das kann eigentlich keiner wollen.

Ich vermute übrigens, dass die neue B96 bald schon wieder ein Sanierungsfall wird. Bei Rambin ist der Fahrbahnbelag
ziemlich rau und in einem Abschnitt haben sich erste Querrillen gebildet, über die man da bollert. Noch fallen sie kaum auf, aber fallen eben auf, und mal sehen, wann sie unangenehm werden und die neue Straße schon wieder saniert wird.

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RTelenovela

Rügen 2018 (21): Großbaustelle B96

Dienstag, den 13. November 2018
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(20) -> 12.11.2018

Über die B96 von und nach Rügen fahre ich nur, wenn die Rügenfähre zwischen Stahlbrode und Glewitz außer Betrieb ist – also zwischen November und Ostern. Die scheint übrigens wieder beliebter zu sein, es heißt, die Fahrgastzahlen seien wieder gestiegen.

Wer aber zwischen Bergen und Samtens auf der B96 unterwegs ist, kann sehen, was sich dort gerade tut. Neben der alten Trasse ist schon die neue zu sehen. Hinter Samtens wird irgendwann der Verkehr weiter dreispurig bis zum neuen Bergener Kreuz geführt. Dort sind schon mehrere neuen Brücken zu sehen. Es scheint, als ob die B196 von Bergen kommend über die B96 geführt wird und man dann kreuzungsfrei auf die Schnellstraße gelangt.

Momentan ist dort überall langsam angesagt. Ehrlicherweise auch, weil man als Autofahrer ständig rüber guckt, was sich denn da drüben alles tut.
Dass ich es seltsam finde, dass die neue B96 nur dreispurig ist, hatte ich ja schon erwähnt. Dennoch wird man die Strecke zwischen Bergen und der Rügenbrücke künftig wohl in gut zehn Minuten schaffen – jedenfalls bei wenig Verkehr. Wenn viel los ist, dann gibt es auch weiterhin an den diversen Spureinengungen Probleme geben.
Dennoch tut es sehr weh, wenn man sieht, wie viele Bäume allein zwischen Samtens und Bergen abgeholzt werden mussten, um diese neue Trasse zu errichten.

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