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Andreas Dalibor verlässt die SPD

Samstag, den 3. August 2019
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Der Beetzer will weiter Ortspolitik machen – auch das Festival “Feuer und Flamme für Kremmen” wird es nicht mehr geben

MAZ Oberhavel, 3.8.2019

Kremmen.
Andreas Dalibor ist aus der SPD ausgetreten. Das bestätigte der 61-jährige Beetzer der MAZ am Freitag auf Nachfrage. Und auch das Umsonst-und-draußen-Festival „Feuer und Flamme für Kremmen“, das erst am vergangenen Wochenende stattgefunden hatte, wird es nicht mehr geben.

„Weil ich mit verschiedenen Sachen aufhöre“, begründete Andreas Dalibor seine Entscheidungen. Seinen Entschluss, die SPD zu verlassen, hatte er bereits vor einer Woche umgesetzt, wie er nun sagte. Dass er die Sozialdemokraten verlasse, habe mit der „Bundespolitik ein Stück weit mehr als mit der Kreispolitik zu tun“, sagte er. Allerdings sei der Streit um das Punkfestival „Resist to Exist“ in Kremmen – das nun in Berlin-Marzahn stattfindet – das Tröpfchen gewesen, dass das Fass zum Überlaufen gebracht habe. Er habe sich da von seiner Partei – auch Landrat Ludger Weskamp ist in der SPD – mehr Unterstützung gewünscht. „Aber die Bundespolitik momentan ist durchaus der größere Hammer.“ Eigentlich wollte er seinen Austritt gar nicht so publik machen, am Freitag wussten auch innerparteilich nur wenige davon, aber dennoch ist die Nachricht intern offenbar doch durchgesickert. „Ich wollte die Punkfestgeschichte erst mal sacken lassen und nicht so schmollig rüberkommen.“ Er sei nie der große SPD-tätige gewesen, sagte er. „Ich war ja auch im Kreistag immer eher einer der Stillen. Aber ich finde es gut, wenn ein paar Leute mal ins Nachdenken geraten.“ Er sei im Herzen immer noch bei Regine Hildebrandt und Willy Brandt, ergänzte er.

In der Kremmener Politik will er sich jedoch weiter engagieren. „Je nachdem, was die Kollegen im Ortsverein sagen“, so Andreas Dalibor weiter. „Kann ja sein, dass die das nicht gut finden.“ Dalibor ist in der Fraktion der SPD-UWG/LGU im Kremmener Stadtparlament der Vorsitzende.

Dass das Event „Feuer und Flamme für Kremmen“ am 27. Juli letztmals stattgefunden hat, darüber hatte er seine Mitstreiter bereits am Donnerstag informiert. „Die fanden es natürlich schade“, sagte Andreas Dalibor. Wenn sich aber jemand anderes den Hut aufsetzen würde, dann würde er das Equipment zur Verfügung stellen. „Es hat großen Spaß gemacht, aber es war auch eine große Belastung, gerade in den Wochen davor.“ Die Sicherheitsauflagen würden immer umfangreicher werden, „was sicher auch eine Folge der Punkgeschichte ist“, glaubt er. Und grundsätzlich: „Ich will jetzt einfach etwas kürzer treten.“
Dennoch habe das Festival „Feuer und Flamme“ am vergangenen Sonnabend einen schönen Nebeneffekt gehabt, so Dalibor. Auch wenn es wegen des Punkevents unterschiedliche Meinungen gegeben habe, dort hätten alle an einem Strang gezogen – vom Bürgermeister, bis zu den Leuten am Bierwagen und am Grill. Politik habe da keine Rolle gespielt.

Auch wenn er kürzer treten will, sein Theater „Tiefste Provinz“ in Kremmen ist davon nicht betroffen. Das will er auch weiterhin im Scheunenviertel betreiben.

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Treue Seele: Den Kindern etwas Gutes tun

Mittwoch, den 10. Juli 2019
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Ingo Sievers ist der Vorsitzender des Fördervereins für die Sommerfelder Kita und die Beetzer Schule

MAZ Oberhavel, 10.7.2019

Sommerfeld.
Mindestens vier Jahre wird er den Job noch machen. Sein Sohn kommt jetzt in die dritte Klasse, bis zum Ende der sechsten ist also noch Zeit. Die Rede ist vom Vorsitz im Förderverein der Grundschule Beetz und Kita Beetz-Sommerfeld. Seit 2010 ist Ingo Sievers Mitglied und seit 2013 der Vorsitzende.

„Ich bin in den Verein eingetreten, als mein erster Sohn in die Kita gekommen ist“, erzählt der Sommerfelder. „Um da mit dabei zu sein und auch um andere Leute kennenzulernen.“ 2006 ist er mit seiner Familie ins Dorf gezogen. „Es gab eine berufliche Veränderung. Die Gegend hier hat uns gleich gefallen.“ Die Frage aber war: „Bekommen wir einen Kitaplatz?“ Familie Sievers bekam gleich Hilfe – und natürlich auch den erhofften Kitaplatz für das Kind. In den Förderverein dann auch gleich einzutreten, war „für mich eine Selbstverständlichkeit. Wenn ich was kriege, dann ist es auch klar, dass ich mich einbringe. Ich kann Eltern nicht verstehen, dass sie zwar dankend alles in Kauf nehmen, aber was dafür tun wollen einige nicht.“
Zunächst war Ingo Sievers „ganz normales Mitglied“, wie er erzählt. Als aber klar war, dass der bisherige Vorsitzende Frank Hillmann seinen Job abgeben wolle, „da wurde ich ganz behutsam in die Materie eingeführt“, erinnert sich der 44-Jährige. Er wurde Hillmanns Nachfolger, der ihn aber noch einige Jahre unterstützte.

Im Verein ist Ingo Sievers natürlich nicht allein, er hat viele Helfer. „Aber man investiert schon ziemlich viel Zeit“, sagt er. Beim Drachenbootrennen in Beetz ist der Förderverein mit dabei, beim Kinderfest am Beetzer See, beim Weihnachtsmarkt in Sommerfeld, bei „Kremmen läuft“, beim Erntefest und dem Kürbisfest in Kremmen. „Dazu kommen die Steuererklärungen für den Verein, und die Sitzungen müssen auch vor- und nachbereitet werden.“ Wie viel Zeit konkret er investiert, „kann man schwer schätzen. Manchmal ist es zeitlich sehr intensiv, ich gehe ja auch arbeiten. Aber es macht Spaß, und ich habe ja auch angenehme Gesellschaft. Die Mitglieder machen alles leichter, sie bringen sich mit ein, nehmen mir Arbeit ab.“
Zwölf bis 15 Leute bilden den harten Kern des Fördervereins. Insgesamt hat er etwa 60 Mitglieder. Der Verein lebt von den Mitgliederbeiträgen, aber vor allem auch durch Spenden. Für den Hort in Beetz konnten davon beispielsweise Crazy Bikes angeschafft werden. Erst kürzlich fand in der Sommerfelder Kita die Übergabe eines in den Boden eingebauten Trampolins statt. An der Grundschule befindet sich eine Seilrutsche, die ebenfalls vom Förderverein finanziert worden ist. „Ein ganz großes Projekt ist die Schülerband mit der Musikschule Allegro, mit allem, was dazugehört“, erzählt Ingo Sievers. „Auch der neue Schulchor wird von uns ganz stark unterstützt werden.“ Auch die Theater-AG der Grundschule bekommt kleinere Unterstützungen, ebenso die Streitschlichter. Die Abschlussfahrten der sechsten Klasse werden auch bedacht.
Was alles unterstützt wird, darüber entscheiden die Mitglieder zweimal im Jahr in ihren Sitzungen.„Da fließt dann auch Geld von den Eltern zurück.“ Die Anträge werden geprüft, und es wird geschaut, ob es genug Feedback gibt.

In Sommerfeld mag Ingo Sievers das Familiäre und Dörfliche, die Nähe zur Natur. „Und dieses Miteinander. Ich arbeite in Berlin und sehe, wie es anders sein kann.“ Klar, es gebe Ausnahmen, aber hier seien die Menschen meist viel entspannter und relaxter. Kita in Sommerfeld und die Grundschule in Beetz würden eine Einheit bilden. „Deshalb fällt es den Kindern auch leicht, auf die Schule zu wechseln“, sagt Ingo Sievers. Er ist Verwaltungsangestellter an der Berliner Humboldt-Universität. Von Kremmen aus fährt er immer mit dem Zug. „Wenn alles gut geht, bin ich in einer Stunde da.“ Ansonsten kümmert er sich gern um den Garten, er läuft, macht Gymnastik, bastelt und heimwerkt sehr viel.
Wenn seine beiden Söhne aus der Beetzer Schule raus sind, endet wohl auch seine Tätigkeit im Förderverein. Aber natürlich kann er sich eine Mitarbeit an der neuen Schule auch vorstellen.

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Gitarrenbauer mit eigener Werkstatt

Mittwoch, den 26. Juni 2019
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Tobias Hergt und Ulf Gruber leben in Kremmen ihr Hobby aus – bald wollen sie einen Kurs anbieten

MAZ Oberhavel, 26.2.2019

Kremmen.
Tobias Hergt macht seit mehr als 40 Jahren Musik. Am liebsten spielt der 47-jährige Berliner auf der Akustikgitarre. Er wollte sich immer mal eine Neue kaufen, „aber das war mir zu teuer.“ Er begann, sich näher damit zu beschäftigen, und irgendwann war klar: Er kann sich eine Gitarre auch selber bauen. Mehrere Jahre lang betrieb er in Berlin-Charlottenburg eine Gitarrenbauwerkstatt. Als klar war, dass er dort raus muss, begann er neue Räume zu suchen – und fand sie in Kremmen.
Gemeinsam mit Ulf Gruber betreibt er nun in der Grabenstraße eine neue Gitarrenbauwerkstatt – als reines Hobby, nicht als Gewerbe. „Bisher nur für uns selbst“, so Tobias Hergt. Um das Geldverdienen gehe es dabei noch nicht. „Wir müssten auch richtig viel Aufwand betreiben, damit wir richtig gute Gitarren bauen. Zumal es ja große Firmen gibt, die das zu anderen Preisen machen können.“
Vor zwei Jahren sind sie in ihre Räume in Kremmen gezogen. „Vieles entstand Stück für Stück“, erzählt Ulf Gruber. Der 53-Jährige aus Beetz arbeitet als Musiklehrer an der Kremmener Goethe-Oberschule. „Wir sind oft am Wochenende hier oder auch nach Feierabend. Für mich ist das hier ein echter Ruhepol, das hat fast etwas Therapeutisches.“ Zehn Gitarren haben sie bereits gebaut, jede ist ein Unikat. „Natürlich nur als Hobbyisten“, sagt Ulf Gruber. „Für meinen Prototyp habe ich lange gebraucht, vielleicht ein dreiviertel Jahr. Ich habe da viel von Tobi gelernt.“

Die beiden kennen sich seit dem Jahr 2000. „Tobi hat mir immer von seinen Projekten erzählt.“ Ursprünglich hatten sie den Plan, gemeinsam mit Kindern Instrumente zu bauen. „Wir haben in unseren Familien ja beide Kinder, und der beste Weg, den Musikern den Weg zur Musik zu zeigen, ist, ein Instrument zu bauen“, erzählt Ulf Gruber. „Zumal wir beide ja eine große Affinität zum Selbermachen haben“, ergänzt Tobias Hergt, der ansonsten Softwareentwickler ist.

Was aber macht denn eine gute, selbstgebaute Gitarre aus? „Wenn du sie selber baust, kannst du sie nach deinen persönlichen Vorstellungen bauen“, so Ulf Gruber. Die Bespielbarkeit spiele aber natürlich die entscheidende Rolle. „Wenn du ein Instrument baust, baust du ein Stück deiner Seele mit rein. Du hörst den ersten Ton, und das ist unbeschreiblich.“ Tobias Hergt erzählt vom Besuch bei der Musikmesse. „Da habe ich nicht eine Klampfe gefunden, die ich haben wollte. Meine sind besser.“

Auf lange Sicht wollen sie ihr Wissen in Kremmen weitergeben und in ihrer Gitarrenwerkstatt Workshops anbieten. Wann es so weit sein könnte, ist aber noch offen. „Wir denken an einen zweiwöchigen Kurs“, sagt Ulf Gruber. Das sei auch wie zwei Wochen Urlaub, und danach habe man ein eigenes Instrument. Zudem könnten die Teilnehmer in der Zeit Kremmen kennenlernen. „Wir haben ja hier ein großes touristisches Angebot. Die Tiefste Provinz, der Spargelhof, der See, die Möglichkeit sind groß.“ Ein Ziel sei es zudem, CITES-frei zu bauen. Auf der CITES-Liste stehen gefährdete Gehölze. „Das Holz muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, man muss die Kette nachweisen, wo es herkommt“, erklärt Ulf Gruber. Ahorn, Fichte, aber auch andere Holzarten seien möglich.
Vielleicht schon im Herbst könnte so ein Kurs stattfinden. Wenn nicht zwei Wochen, dann vielleicht an den Wochenenden. „Wir hoffen, es gibt mehr Leute, die so ticken wie wir“, sagt Tobias Hergt. Wenn es so weit ist, wollen sie informieren.

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Entspannte Mädelstruppe trifft sich zum Singen und Quatschen

Freitag, den 15. März 2019
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In der Scheune von Familie Trümper in Beetz geht es immer am Mittwochgemütlich zu – einmal ist „Weibration“ aber auch schon aufgetreten

MAZ Oberhavel, 15.3.2019

Beetz.
Das ist Frauensache! Jeden Mittwochabend in der Scheune der Familie Trümper in Beetz: Nach und nach treffen sie ein, und alle haben etwas dabei: ein paar Getränke, Brot, Butter, Eier, Gemüse, Knabbereien. Alle versammeln sich um den großen Tisch, der am Rand des Raumes steht. Gemütlich ist es. Ein Kamin sorgt für Wärme und Gemütlichkeit. Alle setzen sich, dann wird geredet, gegessen und getrunken. Die Atmosphäre ist fröhlich und entspannt. Und dann, wenn ihnen danach ist, singen sie gemeinsam.

„Das ist für uns einfach ein Ausgleich zum Alltag“, erzählt Dana Wölfer aus Sommerfeld. Seit zwei Jahren kommen die Frauen wöchentlich zusammen, in der Regel sind sie zu neunt. Der feste Kern besteht aus fünf Frauen. „Ursprünglich ist das entstanden aus einer Volleyballgruppe, da habe ich meine Idee verbreitet. Wer hat Lust zu singen, habe ich damals gefragt.“ Das erste Treffen fand im November 2017 statt. „Das war hier richtig schön eingedeckt.“ Gleich beim ersten Treffen haben sie auch gesungen, ganz spontan: „Guten Abend, gute Nacht.“ Das klang sehr gut: „Wir waren total überwältigt. Sie nennen sich Weibration. Das setzt sich zusammen aus „Weiber“ und „Vibration“.

Die Frauen kommen aus Beetz, Sommerfeld und Hohenbruch. Gemeinsam haben sie, dass ihre Kinder in Beetz zur Schule gehen. Wobei es für die Abende in der Scheune eine Regel gibt: Es geht nicht um Schule und Kinder. Motto: Alltag haben wir alle genug. „Wir haben gleich von Anfang an gesagt, dass wir uns keinen Stress oder Druck machen, sondern das nur aus Spaß an der Freude machen.“ Auf die richtigen Töne kommt es nicht an, wobei die Frauen da ein bisschen tiefstapeln. Wenn sie sich im Raum aufstellen und beginnen zu singen, dann klingt das toll. Meist sind es englische Stücke wie „Abide with me“ oder „A Childs Prayer“. Auch Kanons sind dabei. Aufgetreten sind die Frauen aber auch schon mal – bei einem Weihnachtskonzert in der Sommerfelder Kirche. „Das kam gut an und war toll, schon wegen der Akustik in der Kirche.“ Ansonsten aber „sind wir einfach eine Mädelstruppe und kein professioneller Chor“, sagt Dana Wölfer. Es geht den Frauen ums Entspannen, Quatschen, Essen, Trinken. Manchmal tanzen sie auch. Oder sie singen auch mal gar nicht, dann wird nur gequatscht. Aber das ist eigentlich egal – es kommt ihnen vor allem auf den gemeinsamen Abend an.

„Wenn es das nicht mehr gäbe, würde mir wirklich was fehlen“, sagt Claudia Schulenburg aus Hohenbruch. „Das ist ein perfekter Ausgleich, passend zur Wochenmitte, und die Lieder, die wir singen, finde ich teilweise richtig gut.“ Das findet auch Kathrin Trümper. Die Beetzerin ist auf dem Grundstück, auf dem die Scheune steht, zu Hause. „Es ist toll, dass hier so viele Frauen auf einem Haufen sind, das organisieren und klarkommen, ganz ohne Chorleitung“, sagte sie und lächelt. Hin und wieder kommt ihr Mann Matthias Trümper. Er ist dann aber auch der einzige Mann, der zugelassen ist zur Beetzer Weibration.

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KeineWochenShow

#111 – Aufrecht gehn, arme Greta!

Sonntag, den 17. Februar 2019
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Schnapszahl-Sendung! Ausgabe #111 von KeineWochenShow! Diesmal geht es um diverse Menschen, die einem aus verschiedenen Gründen sehr leid tun können.
Der CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak zum Beispiel. Der kann einem wirklich leid tun, weil er einer Jugendlichen erklären will, warum sie zu doof für den Umweltschutz ist.
Oder Karl-Heinz Rummenigge, der die Champions League wieder im Free-TV haben will, weil seine Sponsoren keine Reichweite mehr bekommen. Ohje!
Oder Hinrich Lührssen, weil er nun doch nicht mehr Teil der AfD sein will. Wer er ja vorher nicht ahnen konnte…

Außerdem geht es um Bosse und Bjarne Mädel in Kremmen, um den Besuch bei einer fröhlichen Frauenrunde in Beetz und um den Gesangsabschied von Mary Roos. Das und mehr in Folge #111 von KeineWochenShow auf Youtube.

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RTelenovela

Die Skepsis war unnötig

Donnerstag, den 14. Februar 2019
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So allein unter Frauen? Kann das klappen? Die Skepsis vorher war vielleicht nicht sehr groß, aber sie war vorhanden. Also, bei den Frauen. Nicht bei mir.
Am Mittwochabend besuchte ich in Beetz eine Gruppe von Frauen, die sich einmal in der Woche in einem großen, schönen Raum treffen, um zu quatschen, zu essen, zu tanzen und zu singen.

Angefangen haben sie vor zwei Jahren. Eine der Frauen hatte begonnen, sich im Ort umzuhören, ob Interesse an so einer Gruppe besteht. Seitdem funktioniert das sehr gut. Die Frauen sind eine Art Chor, die aber keinen Druck haben, wirklich jedes Mal zu singen. Sie machen das aus Spaß an der Freude, meistens nur privat. Einen Auftritt hatten sie zwar schon, aber darum geht es ihnen nicht. Sondern darum, zur Wochenmitte mal raus- und zusammenzukommen. Locker plaudern, abschalten. Vor allem nicht über Kinder und Schule reden. Weg vom Alltag.
Eine wundervolle Sache, und man kann die Frauen nur dazu beglückwünschen, dass das so gut funktioniert.

Ich durfte dabei sein, ich werde demnächst über diese Gruppe berichten dürfen. Ich war der erste fremde Mann, den sie in ihre Gruppe gelassen haben. Hätten sie vorher gewusst, dass ich demnächst sogar schon zum zweiten Mal beim Groß-Ziethener Weiberabend dabei sein darf, hätte sie vielleicht nicht mal skeptisch sein müssen. Mit Frauenabenden kenne ich mich aus…

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Andreas Dalibor schließt den Q-Stall ab

Freitag, den 28. Dezember 2018
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Der Beetzer gibt seine Kinder- und Jugendwohngruppe auf und wird Sozialarbeiter in Berlin

MAZ Oberhavel, 28.12.2018

Beetz.
Es war fast ein bisschen Weihnachten in Familie. Am Sonntag kamen im Beetzer Q-Stall noch mal viele zusammen, die dort jahrelang gelebt haben. Andreas Dalibor hat noch mal seine Jungs um sich geschart, es gab Geschenke, es wurden Gedichte aufgesagt, aber vor allem wurde viel erzählt und gelacht. „Unsere Abschluss-Weihnachtsfeier“, sagt er. „Die war noch mal richtig traditionell.“

Zum Jahresende gibt der 60-Jährige seine Selbstständigkeit auf, die am 1. Januar 2000 begonnen hatte. Er schließt seine Kinder- und Jugendwohngruppe Q-Stall an der Beetzer Dorfstraße und wird stattdessen die Seite wechseln. Andreas Dalibor arbeitet ab 2019 im Jugendamt in Berlin-Reinickendorf im Allgemeinen Sozialen Dienst. „Da bin ich sehr gespannt drauf“, sagt er. „Ich habe ja in meinem Job ab und zu mal mit dem Jugendamt gestritten. Jetzt lerne ich mal die andere Seite kennen“, so der Diplom-Sozialpädagoge weiter. Der Zeitpunkt sei gerade gut. Eigentlich habe er schon vor fünf Jahren aufhören wollen, aber er wollte da niemanden rauswerfen. Vier Kinder sind jetzt noch in der Einrichtung, bis zu fünf haben dort immer gewohnt. Einer zieht nun in eine eigene Wohnung, einer zieht zurück zu den Eltern, einer zur Oma, nur für einen Jungen musste Dalibor eine andere Einrichtung suchen.
„Einen Teil der Möbel bekommen die Jugendlichen mit, den Rest gebe ich weg“, erzählt der Beetzer. Im Februar zieht eine neue Mieterin ein, er selbst bleibt auch dort wohnen.

Was bleibt, sind Erinnerungen. „Es waren vielleicht um die 30 bis 40 Kinder, die hier insgesamt gewohnt haben. Es sind ja ganz viele ganz lange geblieben, einer war zehn oder elf Jahre hier.“ Meistens sei es sehr harmonisch gewesen. „Ganz sporadisch habe ich zu fast allen noch Kontakt.“ Von der Nähe her sei es fast wie eine Familie gewesen. „Ich habe immer schon Bauchpädagogik gemacht, viel nach Gefühl gearbeitet, das war immer okay. Ich habe relativ enge Regeln. Wenn die Jungs sich darin gut bewegen, dann werden diese Regeln immer weiter gefasst. Natürlich immer im gesetzlichen Rahmen.“ Nur in zwei Fällen musste Dalibor kapitulieren. „Da habe ich gesagt: Das kann ich nicht. Bei einem ging es um Drogen. Ich habe nie einen aufgenommen, der raucht oder Drogen nimmt.“ Bei einem anderen Jungen gab es das Problem, dass er nie zur Schule ging, er musste in eine Einrichtung wechseln, in der die Schule integriert war.

24 Stunden, sieben Tage – das ist 2019 Geschichte. „Jetzt geht die Gesundheit vor“, sagt Andreas Dalibor. Neben seinem Job in Berlin will er sich weiterhin um das Kremmener Theater „Tiefste Provinz“ kümmern. Außerdem soll künftig sonntags von 14 bis 22 Uhr die „Kombüse 11“ im Scheunenviertel wieder öffnen – mit Snacks und Kartenvorverkauf. „Ein bisschen Partei muss auch sein.“ Andreas Dalibor ist Mitglied der SPD, sehr wahrscheinlich wird er bei der Kommunalwahl wieder für den Kreistag und diesmal auch für das Kremmener Stadtparlament antreten.

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