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BR extra: G7 in Elmau – Der Gipfel-Auftakt

Dienstag, den 9. Juni 2015
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SO 07.06.2015 | 12.40 Uhr | Bayerisches Fernsehen

Der G7-Gipfel auf Schloss Elmau ist so verdammt teuer, da möchte man doch wenigstens irgendein anderes Zeichen setzen. Umweltschutz zum Beispiel. Umweltschutz kommt immer gut an.
Als am Sonntag die G7-Politiker in Elmau ankamen, da war das Fernsehen live dabei. Da macht so ein bisschen Umweltschutz natürlich was her.
Elektrowägelchen kamen deshalb zum Einsatz. Okay, ein wenig posemuckelig sah es schon aus, als EU-Kommissionschef Jucker mit dem Golfwagen vorgefahren kam. Aber immerhin war das für einen irgendwie guten Zweck. Eine Geste.

Einer aber machte es anders: Der Brite James David Cameron findet die pupsigen Golfwagen wohl doof – er kam mit einem BMW angerauscht. Immerhin aber war auch das ein Elektroauto, sah aber cooler aus. Vermutlich war der BMW-Auftritt an dieser Stelle aber auch nur ganz profanes Product Placement, immerhin liegt Elmau in Bayern, da darf der BMW nicht fehlen.
Barack Obama, gerade noch gestärkt von der Brotzeit in Krün, verzichtete ganz auf den Autokram und kam zu Fuß. Mehr Umweltschutz geht nicht.

PS: Die echten total und wirklich umweltfreundlichen Limosinen und Hubschrauber standen etwas abseits davon. Umweltschutz hat eben auch seine Grenzen.

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BR extra: G7 in Elmau – Obama und Merkel besuchen Krün

Montag, den 8. Juni 2015
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SO 07.06.2015 | 9.00 Uhr | Bayerisches Fernsehen

Hach, ist das aber schöön! Trachten und Gewänder, Berge und Blasmusik, Weißbier und Weißwurst. Na, Servus und Grüß Gott!
Wenn die Amis an Deutschland denken, dann haben sie oft genau dieses Bild vor Augen, und genau das lieferte ihnen CNN am Sonntag live nach Hause. In Deutschland übertrug u.a. das Bayerische Fernsehen.

Bevor der G7-Gipfel auf Schloss Elmau begann, trafen sich Barack Obama und Angela Merkel zum Frühschoppen. Im bayerischen Provinzkaff Krün bekam Obama genau das Deutschland-Bild präsentiert, das dem Klischee entspricht.
Die Welt hielt den Atem an, als sich Millionen Zuschauer fragten: Wird Obama eine Weißwurst verspeisen? Und wird er sie mit Messer und Gabel essen anstatt sie zu zutzeln? Und kippt er sich ein Bierchen hinter?
Und tatsächlich: Obama zeigte sich mal wieder volksnah, zog sein Jackett aus, machte Smalltalk, trank Bier und futterte eine Weißwurst. The bavarian President sorgte mal wieder für fröhliche und ach so sympathische Bilder, die in die Welt gingen (okay, in den USA war es an der Ostküste erst kurz vor 5 Uhr, da schliefen die Amis noch).

Nur die Lederhose hat er vergessen. Es wäre aber auch zu schön gewesen, wenn er mit seiner Freundin Angie in Krün einen Schuhplattler aufs Parkett gelegt hätte. Da wäre der Rest der in Elmau wartenden G7-Truppe bestimmt neidisch geworden.

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Das Messer

Montag, den 20. April 2015
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SO 19.04.2015 | 23.15 Uhr | Bayerisches Fernsehen

30 Jahre alt ist der US-Thriller “Das Messer” mit Glenn Close und Jeff Bridges nun schon. Auch heute noch ist er ziemlich spannend, am Sonntagabend lief er im Bayerischen Fernsehen. Und eine Szene, die löste damals im Kino ein regelrechtes Chaos aus.

1989, im letzten Jahr der DDR, hatte Sassnitz auf Rügen noch ein Kino. Heute verrottet das leerstehende Gebäude im Stadtzentrum und sieht alles andere als schön aus.
Am 16. Juli 1989 lief dort “Das Messer”. Vier Jahre brauchte der Film, bis er auch im sozialistischen Teil Deutschlands gezeigt worden ist.

Kurz vor Schluss, der Mordfall schien eigentlich schon gelöst, kommt es zur Wende. Der Freigesprochene ist doch der Mörder!
Nervöses Raunen im Kino. Und dann – im Film ist es gerade relativ still und gleichzeitig sehr spannend – schlägt eine Hand durch eine Fensterscheibe.
Nie wieder habe ich im Kino solche Szenen erlebt: Der Saal in Sassnitz kreischte auf, es müssen recht viele Frauen im Raum gewesen sein. Viele von ihnen riss es aus den Sitzen. Nach dem Kreischen kam das Lachen, die Leute amüsierten sich über ihren eigenen Schock, der ihnen der Film eingebrockt hat. Es hat eine gute Minute gedauert, bis endlich wieder Ruhe einkehrte.

Wenn man sich eben diese Szene 2015 noch mal ansieht, wirkt sie erstaunlich unspektakulär. In Erinnerung habe ich sie viel härter – eine Hand mit einem Messer. Aber da war gar keins… Aber vielleicht waren wir damals alle noch ein bisschen schreckhafter…

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Die Frage: Warum haten wir so viel im Netz?

Sonntag, den 23. November 2014
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DO 20.11.2014 | 22.00 Uhr | Bayerisches Fernsehen

Stirb, du Opfer! Scheiß Idiot! Du Wichser!
Im Netz, in irgendwelchen Internetforen lässt sich so was leicht sagen, äh, schreiben. Gern unter Pseudonym, bei Facebook durchaus auch mal mit richtigem Namen.
Aber wie kommt das eigentlich, dass sich so viele Leute im Internet dermaßen auskotzen? Warum haten wir so viel Netz?
Damit beschäftigte sich am Donnerstagabend eine Doku in der Reihe “Die Frage” im Bayerischen Fernsehen. Interessant, aber neue Erkenntnisse brachte sie eigentlich nicht.

Man kann es aber immer wieder boebachten. Eine Thema wird in einem Forum diskutiert. Asylbewerberheime zum Beispiel. A sagt: Alles Mist. B sagt: Gut so! A sagt: B ist ein dummer Idiot! B sagt: A ist ein Wichser.
Und so weiter.
Der BR deckte auf: Vielleicht sind die Leute im Netz so schnell im Beleidigen, weil sie ja das Gegenüber nicht sehen können. Alle Reaktionen bleiben verborgen, und der Hass ist sowieso mal schnell niedergeschrieben. Muss man das Gegenüber erst treffen, um Meinungen auszutauschen, ist der erste Hassanfall meist verflogen. Würden sich die Leute Auge in Auge gegenüber stehen, würde die Sache schon ganz anders aussehen.
Na ja, so viel aufgedeckt hat der BR da nicht wirklich wirklich.
Dass einige Leute es geil finden, dumpfe Parolen und Hass verbreiten, ist auch nicht neu.
Die spannendere Frage ist eigentlich: Wie geht man damit um? Ignorieren? Gegensteuern? Aber wie gegensteuern? Wie verhindern wir Cybermobbing? Durch Zensur? Durch stärkere Moderation in Foren? Diese Fragen konnte die Doku leider nicht klären.

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Eröffnung der 28. Medientage München

Donnerstag, den 23. Oktober 2014
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MI 22.10.2014 | 9.50 Uhr | Bayerisches Fernsehen

Wie viel Fernsehen schaust du eigentlich noch? Oder genauer gefragt: Wie oft schaltest du ein reguläres Fernsehprogramm ein? Klar, wenn Fußball läuft. WM! Champions League! Oder sonntagabends der „Tatort“. Das sind auch heute noch große Events, bei denen viele Millionen einschalten. Aber sonst? Immer mehr Videostreamingdienste überschwemmen den Markt. Serien und Filme können wir uns dort anschauen, wann wir wollen und nicht, wann es uns die Sender vorschreiben. Und überhaupt, will ich eine Serie auf ProSieben schauen, kann ich sowieso nicht sicher sein, ob sie nächste Woche auch läuft oder schon abgesetzt ist, weil die Quoten nicht so dolle waren.

Im Bayerischen Fernsehen haben am Mittwochvormittag wichtige Medienleute über das Fernsehen von morgen schwadroniert. Das lineare Fernsehen werde es immer geben, hieß es da. Das könnte sogar stimmen, aber vermutlich dient es bloß noch als nachmittägliche Schrottberieselung. Die wirklich guten Sendungen wird man sich im Internet ansehen, und zwar dann, wenn man Lust drauf hat. Das Potenzial ist da: Die heutigen Fernseher haben alle schon Internetanschlüsse, die meisten nutzen sie nur nicht. Ich übrigens auch nicht, aber eigentlich wird es höchste Zeit!

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daheim – das beste

Samstag, den 30. August 2014
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MI 27.08.2014 | 21.05 Uhr | Bayerisches Fernsehen

Nein, früher war nicht alles besser. Und, nein, auch nicht das Fernsehen. Jedenfalls nicht das Bayerische Fernsehen.
Das Dritte des BR feiert in diesen Tagen den 50. Geburtstag. Und wie feiert man das? In dem man sich alte Alben ansieht, und im Fall eines Fernsehsenders alte Sendungen, Serien und Shows.

Am Mittwoch lief Folge 1 von “daheim – das beste”. Wir sehen Promis dabei zu, wie sie fernsehen. Interessant? Nein, natürlich nicht. Da sitzt also irgendein ehemals bekannter BR-Star, sieht Ausschnitte einer Serie und sagt: “Wahnsinn.”
Ähm, ja.
Warum denken Fernsehmacher eigentlich, dass es spannend sein könnte, Leute dabei zu filmen, wie sie sich etwas ansehen und was Geistarmes dazu sagen.

Selbst einstige Serienhits wie “Monaco Franze” wirken heute trutschig, und erst recht das “Telekolleg” oder das 90er-Jahre-Entertainmentmagazin “Leos”. Wenn sich Promis das mit glasigen Augen ansehen und sagen: “Hach, das müsste es heute auch noch geben.” Dann erwidert man als Zuschauer: “Ähm, nein, besser nicht.”

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24h Jerusalem

Sonntag, den 13. April 2014
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SA 12.04.2014 | 6.00 Uhr | arte

24 Stunden Jerusalem, von 6 bis 6 Uhr. Einen ganzen Tag lang streift man durch die israelische Großstadt, das Fernsehen macht’s möglich.
Nach dem riesigen Erfolg von “24h Berlin” folgt nun der zweite Stadt, die 24 Stunden lang unter die Lupe genommen wird. 70 Filmteams begeleiteten 90 Menschen im West- und Ostteil der Stadt. Das Bayerische Fernsehen und arte zeigen das Mammutprojekt.

Aber der Hype bleibt aus, denn auch wenn die Projektleiter dieselben sind wie damals in der deutschen Hauptstadt, gibt es einen großen Unterschied. “24h Berlin” spielte hier. Wer im Sendegebiet des rbb lebte, kannte auch Berlin. Der wusste, dass es diesen einen Tag gab, an dem zig Kamerateams in der Stadt unterwegs waren. Der rbb hatte das intensiv begleitet. Und natürlich war die ganze Stadt und das Umland sehr gespannt darauf, was denn da nun rausgekommen ist. “24h Berlin” zeigte die Heimat und die Leute von nebenan.

“24h Jerusalem” fehlt dieser Reiz. Auch wenn es auch dort ebenfalls faszinierende Augenblicke gibt, auch wenn man durchaus länger dranbleibt – das Fieber bleibt aus, die große Begeisterung. Jerusalem ist eine spannende Stadt voller Gegensätze, aber sie ist weit weg. Zumindest mir fehlte irgendein Bezug, das machte es mir schwer, reinzukommen in die Doku, der Anreiz dazu blieb aus.
Dass der BR sein komplettes Programm freiräumt und teilweise auf den Bilungskanal BR alpha abschiebt, ist aber dennoch eine sehr bemerkenswerte Sache, die man nicht oft genug loben kann.