RTZapper

Arena: Die Mehrzweckhalle

Sonntag, den 29. Mai 2011
Tags: , , ,

SA 28.05.2011 | 16.05 Uhr | radioeins

Am Sonntag spielen die Basketballer von Alba Berlin – und radioeins vom rbb war das am Sonnabendnachmittag einen Beitrag in der Sportsendung “Arena” wert. Am Ende wies der Moderator auf den Veranstaltungsort hin – das Sportevent steigt in der Berliner Mehrzweckhalle am Ostbahnhof.
Was klingt wie ein öder, verfallener, kleiner Schuppen ist in Wirklichkeit die moderne O2-World.

Es ist in unserer heutigen Zeit ein echter Zwiespalt. Fußballstadien oder andere Arenen sind immer öfter Werbeträger. Da gibt es die O2-World, die Kindl-Bühne, die MBS-Arena, das Allianz-Stadion und so weiter und so fort. Aber wieso muss man sich dem Werbediktat beugen? Die O2-World ist schließlich genau das – die Mehrzweckhalle am Ostbahnhof.
Andererseits: Was ist dann Alba Berlin? Wenn schon O2 weggelassen wird, dann müsste auch Alba unter den Tisch fallen. Wennschon, dennschon, radioeins!

aRTikel

Ab fünf Uhr ist der Morgen schön

Samstag, den 4. April 2009
Tags: , , , ,

Falkenseer Köpfe: Radio-Eins-Frühmoderator Tom Böttcher (41) lebt seit zehn Jahren in Finkenkrug

MAZ Falkensee, 4.4.2009

Er wollte raus aus Berlin. Als Tom Böttcher 1999 nach Falkensee zog, galt er bei Freunden deshalb als Freak.

FALKENSEE
Radio-Eins-Morgenmoderator Marco Seiffert ist bestürzt: Was denn, die Lokalzeitung bringt ein Porträt über seinen Kollegen Tom Böttcher? „Das muss gut überlegt sein, denn die Veröffentlichung kann zu dramatischen Auflagenverlusten führen.“ Doch die Lokalzeitung scheut das Risiko nicht, denn dieser Tom Böttcher ist Falkensees Lokalmatador beim Potsdamer Radiosender. Seit zwei Jahren moderieren die beiden gemeinsam bei Radio Eins, aber auch schon beim Jugendsender Fritz waren sie ein Team.
Um 5 Uhr beginnt „Der schöne Morgen“. Gegen 3.15 Uhr klingelt bei Tom Böttcher der Wecker. Eine kurze Nacht. Manchmal legt er sich am Tage noch mal ein paar Minuten aufs Ohr.
Die Stimmung im Studio ist entspannt. Die Moderatoren stehen sich gegenüber, zwischen ihnen steht das Mischpult. Tom Böttcher ist an dem Morgen der Herr der Regler. Sie führen ein Telefoninterview. Seiffert hebt kurz den Arm. Das bedeutet, er möchte die nächste Frage an den Gast stellen. Gesten reichen, um sich zu verständigen. Tom Böttcher mag seinen Job, und er mag auch den Radiosender, für den er arbeitet. „Bei uns ist nichts gekünstelt, unsere Hörer werden morgens nicht angeblökt.“ Seit 2004 ist er bei Radio Eins.
Früh war dem heute 41-Jährigen klar, dass der Journalismus sein Ding ist. „Ich wusste, dass mir das Spaß macht“, sagt er. „Als Kind habe ich Fußball-Radioreportagen nachgesprochen.“ Nach dem Abi folgte erst mal eine Ausbildung zum Kaufmann. Danach entschied er sich für die Deutsche Journalistenschule in München und Berlin und arbeitete für das Spandauer Volksblatt und den SFB-Jugendsender Radio 4U. Später, bei Fritz, war Böttcher Redakteur und Reporter, seit 1994 moderierte er. Vor fünf Jahren wechselte er innerhalb des RBB zu Radio Eins. „Irgendwann ist man zu alt für Fritz“, sagt er.
„Kinoking“ Knut Elstermann stößt zu den Morgenmoderatoren ins Studio. Gleich beginnt die Kinorubrik. Schon im Vorgespräch ist klar: Jetzt kommt ein Filmverriss. Während Elstermann auf Sendung ist, beobachtet Tom Böttcher die Studiouhr. Der Programmplan muss eingehalten werden.
Manchmal rufen bei Gewinnspielen Hörer aus Falkensee an. Für Böttcher ein Stück Heimat. Vor zehn Jahren zog er mit seiner Frau von Berlin nach Finkenkrug. „Wir wollten immer an den Rand der Großstadt“, sagt er. „Wir haben uns viel angesehen, aber Falkensee war ein Highlight.“ Inzwischen sind seine beiden Kinder vier und zehn Jahre alt. „Falkensee ist eine tolle Familienstadt. Ich habe bei den meisten Leuten das Gefühl, dass sie sehr bewusst leben.“ Nur das Zentrum, das findet Böttcher „verbesserungswürdig.“ Eine Meile zum Flanieren fehlt. „Ich wünsche mir eine Kaffee- und Kneipenkultur.“ Hin und wieder kehrt er im „Schrääg rüber“ ein. Als er 1999 nach Falkensee rauszog, galt er im Freundeskreis als Freak. „Das ist ja mutig, haben sie gesagt“, erinnert er sich. „Inzwischen haben sie ihre Meinung geändert.“ Nicht nur das: Einige Freunde sind ebenfalls ins Grüne gezogen.
Dass Tom Böttcher erkannt wird, wenn er in Falkensee einkaufen geht, kommt selten vor. Und wenn, kennen die Menschen seine Stimme nicht zwingend vom Radio, sondern vom Basketball. Tom Böttcher ist auch Hallensprecher bei Alba Berlin in der neuen Arena am Ostbahnhof. Nachdem er für Fritz 1995 als Reporter von einigen der Spiele berichtete, fragten ihn die Albatrosse, ob er den Job übernehmen wolle. Aus dieser Zeit stammt auch der Spitzname Teoman. „Teoman Alebegovic war beim Europacup 1995 der entscheidende Alba-Basketballer.“ Nachdem Alba den Pokal gewonnen hatte, beschloss der Moderator, als Tom Teoman Böttcher auf Sendung zu gehen. Noch heute wird er in der Sporthalle so gerufen.
Auch wenn Böttcher momentan zufrieden ist bei Radio Eins, Träume hat er trotzdem: „Schriftsteller. Das wäre toll.“ Aber erst später, irgendwann mal: „Wenn ich Zeit habe, mich in meine Hängematte zu legen, um stundenlang drüber nachzudenken.“

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Basketball-Euroleague in Berlin

Freitag, den 27. Februar 2009
Tags: , , , ,

DO 26.02.2008, Berlin, O2-World

Vor einem Besuch der Ohzweiwelt sollte man besser nicht einkaufen gehen: Denn nicht nur Getränke sind verboten, sondern auch alles andere. Brote landen genauso im Abfall wie alle anderen Lebensmittel. Schließlich könnte man ja erstens eines der Brote essen und dafür das, hüstel, preiswerte Angebot an den Imbissen verschmähen. Und zweitens könnte man natürlich auch eines der Brote auf das Basketballfeld schmeißen.
Das wäre übrigens auch eine gute Maßnahme gewesen. Beim Basketball-Euroleague-Spiel zwischen Berlin und Barcelona hat der Gast phasenweise alles andere als gut ausgesehen. Am Ende verlor Berlin mit 57:73.
Wasser ist übrigens auch spottbillig, nur 3,20 Euro für den halben Liter. Ein Schnäppchen. Plus einen Euro Pfand, der nirgendwo an den Übersichtstafeln vorkommt. Und wenn ich das monieren will, muss ich den Herrn Anschütz fragen, hieß es beim schnippischen Personal. Anschütz ist die Betreibergruppe der Ohzweiwelt. Also, Herr Anschütz, was soll das?
Die Arena in der Ohzweiwelt (die MAZ nannte sie letztens „Mehrzweckhalle am Ostbahnhof“) sieht beim Basketball sehr viel kleiner aus als beispielsweise beim Ich+Ich-Konzert oder beim Echo. Das Spielfeld in der Mitte wird von den Publikumsreihen umschlossen, die große Bühne ist abgebaut.
Wir saßen ganz oben, 22 Euro kostete das Spaß, was nicht wenig ist, wenn ich so daran denke, was man sonst so für 22 Euro bekommt und wie weit weg wir vom Geschehen entfernt waren.
Das Spiel war recht interessant – spannend nicht wirklich –, die Höhepunkte waren eher die Sponsorenspielchen in den Pausen. Zwei Männer mussten schätzen, wie viele Menschen eine neue Art von Mülltonne benutzen. A, B oder C waren vorgeben. Einer entschied sich für A, der andere für B, aber C war richtig. Dabei war ganz klar: C war die Antwort, in der die meisten Menschen genannt wurden: 1 Million Mülltonnenbenutzer. Der Sponsor wird schließlich nicht für einen niedrigen wert werben. Einer der Spieler der Berliner Basketballer durfte in einem Einspieler die richtige Lösung verkünden. Holprig und eintönig, wie ein Roboter, las er vor, dass die neue Tonne von … und so weiter. Was tut man nicht alles für den Werbepartner. Gewonnen haben die Jungs trotzdem nicht.