KeineWochenShow

#245 – Bloß nicht warnen!

Sonntag, den 12. September 2021
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Eigentlich hätte am Donnerstag der Warntag 2021 stattgefunden. Aber irgendwas muss da wieder schiefgelaufen sein. Dabei haben wir uns so darauf gefreut…
Der Wahlkampf dagegen findet statt, und besonders der CDU und Armin Laschet weht ein erstaunlicher harter Wind entgegen.

Wir sprechen aber auch über eine Erntekönigin, die pünktlich zu ihrem großen Event, dem Erntefest, das Coronavirus bekommen hat. Außerdem geht es um die Sperrung einer Autobahn, die es echt nötig hatte. Also, total. Und Bilder vom Festival of Lights in Berlin haben wir auch. Das und mehr in KeineWochenShow #245 auf Youtube.

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aRTikel

Bärenklauer Erntekönigin fällt wegen Corona aus

Samstag, den 11. September 2021
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Jil May kann heute beim Umzug nicht mitfahren

MAZ Oranienburg, 11.9.2021

Bärenklau.
Das ist einfach Pech! Das heute stattfindende Bärenklauer Erntefest muss in diesem Jahr ohne die Erntekönigin auskommen. Jil May ist krank geworden.

Sie war schon 2019 die Erntekönigin in Bärenklau, und dort ist festgelegt worden, dass sie 2020 noch mal ran darf. In dem Jahr fiel das Erntefest allerdings wegen der Coronakrise aus. 2021 findet es wieder statt – nun hat allerdings die Erntekönigin das Coronavirus. „Ich habe es am Sonntag gemerkt“, sagt sie beim Telefongespräch mit der MAZ. „Ich hatte alles an Symptomen und 39 Grad Fieber.“ Seit Donnerstag habe sie zudem keinen Geschmack im Mund und keinen Geruchssinn. „Aber ich fühle mich von Tag zu Tag wieder stärker.“ Klar ist: Sie wird den heutigen Sonnabend zu Hause verbringen müssen – und nicht auf dem Wagen beim Ernteumzug sein können.

Die Enttäuschung ist groß. „Ich habe mich so gefreut, als es hieß, dass ich noch mal Erntekönigin sein darf“, erzählt die 21-Jährige. Sie wohnt in Vehlefanz und ist die erste Bärenklauer Erntekönigin, die nicht im Dorf wohnt. „Ich hatte 2019 beim Ernteumzug eine eigene Kutsche.“ Sie war für diverse Ansagen zuständig, war bei den Siegerehrungen dabei. Außerdem tanzt sie bei den Dancebears, weshalb sie am Abend auch noch einen Tanzauftritt hatte.

„Ich bin jemand, die keine Probleme hat, mal im Mittelpunkt zu stehen“, sagt Jil May. Sie macht eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau und möchte gern Hochzeitsplanerin werden. Auf dem Erntefest 2021 soll es eventuell am Abend eine Videobotschaft geben.

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aRTikel

Amazon kommt nach Oberkrämer

Donnerstag, den 22. Juli 2021
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Verteilungslager wird im Gewerbepark Vehlefanz errichtet – fast alle Flächen des 100 Hektar großen Areals sind inzwischen belegt – viele Bautätigkeiten und eine neue Straße in Richtung Bärenklau

MAZ Oranienburg, 22.7.2021

Vehlefanz.
Der Versandhändler Amazon wird sich im Gewerbepark in Vehlefanz ansiedeln. Das teilte Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys (BfO) am Mittwochvormittag bei einem Vor-Ort-Termin im Gewerbepark mit. Geplant ist ein Verteilungslager. Dafür habe es kürzlich eine Baugenehmigung gegeben. Die Halle entsteht im „VGP-Park Berlin-Oberkrämer“ auf dem Areal des Gewerbeparks Vehlefanz. Ende 2022 könnte das Verteilungslager ans Netz gehen. Die Transporter sollen nach Aussagen des Bürgermeisters allesamt elektrisch fahren. Allein dafür seien 440 Elektroladeplätze geplant. „Das ist eine große Geschichte“, so Peter Leys.

War der Gewerbepark Vehlefanz bis vor kurzem eine Brache, auf der hier und da eine Halle stand, sieht das inzwischen ganz anders aus. Laut Peter Leys sei nur noch eine dreiviertel Hektar große Fläche frei, der Rest sei voll. „Das ist eine der größten geschlossenen neu geschaffenen Flächen in Oberhavel“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Noack am Mittwoch bei einem Besuch des Gewerbeparks. Wie Peter Leys ergänzte hat es eine Größe von 100 Hektar, gemeinsam mit dem Gewerbegebiet Bärenklau, das sich nahtlos anschließt. Den vorderen Teil, etwa 28 Hektar habe die Gemeinde Oberkrämer selbst vermarktet, um den Rest kümmerte sich die BBF, die Berlin-Brandenburger Flächenentwicklungs GmbH unter der Leitung von Jesús Comesaña. „Die haben sich auch um die Erschließung des Gebietes gekümmert“, so Peter Leys weiter.

Lange hatte sich im Vehlefanzer Gewerbepark nur wenig getan. Das änderte sich, als klar war, dass die Autobahn auf dem nördlichen Berliner Ring ausgebaut wird – und damit auch die Brücke auf der Landesstraße 17, die über die Autobahn führt. Die alte Brücke war zu schmal, um den vielen Verkehr eines möglichen Gewerbegebietes aufzunehmen. „Das hatte viele abgeschreckt“, erzählte der Bürgermeister. Der Ausbau der Autobahn sei dann ein gutes Zeichen gewesen – auch dass sich die Havellandautobahn mit ihrer Zentrale im Gewerbepark in Vehlefanz angesiedelt hatte. „Damals war das das einzige markante Gebäude.“
Auch heimische Unternehmen haben sich dort angesiedelt. Als Beispiel nannte der SPD-Gemeindevertreter Karsten Peter Schröder den Autoservice Stange. „Das hat hier ein neues Heim gefunden.“ Vorher war der Betrieb mit der Auto- und Lkw-Werkstatt im Oranienburger Weg direkt im Dorf angesiedelt – eine Vergrößerung war dort nicht mehr möglich. Im Gewerbepark ist neu gebaut worden.

Insgesamt hat Oberkrämer 140 Hektar Gewerbeflächen, in Eichstädt gibt es ein Gewerbegebiet, Flächen sind auch an der Perwenitzer Chaussee in Vehlefanz und in Bötzow-West. Es gebe im Gemeindegebiet kaum noch Grundstücke. Das Ende der Fahnenstange sei erreicht, so Peter Leys. „Oberkrämer muss noch Oberkrämer bleiben.“ Es habe Anträge und Überlegungen gegeben, von Vehlefanz aus auf der anderen Seite der Autobahn ebenfalls zu bauen. „Aber das kann man nicht machen.“ Da es keine Industrie im Gewerbepark Vehlefanz gebe, solle sich der Lärm in Grenzen halten, dennoch sollen zwischen dem Areal und dem Dorf selbst noch Bäume gepflanzt werden – auch für einen langfristigen Sicht- und Lärmschutz.

Die Straße, die den Vehlefanzer Gewerbepark mit dem Bärenklauer Bahnweg verbindet, ist zudem bald fertig. Für die Mitarbeitenden, die nicht aus der Gegend kommen, könnte das wichtig werden. Andreas Noack fragte nach einem Bahnanschluss für das große Areal. Es gebe den Bahnhof in Bärenklau, so Peter Leys. Der sei am nächsten gelegen und dann gut zu erreichen. Es müssten dann nur noch häufiger Züge anhalten.

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RTelenovela

Check-in in Zeiten des Coronavirus

Sonntag, den 13. Juni 2021
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Die Corona-Warn-App kann inzwischen einiges mehr. So gibt es jetzt nicht nur die Funktionen, dass man seine Tests dort abspeichern kann. Auch die Impfungen. Man kann sich für eigene Veranstaltungen QR-Codes anlegen. Und es gibt die Check-in-Funktion.

Am Sonnabendnachmittag war ich bei der Feuerwehr in Birkenwerder, dort wurde ein neues Fahrzeug eingeweiht. Und ich habe zuvor die Check-in-Funktion meiner Corona-Warn-App eingeweiht.
Das musste man, um auf das Gelände zu dürfen. Ich rufe die App auf, gehe in den Check-in-Bereich und scanne den QR-Code, der dort auslag. Und schon war ich drin. Also, eingecheckt.
Alternativ hätte ich auch auf einem Zettel alles ausfüllen können. Aber warum, wenn das so einfach geht, ohne dass ich irgendwo irgendwelche Daten einschreiben muss.

Kurz zuvor war ich in Bärenklau, bei einem Oldtimertreffen. Auch da musste ich meine Daten hinterlassen, um auf das Gelände zu kommen. Allerdings gab es dort keinen QR-Code. Also hieß es: Zettel ausfüllen. Total oldschool, also. Das ist so 2020…

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RTelenovela

Bärenklauer Bodenwelle

Donnerstag, den 6. Mai 2021
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Es ist gerade mal ein halbes Jahr her, da war das Teilstück des nördlichen Berliner Rings zwischen dem Kreuz Oranienburg und dem Dreieck Havelland komplett ausgebaut. Sechs statt vier Spuren. Eine völlig neue Trasse. Nach fast zwei Jahren Dauerbaustelle endlich freie Fahrt. Und das auf einer glatten Strecke ohne Schlaglöcher und… Dafür aber mit einer ordentlichen Bodenwelle.

Im Grunde genommen hat die neue A10 in diesem Bereich gerade mal ein paar Wochen gehalten. In Höhe Bärenklau, direkt vor der Brücke über dem Wendemarker Weg hatte sich recht bald eine kräftige Delle gebildet.
Es dauerte nicht lange, da wurden Tempo-80-Schilder in dem Bereich aufgestellt. Doch die Delle wurde noch tiefer, und schließlich standen sogar Tempo-60-Schilder an der Stelle.
Denn tatsächlich hat es diese Bodenwelle in sich. Vor der Brücke gab der Unterboden nach, wie die Verantwortlichen mitteilten. Von einem Baupfusch wollte natürlich niemand sprechen. Aber was soll es sonst sein, wenn die Fahrbahn nur wenige Wochen nach Freigabe schon wieder im Eimer ist?
Scheinbar scheint beim Bau der Brückenzufahrt etwas schief gelaufen sein. Denn der Verkehr holpert momentan regelrecht auf die Brücke. In der Bodenwelle sind lauter schwarze Abriebstellen zu sehen.

Die ein paar Monate alte Straße wird an der Stelle nun wieder für mehrere Wochen gesperrt. Sie wird wieder aufgerissen. Wieder werden an zwei Stellen die Leitplanken abgebaut, wieder werden provisorische Überfahrten gebaut, damit der Verkehr auf der Gegenfahrbahn an der Bärenklauer Bodenwelle vorbeigeführt werden kann. Wieder Baustellenfrust, wieder ausgebremster Verkehr.
Ganz schön ätzend. Und ganz schön peinlich.

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aRTikel

Chronik Oberkrämer 2020

Montag, den 21. Dezember 2020
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MAZonline Oberhavel, 21.12.2020

Oberkrämer.
Das sind die wichtigsten Ereignisse aus dem Jahr 2020 in Oberkrämer.

Januar:
Tonnenweise illegaler Sondermüll wird am Flugplatzsee bei Vehlefanz gefunden. Immer wieder wird Müll abgeladen. +++ Im Bereich Oberkrämer wird ein Abschnitt der sanierten A10 freigegeben. +++ Der Neujahrsempfang des Heimatvereins Vehlefanz findet bei Schwanteland statt.

Februar:
Die Initiative „Wir für euch“ für das Hospiz in Oranienburg veranstaltet ein Fußballturnier in der Eichstädter Oberkrämerhalle. Ergebnis: 4100 Euro. +++ In Vehlefanz soll eine christliche Kita eröffnet werden. +++ Der Kreistag lehnt einen Prüfungsauftrag für eine Oberschule in Oberkrämer ab. +++ Sieglinde Heymann wird neue Chefin der Sicherheitspartner in Bärenklau. +++ In der Marwitzer Turnhalle wird an mehreren Abenden wieder der Karneval gefeiert. +++ Auf dem Dorfanger in Schwante wird die alte Eiche gefällt. +++ Der Schäferweg in Vehlefanz wird ausgebaut. Das Besondere: Für den Ausbau ist nicht die Gemeinde zuständig, sondern es sind die Mitglieder der Flurneuordnungsverfahrens. +++Peter Matschke verlässtnach 27 Jahren die Gemeindeverwaltung in Oberkrämer. Er war stellvertretender Bürgermeister und der Justiziar der Gemeinde. Neue Justiziarin ist Carolin Schmiel, Nachfolger im Amt des stellvertretenden Bürgermeisters ist Ronny Rücker.

März:
Beim Jahresempfang in Marwitz stehen erstmals Handdesinfektionsspender bereit. +++ Die AfD gründet in Oberkrämer einen Ortsverband. +++ Schulen, Kitas und Gemeindehäuser schließen wegen Corona. +++ An der Bushaltestelle in Bärenklau öffnet eine Ostereierstation. +++ Der ehemalige Vehlefanzer Pfarrer Harry Sallowski verstirbt. +++ Zu Beginn der Coronakrise gibt es in Oberkrämer gleich sechs Fälle. +++ Der Regionalmarkt in Schwante fällt aus. Zuvor gab es darum Wirbel, weil selbst eine geplante abgespeckte Veranstaltung bei einigen für Empörung sorgte.

April:
Bei einem Unfall auf der L 17 bei Marwitz stirbt ein 68-Jähriger. +++ Das Bärenklauer Erntefest wird abgesagt – Corona. +++Die Gemeindevertreter tagen erstmals in der Marwitzer Turnhalle – da ist mehr Platz. +++ Seniorinnen in Bärenklau nähen 1628 Stoffmasken. +++ Die Leute vom Orient-Imbiss in Vehlefanz spenden Speisen für das Krankenhaus in Hennigsdorf. +++ Die alte Feuerwehr in Bärenklau bekommt frische Farbe. +++ In Marwitz beginnt die Sanierung der Kirchenfassade. +++ In der Bötzower Kita müssen die Erwachsenen Masken tragen.

Mai:
An der Gemeindeverwaltung in Eichstädt wird illegal eine Regenbogenflagge gehisst. +++ In Schwante bricht eine Wasserbüffel-Herde aus und muss wieder eingefangen werden. +++ Die Beat-Fabrik in Marwitz wird zur „Food-Fabrik“.

Juni:
Der Pavillon am Bötzower Gemeindezentrum wird beschmiert. +++ Der 1. FC Oberkrämer darf in die Fußball-Landesklasse aufsteigen. +++ Die neue Schlossfamilie Würtenberger/Tümpel hat den alten Schlosspark neu gestaltet. Nun wird der Skulpturenpark eröffnet – mit Stücken internationaler Künstler. +++ Am Mühlensee in Vehlefanz gibt es Ärger um Müll und Falschparker. +++ An der Bahnstraße in Bötzow sollen neue Häuser entstehen.

Juli:
Die Schwantener Band Maxi nimmt in Berlin ihr erstes Album auf. +++ Mit 3,35 Promille fährt ein Mann in Bötzow mit seinem Auto mehrere Schilder um. +++ In Karlsruh wird ein illegales Wohnwagengelände geräumt. +++ Das Bistro „Mahlzeit in Bötzow“ schließt. +++ Auf der A10 wird ein saniertes Teilstück freigegeben. +++ Die Freizeit-Buslinie 823 rollt wieder. +++ Die Bötzower Firma Citylean sponsert eine Löschlanze für die Feuerwehr.

August:
An der Vehlefanzer Grundschule laufen die Arbeiten für den Anbau. +++ Dir Bärenklauer Sicherheitspartner helfen bei der Schulwegsicherung. +++ Am Forsthaus Sommerswalde wird für die ZDF-Serie „Blutige Anfänger“ gedreht. +++ Jugendliche in Bötzow kommen zum Arbeitseinsatz am Pavillon zusammen. +++ Im Mühlenweg in Schwante beginnen die Bauarbeiten. +++ In Klein-Ziethen schließt das Lokal „Zu Reckin’s Eiche“. +++ Mit vielen Regeln und Corona-Auflagen wird in Schwante das Dorffest gefeiert.

September:
Warntag – die Sirenen in Vehlefanz und Eichstädt bleiben stumm. +++ Die Marwitzer Firma Dulitz feiert 30. Jubiläum. +++ Eine Picknickpause ist seit dem Sommer in Bärenklau möglich. Das Ehepaar Manuela und Karsten Peter Schröder aus Bärenklau hat auf einem öffentlich zugänglichen Teil ihres Grundstückes eine Sitzmöglichkeit für Spaziergänger geschaffen. +++ An der Lindenallee in Vehlefanz sollen 24 neue Wohnungen entstehen.

Oktober:
Nach einer Veranstaltung beim später positiv auf Corona getesteten Landrat muss sich auch Bürgermeister Leys testen lassen – negativ. +++ Das Atelier von Maler Uwe Müller-Fabian in Vehlefanz wird 25 Jahre alt.

November:
Bötzow wird zum kleinen Corona-Hotspot. Nach Fällen an der Kita muss die Einrichtung vorübergehend schließen. Bis Mitte des Monats gibt es allein in diesem Zusammenhang 44 Fälle. +++ Bürgermeister Leys stellt für 2021 einen Haushalt mit der Rekord-Investitionssumme von 6,42 Millionen Euro vor. +++ Die Brücke im Wendemarker Weg in Bärenklau wird wieder freigegeben. +++ Der Vehlefanzer Ortshistoriker Helmut Schönberg verstirbt. +++ Der Kurzfilm „Hilfe!“ von der Grundschule Bötzow feiert auf Youtube Premiere.

Dezember:
Der Schäferweg in Vehlefanz entwickelt sich mit dem neuen Asphalt zur Rennstrecke. +++ In Bötzow sorgen viele Schmierereien an Wänden und Schildern für Frust.

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aRTikel

Aus Hilfe wird Freundschaft

Freitag, den 9. Oktober 2020
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Maziar Moradi kommt aus dem Iran und lebt jetzt in der Region – bei Familie Heymann in Bärenklau bekommt er viel Unterstützung

MAZ Oberhavel, 9.10.2020

Bärenklau.
Es war im März dieses Jahres, die Coronapandemie hatte ihren ersten Höhepunkt erreicht. Sieglinde Heymann aus Bärenklau ging zu dieser Zeit dreimal am Tag mit dem Hund spazieren. „Da habe ich ihn immer sitzen sehen“, erzählt sie. Er saß öfter am Dorfteich, dort gibt es einen Tisch und eine Bank. „Er war immer freundlich.“ Sie kamen ins Gespräch und lernten sich immer besser kennen.

Maziar Moradi ist 34, er kommt aus dem Iran. Zunächst war er drei Monate in der Erstaufnahmeeinrichtung in Frankfurt/Oder, dann kam er nach Bärenklau. Seit einem guten Jahr ist er inzwischen in Deutschland, und er kann schon recht gut Deutsch sprechen. „Ich bin Christ“, sagt er, und als Christ habe er im Iran große Probleme gehabt. Er habe dort nicht bleiben können. Er kam unter in der Bärenklauer Gemeinschaftsunterkunft. Allerdings kam er dort mit der Enge nicht klar, und Probleme mit den anderen Bewohner habe es wohl auch gegeben. Am Vormittag besucht er in Oranienburg eine Schule, um weiter Deutsch zu lernen. Danach suchte er sich draußen ein Plätzchen, um in Ruhe lernen zu können – und traf dort auf Sieglinde Heymann.

„Ich habe ihm dann Kaffee und Kekse gebracht“, erzählt die Bärenklauerin. „Da kam es dann zu Gesprächen, und ich habe ihn dann mal zum Kaffee eingeladen.“ Inzwischen haben Sieglinde und Jürgen Heymann ihn gewissermaßen bei sich aufgenommen, er kommt fast jeden Tag.

„Ich habe jetzt neue Eltern in Deutschland“, sagt Maziar Moradi mit einem Schmunzeln. Er kommt am Nachmittag und bleibt bis zum Abend. „Sie helfen mir bei den Hausaufgaben“, erzählt er. Ende Oktober hat er seine Prüfung.“Ich verstehe schon gut Deutsch“, sagt er. „Aber mit dem Sprechen habe ich noch Probleme.“ Heymanns haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten zu echten Bezugspersonen entwickelt. „Wenn Jürgen Hilfe braucht, helfe ich gerne.“ Er hilft im Garten oder fährt auch mal mit zum Einkaufen.

Es ist ein Geben und Nehmen, beide Seiten haben etwas davon. Heymanns freuen sich über die Hilfe, die sie bekommen, auch über die neue Gesellschaft. „Er ist uns sehr ans Herz gewachsen“, sagt Sieglinde Heymann. „Er unterstützt uns bei vielen Kleinigkeiten“, so die 69-Jährige weiter. Es sei schön, „dass wir in unserem Alter eine Aufgabe haben, die so wertvoll ist.“
Maziar Moradi freut sich auch, dass er einen Platz hat, wo er in Ruhe lernen kann, wo er Deutsch lernt und Kontakte knüpfen kann. „Ich bekomme hier so viel Hilfe“, sagt er. Schon allein durch die Gespräche wird sein Deutsch von Tag zu Tag besser. Jeden Sonntag gehen sie zudem gemeinsam in die Kirche, sie besuchen in Oranienburg die neuapostolische Kirche. Etwas, was dem Bärenklauer Ehepaar wie auch Maziar Moradi sehr wichtig ist.

Inzwischen ist der 34-Jährige nicht mehr in der Bärenklauer Gemeinschaftsunterkunft, er hat jetzt ein Zimmer in Lehnitz. Allerdings sucht er auch nach einer richtigen Wohnung. Er hat einen Wohnberechtigungsschein, keine Schulden, bei der Schufa gibt es keine negativen Einträge. Das Amt würde ihm eine Warmmiete in Höhe von 337 Euro zahlen – fündig wurde er jedoch noch nicht. „Es heißt immer: Das ist zu wenig Geld, keiner kann mir helfen.“ Eine kleine Ein-Raum-Wohnung würde ihm schon reichen, sagt er. „30 Quadratmeter sind genug für mich. das reicht mir zum Leben.“ Aber eine eigene Wohnung sei für ihn wichtig.
Und natürlich will er auch arbeiten, wenn er darf. Im Iran war er Informatiker. In Deutschland möchte er noch mal eine entsprechende Ausbildung machen. Er hat in seinem Leben noch viel vor, ist voller Tatendrang. Und auch wenn er jetzt in Lehnitz untergekommen ist – nach Bärenklau will er weiter so oft wie möglich kommen.

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