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Frischer Split

Donnerstag, den 30. Juni 2022
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Langsam rollte am Mittwochmittag eine große Maschine durch Bärenklau. Ich war gerade in einem Interview, als die Maschine sehr langsam am Fenster vorbeifuhr – und wir waren etwas ratlos, was das sein könnte.

Draußen löste sich dann das Rätsel. Auf der Vehlefanzer Straße und der Alten Dorfstraße wurde Split aufgebracht. Was ja an sich gut ist, dass man sich um den Zustand der Straßen kümmert.
Dennoch herrschte Verwunderung. Meine Gesprächspartnerin traute nämlich ihren Augen nicht. Zwar führte eine schöne Splitlinie die Straße entlang, aber die eigentliche Schadstelle wurde ausgelassen. Rund um einen kleinen Gully ist die Straßendecke kaputt, und immer wieder würden Busse und Lkw durch das Loch donnern, was im Haus schon seit längerer Zeit zu unschönen Erschütterungen führe, erzählte sie. Ausgebessert wurde das Loch schon mal: Aber es habe keinen Tag gedauert, bis die Füllung wieder hinfällig gewesen sei.

Gestern fuhren übrigens die Autos über die frische Splitstrecke. Das knisterte ordentlich, aber eine Geschwindigkeitsbegrenzung gab es nicht.
Und hoffentlich hat man die Doppelkurve am Remontehof gefegt, denn für Motorradfahrer könnte der Split dort sehr gefährlich werden.

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Prignitz-Express: Oberkrämer hat vom Ausbau der Strecke gar nichts

Freitag, den 27. Mai 2022
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Auch künftig wird der RE 6 an Schwante, Vehlefanz und Bärenklau vorbeifahren – für die Gemeinde ergeben sich durch die Bahnpläne keine Vorteile – SPD-Landtagsabgeordneter Noack äußert sich

MAZ Oberhavel, 27.5.2022

Oberkrämer.
Was hat eigentlich die Gemeinde Oberkrämer mit den Bahnhöfen in Schwante, Vehlefanz und Bärenklau vom Ausbau des Prignitz-Express? Die Antwort lautet: eigentlich nichts.

Die Ankündigungen der Landespolitik am Montag klangen geradezu euphorisch: Künftig sollen zwei Züge pro Stunde zwischen Neuruppin und Hennigsdorf fahren, und die S-Bahn nach Hennigsdorf alle zehn Minuten – perspektivisch auch nach Velten. Allerdings: Die Durchbindung des RE 6 über Tegel nach Gesundbrunnen ist endgültig vom Tisch. Ob und wann die S-Bahn bis Velten fährt, bleibt weiter vollkommen unklar. Und der Prignitz-Express wird auch künftig an Oberkrämer vorbeirauschen, und nur die RB 55 wird weiterhin an den drei Stationen halten – und auch weiterhin nur stündlich. Denn in Wirklichkeit wird der Prignitz-Express auch künftig nicht zweimal pro Stunde fahren. Genau genommen wird nur die RB 55 von Kremmen bis Neuruppin verlängert, wird aber auch dann, anders als der RE 6, an jeder Station halten. Irgendeine Verbesserung für Oberkrämer ist somit gar nicht in Sicht.

Darum ging es auch am Dienstagabend im Bärenklauer Dorfkrug. Dort traf sich der SPD-Ortsverein aus Oberkrämer. Zu Gast war der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Noack. Die Strecke sei dem aktuellen Bedarf nicht mehr gewachsen, sagte er. Problem: Die Strecke ist eingleisig. „Wenn ein Zug ausfällt, sich verspätet oder liegenbleibt, dann gibt es eine Kettenreaktion“, so Noack. „Das wird sich erst ändern, wenn der zweigleisige Ausbau nach Neuruppin erfolgt.“ Der ist nach jetzigen Plänen bis 2026 angekündigt. Nahe Beetz solle beispielsweise ein Ausweichgleis gebaut werden.

Schon jetzt sind die Pendler in Schwante, Vehlefanz und Bärenklau ziemlich genervt von der Regionalbahn 55. Ausfälle und Verspätungen sind an der Tagesordnung. Erst kürzlich ist die Linie am Wochenende wieder mal komplett ausgefallen, wegen Personalmangels. Uta Hoffmann, die für die SPD auch im Ortsbeirat in Schwante sitzt, bemängelte das bei dem Treffen mit Noack.
Wie der Landtagsabgeordnete sagte, bleibe für die Menschen in Oberkrämer weiterhin nur der Zustieg in Kremmen oder Velten zum Prignitz-Express – auch in Zukunft. Und für Nutzer der RB 55: „Ihr werdet weiterhin in Hennigsdorf umsteigen müssen.“ Dass der RE 6 nicht in Oberkrämer halte, sei zudem verständlich: „Das Ding heißt Regionalexpress. Er soll Berlin-ferne Orte anbinden.“ Er glaube nicht, dass es nach dem Streckenausbau mit hybrider Technik einen Halt für den RE 6 in Oberkrämer geben könne. „Eher nicht“, so Noack.

Dass der Prignitz-Express nicht durch den Berliner Norden fahren könne, sei für ihn klar gewesen. Man hätte neben der A 111 ein weiteres Gleis bauen müssen, durch den Forst, dazu viele Brücken und über die Gorkistraße in Tegel – dort wäre wegen der großen Schienenauslastung ein Tunnel nötig gewesen. „Wer ernsthaft daran geglaubt hat, dass wir das realisieren können, der ist ein Visionär, aber kein Realist.“ Deshalb sei es gut, dass sich Berlin und Brandenburg endlich verständigt hätten. Dafür bringt Noack eine zusätzliche Streckenführung über Hohen Neuendorf West und das Karower Kreuz ins Spiel.
Der größte Fehler, den die Deutsche Bahn in den 90er-Jahren gemacht habe, sei es gewesen, an vielen Stellen die vorhandene Infrastruktur aus rein wirtschaftlichen Gründen zurückgebaut zu haben. „Ganze Abschnitte wurden stillgelegt.“ Heute müsse das alles neu geplant und gebaut werden. Die heutige Bahn-Infrastruktur reiche nicht aus, um die Bedürfnisse zu stillen.

Darüber hinaus müsse aber, so Andreas Noack weiter, für eine bessere Busanbindung von Schwante nach Oranienburg gesorgt werden, um dort den Regionalexpress nach Berlin zu erreichen. Die Linie 823 bedient diese Strecke – aber nur am Wochenende.

Kommentar
„i2030“: Zu kurz gedacht
In Sachen Ausbau der Prignitz-Express-Linie hört man viel PR-Geklingel. Dabei heißt das Ausbau-Programm „i2030 – Mehr Schiene für Berlin & Brandenburg“. Das gilt aber nicht für Oberkrämer. Das muss man sich mal vorstellen: Der Bahnhof Bärenklau liegt am Gewerbegebiet mit dem künftigen Amazon-Lager und weiteren Großunternehmen. Am Bahnhof in Vehlefanz soll ein neues Wohngebiet entstehen. Oberkrämer wächst. Und was macht die Bahn? Ignoriert Oberkrämer. Weiterhin hält dort – auch künftig – nur einmal pro Stunde eine Bimmelbahn. Das „i2030“-Konzept ist überholt und konzeptionell nicht zu Ende gedacht. Es ist richtig, Berlin-fernere Gebiete wie Neuruppin besser anzubinden. Aber wenn Berlin-nahe Orte gar nicht bedacht werden, ist das ein Fehler im System. Denn eigentlich sollten Bahntaktungen, je näher man zur Stadt kommt, dichter werden. In Oberkrämer ist das nicht der Fall. Eigentlich sollte man über eine S-Bahn bis Oberkrämer oder Kremmen nachdenken. Aber dazu müsste sie ja erst mal bis Velten fahren. Und ob wir das noch erleben werden?

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Chronik Oberkrämer 2021

Donnerstag, den 23. Dezember 2021
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MAZ Oberhavel, 23.12.2021

Januar:
Nach einem Unfall vor der Vehlefanzer Nashorn-Grundschule findet eine Verkehrszählung statt. Fahren wirklich genug Autos, damit die Stelle entschärft werden kann? +++ Auf der A10-Bahnbrücke über dem Wendemarker Weg in Bärenklau bildet sich eine gewaltige Delle. +++ Der Sozialausschuss spricht sich gegen Luftfilter in Kitas und Schulen aus. +++ Auszeichnung: Die RB 55 ist die schlechteste Bahnlinie.

Februar:
Die Grüne/FWO/Linke-Fraktion gibt 400 Masken in die Kitas. +++ Anwohner der Straße Zum Heidegarten in Eichstädt sind nicht amüsiert über den neuen Funkmast. +++ Am Rand von Schwante sollen 220 weitere Häuser entstehen.

März:
In Bötzow öffnet der zweite Hort-Neubau. +++ Protest in Vehlefanz: Ein 200 Jahre alter Baum ist für neue Häuser gefällt worden. +++ Matthias Schweighöfer soll für den Kurzfilmdreh eines Schwanteners zugesagt haben. Daraus wurde dann aber wohl nichts.

April:
Der neue Frosch in der Bahnhofstraße in Schwante ist weg. Geklaut? Nein, entfernt, weil verboten. +++ Erneut gibt es im Gemeinderat keine Mehrheit für die Hissung der Regenbogenfahne. +++ Vandalismus in Bötzow mit Bränden, Graffiti und Zerstörungen.

Mai:
Überfall auf die Tankstelle in Vehlefanz. Viel war nicht zu holen. +++ Das Gemeindezentrum in Bötzow soll nun eingezäunt werden – gegen den Vandalismus. +++ Der ADAC will im Gewerbegebiet Bärenklau bauen.

Juni:
In Oberkrämer findet die Landpartie statt – oder so was Ähnliches, was nicht Landpartie genannt werden darf, wegen der Coronaregeln. +++ Der Wald bei Bötzow brennt – tagelang.

Juli:
Der Marwitzer Kreisel wird wegen Bauarbeiten in den Sommerferien gesperrt. +++ Sechs Jungstörche sterben nach einem Starkregen. +++ Amazon wird sich im Gewerbegebiet Vehlefanz ansiedeln. +++ Klaus Rettschlag, Gründungsmitglied der SG Vehlefanz, stirbt mit 67.

August:
Der Anbau für die Vehlefanzer Nashorn-Grundschule wird eröffnet. +++ Die ehemalige Neu-Vehlefanzer Bürgermeisterin Irene Hoppe stirbt mit 91.

September:
Der Mühlenhof in Vehlefanz wird eröffnet – womit das Dorf eine zweite Mühle hat. +++ Die Bärenklauer feiern ihr Erntefest – an nur einem Tag und mit Hygieneregeln. +++ Es gibt Ärger um Kitagebühren, die in höheren Gehaltsklassen steigen sollen. +++ Bei der Bundestagswahl gewinnt in Oberkrämer die SPD vor der CDU.

Oktober:
Die Feuerwehr spricht sich dagegen aus, nachts die Sirenen abzuschalten. +++ Die ehemalige Vehlefanzer Ortsvorsteherin Erika Kaatsch stirbt mit 87. +++ Peter Leys gibt bekannt, dass er im März 2022 als Bürgermeister zurücktreten wird.

November:
In der Oberkrämerhalle in Eichstädt findet eine Impfaktion statt – 200 Leute kommen. +++ Die Vehlefanzer Kirche bekommt eine zweite, neue Glocke.

Dezember:
Bei der Landratswahl gewinnt in Oberkrämer Alexander Tönnies (SPD) vor Sebastian Busse (CDU). +++ Bötzow bekommt in der Veltener Straße einen Blitzer.

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Oberschule in Oberkrämer? „Man soll realistisch sein“

Freitag, den 19. November 2021
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Bürgermeister Peter Leys spricht im Interview mit der MAZ über die Gründe seines bevorstehenden Rücktritts, andauernde Straßenbauarbeiten, die Bildungslandschaft und den Bahnverkehr

MAZ Oberhavel, 19.11.2021

Oberkrämer.
Zum 1. März 2022 hat Peter Leys (BfO), der Bürgermeister in Oberkrämer seinen Rücktritt eingereicht. Er geht vorzeitig in den Ruhestand, aus gesundheitlichen Gründen.

Wie geht es Ihnen?
Peter Leys: Schwierige Frage. Eigentlich fühle ich mich momentan relativ gut. Aber das ändert sich oft sehr schnell. Die Hälfte meiner Dienstzeit habe ich Kopfschmerzen, es fällt mir zunehmend schwer, mich länger zu konzentrieren.

Ist Ihnen die Entscheidung aufzuhören, dennoch schwergefallen?
Das ist eine zwiespältige Sache. Einerseits habe ich mich wählen lassen und den Wählern damit ein Versprechen gegeben. Damit habe ich schon ein Problem. Andererseits, bekomme ich zunehmend Probleme in der Richtung, dass Stress bei mir mit starken Kopfschmerzen verbunden ist, so dass ich meine Arbeit nicht mehr ordentlich erledigen kann. Lange Sitzungen haben mich in den letzten Monaten so belastet, dass ich jedes Mal froh war, sie schadlos überstanden zu haben. Ich habe es viele Jahre geschafft, Probleme nicht an mich persönlich heran kommen zu lassen.

Was werden Sie vermissen?
Auf jeden Fall meine Kollegen und den Kontakt zu vielen Leuten. Das Gefühl, in Oberkrämer einiges bewegen zu können und Einfluss auf viele Dinge zu haben. Es ist auch immer ein gutes Gefühl, viele Ideen gemeinsam mit anderen Leuten umzusetzen. Auch die Diskussionen in der Verwaltung über die Lösung vielfältigster Probleme unserer Gemeinde wird mir fehlen.

Was haben Sie im Ruhestand vor?
Ausruhen, womit ich bisher leider so meine Probleme hatte. Ich werde versuchen, kürzer zu treten. Anfang März kann man ja noch nicht so viel machen. Wir waren schon immer Camper. Immer wenn ich unterwegs war, fühlte ich mich spätestens nach einer Woche deutlich besser. Bisher waren wir meistens nur zwei Wochen unterwegs, länger war das oft nicht möglich. Meine Frau und ich wollen zukünftig versuchen, unser Hobby mehr zu unserem Lebensinhalt zu machen.

Dann kommen wir jetzt zum Geschehen in Oberkrämer. Die Bauarbeiten am Marwitzer Kreisel und der Chausseestraße ziehen sich hin.
Beim Kreisverkehr, an dem sich zwei Landesstraßen kreuzen, war ich immer der Meinung, dass das nicht unsere Aufgabe als Gemeinde ist, sich darum zu kümmern. Aber wir hatten den ganz dringenden Wunsch aus Bötzow, die Anbindung des Radweges nach Velten so zu gestalten, dass man gefahrlos über den Kreisel kommt. Unsere Chance, das durchzuziehen, war, dass wir mit dem Land reden und die Baumaßnahmen übernehmen. Der Landesbetrieb Straßenwesen hat offensichtlich ein noch größeres personelles Problem als wir. Ich war trotzdem kein ein Freund davon, dass wir als kleine Gemeinde Oberkrämer uns diese Maßnahme auf den Tisch ziehen. Und leider ist es dann auch so eingetreten, dass die Baumaßnahme nicht so gelaufen ist, wie wir uns das gewünscht hatten. Was nicht nur an fehlenden Materialien lag. Im wesentlichen ist der Kreisel fertig. In der Chausseestraße baut die Owa eine Trinkwasserleitung, der Landesbetrieb erneuert die Straße. Ich gehe davon aus, dass die Chausseestraße erst im nächsten Jahr fertig wird.

Auch der Mühlenweg in Schwante dauert viel länger als geplant.
Bevor man eine Straßenbaumaßnahme beginnt, muss man alle betroffenen Träger beteiligen. Im Rahmen dieser Beteiligung hat sich aber niemand gemeldet, weder Edis noch Telekom oder sonst wer. Erst als wir angefangen haben kamen die Medienträger. Die Edis wollte neue Kabel verlegen. Und die eine Firma darf dann nur die Kabel verlegen, die andere darf sie anschließen. Die Koordinierung war katastrophal, das hat uns sehr zurückgeworfen. Beim Bau der Straße hat man dann festgesellt, dass die Schmutzwasserleitung in Teilen schon sehr marode war und in mehreren Abschnitten ausgewechselt werden musste. Das war alles nicht vorhersehbar. Komplett fertig wird die Straße voraussichtlich erst im Frühjahr des kommenden Jahres. Aber ich hoffe, dass die Befahrbarkeit der Straße noch 2021 wieder möglich sein wird. Aktuell beabsichtigt die Telekom, die uns schon während der Maßnahme behindert hat, Glasfaserkabel zu verlegen. Dem Öffnen der bereits neu hergestellten Fahrbahn werden wir nicht mehr zustimmen..

Der Anbau der Vehlefanzer Grundschule ist fertig, bald wird in Bötzow eine neue Turnhalle gebaut, was auch mehr Platz schafft. Ist dann in Sachen Platzbedarf für die Schulen erst mal alles geschafft?
Die Turnhalle in Bötzow ist noch eines meiner wichtigen Ziele, die ich auf den Weg bringen wollte. Wir hatten große Probleme mit der Baugenehmigung. Jetzt liegt sie vor, so dass wir nächste Woche die Ausschreibung vorbereiten können. Auch wenn ich das Gefühl habe dass die Schulleitung in Bötzow sich nicht so darauf freut wie ich. Wir können glücklich sein, dass wir in der Lage sind, solche Vorhaben noch umzusetzen. Wir verfügen dann über drei große Sporthallen. Aus der alten Halle in Bötzow werden danach wieder Klassenräume. Mittelfristig sollte die Gemeinde Oberkrämer dann in Sachen Grundschulplätze gut aufgestellt sein..

In Schwante entsteht noch ein großes Wohngebiet. Reichen die Plätze in der Kita in Schwante und der Grundschule in Vehlefanz?
Im Rahmen der Kitabedarfsplanung sind Sommerswalder Dreieck und Schäferweg mitbetrachtet worden. Wir haben aufgrund dessen schon Maßnahmen umgesetzt. Die Kapazität der Schule und des Hortes in Vehlefanz wurde deutlich erhöht. Wenn die Bonava in Schwante mit den Baumaßnahmen beginnt, rechnen die mit sechs Jahren bis zur vollständigen Umsetzung, das ist deutlich länger als in unserer Bedarfsplanung angenommen wurde. Das Sommerswalder Dreieck wird sich nicht so schnell entwickeln wie die Marwitzer Heide. Wir werden das hinkriegen.

Werden wir je erleben, dass es in Oberkrämer eine Oberschule gibt?
Wenn ich ehrlich bin, glaube ich das nicht. Man soll realistisch sein, auch wenn man niemals nie sagen soll. Auch wenn das identitätsstiftend wäre. Man muss auch sehen, wir haben Oberschulen in Kremmen, Velten und Hennigsdorf. Sicherlich wird die Bevölkerung hier weiter wachsen. Für Bötzower und Marwitzer Kinder, ist es eher besser, nach Velten zur Oberschule zu gehen. Und auch wenn wir bald überall unsere Orte mit Radwegen verbunden haben, wäre Vehlefanz für diese Schüler trotzdem weiter als Velten. Der Landkreis plant in Velten den Neubau der Zürner-Schule. Ich denke mal, die Marwitzer und Bötzower haben mehr Interesse daran, eher nach Velten zu gehen, wenn die Kinder der anderen Ortsteile dann in Kremmen unterrichtet werden, ist das eine akzeptable Lösung, wenn man über die Grenzen unserer Gemeinde hinausdenkt. Die Gemeindevertreter haben sich ja mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass in Oberkrämer eine Oberschule entstehen soll, aber ich halte das für unrealistisch. Es wäre eine Schule, die der Landkreis bauen müsste, der wird das nicht tun.

Die Regionalbahn 55 fällt sehr oft aus. Haben Sie als Gemeinde mal Protest eingelegt?
Versuchen Sie mal, an die Bahn ranzukommen. Natürlich haben wir das versucht, bewegt hat sich nichts. Das ist ein schlechter Zustand. Ich hoffe, dass in Zukunft nicht nur mit Bekenntnissen gearbeitet wird. Ich hoffe, dass man es hinbekommt, das Angebot zu verbessern. Es heißt immer, wir wollen mit Bus und Bahn fahren, aber es fahren oft gar keine Bahnen und Busse.

Mit dem Gewerbegebiet Vehlefanz-Bärenklau bekommt auch der Bahnhof Bärenklau eine neue Bedeutung.
Klar ist eins: In den nächsten Jahren werden dort sehr viele Arbeitskräfte gebraucht, von denen hoffentlich viele mit der Bahn kommen. Das setzt aber voraus, dass man eine vernünftige Taktung und Anbindung hat. Der Radweg im Gewerbegebiet geht schon bis zur Autobahnbrücke, den Rest zum Bahnhof Bärenklau bauen wir auch noch, so dass man mit dem Rad oder E-Roller dorthin fahren kann.

Was wünschen Sie der Gemeinde Oberkrämer nach der Ära Leys?
Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass man es weiterhin schafft, finanziell auf soliden Beinen zu stehen, dafür sind die Gewerbegebiete wichtig. Und dass sich die Gemeindevertreter wieder aufeinander zubewegen, dass man die Gemeinde im Fokus hat und nicht die eigene politische Richtung. Dass sich Leute engagieren für die Gemeinde und in den Vereinen.

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W-Lan in der guten Stube

Dienstag, den 9. November 2021
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Ortsspaziergang durch Bärenklau: Nachhilfe beim Internetempfang, ein gepflegter Platz, Parkprobleme am Remontehof, ein Museum und viel mehr

MAZ Oranienburg, 9.11.2021

Bärenklau.
Der Dorfkrug, gegenüber die alte Remonteschule – dazwischen ein gepflegter Platz. Es ist ein bisschen die gute Stube von Bärenklau. Dort beginnt auch der Dorfspaziergang. Übrigens: mit W-Lan. Der mobile Internetempfang in Bärenklau ist eher nicht so berühmt, aber an der alten Remonteschule gibt es ein öffentliches W-Lan. Früher waren in dem Gebäude der Bürgermeister, der Arzt und ganz früher die Schule. Heute wird dort Sport getrieben, gesungen, der Ortsbeirat tagt dort, und es gibt dort den Jugendclub.

Gerade haben die Gemeindearbeiter den Platz vor der alten Schule vom Herbstlaub befreit. Obwohl sehr gepflegt – gepflanzte Blumen, Sträucher, Wege, das Kriegerdenkmal –, hat das Areal keinen eigenen Namen. Wir laufen über die Straße, in Richtung Dorfkrug. Davor steht eine Tafel mit Informationen zur Bärenklauer Dorfgeschichte. Die Gaststätte hat noch geschlossen, es ist noch Vormittag. „Ich finde den jetzt sehr angenehm“, sagt Rotraud Bräsicke, die Leiterin der Seniorengruppe im Ort, über den Dorfkrug. Die Bärenklauer haben Glück gehabt, dass sich mit Familie Künzer neue Betreiber für die Gaststätte im Ortskern gefunden haben. „Man kennt sich, man trifft sich“, sagt Ulrich Rack, der Vorsitzende des Heimatvereins. „Ich bin jeden Donnerstag da, beim Stammtisch.“

Wir laufen am Dorfkrug vorbei. An der hinteren Einfahrt zum Remontehof steht ein buntes Schild: „Vorsicht, Kinder!“. Brigitte Kulisch hat es direkt an ihrem Zaun hingestellt. „Wir haben es da bewusst aufgestellt“, erzählt sie. „Weil hier so viele Kinder unterwegs sind – und unvernünftige Autofahrer, die sehr schnell fahren.“ Deshalb wollte sie handeln. Sie habe es von der Ostsee mitgebracht, aus Kühlungsborn. „Mein Junge hat zwar zu mir gesagt ,Schön ist anders’, aber es fällt auf, und darauf kommt es an.“
In dem Zusammenhang spricht Brigitte Kulisch gleich noch die Ortsvorsteherin Gundula Klatt an. „Es gibt ein Parkproblem am Dorfkrug“, sagt sie. Immer wieder würden Autos am Straßenrand direkt vor der Gaststätte parken – dafür sei die Straße aber zu schmal. Gundula Klatt ist das Problem bewusst. Es gäbe Parkplätze am und auf dem Remontehof. Wenn die voll sind auch an der Remonteschule und am Friedhof. Aber weit laufen wollen die Leute auch nicht, sagte sie.

Apropos laufen: Läuft man über den Remonteweg weiter auf den Germendorfer Weg, gelangt man zur Kinderallee. Wer möchte, kann dort für ein neugeborenes Bärenklauer Kind einen Baum pflanzen. Viele haben die Gelegenheit schon genutzt. Wir laufen weiter direkt auf den Remontehof. Dort ist das Museum im Depot. „Der Heimatverein war in der Coronazeit im Ruheschlaf“, erzählt der Vorsitzende Ulrich Rack. „Man konnte ja nichts machen.“ Aber das soll sich langsam ändern. Unten im Museum befindet sich ein kleines Feuerwehrmuseum mit alten Fahrzeugen und Teilen. Oben, über eine steile Treppe, kommen wir ins Heimatmuseum. Die Fotogruppe „Blende 7“ aus Vehlefanz zeigt da ihre Fotos. Vor allem zu sehen sind dort aber ein Original-Ärztezimmer aus Bärenklau sowie einige Möbel aus der alten Schule. Sehr interessant ist ein Modell der Remonteschule vor dem Umbau. „Mit dem Museum haben wir bald was Neues vor“, sagt Ulrich Rack. Künstler aus Bärenklau und Oberkrämer sollen verstärkt dort ausstellen können.

Der Remontehof selbst ist gerade eine Baustelle. Es entsteht ein neuer Regenwasserkanal. Direkt davor ist der Storchenblick, ein kleines Podest, von dem aus man auf das Storchennest schauen kann. Neben dem Spielplatz ist eine Tafel, auf der steht, wie viele Jungstörche es gab, wann die Störche kamen und wegflogen. Jemand hat an der Seite krakelig „Interessiert keinen“ draufgeschrieben. Gundula Klatt lächelt: „Stimmt doch gar nicht.“

Der Wendemarker Weg ist eine der Hauptverkehrsachsen, sie sieht sich weit durch das Dorf. Gerade wird überlegt, wie man die Straße sanieren kann. Durch die Baustellenfahrzeuge beim Autobahnbau sind insbesondere die Randbereiche stark in Mitleidenschaft gezogen worden. „Es gibt schon erste Planungen“, sagt Ortsvorsteherin Gundula Klatt. Auf der linken Seite ist die Kita, vor uns die Brücke unter der Autobahn.
Auch dahinter geht Bärenklau noch weiter. Dort befindet sich nämlich der Bahnhof – die Regionalbahn 55 ist allerdings nicht sehr zuverlässig. Mit dem neuen Gewerbegebiet könnte der Bahnhof allerdings eine neue Bedeutung bekommen.

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Fuffifund

Samstag, den 9. Oktober 2021
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50 Euro. Der Schein liegt auf dem Boden, ein paar Mal gefaltet. Ein echt wertvolles Fundstück.
Der Schein liegt vor der Gemeindeverwaltung in Eichstädt. Gerade ist der öffentliche Teil des Sozialausschusses zu Ende, ich laufe zum Auto, als ich den Fuffi auf der Erde liegen sehe.

Was tun? Klar, ich könnte ihn aufheben und mitnehmen. Mit 50 Euro kann man ja einiges machen. Aber da kommen auch gleich die Skrupel, denn die 50 Euro haben jemandem gehört, vielleicht jemandem, der im Ausschuss sitzt. Immerhin lag der Schein direkt vorm Eingang.
Und, irgendwie denke ich, es könnte mich ja jemand beobachten.
Also hebe ich ihn auf, gehe wieder in den Sitzungssaal zurück und reiche der Protokollantin den Geldschein.

Am nächsten Vormittag telefoniere ich mit der Ortsvorsteherin von Bärenklau. Sie bedankt, denn es stellte sich raus: Der Fuffi gehört ihr. Sie war die Letzte, die zur Sitzung kam, und die 50 Euro hatte sie von einem Kunden bekommen, dem sie gerade noch was ausgeliefert hatte.
Ende gut, alles gut.

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Feuerwehr ist gegen Sirenen-Abschaltung

Mittwoch, den 6. Oktober 2021
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In Oberkrämer gibt es derzeit zwischen 22 und 6 Uhr keine lauten Alarmierungen mehr – das sorgt für Diskussionen

MAZ Oranienburg, 6.10.2021

Oberkrämer.
Als in der vergangenen Woche in Bötzow ein Müllcontainer gebrannt hat, da heulten im Ort die Sirenen – Einsatzbeginn war 21.57 Uhr. Nur ein paar Minuten später, und die Sirenen wären still geblieben. In der Gemeinde Oberkrämer läuft derzeit ein Test, wonach die Sirenen in den Dörfern zwischen 22 und 6 Uhr ausgeschaltet bleiben.
Ausgeschaltete Sirenen bedeuten natürlich nicht, dass die Feuerwehrleute nicht zu den Einsätzen gerufen werden können. Das passiere über den Pieper und über das Handy, sagte Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys (BfO). Auch wies er darauf hin, dass andere Kommunen in Oberhavel gar nicht mehr die Sirenen nutzen oder keine mehr haben.
„Die neue Technik ist hervorragend“, sagt Karsten Peter Schröder (SPD). Der Bärenklauer ist Mitglied der Feuerwehr. Es gebe neben dem Pieper die Blaulicht-SMS. Jeder könne gleich mitteilen, ob er zum Einsatz kommen könne oder nicht.

Die Abschaltung sei diskutiert worden, sagte Dirk Eger, der Leiter des Ordnungsamtes, der auch für die Feuerwehr zuständig ist. Es habe Beschwerden von Anwohnern gegeben. Es sei nicht zu erklären, warum die Sirenen noch benötigt werden, wenn es doch die neue Technik gebe, die auch in Oberkrämer genutzt werde. „Wir haben genügend Alarmierungswege, wir wollten es mal ausprobieren“, so Dirk Eher weiter. Hintergrund sei, dass zum Beispiel Einsätze durch Unfälle oder Wetterschäden inflationär seien. „Und dann werden alle davon geweckt.“

Das sehen längst nicht alle so. „Es ist ja nicht der Fall, dass die Sirenen dreimal pro Nacht heulen“, sagt der Vehlefanzer Gemeindevertreter Carsten Schneider (Linke). Er wohne auch nahe einer Sirene, und ihn störe sie nicht. „Ich frage mich, wo solche Beschwerden herkommen.“
Karsten Peter Schröder sagt: „Wir sollten froh sein, dass wir noch funktionstüchtige Sirenen haben.“ Nicht nur das, sie wurden kürzlich erst gewartet, wie Dirk Eger anmerkt. Die Sirenen seien für den Katastrophenschutz präpariert worden. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“

Es habe keinen Aufschrei wegen der nachts abgeschalteten Sirenen gegeben, so Feuerwehrmann Karsten Peter Schröder. Es sei von Seiten der Kameraden durchaus okay, nachts die Sirenen abzuschalten. Doch das scheint eine auch bei der Feuerwehr umstrittene Ansicht zu sein. Grundsätzlich haben sich die Ortswehrführungen in Oberkrämer gegen die Abschaltung ausgesprochen, erklärte der Gemeindebrandmeister David Ostwald am Montag. „Die Sirene hat ja auch die Aufgabe, dass sie die Bevölkerung warnen soll.“ So könne es ja sein, dass ein Auto vor einem Haus brennt. Auf diesen Aspekt hat auch der Schwantener Gemeindevertreter Bernd Ostwald (CDU) hingewiesen. Der Aspekt des Warnens sei nicht zu vernachlässigen.

„Ich sehe das auch als Anerkennung der Kameraden an“, sagt Thomas Nocke (BfO), der Marwitzer Ortsvorsteher. „Die Sirene ertönt, und man weiß, die tun was, sie retten Leute.“ In Marwitz habe man es nicht fassen können, dass die Sirenen nachts ausbleiben. „Es ist für jeden, der in Not ist, ein großes Gefühl, wenn dann die Sirene ertönt und man weiß: Sie sind unterwegs.“
Demnächst soll das Thema in den Ausschüssen in Oberkrämer beraten und entschieden werden. Gemeindebrandmeister David Ostwald sagt zur Abschaltung: „Wir empfehlen das nicht.“

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