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Ab 15. Dezember hat Oranienburg Intercity-Halt

Mittwoch, den 4. Dezember 2019
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Früher als angekündigt: Schon ab dem 15. Dezember hat Oranienburg einen Intercity-Halt. Mehrfach am Tag ist der Zug dann zwischen Rostock, Oranienburg, Berlin und Dresden unterwegs.
Ab dem 31. Oktober 2020 stoppt der Zug zudem am neuen Flughafen in Schönefeld.

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Bahnbekanntschaften (90): Guido, komm raus!

Sonntag, den 27. Oktober 2019
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(89) -> 26.8.2019

Alles begann mit einem Döner. Mit dem Regionalexpress fuhr ich am späten Abend vom Potsdamer Platz in Berlin nach Oranienburg zurück.
Ich hatte mir schon einen Platz ausgesucht, da setzte sich im Abteil auf der anderen Seite ein Mann – und packte seinen Döner aus. Und jeder – also er vermutlich nicht – weiß, dass Döner stinken. Und der Duft setzte sich bereits in Bewegung und kam bei mir an.
Nun hatte ich die Wahl. Entweder habe ich den Dönerduft längere Zeit in der Nase oder…
Ich suchte mir einen neuen Platz weiter vorn.

Ich hatte mich grad gesetzt, da hörte ich auf dem Sitz hinter mir jemanden telefonieren – in einer anderen Sprache, die ich nicht kannte.
Der Zug hatte sich schon in Bewegung gesetzt. Die Fenster-Jalousie begann zu zittern. Lautstark zu zittern. Das Geräusch war laut, und ich fasste einmal an, um das Ding zur Ruhe zu bringen. Aber es ratterte weiter, sobald ich das Ding wieder losließ.

Hauptbahnhof. Der Mann hinter mir telefonierte weiter. Weil der Zug stand, ratterte auch die Jalousie nicht. Mir gegenüber setzte sich ein Mann.
Als der Zug wieder fuhr, begann auch wieder die Jalousie zu rattern. Der Mann versuchte, was ich auch schon versuchte, merkte aber auch bald, dass das nichts wird. Dann klingelte sein Telefon. Jemand wollte wissen, wann er in Oranienburg ankommt.
Der Mann hinter mir telefonierte auch noch, weil der Empfang zwischendurch abbrach, wurde er lauter und versuchte nochmal, anzurufen. Diesmal war auch der Gesprächspartner zu hören.
Schräg gegenüber bimmelte es bei einem weiteren jungen Mann, ein Alarm. Die Jalousie ratterte. Der Mann vor mir telefoniere, der hinter mir auch.

Und ich musste mir mein Buch vors Gesicht halten, weil ich mir das Lachen nicht mehr verkneifen konnte. Es war einfach zu lustig. Und ich fragte mich, wann endlich Guido Cantz seine versteckte Kamera präsentiert.

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Wissenswertes über Erlangen

Montag, den 9. September 2019
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Von München nach Berlin ging es – wie schon auf der Hinfahrt – mit dem ICE. Allerdings um ein paar Euro zu sparen, wich ich in diesem Fall auf den etwas langsameren ICE aus. Der braucht eine gute halbe Stunde länger als der Sprinter. Er hält unterwegs öfter. Während der Sprinter nur in Nürnberg, Erfurt und Halle hält, stoppen wir nun zum Beispiel in Erlangen.
In Erlangen habe ich natürlich sofort den bekannten NDW-Hit “Wissenswertes über Erlangen” im Kopf. Ich suchte den Song von Foyer des Arts auf Youtube – W-Lan sei Dank! Und als wir Erlangen verließen, hatte ich den Erlangen-Song von 1982 im Ohr.

Auch in Bamberg stoppt der Zug, dann in Erfurt und auch in Leipzig. Da hatte ich ein Déjà-vu, denn in Leipzig war ich ja gerade erst. Wir rollen am Flughafen vorbei und fahren dann in die Stadt ein. Das Spezielle: Leipzig hat einen Sackbahnhof, von dort aus fährt der Zug rückwärts wieder raus. Man braucht in der Bahn ziemlich viel Zeit für Leipzig.
Dafür entfällt dann Halle, aber auch in Wittenberg stoppt der ICE nochmal.
Ganz pünktlich rollte der Zug in Berlin-Hauptbahnhof ein. In diesen Fällen ist man als Fahrgast tatsächlich extrem entspannt.

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München (24): Treiben lassen

Sonntag, den 8. September 2019
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(23) -> 7.9.2019

Sich treiben lassen. Als ich um 11 Uhr im Hotel auscheckte, hatte ich noch sechs Stunden Zeit, bis mein ICE nach Berlin abfahren sollte. Ich ließ meinen Koffer noch im Hotel und stieg am Rotkreuzplatz in die U-Bahn. Und dann: einfach los. Ohne Ziel.

Zunächst ging es zum Olympia-Einkaufszentrum, der Endstation der U-Bahn, die dort fuhr. Ich verließ allerdings nicht den Bahnhof, sondern fuhr mit der U3 und der U6 nach Harras.
Wer “Lindenstraße”-Fan ist, der könnte mit Harras etwas anfangen. Denn der Bus, der durch die Lindenstraße fährt, endet in Harras. Das war jahrelang so, ob es immer noch so ist, müsste ich mal drauf achten.
Eigentlich wollte ich in Harras in die S-Bahn umsteigen, aber das erschien mir dann auf dem S-Bahnsteig stehend, eher nicht zielführend.

Irgendwann kam ich schließlich am Ostbahnhof an. Dort mussten wir 2009 immerhin, wenn wir ins Motel One wollten, in dem wir damals unsere Bleibe hatten.
Ich lief durch die langen Tunnel, nahm einen der Ausgänge und landete auf dem Orleansplatz. Den kannte ich noch nicht, und dort fand ein Markt statt. Es gab diverse Fressbuden mit Fisch, Fleisch, Hähndl und natürlich nebenan die Bierstände – ich nahm mir ein Radler, setzte mich an einen der Tische und las in Ruhe in der Zeitung.

Später lief ich rüber zum Busbahnhof am Ostbahnhof. Dort fahren die Busse in verschiedenste Richtungen, auch direkt zum Rotkreuzplatz, wo ja mein Koffer noch war. Aber dafür war es noch zu früh, ich entschied mich für einen Bus, der zum CityRing fuhr. Und so zuckelte ich durch die City, irgendwann wurde es grüner, und plötzlich tauchte links der Englische Garten und der Chinesische Turm auf. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber das war perfekt. Spontan stieg ich aus, ging zum Turm, kaufte mir ein Fleischpflanzerl mit Bratkartoffeln und süßem Senf und setzte mich in den Biergarten.
Am frühen Nachmittag war der Trubel gering, und es war einfach nur entspannend.

Ich ich zurück zur Bushaltestelle lief, hatte ich noch fünf Minuten. Direkt hinter der Haltestelle, begann eine Parkanlage, durch die ein kleiner Flüsschen verläuft. Die pure Idylle. Dass der Wasserlauf Oberstjägermeisterbach heißt – nun ja. Vermutlich steckt irgendeine Geschichte dahinter.
Mit dem Bus ging es zurück ins Zentrum, und anhand des Planes sah ich, dass wir auch am Stiglmeierplatz vorbeikommen. Dort wiederum fährt auch die U-Bahn zum Rotkreuzplatz. Ich stieg also um, fuhr dorthin und genoss noch ein wenig die Atmosphäre auf dem Rotkreuzplatz.

An diesem Tag wusste ich nicht, wohin ich in München fahren werde. Sich einfach treiben zu lassen, macht großen Spaß und macht so richtig relaxed. Nur zu empfehlen.

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Mit dem ICE-Sprinter von Berlin nach München

Donnerstag, den 5. September 2019
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In vier Stunden von Berlin nach München – mit dem ICE-Sprinter. Das wollte ich mal probieren, und weil ich München ja sowieso mag, buchte ich mir ein Hotelzimmer und die Bahntickets.
Mit 153,80 Euro ist man dabei – das ist etwas gleich teuer wie Autofahren, aber ungleich stressfreier – wenn denn alles glattläuft.

Abfahrt in Berlin-Gesundbrunnen: 11.54 Uhr. Als ich den Zug betrete, bin ich in meinem Waggon ganz alleine. Der Nachbarwaggon ist komplett gesperrt, die Klimaanlage ist kaputt, heißt es.
Ich mache es mir auf meinem reservierten Sitz gemütlich, und es geht weiter zum Berliner Hauptbahnhof. Dort füllt sich der Zug sehr merklich.

Wir haben Berlin noch nicht verlassen, da kommt die Hiobsbotschaft. Zwischen Berlin und Halle gebe es eine Stellwerksstörung, wir müssten einen Umweg fahren, was eine Verspätung von etwa 45 Minuten bedeute. Die Leute im Waggon nehmen es erstaunlich gelassen.
Rechtzeitig bevor wir auf die Umleitungsstrecke fahren, kommt aber die Entwarnung: Alles okay, Stellwerk in Ordnung.

Ich dachte ja immer, dass der ICE-Sprinter durchfährt, ohne zu halten. Oder dass er nur einmal hält. Wir stoppen aber in Halle, Erfurt und Nürnberg. Zwischendurch erreichen wir eine Geschwindigkeit bis zu 299 km/h, die 300 erreichen wir nie. Hinter Erfurt rauschen wir durch die Tunnel des Erzgebirges.

Und offenbar fallen weitere Klimaanlagen aus. Erst kam eine Frau zum Schaffner, als der gerade mein Ticket kontrollierte. Es sei viel zu warm, und ihre Mutter habe Probleme. Man wolle sich kümmern, hieß es. Das Problem hatte sich scheinbar ausgeweitet, denn irgendwann kam eine entschuldigende Durchsage, dass in weiteren Waggon die Klimaanlage ausgefallen sei. Man könne sich andere Plötze suchen oder in einen anderen Zug umsteigen, der wenige Minuten nach uns ebenfalls nach München fahre.

Immerhin gibt es Kekse. Mehrfach kommt jemand vorbei, um rot eingepackte herzförmige “Lieblingsgast”-Gebäcke auszuteilen. Und die schmecken sogar.
Man hat in der 1. Klasse Strom am Platz, man hat W-Lan – die Zeit vergeht erstaunlich schnell.

Die ganze Fahrt waren wir einigermaßen pünktlich, in München angekommen waren dann aber doch 12 Minuten zusätzlich auf der Uhr. Aber dennoch: vier Stunden und 20 Minuten sind ganz okay. Mit dem Auto schafft man das auf gar keinen Fall.

-> Der Bericht als RTest auf Youtube

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Mit der Bahn von Funkloch zu Funkloch

Freitag, den 30. August 2019
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Wer mit dem Regionalexpress durch Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern rollt, bekommt ein Gefühl dafür, wie es um die Telekommunikation in Deutschland bestellt ist. Und damit meine ich nicht den freundlicherweise viertelstündigen Aufenthalt mit dem RE5 in Löwenberg, wo man alles schnell noch auf dem Handy erledigen kann, was zu erledigen ist.
Denn spätestens zwischen Dannenwalde und Fürstenberg schwindet der Handyempfang – stellenweise sind die Funklöcher so tief, dass gar nichts mehr gibt und der Hinweis “Nur Notrufe” auf dem Display erscheint. Und vielleicht wird ja sogar das vom Funkloch verschluckt. Da atmet man echt auf, wenn man den Fürstenberger Bahnhof erreicht hat – bevor es im Wald nördlich davon technisch wieder ganz finster wird.
Ist man dann weiter in Richtung Rostock unterwegs, kann man immer wieder zusehen, wie die Balken schwinden. Da wäre W-Lan im Zug ganz schön.

Den hat man dann im ICE. Mit dem war ich dann zwischen Rostock und Stralsund unterwegs. Der Zug kam aus Hamburg und brachte offenbar die Urlauber an die Ostsee.
Schon seit langem kämpft die Brandenburger Landeshauptstadt Potsdam um einen ICE-Anschluss. Die Potsdamer werden vermutlich weinen, wenn sie sehen, wo der ICE zwischen Rostock und Stralsund überall hält.
So stoppt der ICE scheinbar auf einem Acker namens Ribnitz-Damgarten West. Schaut man aus dem Fenster, blickt man aufs Feld. Da ist nichts. Erst bei der Ausfahrt sah ich dann, dass auf der anderen Seite noch ein richtiger Bahnsteig und ein Bahnhofsgebäude kam.
Zweiter Stopp: Velgast. Davon habe ich vorher noch nie gehört, aber wenn ein ICE dort hält, muss es ja ein bedeutsamer Ort sein.
Wie gesagt: Die Potsdamer sollten vielleicht nicht mit diesem ICE fahren – sie würden mit dem Kopf schütteln.
Aber wenigstens war der Handyempfang sehr gut – mit W-Lan.

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Bahnbekanntschaften (89): Warten, weil pünktlich

Montag, den 26. August 2019
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(88) -> 4.5.2019

Der Zug steht im Bahnhof. Es rührt sich nichts. Keine Ansage, keine Information. Die Leute im Regionalexpress, der im Oranienburger Bahnhof steht, werden langsam nervös. Eine Frau beginnt, hektisch in ihrer Tasche zu kramen. Vielleicht sucht sie nach einem Fahrplan. Als sie fertig mit kramen mit, hat sie immer noch nichts in der Hand. Vielleicht hat sie einfach nur so gekramt.

Und der Zug steht immer noch: “Wieso fährt der denn nicht, das kann doch nicht sein!?”, sagt eine Frau zu ihrer Sitznachbarin.
Ich bin nicht ganz so nervös, auch wenn es sich in der Tat um einen bemerkenswerten Vorgang handelt. Denn der RE5 aus dem Norden ist viel zu früh in Oranienburg angekommen, sicherlich fünf Minuten eher als geplant. Nun steht er da und wartet die Zeit ab. Als ich auf die Bahnhofsuhr schaue, sind es immer noch drei Minuten bis zur fahrplanmäßigen Abfahrt.
Fast auf die Sekunde genau setzt sich der Zug dann in Bewegung. In diesem Augenblick beginnt auch die Frau im Abteil gegenüber auch wieder zu kramen – und wieder ergebnislos.

Und damit ich mich gar nicht erst an eine pünktliche Bahn gewöhne, ist am späten Abend der RE5 vom Potsdamer Platz in Berlin nach Rostock um gleich 50 Minuten verspätet. Ich fahre stattdessen mit der S-Bahn – inklusive Schienenersatzverkehr.

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