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Schockfahrt auf den Brocken

Dienstag, den 24. August 2021
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Mit der Brockenbahn von Wernigerode auf den Brocken – das ist mehrmals am Tag möglich. Die historische Dampflok etwas mehr als anderthalb Stunden bis hoch zum Gipfel, und man kann sagen, dass diese Tour ein Wechselbad der Gefühle ist. Man erlebt die Schönheit der Natur, aber zwischendurch herrscht blankes Entsetzen.

Nachdem der Zug Wernigerode verlassen hat, geht es in den Nationalpark Harz. Der Zug beginnt sich, in den Berg zu fädeln. Langgezogene Links- und Rechtskurven führen durch den Wald.
Aber schnell fällt etwas auf: Der Wald ist ziemlich tot. Unglaublich viele Bäume sind abgestorben und stehen trocken in der Gegend rum. Um so höher der Zug unterwegs ist, desto mehr wird das Ausmaß des Waldsterbens sichtbar. Ganze Areale sind voll mit grauen, abgestorbenen Bäumen. Viele Leute sitzen oder stehen an den Fenstern des Zuges und sind dann doch ziemlich erschüttert über das, was sie da sehen.

Beim Zugpersonal scheint man das zu wissen. Denn mehrmals gibt es Zugdurchsagen, in denen darauf hingewiesen wird, dass es sich um einen natürlichen Vorgang handele. Es finde ein Vegetationswechsel statt, und zu den Geflogenheiten des Nationalparks zähle es, dass man die Natur machen lasse.
Aber dass der Wald so aussieht, wie er aussieht, muss ja auch einen Grund haben. Und es sind nur die Stürme, die ganze Areale kahl gemacht haben, es sind eben auch und gerade die riesigen und vielen Flächen mit kranken und toten Bäumen.
Es ist eine Fahrt, die sehr nachdenklich und traurig macht. Und ganz sicher haben die meisten Touristen, die auf dem Weg zum Brocken sind, damit nicht gerechnet.

Im Bahnhof Drei-Annen-Hohne gibt es für Bahnfans ein echtes Spektakel. Dort begegnen sich nämlich gleich drei Züge. Die Züge zum Brocken und nach Wernigerode, aber auch der Zug der Herzquerbahn. Nacheinander verlassen sie mit ihren Dampfloks tutend den Bahnhof.
Im Bahnhof Schierke begegnen sich die Züge ebenfalls. Und lustigerweise steht neben uns ein Zug mit einer Reklame für Schierker Feuerstein, den Schnaps. Und fällt der Blick hinter den Zug, kann man eben diesen Feuerstein im Original sehen.

Kommt man auf dem Brocken an, muss man sich erst mal eine Jacke überziehen, denn natürlich ist es in mehr als 1100 Metern Höhe kühler als unten. Ich habe eine knappe Stunde Aufenthalt, bevor der nächste Zug zurückfährt.
Auf dem Brocken steht die große Sendeantenne, es gibt eine kleine Kneipe, und man kann dort auch übernachten. Vor allem kann man aber den Blick in die Gegend schweifen lassen, wenn das Wetter mitspielt.
Der Brocken wird übrigens auch Blocksberg genannt – Bibi und Kartoffelbrei habe ich allerdings nicht sehen können…

Man kann übrigens auch zu Fuß auf den Brocken laufen – ich sag das mal so der Vollständigkeit halber, für mich käme das, nun ja, nicht wirklich in Frage. Auch Radler waren gerade dabei, sich auf den Weg nach unten zu machen. Ich zog es vor, wieder den Zug zu nehmen…

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Radtour (42): Vom Lehnitzsee zum Grabowsee

Donnerstag, den 27. Mai 2021
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(41) -> 30.4.2021

Oranienburg hat ja wirklich sehr schöne Radfahrstrecken. Und viel Wasser. Mehr als manche Leute denken. Eine der bekanntesten Strecken führt entlang des Oder-Havel-Kanals.
Besonders schön ist es am Lehnitzsee. Ausgehend von der Badewiese führt der befestigte Weg durch ein Waldstück. Herrlich schattig. An einigen Stellen stehen Tafeln, auf denen Informationen zum Weg und zur näheren Umgebung stehen. Welche Tiere dort sind oder auch welche Pflanzen. Es gibt auch immer wieder Stellen, an denen man kleine Pausen einlegen kann.

Um hoch zur Bundesstraße zu kommen, muss man einen kleinen Berg erklimmen. Aber mit der Gangschaltung sollte das zu schaffen sein. Zumindest ab dem frühen Abend kann man die Bernauer Straße, die B273, auch ganz gut überqueren, dann ist nicht mehr so viel Verkehr.

Der Weg, nun asphaltiert, führt dann an der Lehnitzschleuse vorbei. Wenn man Glück hat, kann man dann auch noch beobachten, wie dort ein Schiff geschleust wird. Es gibt dort auch immer wieder kleine Rastplätze, Bänke und an der Schleuse auch die Wiese zum Hinsetzen. Der Weg ist Teil des Fernradweges Berlin-Kopenhagen.
Wir fahren durch die Klinkerhafenbrücke. Früher führte dort drüber die Bahnstrecke zwischen Sachsenhausen und Schmachtenhagen entlang – lange her. Schade, dass sie nicht reaktiviert wird. Denn dadurch wären Wensickendorf und Schmachtenhagen besser angebunden, und es gäbe einen Ringverkehr oder eine Zweitstrecke über Basdorf künftig nach Gesundbrunnen.

Dann beginnt der idyllische Teil des Weges am Oder-Havel-Kanal. Es herrschte Stille, bis auf das Radgeräusch und das der Entgegenkommenden. Ab und sitzen Angler am Wasser.
Der Weg führt bis Friedrichsthal. Man macht einen Schlenker rauf zur Grabowseebrücke, um den selbigen dort zu erreichen. Die nächste Wasseridylle.

-> Die Tour in KeineWochenShow #228 auf Youtube

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Bahnbekanntschaften (93): Flughafen-Bummelzug

Freitag, den 12. März 2021
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(92) -> 8.1.2021

Wer vom Flughafen Berlin-Brandenburg in Schönefeld in die Berliner Innenstadt will, nimmt am besten den Flughafen-Express, den FEX. Der Regionalzug fährt über das Ostkreuz und Gesundbrunnen zum Hauptbahnhof. Normalerweise braucht der Zug zwischen 27 und 33 Minuten.
Doch diesmal geht das irgendwie schief.

Schon mit fünf Minuten Verspätung rollt der Zug in Schönefeld los. Die Schaffnerin meldet sich über die Lautsprecher und entschuldigt sich schon mal. Auf der vorherigen Fahrt habe es eine Verspätung gegeben. Die versuche man nun aufzuholen.
Wir fahren aus dem BER-Tunnel, der Express wird seinem Namen noch gerecht. Aber bald werden wir langsamer. Und langsamer. Im Bummeltempo rollen wir nach Berlin rein. Auf freier Strecke stoppt der Zug.

Nun ist schon klar, dass ein Umstieg in Ostkreuz nicht mehr möglich ist – der Anschlusszug ist weg.
Langsam rollt der FEX weiter. Im Bummeltempo an Schöneweide vorbei. Am Bahnhof Treptower Park – für den FEX gibt es dort keinen Bahnsteig – der nächste Stopp.
Die Schaffnerin kommt unterdessen durchs Abteil und kontrolliert die Tickets. “Heute sind wir aber kein Express, eher ein Bummelzug, oder?”, sage ich und lächele. An sich habe ich es ja nicht eilig.
“Ja, irgendwie ist der Wurm drin, ich habe auch schon nachgefragt, was los ist.” Durch die Verspätung sei die Strecke nicht mehr frei.

Langsam zuckeln wir wieder los. Die Schaffnerin meldet sich wieder übers Mikro. Sie will sagen, dass wir gleich Ostkreuz erreichen, aber sie stockt. Schaltet das Mikro aus – und wieder an. Wahrscheinlich hat sie noch mal nachgefragt, wie groß denn nun die Verspätung sei. Sie klingt ein bisschen beschämt.
Schließlich erreichen wir Gesundbrunnen mit einer 25-minütigen Verspätung. Was wohl bedeutet, dass, um die Verspätung wieder aufzuholen, ein Zug aussetzen musste.

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#211 – Lena & Mark in Love II: Babyglück!

Sonntag, den 17. Januar 2021
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Es gibt gute Neuigkeiten aus der Reihe “Lena & Mark in Love”! Bald gibt es Babyglück, so berichtet es die Boulevardpresse. Lena Meyer-Landrut und Mark Forster bekommen Nachwuchs! Und da wir vor einem Jahr in unserer kleinen Sendung schon über die beiden gesprochen haben, ist das natürlich auch wieder ein Thema.

Man muss ja auch mal über andere Dinge reden als über Corona. Es geht um die 15-Kilometer-Regel, um das Impfen, FFP2-Masken und die Handball-WM in der Coronakrise.
Natürlich sprechen wir auch über Du-weißt-wen, den RTL aus “Deutschland sucht den Superstar” rausgeschnitten hat, klar dass man darüber auch gleich mal was träumt.
Außerdem: In Berlin ist der Lückenschluss bei der U5 erfolgt. In einem Beitrag sind wir auf der Strecke und auf den zwei neuen Bahnhöfen unterwegs.

Das, eine neue Ausgabe der KWS-Hitparade und noch viel mehr in KeineWochenShow #211 auf Youtube!

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Mit der U5 unter die Spree

Sonntag, den 10. Januar 2021
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Als Kind bin ich öfter mit der U5 in Berlin unterwegs gewesen. Meine Oma hat in Lichtenberg gewohnt, und deshalb ging es, wenn ich bei ihr war, öfter mit der U-Bahn zum Alex oder zum Tierpark, wo nicht nur der Park selbst war, sondern auch eine Freundin von ihr wohnte.
1989 wurde die U5 bis nach Hönow verlängert, und als großer Fan von Bahnen und Bahnstrecken schleppte ich meine Oma natürlich in den Zug, um einfach mal so nach Hönow zu fahren. Weil wir es konnten. Einfach so. Und ich fand es aufregend.

Schon 1995 war Baubeginn für den Abschnitt zwischen Brandenburger Tor und Hauptbahnhof, 2006 sollte der Teil, dann erst mal als U55 in Betrieb gehen. Doch wegen diverser Probleme kam es nicht dazu, und erst 2009 war Eröffnung. Zwei Wochen nach dem Start, fuhr auch ich erstmals mit.
Schon damals war klar, dass es noch zehn Jahre dauern würde, bis auch der Abschnitt zwischen dem Alexanderplatz und dem Brandenburger Tor fertig sein würde.
2010 war Baubeginn, und die größte Hürde war die Untertunnelung der Spree.

Anfang Dezember 2020 war dann schließlich Eröffnung, und gute fünf Wochen danach erlebte ich dann meine U5-Premiere. Vom Hauptbahnhof aus fuhr ich erst mal durch zum Alex.
Hinter dem Bahnhof Unter den Linden geht es bergab, damit die U-Bahn unter der Spree fahren kann, der Bahnhof Museumsinsel ist noch nicht geöffnet.
Am Alex stieg ich aus, um wieder zurückzufahren und an den neuen Stationen auszusteigen.

Der Stationsname Rotes Rathaus verspricht nicht zu viel. Kommt man mit der Rolltreppe nach draußen, steht man direkt vor eben jenem Roten Rathaus, und der Fernsehturm ist auch nicht weit.
Unter den Linden ist der Kreuzungsbahnhof mit der U6, er ist komplett neu gebaut worden. Tatsächlich ist dort auch schon recht viel los, und wenn die Coronakrise mal überstanden ist, könnte es dort richtig voll werden. Dort füllt sich dann auch die neue U5.

Oft ist kritisiert worden, die neue U5 sei in dem Abschnitt überflüssig. Ist sie nicht. Vor allem vom Friedrichshain aus kommt nun nun noch viel besser in Richtung Hauptbahnhof, es gibt bessere Anschlüsse in Richtung Nord-Süd-S-Bahn. Und wenn wir hoffentlich im Dezember 2021 wieder zum Weihnachtsmarkt am Roten Rathaus können, bietet sich die U5 auch an.

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Bahnbekanntschaften (92): Nasenfrei in Zeiten des Coronavirus

Freitag, den 8. Januar 2021
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(91) -> 6.7.2020

Für einen Donnerstagnachmittag ist der Regionalbahnsteig in Oranienburg überraschend leer. Aber vermutlich fahren um diese Zeit mehr Menschen aus Berlin raus als nach Berlin rein. Der RE5 kommt pünktlich, und drinnen ist es ebenfalls erstaunlich leer. Ich finde einen Platz, und es ist so wenig los, dass ich nicht das Gefühl habe, ich komme irgend jemandem zu nah.

Die wenigen Leute im Abteil tragen eine Maske. Allerdings haben manche Leute immer noch nicht verstanden, wie sie denn die Maske zu tragen haben – nämlich auch über der Nase. Eine Frau in meinem Blickfeld trägt die Maske nur über dem Mund, und auch ein intensiver Blickkontakt vermag daran nichts zu ändern.
Später kommt der Schaffner, um die Tickets zu kontrollieren. Dass die Frau die Maske nicht richtig trägt, scheint er zu registrieren, aber nicht ändern zu wollen – wie übrigens bei einem ähnlichen Fall auf dem Rückweg auch. Der Schaffner scheint Ärger aus dem Weg gehen zu wollen. Aber vielleicht auch nur leer, weil es nicht so voll ist.

In Berlin-Gesundbrunnen wird der RE5 sogar noch leerer. Es steigen viele Leute aus, aber kaum Leute ein. Als der Zug zum Hauptbahnhof rollt, sind wir noch eine gute Handvoll im Waggon.

Der Hauptbahnhof in Berlin ist an diesem Donnerstagnachmittag auch eher schwach frequentiert. Alle Läden, die keine Waren des täglichen Bedarfs verkaufen, sind geschlossen. Im Imbiss bieten ihre Speisen nur zum Mitnehmen an. Wo ich allerdings die McDonald’s verputzen darf, ohne von den Gelbwestlern aufgegabelt zu werden, weiß ich nicht. Also ziehe ich den Fischimbiss vor, kaufe mir eine Backfischbox und spieße sie etwas abseits auf dem Bahnsteig auf. Alles gerade ein bisschen umständlich. Aber wenn’s hilft…

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Das wird doch der Mann von der Bahn wohl noch sagen dürfen!

Donnerstag, den 15. Oktober 2020
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Da musste sich aber mal jemand Luft machen. Der RE6 in Berlin-Spandau konnte wohl am Dienstagabend nicht rechtzeitig den Bahnhof verlassen. Fahrgäste haben wohl gemeckert.
Das passte dem Kevin aber gar nicht. Kevin heißt nicht Kevin, aber das soll ja hier kein echter Pranger werden.
Kevin jedenfalls arbeitet offenbar im Sicherheitsdienst der Deutschen Bahn.

Und in einer Facebook-Gruppe regte sich Kevin darüber auf, dass sich die Fahrgäste über die Bahner aufgeregt haben, ob sie vielleicht den Kaffeeautomaten leergetrunken haben.
“Klar, wir von der Deutschen Bahn haben auch nichts Besseres zu tun”, mokierte sich der Kevin. “Aber dass Frau Merkels Gäste (drei an der Zahl) für diesen Bundespolizei-Einsatz verantwortlich waren, interessiert keinen.” Die Leute hätten eine große Klappe, “aber nie wissen, was dahinter steht.”

Interessiert, wie sich “wir von der Deutschen Bahn” so ausdrücken. Ich wusste gar nicht, dass “wir von der Deutschen Bahn” so über bestimmte Menschen sprechen. Und dabei dachte ich, dass nur Wenignachdenkende, Rassisten und Neonazis von “Merkels Gästen” sprechen. Ich dachte immer, dass “wir von der Deutschen Bahn” so nicht sind.
Das teilte ich dem Kevin in der Facebook-Gruppe auch mit.

Das nahm sich der Kevin auch gleich zu Herzen. Er löschte seinen liebevollen Post, schmiss mich aus der Gruppe und blockierte sie für mich. Das nenne ich mal konsequent. Aber wahrscheinlich denkt sich der Kevin: Das wird man doch mal sagen dürfen!

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