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Das wird doch der Mann von der Bahn wohl noch sagen dürfen!

Donnerstag, den 15. Oktober 2020
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Da musste sich aber mal jemand Luft machen. Der RE6 in Berlin-Spandau konnte wohl am Dienstagabend nicht rechtzeitig den Bahnhof verlassen. Fahrgäste haben wohl gemeckert.
Das passte dem Kevin aber gar nicht. Kevin heißt nicht Kevin, aber das soll ja hier kein echter Pranger werden.
Kevin jedenfalls arbeitet offenbar im Sicherheitsdienst der Deutschen Bahn.

Und in einer Facebook-Gruppe regte sich Kevin darüber auf, dass sich die Fahrgäste über die Bahner aufgeregt haben, ob sie vielleicht den Kaffeeautomaten leergetrunken haben.
“Klar, wir von der Deutschen Bahn haben auch nichts Besseres zu tun”, mokierte sich der Kevin. “Aber dass Frau Merkels Gäste (drei an der Zahl) für diesen Bundespolizei-Einsatz verantwortlich waren, interessiert keinen.” Die Leute hätten eine große Klappe, “aber nie wissen, was dahinter steht.”

Interessiert, wie sich “wir von der Deutschen Bahn” so ausdrücken. Ich wusste gar nicht, dass “wir von der Deutschen Bahn” so über bestimmte Menschen sprechen. Und dabei dachte ich, dass nur Wenignachdenkende, Rassisten und Neonazis von “Merkels Gästen” sprechen. Ich dachte immer, dass “wir von der Deutschen Bahn” so nicht sind.
Das teilte ich dem Kevin in der Facebook-Gruppe auch mit.

Das nahm sich der Kevin auch gleich zu Herzen. Er löschte seinen liebevollen Post, schmiss mich aus der Gruppe und blockierte sie für mich. Das nenne ich mal konsequent. Aber wahrscheinlich denkt sich der Kevin: Das wird man doch mal sagen dürfen!

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Bahnbekanntschaften (91): In Zeiten des Coronavirus

Montag, den 6. Juli 2020
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(90) -> 27.10.2019

Abstand halten. Überall hört man das. Und Maskenpflicht in der Bahn. Davon hört man auch überall. Aber wie sieht das in der Wirklichkeit aus?
Das erste Mal überhaupt während der Coronakrise fahre ich mit der Bahn. Mit dem Regionalexpress geht es nach Berlin. Es ist Sonntagnachmittag, und als der Zug in Oranienburg einrollt, ist er schon ziemlich voll.
Ich setze meine Maske auf und betrete den Zug.

Der Waggon ist voll. So ziemlich alle Sitze sind belegt. Die meisten Leute haben Masken auf, aber längst nicht alle. Überall auf den Gängen stehen weitere Leute. Auch, weil sie die letzten freien Plätze nicht belegen wollen – so von wegen Abstand.
Klar ist aber: Im RE5 sind Abstände einzuhalten nicht möglich. Dafür hat der Zug gar nicht die nötigen Kapazitäten. Hier die Maskenpflicht abzuschaffen, wäre Wahnsinn.
Ich laufe in einen anderen Waggon, aber da ist die Situation nicht anders.
Letztlich setze ich mich auf eine der Treppen – da habe ich zumindest so was wie einen Sicherheitsabstand zu den anderen Leuten um mich herum.

Auf der Erde vor der Tür liegt ein Pärchen. Beide haben sie keine Maske auf. Sie klammert von ihrem Freund und schläft. Bewegt er sich, klammert sie noch mehr. Auch er hat die Augen geschlossen, und irgendwann nestelt er an seiner Hosentasche herum und holt sein Smartphone heraus. Er fummelt darauf herum, hält es dann weg. Er schließt die Augen wieder, dreht seinen Kopf zu seiner Klammerfreundin. Er macht ein Selfie. Und noch eins. Dann schaut er sich das Ergebnis an, es muss nicht zufriedenstellend gewesen sein, denn wieder macht er seine träumerisch-entspannte Pose, um das auf einem träumerisch-entspannten Insta-Fotos festzuhalten – beobachtet übrigens nicht nur von mir, sondern auch vom Pärchen gegenüber.

Beim anderen Pärchen hat sie die Maske auf, er nur ab und zu. Ansonsten hat er die Maske unterm Kinn. Sie überlegen Essen zu gehen, aber sie will auf keinen Fall was mit deutscher Küche, weil das so doll gesalzen sei, und überall alles viel zu viel sei. Er lacht ein bisschen, aber wahrscheinlich muss er sich dem beugen.

In Berlin-Gesundbrunnen leert sich der Zug merklich, für die letzte Station bis zum Hauptbahnhof habe ich nun sogar einen richtigen Sitzplatz.

Rückfahrt mit der S1 vom Potsdamer Platz nach Oranienburg. Der Zug ist fast leer, trotzdem muss man Maske tragen, und es tragen tatsächlich alle Maske. Vor den Bahnhöfen nehmen die Ansagen aus dem Lautsprechern inzwischen kaum noch ein Ende: Hinweis auf Maskenpflicht. Nächster Bahnhof. Ausstieg links. Türen öffnen automatisch. Umsteigemöglichkeiten. Da braucht man sich gar nicht mehr zu unterhalten…

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Ab nach Berlin: Templin first?

Freitag, den 14. Februar 2020
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Die Templiner CDU/FDP-Fraktion im Stadtparlament hatte eine dufte Idee. Sie wollen schneller mit dem Zug nach Berlin. Deshalb schlagen die Politiker vor, dass die RB12 alle zwei Stunden nur noch die großen Orte anfährt. Also: Zehdenick, Löwenberg und Oranienburg – und dann weiter nach Berlin-Gesundbrunnen. Alle anderen kleinen Orten, sollen dann auch nur noch alle zwei Stunden bedient werden.

Dass auch die Templiner fix mit der Bahn nach Berlin möchten, ist verständlich. Dass das auf Kosten aller anderer entlang der Strecke passieren soll – das ist hingegen unschön.
Angesichts des drohenden Klimawandels wird darüber diskutiert, wie die Menschen dazu gebracht werden sollen, das Auto stehen zu lassen und stattdessen die Bahn zu nutzen. Da ist der Vorschlag für die Templiner zwar sinnvoll, dass die RB12 nur noch in großen Orten hält. Nicht aber für die Leute aus Vogelsang, Grüneberg, Nassenheide, Sachsenhausen und allen anderen betroffenen Orten. Dass dort das Angebot ausgedünnt werden soll, ist nicht akzeptabel.

Dass Bahnstationen ausgelassen werden, ist in der Regel auch eher den Regionalexpress-Zügen vorbehalten. Dass die RB 12 zudem von Oranienburg aus direkt den Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen ansteuern soll, dafür Hohenschönhausen, Lichtenberg und Ostkreuz links liegen lassen soll, ist wiederum für die Kreisstadt nicht hinnehmbar. Immerhin fährt schon der RE 5 direkt nach Gesundbrunnen. Die Verbindung in den östlichen Teil Berlins sollte nicht aufgegeben werden.

Rundum wirkt die Idee aus Templin schlicht nicht durchdacht und zudem ziemlich egoistisch. Dass die Bürgermeister von Zehdenick und vom Löwenberger Land da sehr schnell dagegen halten, verwundert mich nicht.

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Ab 15. Dezember hat Oranienburg Intercity-Halt

Mittwoch, den 4. Dezember 2019
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Früher als angekündigt: Schon ab dem 15. Dezember hat Oranienburg einen Intercity-Halt. Mehrfach am Tag ist der Zug dann zwischen Rostock, Oranienburg, Berlin und Dresden unterwegs.
Ab dem 31. Oktober 2020 stoppt der Zug zudem am neuen Flughafen in Schönefeld.

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Bahnbekanntschaften (90): Guido, komm raus!

Sonntag, den 27. Oktober 2019
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(89) -> 26.8.2019

Alles begann mit einem Döner. Mit dem Regionalexpress fuhr ich am späten Abend vom Potsdamer Platz in Berlin nach Oranienburg zurück.
Ich hatte mir schon einen Platz ausgesucht, da setzte sich im Abteil auf der anderen Seite ein Mann – und packte seinen Döner aus. Und jeder – also er vermutlich nicht – weiß, dass Döner stinken. Und der Duft setzte sich bereits in Bewegung und kam bei mir an.
Nun hatte ich die Wahl. Entweder habe ich den Dönerduft längere Zeit in der Nase oder…
Ich suchte mir einen neuen Platz weiter vorn.

Ich hatte mich grad gesetzt, da hörte ich auf dem Sitz hinter mir jemanden telefonieren – in einer anderen Sprache, die ich nicht kannte.
Der Zug hatte sich schon in Bewegung gesetzt. Die Fenster-Jalousie begann zu zittern. Lautstark zu zittern. Das Geräusch war laut, und ich fasste einmal an, um das Ding zur Ruhe zu bringen. Aber es ratterte weiter, sobald ich das Ding wieder losließ.

Hauptbahnhof. Der Mann hinter mir telefonierte weiter. Weil der Zug stand, ratterte auch die Jalousie nicht. Mir gegenüber setzte sich ein Mann.
Als der Zug wieder fuhr, begann auch wieder die Jalousie zu rattern. Der Mann versuchte, was ich auch schon versuchte, merkte aber auch bald, dass das nichts wird. Dann klingelte sein Telefon. Jemand wollte wissen, wann er in Oranienburg ankommt.
Der Mann hinter mir telefonierte auch noch, weil der Empfang zwischendurch abbrach, wurde er lauter und versuchte nochmal, anzurufen. Diesmal war auch der Gesprächspartner zu hören.
Schräg gegenüber bimmelte es bei einem weiteren jungen Mann, ein Alarm. Die Jalousie ratterte. Der Mann vor mir telefoniere, der hinter mir auch.

Und ich musste mir mein Buch vors Gesicht halten, weil ich mir das Lachen nicht mehr verkneifen konnte. Es war einfach zu lustig. Und ich fragte mich, wann endlich Guido Cantz seine versteckte Kamera präsentiert.

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Wissenswertes über Erlangen

Montag, den 9. September 2019
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Von München nach Berlin ging es – wie schon auf der Hinfahrt – mit dem ICE. Allerdings um ein paar Euro zu sparen, wich ich in diesem Fall auf den etwas langsameren ICE aus. Der braucht eine gute halbe Stunde länger als der Sprinter. Er hält unterwegs öfter. Während der Sprinter nur in Nürnberg, Erfurt und Halle hält, stoppen wir nun zum Beispiel in Erlangen.
In Erlangen habe ich natürlich sofort den bekannten NDW-Hit “Wissenswertes über Erlangen” im Kopf. Ich suchte den Song von Foyer des Arts auf Youtube – W-Lan sei Dank! Und als wir Erlangen verließen, hatte ich den Erlangen-Song von 1982 im Ohr.

Auch in Bamberg stoppt der Zug, dann in Erfurt und auch in Leipzig. Da hatte ich ein Déjà-vu, denn in Leipzig war ich ja gerade erst. Wir rollen am Flughafen vorbei und fahren dann in die Stadt ein. Das Spezielle: Leipzig hat einen Sackbahnhof, von dort aus fährt der Zug rückwärts wieder raus. Man braucht in der Bahn ziemlich viel Zeit für Leipzig.
Dafür entfällt dann Halle, aber auch in Wittenberg stoppt der ICE nochmal.
Ganz pünktlich rollte der Zug in Berlin-Hauptbahnhof ein. In diesen Fällen ist man als Fahrgast tatsächlich extrem entspannt.

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München (24): Treiben lassen

Sonntag, den 8. September 2019
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(23) -> 7.9.2019

Sich treiben lassen. Als ich um 11 Uhr im Hotel auscheckte, hatte ich noch sechs Stunden Zeit, bis mein ICE nach Berlin abfahren sollte. Ich ließ meinen Koffer noch im Hotel und stieg am Rotkreuzplatz in die U-Bahn. Und dann: einfach los. Ohne Ziel.

Zunächst ging es zum Olympia-Einkaufszentrum, der Endstation der U-Bahn, die dort fuhr. Ich verließ allerdings nicht den Bahnhof, sondern fuhr mit der U3 und der U6 nach Harras.
Wer “Lindenstraße”-Fan ist, der könnte mit Harras etwas anfangen. Denn der Bus, der durch die Lindenstraße fährt, endet in Harras. Das war jahrelang so, ob es immer noch so ist, müsste ich mal drauf achten.
Eigentlich wollte ich in Harras in die S-Bahn umsteigen, aber das erschien mir dann auf dem S-Bahnsteig stehend, eher nicht zielführend.

Irgendwann kam ich schließlich am Ostbahnhof an. Dort mussten wir 2009 immerhin, wenn wir ins Motel One wollten, in dem wir damals unsere Bleibe hatten.
Ich lief durch die langen Tunnel, nahm einen der Ausgänge und landete auf dem Orleansplatz. Den kannte ich noch nicht, und dort fand ein Markt statt. Es gab diverse Fressbuden mit Fisch, Fleisch, Hähndl und natürlich nebenan die Bierstände – ich nahm mir ein Radler, setzte mich an einen der Tische und las in Ruhe in der Zeitung.

Später lief ich rüber zum Busbahnhof am Ostbahnhof. Dort fahren die Busse in verschiedenste Richtungen, auch direkt zum Rotkreuzplatz, wo ja mein Koffer noch war. Aber dafür war es noch zu früh, ich entschied mich für einen Bus, der zum CityRing fuhr. Und so zuckelte ich durch die City, irgendwann wurde es grüner, und plötzlich tauchte links der Englische Garten und der Chinesische Turm auf. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber das war perfekt. Spontan stieg ich aus, ging zum Turm, kaufte mir ein Fleischpflanzerl mit Bratkartoffeln und süßem Senf und setzte mich in den Biergarten.
Am frühen Nachmittag war der Trubel gering, und es war einfach nur entspannend.

Ich ich zurück zur Bushaltestelle lief, hatte ich noch fünf Minuten. Direkt hinter der Haltestelle, begann eine Parkanlage, durch die ein kleiner Flüsschen verläuft. Die pure Idylle. Dass der Wasserlauf Oberstjägermeisterbach heißt – nun ja. Vermutlich steckt irgendeine Geschichte dahinter.
Mit dem Bus ging es zurück ins Zentrum, und anhand des Planes sah ich, dass wir auch am Stiglmeierplatz vorbeikommen. Dort wiederum fährt auch die U-Bahn zum Rotkreuzplatz. Ich stieg also um, fuhr dorthin und genoss noch ein wenig die Atmosphäre auf dem Rotkreuzplatz.

An diesem Tag wusste ich nicht, wohin ich in München fahren werde. Sich einfach treiben zu lassen, macht großen Spaß und macht so richtig relaxed. Nur zu empfehlen.

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