RTelenovela

Radtour (25): Hunger-Ast

Freitag, den 3. Mai 2013
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(24) -> 21.10.2012

Nach mehr als einem halben Jahr Pause wurde es höchste Zeit für eine Radtour – die erste im Jahr 2013. Und was hab ich geflucht!!

Gleich am Anfang steht eine für mich wichtige Frage: Unterwegs was essen oder gleich am Anfang? Ich entscheide mich für Letzteres, ich stoppe gleich an einem Imbiss hinter der Bahnbrücke in der Bernauer Straße in Oranienburg. Große Schilder laden zu einem Döner ein. Aber offenbar nur die Schilder, denn der Dönerspieß ist ratzekahl leer und auch die Behälter, in denen sonst das Kraut drin liegt, ist blitzblank sauber.
Also weiter.

Nächste Station: An der Kreuzung zur André-Pican-Straße entdecke ich, dass im ehemaligen Asia-und-Döner-Imbiss Betrieb herrscht. Ich überquere die Straße und stehe vor einem Eisladen. Nein, kein Eis. Zu kalt, kein Appetit.
Und in den Dönerladen gegenüber will ich auch nicht, weil…, ähm, sieht irgendwie…, also… Weiter.

Ich bin nun auf einem meiner Lieblingsradwege unterwegs, dem zwischen der Lehnitzschleuse und der neuen Brücke in Friedrichsthal. Mein Plan: Zwischenstopp am Imbiss an der ehemaligen Fähre.
Wenn ich etwas hasse, dann ist es Gegenwind, und auf der Strecke herrscht permant Gegenwind. Ich bin das erste Mal bedient – aber nicht das letzte Mal.

Friedrichsthal. Die kleine Gaststätte ist voller Leute. Ich treffe Bekannte, die mir erzählen, dass man Zeit haben müsse, bis man dort bedient werde. Ich laufe ins Zelt, entdecke, dass es dort sogar etwas Warmes zu essen gibt, zum Beispiel Bockwurst und Bratwurst. Ich frage, ob man auch gleich im Zelt das Geschäft abwickeln könne. Geht nicht. Nur am Tisch.
Darauf habe ich keine Lust, ich schwinge mich wieder aufs Rad und fahre weiter.

Mein nächstes Ziel: der Oberhavel-Bauernmarkt in Schmachtenhagen. Weil der Radweg durch den Wald vom Grabowsee bis kurz vor Bernöwe so idyllisch ist, wähle ich diesen Weg. Er ist auch diesmal wieder idyllisch, aber nicht wirklich für mich.
Sagt dir der Begriff “Hunger-Ast” etwas? Ich habe keinen Bock mehr, die Kraft in meinen Beinen lässt nach, und der Weg nimmt kein Ende.
Irgendwann erreiche ich die Chaussee von Bernöwe nach Schmachtenhagen, ich radele weiter. Und werde immer langsamer. Und beginne, zu fluchen. Ich habe Hunger, ich habe Durst. Hinter jeder Kurve hoffe ich, das Ortseingangsschild zu erkennen – aber es will und will sich nicht zeigen.

Plötzlich: ein Geräusch. Das Tuten einer Dampflok. Es klingt original wie der “Rasende Roland” auf Rügen. Spontan bekomme ich Fernweh. Ist es eine Halluzination? Immer wieder tutet es.
Meine Freude könnte groß sein, als ich Schmachtenhagen erreiche, aber ich habe keine Kraft mehr für Freude.
Im Bahnhof von Schmachtenhagen sehe ich den Verursacher des Getutes – eine Dampflok, kurz vor der Abfahrt. Tutend und schnaufend setzt sich der Zug in Bewegung.

Einen Fahrradständer konnte ich auf dem Oberhavel-Bauernmarkt nicht entdecken. Ich lehne es an eine der Buden vor dem Eingang. Auf einer großen Tafel habe ich schon gelesen, dass der Markt um 17 Uhr schließt. Es ist 16.15 Uhr.
Ich laufe durch den düsteren Markt, es wird gerade umgebaut, alles sieht eher nicht einladend aus. Was Warmes zu essen gibt es auch nicht mehr, schließlich müssen sich die Mitarbeiter der Kantine und des Restaurants schon darauf vorbereiten, dass sie in knapp 35 Minuten den Laden abschließen werden.
Meine Laune ist eher nicht so gut.

Ich schwinge mich wieder aufs Rad und entdecke an der Bäke eine kleine Gaststätte. Sie ist meine Rettung. Sie heißt nicht nur “Zur Bäke”, man kann genau das auch erleben. Ich sitze im Garten, neben mir plätschert der kleine Bach unter einer Brücke hindurch. Das Gras ist schon schön grün. Ich esse ein Bauernfrühstück, und die Radfahrerwelt ist wieder in Ordnung.

ORA aktuell

Ab Sonnabend: Oranienburg hat wieder Regionalbahn-Anschluss

Donnerstag, den 25. April 2013
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Ab Sonnabend ist Oranienburg wieder an den Regionalbahn-Verkehr angeschlossen. Der RE5 fährt wieder zwischen Oranienburg und Berlin-Hauptbahnhof, die RB12 zwischen Oranienburg und Berlin-Lichtenberg. Nur die RB20 endet zunächst weiterhin in Birkenwerder.

Seit September 2012 war die Strecke zwischen Birkenwerder und Oranienburg gesperrt. Grund war die Bombensuche auf den Regionalbahngleisen in Oranienburg und Lehnitz.
Zwischen Oranienburg und Neustrelitz ist die Strecke wegen Bauarbeiten noch bis Juni gesperrt.

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Lissabon (7): Deutscher Fußball? Mönchengladbach!

Sonntag, den 3. März 2013
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(6) -> 6.1.2008

Da sitze ich wieder auf der Fensterbank und schaue auf die schmale Straße der Altstadt von Lissabon. Auf die Electrico, die Straßenbahn, die durch die schmalen Gassen zuckelt. Auf die Touristen, mit Faltplänen in der Hand und immer wieder nach oben sehend.
Ich könnte dort stundenlang sitzen und zuschauen, was in dem Viertel der Alfama los ist. Da hockt der alte Mann ewig vor seinem Kiosk. Ab und zu kommt jemand vorbei und will etwas kaufen. Da ist der Hund, der auf dem schmalen Balkon sitzt und bellt, wenn sich jemand erbarmt und mit ihm spricht. und da sind die Bewohner, die mit dem Auto vorfahren, stehen bleiben, den Warnblinker setzen, hektisch aussteigen, dem nachfolgenden Verkehr ein Zeichen geben, um dann die Bierkästen einzuladen. Und es hupt niemand! Erstaunlich!

Aber so sind sie offenbar, die Portugiesen. Freundlich, anderen zugewandt, interessiert, aber natürlich auch gern mal laut – aber friedlich laut.
Es ist mein zweites Mal in Lissabon nach mehr als fünf Jahren. Vordergründig hat sich nicht viel verändert, hinter den Kulissen aber schon. Davon später mehr.

Im Supermarkt lässt ein älterer Herr eine Packung Kekse fallen. Meine Cousine hebt sie auf und reicht sie ihm. Wir kommen ins Gespräch – das heißt: die beiden kommen ins Gespräch, sie unterhalten sich auf portugiesisch. Später erfahre ich, dass er gemerkt hat, dass sie keine Portugiesin ist. Sie erklärte ihm, dass sie zwar aus Deutschland komme, aber schon lange in Lissabon lebe. Er meinte, dass die deutsche Sprache seltsam klinge, und er machte sie ein bisschen nach – und natürlich verstand ich trotzdem nichts. Er hat sogar einen deutschen Lieblingsfußballverein: Borussia Mönchengladbach. Keine Ahnung, warum gerade den. Am Ende verriet er uns, dass er schon 90 sei. Hätte ich niemals so getippt.
Meine Cousine meinte später, solche Gespräche könne man öfter führen, das sei in Lissabon – in der Altstadt fast schon dörflich – ganz normal.

In Deutschland hat uns die Sonne lange im Stich gelassen. In Lissabon empfing sie mich freudestrahlend – inklusive blauem Himmel. Ich habe beantragt, dass sie auch zu uns kommt, ich glaube, der Antrag ging durch.

In der Straßenbahn geht es zwar nicht so freundlich zu, aber selbst wenn der kleine, einzelne Waggon voller Menschen ist, gibt es kein unfreundliches Wort. Dafür aber wohl Taschendiebe, wie auf mehreren Schildern zu erkennen ist. Seine sieben Sachen sollte man in der Electrico zusammenhalten. Die Einheimischen sagen, dass da gerne mal fünfköpfige Banden in der Bahn auftauchen, um dann einzusacken, ohne dass es die anderen Leute merken. Es gebe wenig Gewalt in Lissabon, heißt es. Dafür aber viele Trickdiebe. Die Fahrer der Electrico können wenig machen – denen wird ansonsten gern mal zum Feierabend aufgelauert – und da könnte es mit der Gewalt eventuell doch mal…

ORA aktuell

Verdachtspunkte am Oranienburger Bahnhof sind keine Bomben

Mittwoch, den 27. Februar 2013
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Alle vier Bombenverdachtspunkte am Oranienburger Bahnhof konnten ausgeräumt werden. An allen vier Stellen handelte es sich stattdessen um Überbleibsel der alten Bahnhofsanlage.
Wegen der Untersuchung ist Oranienburg seit dem 16. Februar komplett vom Bahnverkehr abgeschnitten. Die S-Bahnen fahren noch bis Sonntagabend um 18 Uhr nur bis Birkenwerder.

ORA aktuell

Bomben: Für drei Wochen kein Bahnverkehr in Oranienburg

Mittwoch, den 6. Februar 2013
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Schock für die Oranienburger Pendler. Ab 16. Februar wird der Bahnhof Oranienburg für etwa drei Wochen komplett vom Bahnverkehr abgekoppelt. Das teilte die Deutsche Bahn am Mittwoch mit.
Im Zuge der Bombensuche an der Fernbahnstrecke zwischen Lehnitz und Oranienburg gibt es vier konkrete Verdachtspunkte. Wie die Kreisverwaltung mitteilte, könnte es sich bei einem der Blindgänger um eine 1000-Kilogramm-Bombe handeln. Falls sich dies bewahrheiten sollte, droht Oranienburg die wohl größte Evakuierungsaktion überhaupt.

Bis zu welchem Bahnhof die S-Bahn in der Zeit fährt, ist noch unklar. Nach aktuellem Stand wird es Birkenwerder sein.
Ab Ende April sollen dann auch wieder die Regionalzüge bis Oranienburg fahren.

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Bahnbekanntschaften (71): Der Grabbler

Dienstag, den 29. Januar 2013
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(70) -> 26.10.2012

In der S1 nach Oranienburg versammeln sie sich schon ab dem Bahnhof Gesundbrunnen im Abteil um mich: Vater, Mutter, Kind. Er riecht stark nach Fusel. So riechen normalerweise Alkoholiker.
Und er scheint sich für einen Spaßvogel zu halten. Liest seine ihm gegenüber sitzende Frau Zeitung, schnappt er sich den anderen Teil, tut so, als würde er auch lesen wollen und hält sie über die seiner Frau. Die findet das nur so ein kleines bisschen komisch. In ihren Augen spiegelt sich Ärger.

Der Typ scheint Rainer Brüderle als Vorbild zu haben, denn auch er ist ein Fummler. Seine Finger wandern immer mal wieder auf die Knie seiner Frau. Die findet das nicht wirklich komisch. In ihren Augen spiegelt sich noch mehr Ärger. Was ihren riechenden Ollen nichtr davon abhält, weiterzumachen. Er findet das unglaublich komisch.
Dazu macht er unglaublich beschissene Witze, und als seine Tochter irgendwas fragt, sagt er: “Wer viel fragt, bleibt dumm.”
Muahahaha.
In Hohen Neuendorf steigen sie alle aus, und die Luft im Abteil wird langsam besser.

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Bahnfahren: In Berlin ist’s billiger

Samstag, den 8. Dezember 2012
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Die Berliner mosern ja immer gerne über die ständigen Fahrpreiserhöhungen bei der Bahn. Dabei scheinen Berlin und Brandenburg immer noch ganz gut bedient zu sein, denn andernorts ist es meistens teurer.
In Hannover zum Beispiel.

Wenn ich in Mellendorf in der Wedemark in die S-Bahn oder den Regionalexpress nach Hannover einsteige, muss ich für die Einzelfahrt 3,70 Euro bezahlen. Das Tagesticket kostet 7 Euro.
Dabei sind es von Mellendorf bis zum Hauptbahnhof in Hannover gerade mal etwa 25 Minuten.
In Berlin sind die Wege viel weiter und die Preise niedriger. Dort zahle ich von Oranienburg aus 3,10 Euro und fahre gut 20 Minuten länger ins Zentrum.

Verlässlicher ist die S-Bahn übrigens aber auch nicht. Verspätungen scheinen auf der Tagesordnung zu sein, jedoch sind die Waggons etwas moderner und sicherlich weniger störungsanfällig…