aRTikel

Thermentest (2): Mit James Last in der Sauna

Sonntag, den 14. November 2010
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(1) -> 7.11.2010

Brandenburg: Die Lausitztherme hat eigenen Mineralbereich

MAZ, 13.11.2010

Winterzeit ist Thermenzeit. Bei Wind und Wetter tun Sauna und Sole besonders gut. In dieser Serie testen wir die märkischen Thermen. Teil 2: Lausitztherme Wonnemar, Bad Liebenwerda

Rod Stewart und ein entspannender Saunagang: Das sind zwei Dinge, die nicht ganz zusammenpassen. „I’m Sailing“ dudelt aus den Lautsprechern der Trockensauna. In einer maritimen Instrumentalversion von James Last. Gefolgt von weiteren Hits, die eher zum Schunkeln als zum Entspannen animieren. Ansonsten aber ist der Eindruck der „Lausitztherme Wonnemar“ in Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) ein positiver. Das Haus bietet vier Bereiche: neben dem Wellness das Erlebnisbad, die Saunawelt und den Mineralbereich.

Die Badewelt der Lausitztherme vermittelt ein schönes Urlaubsgefühl. Das Wellenbecken gleicht einer Lagune, der Bereich davor ist nicht gefliest, sondern sieht aus wie ein Strand, scheint grau-gelber Beton zu sein. Gelungener Schnörkel. Dazu noch ein paar Palmen, ein paar Liegestühle, eine Zeitung (die MAZ natürlich), und alles ist perfekt. Einfallsreich ist der Strömungskanal. Auf großen Gummireifen geht’s ab durch die Grotte. Besonders für Kinder ein Spaß. Überhaupt, die Kleinen kommen nicht zu kurz in der Lausitztherme. Sie können rutschen und plantschen.

Im Mineralbereich wird es schon ruhiger. Im salzigen Wasser kann man sich entspannen. Toll sind die Massage-Wasserliegen und die Wasserdüsen. Wenn der Strahl in den Nacken prasselt, löst sich so manche Verspannung. Ein wenig irritierend ist, dass es dort auch eine Dampfsauna gibt – nicht textilfrei. Wenn bei der Hitze die Badehose am Körper klebt, ist das irgendwie unangenehm.

Im Saunabereich selbst fällt gleich die Ruheinsel rund um einen kleinen Wasserbassin auf. Fast schon romantisch. Hoffnung auf einen Liegestuhl braucht sich da allerdings kaum jemand zu machen – die sind alle mit Handtüchern belegt, auch wenn niemand da sitzt. Entsprechende Hinweisschilder werden ignoriert. Mallorca lässt grüßen. Dann muss eben der Whirlpool herhalten, da ist es auch gemütlich. Die Aufgüsse in der finnischen Sauna schienen dagegen für manche ein wenig zu lasch gewesen zu sein – zwei Gäste plauderten munter weiter. Ein paarmal härter mit dem Handtuch die Luft durchgewirbelt, dann wären auch sie still gewesen.

Der kleine Nachteil der drei Bereiche ist: Jeder hat seine eigene Schleuse. Will man von der Sauna zu den Umkleideschränken im Mineralbereich, sind es drei Schleusen. Die Wege sind etwas lang, aber der Vielfalt wegen ist das zu verschmerzen.
Die Gastronomie hat für alle etwas zu bieten. Es gibt Salate (100 Gramm für 1,30 Euro), Wraps (auch vegetarische), Pizza, Nudeln, Burger und natürlich Currywurst. Genügend Platz ist ebenfalls vorhanden.

Wirklich erfreulich ist die Sauberkeit im Hause. Weder in den Umkleideräumen, den Duschen oder den Nassbereichen – nirgendwo ist es während des anonymen Testbesuches schmutzig. Auffallend sind jedoch die unzähligen Überwachungskameras im Umkleidebereich. Jeder Gang hat seine eigene Kamera. Für den, der das alles überwacht, dürfte das ein spannendes Programm sein. Völlig ohne Probleme funktioniert das Bezahlen – bargeldfrei. Der Chip am Armband funktioniert auch ganz einfach als Schrankschlüssel.
Alles in allem ist der Erholungswert in der Therme hoch. Wer Spaß haben möchte, bekommt den ebenso wie Ruhe. In der Architektur setzt die Lausitztherme auf jeden Fall Maßstäbe.


Informationen:
Adresse: Am Kurzentrum 1, 04924 Bad Liebenwerda, Tel.: 035341/4 90 20, www.wonnemar.de
Öffnungszeiten: täglich 10 bis 22 Uhr.
Preise: 3,5 Stunden Wonnemar komplett (Erlebnisbad, Mineralforum, Sauna) kosten 21,50 Euro, Tageskarte 23,50 Euro. Familientickets kosten 45,50/51,50 Euro.
Angebote: Erlebnisbad mit Schwimm- und Wellenbecken, Rutschen und Strömungskanal. Mineralforum mit Solebecken, Sprudelliegen, Dampfbad und Soleinhalationsgrotte. Saunawelt unter anderen mit finnischer und Trockensauna, Biosauna und Tauchbecken. Wellnessbereich mit Bädern, Packungen, Massagen und Zeremonien.

Badewelt: 4/5
Sauberkeit: 4/5
Gastronomie: 5/5
Sauberkeit: 5/5
Erholungswert: 4/5

RTelenovela

Über Elster, Nuthe, Nuthe und Nuthe

Donnerstag, den 21. Oktober 2010
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Auf dem Rückweg von Bad Liebenwerda nach Hause entschloss ich mich, nicht auf der Autobahn bis zum Berliner Ring zu fahren, sondern auf der B101.
Bevor ich Bad Liebenwerda verließ, warf ich noch einen Blick auf die Schwarze Elster. Sie sah ein wenig zersaust aus – wenn Wasser überhaupt zersaust aussehen kann. Aber es trieb viel Zeug auf dem Fluss herum. Noch vor gut drei Wochen stand die Elster sehr hoch und trat fast über die Ufer. Der Deich sieht immer noch sehr aufgeweicht aus, und das Wasser scheint den Normalpegelstand immer noch nicht erreicht zu haben.

Weiter ging’s auf der B101. Irgendwo bei Luckenwalde traf ich auf die Nuthe. Die Nuthe kenne ich, so fließt in Potsdam im Affenzahn direkt an unserem Bürogelände vorbei.
Ein paar Kilometer weiter das nächste braune Hinweisschild: Nuthe. Die scheint sich ja ganz schön durch die Gegend zu schlängeln.
Noch ein paar Kilometer weiter schon die nächste Brücke: Nuthe, stand auf dem Schild.
Seltsamerweise lässt sich die Route über Google Maps nicht zurückverfolgen, auf deren Karte trifft die Nuthe nicht dreimal auf die B101. Sehr seltsam.
Zuletzt, bei Trebbin, kommt dann auch noch der Nuthegraben. Als krönender Abschluss sozusagen.

Bei Rangsdorf erreichte ich schließlich den Berliner Ring. Weiter gings am Schönefelder Kreuz auf die A113. Bei Schönefeld kann man sehr schön die Fluge beobachten, die sich im Landeanflug bewegen. Es sieht aus, als würden sie direkt auf der Autobahn landen wollen. Imposant!
Richtig schön war’s dann noch im Berliner Zentrum. Am Dreieck Charlottenborg leuchtet im Rahmen des Festivals of Light der Funkturm Grün-Blau, selbst das ICC sieht bunt angestrahlt gar nicht so hässlich aus wie sonst.

RTelenovela

James Last segelt mit Rod Stewart durch die Hitze

Donnerstag, den 21. Oktober 2010
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Herrlich. Während es draußen wie wild herbstelt, liegt es sich in der 95 Grad heißen Sauna besonders gut. Und doch: Es gibt Misstöne. Sie kommen aus den Lautsprechern der Sauna. “I’m Sailing”. Wenn es ein Hasslied gibt, dann ist es eindeutig “I’m Sailing” von Rod Stewart. Da kann man sich einfach nicht entspannen, sondern muss sich wahlweise übergeben oder sofort den Radiosender wechseln.
Aber leider handelt es sich ja nicht um ein Radio, sondern um eine der Saunen in der Lausitztherme in Bad Liebenwerda. Immerhin singt nicht Rod selbst, sondern es spielt ein Orchester. Ich vermute stark, dass es sich um James Last handelt.

Aber möchte man in der Sauna wirklich die beschwingte Orchestermusik von James Last hören? Ganz sicher nicht. Es folgten weitere maritim gespielte Songs, die eigentlich zum Schunkeln einladen sollen. Aber in die Sauna kommt niemand zum Schunkeln.
Die anderen Leute unterhielten sich gerade darüber, dass die Lautsprecher lange kaputt waren. Nun seien sie wieder in Ordnung. Und ich denke: schade eigentlich. Mir wäre Ruhe lieber gewesen, als das Gesumse.

Aber ansonsten: Die Therme in Bad Liebenwerda ist – auch wenn sie arg weit weg von der Berliner Region liegt – sehr zu empfehlen. Mehr dazu voraussichtlich am 13. November.