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Markus Luca: Jugendliebe

Sonntag, den 24. Januar 2016
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SA 23.01.2016 | 1.06 Uhr (So.) | WDR4

Sehr geehrter Markus Luca,

hiermit weise ich Ihr Angebot zurück, die “Jugendliebe” mit einer neuen Version im Radio hören zu dürfen. Leider hat mich Ihr Angebot, das Sie bereits 2010 gemacht haben, erst heute erreicht – über die Sendung “Rhythmus der Nacht” bei WDR4 – bzw in meiner Empfangsregion auf Antenne Brandenburg. Ich muss das Angebot ablehnen.

“Jugendliebe” von Ute Freudenberg gehört zu den beliebtesten DDR-Hits, und es ist ein wunderschöner Song, und Frau Freudenberg hat das damals hervorragend gemacht.
Noch heute wird das Lied auf vielen, vielen Partys gespielt. Es lief sogar auf meinem Abiball 1998, und wir haben danach getanzt und mitgesungen.

Es besteht kein Grund, das Lied zu covern, weil – Sie können es nicht besser machen. Okay, Sie waren einst bei “Deutschland sucht den Superstar” dabei, sind dort irgendwann vor zehn Jahren unter die besten 15 (oder so) gekommen. Inzwischen konnten Sie sich in der Szene einen Namen machen (ich bin nicht die Szene, mir waren Sie bislang unbekannt). Und klar, da braucht man auch einen Erfolgshit, den man covern kann.
Aber bitte nicht diesen.

Wie auch an dieser Stelle schon mehrfach erwähnt, gibt es Evergreens, die ein Cover weder benötigen noch verdienen. Die “Jugendliebe” gehört dazu.
Also bitte nicht wiederwählen.

Herzliche Grüße.

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Unser Thema: Heimat – Was ist das?

Samstag, den 10. Oktober 2015
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DO 08.10.2015 | 19.05 Uhr | NDR1 Niedersachsen

Was ist Heimat? Und wo ist Heimat? Und warum ist Heimat Heimat?
Darum dreht sich die diesjährige ARD-Themenwoche. Leider die langweiligste, die es bisher gab – aber das eigentlich weniger wegen des Themas an sich.

“Heimat – Was ist das?” hieß am Donnerstagabend auch eine Radiosendung auf NDR1 Niedersachsen. Die Soziologin Nina Clara Tiesler (geballte Familienpower!) erzählte davon, wie ihre Familie gerade von Portugal nach Deutschland umsiedelte. Eine spannende Situation für sie, weil sie Migration live beobachten kann. Bleibt Portugal Heimat? Ist Deutschland nun auch Heimat für ihre Kinder? Sprache jedenfalls sei eine wichtige Sache, was die Heimat betrifft. Und Traditionen, Bräuche.
Eine interessante Sendung, die das Thema ganz gut beleuchtete.

Das kann man allgemein leider nicht sagen. Denn die ARD schmeißt in das Heimatthema sowie alle in den Dritten Programmen laufenden Regionalreportagen, die siowieso ständig laufen. Auf Antenne Brandenburg vom rbb ging es um Brandenburger Kochrezepte (auch was ganz Neues), die Primetime im Ersten ist vollgedonnert worden mit lahmen Schmunzelfilmchen zum Thema Heimat (passt ja irgendwie immer). Mich hat nur eine einzige Doku interessiert, “Der andere Blick auf unser Land”, die kam jedoch wieder sonstwann kurz vor der Nachtruhe und habe ich verpasst. Von der völlig verschenkten 12-Stunden-Doku ganz zu schweigen.
Liebe ARD: Klasse statt Masse. Und vielleicht mal auf aufregenderes Motto für die Themenwoche.

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ZAPPER VOR ORT: IFA 2015 in Berlin

Samstag, den 12. September 2015
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DI 08.09.2015 | Berlin, Messegelände

Ein paar Millimeter. So dick, oder eher so dünn sind die Fernseher der Zukunft. Und scharf. Also, das Bild. Staunend steht man vor diesen Dingern, sieht die gestochen scharfen Bilder und hört dem PR-Typen zu, der einem begeistert erzählt, dass man ihn ja locker an die Wand hängen könnte.
Sie gehören zu den Sensationen auf der Internationen Funkausstellung (IFA) in Berlin 2015.

Ich muss ja leider sagen, dass mich die ganze Technik eigentlich nicht so interessiert. Ich fand schon immer die Inhalte spannender, aber selbst in der Hinsicht hinke ich noch nach. Ich sehe fern und nehme auf, was ich sehen will, wenn ich nicht da bin. Oder schaue ab und zu in die Mediatheken. Streaming-Dienste haben mich noch nicht erreicht. Auch die sind auf der IFA vertreten, zeigen, was sie alles bieten und zu welchem Preis. Und alle sind sie begeistert…

Was es auf der IFA kaum noch gibt: Stars und Medien. Im Grunde ist nur noch die ARD in großem Rahmen auf der Messe vertreten. In Halle 2.2 präsentiert sich der Senderverbund. Projekte, Sender und Sendungen werden vorgestellt.
Zwei Leute aus dem Publikum – darunter ein Siebenjähriger – konnten mal üben, wie es ist “Tagesschau”-Sprecher zu sein. Maxi Arland durfte zwei seiner Songs playbacken. Und Giselle Vasco, die gerade als Hildegard Scholz in der “Lindenstraße” gestorben ist, erzählte, dass sie nicht freiwillig aus der Serie ausgeschieden ist.

Den Sommergarten bespielte die Antenne Brandenburg vom rbb mit Schlagern. Pe Werner sang am Dienstag vom “Kribbeln im Bauch”.
Am Sommergarten zeigt sich, dass die IFA was Promis und Stars angeht, verloren hat. In den 80ern und 90ern stand die dortige Bühne für große Nachmittagsshows von ARD und ZDF. Es war kaum ein Rankommen möglich, weil alles voll war. Und jetzt? Vielleicht 50 Leute stehen vor der Bühne und verfolgen die Antenne-Brandenburg-Show. Ein Trauerspiel.

Und sonst? Kinder probierten die neuesten Computerspiele aus. Die leiseste Wachmaschine aller Zeiten zog die Leute zu sich. Sogar Kochshows gibt es auf der IFA und Frauen, die zeigen, wie ein Staubsauger funktioniert.
Am Ende verbrachte ich die meiste Zeit in der ARD-Halle und verfolgte, was da auf der Bühne vor sich ging.
Für Technikfreaks ist die IFA weiter ein Muss. Wer Promis sehen will, kann fern bleiben…

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Werbung: Tank & Rast

Samstag, den 22. August 2015
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FR 21.08.2015 | 13.23 Uhr | Antenne Brandenburg

Das sind ganz schön harte Jungs, da bei der “Cobra 11″. Die Autobahnpolizisten aus der RTL-Serie rasen in ihren Autos, sie machen ordentliche Crashs, sie lassen es ordentlich krachen.
Was essen solche Leute? Sie stehen doch ganz bestimmt auf saftige, noch blutige Steaks. Was eben so harte Kerle in sich reinschlingen.

Dachte ich. Aber es ist alles anders. Die harten Jungs haben nämlich eine zarte Seite. Blutige Steaks? Nein! Knusperschnitzel! Wie niedlich.
Auf der rbb-Welle Antenne Brandenburg war am Freitagmittag der Spot der Autobahnraststätten-Kette Tank & Rast zu hören. Dort werben sie mit der Actionserie “Cobra 11″ und damit, dass die Männer auf Knnnnuuuusperschnitzel stehen.
Irgendwie passt das null zusammen.
Leute! Harte Jungs wollen Fleisch! Und kein Knnnuuuusperschnitzel von der Raststätte!

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hr1 16-19

Dienstag, den 2. Juni 2015
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MO 01.06.2015 | 16.05 Uhr | hr1

Viele öffentlich-rechtliche Radiosender sind zu Dudelwellen verkommen. Viel Musik, kaum noch Inhalt. Ein paar Leuchttürme gibt es dennoch, allerdings glauben die Radiomacher offenbar, dass sich jüngere Leute für Informationen nicht mehr interessieren.

Zum Beispiel hr1. Auf der Durchreise in Hessen schaltete ich mal wieder diesen Sender ein, der eigentlich eine ganz gute Mischung aus Musik und Information bringt. Pro halbe Stunde gibt es in der Regel zwei mehr oder weniger spannende Wortbeiträge – besonders in der Nachmittagsschiene “16-19″.
Aber dauerhaft? Das würde mir schwerfallen. Denn die Infos, die hr1 bringt, sind aktuell. Was die Musik angeht, muss der Sender aber vor 20 Jahren stehengeblieben sein. Nach einem 80er-Hit, gibt es einen aus den 60ern, gefolgt von einem der 90er. Und so weiter. Irgendwas aus den Charts? Sehr, sehr selten. Oder wenigstens mal was aus den vergangenen fünf Jahren? Mangelware.

Klar, der hr hat junge Programme. Dort gibt’s neben den Hits aber nur häppchenweise Informationen. Deshalb denkt man wohl, weil sowieso kaum ein junger Mensch zuhört, kann man sich auf Musik-Oldies beschränken. Im Grunde könnte hr1 um 1995 genauso geklungen haben wie heute auch noch.

Der hr ist da aber nicht allein. Der rbb wirbt gern mit seiner Antenne Brandenburg und den vielen Infos aus dem Land, die es dort gibt. Und in der Tat laufen dort Magazine mit Nachrichten und Reportagen aus Brandenburg. Aber mal abgesehen davon, dass diese Reportagen inzwischen auch zu Häppchen verkommen sind – die Musik auf der Antenne Brandenburg ist nahezu unerträglich. Schlager, Schlager und Schlager. Hält kein Mensch unter 50 auf Dauer aus.
Auch beim rbb setzt man offenbar nicht darauf, dass junge Zuhörer eine Musik-und-Info-Radiowelle schätzen würden.

Der rbb mit seinen Schlagern und der hr mit seinen jungen und alten Oldies. Zwei Sender, die mich, was die Wortbeiträge angeht, eigentlich ansprechen, musikalisch aber langfristig abtörnen.

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Hallo Brandenburg: Wettergespräch

Sonntag, den 25. Mai 2014
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FR 23.05.2014 | 13.25 Uhr | Antenne Brandenburg

Wer heute beim Radio arbeitet und Sendungen moderiert, hat oft nicht mehr sehr viel zu tun. Ein paar Knöpfe drücken, Musik abspielen, ein paarmal den Sender nennen und fertig. Ach ja, und Interviewfragen vorlesen und hoffen, dass der Interviewte sich an das vorgeschriebene Schema hält.

Hat beim Wettergespräch am Freitagmittag auf der rbb-Dudelwelle Antenne Brandenburg nicht ganz so funktioniert. Da sprach der Moderator mit einem Wetterexperten. Aber zugehört hat er ihm nicht. So erzählte der Wettermann, dass das angekündigte Unwetter sich eher im Osten Brandenburgs austoben könnte. Woraufhin der rbb-Journalist wissen wollte, ob denn noch mit Unwettern zu rechnen sei. Und wo denn genau. Vermutlich stand die Frage einfach noch auf dem Zettel, da kann man einfach keine Rücksicht drauf nehmen, dass der Interviewpartner die Frage schon beantwortet hat, bevor sie gestellt wurde. Wirkte leider überhaupt nicht professionell.

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Jürgen Drews: Hey, wir woll’n die Eisbär’n seh’n!

Sonntag, den 22. September 2013
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SA 21.09.2013 | 1.42 Uhr (So.) | WDR4

Lieber Jürgen Drews!
Es ist ja nett, dass Sie die Hits anderer bekannter Bands covern, und Sie haben ja schon ein bisschen dazu gelernt.
Im vergangenen Jahr coverten Sie gemeinsam mit der Hermes House Band den Puhdys-Hit “Hey, wir woll’n die Eisbär’n seh’n!” – auf Englisch. Das ganze nannte sich dann “Hey, we’re gonna rock this Place”. War nett, aber die Fans sangen dann doch den deutschen Text mit.
Inzwischen singen auch Sie die deutsche Eisbär’n-Version. Sie lief in der Nacht zu Sonntag im “Rhythmus der Nacht” bei WDR4. Nur leider macht Sie das nicht cooler.

Die Puhdys haben den Song als Hymne auf die Eisbären geschrieben, die Berliner Eishockeyspieler, und das passt irgendwie. Und jetzt kommen Sie und singen “Wir haben die Eisbär’n so gern”. Das nehme ich Ihnen einfach nicht ab. Okay, wenn ich das Ding mitgröle, dann auch nicht wegen der Eisbären, aber es sind eben die Puhdys, die diesen Song zum Kulthit gemacht haben.
Bei Ihnen, Herr Drews klingt das irgendwie billig, und eigentlich ging es sowieso nur darum, sich an den Erfolg dieses Liedes dranzuhängen.

Ich höre dann doch lieber weiter die Puhdys. “Hey, wir woll’n die Eisbär’n seh’n! Ohohohoho!”