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Sound of Metal

Montag, den 17. Mai 2021
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FR 14.05.2021 | Amazon Prime Video

Ruben liebt es laut. Sehr laut! Extrem laut!
Mit seiner Freundin Lou tourt er vom Club zu Club. Unter dem Namen Blackgammon spielen sie harte, laute Metalmusik.
Als sie auf einen Soundcheck warten, kommt es für Ruben jedoch zur Katastrophe – er bekommt einen Hörsturz. Ohrensausen. Druck auf den Ohren. Aber vor allem: Er hört kaum noch was.
Der Arzt bescheinigt ihm einen 75-prozentigen Hörverlust. Und er rät ihm, sofort dafür zu sorgen, das Ohr nicht mit noch mehr Lärm zu belasten. Doch danach gibt Ruben noch mal ein Konzert – und will es auch nicht lassen. Lou muss ein Machtwort sprechen.
Ruben kommt in eine Wohngemeinschaft mit lauter Gehörlosen. Zunächst fühlt er sich dort ausgeschlossen, doch als er die Gebärdensprache lernt, beginnt er, sich einzuleben. Allerdings: Er hat immer noch das Ziel, wieder zu hören – mit einem Implantat.

Unter der Regie von Darius Marder entstand der Film “Sound of Metal”, der wegen der Coronapandemie nicht ins Kino kam und nun bei Amazon Prime Video zu sehen ist.
Auf beeindruckende Weise zeigt er, was eigentlich mit einem Menschen passiert, der plötzlich kaum noch was hört. Wie klingt das? Wie fühlt sich das an? Alles klingt dumpf, weit weg. Für Ruben geht eine Welt unter, er muss sich völlig neu orientieren – und sich überlegen, wie sein Leben weitergehen soll. Denn die moderne Technik kann auch nichts endgültig reparieren.
Dafür gab es auch den Oscar u.a. für den besten Ton. Für das akustische Darlegen der einsetzenden Taubheit.

-> Der Film bei Amazon Prime Video

Hits: 187

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Voyagers

Sonntag, den 16. Mai 2021
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FR 14.05.2021 | Amazon Prime Video

Das Leben auf der Erde ist gefährdet, und deshalb hält die Wissenschaft nach Alternativen Ausschau. Und sie wird fündig. Es gibt einen Planeten, in der Ferne des Weltalls, auf dem offenbar menschliches Leben möglich ist.
Das Raumschiff “Humanitas” soll dorthin geschickt werden. Allerdings dauert es 86 Jahre, bis es dort ankommt. Die Mannschaft besteht aus Menschen, die extra dafür gezüchtet worden sind. Sie haben nie die Freiheit, die Weite der Erde erlebt und sollen ausschließlich im Raumschiff leben, um es zum anderen Planeten zu bringen. Sie müssen sich fortpflanzen, damit irgendwann die Enkel.
Mit an Bord ist Richard, der gewissermaßen der Pflegevater dieser 30 Retortenbabys ist, die zehn Jahre später zu Teenager geworden sind. Einer von ihnen, Christopher, entdeckt eines Tages, dass man ihnen jeden Tag eine unbekannte Substanz einflößt. Es soll sie emotionslos machen. Nicht nur Christopher beschließt, das Getränk nicht mehr einzunehmen. Der Beginn eines Kontrollverlustes?

“Voyagers” erzählt die Geschichte einer Weltraumreise, die minutiös geplant ist, dann aber droht, aus dem Ruder zu geraten. Menschen werden extra dafür gezüchtet, ihre Aufgabe zu erledigen. Ihre Gefühlslage ist gedeckelt, sie sollen einfach alles tun, um ihre Mission zu erfüllen. Doch als sie dahinter kommen, wie man sie manipuliert, versuchen sie Herr der Lage zu werden.
Das wird auf eine sehr spannende Weise erzählt. Einerseits ist es ein faszinierendes Gedankenexperiment, wie eine solche Weltraummission ablaufen könnte, aber auch, was passiert, wenn doch nicht alle so funktionieren, wie es geplant ist.
All das passiert auf dem Raumschiff, in dem die jungen Leute gefangen sind. Es ist also eine sehr begrenzte Welt, in der der Film spielt. Die Faszination und die Spannung können zwar nicht ganz bis zum Ende gehalten werden, dennoch ist “Voyagers” für einen spannenden Fernsehabend geeignet.

-> Film und Trailer auf Amazon Prime Video

Hits: 189

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LOL – Last One Laughing

Samstag, den 3. April 2021
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DO 01.04.2021 | Amazon Prime Video

Zuzusehen, wie Menschen nicht lachen dürfen – das bringt einem zum Lachen!
Ich habe es vorher nicht geglaubt und war skeptisch.
Es gab mal eine Show, in der die Kandidaten vorher sehr, sehr lange wach waren, und es ging in der Show darum, nicht einschlafen zu dürfen. Das sorgte allerdings dafür, dass die ganze Show sehr schnarchig wirkte – weil ja alle so müde waren.
Und nun kommt also Amazon Prime Video mit einer Show, in der lauter Promiente in einem Raum sitzen und auf gar keinen Fall lachen dürfen. Nicht mal lächeln ist okay.
Was soll da also rauskommen, wenn komische Leute nicht komisch sein dürfen?
Die Antwort: Unfassbar komisches und wirklich lustiges Fernsehen!

Am Donnerstag startete beim Streamingdienst Amazon Prime Video “LOL – Last One Laughing”. Das Konzept: Anke Engelke, Barbara Schöneberger, Carolin Kebekus, Max Giermann, Kurt Krömer, Wigald Boning, Torsten Sträter, Rick Kavanian, Mirco Nontschew und Teddy Teclebrhan werden sechs Stunden in einem Raum eingesperrt. Dort dürfen sie an sich machen, was sie wollen. Sie können auf einer kleinen Bühne eine Comedynummer präsentieren, sie können sich Perücken aufsetzen oder Grimassen ziehen. Hauptsache keiner lacht!
Bully Herbig überwacht die Leute. Lacht einer, gibt es einen Alarm. Wer zweimal lacht, muss gehen.

Die ersten beiden Folgen sind online – und es ist das wohl lustigste Format in diesem Jahr. Denn einer Barbara Schöneberger dabei zuzusehen, wie sie ständig irgendwas zu essen in sich reinstopft, nur um beschäftigt zu sein und nicht lachen zu müssen, ist komisch. Oder Kurt Krömer, der schon schwitzt, weil das Nicht-Lachen so anstrengend ist. Alle leiden sie. Körperlich! Alle haben sie ihre Nicht-Lachen-Methode. Das ist so lustig, dass man als Zuschauer das darf, was die anderen nicht dürfen: lachen!

-> Die Sendung bei Amazon Prime Video

Hits: 188

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Der Prinz aus Zamunda 2

Sonntag, den 7. März 2021
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FR 05.03.2021 | Amazon Prime Video

33 Jahre. Es war 1988, da begeisterte “Der Prinz aus Zamunda” Zuschauer aus aller Welt. Eddie Murphy spielte den verwöhnten Prinz, der zu seinem 21. Geburtstag verheiratet werden soll. Weil ihm aber die Unterwürfigkeit der Frau, die ihn heiraten soll, nicht passt, bricht auf auf eine Reise auf. Mit seinem königlichen Diener und besten Freund reist er in die USA, um sich dort zu verlieben.
Das war damals leichte Unterhaltung und war oft ziemlich lustig.

Nun haben wir 2021, und es gibt eine Fortsetzung. Waren Filme erfolgreich und hatten sie nie eine Fortsetzung, dann fordern Fans die immer wieder. “Dirty Dancing” ist so ein Fall, wo aber unklar ist, wie das nach so langer Zeit und ohne Patrick Swayze gehen soll.

Am Freitag ist “Der Prinz aus Zamunda 2” bei Amazon Prime Video gestartet. Da steht Prinz Akeem kurz vor der Königskrönung, sein Vater liegt im Sterben. Als er aber erfährt, dass er in New York einen Sohn hat, reist er dort hin, um ihn kennenzulernen. Er soll der neue Prinz werden.

Die Ernüchterung kommt ziemlich schnell. Denn irgendwie scheinen die Autoren in diesem Film vergessen zu haben, gute Gags ins Drehbuch zu schreiben. Die Handlung plätschert in den ersten Minuten müde vor sich hin. Das mit der Plätscherei wird allerdings später nicht viel besser. In der Geschichte gibt es kaum besonders spannende Wendungen, es ist alles ziemlich vorhersehbar. Der Gag, dass Eddie Murphy und Arsenio Hall im Barbershop diverse Rollen spielen, ist 2021 nicht mehr wirklich neu oder gar lustig.
Erschwerend kommt hinzu, dass Eddie Murphy eine scheinbar recht lustlose Synchronstimme hat, die nicht zu passen scheint. Es ist dieselbe Stimme, wie sie Ryan Reynolds in Deutschland hat – und da eigentlich durchaus wandelbar ist. Das Talent scheint bei den kleinen Nebenrollen, die Murphy spielt, durch. Bei Murphys selbst kaum.
So ist “Der Prinz aus Zamunda 2” am Ende doch eine große Enttäuschung, und die Erkenntnis ist, dass Fortsetzungen nach 33 Jahren nur sehr selten funktionieren. Wenn überhaupt.

-> Der Film auf Amazon Prime Video

Hits: 159

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Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

Montag, den 1. März 2021
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SA 27.02.2021 | Amazon Prime Video

1978 schockte das Magazin “stern” die (West-)Deutschen mit der Geschichte von Christiane F. In einer 12-teiligen Serie wurde im Magazin geschildert, wie das Mädchen in die Drogenszene rund um den Bahnhof Zoo in West-Berlin geraten ist. Im Herbst desselben Jahres erschien der biografische Bericht als Buch: “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo”. 1981 kam der Film, der die Geschichte erzählt.
Das Buch wurde Pflichtlektüre in der Schule, der Film stand schnell dafür, welche grauenvolle Folgen der Konsum von Drogen haben kann.
2021 kam das Remake: Auf Amazon Prime Video gibt es die 8-teilige deutsche Serie “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo”.

Die Geschichte ist bekannt. Christiane hat zu Hause mehr und mehr Probleme. Die Familie lebt in einer Hochhaussiedlung, die Unzufriedenheit ist groß. Als der Vater beginnt, seine Frau zu schlagen, eskaliert die Lage – Christiane sucht in der Disco “Sound” nach Zerstreuung. Durch ihre Freunde gerät sie mehr und mehr in einen Drogensumpf.
So geht es am Ende ihrer ganzen Clique mit Stella, Axel, Benno, Babsi und Michi. Benno wird Christianes Frund, muss aber anschaffen gehen. Babsi braucht Geld für die Drogen und lässt sich auf einen älteren Herren ein. Axel schafft zwar seine Lehre, kann sich den Drogen aber nicht entziehen.

Ohne Frage, “Wir sind vom Bahnhof Zoo” ist modernes, grundsätzlich erstmal sehenswertes Serienfutter. Es dauert ein bisschen, bis die Drogenproblematik wirklich in den Vordergrund tritt. Dabei schafft die Serie durchaus eine Identifikation mit den Figuren. Eine gewisse Spannung sorgt dafür, dass man wissen will, wie es weiter geht.
Allerdings muss sich die Serie den Vergleich mit dem Film durchaus gefallen lassen, aber auch unabhängig davon gibt es Kritikpunkte.

Grundsätzlich ist die Serie jedoch sehr weichgespült. Sie traut sich zu wenig. Sie schockiert kaum. Sicherlich, es wird gezeigt, was Drogen anrichten. Auch die verschiedenen Arten der Drogen werden gezeigt. Die Hochstimmung und der tiefe Stimmungsfall. Aber wirklich hart zur Sache geht es nicht. Nicht wegen der Sensation, sondern weil die Serie erstaunlich selten den Eindruck macht, dass es sich beim Gezeigten wirklich um ein großes Problem handele. Das West-Berlin am Bahnhof Zoo wirkt erstaunlich sauber. Das alte Berlin war viel dreckiger, abgerockter, und gerade die düstere, triste Atmosphäre der Hinterseite des Bahnhofs Zoo erschließt sich in der Serie überhaupt nicht. Das Setting ist zu sauber, wie aber auch die Darsteller. Alles wirkt immer noch glatt und harmlos. Die Discothek “Sound” wirkt ein ein relativ moderner Club und nicht wie ein verrauchte, enge, dreckige Disco. Während der Film Erschütterung und einen gewissen Ekel auslöste, bleibt das in der Serie aus.
Dass die Serie Mitte/Ende der 70er spielen soll, ist nicht immer glaubhaft. Die Frage ist sowieso, ob es nicht interessanter gewesen wäre, die Geschichte ins Jetzt zu bringen. Zu schauen, wie das heute funktioniert.

Bei längerem Hinschauen ist auch der Cast nicht gut ausgewählt. Alle spielen gut, einige sehr gut. Jana McKinnon spielt Christiane, Michelangelo Fortuzzi ihren Freund Benno. Aber die Jugendlichen sind durchweg viel zu alt. Sie sollen 12-Jährige darstellen, höchstens 14 sollen sie sein. Die Darsteller sind viel älter. Es war ja gerade das Schockierende an der Geschichte, dass sie so jung waren – Stichwort: Babystrich. Christianes Vater dagegen wirkt zu jung, so dass man sich fragt, ob die Geschwister sind.

So bleibt am Ende einerseits das Gefühl, eine Serie gesehen zu haben, die auf verschiedene Weise unterhaltend ist. Aber eben auch der schale Eindruck, dass die Umsetzung dann doch halbherzig war.

-> Die Serie und Trailer auf Amazon Prime Video

Hits: 208

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BILD.Macht.Deutschland?

Dienstag, den 19. Januar 2021
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MO 18.01.2021 | Amazon Prime Video

So ein Jahr kann einem schon sehr lang vorkommen. So kann man auch schon mal behaupten, man begleite die BILD ein Jahr lang, obwohl es nur ein gutes halbes Jahr war. Aber diese Überhöhungen und Übertreibungen, damit die Schlagzeile besser klingt, kennt man ja von Deutschlands größter Boulevardzeitung. Denn ist Amazon Prime Video mehr oder weniger unbeabsichtigt ein echter Doku-Coup gelungen.

“BILD.Macht.Deutschland?” heißt die 7-teilige Doku, die der Streamingdienst kurz vor Weihnachten online stellte. Der Zuschauer ist ganz nah dran am Redaktionsgeschehen bei der BILD in Berlin, aber auch auf Recherchereisen und anderen Vor-Ort-Terminen.
Das Doku-Team kam gerade rechtzeitig zum Beginn der Pandemie, um zu zeigen, wie die BILD-Leute mit dem Beginn der Krise umgegangen sind. Abstand halten? Maske tragen? In der Redaktion? Am Anfang schien das noch lustig, vielen ging es dabei nicht anders. BILD-Chef Julian Reichelt poltert in der Sitzung, dass man nicht wisse, wo eigentlich die vielen Reporter seien. Draußen sei ihr Homeoffice.
Zigarette qualmend und hinter einem extrem mülligen (also für Redaktionsverhältnisse normalen) Tisch sitzt und dirigiert.

Es waren 2020 zwei große Aufreger-Themen rund um die BILD, die groß diskutiert worden sind. Da gab es einerseits den Zoff um den Virologen Christian Drosten. Das Doku-Team ist hautnah dabei, als Entscheidungen gefallen sind, als der durchaus berechtigte Sturm der Entrüstung auf die Redaktion zurückfiel. Zu sehen ist eine diskutierende Mannschaft, in der längst nicht alle einer Meinung sind. Und ein Julian Reichelt, der Drosten schon deshalb misstraut, weil so viele auf ihn hören. Lieber hätte Reichelt, man höre auf ihn und die BILD.
Als die BILD nach einer Familientragödie in Solingen den WhatsApp-Chat zweier Minderjähriger veröffentlichte, herrschte ebenfalls Empörung. Im Großen und Ganzen sieht Reichelt, so sagt er es in der Doku, keinen Fehler, auch intern gibt es da durchaus Gegenwind.

Das Doku-Team ist auch dabei, um den Aufbau des BILD-Fernsehens zu beobachten, es ist bei Coronaleugner-Demos dabei, im Bundestag und selbst bei einer Kriegsrecherche.
Das alles ist für Medieninteressierte in höchstem Maße spannend. An einigen Stellen kommen auch Kritiker zu Wort. Warum sie zu BILD gehen, obwohl die Zeitung mitunter schwierig sei. Bei den Skandalen und inneren Querelen bleibt die Doku aber im Hause BILD. Das kann man kritisch finden, aber andererseits geht es ja gerade darum, sich selbst ein Bild von den Ereignissen zu machen. Die Doku zeigt. Die Kritik kommt vom Zuschauer.
So gibt es dann auch Momente, die durchaus beeindrucken, die verwundern, manchmal auch abstoßend sind. Wer BILD hasst, wird in dieser Doku viele Gründe dafür finden. Wer einfach nur spannend findet, wie Boulevard-Journalismus gemacht wird, erfährt in dieser Doku sehr viel.
So ist der Titel der Dokureihe so doppelbödig wie die Zeitung selbst: “BILD macht Deutschland” – so wie es die BILD gern hätte. Und: “BILD. Macht. Deutschland.” Denn darum geht es auch in dieser Doku. Um die Zeitung. Um die Macht, die sie haben kann und haben will. Und um Deutschland in einer spannenden Zeit.

-> Die Doku bei Amazon Prime Video

Hits: 221

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Binge Reloaded

Samstag, den 5. Dezember 2020
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FR 04.12.2020 | Amazon Prime Video

Es wurde mal wieder Zeit für Fernsehparodien! Die “Switch”-Reihe nimmt mal wieder mit neuem Namen einen Anlauf.
Gestartet als “Switch” sorgte die Reihe zwischen 1997 und 2000 bei ProSieben für Furore, zwischen 2007 und 2012 hieß sie “Switch Reloaded” und zog damalige Sendungen durch den Kakao.
Jetzt, 2020, kehrt die Reihe unter dem Titel “Binge Reloaded” bei Amazon Prime Video zurück. Der Titel ist folgerichtig, denn geswitcht wird ja immer weniger, stattdessen surft man durch die Mediathek und bingt Serien, also man schaut zig Folgen am Stück.

Michael Kessler ist auch bei der Neuauflage dabei, ebenso Martin Klempnow, plus viele weitere neue Comedians wie Joye Ilg und Tahnee.
Aber was parodiert man denn heutzutage so, um damit ein möglichst breites Publikum zu erreichen? Viele Serien in den Streamingdiensten sind immer noch Nischen, auch wenn scheinbar viele Leute darüber reden. “The Witcher”, “Wikings” oder “The Handmaid’s Tale” werden in den acht Folgen der Comedy ebenso durch den Kakao gezogen wie Oliver Welke in der “heute show”, “Das Sommerhaus der Stars”, wo Angela Merkel einzieht, Florian Silbereisen auf dem “Traumschiff” oder “Kitchen Impossible”.
Es ist also ein Spagat, der hier versucht wird – das große Massenfernsehen und die kleinen Nischen.

Das funktioniert so mittel. Wer die parodierten Serien nicht kennt, findet auch die Gags nicht besonders lustig. Im Fall von Welke und der “heute show” funktioniert der Witz schon deshalb nicht, weil die “heute show” und Welke einfach zu gut sind, als dass man sie parodieren könnte.
Ziemlich lustig ist es dagegen, wenn Merkel ins Sommerhaus zieht, Tim Mälzer rumprollt oder Carsten Maschmeier in der “Höhle der Löwen” einfach nicht lachen kann.
Tahnee ist eine echte Entdeckung, sie spielt allerdings Ruth Moschner (und sieht ihr so ähnlich), dass es fast unheimlich ist.

Ein bisschen schwierig ist “Binge Reloaded” dann, wenn ziemlich unterirdische Schwulenwitze gemacht werden (wenn schon, dann lustig!), auch einen Ross Antony kann man satirisch sicherlich noch anders anpacken.
So hat “Binge Reloaded” seine Höhen und Tiefen. Grundsätzlich ist es aber schön, dass es das wieder gibt. Gern mehr davon!

-> Die Reihe bei Amazon Prime Video

Hits: 417