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ZDF-Sport extra – Fußball-Relegation 2020 – 2./3.Liga

Mittwoch, den 8. Juli 2020
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DI 07.07.2020 | 18.00 Uhr | ZDF

Inzwischen wird schon wieder fast zwei Monate lang in Deutschland Profifußball gespielt. Mittlerweile haben wir uns fast daran gewöhnt, dass es bei den Live-Übertragungen nicht mehr so laut ist, dass man stattdessen besser mitbekommt, was auf dem Feld so gesprochen wird.

Am Dienstagabend übertrug das ZDF die Relegation der 2. und 3. Liga: das Hinspiel zwischen Nürnberg gegen Ingolstadt. Und wir als Zuschauer sind tatsächlich mittendrin. Wir hören, wenn Spieler meckern. Wenn Spieler schreien, dass man doch den Ball ins Aus geben soll, weil jemand verletzt auf dem Feld liegt. Wir hören Diskussionen, und wir hören auch, wie und auf welche Weise Spieler diskutieren.
Das ist spannend! Es sind Einblicke, die man unter normalen Umständen gar nicht bekommt, weil das alles gnadenlos übertönt wird. Es geht im Lärm sehr viel mehr unter – das merkt man erst jetzt.

Und man konnte am Dienstagabend den Unterschied merken. Denn parallel übertrug auch Amazon Prime Video dasselbe Spiel. Der Unterschied: Im ZDF gab es den Originalton, bei Amazon Prime Video eine künstliche akustische Stadionatmosphäre. Das klang irgendwie vertraut, und man muss den Tonleuten auch zugestehen, dass sie es ziemlich gut hinbekommen, die Emotionen gut der Situation anzupassen. Allerdings sieht man in vielen Kameraeinstellungen aber natürlich trotzdem, dass das Stadion leer ist. Und ein leeres Stadion mit jubelnden Leuten – das passt irgendwie nicht. Man hat sich auch an die Stille schon gewöhnt…

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SCHW31NS7EIGER – Memories. Von Anfang bis Legende

Mittwoch, den 17. Juni 2020
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MO 15.06.2020 | Amazon Prime Video

Bastian Schweinschweiger. Fußball-Weltmeister. DFB-Pokalsieger. Deutscher Fußballmeister. In seinem Leben als Sportler hat er viele Pokale gewonnen, und noch heute gehört er zu den bekanntesten Fußballern in Deutschland. Viele Jahre spielte er beim FC Bayern München. 2019 beendete er seine Karriere.
Der Produzent Til Schweiger hat nun eine Dokumentation über Schweinsteiger gedreht, unter der Regie von Robert Bohrer. Die Doku ist beim Streamingdienst Amazon Prime Video zu sehen.

Schweinsteiger spielt in Rosenheim Fußball, als er dort von Talentscouts des FC Bayern München entdeckt wird. Dort beginnt er eine lange Karriere, 17 Jahre lang bleibt er beim Verein.
Der Film erzählt von seinem Aufstieg, aber auch von schmerzhaften Niederlagen. Vom verschossenen Elfmeter beim Champions-League-Finale dahoam – aber auch ausführlich von der Fußball-WM 2014 und von seinem verbissenen Kampf im dramatischen Finale.
Zu Wort kommen dabei auch diverse Weggfährten – von Oliver Kahn über Felix Neureuther bis zu Lukas Podolski – und Til Schweiger.

Letzteres wirkt in dieser Doku ein wenig seltsam, aber als Freund von Schweinsteiger und Produzent hat Schweiger natürlich auch einiges zu erzählen.
“SCHW31NS7EIGER – Memories. Von Anfang bis Legende” heißt die Doku und drückt aus, worum es im Film geht. Darum, wie aus dem Bastian die Legende wurde. Dass eine solche Doku letztlich eher unkritisch ist, davon kann man ausgehen. Dennoch ist es interessant zu sehen, wie keck sich der jugendliche Bastian beim FCB hochspielte – und auch, wie er mit Niederlagen kämpfte.
Deshalb ist diese Doku meistens recht kurzweilig. Hier und da vielleicht ein bisschen zu viel und zu laute Hintergrundmusik. Aber gerade Schweinsteigers Fans können sich über die Erinnerungen freuen.

-> Die Doku bei Amazon Prime Video

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Bundesliga live: Hertha BSC Berlin – Union Berlin

Dienstag, den 26. Mai 2020
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FR 22.05.2020 | 20.20 Uhr | Amazon Prime Video

Früher, da kann sich wahrscheinlich kaum noch jemand dran erinnern, da herrschte im Fußballstadion während der Bundesliga-Spiele immer so ein Grundrauschen. Im Berliner Olympiastadion zum Beispiel. Da saßen dann schon mal 70.000 Menschen, um zuzusehen. Und fiel ein Tor, da schwoll die Lärmkurve steil an, und der Jubel war riesig. Und oft sangen die Leute auch, wenn dann riesige Chöre anstimmen, dann hatte das was Besonderes.
Früher, wie gesagt. Lange her.

Am Freitagabend übertrug der Streamingdienst Amazon Prime Video live das Bundesliga-Spiel zwischen Berlin und Berlin. Zwischen Hertha BSC und Union. Zwischen Westend und Köpenick. Eigentlich der ganz große Höhepunkt im Berliner Fußballkalender.
Und wieder: Da war dieses Grundrauschen. Allerdings kam es nicht von singenden Menschenmassen, sondern vom Regen, auf das Hallendach niederprasselte. Ein schöner, heftiger Regenschauer, und ein fast beruhigendes Rauschen.
Aber immerhin irgendwelche Geräusche.

Auch das Berlin-Derby musste wegen der Sicherheitsmaßnahmen rund um das Coronavirus ohne Publikum auskommen. Dass Hertha am Ende 4:0 gewann, wurde sicherlich bejubelt – aber nur zu Hause, bei den Fernsehzuschauern, wenn man Hertha-Fan ist.

Fans sagen, dass sei nicht mehr der Fußball, den sie lieben. Es sei so still, alles wirke wie ein Trainingsspiel. Und mal abgesehen von der grundsätzlichen Diskussion über den Fußball in der Coronakrise – könnte sich nicht einfach auch ein Gewöhnungseffekt einstellen? Immerhin geht es um den Fußball. Und fällt ein Tor für die richtige Mannschaft, ist das ja trotzdem toll. Und nur weil aus dem Fernsehlautsprecher kein Applaus dringt, ist es nicht mal gut?
Auch alle Show im Fernsehen müssen seit mehr als zwei Monaten ohne Live-Publikum auskommen. Die “heute show” ist lacher- und applausfrei. Und auch daran haben wir uns gewöhnt, weil es in der Sendung weniger um die Atmosphäre geht, sondern um die Gags. Sind die gut, ist die Sendung gut.
Und ist das beim Fußball anders? Istd er Hertha-Sieg schlechter, weil keiner im Stadion war? Gucken die Fußballfans den Fußball doch nicht wegen des Fußballs, sondern wegen der Stimmung?

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Bibi & Tina

Montag, den 20. April 2020
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SA 18.04.2020 | Amazon Prime

Bibi und Tina. Kennen wir doch alle. Zumindest geht Serienschöpfer Detlev Buck davon aus, denn seine neue Version der Mädchen- und Pferdereihe beginnt komplett ohne Einleitung oder Vorgeschichte. Wer diese Serie schaut, der weiß, worum und um wen es geht.
Aber sicherlich hat Buck damit absolut recht. Die Geschichte um die Junghexe Bibi Blocksberg und ihre Freundin Tina Martin, die auf dem Martinshof lebt, ist bekannt. Immer in den Ferien ist Bibi dort und erlebt mit den Pferden und den Freunden Abenteuer.
Es gibt zig Hörspiele, eine Zeichentrickserie, und vier Filme hat Detlev Buck ins Kino gebracht. Nun geht die Story mit kompletten neuen Darstellern und zehn Folgen bei Amazon Prime weiter. Und: Es funktioniert ganz wunderbar.

Auf dem Martinshof gibt es Probleme. Es gibt kaum noch Wasser, im Brunnen ist es trocken, und die Bohrungen führen zu Geldsorgen. Die Martins bangen um ihre Existenz, und ihr Verpächter, Graf Falko von Falkenstein, ist da nicht wirklich eine Hilfe. Auf dem Hof taucht unterdessen Chico auf. Er hat ein Geheimnis, freundet sich aber schnell mit Bibi, Tina und ihrem Freund Alexander an.

Während die Hörspiele eher etwas für Kinder sind, richtet sich die Serie “Bibi & Tina” eher an ältere Kinder und Jugendliche, und auch mitschauende Erwachsene müssen sich nicht schämen, wenn sie zugeben, dass sie Spaß daran haben. Die Geschichten sind jugendgerecht, es geht um die Themen des Lebens. Wirtschaftliche Sorgen, Umweltschutz, aber auch um die Liebe, um Teenagerkram, Toleranz und Freundschaft.
Auch wenn sie natürlich immer wieder bedroht ist, handelt es sich um eine im positiven Sinne heile Welt, was gerade momentan ein echter Gewinn ist.
Die Darsteller, Katharina Hirschberg und Harriet Herbig-Matten als Bibi und Tina, harmonisieren wunderbar. Sie werden ergänzt durch Benjamin Weygand und Christoph Moreno, die Alexander und Chico spielen.
In jeder Folge gibt es außerdem Songs – an den wieder Peter Plate mitgewirkt hat -, bei denen man schon mal mitwippt, und so ist “Bibi & Tina” eine schöne Abwechslung im Fernsehalltag, bei der gerne an einer weiteren Staffel gearbeitet werden darf.

-> Die Serie bei Amazon Prime

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Das war 2019!

Dienstag, den 31. Dezember 2019
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Das Medienwort des Jahres ist vermutlich 2019 ein Name: Greta. Greta Thunberg ist 16, Schwedin und die wohl bekannteste Umweltaktivistin unserer Zeit. Kommt Greta ins Spiel, dann werden alle nervös. Die Medien, weil sie mit Greta-Artikel wieder Klicks bekommen. Die Fans, weil sie Greta für alles feiern. Die Hasser, weil sie Greta für alles, nun ja, hassen.
2019 ist das Jahr – wie auch 2018 und 2017 und … – der Shitstorms, deren Wellen in immer kürzen Abständen durch das Web rollen. Immer wieder ist irgendwo die Empörung groß, weil irgendwer irgendwas gesagt hat, was irgendwer aus irgendwelchen Gründen ganz schlimm fand.

Schlimm findet die CDU im Jahr 2019 das Internet aber auch. Ein gewisser Rezo ist es, der auf Youtube vor der Europawahl von der “Zerstörung der CDU” spricht. Bis Jahresende hat das Video 16,49 Millionen Klicks, darin zählt Rezo die Versäumnisse der Politik auf, gerade in Sachen Umweltbelange. Man solle doch nicht die CDU wählen, und die SPD eigentlich auch nicht, die AfD ebenfalls nicht.
Das schlägt Wellen, nicht nur bei dem Wahlergebnis. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer spricht danach davon, dass es ja nicht sein könne, dass Youtuber auf diese Weise Wahlen beeinflussen wollen.
Die CDU will mit einem Antwortvideo kontern. Philipp Amthor soll es richten, und das Video wird so geil, dass es danach nicht veröffentlicht wird. PR-Desaster. Genau wie das Monate danach gestartete Youtube-Format “CSYou”.
Aber mit PR-Desaster kennt sich Annegret Kramp-Karrenbauer aus. Ende Februar tritt sie beim SWR im “Stockacher Narrengericht” als Klofrau auf – wie jedes Jahr. Mit Witzen über das dritte Geschlecht – “Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen.” – sorgt sie für Zoff. Darf sich eine so hohe Politikerin so über Randgruppen lustig machen? Das ist die Frage.

Und worüber dürfen sich eigentlich Komiker noch lustig machen? Über Frauen mit Doppelnamen jedenfalls nicht. Kramp-Karrenbauer. Bernd Stelter bekommt beim “Karneval in Köln” jedenfalls Besuch auf der Bühne. Eine Zuschauerin teilt ihm Auge in Auge mit, dass sie seine Doppelnamen-Gags irgendwie doof findet. Nur eine Woche später stürmt eine Frau die Bühne des “Moma-Cafés” des ZDF-Morgenmagazins. Sie wollte wissen, ob denn hier eigentlich alle einen anlügen, sie sprach von Lügenpresse, Lügenfresse und wollte fragen, ob bei ihr die Mainzelmännchen zu Hause seien. Alles ganz wichtige Fragen, die dringend geklärt werden müssen.

Oh, Moment: Greta hat wieder was gesagt. Sie fordert mehr Panik. Wichtige Sondermeldung. Es folgen Lob und Empörung.

Apropos Empörung: Rammstein hat sich was Dolles geleistet. In einer Vorschau für den Song und das Video zu “Deutschland” werde der Holocaust relativiert. Heißt es. War dann aber nicht so, der Shirtstorm rollte trotzdem durchs Twitterland.
Sat.1 löst seine Shitstorms lieber im Ausland aus: in Thailand. Ach was, ein Krieg steht im Raum! Im Frühstücksfernsehen reißen sie blöde Witzchen über den thailändischen König. Der und angeblich ganz Thailand finden das empörend, und bei Sat.1 schmeißt man sich in den Staub und entschuldigt sich untertänigst. Fast fließen Tränen. Ohje. Wird Sat.1 etwa zur Strafe zum thailändischen Regierungsfernsehen?
ARD und ZDF in Deutschland sind diesem Vorwurf auch 2019 immer wieder ausgesetzt. Dabei zeigen Formate wie “Die Anstalt”, “heute show” und “Extra 3” dass das nun wirklich nicht sein kann. Und auch Magazine wie “Report”, “Kontraste” oder “Frontal 21” decken Skandale auf, die der deutschen Politelite sicherlich nicht gefallen haben.

Achtung, Greta hat wieder was gemacht. Mit einem Schiff reist sie über den Atlantik in die USA. Jubel von den Fans. Kritik von den anderen, und überhaupt, das ist ja aus Gründen gar nicht so umweltfreundlich, wie alle sagen.

Bloß keine Schwäche zeigen. Nicht immer gelingt das. Ein Bundestagsabgeordneter bricht am Rednerpult zusammen, live übertragen von phoenix und dem Parlamentsfernsehen. Vorher machen sich die AfD-Leute noch lustig über ihn, als er beginnt zu stocken. Bei einem Auftritt stolpert Peter Altmeier nach einer Rede und fällt von einer Treppe. Das sieht böse aus. Gleich mehrere Male bekommt Kanzlerin Angela Merkel Zitteranfälle. Es beginnt das große Rätseln über eine mögliche Krankheit. In allen drei Fällen verbreitet sich über das Netz auch eine Welle der Häme. Politiker haben keine Schwäche zu zeigen, immerhin bekommen die doch so viel Kohle und tun dafür nichts, so wird, nun ja, debattiert.
Vor einem Millionenpublikum kollabiert “Tagesschau”-Sprecher Jan Hofer. Er wirkt fahrig, seine letzte Ansage kann er nicht mehr machen, die Sendung wird abgebrochen. Tage zuvor war er noch von morgens um kurz vor 10 bis nachts nach 23 Uhr in jeder Nachrichtensendung on Air. Bei der ARD will man von Überarbeitung nicht sprechen.

Ein bisschen flottere Arbeit wünscht man sich dagegen von der “Tagesschau” an dem Abend, als in Paris Notre Dame brennt. Eine kurze Sondersendung im Ersten und später eine hektisch zusammengestellte Live-Übertragung bei tagesschau24 lösen die Debatte über die Schnelligkeit der Nachrichtenübermittlung aus. Ob die stundenlangen Mutmaßungen und Kameraschwenks über die brennende Kathedrale bei ntv besser sind, ist unklar.
Legendär sind dagegen die stundenlangen Übertragungen aus dem britischen Parlament. Stichwort 1: Brexit. Stichwort 2: Order!

Greta! Jetzt bekommt sie auch noch die Goldene Kamera! Das Mädchen haut wieder eine Rede für den Klimaschutz raus, und kurz danach bekommt die Schauspielnewcomerin einen SUV geschenkt. Glückwunsch!

Schalten wir besser mal nach Österreich. Dort heißt das Wort des Jahres nicht “Greta”, sondern “Ibiza”. FPÖ-Rechtspopulist Hans-Christian Strache lässt sich von einer versteckten Kamera reinlegen. Auf Ibiza trifft er sich mit einer angeblichen Oligarchin. Es geht um Investitionen in Österreich und um Gefälligkeiten, die die Pressefreiheit aushebeln. Aus für die FPÖ in der Regierung. Pressekonferenzen. Neuwahl. Mega-Quoten für den ORF2.
In Deutschland dagegen sorgen die Rechtspopulisten der AfD immer wieder für Schlagzeilen. Bjö…, äh, Bernd, äh, Björn Hocke bricht ein Interview mit dem ZDF ab, weil er emotional aufgewühlt sei. Und er werde nie wieder ein Interview mit dem Journalisten führen, was er bedauern könnte, wenn Höcke mal eine wichtige politische Persönlichkeit sei.
Der mdr dagegen setzt Uwe Steimle gleich ganz ab. Oder besser: beschäftigt ihn nicht weiter. Darüber ist Uwe Steimle empört. Er würde gern vom mdr, den er für einen Staatsfunk hält und der regierungsnah sei und rückständig, weiterarbeiten. Der mdr sieht das anders. Der Arbeit- und Geldgeber mag es nicht, beschimpft zu werden. Uwe Steimle, das Opfer. Findet Uwe Steimle. Er redet von einem Berufsverbot. Seine Auftritte sind ausverkauft. Dort erzählt er dann von seinem Berufs, … ähm. Merken Sie selbst, oder?
Dieter Nuhr soll übrigens auch neurechts sein. Er äußert sich kritisch zu “Fridays for Future” und zu Greta. Dass er sich auch kritisch zur AfD äußert, scheint egal zu sein. Meinungsfreiheit gegen die Forderung, Dieter Nuhr abzusetzen.

Und, ach ja. Greta. Dieter Nuhr hat wieder was Böses über Greta gesagt. Bringt Schlagzeilen. Bringt Klicks. Lob und Hass, na, Sie wissen schon.

2019 hat auch Comebacks parat. Jörg Kachelmann feiert seine Rückkehr in die ARD. Er darf wieder das “Riverboat” im mdr moderieren, wo auch gleich die Quoten steigen. Der Deutsche Fernsehpreis kommt mit einer Gala zurück, in den vergangenen Jahren wurde eher spartanisch gefeiert. Die Rettungsschwimmer aus Malibu sind wieder da – und das auch noch in HD. “Baywatch” auf Nitro jetzt noch schärfer. Die Youtube-Star-Zwillinge, die Lochis, verkünden das Ende ihrer gemeinsamen Karriere. Jahrelang haben sie klickstarke Videos und am Ende auch Songs produziert. Durch die Jugend geht ein Ruck. Zlatko kehrt ins “Big Brother”-Haus zurück. 2000 war er schon mal drin, 2019 als “Promi”. Sat.1 jazzt das zum Comeback des Jahres hoch. Es erweist sich als laues Lüftchen. Domian meldet sich mit einer Talkshow im WDR zurück – ganz ohne Telefon. Pittiplatsch ist wieder da – fast 30 Jahre nach dem Aus im DFF. Und auch Jürgen Kuttner macht wieder den “Sprechfunk” – allerdings erstmal nur im Internet auf radioeins.de.
Ein Comeback – also zumindest für 30 Minuten – hat auch ein gewisser Ernesto. Ihn kennt man als Ex-Mann von einer Ex-Anwältin in einer RTL-Trashshow. Nun tritt er in einer RTL-II-Trashshow auf. Nackt. Aber: Sensation! Nach einer Penis-Vergrößerungs-OP! Das schauen wir uns doch mal genau an. Und, ähm, ein bisschen, nun ja, haben wir uns da schon mehr…. ähm… also…

Das irritierendste Comeback 2019: tm3. Der Sender Family.TV nennt sich in tm3 um. Die Rechte am Markennamen waren frei, mit dem tm3 von damals hat das aber nichts zu tun. Doch das Glück hält nicht lange, Wochen später wird der Sender abgeschaltet. Immer wieder gibt es Lizenzprobleme, der Betreiber von Family.TV/tm3 zeigt Sendungen im Programm, an denen er gar keine Rechte hat. Zwangs-Aus.
Unfreiwillig und mit großem Knall endet auf radioeins die freitägliche Comedy “radiozwei”. Als sich Tommy Wosch und Martin “Gotti” Gottschild live on Air ernsthaft zoffen, ist es aus. Erst im Herbst kehrt Wosch allein mit einem neuen Format zurück.
Abschied nehmen heißt es auch vom “Neomagazin Royale”. Jan Böhmermann verlässt zdf neo, um im Herbst 2020 mit neuer Show beim ZDF weiterzumachen.
Nächtliche Spitzeneinschaltquoten erzielt Sky mit der letzten Staffel von “Games of Thrones”. Doch viele Fans sind enttäuscht darüber, wie die Serie endet.
Der langsame Abschied von der “Lindenstraße” geht dagegen weiter. Am 20. Dezember ist Drehschluss. Noch drei Monate. Ende März 2020 ist dann auch im Fernsehen Schluss.

Auch viele bekannte Menschen sind nicht mehr da. Abschied für immer. Bruno Ganz, Hannelore Elsner, Doris Day, Billie Zöckler, Lisa Martinek, Ursula Karusseit, Luke Perry, Wolfgang Winkler, Jan Fedder, Rudger Hauer, Gerd Baltus, Helmut Krauss, Peter Fonda, Max Wright und Ken Kercheval werden als Schauspieler fehlen. Die Sportler Rudi Assauer, Matti Kykänen und Niki Lauda. Die Musiker Marie Fredriksson, Peter Schreier, Karel Gott, Costa Cordalis, Wiglaf Droste, Keith Flint, Gus Backus, Alphonso Williams und Mark Hollis. Die Moderatoren und Journalisten Wilhelm Wieben, Wiebke Bruhns, Manina Ferreira-Erlenbach, Franziska Pigulla, Michael Jürgs, Werner Doyé und Walter Freiwald. Die Politiker Manfred Stolpe, Jörg Schönbohm, Robert Mugabe, Klaus Kinkel, Jacques Chirac und Anke Fuchs. Weltraumfahrer Sigmund Jähn, Autorin Rosamunde Pilcher, Kabarettist Werner Schneyder, Produzent Artur Brauner, Comiczeichner Guillermo Mordillo, Unternehmer Ferdinand Piech, Weltenbummlerin Heidi Hetzer, Designer Luigi Colani und Modeschöpfer Karl Lagerfeld.

Vor dem Aus gerettet wird dagegen der Berliner Verlag. Dran hängen unter anderem die Berliner Zeitung und der Berliner Kurier. Das Berliner Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich kauft den Verlag von der DuMont-Mediengruppe. Freude und Misstrauen. Immerhin sind die beiden kaum medienerfahren. Und dann kommt auch noch raus, dass bei Holger irgendwas mit der Stasi ist. Was er zunächst verheimlicht. Die Euphorieblase platzt.

Bei den Sendern platzen 2019 diverse Hoffnungen. RTL landet mit der Daily-Soap “Herz über Kopf” einen Flop. VOX versucht es mal wieder mit der schon öfter gefloppten Actionshow “Survivor” – und scheitert. Das ZDF hat kein Glück mit “Mein Lied für dich” und “Sorry für alles”.
Richtig gut läuft es dagegen weiter für den “Tatort” aus Münster. Der Fall “Spieglein, Spieglein” erreicht 14,01 Millionen Menschen. Quotenrekord 2019.

Und Greta? Müsste die nicht bald mal auf dem Schiff wieder in Lissabon angekommen? Nachrichtensender zeigen live und eine halbe Ewigkeit, wie ein Schiff aus dem Atlantik in Portugal anlegt.

Wird über Greta vor allem im Netz geredet, spielt sich auch das Mediengeschehen selbst zunehmend im Netz ab. Das herkömmliche analoge Fernsehen ist weiter auf dem Rückmarsch. Netflix begeistert mit Serien wie “Wir sind die Welle”, “Die Patchwork-Familie”, “How to sell Drugs online (fast)” oder “Sex Education”. Amazon Prime mit “Pastewka”. Außerdem geht Joyn an den Start, TV Now der RTL-Gruppe bietet unter anderem mit “Prince Charming” exclusiven Content. Und natürlich Youtube mit unendlich vielen Videos sowie diversen Funk-Formaten wie “Druck”.
Das Fernsehen muss sich anstrengen, wenn es weiter Aufmerksamkeit will. Das gelingt zum Beispiel mit “24h Europe” (arte), “Chez Krömer” (rbb), “Die Geschichte eines Abends” (NDR), “Käthe und ich” (Das Erste), “Die Unsichtbaren” (Das Erste) oder “Der Club der singenden Metzger” (Das Erste).

Was gab es sonst so? Thomas Gottschalk moderiert beim BR eine Literatursendung. Ja, wirklich! Bei Lanz zoffen sich Hasselhoff und Lindner. Hasselhoff gewinnt. Ja, echt! Böhmermann sagt was im ORF, und die Moderatorin distanziert sich. Ja, mei! Luke Mockrige prankt den “ZDF-Fernsehgarten” und ist … ähm, irgendwer fand das sicher lustig. Bei Funk gibt es eine 72-stündige Talkshow. Live! Und danach drei Tage Tiefschlaf. Die EU hat ein neues Urheberrecht. Und Youtube stirbt. Oder so ähnlich.
Achso, und: “I’m sorry! Zero Points!”

Schauen wir ein letztes Mal zu Greta: Die war auf dem Klimagipfel. Der war enttäuschend. Aber, bitte: Was war das denn?! Greta im ICE! Auf dem Boden sitzend! Wo sie doch 1.-Klasse-Tickets hatte!!! War dann zwar alles ein bisschen anders, aber da rollte der Shitstorm schon. Ist ja eh alles wurscht. Hauptsache Greta.

Nicht vergessen dürfen wir zu guter Letzt aber noch diese Feststellung. Enissa Amani ist eine Komikerin.
Echt!
Alles Gute für die 20er-Jahre.

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Inside Borussia Dortmund

Donnerstag, den 17. Oktober 2019
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MI 16.10.2019 | Amazon Prime

Mehr als fünf Stunden Heldenverehrung: In vier Folgen blickt Aljoscha Pause für seine Doku “Inside Borussia Dortmund” hinter die Kulissen des Fußball-Bundesligisten.
Seit August ist die Dokureihe bei Amazon Prime verfügbar.
Die Doku zeigt vor allem eins: Wie ein Soundtrack einen Film ruinieren kann. Denn das fällt bei “Inside Borussia Dortmund” eklatant auf: der aufdringliche, nicht enden wollende Musikteppich, der die ganze Zeit umherwabert und leider nichts beizutragen hat – außer zu nerven.
Vermutlich soll die Musik ausdrücken: Das sind Helden, seht her! So klingt sie. Opulent und schwer.

Vielleicht ist diese Doku gar nicht so gemeint. Denn eigentlich geht es darum, den Fußballverein, seine Spieler und Entscheider eine halbe Saison lang zu begleiten. Es geht um den Anschlag auf den Bus, um Siege und Niederlagen. Da wird auch mal Kritik laut, aber dennoch wirkt der Film wie eine einzige Lobhudelei – was vielleicht auch daran liegt, dass ihm ein wirklicher Spannungsbogen fehlt. Eine WM mit einem Showdown ist eben doch spannender als eine normale Bundesliga-Saison.
Am interessantesten ist noch der vierte und letzte Teil der Doku, als es um vergeigte Spiele geht und endlich auch mal Eigenkritik laut wird.

So ist “Inside Borussia Dortmund” vermutlich nur für eingefleischte Dortmund-Fans wirklich spannend und interessant. Für alle anderen ist die Doku ein guter, aber nicht übermäßig fesselnder Einblick in den Bundesliga-Zirkus. Nur leider kann man eben nicht die Musik ausblenden.

-> Die Doku auf Amazon Prime

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Chris Tall presents… Ingmar Stadelmann

Sonntag, den 29. September 2019
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FR 27.09.2019 | Amazon Prime

Call Tall hat momentan einen echten Lauf. Jeden Freitag sendet er live bei RTL seine “Darf er das?”-Show, und ebenfalls am Freitag startete auf Amazon Prime seine neue Comedyshow “Chris Tall presents…”. Dort spielt er allerdings nicht die Hauptrolle, sondern in jeder Sendung präsentiert er einen anderen Künstler, der eine gute halbe Stunde auf der Bühne performen darf.
Damit soll auch Stand-Up-Leuten eine Chance gegeben werden, die in Deutschland (noch) nicht in der ersten Reihe stehen.

Den Auftakt macht Ingmar Stadelmann. Der aus Sachsen-Anhalt stammende Comedian erzählt aus seinem mehr oder weniger heiteren Alltag. Das macht er auch recht ordentlich, seine Geschichte sind durchaus witzig und kurzweilig und symphatisch.
Dennnoch ist es spannend zu sehen, wie dann am Ende so eine Show doch ein bisschen aufgepimpt werden muss, dass sie international was hermacht. Denn wer auf Amazon Prime sendet, sendet theoretisch und praktisch auf der ganzen Welt. So scheint es, als ob so mancher Publikumslacher nachträglich in die Show reingeschnitten worden ist. Die Bearbeitung ist sehr gut gemacht, denn es fällt kaum auf, man muss schon genauer hinsehen und hinhören. Dennoch sieht es an einer Stelle aus, als wäre auch ein Zwischenapplaus reingeschnitten.
Für Auftretende ist das eine gute Sache: Ist das Publikum eventuell etwas reserviert, kann man im Nachhinein noch was dran schrauben. Immerhin muss man ja der Welt mitteilen, wie crazy drauf wir in Deutschland alle sind.

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