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Altlußheim 120:9 Kremmen

Samstag, den 9. Juli 2016
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Neulich wurde in Kremmen der Startschuss gesetzt für ein neues Wohngebiet. Ein neue Straße wurde gebaut, ein Bändchen durchgeschnitten, und ein bisschen stolz ist man auch, dass da nun neun neue Häuser entstehen.
Ja, genau: neun.
Nach Jahren des Stillstands können und also endlich “Am Sittelskanal” neun Einfamilienhäuser gebaut werden.
Das ist für Kremmen vielleicht viel. Aber eigentlich ist es wenig.

Im badischen Altlußheim. Keine Stadt, aber die Einwohnerzahl ist ähnlich. Wenn man dort spazieren geht, dann kann man unter Umständen jede Woche etwas Neues sehen. Im Baugebiet “Hockenheimer Flur II” werden auch gerade neue Häuser gebaut. Mehrere neue Straßen sind entstanden, das Wohngebiet ist bisher nur zu erahnen, momentan ist das eher ein Flickenteppich mit Häusern hier und da.
Es entstehen: 120 neue Häuser.
Hundertzwanzig.
Das ist doch mal eine ganz andere Hausnummer als die Neun in Kremmen.

Klar, in Baden-Württemberg ist die Kohle da, so in der Nähe von größeren Städten wie Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg und Karlsruhe lässt sich viel machen, da gibt es viele Leute, die raus aufs Land ziehen wollen.
Andererseits: Ganz ohne Potenzial ist Kremmen auch nicht. Berlin ist um die Ecke, die Autobahn nicht weit weg. und ein zweites Wohngebiet ist ja auch schon geplant.
Na, mal sehen. Vielleicht kann Kremmen gegenüber Altlußheim ja noch aufholen.

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Vorsicht, Mückengitter!

Freitag, den 8. Juli 2016
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Verbraucherschützer aus Baden-Württemberg warnen nachdrücklich vor dem falschen Gebrauch von Mückengitter-Türen. In den vergangenen Tagen häuften sich die Meldungen von Zwischenfällen.
Die Mückengitter schützen zwar vor – ja, genau, Mücken, sie sorgen aber auch dafür, dass unter Umständen nicht zu sehen ist, dass sich vor einer Tür eine weitere befindet.

Entsprechende Vorfälle sind aus dem badischen Altlußheim bekannt geworden. Die Besitzer des Mückengitters hatten vorher sogar noch Vorkehrungen getroffen und die Tür in einem besonders verdreckten Zustand gelassen. Aber das half nichts, eine unaufmerksame Passantin verunfallte und riss das Mückengitter aus der Halterung.
Die Verunfallte stand unter Schock – aber nur kurz.
Nur zwei Tage danach krachte es an derselben Stelle. Diesmal soll es sich um einen männlichen Passanten gehandelt haben, der samt Mückengitter auf dem Pöter landete. Angeblich soll Alkohol im Spiel gewesen sein.

Die Mückengitter-Besitzer überlegten kurz, das Mückengitter in den Müll zu werfen. Nach einer Mückeninvasion im Wohnzimmer entschieden sie sich jedoch, das Risiko weiterer Unfälle einzugehen. Die Anschaffung einer Ampel ist aus Gründen abgelehnt worden. Der Kauf einer Stehlampe für das Wohnzimmer im Jahr 2030 gehe vor, hieß es aus dem Umfeld der Familie.
Die Verbraucherschützer aus Baden-Württemberg – und auch die aus Brandenburg – und noch ein paar andere, außer aus Bayern – wollen eine Mückengitter-Ampel aber spätestens 2019 verpflichtend einführen.

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Karneval vom Winde verweht

Montag, den 8. Februar 2016
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Sturm. Regen. Dunkle Wolken.
Und nicht: Party. Umzugswagen. Gute Stimmung.
Eigentlich bin ich ja in Altlußheim, um endlich mal den Karnevalsumzug mitzuerleben. Das ist immer am Rosenmontag ein großes Ding, und das, obwohl der Ort ja gar nicht mal so groß ist.

Schon mehrere Jahre lang überlege ich, ob ich nicht mal am Karnevalswochenende in die Gegend komme. Dieses Jahr habe ich es endlich wahrgemacht. Und dann das.
Am Morgen schreib es die “Schwetzinger Zeitung” auf der Facebook-Seite: Der Umzug in Altlußheim wird abgesagt.
Und im Fernsehen: Mainz abgesagt. Düsseldorf abgesagt. Zig Absagen.
Zumindest im Fall von Altlußheim: zurecht. Denn es ist wirklich mehr als ungemütlich da draußen…

Immerhin ein paar Leute waren vorhin auf der Hauptstraße unterwegs, sogar drei Wagen, die für Musik und kurzzeitige Stimmung sorgten. Aber nichts im Vergleich zu dem, was sonst vermutlich heute dort los wäre.
Selbst die Frau an der Flaschenannahme bei Edeka ist verkleidet…
2017 muss es dann wohl einen neuen Versuch geben. Aber man macht man denn jetzt mit diesem verregneten Rosenmontag?

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Der Cola-Trend: Trinke viel, zahle wenig

Dienstag, den 26. Januar 2016
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Neulich in Berlin-Charlottenburg. Im Späti hole ich mir eine Büchse Cola. Ich zahle 1,50 Euro und gehe wieder.
Gute zwei Stunden später – auf dem Rückweg zum Auto – gehe ich nochmal in den Späti. Ich habe immer noch Durst und hole mir wieder eine Cola, diesmal aber eine 0,5-Liter-Flasche. Ich zahle 1,50 Euro und…
Moment mal.

Die 0,33-Liter-Dose kostet also genauso viel wie eine 0,5-Liter-Flasche?
Na ja, nicht ganz. Denn wenn man das Pfand abzieht, würde die Büchse nur 1,25 Euro und die Flasche nur 1,35 Euro kosten.

Dennoch ist es seit einiger Zeit die Preispolitik von Coca Cola zu sein, die kleinen Mengen sehr teuer anzubieten.
In einem Altlußheimer Supermarkt habe ich vor einiger Zeit sogar gesehen, dass die 1,25-Liter-Einwegflasche sehr viel preiswerter war als die 1-Liter-Mehrwegflasche.
Als ob die Hersteller sagen wollen: Kauft unsere Plörre bitte nur im Megapack! Dafür werden Käufer kleiner Mengen dann eben abgezockt.

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Heimat. Zu Hause. Ein Gefühl

Samstag, den 10. Oktober 2015
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Was ist Heimat? Und wo ist Heimat? Und warum ist Heimat Heimat?
Darum dreht sich die diesjährige ARD-Themenwoche, und eigentlich könnte man sich diese Frage ja auch mal selbst stellen.

Und dabei ist die Antwort gar nicht so einfach.
Heimat: Oranienburg, natürlich. Da wohne ich, da bin ich aufgewachsen. Da kenne ich mich aus, da habe ich viel erlebt, da gibt es unfassbar viele Erinnerungen.
Aber Heimat ist auch die Region drumherum, Oberhavel, schließlich ist man ja viel unterwegs, wenn man von A nach B will.
Und Berlin. Berlin liegt direkt vor der Haustür und damit in meinem Einzugsgebiet. Es ist total selbstverständlich, in Mitte unterwegs zu sein. Oder in Prenzlauer Berg oder Charlottenburg. Ich bin nicht als Tourist auf dem Kudamm oder im Hauptbahnhof. ich fühle mich da heimisch. Allerdings: Auch wieder anders heimisch als in Oranienburg.

Vielleicht ist ja “zu Hause” noch mal was anderes als Heimat?
Ich fühle mich auch heimatlich, wenn ich auf Rügen bin. Vor allem in Binz, aber auch Sellin, Baabe oder Göhren. Ich war da schon so oft, werde da hoffentlich noch oft sein, ich kenne mich da aus, ich liebe diese Gegend. Mein “zweites Zuhause” sage ich immer gern. Auch so etwas wie Heimat. Ein Ort, an dem ich mich wohlfühle, an dem ich mich auskenne, Erinnerungen habe.
Oder Familie. Die Gegend rund um Hannover ist deshalb auch sehr wichtig. Als meine Verwandten kürzlich aus der Wedemark verzogen sind, war das auch für mich ein wehmütiger Augenblick. Ein Stück Heimat weniger. Dafür rückt Hannover selbst weiter in den Blickpunkt.
Oder Freunde. Deshalb ist die Gegend rund um Hockenheim auch schon ein ganz kleines bisschen Heimat. Dort wohnt von Freund von mir, den ich auch ein- bis zweimal im Jahr besuche.
Oder München. Da hatte ich einen Teil meiner Ausbildung, habe dort mehrmals ein bis zwei Wochen dort gewohnt. Letztlich gar nicht lange. Aber lange genug, um ein Gefühl zu entwickeln.

Heimat ist eben mehr als nur das Zuhause, das man hat. Das sind Gegenden, Erinnerungen, Familie, Freunde. Heimat ist ein Gefühl.

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Ommh und Gong!

Samstag, den 6. Juni 2015
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Ein ruhiger Sonntagmittag am Rande des Gewerbegebietes in Altlußheim. Das heißt, so richtig ruhig ist es nicht.
Da ist so ein: Ommmm. Und immer wieder ein: Gooong! Und ein nicht enden wollendes Stimmengewirr, aber ganz leise, als ob alle nur murmeln.

Im Gewerbegebiet des badischen Ortses steht auch ein buddhistisches Zentrum. Und dort muss an diesem Tag eine große Schaffe stattgefunden haben. Es hörte sich jedenfalls so an, als seien dort dutzende, ach was, hunderte Menschen. Das Stimmengewirr war schon den ganzen Vormittag ein Dauerbegleiter im Garten. Durch die Hecken war jedoch nichts zu sehen.

Dann aber, am frühen Nachmittag muss das Treffen seinen Höhepunkt erreicht haben. Die Buddhisten scheinen in ein Gebet eingestiegen zu sein, es klang jedenfalls so, als ob alle den selben Text sprechen – wenn auch nicht alle gleichzeitig oder im synchronen Chor. Zwischendurch, in einem bestimmten zeitlichen Abstand, ertönte immer wieder ein Gong.
Das hatte durchaus was Meditatives. Im Liegestuhl verfolgte ich das akustische Spektakel und wähnte mich zwischendurch ebenfalls in einer anderen, spiritistischen Welt.

Am Abend liefen wir dann am Haus der Buddhisten vorbei. Der Garten war übersät mit Kerzen, die halb abgebrannt waren. Am Ende des Parkplatzes befand sich ein Schrein, auch dort drin standen halb abgebrannt Kerzen, der festgewordene Wachs klebte überall.
Faszinierend. Und auch ein bisschen unheimlich.

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Alles für den Hund

Freitag, den 5. Juni 2015
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Freunde von mir haben sich jüngst einen Hund angeschafft. Bevor der Welpe eingezogen ist, musste natürlich noch einiges gekauft werden. Und wer sich mal in entsprechenden Fachmärkten umsieht, der kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

Als wir das große Geschäft in Hockenheim betreten, muss ich nicht lange suchen. Die komplette linke Hälfte des Ladens ist für Hunde reserviert.
Dort gibt es nicht die Dosenfutter-Markenware, die mir im normalen Supermarkt schon begegnet ist – nein, alles ist schicker und leckerer. Also für den Hund. Es gibt die irrsten Sorten an Nassfutter. Manches klingt wie ein weihnachtliches Festmahl: irgendein Braten mit Gemüse und Kartoffeln. Wahrscheinlich nicht so schön wie auf den Tellern der Menschen, aber der Hund wird’s fressen.

Es gibt Hundekörbe, Decken, Käfige, zig Sorten Naschereien, die man den treuen Begleitern immer mal wieder in die Schnauze schieben kann. Dazu Hygienekram, Kackebeutel (natürlich vornehmer ausgedrückt), Spielzeug und und und.
Ach ja, und eine Angstweste. Die ist der Knaller. Dieses Teil schnallt man dem Hund immer dann über, wenn er total aufgeregt ist, wenn er bellt und, ja, Angst hat. Warum dieses Ding dazu beiträgt, dass die Angst verfliegt, wird auf der Packung nicht wirklich erklärt. Aber angeblich soll es – meistens – helfen.

Und dann ist der große Tag da. Der kleine Racker zieht ein. Erst darf er im Garten rumschnüffeln. Dann stellen Herrchen und Frauchen fest, dass der gestern extra errichtete Heckenzaun nicht mal im Geringsten eine Hürde für den Welpen ist. Es gibt Applaus fürs erste Häufchen – und dann betritt der Kleine das erste Mal die Wohnung. Vorsichtig tappst er sich voran, schnuppert hier, schnüffelt da.
Es ist Wahnsinn, was so ein kleines Tier innerhalb eines Tages lernen muss. Wo gibt’s Futter? Wo darf ich das Geschäft erledigen? Und, wichtiger: wo nicht? Wo penne ich?
Am Ende eines langen Einzugstages liegt der Kleine dann selig schlafend in seinem Käfig – und träumt von seinen Geschwistern, die er wohl nie wieder sehen wird. Dafür hat er ein neues, sicherlich gutes Zuhause gefunden.