aRTikel

1991: Zoff zwischen Stolpe und Stolpe-Süd

Samstag, den 22. Oktober 2011
Tags: , , , , , , , , , , , , , , ,

September 1991 II -> 30.9.2011

Rückblick: Oktober 1991 – Streit um Gemarkungsgrenzen / U-Bahn nach Hennigsdorf?

MAZ Oranienburg, 22.10.2011

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg – und was stand in der MAZ? Diesmal: die erste Hälfte im Oktober 1991.

OBERHAVEL
Schwante hat einen neuen Pfarrer. Johannes Kölbel wird in einer gut gefüllten Dorfkirche begrüßt. Kölbel bleibt vorerst für drei Jahre in Schwante, also bis 1994.

Ein illegaler Autofriedhof empört die Menschen in Velten. 30 Autos westlicher Bauart mit Berliner Kennzeichen wollte ein Händler auf einem Bauernhof eigentlich nur zwischenlagern. Der Hofbesitzer scheint ihm auf den Leim gegangen zu sein. Aus den Motoren läuft nun Öl in die Erde. Auch aus Zehlendorf, Zühlsdorf und Leegebruch werden illegale Autofriedhöfe gemeldet.

In der S-Bahn sind schwarze Sheriffs unterwegs. Zwischen Oranienburg und Schönhauser Allee sind vor allem abends mit schwarzen Lederjacken bekleidete Wachmänner unterwegs. Damit reagiert die Reichsbahn auf die Zunahme von Gewalt und Zerstörungen.

ABM-Kräfte machen sich am Louise-Henriette-Steg zu schaffen. Die so genannte Schwindsuchtsbrücke über die Havel in Oranienburg bekommt neue Holzbohlen.

Die schon mehr als ein Jahr andauernde Städtepartnerschaft zwischen Hennigsdorf und Alsdorf ist nun auch offiziell besiegelt. Zum Festakt am 3. Oktober 1991 reisen die Hennigsdorfer Stadtpolitiker nach Alsdorf in die Nähe von Aachen.

Stolpe und Stolpe-Süd streiten um ihre Gemarkungsgrenzen. 1945 hatten sich die Alliierten geeinigt, Stolpe mit dem alten Gutsdorf und der Feldmark der sowjetischen und Stolpe-Süd mit der Waldsiedlung und dem Forst der französischen Zone zuzuschlagen. Stolpe beharrt auf Grundbucheinträgen, in denen nur von Stolpe die Rede ist. Die bisherigen Grenzen müssten annulliert werden, Stolpe-Süd würde so das Wasserwerk und die ehemalige Grenzübergangsstelle verlieren. Für ein eventuelles Gesamt-Stolpe müssten Neuwahlen stattfinden.

Auch die Liebenwalder sind sauer. Überall tut sich was – nur in Liebenwalde nicht. „Bei uns wird nur das Rathaus gemacht“, sagt Stadtverordnetenvorsteher Michael Lüttke. Das Gründungsmitglied der Ost-FDP kündigt an, am 15. Oktober einen Ortsverein der CDU zu gründen. An der Apotheke will Lüttke einen Kummerkasten installieren. Der Bau von Sozialwohnungen am Markt in Liebenwalde zieht sich unterdessen hin.

Die Landesstraße zwischen Hennigsdorf und Berlin-Heiligensee ist zu schmal. Begegnen sich in Stolpe-Süd zwei Busse, dann ist die Fahrbahn 20 Zentimeter zu schmal. Deshalb müssen die Busse von Tegel nach Hennigsdorf über die Autobahn fahren. Peter Ihloff, Bürgermeister von Stolpe-Süd, fordert, dass sich an diesem Zustand endlich was ändert.

Unterdessen gibt es Überlegungen, zwischen Hennigsdorf und Berlin-Spandau die M-Bahn fahren zu lassen. Die Magnetbahn könnte zur Wiederherstellung des Verkehrs in der Region beitragen, heißt es in einer Verkehrsstudie von LEW und AEG. Möglich seien auch eine S-Bahn-Verbindung, die Reaktivierung der Straßenbahn oder eine U-Bahn-Linie von Spandau nach Hennigsdorf.

aRTikel

Die Reise hat sich gelohnt

Dienstag, den 22. Mai 2007
Tags: , , , ,

500 Gäste waren in Alsdorf beim Gastspiel von „Yomo“ dabei

MAZ Oranienburg, 22.5.2007

HENNIGSDORF
„Wir hatten das Publikum in der Hand“, sagt Orchestermitglied Sabrina Ulrich. „Eine beeindruckende Leistung“, lobt die Aachener Zeitung in der Ausgabe von gestern. „Es war rundum toll, es gab nichts zu meckern“, freut sich Ronny Heinrich, Leiter der Hennigsdorfer Musikschule. „Schön war’s“, findet auch Rolf-Peter Büttner, Dirigent und Autor von „Yomo“.
Ganz klar: Für das rund 110-köpfige Ensemble des Musicals hat sich die Reise in die Hennigsdorfer Partnerstadt Alsdorf (Nordrhein-Westfalen) gelohnt.
Am Himmelfahrtstag haben sich alle mit zwei Bussen auf die etwa zehnstündige Reise gemacht. „Die Stimmung war sehr gut und die Vorfreude groß“, erzählt Rolf-Peter Büttner. Überall in Alsdorf sei viel Werbung gemacht worden für „Yomo“. Das Plakat habe an sehr vielen Stellen gehangen.
Etwa 500 Zuschauer kamen am Sonnabendabend in die Alsdorfer Stadthalle. „Das ist schon etwas ganz anderes, vor so vielen Leuten zu spielen“, sagt Büttner. Im Hennigsdorfer Stadtklubhaus ist während der „Yomo“-Aufführungen Platz für 216 Gäste.
Im Vorfeld waren viele technische Einzelheiten zu klären. „Die Bühne in Alsdorf ist größer und anders struktuiert“, sagt Rolf-Peter Büttner. Deshalb war das Bühnenbild etwas anders gestaltet als in Hennigsdorf. „Aber es war fantastisch!“, schwärmt der stellvertretende Musikschulleiter. „Es ging viel mehr in die Breite. So stand der Vogelbaum mit auf der Bühne, im Stadtklubhaus steht er ja immer an der Seite.“ Problematisch wurde es nur, als in der letzten Probe vor der Aufführung eines der Keyboards streikte. Rolf-Peter Büttner: „Einer unserer Jugendlichen hat sich konzentriert rangesetzt, so dass es am Ende wieder funktionierte.“
Die Aufführung selbst, mit Martin Girard und Dawina Skwierawski in den Hauptrollen, war ein voller Erfolg. „Das Alsdorfer Publikum war cool“, schwärmt Sabrina Ulrich. Rolf-Peter Büttner ergänzt: „Es reagierte auch an ungewöhnlichen Stellen. Es ist total mit dem Inhalt des Stücks mitgegangen.“
Das Hotel im nicht weit von Alsdorf entfernten Würselen hatte die Truppe fast für sich. „Wir hatten sehr viel Spaß“, sagt Sabrina Ulrich. „Nachts haben wir noch lange gefeiert.“ Und diverse Schnellimbissketten hatte das Gewerbegebiet, in dem das Hotel steht, auch zu bieten.
Im Hennigsdorfer Stadtklubhaus stehen unterdessen vom 6. bis 8. Juli die allerletzten Aufführungen von „Yomo“ auf dem Programm. „Eine gewisse Wehmut ist schon dabei“, meint Rolf-Peter Büttner. Das wohl definitiv letzte Mal wird „Yomo“ am 13. Juli bei den Musikschultagen in Spremberg präsentiert.

Karten für „Yomo“ im Stadtklubhaus (6. bis 8. Juli) unter 03302/87 73 20.