RTelenovela

Usedom: Die Neuentdeckung

Samstag, den 21. Mai 2011
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Fast wären wir auf dem Peenestrom irgendwo zwischen Usedom und dem Festland liegengeblieben. Aber nur fast.

Ich bin Rügen-Fan, und ganz sicher ist das nichts Neues. Das letzte Mal, dass ich auf der Insel Usedom war, ist sage und schreibe zehn Jahre her. Damals war ich gerade mal eine Nacht auf Insel. Davor war ich nur ein weiteres Mal auf Usedom – einige Stunden nur.

Insofern habe ich Usedom heute eigentlich erst wirklich entdeckt. Und, ja, Usedom ist nicht hässlich. Ich werde der Insel nach meinem Kurztrip wohl noch eine Chance geben.
In Ahlbeck lernten wir Brigitte Will kennen. Sie ist ein Usedomer Original. Ihre Pferdekutsche ist in den Kaiserbädern bekannt. Von ihr – sowie von Vox und Vagabund ließen wir uns durch Ahlbeck und die Umgebung fahren. Dass die beiden hin und wieder furzen mussten – nun ja, es sei ihnen verziehen.

Entlang der Strandpromenade mit den herrlichen Bauten und der Ostsee auf der anderen Seite. Weiter durch die engen Straßen von Ahlbeck und Heringsdorf – Hotels, Villen, wenige verfallene Häuser und noch mehr Villen. Weiter durch den Wald, vorbei an der Strandkorbmanufaktur, die einst den riesigen Strandkorb für den G-8-Gipfel baute.
Muss sie die B111 queren, fädelt sie sich mit der Kutsche schon mal in den laufenden Verkehr ein. “Mache ich das nicht, warten wir, bis wir schwarz sind”, sagt die Kutscherin. Nicht jeder Autofahrer findet das lustig, aber Frau Will winkt nur ab und lacht.

Wer jetzt sagt: Ach, haben sich die Fuzzis schon umhergondeln lassen – der liegt falsch. Danach begann unsere Radtour.
Ich bin schon ein paar Jahre nicht mehr Rad gefahren – aber so kann man die Kaiserbäder und das Hinterland von Usedom wahrscheinlich am besten kennenlernen. Entlang des Strandes von Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin führt eine lange Radfahrstrecke. Das ist die Gelegenheit, die Gegend noch mal richtig zu erkunden. Dazu noch ein leckeres Fischbrötchen und ein Zwischenstopp am Ostseestand – herrlich!
Die Usedom-Räder kann man sich leihen und muss sie nicht mal dorthin zurückbringen, wo man sie geholt hat. Ein System ähnlich der Bahnräder in Berlin.
Allerdings sollte man auf die Reifen aufpassen. Gerade haben wir eine groooße Steigung bei Alt Sellenthin hinter uns gelassen, machen völlig fertig ein kleines Päuschen als plötzlich “Peng!” macht. Ein Reifenplatzer bei einer Kollegin. Ein richtig lauter Knall. Schlauch und Decke waren im Eimer, Ersatz musste her.

In Benz entdeckten wir eine kleine Kirche mit interessanten Deckenvertäfelungen. Auf jedem Teil war ein sternähnliches Motiv zu sehen, aber nur zwei gleichen sich. Welche das sind, das weiß wohl nur der Pfarrer.
Nicht weit von der Kirche entfernt steht eine Mühle. Das highlight ist aber der leckere Kuchen, der im Backhof daneben angeboten wird. Die Frau, die ihn dort verkauft, backt ihn jeden Morgen selbst. Sie steht dafür schon um halb 5 auf, sagt sie.

Ein echter Geheimtipp ist aber eine Fahrt auf dem Peenestrom. Am Hafen in Rankwitz startet die kulinarische Floßfahrt auf der “Becky”. Die “Becky” ist eigentlich mehr ein Hausboot. Erstaunlich schnell düst sie aus em Hafen raus auf den Peenestrom. Ein lauen Lüftchen weht, dazu leichter Wellengang.
Drinnen läuft leise Musik, und dann kommt das Essen. Der Knaller, etwas, das man sonst nie isst (also ich zumindest). Ein Gurkensüppchen mit Hummerschwänzchen. Gebratene Jakobsmuschel mit grünen Spargeln, einer Himbeere und irgendwas Zitronigem. Lamm mit Kartoffeln, gekochten Tomaten und Zucchini. Zum Schluss Vanilleeis mit Erdbeer-Rhabarber-Soße. Dazu die Sicht, die Atmosphäre, diverse Weinsorten und Erdbeer-Secco.
Man könnte sagen: Wir ließen es uns gut gehen.
Okay, im Normalfall kosten diese Tour und das Essen nicht sehr wenig Geld, aber das Erlebnis ist es wert. Man kann das alles buchen, kann auch sagen, was man essen und trinken möchte, wann es losgehen soll und wie lange.
Eine Sache für ganz besondere Gelegenheiten.
Und manchmal gibt’s dann auch die Spezialeinlage: wenn plötzlich der Motor abstirbt – mitten auf dem Wasser. Irgendein Ventil war nicht geöffnet – oder so.

Morgen geht’s weiter nach Rügen und die Insel Vilm. Aber nach Usedom – joa, könnte sein, dass ich da mal wieder hinfahre.

ORA aktuell

Handball: Oranienburg schlägt Usedom

Montag, den 4. Januar 2010
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Im NOHV-Pokal sind die Spieler vom Oranienburger Handballclub (OHC) eine Runde weiter. In Ahlbeck schlugen sie am Sonnabend das Team vom HSV Insel Usedom mit 24:25.
Das spannende Spiel war bis zum Ende ausgeglichen, in der Pause stand es 12:12. Die Usedomer vergaben kurz vor Schluss den entscheidenden Treffer.

Die Männer des OHC haben sich mit dem Sieg gleichzeitig die Teilnahme am DHB-Pokal gesichert.

ORA aktuell

Regionalliga-Start: OHC verliert auf Usedom

Sonntag, den 14. September 2008
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Den Start in die Handball-Regionalliga-Saison 2008/09 hat der Oranienburger HC verpatzt: In Ahlbeck verlor der OHC am Abend gegen den HSV insel Usedom. Die Inselhandballer gewannen mit 28:23 (10:11).

RT im Kino

Kirschblüten – Hanami

Samstag, den 15. März 2008
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Rudi (Elmar Wepper) ist krank. Bald wird er sterben. Doch er erfährt nichts davon. Nur seine Frau Trudi (Hannelore Elsner) weiß es. Gemeinsam mit dem Arzt beschloss sie, es ihm vorerst zu verschweigen, so lange es ihm noch gut geht. Stattdessen wollen sie reisen. Zu den Kindern, die schon lange ausgezogen sind. Karl (Maximilian Brückner) wohnt in Tokio – das ist dann doch ein bisschen zu weit und zu teuer. Dann lieber nach Berlin, zu den anderen Kindern.
So reisen sie von Bayern in die Hauptstadt. Nur Trudi weiß, es wird wohl ihre letzte gemeinsame Reise sein – und weint stille Tränen. Rudi reist fast schon widerwillig mit – wird er doch aus seinem normalen Tagesablauf gerissen. Und wozu wegfahren – er hat doch alles.
Als die beiden feststellen müssen, dass die Kinder in Berlin wenig zeit und Lust haben, sich mit ihnen zu beschäftigen, reisen sie nach Ahlbeck auf Usedom – an die Ostsee.
Dort stirbt Trudi. Ein Schock für alle. Sie ist viel zu früh gegangen. Ihren Traum, einmal nach Japan fliegen, konnte sie sich nicht mehr erfüllen. Also setzt sich Rudi nach dem ersten Schock ins Flugzeug nach Tokio und Reise in eine fremde Welt.
“Kirschblüten – Hanami” gehört ohne Zweifel zu den besten Werken, die Regisseurin Doris Dörrie in vergangener Zeit auf die Beine gestellt hat. Voller Tragikomik, voller Warmherzigkeit und Liebe erzählt sie eine Geschichte über den Abschied, den Schmerz und die Fremde. Loslassen und Neuentdecken. In Tokio erfährt Rudi, was seine Frau an der Kultur schätzte – er lernt eine junge Butohtänzerin kennen.
Für den Zuschauer wird viel Spannung und Faszination geboten. Mit wunderschönen Bildern fängt sie die Insel Usedom und die Ostsee ein, fast schon poetisch. Auch und gerade die Entdeckeungsreise, auf die sich Rudi in Tokio begibt ist hochinteressant.
Sehr ergreifend sind die Szenen, in denen es um das Sterben, um den Tod geht. Eine echte Kinoentdeckung ist Elmar Wepper. Der Schauspieler trat bisher nur im Fernsehen auf. Seine erste Kinorolle spielte er in Dörries “Fischer und seine Frau”. Nun eine Hauptrolle – eine großartig gespielte.
“Kirschblüten – Hanami”, ein kleiner großer Film.

9/10