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Mein Tag mit mir

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Geschlossen – seit ewig

Mittwoch, den 13. Oktober 2021
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Die Abendplanung war eigentlich ziemlich ausgereift. Erst ins Kino, dann in die Therme, ein bisschen entspannen.
Schon die Sache mit dem Kino wäre fast an einem fehlenden Parkplatz gescheitert.

Nach dem Film fuhr ich dann aber nach Charlottenburg. Ich war schon ewig nicht mehr in den Thermen am Europacenter. Zu Hause hatte ich schon meine Tasche mit allem nötigen Kram gepackt. Ich bog in die Nürnberger Straße und fuhr ins Parkhaus.
Vor der Tür stutzte ich: Alles sah sehr dunkel aus. Kein beleuchtetes Schild, und auch im Zugangsraum zum Fahrstuhl war alles zappenduster.
Die Therme war geschlossen.

Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass Thermen wieder öffnen dürfen, auch in Oranienburg läuft ja der Saunabetrieb schon seit dem Sommer.
Vor dem geschlossenen Eingang stehend gab ich auf dem Handy eine entsprechende Internetsuche ein. Was ich erfuhr, war sehr traurig. Die Thermen am Europacenter sind für immer geschlossen – und das schon seit März 2020!
Da mussten die Thermen wegen Corona schließen, und Anfang Juli 2020 wurde bekannt, dass sie auch nie wieder öffnen werden. Der Mietvertrag lief Ende 2020 aus, eine Öffnung in der Zwischen-Coronazeit wäre finanziell schwierig gewesen. Die Betreiber mussten Insolvent anmelden.

Was aus dem Gebäude wird, ist klar. Denn eigentlich war dort ein neues Hochhaus geplant. Es heißt, das Projekt sei noch nicht aufgegeben worden.

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2G in Zeiten des Coronavirus

Dienstag, den 12. Oktober 2021
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Es sind noch viele Stühle frei im Theater. Die Show beginnt in zehn Minuten. Freie Stühle sind üblich in Zeiten des Coronavirus. Abstand und so. Und Masken.
Im Theater allerdings hat niemand Masken auf, und kurz bevor es wirklich los geht, kommt noch eine große Gruppe von Leuten. Alle wollen sie noch rein ins Theater. Der Raum füllt sich, und inzwischen ist fast jeder Platz besetzt.
Ich stehe vor der Tür, sehe rein.
Ein volles Theater. Wie lange habe ich das nicht mehr gesehen? Wie lange war ich nicht mehr in einem vollen Theater? Wie lange schon ist es her, dass Abstände keine Rolle gespielt haben? Und wir keine Maske tragen mussten?
Ich gehe rein, ins volle Theater.

Was heute irgendwie seltsam war, das war noch Anfang März 2020 ganz normal. Ins Theater gehen. Mit Leuten eng zusammensitzen. In großen Gruppen Spaß haben.
Aber es könnte der Beginn der neuen Normalität sein.

Im Kremmener Theater “Tiefste Provinz” präsentierte Ausbilder Schmidt am Montagabend sein neues Programm. Und was früher ganz normal war, ist heute besonders: Er trat vor vollem Haus auf.
Mehrfach verschoben, konnte der Abend nun stattfinden. Unter einer Bedingung: 2G. Nur wer geimpft oder genesen ist, durfte ins Theater. Unter anderen Umständen – auch mit 3G – wäre aus diesem Abend nicht geworden. Denn 3G bedeutet: weiterhin Abstände, Maske tragen. Aber die Tickets waren schon verkauft, und nun musste überlegt werden, es es weitergehen soll.
Nur sechs Leute haben abgesagt, als es hieß, dass die 2G-Regel für den Abend gilt. Es habe Verständnis geherrscht, sagt Betreiber Andreas Dalibor.

Und so sitze ich in einem vollen Theater, allerdings in der letzten Reihe. Ich sitze also nicht mittendrin, sondern am Rand. Aber dennoch: Dieses volle Theater zu sehen, war ein schönes Gefühl. Plus das Gefühl, sich erst wieder an die neue Normalität gewöhnen zu müssen. Aber auch die Erkenntnis: mach es, wenn die Gelegenheit da ist. Denn über kurz oder lang müssen wir uns wieder an Nähe gewöhnen. Um wieder normal zu werden. Aber auch, damit es weiterhin so ein Theater wie das in Kremmen gibt. Das rechnet sich nur mit einem gut gefüllten Saal.

Angesichts der Tatsache, dass inzwischen wohl mehr als 80 Prozent der Erwachsenen geimpft sind, halte ich die 2G-Regel in solchen Fällen für absolut gerechtfertigt. Auch für Clubs und Discos ist das nun die einzige Chance, wieder ans Netz zu gehen.

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Doppeljubiläum

Montag, den 11. Oktober 2021
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In dieser Woche gibt es gleich zweimal was zu feiern. Was wir am Sonntag aufgezeichnet haben, wird im Laufe der Woche online gehen.

Am 16. Oktober feiert der RTest auf der Youtube-Seite “Zapper Infotainment” das fünfte Jubiläum. Dabei hat es genau genommen schon am 13. Februar 2016 begonnen. Damals kaufte ich “Tote Oma”, also Blutwurst, in der Dose. Daraus machte ich eine Facebook-Fotostory, um zu erzählen, wie ich es zubereite und koste. Acht Monate später nahm ich das erste Mal ein Video, den RTest #2, diesmal mit der Brause “Mio Mio Mate Banane”, es war dann der Beginn einer langen Reihe von Tests. Die “Tote Oma” habe ich später noch mal als Video aufgenommen und als RTest #1 veröffentlicht.
Am Mittwoch geht RTest #341 online, und es ist die Jubiläumsfolge.

Aufgenommen wurde sie in Beetz. Wir waren zu Gast bei Familie Trümper, die auf dem Hof eine ausgebaute Scheune haben. Hauptsächlich zeichneten wir aber die Ausgabe #250 von KeineWochenShow auf. Zu Gast waren zwei Bands, es gab ein handverlesenes Publikum und ein paar Aktionen – demnächst gibt es mehr Infos dazu. Online geht die Show am kommenden Sonntag.
Aber an dieser Stelle schon mal ein Dank an die Trümpers und an alle, die sich die Zeit genommen haben, an der Aufzeichnung teilzunehmen.

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Fuffifund

Samstag, den 9. Oktober 2021
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50 Euro. Der Schein liegt auf dem Boden, ein paar Mal gefaltet. Ein echt wertvolles Fundstück.
Der Schein liegt vor der Gemeindeverwaltung in Eichstädt. Gerade ist der öffentliche Teil des Sozialausschusses zu Ende, ich laufe zum Auto, als ich den Fuffi auf der Erde liegen sehe.

Was tun? Klar, ich könnte ihn aufheben und mitnehmen. Mit 50 Euro kann man ja einiges machen. Aber da kommen auch gleich die Skrupel, denn die 50 Euro haben jemandem gehört, vielleicht jemandem, der im Ausschuss sitzt. Immerhin lag der Schein direkt vorm Eingang.
Und, irgendwie denke ich, es könnte mich ja jemand beobachten.
Also hebe ich ihn auf, gehe wieder in den Sitzungssaal zurück und reiche der Protokollantin den Geldschein.

Am nächsten Vormittag telefoniere ich mit der Ortsvorsteherin von Bärenklau. Sie bedankt, denn es stellte sich raus: Der Fuffi gehört ihr. Sie war die Letzte, die zur Sitzung kam, und die 50 Euro hatte sie von einem Kunden bekommen, dem sie gerade noch was ausgeliefert hatte.
Ende gut, alles gut.

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Leipzigs hässliche Antisemitismus-Fratze

Mittwoch, den 6. Oktober 2021
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“Packen Sie Ihren Stern ein.”
Willkommen in der Messestadt Leipzig. Willkommen im Westin am Leipziger Innenstadtring. Das heißt, einer war nicht Willkommen, jedenfalls nicht mit einem Davidstern an seiner Halskette.

Der Musiker Gil Ofarim erzählte seine schockierende Geschichte in einer Story auf Instagram. Er wollte ins besagte Hotel einchecken. Aber erst habe man ihn in der Schlange ignoriert, dann habe er auf sich aufmerksam gemacht.
Aber erst rief jemand von der Seite, dass er den Stern abnehmen solle, so sagte es dann auch der Typ am Empfang. Der Davidstern, den Ofarim am Hals trug, sorgte dafür, dass er nicht ins Hotel gelassen werden sollte.
Antisemitismus von der übelsten Sorte, in Deutschland, 2021.
Gil Ofarim kämpfte zwischenzeitlich mit den Tränen, als er das erzählte.

Schockierend ist auch, dass es sich um einen Hotelangestellten handelte. Ein Typ, der internationale Gäste empfängt, der für ein an sich weltoffenes Haus arbeitet. Wie konnte er glauben, dass er mit dieser Aktion durchkommt.
Vermutlich kannte er Gil Ofarim nicht. Vielleicht hätte er den Promi Ofarim nicht behelligt. Was aber das perfide Denken des Hotelangestellten erst recht zeigen würde.

Das Westin hat reagiert, die betroffenen Mitarbeiter sind beurlaubt. In der Leipziger Volkszeitung wird die stellvertretende Hotelmanagerin Antje Reichstein so zitiert: „Wir sind ein weltoffenes Hotel und lehnen jede Form von Intoleranz, Diskriminierung und Antisemitismus auf das Schärfste ab. Deshalb sind wir über die unerträglichen Vorwürfe von Herrn Ofarim besorgt und alarmiert. Antisemitismus ist nicht entschuldbar und wird in ihrem Hotel nicht geduldet.”

Nun gibt es vielleicht einige, die sagen, die Sache werde aufgebauscht. Nein, wird sie nicht. Denn der Fall zeigt: Wenn so etwas einem Promi passiert, der seine Reichweite nutzt, um seine Geschichte zu erzählen und zu erreichen, dass sie bekannt wird – wie es muss es erst den vielen Menschen gehen, die Ähnliches erleben, aber nicht die Bühne bekommen, es öffentlich zu machen?
Antisemitismus ist und bleibt ein deutsches Problem. Dem müssen wir uns entgegen stellen. Immer wieder.

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#facebookdown #whatsappdown #instadown

Dienstag, den 5. Oktober 2021
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Sechs Stunden Ruhe. Sechs Stunden mal kein Pling, sechs Stunden keine neuen Fotos, keine Chats, keine Anfragen – nichts.

Und bei Twitter trendeten drei Stichworte und Hashtags: #facebookdown #whatsappdown #instadown. Sowohl Facebook mit dem Messenger, als auch Instagram und WhatsApp funktionierten einen Abend lang nicht.

Es ging um kurz vor 18 Uhr los. Facebook ließ sich nicht mehr aufrufen. Nachrichten auf WhatsApp ließen sich nicht mehr verschicken. Nach einer anfänglichen Nervosität kam irgendwann die Erkenntnis, dass nichts mehr funktioniert. Es gab also an diesem Montagabend sehr viel weniger Gründe, zum Handy zu greifen. Niemand hat geschrieben, auf Instagram gab es keine neuen Fotos, Statusfotos auf WhatsApp gab es auch nicht zu betrachten.

Alle drei Plattformen gehören zu Facebook. Dieser Mega-Ausfall zeigte somit auch, wie bedenklich es dann doch ist, wenn alle diese großen Player – die früher mal allesamt für sich standen – nun zu einer Firma gehören. Ist Facebook gestört, dann Insta und WhatsApp oft gleich mit – so wie diesmal.
Deshalb war das heute auch der große Tag für Twitter – dort informierten sich alle über die Störungen der Konkurrenz, und vermutlich war auch auf Telegram mehr los als sonst.

Um kurz vor Mitternacht machte es dann doch Pling. Es ging wieder los. Eine WhatsApp-Nachrichte erreichte mich, die garantiert schon vor Stunden geschrieben worden war. Ich antwortete nur: “Ha! WhatsApp läuft wieder!”
Eigentlich war das ein recht entspannter Abend – vielleicht kann man das ganze Social-Media-Gedöns ja öfter mal abschalten.

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Können die Pommes gefälligst mal schneller fertig werden?

Freitag, den 1. Oktober 2021
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An dieser Stelle ein Geheimtipp für Oranienburger Freunde des großen M. Wer sich relativ sicher sein möchte, dass man bei McDonalds wirklich frische Burger bekommt, der sollte nicht unbedingt nach Sachsenhausen fahren, sondern zum Oranienburger Bahnhof. Denn das Restaurant ist so klein, dass tatsächlich erst hergestellt wird, was man haben möchte. Bestellt man einen Hamburger Royal TS, dann wird das Fleisch in den allermeisten Fällen in diesem Moment erst gebraten. In Sachsenhausen wird dagegen viel vorproduziert, wenn man Pech hat, ist der Burger samt Fleisch nur lauwarm.

Am Donnerstagnachmittag war es sehr voll, die Schlange reichte raus bis auf den Bahnhofsplatz, was wegen der Abstände, die man ja jetzt hält, keine ganz große Kunst ist.
Aber vor mir war eine Jugendgruppe, die alles irgendwas bestellt haben oder noch bestellen wollten. Es dauerte. Aber ich hatte ja Zeit. Die Gruppe allerdings nicht, denn gleich würde die Bahn fahren, wie die draußen neben der Schlange stehende Betreuerin ihrer Kollegin sagte. Nervös schaute sie auf die Uhr. Noch sechs Minuten.
“Langsam wird es eng”, sagte die Frau kurz danach – es waren nun nur noch fünf Minuten Zeit. Hektisch lief sie zur Eingangstür und rief rein, wie es denn jetzt aussähe, und der Zug fahre doch gleich. Das Mädchen, das noch am Tresen stand und auf Pommes wartete, zuckte nur mit den Schultern.
“Können die Pommes gefälligst mal schneller fertig werden?” – Das sagte die Betreuerin nicht – aber sie dachte es garantiert.
Kurz danach kam das letzte Mädchen rausgerannt, und schnellen Schrittes ging es zum Bahnsteig.

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