Tagesarchiv für 1. August 2022

RT im Kino

Die Magnetischen

Montag, den 1. August 2022

Frankreich, 1980. Philippe (Thimotée Robart) betreibt mit seinem Bruder Jerôme (Joseph Olivennes) und ein paar Freunden einen Piratensender. Philippes ganz großes Hobby ist die Tontechnik, und er hat es drauf, mit vielen Kassetten und Schneidetechniken ganz neue Sounds zu kreieren.
Dann zieht Marianne (Marie Colomb) in die Kleinstadt, und sowohl Philippe als auch Jerôme verknallen sich in sie. Blöd nur, dass Philippe sehr schüchtern ist und ihr nicht sagen kann, was er für sie empfindet. Als er zum Wehrdienst in den französischen Sektor West-Berlins muss, muss er einerseits loslassen – aber andererseits: Er ist verliebt. Er lernt bei der Armee Dany (Brain Powell) kennen, der beim britischen Radiosender BFBS arbeitet. Philippe will über den Sender eine Botschaft für Marianne absetzen.

Der Film “Die Magnetischen” hat genau zwei magische Momente, und beide haben mit Magnetbändern von Kassetten zu tun. Das erste Mal, als Philipp Marianne zeigt, wie aus einer Ansage ein Soundereignis wird. Das zweite Mal, als Philippe bei BFBS spontan ein Sound-Feuerwerk startet.
Das Problem: Zwei magische Momente reichen nicht, wenn der Rest ziemlich mau vor sich hinplätschert. Dabei sind die Charaktere sympathisch, allen voran Philippe. Aber dennoch wirkt der ganz Film seltsam dösig. Die Handlung ist mager, sie trägt keine 99 Minuten, obwohl das ja nicht mal viel ist.
Der Ansatz mit den Kassetten, diese Sounds – dieser Film hätte so sehr viel mehr sein können.

-> Trailer auf Youtube

Die Magnetischen
Frankreich 2021, Regie: Vincent Maël Cardona
Port au Prince, 99 Minuten, ab 16
4/10

Hits: 158

RTZapper

Schloss Goldbach – Promis viel zu nah

Montag, den 1. August 2022
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MI 27.07.2022 | 22.50 Uhr | Sat.1

Was ja viele gar nicht wussten: Markus Lanz ist heimlich in Karl Lauterbach verschossen. Und irgendwie hat er ja schon immer ein bisschen näselnd gesprochen, was eindeutig darauf hinweist, dass der Lanz ein bisschen… na, du weißt schon. Beim Sprechen kneift er immer ein bisschen die Augen zusammen, und er spricht auch ein wenig abgehackt.
Dieser Markus Lanz ist in Wirklichkeit ja nicht echt, sondern der Tiefpunkt der neuen Sat.1-Comedy “Schloss Goldbach”, die am späten Mittwochabend erstmals zu sehen war. Und dass sie am späten Mittwochabend im quotenschwachen Sommerprogramm zu sehen ist, zeigt eigentlich auch schon, was man bei Sat.1 selbst davon hält. “Schloss Goldbach – Promis viel zu nah” heißt die Parodie-Show, die sehr an “Switch Reloaded” oder “Binge Reloaded” erinnert.

Im Schloss Goldbach kommen Promis zusammen, um Wellness zu machen, um beim Psychologen zu reden, ein Coaching zu bekommen oder einfach nur auszuspannen. Das Schloss hat den Machern dann aber als Handlungsort nicht gereicht, und so gibt es auch viele Szenen, die mit dem Schloss nichts zu tun haben.
Da gibt es dann den schleimigen Markus Lanz, der eher wie eine Max-Giermann-Parodie wirkt – also eine Parodie der Parodie – was eigentlich nur schlechter werden kann. Oder Andrea Kiewel, die sich an einem “Tatort”-Casting beteiligt oder Rezo, der die Eltern seine Freundin kennenlernt.

Die Darsteller sind fast alle eher unbekannt, aber sie treffen längst nicht jeden Promi auf den Punkt. Bei Hans Siegl, den Bergdoktor, müssen sie noch üben. Veronica Ferres haben sie gar nicht getroffen. Und wenn man die Sause auf knackige 25 Minuten runterkürzt, dann könnte die Gagdichte auch noch ein bisschen größer werden. Denn gute Masken und Verkleidungen machen noch keine guten Drehbücher.

-> Die Sendung bei Joyn

Hits: 170