Tagesarchiv für 27. Juni 2022

RTelenovela

Überraschungsevent (53): 3 Schwestern #VollerLiebeImKampfmodus

Montag, den 27. Juni 2022
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(52) -> 8.6.2022

Der Startschuss fiel im April 2016. Einmal im Monat wollen wir uns gegenseitig überraschen. Und immer darf der andere nicht wissen, wo genau wir hingehen werden – erst vor Ort wird das Geheimnis gelüftet. Der Termin muss beim anderen natürlich abgefragt werden, alles andere nicht. Die Preisgrenze liegt bei 30 Euro. Diesmal durfte ich das Event planen, beim nächsten Mal ist sie dran.

Erstmals führte uns das Event zur Brotfabrik auf dem Caligariplatz in Berlin-Prenzlauer Berg. Dort gibt es nicht nur ein schönes Café, sondern auch ein Kino und ein Theater.
Im Theater sahen wir das Zwei-Frau-Stück “3 Schwestern #VollerLiebeImKampfmodus”. Komischerweise habe ich mir vorher gar keine Gedanken darüber gemacht, warum von drei Schwestern die Rede ist, obwohl doch nur zwei Frauen mitspielen.
Es geht um zwei Schwestern, die sich am Morgen unterhalten, sich anzicken, sich erinnern. An damals. An Familienrituale. Und dann kommen sie auf den Tag zu sprechen, genau vor 30 Jahren, als ihre große Schwester in einem Freibad ertrunken ist.
Es sind berührende Momente, wie sie sich an diesen Tag in scheinbar jeder Einzelheit erinnern.

Das Stück ist sehenswert. Anfangs wirkt alles ziemlich harmlos, sorglos, ein nettes Familienstück, und man selbst besinnt sich in der Zeit auch an ein paar Familienrituale und -verbindungen.
Doch dann dreht sich alles. Das große Drama, das große Nachdenken. Am Ende scheint nur noch Erschütterung zu herrschen, die beiden Frauen liegen am Boden.
Da fehlte ein bisschen der Kreis, der sich vielleicht schließen könnte. Ich wusste nicht genau, welche Botschaft uns das Stück am Ende eventuell mitgeben wollte. Ich war ein wenig ratlos, zumal mir das Stück zum Ende ein wenig zu verkopft vorkam. Aber dennoch: Es hat sich gelohnt, das gut 70 Minuten lange Stück gesehen zu haben.

Nur heiß war es. So richtig heiß. Das Brotfabrik-Theater ist sehr klein, scheint unter dem Dach zu sein, man muss zwei Treppen hochlaufen. Gerade mal drei Stuhlreihen gab es. Wir mussten uns hin und wieder Luft zufächern…

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RTZapper

Der Deutsche Filmpreis 2022

Montag, den 27. Juni 2022
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FR 24.06.2022 | 22.45 Uhr | Das Erste

“Lieber Thomas” hat am Freitag bei den Lolas abgeräumt – beim Deutschen Filmpreis 2022. Und das übrigens auch vollkommen zurecht. Aber dennoch muss man feststellen: Der deutsche Film steckt in einer tiefen Krise, aber so richtig will das scheinbar niemand wahrhaben.
“Lieber Thomas”, im Spätherbst 2021 angelaufen, haben bis Ende April etwa 63.000 Menschen gesehen. Ja, nicht 6,3 Millionen, auch nicht 0,63 Millionen, sondern 0,06 Millionen Menschen.
Und damit befindet er sich leider in illustrer Gesellschaft.

Es ist richtig und gut, dass sich der deutsche Film einmal im Jahr so richtig feiert. Am Freitagabend lief die Gala im Ersten – natürlich nicht live. Selbst im Nischenprogramm war keine Live-Übertragung drin.
Andererseits: Die Zuschauerzahlen sind sehr niedrig. Und sie sind sehr niedrig, weil es in der Gala meist um Filme geht, die die meisten Leute in Deutschland gar nicht kennen. Wegen der Coronapause gibt es einerseits eine regelrechte Filmschwemme, die kaum zu überblicken ist, die kaum zu bewerben ist. Und die Kinos haben allgemein ganz große Probleme, die Menschen zurück in die Säle zu holen.

Aber das führt dazu, dass zum Beispiel in der Kategorie der besten weiblichen Hauptrolle teilweise von Filmen die Rede ist, von denen selbst ich noch nie gehört habe – und ich beschäftige mich schon sehr intensiv mit dem deutschen Film.

“Die Schule der magischen Tiere” bekam den Preis für den zuschauerstärksten Film, bis Ende April 1,68 Millionen Leute die Kinderkomödie, und auch “Wunderschön” schaffte (zu recht) die Millionengrenze.Aber sonst sieht es echt finster aus. Weitere nominierte Filme hatten ein überschaubares Publikum: “Große Freiheit” sahen um die 20.000 Leute, “Toubab” um die 12.000 Leute, die Doku “Wem gehört mein Dorf?” etwa 6800. “Contra” immerhin etwa 0,64 Millionen.
Zwar keine großen Erfolge, aber es fehlten auch Filme an diesem Abend, denn eigentlich waren im vergangenen Filmjahr auch “Mein Sohn”, die Doku “Die Unbeugsamen”, “Nebenan”, “Je suis Karl”, “Nahschuss” oder “Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull” preis- oder erwähnungswürdig. So aber machte es den Eindruck, als habe man sich auf einen harten Kern konzentriert, und unter den Filmen alles aufgeteilt.
Klar ist aber: Der deutsche Film muss sich wieder darauf konzentrieren, sein Publikum zu finden. Viel zu viele tolle Filme gingen in den vergangenen Monaten sang- und klanglos unter.

-> Die Sendung in der ARD-Mediathek (bis 24. Juni 2023)

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