Tagesarchiv für 21. Juni 2022

RT liest

Ewald Arenz: Der große Sommer

Dienstag, den 21. Juni 2022

Irgendwann in den 70ern. Den Sommer hat sich Frieder anders vorgestellt. Aber er muss in Mathematik und Latein in die Nachprüfungen. Die finden zum Schuljahresanfang statt.
Eigentlich sollte er – wie immer – mit in den großen Familienurlaub. Doch der fällt für ihn nun flach. Stattdessen soll er zu seinem Großvater und Nana – lernen. Und tatsächlich verdonnert ihn sein Großvater dazu, dass er jeden Vormittag ein paar Stunden über seinen Büchern brüten muss. Nachmittags soll er beim Großvater im Institut Botendienste leisten.
Die freie Zeit nutzt Fieder dennoch: Er hängt mit seinem Freund Johann ab, mit seiner großen Schwester Alma – und dann ist da noch Beate. Die hat es Frieder besonders angetan.
Es wird ein großer Sommer. In dem er seine Großeltern neu kennenlernt. In dem er die erste Liebe erlebt. Und ein Drama um Johann. Dieser Sommer wird sein Leben für immer prägen.

Und das ist nicht zu viel versprochen. “Der große Sommer” hat Ewald Arenz seinen Roman genannt. Und den erlebt man als Leser auch mit.
Die aus Sicht von Frieder erzählte Geschichte ist dicht, sie wird in der zweiten Hälfte richtig packend und emotional. Denn in der Tat lernt Frieder in diesen Wochen sehr viele Dinge fürs Leben, es werden Weichen gestellt, er gibt beglückende wie auch traurige und schockierende Momente.
Gerade im letzten Drittel will man das Buch kaum noch aus den Händen legen.

Ewald Arenz: Der große Sommer
Dumont, 318 Seiten
9/10

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ORA aktuell

Weiterhin Müllproblem an der Bernauer Straße in Oranienburg

Dienstag, den 21. Juni 2022

Auch nachdem die Müllcontainer an der Bernauer Straße gegenüber der Polizei-Fachhochschule in Oranienburg entfernt worden sind, bleibt das Areal ein Problemfall. In den vergangenen Wochen wurden dort riesige Mengen Papiermüll frei abgelegt.

Seitens des Landkreises Oberhavel wolle man den Platz weiterhin stärker überwachen. Wer bei der Müllablage erwischt werde, müsse ein Bußgeld von bis zu 250 Euro zahlen, bei erheblichen Mengen oder anderem Müll sogar 100.000 Euro.
Eine Wiederaufstellung der Container sei nicht geplant.

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RTelenovela

McMüllmassen

Dienstag, den 21. Juni 2022
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Was geht da vor, bei McDonald’s? Ein paar Kunden stehen in Sachsenhausen an der Eingangstür. Sie ist geschlossen, man sieht aber, dass drinnen Betrieb herrscht.
Auch auf der Terrasse sitzen Leute, und jemand deutet zum Hintereingang, der sei geöffnet. Also laufen wir dort rein, und, nun ja, blicken auf ein Schlachtfeld.
Auf so ziemlich jedem Schild stehen Müllhaufen. Tüten, Tabletts, Verpackungen, Essensreste. Neben dem Eingang stehen die beiden großen Tablettständer, und beide sind voll. Alle Fächer sind belegt, und auf dem Ständer liegt bergeweise Müll. Auf dem Tisch dahinter stapeln sich die Reste ebenfalls.
Echte McMüllmassen.

Leute, die ihr Essen bekommen haben, stöhnen, sie hätten eine halbe Ewigkeit warten müssen. Zwei der vier Bestellautomaten sind außer Betrieb. Will man etwas bestellen, gehe das nur Außer-Haus, obwohl das Restaurant geöffnet ist. Als ich mit Karte bezahlt habe, bekomme ich keinen Beleg – das ist Papier ist alle.
Es scheint ein kleiner Notstand bei McDonald’s zu herrschen.

Die Frage ist: Woraus besteht der Notstand? Es wuseln ziemlich viele Menschen in der Küche rum. Alle haben sie sehr gut zu tun. Aber es scheint eindeutig ein Personalnotstand zu sein. Ob wegen Krankheit oder weil sich niemand für die Stellen findet – vermutlich trifft beides zu. Es ist aus Gesprächen zu hören, dass einige der Küchen- oder Bedienungsleute schon dabei sind, eine Überstunde zu machen. Aber angesichts des Ansturms von Leuten – nein, eigentlich ist es gar kein Ansturm, es herrscht eigentlich relativ normaler Betrieb – kommen sie nicht klar.

Immerhin ist die Stimmung unter den Leuten gut. Alle helfen sich, eine junge Frau versucht, die Situation zu ordnen, was ihr auch irgendwann gelingt. Die Mitarbeitenden scheinen sich der Lage bewusst zu sein, aber dass sie sich dabei nicht ankeifen – zumindest nicht in diesem Moment – ist ja schon mal gut.

Aber grundsätzlich: Die Fast-Food-Ketten scheinen auf einem absteigenden Ast zu sein. Nicht nur, dass das Personal knapp und das Essen immer teurer wird (wie momentan überall).
Oft sind die Burger kalt oder das Fleisch selbst nicht mehr heiß. Die Pommes sind oft labbrig und auch schon kalt. Bestellungen werden gern mal falsch ausgeführt. Dazu die oft nicht sehr sauberen Läden an sich. Dass da immer weniger Leute dorthin kommen, verwundert nicht. Und ich sage das als ausgesprochener Fan von McDonald’s – immer öfter wird man bitter von der schlechten Qualität enttäuscht. Man muss aber auch sagen: Bei Burger King ist das alles noch viel schlimmer.

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