Tagesarchiv für 16. Mai 2022

RT liest

Lukas Heinser: Eurovision Song Contest – Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten

Montag, den 16. Mai 2022
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Dass Lukas Heinser Fan und Experte des Eurovision Song Contests wurde, ist ja eher ein Zufall. 1993, die Münchner Freiheit, seine damalige Lieblingsband, tritt für Deutschland an: Lukas, 10 Jahre alt, schaute sich die Show an, und er war enttäuscht, weil seine Band nicht so richtig gut ankam. Die Begeisterung war dahin, bis dann Guildo Horn und Stefan Raab den ESC aufmischten.
2007 entstand die Zusammenarbeit mit dem Medienkolumnisten Stefan Niggemeier. Gemeinsam besprachen sie die Songs des Jahrgangs. Zuvor hatte Heiser in dessen Blog kommentiert. 2010, 2011 und 2012 reisten Heiser und Niggemeier nach Oslo, Düsseldorf und Baku, um von dort in Videoblogs zu berichten.
Seit 2013 sitzt Lukas Heinser an der Seite von ESC-Kommentator Peter Urban, um ihm Tipps und Hinweise zuzustecken.
Und jetzt ein Buch – mit populären Irrtümern und anderen Wahrheiten rund um den ESC.

Es ist eine Reise durch 65 Jahre Geschichte rund um den Song Contest. Wie es überhaupt zu diesem Wettbewerb kam. Welche großen Hits der ESC hervorbrachte. Was die Nelkenrevolution in Portugal mit dem ESC zu tun hat. Das Phänomen ABBA. ESC-Urgestein Ralph Siegel. Wie es dazu kam, dass Irland dreimal hintereinander die Show ausrichtete. Wie Stefan Raab dazustieß. Wieso Pyrotechnik in den Proben noch nicht abgefeuert wird.

Es ist eine unterhaltsame und interessante Zusammenstellung von Geschichten, Anekdoten und Fakten rund um den großen Musikwettbewerb. Kenner werden vermutlich nur wenige neue Inhalte rausziehen können. Wer sich bislang nur am Rande damit befasst hat, wird aber viel Neues dazulernen. Aber weil Lukas Heinser das alles auch noch sehr kurzweilig aufgeschrieben hat, werden auch Hardcore-Fans ihren Spaß dran haben – sie werden allerdings vermutlich noch ein paar Zahlen aus den verschiedenen Jahren in einer Art Anhang vermissen.
Einziges Manko: Für 120 Seiten sind 16,95 Euro nicht gerade wenig Geld.

Lukas Heinser: Eurovision Song Contest – Populäre Irrtümer und andere Wahrheiten
Klartext, 120 Seiten
8/10

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RTelenovela

Ich hab’ den Weihnachtsmann gesehen!

Montag, den 16. Mai 2022
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Was macht der Weihnachtsmann eigentlich, wenn er gerade nichts zu tun hat? Also, jetzt, im Frühling? Macht er Urlaub? Oder Inventur?

In der Nacht zu Sonntag habe ich ihn über den Oranienburger Bahnhofsplatz rennen sehen. Es war gegen 2.10 Uhr am Morgen, ich fuhr gerade mit dem Auto am Bahnhof vorbei, da rannte er in seinem roten Mantel und der obligatorischen roten Mütze mit weißer Bommel zum Bahnhof. Vermutlich wollte er – und er hatte eine Begleitung dabei – noch den nächsten Zug bekommen.
Und ich muss sagen: Mager ist er geworden, und jung sah er aus. Vielleicht hat er eine Fastenkur gemacht. Aber bis zum Advent, wenn er in Himmelpfort wieder sein Büro bezieht, wird er bestimmt wieder ordentlich zugelegt haben.

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RTZapper

Eurovision Song Contest 2022 – Aftershow

Montag, den 16. Mai 2022
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SA 14.05.2022 | 1.10 Uhr (So.) | Das Erste

Wann schmeißt der NDR endlich die bräsigen Countdown- und Aftershows zum Eurovision Song Contest aus dem Programm? Diese Sendungen, die einen Grand Prix Eurovision de la Chanson feiern, den es längst nicht mehr gibt. Diese Sendungen, in denen in schöner Regelmäßigkeit Johnny Logan auftritt, weil er im 20. Jahrhundert zweimal des ESC gewonnen hat. In denen Namika ein Liedchen singen darf, weil… weil sie sie wahrscheinlich gerade Zeit hat. In der Grand-Prix-Experte Thomas Herrmanns grinsend über längst vergangene Zeiten schwadroniert. In der Max Giesinger singen darf, weil er auch gerade zeit hat und weil das ja die letzten Jahre, wo er auch schon in der Show zu Gast war, auch schon so schön war.

Der NDR hat nicht mal getraut, die öde Sause live von der Reeperbahn zu übertragen. Stattdessen saßen alle gelangweilt im Hamburger Studio rum, dazu stellte Barbara Schöneberger ömmelige Grand-Prix-Quizfragen über irgendwelche Ereignisse beim ESC im 20. Jahrhundert.

Es sind keine Shows, die Bock auf den ESC machen. Es sind keine Shows, die junge Leute irgendwie vom Hocker reißen könnten. Und das, obwohl der Eurovision Song Contest auch hierzulande riesige Marktanteile bei den unter 30-Jährigen hat. Der NDR bietet ihnen nichts. Außer die Shows, die man nun schon seit zwei Jahrzehnten so und nicht anders über die Bühne bringt, weil man das ja schon immer so gemacht hat.

Einstimmung auf die große Show? Ein Vorbericht aus Turin? Ein erster Überblick auf die Teilnehmer? Eine Rückschau auf die Länder, die schon ausgeschieden sind?
Daran hat man kein Interesse. Überhaupt hat man eigentlich kein Interesse, die Menschen vor den Fernsehern auf die folgende Show vorzubereiten.

Und das, obwohl man das Personal vor Ort hat. Das Team von Eurovision.de – zugehörig zum NDR – berichtete ausführlich aus Turin. Mit Analysen, Interviews, Vor-Ort-Berichten, und das auf unterhaltsam-informative Weise. Bevor im Ersten um 20.15 Uhr die lahme Hamburg-Studio-Show begann, gab es um 19 Uhr auf Eurovision.de eine Pre-Show aus Turin. Alina Stiegler, Stefan Spiegel und Constantin Zöller moderierten die 45-minütige Einstimmung auf das ESC-Finale. Wieso wird das im Internet versteckt? Wieso wird das nicht mal auf one gezeigt? Wieso kann man diese oder eine ähnliche Sendung mit eben diesem kompetenten Team nicht um 20.15 Uhr im Ersten senden?
Warum hat der NDR ein großes Team vor Ort und greift am kompletten ESC-Abend nicht einmal für das Erste darauf zurück? Warum versteckt der NDR die tolle Arbeit dieses Teams komplett im Netz?

Es muss sich beim deutschen Geschehen rund um den Eurovision Song Contest nicht nur etwas bei der Songauswahl ändern. Sondern ganz klar auch bei der Präsentation und dem Rahmenprogramm im Fernsehen. Eine so unmodern-langweilige Countdown-Show (Highlight: Michelle stand beim Auftritt so unter Strom, dass ihr die Haare abstanden), ist kaum noch zumutbar. Und auch über eine Ablösung von Peter Urban als Kommentator sollte endlich nachgedacht werden – immerhin hat Constantin Zöller 2021 schon den Junior-ESC kommentiert.
Der NDR hat gute Leute – schiebt sie aber leider nicht ins Rampenlicht.

PS: Das Eurovision.de-Team war es auch, das am Sonntagmittag – auch nur im Internet – in einer Live-Sendung im Nachklang zum ESC-Finale erstaunlich schonungslos mit dem deutschen Geschehen rund um den Wettbewerb umgingen. Gut so!

-> Die Aftershow in der ARD-Mediathek (bis 14. Mai 2023)
-> Das ESC-Frühstücksfernsehen 2022 von Eurovision.de auf Youtube

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