Tagesarchiv für 9. Mai 2022

RTZapper

Eurovision Song Contest 2022: Opening Ceremony

Montag, den 9. Mai 2022
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SO 08.05.2022 | 16.00 Uhr | Youtube

Der Eurovision Song Contest 2022 in Turin ist eröffnet, und natürlich steht auch diese Show ganz unter dem Eindruck des Ukra…
Ähm.
Nein, was?
Also, ist irgendwas los? Ist da was, worüber wir sprechen müssen?
Krieg? Echt? Wo?

Der ESC soll eine unpolitische Veranstaltung sein. Politische Botschaften sind in der Show tabu.
Offenbar so tabu, dass bestimmte Ereignisse offenbar einfach mal ausgeblendet werden.
Am Sonntagnachmittag ging in Turin die Opening Ceremony über die Bühne – beziehungsweise über den türkisen Teppich. Alle, die am ESC teilnehmen, sind begrüßt worden, gaben Interviews, stellten sich Presse und Fans. Live übertragen wurde das auf der Seite des ESC auf Youtube.

Auch die Ukraine ist beim ESC vertreten. Das Kalush Orchestra hat es nach Turin geschafft, wobei wohl ein Mitglied wegen der Kämpfe in der Ukraine zu Hause geblieben sei.
Die Delegation aus der Ukraine schritt also auch über den Teppich, und es war ein bedeut… also, öhm, nein, eigentlich war es ein völlig normaler… also…

Jedenfalls war die Gruppe dann im offiziellen Interview der EBU, des Veranstalters des Eurovision Song Contests. Die Interviewthemen waren, nun ja, nicht sehr tiefgründig. Zunächst wollten die beiden Interviewer etwas über den Musikstil wissen, und dann ging es um den Muttertag.
Genau, sie sprachen mit der ukrainischen Band über den Muttertag, während in der Ukraine Krieg herrscht. Und das alles am 8. Mai, dem Tag der Befreiung.

Das ist einfach nur beschämend und peinlich. Dass man im Interview mit den Ukrainern nicht mal eine Andeutung macht und stattdessen über blöde Allerweltsthemen (MUTTERTAG!!) smalltalkt, ist absolut erbärmlich.
Umso spannender wird es dann wohl, was die Ukrainer dann in den Live-Shows veranstalten.

-> Die Sendung auf Youtube (Ukraine ab 22:47 min)

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ORA aktuell

Sowjetischer Ehrenfriedhof in Oranienburg: Gedenken zum 8. Mai

Montag, den 9. Mai 2022
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Mehr als 70 Menschen kamen am Sonntagmorgen auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof an der Bernauer Straße zusammen. Anlass war der Tag der Befreiung am 8. Mai, das Erinnern an das Ende des Zweiten Weltkrieges 1945.

Der Stadtverband der Linken hatte zu der Veranstaltung aufgerufen. “Ganz bewusst wurde auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof in Oranienburg der vielen Millionen Opfern eines zerstörerischen, nationalsozialistischen und rassenorientierten Krieges gedacht”, so Enrico Geißler, der Linken-Chef in Oberhavel. “Gerade in den heutigen Tagen, Wochen und Monaten ist die Forderung nach Frieden auf der Welt um so wichtiger.”

Die Stadt Oranienburg beging den 8. Mai dagegen an der Anklagenden, einem Denkmal auf dem Schlossplatz, ein.

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RT im Kino

Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush

Montag, den 9. Mai 2022

Das hätte sich die in Deutschland lebende Türkin Rabiye Kurnaz (Meltem Kaptan) nicht träumen lassen: Sie hat in Washington einen großen Auftritt. Den Grund, warum sie dort auftritt, den hätte sie sich allerdings auch niemals träumen lassen.
Sie lebt mit ihrer Familie in einem Reihenhaus in Bremen. Ihr Leben ist bescheiden. Als aber ihr ältester Sohn Murat (Abdullah Emre Öztürk) im Herbst 2001 plötzlich nach Pakistan aufbricht, macht sie sich große Sorgen. Und als bekannt wird, dass ihr Sohn festgenommen worden ist, noch mehr. Murat wird des Terrorismus bezichtigt, er landet in Guantanamo.
Rabiye will das nicht hinnehmen. Sie wendet sich an die Politik – ohne Erfolg. Als sie sich an den Menschenrechtsanwalt Bernhard Docke (Alexander Scheer) wendet, kann er aber einiges erreichen – bis hin zu ihrem Auftritt in Washington.

“Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush” erzählt die wahre Geschichte einer Frau, die um die Freilassung ihres Sohnes kämpft. Andreas Dresen, der auch in einer kleinen Rolle dabei ist, hat sich der Geschichte dieser Frau angenommen, die so viel Herz hat und eben jenes Herz auf der Zunge trägt. Sie ging damals einfach auf die Menschen zu, sie traute sich, Leute anzusprechen, sie kämpfte für ihre Sache.
Zu recht – denn Geschichte ihres Sohnes Murat ist unglaublich. Ohne Anklage saß er jahrelang auf Guantanamo, wurde gefoltert. Es steht der Vorwurf im Raum, dass die Bundesregierung ihn 2002 nicht nach Deutschland holte, obwohl die Chance bestanden habe. Man habe Ärger befürchtet, weil der Taliban-Vorwurf im Raum stand, fälschlicherweise.
Meltem Kaptan als Rabiye Kurnaz ist eine echte Wucht, herzlich, erfrischend. Und auch Alexander Scheer als Anwalt, der erst skeptisch ist, sich dann aber völlig in seine Aufgabe reinkniet, ist ein echtes Highlight.

-> Trailer auf Youtube

Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush
D 2021, Regie: Andreas Dresen
Pandorafilm, 118 Minuten, ab 6
8/10

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