Tagesarchiv für 30. April 2022

RT im Kino

Wolke unterm Dach

Samstag, den 30. April 2022

Sie lernen sich über den Wolken kennen: Krankenpfleger Paul (Frederick Lau) hat Flugangst, und während heftiger Turbulenzen versucht ihn die Stewardess Julia (Hannah Herzsprung) zu beruhigen.
Es ist der Beginn einer großen Liebe. Lilly (Romy Schroeder) wird geboren, und alle sind glücklich. Bis Julia während eines Wettlaufens zusammenbricht und stirbt.
Wie soll es nun weitergehen? Für Paul steht fest, dass er sich um seine Tochter Lilly kümmern muss, so gut es geht. Aber schnell merkt er: Das geht nicht so gut. Dabei merkt er nicht, dass nicht nur seine Tochter Unterstützung benötigt. Die denkt, dass ihre Mutter noch lebt, nämlich auf dem Dachboden, unter der Wolke unterm Dach. Und auch Paul kommt an seine Grenzen – in jeglicher Hinsicht.

Wenn das Schicksal zuschlägt, dann gerät die eigene, kleine Welt vollkommen aus den Fugen. Davon erzählt Regisseur Alain Gsponer in seinem Film “Wolke unterm Dach”. Der ist allerdings weniger melodramatisch als man es denken könnte. Denn insbesondere Paul versucht schlichtweg, zu funktionieren. Er muss irgendwie weitermachen, muss am besten alles wegräumen, was an seine Frau erinnert. Er will sich seine Trauer nicht eingestehen, sie nicht zulassen.
Das könnte auch der Grund sein, warum einen der Film relativ lange erstaunlich kalt lässt. So traurig das alles ist, der Film ist es lange nicht. Was vor allem an Pauls Kälte liegt, die ja eigentlich keine Kälte ist, sondern Verdrängung. Aber irgendwann brechen die Emotionen heraus – ein Punkt, an dem auch der Film gleich viel emotionaler wird. Denn für Paul und seine Tochter, für die Familie und Kollegen ist es eine weite Reise, die spannend zu beobachten ist.

-> Trailer auf Youtube

Wolke unterm Dach
D 2021, Regie: Alain Gsponer
Warner, 112 Minuten, ab 12
7/10

Hits: 191

RTelenovela

Die Papiere, bitte!

Samstag, den 30. April 2022
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Es war mal wieder einer dieser Momente, wo man sehr stark an sich selbst zweifelt.
Mein Auto war in der Werkstatt, am Donnerstag konnte ich ihn wieder abholen. Alles gut, und ich bekam den Autoschlüssel und ein Auf Wiedersehen.
Gut gelaunt stieg ich in mein Auto, wollte losfahren – stutzte dann aber doch. Meine Papiere fehlten. Ich war mir ziemlich – sehr – sicher, dass ich die mit abgegeben hatte. Also lief ich zurück ins Autohaus und merkte an, dass meine Papiere fehlten.

Und nun begann erstens das große Suchen und zweitens die große Ratlosigkeit. Denn im meinem Auto lagen nicht nur nicht meine Papiere, dafür aber irgendwelche Fremdunterlagen.
Anruf in der Werkstatt. Sind dort die Papiere? Waren sie nicht.
Das große Suchen ging weiter. In diversen Ordnern.
Und ich begann auch, an mir zu zweifeln: Hatte ich die Papiere vielleicht doch wieder mitgenommen. Ich erinnerte mich, dass ich nämlich die Leihwagenpapiere aus der große Tasche in meine Brieftasche genommen hatte. Habe ich da vielleicht meine eigenen Papiere rausgenommen und irgendwo auf meinen Schreibtisch gelegt?
Ich überlege, behielt das aber für mich – weil das ja irgendwie peinlich gewesen wäre, wenn ich jetzt einen Aufriss mache und sich dann rausstellt, dass ich der Blödian war.

Die Suche ergab nichts. Sie müssten mich erst mal ohne Papiere wegschicken. Ich blieb erstaunlich ruhig, weil ich ja auch selbst die Überlegung hatte, die Papiere könnten zu Hause liegen. Aber dennoch ist es ja merkwürdig, dass einen das Autohaus wegschickt und ich in Kauf nehmen muss, dass mich die Polizei ohne Papiere anhält. Wer haftet denn dann?

Ich hatte mich gerade ins Auto gesetzt und rollte schon langsam los, als jemand mir entgegen gerannt kam – und ich sah auch schon, was er dabei hatte: meine Papiere. Sie müssen also doch da irgendwo rumgelegen haben.
Ende gut, alles gut. Aber dennoch: krass, wie man auch an sich selbst zweifelt.

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